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Podcast · Folge 105
Bücher abbrechen üben – und warum die Bücherei dabei hilft
Merle aus der Schmökerrunde über Lesen quer durch die Bank, Bücher, die ihren Beruf berühren – und die Suche nach einem Roman aus Paraguay
Der Einstieg ist bei uns immer eine gedankliche Reise: Wo sitzen wir gerade zusammen, und welches Getränk hast du uns mitgebracht? Merle wählt ihren Balkon in Berlin-Neukölln, dritter Stock, hoch genug über der Straße, dass man die Autos nur noch rauschen hört – und dazu schwarzen Tee. Was auch sonst. Aufgenommen haben wir digital.
Merle
Teil der Schmökerrunde, Beraterin in einer Frauenberatungsstelle
Merle ist seit 2022 bei »Mädels, die lesen.« dabei – eingestiegen mit einem Weihnachtsbuch, dessen Leserunde da schon fast vorbei war. Sie liest sehr viel und quer durch die Bank: historische Krimis genauso wie schwere Kost. Beruflich arbeitet sie in einer Frauenberatungsstelle und berät dort in mehreren Sprachen. Beim Lese-Retreat auf Borkum war sie dabei, beim fünften Geburtstag in Bonn auch – allein angereist aus Berlin.
Vom Weihnachtsbuch in die Schmökerrunde
Merles erstes Buch bei uns war ein Weihnachtstitel, und sie stieg so spät ein, dass die Leserunde praktisch schon vorbei war. Weggelesen hat sie es trotzdem. Inzwischen ist sie seit Jahren Teil der Schmökerrunde – und gehörte zu denen, die beim Lese-Retreat auf Borkum mit dabei waren.
Helens Bilanz zum Retreat fällt eindeutig aus: als Experiment absolut gelungen. Das Einzige, was nicht geklappt hat, war die Kalkulation – sie hat sich schlicht verrechnet. Ausgerechnet aus der Borkum-Runde hat sich danach jemand gemeldet und angeboten, ihr beim nächsten Mal dabei zu helfen.
Was der fünfte Geburtstag in Bonn gelehrt hat
Für Bonn hatte das Team ein Hotel mit Stichwort-Buchung organisiert. Im Nachhinein stellt Helen nüchtern fest, dass das gar keinen Rabatt gebracht hat – das Hotel hat lediglich Zimmer freigehalten. Und trotzdem würde sie es jederzeit wieder so machen: Weil viele im selben Haus untergekommen sind, saß am nächsten Morgen eine große Gruppe beim Frühstück zusammen, und niemand war allein.
Aber im Nachhinein dachte ich so: wie cool, dass da auch noch mal Leute zusammenkamen und eben auch dadurch dann nicht alleine waren.Helen
Merle war bewusst woanders: Sie hat zwei Kinder und ist selten allein, also hat sie sich ein Hotel mit Pool gesucht und ist am Sonntagmorgen vor der Abreise noch schwimmen gegangen. Beides passt nebeneinander – das ist der Punkt, den beide daraus mitnehmen.
Was hingegen zu wenig genutzt wurde: die Namensschilder, auf denen die aktuelle Lektüre stand. Merle hat darüber mehrere Gespräche geführt, Helen fand es den perfekten Icebreaker – nur hat sie es bei den meisten gar nicht lesen können, weil man ja auch nicht hinstarren will.
Wenn im Alltag niemand über Bücher spricht
Merle beschreibt ein Gefühl, das viele in der Community kennen: Sie hat durchaus Menschen um sich, die gern lesen – aber sie liest so viel mehr, dass sie niemanden damit zuspamen will. In Bonn war zum ersten Mal alles andersherum.
Dass alle Menschen um einen herum gern lesen – das ist echt so schön.Merle
Helen erzählt, dass genau das der Grund war, warum sie »Mädels, die lesen.« überhaupt angefangen hat: Selten liest jemand zufällig gerade das, was man selbst gerade liest. Lesen ist in ihrem Umfeld nicht verpönt, aber eben auch nicht das Nummer-eins-Hobby. Merle fügt hinzu, dass ihr Smalltalk sonst schwerfällt – über Bücher aber wäre er ganz leicht.
Wenn Bücher den eigenen Beruf berühren
Merle arbeitet in einer Frauenberatungsstelle. Zu ihr kommen Frauen in Trennungssituationen, oft mit der Frage, wie sie sich und ihre Kinder weiter gut versorgen können; es geht auch um Fälle häuslicher Gewalt. Weil Frauen aus vielen verschiedenen Ländern kommen, berät sie in mehreren Sprachen – unter anderem auf Spanisch.
Genau deshalb wollte Helen wissen, wie es ihr mit Büchern geht, die an ihren Alltag rühren. Bei der Buchbesprechung zu Die schönste Version * hatte jemand gesagt, das Buch sei ihr durch den eigenen Beruf zu nah gewesen. Merle geht anders damit um: Sie ist oft extrem kritisch, macht innerlich einen Realitätscheck und denkt: Das kann doch nicht sein, so habe ich das noch nie erlebt. In diesem Fall aber hat sie dagegengehalten – sie konnte die Geschichte sehr wohl nachvollziehen.
Für Helen ist das der beste Grund, in einer Leserunde auch schwere Kost zu lesen: Wenn nichts passiert, gibt es wenig Gesprächsstoff.
Es gibt immer das Lager, das es super fand, das Lager, das es gar nicht super fand, und das Lager, das es halt so fand. Dass das alles koexistieren kann, finde ich voll spannend.Helen
Merles Formulierung dafür ist kürzer: im geschützten Raum streiten lernen.
Die Suche nach einem Roman aus Paraguay
Merle war im vergangenen Sommer in Paraguay und Argentinien, in Buenos Aires hat sie tolle Buchläden gefunden. In der WhatsApp-Gruppe hatte sie vorher nach Lesetipps aus der Region gefragt – und die meisten schon gelesen, weil sie sich seit Langem mit dem Kontinent beschäftigt. Auch Bewohnte Frau *, das Helen ihr empfohlen hatte, kannte sie bereits; es spielt ohnehin nicht in Paraguay.
Paraguay, sagt Merle, sei so ein bisschen das unbekannte Land in Südamerika: kein Meerzugang, keine Anden, die Nachbarn kennt man alle. Ihr Tipp ist der paraguayische Autor Augusto Roa Bastos – besonders Menschensohn, in dem es um den paraguayischen Diktator geht, und Die Nacht des Admirals über Kolumbus und die sogenannte Entdeckung Amerikas. Beide Titel sind derzeit über Thalia nicht als deutsche Ausgabe lieferbar; wer sie lesen möchte, wird eher antiquarisch oder in der Bibliothek fündig.
Helen liebt die Vorstellung, im Urlaub etwas zu lesen, das im Reiseland spielt – nur findet man es kaum, weil einem meistens Reiseführer angezeigt werden. Ihre Idee: einfach ChatGPT fragen. Mit einer Warnung aus eigener Erfahrung.
Der denkt sich manchmal auch Bücher aus, die es gar nicht gibt. Es steht sogar eine kleine Zusammenfassung dabei – und es gibt das Buch einfach nicht.Helen
Lieber Autorinnen – aber kein Verbot
Merle merkt, dass sie mittlerweile viel lieber Bücher von Autorinnen liest. Früher hat sie den Kanon gelesen, Böll und Frisch, und fand das auch gut – heute würde sie kritischer lesen. Letztes Jahr hat sie sich trotzdem durch 800 Seiten Paul Auster gequält, über einen Buddy Read in der WhatsApp-Gruppe. Ihre Regel ist deshalb weich: Wenn sie zwischen zwei Büchern wählt und eines ist von einer Autorin, wählt sie manchmal lieber die Autorin.
Helen hat überlegt, ob wir festlegen sollten, nur Autorinnen zu lesen – mag aber, dass es sich ohnehin oft so ergibt und wir trotzdem offen bleiben. Bei Sachbüchern geht sie gezielter vor: Im Business-Bereich propagieren aus ihrer Sicht vor allem Männer das 24/7-Arbeiten, während Frauen häufiger Ansätze verfolgen, die sie mit ihrer Burnout-Geschichte gesund findet. Bei Finanzen kommt dazu, dass Frauen andere Startbedingungen haben. Mehr dazu, wie wir bei der Auswahl diverser lesen, gibt es in einer eigenen Folge.
Festhalten, was man gelesen hat
Helen trackt bei StoryGraph – unabhängig und von einer Schwarzen Frau gegründet, im Unterschied zu Goodreads, das zu Amazon gehört. Sie vergibt dort nur fünf Sterne, sonst nichts: So kann sie auf Nachfrage sofort etwas empfehlen. Merle führt stattdessen eine Notiz-App mit einer Liste pro Jahr, jeweils mit kurzer Zusammenfassung – und markiert die richtig guten Titel fett, damit sie beim Verschenken schnell nachsehen kann.
Bücher abbrechen üben
Der Teil des Gesprächs, an dem beide am ehrlichsten werden. Helen ist schlecht darin und übt es gerade; Merle hat dieses Jahr schon mehrere Bücher abgebrochen, teilweise drei oder vier innerhalb weniger Wochen. Ihre Beobachtung: Bei ausgeliehenen Büchern fällt es leichter als bei gekauften.
Schwer wird es vor allem dann, wenn man gute Sachen über ein Buch gelesen hat – dann denkt man: Was ist los mit mir, dass ich das jetzt nicht mag? Merle ist deshalb bei Ein wenig Leben * bis zum Ende geblieben, obwohl sie es schlimm fand; sie hoffte, sie würde es irgendwann verstehen. Kam nicht.
Wenn ich merke, dass ich lieber wieder zum Handy greife als zum Buch – dann ist es Zeit, das Buch abzubrechen.Merle
Helens Gegenbild ist das Gefühl, abends unbedingt weiterlesen zu wollen. Genau deshalb nimmt sie sich am Ende der Folge ganz offiziell vor, mehr abzubrechen – und zu berichten.
Die Bücherei als Selbstbedienungsbuchladen
Wie weit das gehen kann, zeigt Folge 104: Julia Danner hat gar kein Bücherregal mehr und leiht das meiste in der Bücherei – sie ist dort sogar im Förderverein.
Merles Bild für die Bücherei: Man geht rein, sagt »das will ich jetzt« und geht wieder raus. Dazu kommt der praktische Punkt, dass der Platz im Bücherregal irgendwann knapp wird.
Dieses Jahr hat sie für sich außerdem die Onleihe entdeckt – noch niedrigschwelliger, weil man dafür nicht mal mehr hingehen muss. Sie liest auf einem Tolino und arbeitet viel mit Vormerkungen: Auf das Buch von Martina Hefter von der Buchpreis-Shortlist hat sie ein halbes Jahr gewartet. Egal, sagt sie. Helen hat parallel Libby ausprobiert, ist sich aber bis heute unsicher, was das gegenüber der Onleihe eigentlich bringt – und überlegt halb im Scherz, mal jemanden von Libby einzuladen, der es ihr erklärt. Wichtig ist beiden nur eins: sich überhaupt in einer Bücherei anzumelden. Wie sich Lesegewohnheiten dadurch verändern, ist ein Thema, das uns immer wieder beschäftigt.
Die Bücher aus dem Gespräch
Okaye Tage
Jenny Mustard
Merles Lektüre beim Geburtstag in Bonn – der Titel, der auf ihrem Namensschild stand. Thematisch passt er zu unserem letzten gemeinsamen Buch: Die Frage nach Kindern spielt auch hier eine Rolle.
Nie, nie, nie
Linn Strømsborg
Das Buch, das wir gemeinsam gelesen hatten, als diese Folge entstand – und der Grund, warum Merle bei Okaye Tage sofort eine Verbindung sah.
Fegefeuer
Sofi Oksanen
Helens Lektüre zur gleichen Zeit – ein krasses Buch, das sie stark an Kukolka erinnert hat. Ihre Empfehlung gilt allen, die zu ähnlich Schwerem bereit sind.
Kukolka
Lana Lux
Gemeinsam gelesen und beiden in Erinnerung geblieben: Merle weiß nicht, ob sie je etwas so Heftiges gelesen hat. Empfehlenswert – wenn man dazu bereit ist.
Bewohnte Frau
Gioconda Belli
Helens Empfehlung für Merles Südamerika-Reise – die sie längst kannte. Trotzdem ein Titel, den wir hier gern noch mal in die Runde streuen.
Gehypt, abgebrochen, doch gemocht
Die schönste Version
Ruth-Maria Thomas
Das Buch, an dem sich die Buchbesprechung geteilt hat: Manche fanden es zu nah am eigenen Alltag, andere hielten die Geschichte für unrealistisch. Merle gehörte zu denen, die dagegengehalten haben.
Ein wenig Leben
Hanya Yanagihara
Merles Beispiel dafür, wie schwer Abbrechen fällt: Sie fand es schlimm und hat es trotzdem zu Ende gelesen, weil es so gehypt war. Helen hat es bis heute nicht gelesen.
Only Margo
Rufi Thorpe
Merles letzte Fett-Markierung – und das Buch, das in Bonn in allen Goodie Bags lag, obwohl es erst wenige Tage nach der Feier erschienen ist. Nicht ganz leichte Kost, aber sehr unterhaltsam geschrieben.
*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.
Eine Folge für alle, die schon mal ein Buch zu Ende gelesen haben, obwohl sie es längst nicht mehr mochten: Hier reden zwei darüber, warum das Abbrechen so schwerfällt, was die Bücherei damit zu tun hat – und wie es ist, Bücher zu lesen, die den eigenen Beruf berühren.
Die ganze Folge hören
Häufige Fragen
Wie lernt man, Bücher abzubrechen?
Merles Kriterium ist einfach: Wenn du merkst, dass du abends lieber zum Handy greifst als zum Buch, ist es Zeit. Leichter fällt es bei ausgeliehenen Büchern als bei gekauften – und es hilft, sich vor Augen zu halten, dass ein Buch nicht schlecht sein muss, damit es gerade nicht passt. Helen beschreibt es als etwas, das man üben muss wie einen Muskel.
Was ist die Onleihe – und was macht Libby anders?
Die Onleihe ist das digitale Ausleihangebot vieler öffentlicher Bibliotheken: Mit dem Bibliotheksausweis leihst du E-Books zeitlich befristet aus und kannst Titel vormerken, wenn sie vergeben sind. Libby ist eine weitere App mit ähnlichem Zugang, funktioniert aber nur, wenn die eigene Bibliothek Partnerin ist. Helen konnte sie über eine Berliner Bibliothek testen, die Bonner war damals nicht dabei – und ist sich bis heute unsicher, welchen Mehrwert Libby gegenüber der Onleihe bietet.
Welche Bücher werden in Folge 105 besprochen?
Okaye Tage von Jenny Mustard, Nie, nie, nie von Linn Strømsborg, Fegefeuer von Sofi Oksanen, Kukolka von Lana Lux, Bewohnte Frau von Gioconda Belli, Die schönste Version von Ruth-Maria Thomas, Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara und Only Margo von Rufi Thorpe. Dazu empfiehlt Merle den paraguayischen Autor Augusto Roa Bastos mit Menschensohn und Die Nacht des Admirals.
Gibt es Romane aus Paraguay auf Deutsch?
Merles Tipp ist Augusto Roa Bastos, der bekannteste Autor des Landes: Menschensohn handelt vom paraguayischen Diktator, Die Nacht des Admirals von Kolumbus. Beide deutschen Ausgaben sind derzeit über Thalia nicht lieferbar – antiquarisch oder über die Bibliothek stehen die Chancen besser.
Warum lesen viele lieber Bücher von Autorinnen?
Merle und Helen begründen das unterschiedlich. Merle wählt bei zwei gleichwertigen Romanen manchmal lieber die Autorin, ohne daraus eine Regel zu machen. Helen geht bei Sachbüchern gezielter vor: Im Business-Bereich propagieren aus ihrer Sicht vor allem Männer das Dauerarbeiten, während Frauen häufiger Ansätze beschreiben, die sie nach ihrem Burnout gesund findet – und bei Finanzen sind die Startbedingungen für Frauen andere.
Was ist die Schmökerrunde?
Die Schmökerrunde ist die Mitgliedschaft von »Mädels, die lesen.«: gemeinsame Leserunden, Buchbesprechungen, Tea Times und Treffen wie das Lese-Retreat auf Borkum oder der Geburtstag in Bonn. Merle ist seit 2022 dabei.
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Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.
Helen
Herzlich willkommen, Merle. Ich freue mich sehr heute mit dir über wahrscheinlich Gott und die Welt zu sprechen. Mal schauen, wo wir so landen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?
Merle
Wir sitzen auf meinem Balkon in Berlin-Neukölln. Im dritten Stock ist das also relativ hoch über der Straße, aber man hört es schon unten immer noch so ein bisschen rauschen und wir trinken schwarzen Tee. Was auch sonst? Ich hatte auch kurz überlegt, ob wir nicht einen Ostfriesen-Tee trinken. Oder den, den du mir geschenkt hattest – das war so ein Irish Cream, irgendwas mit Rum.
Helen
Aber diesen Tee mit Kandis und Rum fand ich klasse.
Merle
Bei dem muss ich sagen, es war nicht so ganz meins. Da ist nämlich so eine Sahnenote drin. Ja, OK. Ich finde, es klingt gut. Aber irgendwie bin ich, glaube ich, festgefahren, was Schwarztee angeht.
Helen
Also ja, und das sind auch so die einfachsten aller einfachen Beutel. Aber ich hab's auf jeden Fall ausprobiert. Und mit Kandis und Rum fand ich ihn auf jeden Fall nicht schlecht. Aber bei schwarzem Tee können wir uns auf jeden Fall immer treffen. Ja, sehr. Freu ich mich sehr. Würde ich sagen, stoßen wir einmal damit an, bevor ich das vergesse. Aber eine Frage muss ich doch noch stellen. Trinkst du den dann auch mit Milch?
Merle
Nee, ich trink tatsächlich super gerne aromatisierten schwarzen Tee. Ich weiß, es ist auch super kontrovers. Ganz viele Leute finden das irgendwie nicht in Ordnung. Aber ich trinke ganz, ganz gerne so Tees mit Aroma und dann aber pur, also keine Milch, kein Zucker.
Helen
Vielleicht war das auch der Fehler, dass ich halt Milch reingemacht habe. Aber ich dachte, bei Sahne passt das wahrscheinlich.
Merle
Ja, aber vielleicht ist es auch nicht deins. Also ich glaube, viele Leute mögen das lieber so ohne.
Helen
Aber was ich unter aromatisiert auch verbuchen würde, ist Earl Grey, oder? Ja, genau.
Merle
Den trink ich auch sehr gerne.
Helen
Ja, na super, dann treffen wir uns da. Aber den trink ich sogar auch mit Milch. Ja doch, den kann man auch super mit Milch trinken. Ich freue mich aber auf jeden Fall, dass wir jetzt auf deinem Balkon in Neukölln sitzen. Ich hätte vor allem, wo wir jetzt darüber sprechen, echt wieder Lust auf Berlin. Ich bin dieses Jahr gefühlt so oft in Berlin, aber ich finde es auch einfach toll. Ich bin echt gerne da. Ich überleg halt, wo wir einsteigen können. Also du bist schon ziemlich lange Teil von Mädels, die lesen. Du hattest, glaube ich, im Fragebogen 2022 stehen – so genau könnte ich das jetzt gar nicht mehr sagen. Ganz am Ende.
Merle
Ich bin eingestiegen mit so einem Weihnachtsbuch. Genau, genau. Das war mein erstes Buch. Da bin ich aber ganz am Ende. Da war die Leserunde quasi schon vorbei. Ich habe das dann nur so schnell weggelesen. Liest sich zum Glück auch echt schnell.
Helen
Ja, du bist auf jeden Fall schon lange dabei und bist auch schon lange Teil der Schmökerrunde und warst vor allen Dingen mit auf Borkum. Und wir haben eben kurz festgestellt, dass wir darüber eigentlich auch noch gar nicht so viel im Podcast gesprochen haben. Ja, das war echt ein schönes Experiment. Also, es ist gut gegangen – bis auf: Als ich letztens geteilt habe, dass ich das noch mal überlege, hatte mir eine aus der Borkum-Runde geschrieben. Sie hilft mir dann bei der Kalkulation, und die brauche ich auf jeden Fall. Weil das war das Einzige, was nicht geklappt hat. Da habe ich mich auf jeden Fall verrechnet. Aber ansonsten würde ich sagen, ist dieses Experiment Lese-Retreat absolut gelungen. Es hat so viel Spaß gemacht. Es war auch so eine tolle Runde. Genau, und in Bonn warst du jetzt beim Geburtstag dabei? Ja, genau.
Merle
Ich finde das auch so schön, wenn man so… Also ich habe das tatsächlich im Alltag gar nicht so oft, dass ich so viel Kontakt mit so Büchermenschen habe. Also ich habe schon Leute um mich, die auch ganz gern lesen, aber ich lese halt wirklich sehr, sehr viel. Und irgendwie will ich die Menschen um mich herum auch nicht die ganze Zeit damit zuspamen. Ich hab das gelesen, jetzt hab ich das gelesen, jetzt hab ich das gelesen. Und dann fand ich das jetzt auch in Bonn so toll: dass alle Menschen um einen herum gern lesen. Das ist echt so schön.
Helen
Ja, ich könnte mir vorstellen, da geht es wahrscheinlich allen ähnlich. Das war ja auch so ein bisschen der Grund, warum ich das überhaupt angefangen habe, weil ich so gemerkt hab. Selten liest jemand zufällig gerade das, was ich auch gerade lese. Also in meinem Umfeld ist Lesen jetzt nicht verpönt, aber es ist auch nicht das Nummer-eins-Hobby. Ja, also
Merle
Irgendwie auch wenn Leute lesen, irgendwie wird da nicht so viel darüber geredet. Also zumindest in einem Umfeld so, dann manchmal wenn ich irgendwas erzähle, dann sage ich, ja, ich habe das auch gerade, aber es ist tatsächlich nicht so, nicht so das Unterhaltungsthema, was ich voll schade finde. Aber ich glaube, das würde mir ganz, ganz leicht fallen. Und sonst bin ich ganz oft eher schwer mit so Smalltalk und so. Wenn Leute einfach erzählen, was für Bücher sie lesen – das wäre doch das einfachste Smalltalk-Thema.
Helen
Ja, absolut. Und was liest du gerade? Was machst du so?
Merle
Ja, das war ja in Bonn auch so cool mit den Namensschildern, wo die aktuelle Lektüre mit draufstand.
Helen
Ja, das stimmt. Dafür habe ich das aber viel zu wenig bei den Leuten gesehen – man will ja auch nicht so hinstarren. Da müsste ich mir, glaube ich, bis nächstes Mal noch was überlegen, aber an sich fand ich das voll den guten Icebreaker.
Merle
Ich habe da tatsächlich mit mehreren, also irgendwie dann ein Gespräch drüber geführt.
Helen
Und weißt du das noch, was du damals gelesen hast?
Merle
Ah ja, doch – aber mir fällt gerade der Titel nicht mehr ein. Doch, Okaye Tage war das, genau.
Helen
Ah, das habe ich jetzt schon häufiger auf Instagram gesehen.
Merle
Genau, das ist auch irgendwie, das hat so eine Influencerin geschrieben. Es passt eigentlich auch ein bisschen zu unserem letzten Buch, also zu Nie, nie, nie, weil das Thema Kinder kriegen oder nicht da auch eine Rolle spielt.
Helen
Ah, okay, interessant. Genau. Ich hatte von Sofi Oksanen Fegefeuer Ja. Gerade dann gelesen, und es ist so ein krasses Buch. Das hat mich krass an Kukolka erinnert. Ich weiß gar nicht, wann das war. Das war, glaube ich, nach dem… Das war danach genau. Also ich habe Kukolka mitgelesen. Krasses Buch. Ja. Und wenn man ähnlich bereit ist, was Schlimmes zu lesen, dann ist es Fegefeuer. Das nächste Buch, das war auch schlimm.
Merle
Ja, Kukolka fand ich schon auch richtig toll. Also richtig… Aber so heftig, ich weiß nicht, ob ich schon mal sowas heftiges gelesen habe, wie Kukolka. Also das kann ich auf jeden Fall empfehlen, wenn man dafür bereit ist. Aber ja, das mochte ich irgendwie auch echt gerne.
Helen
Also ich fand es einen tollen Tag, aber ein bisschen war es für mich auch einfach ein Rausch und so schnell wieder vorbei. Ich weiß nicht – hat sich das anders angefühlt als Borkum?
Merle
Ja, ich glaube schon, auf jeden Fall. Also ich konnte irgendwie mehr Gespräche führen und mich mehr darauf einlassen, weil ich nichts mit der Organisation zu tun hatte. Und auch wenn es trotzdem aufregend war, war es einfach nur positiv aufregend.
Helen
Ja, du bist ja auch allein aus Berlin angereist. Ja. Und das finde ich halt auch. Also ich mein, das, ich glaube, das kann man vielleicht von außen auch gar nicht immer so nachvollziehen. Aber ich weiß nicht, ob du das Gefühl hattest, du fährst da nach Bonn und kennst niemanden. Oder ob du schon das Gefühl hast, du weißt ja, wo du da ungefähr landest. Weil ich glaube, das ist besonders, dass man sich ja nur übers Internet kennt.
Merle
Genau, ich glaube, das hat mir schon so ein bisschen geholfen, dass ich von Borkum schon wusste: Okay, ein paar von denen sind da. Die sehe ich dann dort – das war auf jeden Fall ganz gut. Aber ja, klar, doch so ein bisschen das Gefühl, das man sich kennt, hat man ja schon über den Buchclub. Also über die Kommentare kennt man ja auch schon ein paar Leute, auch auf Instagram.
Helen
Ja, das finde ich manchmal ganz schwer zu erklären, dass man viele ja noch nie gesehen hat, aber trotzdem das Gefühl hat, man kennt sich irgendwie. Und weißt du, was ich im Nachhinein erst verstanden habe? Es war mehr so ein Ego-Ding, dass ich dachte: Wie cool ist das, dass man in dem Hotel ein Stichwort angeben und darüber buchen kann. Das hat ja eigentlich gar keinen Mehrwert gebracht. Das habe ich auch erst im Nachhinein verstanden, dass sie eben nur die Plätze frei halten, aber ich glaube, es hat nicht mal irgendwie einen Rabatt gebracht oder so. Aber ich würde das jetzt im Nachhinein jederzeit wieder so machen, weil das ja dazu geführt hat, dass ihr zu einem großen Teil im selben Hotel wart. Und dann am nächsten Tag…
Merle
Und tatsächlich in einem anderen.
Helen
Ach, du warst in einem anderen. Wie schade. Weil ich bin ja am nächsten Tag noch mal zum Frühstück hin, und da war wirklich eine große Gruppe, die sich zusammengesetzt hat. Dann warst du bei dem Frühstück gar nicht dabei?
Merle
Nee, ich habe zwei Kinder und bin echt selten alleine. Und da war das auch so ein bisschen ein Bedürfnis, Zeit für mich zu haben. Und ich habe dann ein Hotel mit Pool gesucht, weil ich total gerne schwimme. Und dann war ich im Dorint, das war so um die Ecke.
Helen
Ich hätte auch gar nicht sagen können, wo man in Bonn ein Hotel findet, das so etwas hat. Außer dem Kameha, aber das ist auf der anderen Seite. Das hat einen richtigen Infinity Pool, und dann denke ich immer: wie krass, dass wir so was in Bonn haben.
Merle
Okay, das ist krass. Vielleicht war mir das dann auch zu teuer. Ich hatte das dann auch günstig und cool gefunden. Und dann bin ich am Sonntagmorgen noch vor meiner Abreise schwimmen gegangen. Das war halt total schön.
Helen
Ah, cool. Ja, also das verstehe ich auch total. Trotzdem fand ich das echt schön – für die, die das auch möchten. Wir haben das vorher nicht so als Mehrwert unterstrichen, weil wir es selber auch gar nicht so eingeschätzt haben. Aber im Nachhinein dachte ich so, wie cool, dass da auch noch mal Leute zusammen kamen und eben auch dadurch dann nicht alleine waren. Also irgendwie war es eine steile Lernkurve, genau so wie mit dem Retreat. Aber ich bin immer froh, wenn wir einfach mal ausprobieren und gucken, wo wir so landen. Und dass da auch Leute sind, die bereit sind, das mit auszuprobieren.
Merle
Ja, ich mein, Borkum war ja auch so voll der Glücksgriff mit dem Buch, also genau, Autorin aus unserer Mitte quasi. Ja, voll. Die zur Community gehört – ich weiß nicht, ob man so was so leicht noch mal nachstellen kann.
Helen
Ja, schwierig auf jeden Fall, glaube ich. Ich glaube auch, das hat die Messlatte hoch gelegt. Ja.
Merle
Es wäre schön, da noch mal ranzukommen – aber es hat auf jeden Fall echt viel Spaß gemacht.
Helen
Falls sich jemand wundert: Man hört wahrscheinlich, dass du in so einem Raum sitzt, in dem es hallt.
Merle
Wo es hallt – ich sitze in meinem Büro, und meine Kopfhörer sind leider gerade kaputtgegangen.
Helen
Ja, alles gut. Ich glaube, das kann man verzeihen.
Merle
Ja, aber nur das als Erklärung.
Helen
Magst du mal erzählen, wo du arbeitest? Wir hatten ja mal unsere Tea Time zusammen. Ich fand es super spannend, was du da machst.
Merle
Genau, ich arbeite in einer Frauenberatungsstelle. Also eine Beratungsstelle für Frauen. Und wir beraten wirklich zu sehr, sehr vielen Themen. Genau, ganz oft kommen Frauen so in Trennungssituationen zu uns. Natürlich ganz klassisch. Teilweise auch einfach nur, um zu erfahren, wie sie sich weiter gut versorgen können, sich und ihre Kinder. Genau, und dann haben wir natürlich auch Fälle von häuslicher Gewalt, wo wir gucken, wie die Frauen sich gut trennen können oder so. Es ist ganz vermischt, und es kommen wirklich Frauen aus ganz vielen verschiedenen Ländern, das finde ich so ganz toll, weil ich dann auch in verschiedenen Sprachen berate. Das ist einfach so vielseitig.
Helen
Auch auf Spanisch, nehme ich an – weil du warst ja auch eine Weile in Südamerika.
Merle
Ja genau, ich war auch in Paraguay jetzt gerade in den Sommerferien letztes Jahr. Paraguay und Argentinien. Und da war ich auch schon in meinen jungen Erwachsenenjahren.
Helen
Ach, okay, cool. Ich habe ja mein Auslandssemester in Kolumbien gemacht.
Merle
Ja, das hast du auf jeden Fall mal erzählt.
Helen
Das ist aber leider auch das Einzige, was ich von Südamerika bisher gesehen habe. Wenn ich nicht diese fixe Idee hätte, mit dem Van nach Australien zu fahren – wo ich ja dann auch ganz viele Länder sehe –, dann wäre Südamerika auf meiner Bucket List, glaube ich, das Nächste. Also wo ich gerne viel, viel mehr von sehen würde. Das würde mich, glaube ich, sogar mehr reizen als Afrika. Ja. Ich weiß gar nicht genau, warum – aber bei Afrika bin ich eher bei Marokko, und das ist natürlich noch mal was ganz anderes. Ich liebe diese Abwechslung, die man da kulturell und landschaftlich hat. Und diese Herzlichkeit, zumindest in Kolumbien – da hätte ich voll Lust drauf, einmal komplett den ganzen Kontinent. Also, das ist gerade sehr weit weg, weil ich schon einen anderen großen Plan habe. Aber ich kann das auf jeden Fall sehr gut nachvollziehen. Da hatten wir uns auch darüber in der Gruppe ausgetauscht. Kann das sein, dass das in dem Zusammenhang war, ob wir nicht auch was mal aus Paraguay oder so gelesen haben? Und dann hat jemand im Filter nachgeguckt – und zwar: leider noch nicht.
Merle
Paraguay ist ja auch so ein bisschen das unbekannte Land in Südamerika. Die Nachbarländer, Argentinien, Brasilien, kennt man irgendwie alle. Aber Paraguay hat keinen Meerzugang und auch keine Anden.
Helen
So was reizt mich zum Beispiel mehr, weil man darüber weniger weiß. Auch von Uruguay und Venezuela haben mir ganz viele vorgeschwärmt. Das sind immer so die Länder, wo ich denke, cool, da will ich mal hin, weil ich das nicht andauernd höre. Mehr zum Beispiel als Argentinien. Damit tue ich Argentinien wahrscheinlich total Unrecht.
Merle
Wir waren letztes Jahr in den Sommerferien auch noch mal in Buenos Aires. Das ist wirklich wunderschön, ganz tolle Buchläden.
Helen
Oh ja, voll gut. Hast du was gelesen, was in der Region spielt? Oder hast du dir vor Ort was gekauft?
Merle
Ich hatte tatsächlich in der WhatsApp-Gruppe gefragt und auch ein paar Empfehlungen bekommen – von denen ich die meisten aber schon gelesen hatte, weil ich mich schon so lange mit dem Land und mit dem Kontinent beschäftige.
Helen
Hatte ich dir da nicht Bewohnte Frau empfohlen?
Merle
Ja, genau. Aber das kannte ich leider auch schon.
Helen
Das ist so ein tolles Buch. Das können wir hier noch mal in der Runde streuen, ich fand es auch ganz toll. Aber es spielt auch nicht in Paraguay.
Merle
Es gibt einen paraguayischen Autor, der heißt Augusto Roa Bastos. Der wurde auch immer mal als Preisträger-Kandidat gehandelt, ist aber leider schon länger verstorben. Den kann man mal lesen, wenn es einen interessiert.
Helen
Okay cool. Ich liebe ja auch, wenn man so ein bisschen mal andere Buchtipps bekommt. Ich finde die Vorstellung toll, was zu lesen, was in dem Land spielt, wenn ich da bin. Aber es ist so schwer zu finden, weil einem dann meistens nur Reiseführer angezeigt werden und nicht unbedingt Bücher, die dazu passen.
Merle
Total.
Helen
Vielleicht ist das mit ChatGPT ehrlich gesagt leichter – dann könnte man sagen: Ich fahre nach Paraguay, empfiehl mir drei Romane.
Merle
Voll die gute Idee, das probiere ich mal aus.
Helen
Das geht bestimmt. Also ich habe schon manchmal gemerkt, der denkt sich dann auch Bücher aus, die es gar nicht gibt. Man muss ein bisschen aufpassen. Aber es ist so lustig: Dann denke ich, das klingt voll gut, es steht auch so eine kleine Zusammenfassung dabei – und es gibt das Buch einfach nicht. Hat er sich einfach ausgedacht.
Merle
So lustig. Es ist echt wie ein Mensch, der einen nicht enttäuschen will, oder?
Helen
Das ist wirklich so, oder? Oft ist es wie mein Personal Hype Girl und sagt: Das ist ja eine richtig tolle Idee, die du hast. Ich glaube, der würde nie sagen: Weiß nicht, da müsste man noch mal ran. Aber manchmal brauche ich das auch.
Merle
Ja, das ist doch eigentlich auch voll gut.
Helen
Aber richtig cool. Also – ich kann den Namen auf keinen Fall aussprechen. Kannst du da einen bestimmten Titel besonders empfehlen?
Merle
Mir ist gerade eingefallen: Ich glaube, Menschensohn heißt das. Da geht es um den paraguayischen Diktator. Und Die Nacht des Admirals, das fand ich auch ganz toll, da geht es um Kolumbus. Und wie man das nennt: die Entdeckung Amerikas – weil er ja eigentlich dachte, er fährt nach Indien. Ja. Genau. Das hat mir damals total gefallen – aber es ist wirklich lange her, dass ich das gelesen habe.
Helen
Ja, manchmal finde ich das voll schwer, wenn ich so vor Ewigkeiten was gelesen habe und es damals voll gut fand – ob ich das dann noch empfehlen soll. Weil ich mir denke: Würde ich das heute eigentlich noch so sehen?
Merle
Ja, ich glaube, das war schon ganz toll, aber ich merke einfach, dass ich mittlerweile wirklich viel, viel lieber Bücher von Autorinnen lese. Früher habe ich auch ganz klassisch den Kanon gelesen, den man so gelesen hat – Böll und Frisch und so – und fand das auch alles ganz toll. Aber ich glaube, ich würde das heute sehr viel kritischer lesen.
Helen
Ja, ist aber auch spannend. Und ich meine, das liegt wahrscheinlich auch daran, weil da mehr darüber gesprochen wird, weil man sich vielleicht mehr damit beschäftigt und so. Und das finde ich auch cool. Ich habe manchmal überlegt, ob es wichtig wäre, dass wir bei Mädels, die lesen, festlegen, dass wir nur Autorinnen lesen. Aber ich mag eigentlich, dass es sich sowieso oft so ergibt und wir trotzdem offen bleiben.
Merle
Also ich sehe da jetzt auch nicht so einen Mehrwert drin, zu sagen: nie wieder Männer.
Helen
Nee, genauso geht mir das auch. Ja.
Merle
Nee, ich hab ja letztes Jahr auch, das war auch über den Buddy-Read bei der WhatsApp-Gruppe, einen ellenlangen Paul-Auster-Roman gelesen – 800 Seiten Paul Auster, durch die ich mich da durchgequält habe. Also das mache ich schon auch. Aber wenn ich die Wahl habe zwischen zwei Büchern und da ist eine Autorin dabei, dann wähle ich vielleicht manchmal lieber die Autorin.
Helen
Ja, ich hab da auch mittlerweile, also auch gerade so, weil ich ja auch sehr viele Business-Bücher höre. Und ich finde es eigentlich auch immer nur interessant, wenn es eine Frau geschrieben hat. Gerade im Business-Bereich finde ich das noch mal relevant, weil die ganzen Männer meistens propagieren, du müsstest quasi 24/7 arbeiten – und die Frauen meistens eher einen Ansatz verfolgen, den ich gesünder und mit meiner Burnout-Geschichte auch besser für mich finde. Und das habe ich mittlerweile in so vielen Bereichen: dass mich die Bücher einfach automatisch mehr ansprechen.
Merle
In dem Bereich würde ich das auch gezielt machen – da würde ich auch eher sagen: Ich sortiere die Männer aus. Bei Romanen ist das noch mal was anderes. Ja voll. Also ich lese tatsächlich wenig Fachbücher.
Helen
Ja, aber zum Beispiel bei Finanzen denke ich: Das wirst du ja bei deinem Job vielleicht auch merken. Wir haben bei Frauen ganz andere Startbedingungen meistens. Da muss man ganz andere Dinge vielleicht beachten. Das finde ich einfach hilfreicher, wenn mir das eine Frau erklärt. Das habe ich mich aber eben gefragt bezüglich des Jobs, weil ich mich gerade nicht mehr erinnere, ob du bei der Buchbesprechung dabei warst. Aber es würde passen auf jeden Fall. Hattest du Die schönste Version mitgelesen?
Merle
Ja.
Helen
Warst du bei der Buchbesprechung?
Merle
Ich glaube nicht.
Helen
Weil da hatte auf jeden Fall jemand – aus einem anderen Bereich, glaube ich – gesagt, das war ihr durch den Job zu nah an ihrem Alltag. Und deswegen konnte sie es eigentlich kaum aushalten. Wie geht es dir damit? Wir haben ja wahrscheinlich öfter mal Bücher, die dir von der Geschichte her bekannt vorkommen.
Merle
Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, ich bin da oft extrem kritisch – dass ich dann so einen Realitätscheck mache und denke: Das kann doch nicht sein, das habe ich so noch nie erlebt. Also ich glaube, ich bin da tatsächlich manchmal dann so ein bisschen kritischer als ich es vielleicht sein müsste. Ich hatte auch mit Die schönste Version so ein bisschen Schwierigkeiten – so ging es der anderen Person ja wohl auch. Ja.
Helen
Wahrscheinlich hättet ihr euch da gut verstanden. Ja. Ich habe nämlich auch das Gefühl, dass sie so was in der Richtung meinte: So passiert das im echten Leben nicht.
Merle
Und ich bin da voll dagegen gegangen, weil ich dachte: Doch, ich kann das total nachvollziehen. Ja, da habe ich auf jeden Fall sehr viel geschrieben, weil mich das auch sehr beschäftigt hat.
Helen
Ich sage das so oft, aber ich finde es deswegen auch so wertvoll, dass wir manchmal auch schwere Kost lesen – weil sich darüber wirklich gut austauschen lässt. Also wenn nichts passiert, haben wir irgendwie auch wenig Gesprächsstoff.
Merle
Und gerade bei solchen Büchern hat man ja das Bedürfnis nach Austausch – dieses begleitende Lesen, wo man sich immer wieder abgleichen kann.
Helen
Und ich weiß, Die schönste Version hat ja ganz viele ganz stark abgeholt – aber auch viele echt nicht. Aber eigentlich haben wir das bei jeder Buchgesprächung. Es gibt immer das Lager, das es super fand, das Lager, das es gar nicht super fand, und das Lager, das es halt so fand. Ja. Das finde ich halt voll spannend. Dass man das so unterschiedlich bewerten kann und dass das alles koexistieren kann. Ja.
Merle
So im geschützten Raum streiten lernen, denke ich.
Helen
Ja, ja, total gut. Aber mich würde das schon interessieren. Also liest du trotz allem, was du wahrscheinlich tagtäglich erlebst, gerne schwere Kost? Oder sagst du: Ich will lieber Wohlfühlbücher?
Merle
Ich lese tatsächlich, also ich lese wirklich einfach viel und dann auch so ein bisschen quer durch die Bank. Also ich lese zum Beispiel voll gerne historische Krimis, die jetzt nicht so in die Tiefe gehen. Aber ich lese auch ganz gerne mal schwere Kost. Es ist auch ein bisschen davon abhängig, wie mein Alltag gerade ist. Ja. Je nachdem halte ich das irgendwie besser aus oder schlechter, aber genau, ich lese einfach sehr, sehr durchmischt. Es fällt mir auch total schwer zu sagen, was für ein Genre ich mag. Meine Tochter liest zum Beispiel ganz viel Fantasy und fragt dann auch immer: Was liest du denn für Bücher? Und dann sage ich immer: gute. Ich weiß nicht – manchmal Krimis, aber auch anderes.
Helen
Ich finde das mit dem Genre Roman auch gar nicht hilfreich, weil das ja einfach alles bedeuten kann. Genau. Es kann alles bedeuten.
Merle
Da bräuchte man eigentlich noch mehr. Also die gibt es wahrscheinlich, aber die kenne ich halt nicht, die Unterkategorien.
Helen
Nee, ich auch nicht. Mir fehlt da irgendwie das Vokabular dafür. Wenn, dann müsste das auf dem Buch stehen, sonst lese ich mich da nicht ein. Genau. Da finde ich nur hilfreich, dass StoryGraph mir auswertet, was ich so lese – aber das ist mehr die Stimmung und nicht das Genre.
Merle
Okay, das klingt auch voll gut.
Helen
Mag ich irgendwie auch ganz gerne, da kann ich zumindest grob eine Richtung angeben. Ja, ja, wenn mich jemand fragt.
Merle
Ich habe auch mal irgendwas ausprobiert zu tracken, und das hat für mich nicht so richtig funktioniert. Ich weiß nicht mehr, was das war – vielleicht nicht StoryGraph, sondern Goodreads oder so.
Helen
Ja, das hatte ich vorher auch. Da hatte mal jemand geteilt, dass Goodreads zu Amazon gehört – das wusste ich vorher auch nicht. Und hatte StoryGraph vorgestellt, das unabhängig ist und von einer Schwarzen Frau gegründet wurde. Also wo man denkt: Cool, lass uns lieber das unterstützen. Und seitdem bin ich halt da – ich musste mir einmal erklären lassen, wie man umzieht, aber seitdem bin ich da. Ich mache das nur, damit ich nicht vergesse, was ich gelesen habe. Wenn mich jemand nach einem Tipp fragt: was ich mit fünf Sternen bewertet habe – mehr gebe ich auch nicht an – und dann kann ich was empfehlen.
Merle
Ich habe eine Notiz-App und schreibe Listen. Ich habe für jedes Jahr eine Liste, schreibe mir auf, was ich gelesen habe, und schreibe eine kurze Zusammenfassung dazu. Und bei denen, die ich richtig gut fand, markiere ich den Titel fett – wenn ich was verschenken will, kann ich da schnell gucken.
Helen
Das ist richtig schlau. Ja, wenn ich mit fünf Sternen bewerte, ist das schon noch mal was Außergewöhnliches.
Merle
Das finde ich echt hilfreich. Sonst würde ich das total vergessen. Ich kann dir dann nie wieder sagen, worum es genau ging oder so. Ich kann dir nur sagen, ich fand es gut. Deswegen mache ich mir immer noch kurz Notizen.
Helen
Ja, voll gut, finde ich auch total hilfreich. Was war zuletzt ein Buch, das du fett markiert hast und verschenken würdest? Guck mal kurz nach, das finde ich jetzt spannend.
Merle
Ich habe dieses Jahr tatsächlich schon relativ viele, die ich fett markiert habe.
Helen
War ein gutes Jahr bisher.
Merle
Bisher war das ein ganz guter Jahrgang. Ich habe aber auch mehrere Bücher abgebrochen.
Helen
Sehr gut. Das ist so ein Thema. Und ich bin da so schlecht drin gewesen immer. Ich übe das gerade. Das ist gar nicht so leicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass das so einen Ripple-Effekt hat, wenn man einmal anfängt. Vielleicht bricht man dann alles ab: nach zehn Seiten nicht überzeugt – weg.
Merle
Ja, genau. Also ich habe mehrere abgebrochen, und das waren teilweise Bücher, zu denen ich ganz gute Sachen gelesen hatte. Und dann ist es ja noch mal schwerer, weil du denkst: Was ist los mit mir, dass ich das jetzt nicht mag?
Helen
Ich verstehe das schon – ich weiß nicht, ob du die alle immer ausleihst, aber wenn du Geld dafür ausgegeben hast, finde ich es manchmal schwer. Und wenn ich Hoffnung in dieses Buch gesteckt habe, weil ich es mir aus einem ganz bestimmten Grund ausgesucht habe, dann denke ich: Ich will das so gerne mögen.
Merle
Ja, das hatte ich zuletzt mit Ein wenig Leben.
Helen
Das hab ich noch nicht gelesen. Das ist auch so ein Wälzer, ne?
Merle
Ich fand es ganz schlimm. Ich habe es sogar fertig gelesen. Weil das so gehypt war und ich nur gute Sachen über dieses Buch gelesen habe. Und ich fand es so schlimm. Ich dachte immer: Wenn ich noch weiterlese, verstehe ich es vielleicht irgendwann. Aber ich bin da nicht reingekommen. Nee. Ich habe gerade gesehen: Das Letzte, was ich fett markiert habe, war tatsächlich Only Margo.
Helen
Das hatte ich in der Tüte. Ich habe das immer noch hier, obwohl ich die ganze Zeit denke, ich glaube, ich werde es nicht lesen. Aber wenn du jetzt sagst, ich sollte mal…
Merle
Doch, das hat mir richtig gut gefallen.
Helen
Ich glaube, ich habe das wegen dem Cover ein bisschen – hoffentlich schilt mich jetzt niemand – als trashig eingeschätzt. Aber ist es nicht?
Merle
Nee, ich finde tatsächlich, das hat ganz schön was in sich.
Helen
Oh, okay. Das war ja bei allen in der Goodie Bag, da könnten wahrscheinlich viele mitreden. Das begegnet mir gefühlt sehr viel in letzter Zeit.
Merle
Ja, das stimmt. Ist das nicht auch erst vor Kurzem rausgekommen?
Helen
Das ist tatsächlich sogar erst ein paar Tage nach unserer Feier erschienen. Also wirklich was Besonderes, dass wir es 150-mal für unsere Goodie Bags bekommen haben. Auf jeden Fall noch mal danke an den Verlag. Ich habe gedacht, es ist nichts für mich.
Merle
Es ist schon auch nicht so ganz leichte Kost, finde ich, aber es ist trotzdem sehr unterhaltsam geschrieben. Also ich fand es richtig gut.
Helen
Okay, cool. Ich hatte dann auch eine Rezension dazu gelesen. Das hat mich dann auch noch mal dazu bewegt, dass ich das jetzt mal dringend lese. Und du hast es jetzt als gut bewertet?
Merle
Ja, doch.
Helen
Ah, okay – ich glaube, ich hatte einfach ein falsches Bild von diesem Buch. Ich dachte, das wäre vielleicht mehr so Richtung Jugendliteratur oder New Adult.
Merle
Vielleicht passt das dann auch ein bisschen zum Inhalt, weil es vom Setting her auch ein bisschen trashig ist – aber gleichzeitig gesellschaftskritisch.
Helen
Okay, ja. Jetzt bin ich neugierig.
Merle
Doch, es lohnt sich auf jeden Fall.
Helen
Voll gut. Ja, also Bücher abbrechen, ich finde es wirklich schwierig. Und ich versuche noch zu ergründen, warum. Aber ich habe gedacht: Wenn ich das meistere, dann kann ich ja viel mehr anfangen und gucken, ob es mich wirklich überzeugt. Weil ich verliere darüber teilweise komplett die Lust am Lesen.
Merle
Ja, aber irgendwie hat mir der Austausch dann geholfen, mir das noch mal vorzunehmen. Also wenn es mich wirklich nur nervt und ich merke, dass ich lieber wieder zum Handy greife als zum Buch – dann ist es Zeit, das Buch abzubrechen.
Helen
Ja, und ich liebe eigentlich auch dieses Gefühl, wenn man so voll gehookt ist und abends denkt: Oh, ich muss unbedingt mein Buch weiterlesen. Das ist ja der Zustand, den man eigentlich will, aber ich habe voll oft eher so das Gefühl: Ich sollte mal wieder. Statt dass ich die Bücher einfach mal weglege.
Merle
Ja, dann ist es echt der Moment, wo man das Buch weglegen sollte.
Helen
Ich nehme mir das jetzt noch mal ganz offiziell vor. Ja. Ich werde berichten.
Merle
Aber ich habe jetzt am Wochenende ein Buch abgebrochen, zwei im Grunde. Ja. Und letztens auch schon mal eins.
Helen
Sehr gut.
Merle
Also es wird besser, würde ich sagen.
Helen
Man muss es ja auch üben, es ist wie ein Muskel, wahrscheinlich.
Merle
Ja, total auf jeden Fall. Das ist bei mir auch stimmungsabhängig – ich habe dann wirklich innerhalb von wenigen Wochen so drei oder vier abgebrochen. Aber das waren tatsächlich auch ausgeliehene Bücher. Also du hast wahrscheinlich recht, dass das leichter ist, wenn man sie ausgeliehen hat, als wenn man wirklich Geld dafür ausgegeben hat.
Helen
Ja, ich könnte mir schon vorstellen, dass das gerade für diejenigen, die ins Lesen reinkommen wollen, die schlauere Strategie ist. Das ist ja sowieso eine schlaue Strategie, sich in der Bücherei anzumelden – auch, weil man viel mehr anlesen kann ohne schlechtes Gewissen.
Merle
Ja, auf jeden Fall. Ich habe dieses Jahr auch noch mal das Ausleihen für mich entdeckt, das Online-Ausleihen, das ist ja oft total cool. Das ist ja dann noch niedrigschwelliger, da muss man nicht mal mehr in die Bücherei gehen.
Helen
Und dann liest du auf einem E-Reader?
Merle
Genau, ich habe so einen Tolino. Ich habe jetzt zu Weihnachten noch mal einen neuen bekommen. Da leihe ich mir wirklich viel online aus, und was ich jetzt ganz oft mache, ist das mit dem Vormerken. Die sind ja oft schon ausgeliehen, und dann kannst du eine Vormerkung setzen und kriegst irgendwann eine Nachricht, dass das Buch jetzt verfügbar ist. Und so habe ich zum Beispiel letztes Jahr von der Buchpreis-Shortlist das Buch von Martina Hefter gelesen. Da habe ich halt sechs Monate drauf gewartet, bis es verfügbar war. Aber das ist ja auch egal.
Helen
Das ist echt toll. Das müsste, glaube ich, in Berlin funktionieren – die Bibliothek hier in Bonn war damals zumindest nicht in der Kooperation drin. Aber ich fand Libby auch richtig gut – ich weiß nur nicht, wie das mit dem Tolino funktioniert. Ehrlich gesagt ist es vielleicht doch kein Mehrwert, weil es wahrscheinlich einfach die Onleihe ist. Ich bin gerade gar nicht ganz sicher, aber da kannst du auf jeden Fall Bücher finden und verbindest es einfach mit deinem Account in der Bücherei.
Merle
Ja, vielleicht kann man darüber auf verschiedene Bibliotheken zugreifen?
Helen
Ich glaube schon, aber du brauchst überall eine Mitgliedschaft, zumindest um es zu lesen. Jetzt bin ich gerade richtig unsicher. Ich fand es eigentlich cool und intuitiv gemacht, aber ich bin unsicher, was der Fortschritt ist. Vielleicht müsste ich mal jemanden von Libby einladen, um klären zu lassen, was das eigentlich genau bringt, wenn man doch die Onleihe hat. Da komme ich auch jetzt erst Monate später drauf – in dem Moment fand ich es voll cool.
Merle
Da brauchtest du auch deinen Ausweis von der Bibliothek dann?
Helen
Genau, die Nummer. Aber die Bibliothek muss halt auch in der Liste sein, also quasi eine Partnerbibliothek. Und das war zu dem Zeitpunkt zumindest die Bibliothek in Bonn nicht. Aber eine in Berlin, deswegen konnte ich das trotzdem testen, weil ich da ja gerade in Berlin war. Aber ich glaube, ich lade mal jemanden von Libby ein – ich versteh es gerade selbst nicht ganz. Aber ich fand es auch schön gemacht, man konnte überall mal reinlesen, Leseproben und so. Aber das hast du ja eigentlich auch in der Onleihe. Also: Meldet euch einfach in einer Bücherei an, das kann nicht schaden.
Merle
Ich finde auch immer, wenn ich in die Bücherei reingehe, ist das wie ein Selbstbedienungsbuchladen: Du kannst einfach rein und sagen, das will ich jetzt – und gehst wieder raus. Und bei mir ist es auch so, dass der Platz im Bücherregal irgendwann knapp wird. Dann finde ich das auch ganz erleichternd, wenn ich das nicht besitzen muss, sondern wieder zurückgeben kann.
Helen
Ich gebe ja sowieso alles wieder weg, was ich gelesen habe – das verstehe ich sehr gut. Und wenn du viel liest, ist das natürlich noch mal ein Thema. Ich finde es auf jeden Fall voll spannend, einfach zu hören, wie du das so machst. Weißt du, das sind ja oft Gespräche, die wir vielleicht mal bei der Tea Time führen – aber die nehmen wir ja nicht auf. Und bei der Buchbesprechung findet das ja auch nicht so statt, wie du eigentlich im Alltag liest. Das finde ich echt cool. Und ich liebe, dass wir diese Möglichkeit haben, euch aus der Schmökerrunde und aus der Community mal ein bisschen kennenzulernen. Ich habe in letzter Zeit ganz oft gesagt bekommen, dass das so cool ist, weil man dann endlich mal eine Stimme zu der Person hat und sie ein bisschen besser einschätzen kann. Deswegen danke, dass du dich darauf eingelassen und gesagt hast: Okay, machen wir das. Und vor allem länger im Büro geblieben, um das hier aufzunehmen.
Merle
Das ist kein Problem.
Helen
Gehst du dann jetzt auch heim?
Merle
Jetzt gehe ich dann nach Hause.
Helen
Ja. Also eigentlich sind wir jetzt zu Hause, wir sind hier auf deinem Balkon.
Merle
Wir sind ja auf dem Balkon.
Helen
Wir trinken den schwarzen Tee zu Ende. Und dann verabschieden wir uns an der Stelle von den Mädels. Ich danke dir sehr. Ich fand es richtig, richtig schön. Ich bin gespannt, was so für Feedback auch kommt. Meldet euch gerne bei Merle – vielleicht sagst du gerade noch mal, wo man dich findet.
Merle
Mein Instagram-Name ist merle_chipo. Und sonst natürlich auch in der Schmökerrunde.
Helen
Sehr cool. Dann bis zur nächsten Buchbesprechung, vielleicht.
Merle
Ja, okay. Bis dann.




