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Podcast · Folge 124
Reihen oder Einzelbände, E-Book oder Papier: warum wir so unterschiedlich lesen
Ein ungeplantes Gespräch über Lesegewohnheiten – und darüber, wie oft zwei Menschen beim selben Thema zu genau gegenteiligen Antworten kommen
Der Einstieg ist bei uns immer eine gedankliche Reise: Wo sitzen wir gerade zusammen, und welches Getränk hast du uns mitgebracht? Diesmal war die Antwort sehr real – Pia stand in ihrer Küche, mit dem acht Wochen alten Baby in der Trage, und hat sich beim Reden hin und her bewegt, damit es weiterschläft. Angestoßen haben wir mit Wasser.
Pia
Grafikdesignerin · seit Jahren bei uns dabei
Sie hat Cross Media Design studiert, arbeitet als Grafikdesignerin und ist gerade in Elternzeit. Von ihr stammt das Design unserer Stofftasche – und wer bei unserem fünften Geburtstag im Januar dabei war, hat sie dort getroffen.
Lesen mit Baby: es liegt nicht an der Lust
Die ehrlichste Stelle kommt gleich am Anfang. Pia liest gern und hätte gerade auch Lust dazu – nur die Konzentration macht nicht mit, und sie wird beim Lesen schnell müde. Wenn sie halb wach ist, denkt sie: Das lohnt sich jetzt nicht, das verstehe ich morgen sowieso nicht mehr. Bei einem Fantasyroman mit vielen Namen und Gegenden verliert sie dann den Überblick.
Praktisch gelöst hat sie das mit einem E-Reader, den sie überall mit hinnimmt: vom Sofa ins Schlafzimmer in die Küche, auch im dunklen Zimmer lesbar. Ihr eigener Kommentar dazu: Meistens gewinnt trotzdem das Handy.
Warum manche Reihen lieben und andere sie meiden
Hier gingen unsere Meinungen am weitesten auseinander. Pia liest am liebsten Reihen: Man kennt die Figuren, ist Teil der Welt, und wenn ein Band zu Ende ist, kommt der nächste. Ein neues Buch zu finden fällt ihr schwer, weil sie ein paar Tage braucht, um von der alten Geschichte loszukommen.
Helen greift fast nie zu Reihen – weil sich das nach einem Commitment anfühlt, wie eine Serie mit zehn Staffeln. Umgekehrt kann sie ein Buch am Abend beenden und am nächsten Tag ein neues anfangen, fast nahtlos.
Man merkt: Die Charaktere wachsen einem ans Herz. Mein Mann sagt, ein Buch nochmal zu lesen ist wie alte Freunde wiedersehen.Pia
New Adult: ein Buch nach dem nächsten – oder eben nicht
Pia liest New Adult gern, beneidet aber Leser*innen, die einen Band nach dem anderen wegschmökern können. Sie kann das nicht: Wenn der Plot dem ähnelt, was sie gerade gelesen hat, blockiert ihr Kopf – sie braucht erst wieder Abstand. Dasselbe bei Serien: Bekanntes schaut sie unzählige Male, Neues anzufangen fällt schwer.
Aus dieser Beobachtung ist eine These entstanden, die die ganze Folge trägt: Was bei einer Person für Entspannung sorgt – die Wiederholung, das Vertraute –, ist bei der anderen genau das, was stört.
Das Buch, das sie zum Lesen gebracht hat
Auf die Frage nach dem prägendsten Buch nennt Pia Twilight. Sie hat sich als Teenagerin erst darüber lustig gemacht, es dann doch gelesen – und ist hängengeblieben. Danach kam Harry Potter, danach jahrelang Vampirgeschichten. Ihre Twilight-Ausgabe ist heute in zwei Teile zerbrochen, weil sie Taschenbücher beim Lesen durchknickt.
Das führt zu dem Punkt, an dem beide dieselbe Meinung haben: Wenn junge Leute in Buchhandlungen strömen und stapelweise Bücher kaufen, wird das in Teilen der Branche belächelt, weil es nicht die »richtigen« Bücher seien. Gleichzeitig sorgt sich dieselbe Branche um Leseförderung. Der Einstieg darf ruhig ein Einstieg sein.
Knicken, unterstreichen, Danksagungen lesen
Am aufschlussreichsten sind die Kleinigkeiten. Pia knickt Taschenbücher durch, verleiht aber nichts, sondern verschenkt Bücher gleich ganz. Sie unterstreicht in Sachbüchern – mit Bleistift –, liest das Unterstrichene aber nie wieder. Notizen beim Romanlesen fühlen sich für beide zu sehr nach Schule an.
Ein Unterschied blieb hängen: Helen liest jede Danksagung, weil dort auf einmal die Person hinter der Geschichte auftaucht. Pia überblättert sie – sie liest wegen der Geschichte, nicht wegen der Autorin oder des Autors. Genau das hat sich im Gespräch das erste Mal verändert: Nach den Büchern von Evie Woods hat sie zum ersten Mal bewusst nach dem nächsten Buch derselben Autorin gesucht.
Vom Kindle zum Tolino, und ein Wunsch an die Verlage
Pia hat den E-Reader gewechselt, weil bei einem Anbieter gekaufte Bücher nur in der Cloud liegen. Sie wollte sie besitzen – dasselbe Bedürfnis, das sie schon als Kind hatte, als sie lieber kaufte als auslieh.
Daraus entstand die Idee, die wir gern an die Verlagswelt weitergeben: ein Bündelpreis. Gedrucktes Buch kaufen, Code im Buch, E-Book für zwei, drei Euro freischalten. Zweimal zwanzig Euro für dasselbe Buch zahlt sie nämlich nicht.
Wenn du dich fragst, ob deine Lesegewohnheiten normal sind – das hier ist eine gute Folge dafür. Zwei Leser*innen, fast durchgehend unterschiedlicher Meinung, und beide haben recht.
Die ganze Folge hören
Die Bücher aus der Folge
Das Buch, das Pia zum Lesen gebracht hat – und das, über das wir uns nicht einig wurden.
Biss zum Morgengrauen
Stephenie Meyer, aus dem Amerikanischen von Karsten Kredel
Pias prägendstes Buch – nicht, weil es das beste sei, sondern weil es sie als Teenagerin überhaupt erst zum Lesen gebracht hat. Danach kam Harry Potter, danach jahrelang Vampirgeschichten.
Der verschwundene Buchladen
Evie Woods, aus dem Englischen
Das Buch, bei dem wir uns nicht einig wurden: Pia hat es als Hörbuch geliebt und danach zum ersten Mal gezielt weitere Bücher derselben Autorin gesucht. Helen hat es gelesen und drei Sterne gegeben.
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Häufige Fragen
Warum fällt Lesen mit Baby so schwer?
Meist nicht an der Lust, sondern an Konzentration und Schlaf. Pia beschreibt es so: Sie liest gern, wird aber schnell müde, und wenn sie nur halb wach ist, denkt sie, dass es sich nicht lohnt – sie würde die Geschichte ohnehin nicht behalten. Bei komplexen Genres mit vielen Namen fällt das besonders auf; leichtere Romane rutschen leichter durch.
Reihen oder Einzelbände – was ist besser?
Das kommt darauf an, was Lesen für dich leisten soll. Wer die Welt und die Figuren nicht verlassen möchte, ist bei Reihen richtig und hat immer etwas Neues in Aussicht. Wer sich von einem Umfang nicht festlegen lassen will oder schnell Abwechslung braucht, kommt mit Einzelbänden besser klar. In der Folge vertreten wir beide Seiten.
Warum wechseln Leser*innen von Kindle zu Tolino?
Ein Grund, den Pia nennt: Bei manchen Anbietern besitzt du gekaufte Bücher nicht wirklich, sie liegen in der Cloud. Wem das Besitzen wichtig ist – auch digital –, für den ist das ein Wechselgrund. Sonst hängt die Wahl vor allem am gewohnten Shop und daran, wo deine bisherigen Bücher liegen.
Sind Leseproben auf dem E-Reader sinnvoll?
Pia nutzt sie als Leseliste: Statt ein Buch gleich zu kaufen, lädt sie die kostenlose Leseprobe, liest sie an – und kauft am Ende meistens. Praktisch dabei: Nach der Leseprobe schlägt das gekaufte Buch genau an der Stelle auf, an der du aufgehört hast. Bei gedruckten Leseproben fängst du dagegen noch einmal von vorn an.
Muss man Klassiker gelesen haben?
Wir finden: nein. Pia hat in der Schule mit der alten Sprache und dem Schreibstil gefremdelt und lieber gelesen, was ihr gefiel. Lesen soll bei ihr fließen – wenn sie sich zwingen muss, kommt die Leseflaute. Der gleiche Gedanke gilt für junge Leser*innen, deren Buchauswahl in Teilen der Branche belächelt wird.
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Die ganze Folge zum Nachlesen
Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.
Helen
Herzlich willkommen Pia. Ich freue mich sehr heute mit dir über dein Leseverhalten, die Stofftasche von Mädels, die lesen, deinen Bücher, die dich geprägt haben. Ich reche. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?
Pia
Hallo. Wir sind in meiner Küche nicht ganz so geplant. Ich wäre eigentlich lieber in unserem kleinen Büro gesessen mit schönen Bücherregalen in Hintergrund, aber mein Mann arbeitet und ich habe das Baby auf der Brust in der Trage, weil sie mich alleine schlafen wollte. Deshalb stehe ich bei uns in der Küche. Kann ich mich ein bisschen bewegen?
Helen
Krass. Dass sie einfach weiter schläft, während ich hier mich unterhalte.
Pia
Genau. Und ich habe einen Kaffee dabei und ein Glas Wasser. Das begleitet mich bei. Das eigentlich hauptsächlich durch den Tag.
Helen
Ja, ich habe eben auch überlegt, ob ich noch einen Kaffee mitbringe, weil ich heute Nacht irgendwie wieder kaum geschlafen habe. Aber ich habe diesmal dann nur. Ich stoße mit dem Wasser mit dir an, würde ich sagen.
Pia
Ja, gut.
Helen
Wir haben ja irgendwie, also ich habe eben so überlegt, wie steigen wir überhaupt ein. Aber ich meine, wir haben schon total lange ja auch überlegt, dass wir das mal machen, dass du mal in den Podcast kommst. Du bist ja. Einfach auch schon lange bei Mädels, die lesen dabei. Du hast die Stofftasche. Also das Design der Stofftasche. Da steckst du dahinter. Vielleicht die, die beim Mädels, die lesen. Geburtstag im Januar dabei waren, haben dich auch gesehen. Ja, und irgendwie, ich dachte, so es könnte ja einfach auch mal spannend sein, ein bisschen zu erfahren, wie hat sich das bei dir, weil bei dir hat sich halt, seit du zu Mädels, die lesen gekommen bist, hat auch so viel verändert. Wie hat sich vielleicht auch dein Lesen irgendwie in der Zeit verändert? Aber ich dachte, erzähl uns vielleicht einfach mal so ein bisschen. Wer bist du und was machst du so?
Pia
Ja, wo fängt man an? Ja, also ich bin eigentlich Grafikdesignerin. Ich habe Cross Media Design studiert, ganz ausgefallener Begriff, aber halt eigentlich im groben Grafikdesign auf verschiedenen Ebenen, Schwerpunkt auch Richtung Digitales. Ich habe auch den Schwerpunkt Fotografie im Studium gehabt. Das begleitet mich auch immer wieder mal mehr, mal weniger. Aktuell, wenn ich nicht in Elternzeit bin, arbeite ich als Grafikdesignerin bei IKEA. Oder?
Helen
Voll spannend.
Pia
Ja, es ist tatsächlich echt schön, das ist auch mal was anderes. Ich habe auch schon in der Agentur gearbeitet, aber da jetzt bei meiner aktuellen Arbeit hat man so ein bisschen Griffiger quasi, was man gemacht hat. Man sieht, man hat es in der Hand. Das ist echt ein schöner Teil, weil ganz oft ist es halt inzwischen im Grafikdesign, dass du deinen Design machst, dein Konzept, du schickst es an den Kunden und dann ist es weg. Also man hat nicht mehr in der Hand, das ist halt einfach alles digital. Und ja, bei der Arbeit ist es jetzt sehr auch handwerklich. Also wir machen einfach was. Cool. Ja. Irgendwie das.
Helen
Und was du mir auch mal gesagt hattest, war so ein bisschen dieses, was du gerade irgendwie sehr genießt, dass du da ja irgendwie schon, wie sagt man das, wie so ein Corporate Design hast, auf das du dich dann unterstützen kannst. Genau. Das ist halt auch was. Und du machst nicht alleine, was wahrscheinlich auch teilweise anders als in der Agentur.
Pia
Ich habe ein ganz tolles Team. Ja, also auch so im Bereich großes Team mit verschiedenen Bereichen, aber sowohl meine direkten Kollegen als auch die Ausmeldung. Es macht total Spaß mit denen zu arbeiten und halt auch das mit dem Corporate Design. Das ist ich. Ich hangel mich gerne an, an Guidelines entlang. Und dann kann man immer noch rechts und links gucken, was wie man es mal umgehen kann oder ausbrechen kann. Aber das beruhigt mich und leitet mich in meiner Arbeit. Ich weiß, wo es lang soll. Ja. Ich habe tatsächlich auch zu dieses Problem, zu dieser Angst vor dem weißen Papier, auch so Künstler auch oft erzählen. Wenn ich nur so eine grobe Richtung habe, dann weiß ich nie, wo ich anfangen soll, wo ich hin soll. Weil es gibt so viele unendliche Möglichkeiten. Ja, da bin ich, bin ich mehr so die, die geleitete Designerin.
Helen
Erinnerst du dich dann noch vieles dann, weil ich kann jetzt gar nicht sagen, ich habe dir, glaube ich, auch nur sehr, wahrscheinlich sehr grob. Ich weiß gar nicht, ob ich dir überhaupt irgendwas gesagt habe. Ich glaube, es ging ja nur darum, dass wir irgendwas für die Tasche brauchen. Und wahrscheinlich hatten Farben und Schriften bei Mädels, die lesen. Aber ich glaube, die Idee mit den Buchstaben kam von dir.
Pia
Ja. Ich glaube, wir hatten ein bisschen. Ich meine, du hattest schon ein paar Ideen. Aber wahrscheinlich habe ich das wieder irgendwo gesehen oder so. Kann sein. Ja. Bittsicht, das hätte ich überhaupt nicht mehr sagen können.
Helen
Ja, ich meine es kam von dir. Und dann habe ich da so verschiedene, verschiedene Designs erstellt.
Pia
Ja, und dann haben wir uns zusammen dann auf die finale Variante hingearbeitet. Aber ich glaube, dass die Idee von dir kam. Ich bin nun schon echt so vergeteert. Ich habe so ein Siebgedächtnis. Echt krass. Aber ich und wenn ich jetzt irgendwie vielleicht nicht ganz so gewandt spreche, momentan fehlen mir im Kopf die einfachsten Worte. Also, das ist echt so ein Ding. Dieses ist das echt so ein Ding dieses Mama-Brain irgendwie.
Helen
Ja, teilweise. Kann man sich gerne vorstellen. Ich habe es auch oft, dass ich, dass ich dann mein Mann irgendwas erzähle. Und mein sehr, wir haben da schon ausführlich drüber gesprochen oder schon drei Mal darüber geredet. Und es ist einfach komplett aus meinem Hirn. Ich habe mich nicht die Tage mit einer Freundin unterhalten und mir ist einfach Zaun nicht eingefallen. Ich habe dann vor mich hingestopft. Also, es ist manchmal fehlt einfach das Wort. Das tut mir leid, wenn dann der Satz auf einmal keinen Sinn mehr ergibt.
Pia
Ich habe es gefühlt. Das habe ich auch so im Alltag. Also, ja, es liegt ja auch tatsächlich zu vielen Teilen einfach an an Schlaf oder Stress. Und es ist ja eine konstante Stresssituation. Natürlich spielen Hormone auch noch mit, aber es hat auch andere Faktoren, die dann auch jeder kennen kann.
Helen
Ja, voll. Ist das denn? Ich habe das gar nicht gefragt. Liest du im Moment denn überhaupt? Also, fällt dir das auch schwer? Oder geht es wirklich eher um das, ich sage mal so selber irgendwie was? Erzählen.
Pia
Die Konzentration zum Lesen ist schwierig teilweise. Also, ich versuche zu lesen. Ich lese gerade eigentlich auch wieder ganz gerne. Aber ich werde super schnell müde beim Lesen. Du kennst mein Standort. Satt zu, beim Schlaf. Ja. Aber manchmal hat man halt so die Bedürfnis, nochmal so zwei drei Seiten zu lesen. Ja, also ich bin auf den letzten zwei, drei Jahre aufs E-Book umgestiegen. Ich habe es schon länger. Ich habe da immer so Phasenweise mal mehr, mal weniger gelesen. Aber aktuell ist es konstant, E-Book, weil das kann ich halt überall lesen. Auch mal im dunklen Zimmer, das ist leicht. Ist dann halt nicht so ein großes Buch. Ich habe gerne Bücher. Ich lese auch gerne richtig. Bücher. Ich habe sie vor allem auch gerne im Schrank stehen. Ich mag das einfach so zu sehen, was für Bücher mich begleitet haben, welche ich gelesen habe. Es ist einfach irgendwie so ein gemütliches Gefühl. Und jetzt sammel ich halt langsam Bücher auf dem E-Book an, die ich dem Regal stehen. Das ist ein bisschen schwierig. Da habe ich mir mal eine Liste gemacht, was ich mal so abarbeiten muss und irgendwo gebraucht finden muss, damit es dann irgendwann ergänzt werden kann. Ja, also ich habe gerade eigentlich echt Lust am Lesen, aber so die Konzentration und die Gemütigkeit hindern mich auch dran.
Helen
Ja, aber das finde ich auch super. Nachvollziehbar, vielleicht einfach zum Hintergrund, wie alt ist deine Tochter, die du gerade auf der Brust trägst.
Pia
Das sind jetzt fast acht Wochen.
Helen
Also zu einer Ordnung. Es ist völlig normal. Ja, natürlich ist es auch. Es ist auch vollkommen in Ordnung. Das ist immer so der eigene Anspruch. Aber was ich oft bei jungen Müttern auch gesehen habe, ist dann so irgendwie schlägt das Kind an irgendeiner wehren Stelle so auf einem ein und dann hat man kein Buch zur Stelle. Hast du den E-Reader einfach immer in der Hosentasche?
Pia
Ja, ich trage Handy und E-Book eigentlich konstant mit mir durch die Wohnung rum. Manchmal sind noch ein paar Kopfhörer mit dabei. Aber ja, irgendwie vom Sofa ins Schlafzimmer, in die Küche, ich habe es eigentlich immer irgendwo griffbereit. Aber meistens gewinnt dann doch das Handy.
Helen
Das kann ich mir vorstellen.
Pia
Weil halt einfach die Konzentration manchmal dann nicht so da ist. Also ich habe dann halt auch dann auch das Problem, dass ich denke, ich will mich halt auf die Geschichte einlassen. Und wenn ich dann nur so halb wach bin gefühlt, dann denke ich, ach, das rentiert sich doch jetzt nicht. Dann verstehe ich es wieder nicht. Dann kann ich es mir nicht merken. Und jetzt gerade auch bei einem Fantasy-Buch, da sind da irgendwie verschiedene komische Namen von Gegenden und Personen und Geschöpfen. Und dann verliere ich halt dann doch den Überblick, wenn ich nicht ganz wach bin.
Helen
Voll. Und ich glaube dann fühlt es halt auch eher zu frust, als es irgendwie entspannend ist. Aber hast du das Gefühl, dass das vielleicht auch Genre abhängig ist oder oder halt natürlich auch Buch abhängig, dass du bei manchen Büchern dann leichter abtauchen kannst?
Pia
Ja, absolut. Ich habe auch festgestellt, dass es viel am Schreibstil liegt. Also ich lese jetzt gerade ein Fantasy-Buch, was schon relativ alt ist. Und es ist gut geschrieben, es ist eine gute Geschichte. Sie lädt auch dazu ein, dass man interessiert ist und weiterlesen möchte. Aber die Art und Weise spricht mich nicht so arg an. Also es sind sehr viele Szenenwechsel und da wird dann nicht erklärt, in welcher, also bei welcher Person und in welcher Szene man sich befindet, sondern man wird einfach reingeschmissen mitten im Kapitel. Man muss dann irgendwie so die ersten fünf, sechs Sets zu verstehen, wo ist man denn gerade. An sich ein super spannendes Konzept, aber ich habe gemerkt, dass es mit mir nicht so gut funktioniert. Vielleicht auch gerade einfach nicht, da richtig die Zeitpunkt. Das mag man ja. Ja. Und ja, Anfang vom Jahr habe ich, glaube ich, das Fourth Wing gelesen. Und die hat es irgendwie drauf, dass ich nach jedem Absatz denke, okay, weiter, weiter, weiter, weiter einfach. Die Art vom Schreibstil glaube ich. Da halte ich auch letztens mit meinem Mann drüber unterhalten, dass das glaube ich so irgendwie mit mir resoniert. Weil das Buch, was ich gerade lese, ist wirklich gut, aber es fällt mir oft schwer, den Antrieb zu finden, jetzt weiterzulesen. Ganz komisch.
Helen
Ich habe halt Fourth Wing nicht gelesen, deswegen kann ich das irgendwie so schwer sagen. Aber es ist ja zumindest ein Buch, wo viele, selbst wenn man vorher skeptisch war, habe ich bei vielen mitbekommen, dass sie dann irgendwie voll drin waren.
Pia
Also ja, bei dem bin ich mir recht sicher, dass es einfach nicht angesprochen hat, weil es für mich leicht zu lesen war. Das ist ja für jeden unterschiedlich auch. Bei Manchen funktioniert der eine Auto, beim anderen nicht. Ja, also das macht bei mir echt einen großen Unterschied und halt Genre, was du oft gesagt hast, wenn es jetzt halt irgendwie eine leichte, leichter Roman ist, der rutscht einfach runter. Den kann ich dann auch mal so nebenher lesen, wenn man auch mal nicht so aufmerksam sein muss. Und wenn es dann halt was Komplexeres ist, was halt dann doch mehr fordert, dann brauche ich dann länger. Muss ich dann immer mehr Motivation suchen gerade.
Helen
Ja, und irgendwie, ich habe das manchmal, also ich lese das eigentlich nicht mehr so viel, aber ich habe das manchmal in der Vergangenheit dann schon gemacht, wenn ich so auch ein bisschen verzweifelt dann war. Ich habe schnell eine Leseflaute, wenn ich mich zu Sachen zwinge und ich glaube, ich habe einfach auch schnell das Gefühl, dass ich gewisse Dinge lesen muss, jetzt durch keine Angemälde zu lesen und Co. Und dann habe ich manchmal extra so zu Thrillern oder so gegriffen, weil da ist ja darauf angelegt, dass man weiter liest. Und dann war ich irgendwie wieder drin. Aber da habe ich jetzt gerade halt überlegt, ob ich das, also je nachdem, worum es da geht, ob ich das unbedingt als junge Mutter dann lesen wollen würde, weil du dann ja vielleicht denkst, oh mein Gott, wie schlimm ist die Welt?
Pia
Ja, da habe ich tatsächlich generell echt große Probleme mit so, mit Cremie, Thriller und Co. Ich projiziere das immer zu sehr auf unsere Welt. Ich habe aber tatsächlich festgestellt, Lesen fällt mir einfacher als Filme schauen, weil ich schaffe es dann doch. Habt ihr gerade erst was gehört, wo das noch jemanden meint, weil ich gerade wo das war?
Helen
Aber voll spannend, ja, erzähl mal, also da habe ich noch nie drüber nachgenacht.
Pia
Ja, ich schaffst nämlich irgendwie dann solche schrecklichen Szenen irgendwie so zu überfliegen, so dass ich weiß, was passiert, aber ich schaff es irgendwie es mir nicht ganz bildlich vorzustellen. Und beim Film werden mir die Bilder ja zugeschmissen, da habe ich ja keine Chance, also ich mache die Augen zu. Aber dann weiß ja auch nicht, was im Film passiert. Und das schaffe ich, dass ich das damit dann besser klarkomme, aber tatsächlich auch nur tagsüber. Ich kann keine gruseligen Sachen abend lesen, weil dann fühle ich mich einfach total unwohl.
Helen
Voll, das kann ich aber auch nachverziehen. Aber früher, ich weiß nicht, ich glaube, da fand ich das irgendwie auch toll, mich so total zu gruseln, weiß ich auch nicht. Aber ich kann auch überhaupt keine Horrorfilme mehr gucken. Also das, ich glaube, es ist halt zusätzlich auch diese Musik, wenn die schon so einleitet, dass du dich jetzt gruseln sollst, da bin ich raus. Ich kann es nicht aushalten.
Pia
Ja, aber man denkt, oh mein Gott, da passiert jetzt was. Ja, und wenn man dann so quasi dazu gezwungen wird, zuzugucken, wie jemand in was grausames rein manövriert wird.
Helen
Voll, und ich glaube, das habe ich bei keinem anderen Genre irgendwie so, dass ich das als Buch okay finde, aber als Film nicht. Weil ich denke, bei Fantasy oder so ist manchmal auch ein bisschen krass. Also so, wie die da miteinander. Also es nicht immer um nett.
Pia
Ja, ja. Aber wahrscheinlich ist es durch den Fantasy-Aspekt einfach so, Realitätsfremd, dass es vielleicht schon wieder einfacher ist.
Helen
Das könnte ich mir nämlich auch vorstellen, weil es hat halt einfach nichts so wirklich mit der Realität zu tun. Dann ist es dann halt trotzdem spannend, aber so, es bedroht dich nicht. Weil es so was, dich wird ja jetzt kein Drache überfallen. Ja, das wäre jetzt mehr mal was Verspannendes. Ja. So pfiff im Alltag. Genau, ja. Aber irgendwie, das finde ich cool. Ach so, jetzt vielleicht eine ganz gute Stelle, wo ich fragen kann, weil wir schicken vorher immer so ein Fragebogen rum und aber das muss ich raussuchen. Die Frage ist, welches Buch hatte ich bisher am meisten beeinflusst und dann, ja genau, alternativ, welches dein Lieblingsbuch? Und du hast geschrieben, bis zum Morgengrauen und hast du eine Begründung dafür hast? Dazu muss man sagen, ich habe es nicht gelesen. Also ich verurteile überhaupt nicht dafür. Ich habe keine Ahnung. Vielleicht ist einfach das beste Buch aller Zeiten.
Pia
Glaube ich nicht, aber der Aspekt Lieblingsbuch, der fällt mir immer total schwer. Ich kann auch nicht sagen, was mein Lieblingslied, mein Lieblingsfilm ist. Ich kann mich da irgendwie nicht festlegen und das ist bei mir oft so, ja, situationsabhängig oder Lebensphase und tatsächlich auch oft was so als letztes bei mir präsent war. Also so die letzten paar Bücher, die bleiben mir dann im Kopf und dann sage ich, ja, das ist mein Lieblingsbuch und dann in einem halben Jahr ist wieder was anderes. Und deshalb habe ich gedacht, was mich beeinflusst hat und das war tatsächlich Twilight, weil es mich damals zum Lesen gebracht hat.
Helen
Ach, wie cool.
Pia
Ja, also ich weiß nicht, wie alt ich da war. Ich bin 12, 15. Ich weiß es nicht mehr. Aber ich weiß noch, dass ich bei meiner besten Freundin damals war. Ihre große Schlechter war, was in die Filme gerade rausgekommen war, total begeistert. Es hat sich alles nur noch darum gedreht. Und wir haben uns da noch ein bisschen lustig drüber gemacht. Was ist das für Quatsch? Irgendwann habe ich es dann doch gelesen. Ich weiß gar nicht mehr, warum. Und dann bin ich halt dran geblieben, habe die anderen Bücher gelesen. Und dann hat es mich so gepackt. Danach habe ich dann auch erst Harry Potter gelesen. Dann habe ich auch relativ spät erst dabei. Und das hat mich dann so in den Jugendjahren, im Teenage-Alter, hat mich das voll zum Lesen gebracht. Und Vampirgeschichten haben mich dann relativ lange begleitet. Das fand ich immer ganz toll. Mit Vampiren kriegt man mich, glaube ich, heute noch.
Helen
Ich weiß gar nicht, ob ich was mit Vampiren schon gelesen habe. Nicht so bewusst, glaube ich. Ich weiß auch nicht, was das letzte jetzt war. Das ist, glaube ich, auch schon relativ lange her. Aber doch wenn es irgendwie so um Vampire geht, dann gucke ich dann vielleicht doch noch mal drauf.
Pia
Und tatsächlich einfach durch die Twilight-Saga bin ich dann am Lesen hängende geblieben.
Helen
Das finde ich gerade. Also ich komme jetzt gerade wieder von so einem Wochenende. Diese Verantragung hieß Zukunftsparlament, wo der Branchennachwuchs von der Buchbranche zusammenkommt und über Sachen diskutiert und so was. Und in dem Zusammenhang habe ich wieder so Gespräche geführt, dass es eine bestimmte Ebene in der Buchbranche gibt, die das total belächelt, dass junge Menschen gerade in die Buchhandlung stürmen und jede Menge Bücher kaufen, weil es eben aus deren Sicht irgendwie nicht die richtigen Bücher sind. Ja. Und dann denke ich immer so, ich verstehe das nicht erstens. Also ich glaube, es wird nur beachtet, weil die wirklich gerade auch einen signifikanten Anteil aus den Buchverkäufen ausmachen. Sonst würden die es, glaube ich, einfach komplett aussitzen. Aber ich verstehe es irgendwie überhaupt nicht, weil ich echt so denke, das ist doch so ein Einstieg. Und das ist doch eigentlich das, was wir uns alle wünschen, das junge Menschen lesen. Lass sie doch lesen, was sie wollen. Also ich verstehe das nicht, wie man das so von oben herab betrachten kann. Und wahrscheinlich war es vor halt irgendwie New Adult und also war es wahrscheinlich auch Fantasy, könnte ich mir vorstellen. Die Zeit, wo du die Twilight-Saga gelesen hast, haben bestimmt Leute in der Bruchbranche gesagt, oh mein Gott, wie schlimm ist das?
Pia
Ja, ja, die Romantasy-Zeit. Frustbar. Ja.
Helen
Ja, ich kenne das aber auch so diesen Gedanken. Sind das die richtigen Bücher oder müsste ich nicht mal ein bisschen Klassiker lesen? Weil in der Schule die ganzen Klassiker, die haben wir hier nie wirklich gelesen.
Pia
Ja, ich sehe, das war so keiner. Es ist mir schwer gefallen und ich habe dann lieber den ganzen Blog im Unterricht mitgenommen, weil es das ich ihn selber gelesen habe. Es ist mir einfach schwer gefallen. Aber da vielleicht auch der Schreibstil, was ich am Anfang gesagt habe, dass der mich nicht unbedingt gekriegt hat oder so diese alte Sprache. Ich weiß nicht, für mich ist lesen oft eher was Entspanntes, was so fließt. Also halt wie ein Film gucken, so sich riebeln lassen. Wobei, da bin ich auch trotzdem ziemlich picky. Aber wenn ich mich dazu zwingen muss, dann fällt es mir schwer. Dann habe ich gesagt, warum soll ich dann Klassiker lesen? Dann lese ich lieber das, was mir gefällt.
Helen
Also gleichzeitig hat die Buchwarnsche ganz große Probleme mit Leseförderung und so, dass wirklich auch viele ganz junge Menschen eher dann in Richtung Kinder auch nicht ausreichend lesen können. Und dann denke ich so, wie kann man denn gleichzeitig das so verurteilen, wenn sie lesen? Ja, ja. Das ist echt reierhaft. Da stehe ich mir echt auf Kriegs-Susten. Irgendwie, ich finde es so schrapplassend. Deswegen gutest du noch mal eine Lanze dafür, dass es einfach den Einstieg geben darf. Also es muss nicht direkt irgendwas krasses sein. Und ich finde auch, das muss es auch jetzt nicht. Dies einfach, das worauf du Lust hast.
Pia
Genau, was ich ja tatsächlich sagen muss zu dem ganzen New Adult. Ich lehste auch ab und zu ganz gerne. Aber ich beneide irgendwo die Leser, die eins nach dem nächsten davon lesen können. Weil die Geschichten sind ja oft sehr ähnlich, dass sie zumindest so einen ähnlichen Aufbau haben. Und dann gibt es ja unzählige Ausprägungen davon. Aber wenn ich dann da ein Buch oder eine Buchreihe gelesen habe und dann möchte ich weitere Bücher in der Art lesen, weil die halt so für mich leicht sind, das ist so angenehme Lektüre, dann fällt es mir super schwer, mir ein neues Buch auszusuchen, wenn der Plot ähnlich ist zu dem, was ich vorher gelesen habe. Und ich habe Freundinnen, die können eins nach dem nächsten aus dieser Genre lesen. Und die freuen sich darüber, die lassen sich darauf ein und genießen es. Und ich bin dann so, da habe ich doch gerade eben schon gelesen. Dann brauche ich über 500 Pausen, bis ich dann wieder das nächste lesen kann. Das finde ich tatsächlich einfach ein bisschen schade bei mir, dass ich mich dann da nicht darauf einlassen kann. Ich weiß, dass ich dann viel mehr noch lesen könnte. Aber irgendwie blockiert mein Kopf, dann sagt mir, komm, das können wir doch schon. Das können wir schon.
Helen
Ja, also ich les es halt irgendwie gar nicht so. Ich denke auch mal, vielleicht müsste ich nochmal mehr ausprobieren, aber es spricht mich immer irgendwie einfach schon nicht so richtig an. Und das, was ich ausprobiert habe, hat mir dann irgendwie halt auch nicht so richtig gefallen. Weil ich auch manchmal denke, aus wäre ja zumindest auch was leichtes, ob ich nicht damit auch eine Leseflaute überwinden könnte. Aber irgendwie bisher hat es mich auf jeden Fall noch nicht so richtig, ich weiß nicht, abgeholt. Aber ich könnte mir halt vorstellen, dass die lesen wahrscheinlich dann sagen, dass sie genau eben diese Wiederholung oder so, dass ich sie vertraute, so gut finde.
Pia
Das stimmt, ja.
Helen
Und vielleicht ist das bei dir einfach anders.
Pia
Ja, ich tue mich aber auch in Serien aus mir sehr schwer.
Helen
Ich wollte dich das schon fragen, weil ich habe zum Beispiel früher auch einfach 100-fach Gilmore Girls oder so geguckt. War das bei dir dann auch so?
Pia
Ja, also wenn ich nur Serien hab, die ich kenne, dann kann ich die auch unzählige Male schauen, beispielsweise Gilmore Girls. Aber dann mich auf eine neue Serie einzulassen, ist halt mir dann auch wieder schwer. Wenn ich dann denke, ach, guck, meine Flüße heilen, ich fühle das, das kenn ich doch schon.
Helen
Ja, gut, nee, das stimmt. Ich weiß nicht, ob ich was Ähnliches wie Gilmore Girls nochmal gucken wollen würde, weil ich hab ja schon…
Pia
Ganz genau.
Helen
Ja gut, das kann ich irgendwie nachvollziehen. Ich weiß auch nicht, also wenn ich auch bei den Büchern, die ich lese, das Gefühl habe, das wiederholt sich total, mag ich das, glaube ich, auch nicht. Also vielleicht brauchst du einfach mehr Abwechslung. Ja, ja. Auch das ist ja okay.
Pia
Und da habe ich tatsächlich durch euch ein bisschen den Horizont erweitert. Obwohl schön. Da ich sonst oft nicht so zu allein stehenden Romanen gekrissen habe. Aber eher zu rein. Ja, ich mag das eigentlich total gerne. Du kennst die Charaktere, du bist da schon irgendwie so ein Teil von. Und dann kannst du dich darauf verlassen, wenn das Buch fertig ist, dann kommt das nächste und das nächste und das nächste. Und ich weiß, dass ich dann immer weiter was zu lesen habe, bis dann halt leider die Reihe irgendwann zu Ende ist. Aber mir fällt es dann halt auch schwer, ein neues Buch zu finden. Weil ich dann doch so noch in der alten Geschichte drin hänge und denke auch, dass es ja schade, dass sie jetzt vorbei ist. Und … Ja, irgendwie … Das Loslassen braucht bei mir immer eine Weile. Und ich kann auch was Neues einlassen, fällt mir dann … ein paar Tage nach einem Buchende echt schwer. Und deshalb, in meiner Reihe weiß ich, ich kann einfach weiterlesen und … Ja, ich bin einfach noch in der Welt drin.
Helen
Ich find das voll spannend, weil ich würde fast so weit gehen, zu sagen, dass ich grundsätzlich nie zu rein greife.
Pia
Ja?
Helen
Weil ich das so ein Commitment finde. Dann denkst du, oh nee, das trauert dir dann ewig. Ich glaube, weil ich dann wahrscheinlich auch das Gefühl hab, ich kann nicht nur barnd einlesen. Wahrscheinlich, wenn ich mir diese Erlaubnis geben würde, würde ich das vielleicht auch internetär eher testen. Aber ich mag auch keine Serien, wo ich weiß, da gibt es schon zehn Staffeln, das stresst mich. Nee, ich mag das so.
Pia
Ha, ha, ha. Das ist so.
Helen
Ich fand, wie man da unterschiedlich tickt, oder?
Pia
Ja, ja.
Helen
Was ich irgendwie, aber auch jetzt, wo du das so sagst, bemerke, ist, dass ich glaube, ich nicht so ein Problem damit hab. Ähm … Also irgendwie überlege ich grad. Aber ich glaube, ich hab nicht so, dass ich nach einem Buch ganz lange noch denke, oder will ich nicht was Neues anfangen. Ich bin ja fast nahtlos.
Pia
Glaubst du, hängt ein bisschen Buch ab?
Helen
Aber manchmal ist es so, dass ich das dann an einem Abend beende. Dann kann ich am nächsten Tag auf jeden Fall was Neues anfangen. Ähm …
Pia
Nee, ich hänge da irgendwie manchmal so ein bisschen drin. Aber nicht nur bei Reihen, ne?
Helen
Auch bei einem einzigen Buch hast du das?
Pia
Ich glaub, bei Reihen ist es intensiver, weil man länger Zeit damit verbringt. Ja, weil die Charaktere dann halt irgendwie einem ans Herz wachsen. Mein Mann hat auch mal gesagt, dass wenn er einen Buch noch mal liest, das er schon gelesen hat, dass wir so wie alte Freunde wiedersehen. Ähm …
Helen
Das ist ja noch mal so ein ganz eigenes Thema. Ich lese ja auch keine Bücher noch mal. Machst du das?
Pia
Manchmal ja. Twilight hab ich mehr mal gelesen. Ähm, tatsächlich war auch nicht … War ja auch ein prägendes Buch. Du willst auch gar nicht sehen, wie mein Buch aussieht. Das ist nämlich in zwei Teile gebrochen. Ich war Gustav Dahmein, gar nicht laut erzählen. Früher jemand, der die Taschenbücher immer schön durchgeknickt hat.
Helen
Hey, ich mach das auch heute noch.
Pia
Ja? Ich hab's aufgehört. Ich bin jetzt sehr … Ich versteh immer nicht, wie man das dann liest. Aber du liest es dann immer fest. Man muss es halt immer festhalten. Man braucht dann schon eher zwei Hände für. Ja, und du …
Helen
Ich versteh dich. Also, ich verurteile dich nicht. Deswegen sag ich immer, ich kann nicht so gut Bücher ausleihen. Nach mir sehen die nicht mehr so gut aus. Aber dann, wenn du sie ausleißt, kannst du sie nicht zurückbekommen. Also, wenn du sie zurückbekommst und jemand knickt sie dann, dann ärgerst du dich wenigstens nicht.
Pia
Ja, aber auf der anderen Seite verleihe ich auch nicht. Ich gebe alles weiter, ohne dass ich sie zurückbekommen möchte. Dann ist doch erst recht egal.
Helen
Ja, wirklich. Nee, ich denke immer so … Aber auf der anderen Seite, eigentlich auch verrückt. Ein bisschen schiezufräne. Aber ich denke, so knicken und ich sage mir, egal, aber ich würde irgendwie nie reinschreiben.
Pia
Ja, das würde ich tatsächlich lieber machen. Das war nicht mit einem Kugelschreiber oder so was, sondern mit einem Bleistift. Aber bei Sachbüchern … Ja, gut, so weit gefasste Sachbücher. Aber wenn da was Interessantes ist, zum Beispiel einen Ratgeber oder so, dass ich da auch schon mal unterstrichen habe. Aber nur mit einem Bleistift.
Helen
Aber weißt du dann noch mal durch und guckst, was du unterstrichen hast?
Pia
Nein.
Helen
Oder trägt das einfach dazu bei, dass du es irgendwie aktiver liest oder so?
Pia
Ja, vielleicht das. Ich mach's nicht oft. Aber wenn ich das schon mit dem Gedanken, wenn ich doch noch mal die Infos suche, dass ich sie leichter wiederfinde, aber ich bewundere tatsächlich auch Leute, die so aktiv Bücher lesen, die sich dann Notizen machen und Zettelchen kleben und alles. Das kann ich ja gar nicht. Also, ich lese das Buch einfach. Oder auch so Stellen markieren oder Märken, die einem gefallen haben, auch in einem Roman, das krieg ich gar nicht hin.
Helen
Also, ich muss jetzt so langsam sagen, dass ich auf jeden Fall den Mehrwert darin sehe, weil ich sehe das zumindest häufig bei Leuten, die ja auch rezensieren. Und jetzt zum Beispiel wurde ich letztens von der Bild der Frau gefragt, ob ich Sommerbuch-Tipps geben kann. Und dann kann ich zumindest in der … Alles, was ich gelesen habe, in der StoryGraph-App, kann ich zumindest gucken, was hab ich überhaupt gelesen und wie hab ich das bewertet. Aber es fällt mir dann schon halt natürlich auch schwer, wirklich noch zu sagen, was daran fand ich denn überhaupt so toll. Und da denk ich manchmal, okay, da wär's vielleicht nicht so schlecht. Ich würde mir irgendwo Notizen machen. Aber tendenziell mache ich das nicht. Weil ich glaube, ich hab da einen ganz komischen Verhältnis zu meinem Gedächtnis. Ich denke, obwohl ich's besser weiß, denke ich immer, dass ich mir das bestimmt merken werde.
Pia
Das kenn ich. Ja.
Helen
Ja. Das ist genau wie mein Verhältnis zur Zeit. Ich denke, mein Zukunftshelden wird viel mehr Zeit haben für alles. Und wie oft hab ich mich dann schon geärgert, dass ich was nicht aufgeschrieben hab. Aber in dem Moment war ich mir total sicher.
Pia
Dann denkt man auch, jetzt merk ich's mir. Weil jetzt denke ich aktiv drüber nach, dass ich's mir merken muss. Und jetzt dieses Mal klappt's. Und ich denke auch so, dass so prägen, das kann ich gar nicht vergessen. Genau, ja. Und dann ist es… Gar nicht sehr wohl. Ja.
Helen
Aber ich muss auch sagen zu diesen, irgendwie bei Büchern mitschreiben oder markieren oder so was. Also gerade bei Geschichten jetzt nicht Sachbüchern. Das ist mir immer zu anstrengend. Weil ich hab, wenn ich das irgendwie über Instagram sehe, hab ich immer das Gefühl, die Leute lesen so aktiv, dass sie sich dann hinsetzen mit Stift und Papier. Und dann, ja, das ist wie so eine Aufgabe machen. Und ich denke immer so, ich will mich entspannen beim Lesen. Ich hab grad Lust, mir da noch was aufschreiben müssen.
Pia
Ich glaub, bei mir geht es in dieselbe Richtung. Das denke ich, nee, komm. Das fühlt sich schon zu sehr nach Schule an.
Helen
Ja, genau. Das ist zu sehr Arbeit. Das ist zu aktiv. Ja. Ja, genau. Und ich mein, auch wenn ich zum Beispiel so mitten in der Nacht, das hatte ich ja jetzt letzte Nacht, dass ich dann irgendwie wieder nicht so richtig geschlafen habe. Und dann lese ich ja auch im Grunde … Hallo. Hallo. Ich muss mir langsam zum Ende kommen. Oh, nee, ist okay. Okay. Nee, und dann lese ich halt irgendwie so … Dunkeln und irgendwie so … Das ist auch jetzt, finde ich, nicht die bequemste Leseposition, weil ich versuche, dass das Licht jetzt vielleicht nicht so sehr Christian trifft. Und halt in so einer Situation oder selbst kurz vorm Einschlafen oder so, da schreibt … Also, ich hab da gar keinen Stift in der Liste, da schreib ich nichts mehr auf. Ja, genau.
Pia
Ja, gut, beim Kind kann ich es einfach direkt markieren. Mhm. Aber …
Helen
Stimmt. Ich glaub, das kann ich jetzt mit dem Tolino, den ich jetzt hab, auch.
Pia
Ja, ich hab gewechselt. Ähm … Ja. Ja. Bist du … Ich bin zufrieden. Ja. Ich hab gewechselt, weil es irgendwie hieß, dass man bei Kindle nicht mehr … die Bücher besitzt, die man kauft, sondern die sind nur noch in der Cloud. Und jetzt hab ich dann … hab ich dann gewechselt.
Helen
Voll spannend, weil du hast wirklich das Bedürfnis, die Bücher zu besitzen. Wenn schon digital, dann sollen sie auch dir gehören.
Pia
Stimmt, irgendwie hab ich da so … Also, ich glaub, das wäre für mich zum Beispiel kein Kriterium. Ja. Aber irgendwie hatte ich das schon als Kind, oder als ich damals angefangen hab, wirklich viel zu lesen. Ich wollte nie in die Bücherei gehen. Ich fand das dort zwar nett, aber das bringt mir der Abkind … Ich bringe meinen Einbücher mit. Meine Mama hat auch immer gesagt, wenn ich in Bücher gekaufen gegangen bin, oder wenn wir einkaufen waren, dann muss ich das mitnehmen. Also, muss das sein? Schon wieder das Geld dafür … Also, nicht, dass das lesen schlecht war, aber einfach mit dem Gedanken, kannst du dir doch ausleihen? Musst du es besitzen? Musst du es kaufen gehen? Ja, ich lass es. Ja, hab ich schon immer irgendwie … Auch so von Freundenbücher ausleihen mochte ich nicht. Ja. Ich hab auch immer noch eine Reihe in meinem Regal stehen. Da hab ich dann ein Buch ausgeliehen von einem Bekannten, weil sie gesagt hat, ich hab's da, ich kann dir das geben. Und dann war ich so, ja, okay, dann sag ich halt, ja. Konzertlich. Ich hab das angenommen. Und mir fehlt dieses Buch bis heute. Ich hab die Reihe nicht vollständig in meinem Regal stehen. Das ist ein Buch von zwölf, glaube ich. Ja, es ist so bisschen … Es ist superwitzig.
Helen
Wie schwer viel ist dir dann, zu einem E-Reader zu wechseln?
Pia
Das war tatsächlich ein Grund, dass ich mir drei Leute überlegt hab. Ich hab auch immer wieder am Anfang gesagt, wieso muss ich dann beide Bücher kaufen? Kann ich nicht das gedruckte Buch kaufen? Und dann ist da irgendwie ein Code drin, dass ich's für zwei Euro freischalten kann. Das wär doch eine schlaue Strategie. Ja, also zwei, drei Euro noch mal extra zahlen. Da ist gar kein Problem. 20 Euro fürs Buch und nochmal 20 Euro fürs Buch, das ist mir dann zu viel.
Helen
Eigentlich denke ich grad so, dass wäre doch voll Schlau so ein Bandelpreis. Hat man ja einen anderen Bereich in diesem Zürich auch von Schrauben. Also ich war sofort die App, wenn irgendjemand zuhört. Wenn jemand aus der Verlagswelt zuhört. Ich bin bereit.
Pia
Ja doch, das war tatsächlich echt ein großer Punkt, wo ich gedacht habe, ich soll nicht, aber es hat momentan vor allem, aber halt auch so in Urlauben und Sechrauteile.
Helen
Ich habe ja auch irgendwie warum auch immer so recht lange gezögert. Also obwohl ich von der Idee total begeistert war, aber irgendwie keine Ahnung, ich glaube auch dieses Gefühl, ich habe hier so viele Bücher und so. Aber ich finde das schon super angenehm jetzt, weil es ist ja auch so viel leichter, wenn du nur das einsteckst und du hast da so unendlich viele Möglichkeiten.
Pia
Ja, ich sammel auch leidenschaftlich Leseproben.
Helen
Aber ich habe keine Leseprobe an, wenn dann der Rest irgendwie, nee, Leseproben lese ich gar nicht gerne.
Pia
Nee, ich lese, ich lade die mir immer runter, dann gucke ich, ob das Buch passt.
Helen
Also so wie halt in der Buchhandlung, wenn man mal zu die ersten 2, 3 Seiten überfliegt oder so. Also habe ich es immer gemacht.
Pia
Nein, das manchmal mache ich, dass wenn ich beim Klappentext noch nicht 100% sicher bin. Oder ich lade mir die Leseprobe runter, wenn ich es mir merken will, dass ich das Buch mal lesen möchte. Das ist dann quasi so meine Leseliste. Dass ich das Buch noch nicht kaufe, aber ich lade mir mal die Leseprobe runter, dann fange ich immer an, die zu lesen. Und dann in den meisten Fällen ist es so, wenn ich sie fertig habe, dann kaufe ich halt einfach direkt das Buch. Aber Leseprobe aufhören und dann nicht weiterlesen, das mache ich nicht. Aber das ist so einfach meine Liste. Das Buch ist interessant, da will ich mal reinlesen, ob das was für mich ist.
Helen
Ich finde es eigentlich auch super schlau, aber ich glaube, ich habe auch Datasgefühl. Ich commite mich dann direkt und irgendwie ist es ja doch nur ein halbes Commitment. Aber ich frage mich gerade, ob das auf dem E-Reader vielleicht was anderes ist. Weil ist es dann so, dass ich quasi die Leseprobe, da bin ich ans Ende gekommen, kaufe das und dann lese ich da auch noch mal weiter? Oder weil Leseproben haptisch, hatte ich manchmal aus der Buchhandlung oder so. Und dann fängst du aber im Buch, ich kann dann ja nicht gut überspringen, dann fängst du noch mal an und liest noch mal dasselbe.
Pia
Ja, das kenne ich. Das mag ich auch nicht. Weil im E-Reader ist es ja oft so, dass dann im Ende nochmal die 1, 2 Kapitel drin waren vom neuen Buch. Da habe ich immer gezählt, da soll ich sie lesen, das soll ich nicht. Vor allem wenn das Buch noch nicht rausgekommen ist, aber ich wollte das alte Buch noch nicht loslassen. Also habe ich es dann doch gelesen. Und dann liest du es dann irgendwie 2 Monate später, wenn das Buch endlich rausgekommen ist. Das werde ich auch kein Freund von.
Helen
Aber auf dem E-Reader ist es dann so, dass du, ich weiß nicht, ich habe mal glaube ich gelesen, dass es irgendwie 5-10% vom Buch sind, die du da kostlos als Leseprobe runterladen kannst. Und wenn du die gelesen hast, dann kommt da irgendwie ein Pop-up, Leseprobe ist zu Ende, dann wollen sie nicht das Buch kaufen, dann drückt es auf Ja und dann wird es runtergeladen.
Pia
Und dann wird es genau an der Stelle des Buches quasi aufgeschlagen. Das finde ich ganz gut.
Helen
Weil ich glaube, da bin ich halt auch zu sehr so irgendwie wahrscheinlich pedantisch, aber ich lese ja einfach jedes Wort in so einem Buch. Ich lese mir auch dieser biografischen Angerber am Anfang durch. Und ich kann dann halt nicht einfach, wenn da am Ende noch eine Leseprobe ist, ich lese die, ob ich will oder nicht quasi. Und das hat mich immer schon extrem genervt. Irgendwann denke ich auch so, warum tue ich mir das eigentlich an, wenn ich da kein Spaß dran habe, aber ich kann das nicht überspringen.
Pia
Ja, ja, okay, nee, doch, das kriege ich hin. Man sich so selber das Leben schwer macht.
Helen
Ja, das stimmt.
Pia
Nee, ein Vorwort kann ich auch oft nicht. Das lese ich dann auch. Das ist dann, manchmal ist es wichtig, aber oft ist das so, okay, kommt zum Punkt, ich will das in den Inhalt. Ja, ich lese es jetzt, weil ich nichts verpassen möchte, aber eigentlich interessiere ich mich nicht.
Helen
Ja, ich lese auch jede Danksagung. Die machen mich total oft total happy noch am Ende so.
Pia
Oh, schön. Also ich kann in einem… Vielleicht sollte ich das auch anfangen, um das Buch beenden zu können. Um es besser abschließen zu können, dass ich dann bereit bin. Vielleicht sollte ich dann… Deine Danksagungen, die überschliege ich maximal.
Helen
Echt? Oh, ich finde die immer ganz… Also natürlich sind manche stärker als andere, aber manchmal finde ich, gibt das nochmal so einen ganz anderen Einblick. Also ich habe dann das Gefühl, plötzlich ist dann die Autorin oder der Autor da. Vorher ist es halt die Geschichte. Und dann wird aber irgendwie plötzlich so ein bisschen klarer, wer ist die Person, die das geschrieben hat.
Pia
Ja, damit habe ich mich nie groß beschäftigt. Ich war auch eigentlich nie eine Person, die gesagt hat, ach, ich lese das Buch jetzt, weil ich den Autor gut fand. Ich gucke immer nach Geschichten. Also vor Kurzem hatte ich das das erste Mal. Da habe ich das Hörbuch von der verschwundene Buchladen, glaube ich.
Helen
Oh, das ist auch glaube ich… Nee, ist das nicht das, was ich auch gelesen habe?
Pia
Kann sein, dann habe ich vielleicht von dir die Inspiration bekommen. Auch mit so einem Farbschnitt, das war irgendwie so voll schön. Ja, das ist dunkelblau vorne und dann ist da, glaube ich, so eine Tür. Elsie oder so hieß vielleicht die Ausbildung. Ich gucke es mal nach. Das ist ja ganz ruhig, weil wir alle zuhören. Das Hörbuch.
Helen
Aber da musst du mir kurz sagen, wie du es fandest, weil mich hat das nicht so überzeugt, wenn wir von seinem Buch sprechen. Von Evie Woods. Ja, ihr Evie Woods wahrscheinlich, der von… Evie Woods, ja. Ja, also du hast gelesen, ich habe es als… Ich habe es gehört. Okay, das könnte natürlich nochmal anders sein. Ich hatte es als Buch, weil mich dieser Farbschnitt total begeistert hat. Ja, ja, ja. Und das war auch, würde ich sagen, so ein bisschen generell, einfach außerhalb meiner… Also, was ich sonst so lese. Ich habe dem Buch 3 Sterne gegeben, was bei mir eher wirklich… Ich bin, glaube ich, immer der Tendenz sehr gut bewertet und das bei mir eine schlechte Bewertung, würde ich sagen.
Pia
Okay, ich kann es toll. Echt? Oh nee. Ich habe es ganz voll angesprochen.
Helen
Ja, vielleicht ist das hören nochmal anders. Ja, vielleicht. Aber ich fand, das war so leicht. Also, das ist so… Für mich ist das so geflossen. Ich wollte dann immer ein bisschen wissen, wie es weitergeht.
Pia
Ich tue mich ehrlicherweise immer schwer, wenn Bücher aus verschiedenen Sichten geschrieben sind. Das mag ich eigentlich überhaupt nicht. Aber da hat es mich überhaupt nicht gestört. Da fand ich, vielleicht, weil das nicht die gleiche Geschichte war, größtenteils, sondern so komplett verschiedene Schwerpunkte hatte. Aber es ist halt irgendwie so eine Love Story ist. Und dann sieht so ein Teil aus seiner Sicht, aus ihrer Sicht, das finde ich immer irgendwie nervig.
Helen
Ich glaube, das mag ich sogar ganz gerne. Ich habe gerade echt überlegt, was hat mich daran so gestört. Ich meine, einerseits habe ich wahrscheinlich einfach auch nicht Erfahrung mit dem Genre. Aber ich finde auch, an sich ist es ja irgendwie so ein bisschen seichter. Aber sie packt schon sehr viele sehr krasse Sachen rein. Das habe ich dann nicht so angemessen. Also ich finde auch, dass es ein bisschen vielleicht auch viele Themen waren. Und ich fand es dann auch, nee, ich weiß auch nicht. Irgendwie kam ich nicht so. Ich habe mich da echt ein bisschen durchgequält, obwohl es, das klingt jetzt auch zu hart. Man kann das ganz gut wegläsen. Aber ich habe auch für den entschieden, obwohl das nächste Buch genauso schön aussieht, ich werde wieder stehen. Ich glaube, es ist dann auch besser.
Pia
Sie sind schon ähnlich, so vom, vom, vom, ich habe alle drei gehört. Es gibt schon drei. Es gibt drei Stück. Also es sind immer unabhängige Bücher. Wir haben auch vor kurzem das dritte rausgekommen. Das Hörbuch gibt es gerade zu dem Zeitpunkt, es ist nur auf Englisch. Das heißt, dass ich glaube ich noch sehr neu. Aber nee, mich haben die voll angesprochen. Die waren halt einfach so leicht. So Slice of Life, das mache ich sowieso total gerne. Und einfach so, ja, nicht so ein groß konfruiertes Konzept im Buch ist, sondern es blieb so vor sich hin. Das hat mir einfach total gefallen. Und das war so ein bisschen, dass du so zwischendurch mitgerätselt hast, okay, wo für der Strang jetzt hin, wo kommt das her? Und ja, unterhalte diese, diese kleine Touch-Fentasy, der da drin war. Ich wollte gerade sagen, das ist ja so ganz leicht für Entsi. Das fand ich angenehm. Ja, das fand ich auch schön. Also, ja, ich habe die voll angesprochen. Und da habe ich dann halt das erste Mal gesagt, komm, ich probiere mal ein nächstes Buch von der Autorin. Ja. Also das hat für mich jetzt das erste Mal funktioniert.
Helen
Ich finde, das eigentlich, fände ich das für dich total logisch. Und wenn du sagst, du bist dann irgendwie auch so, also selbst wenn das irgendwie eine andere Geschichte an ist, aber du bist so in dieser Welt, hätte ich eigentlich gesagt, dass es für dich total folgerichtig wäre, dann von der Autorin oder dem Autor alles mögliche zu lesen, weil das ja schon tendenziell wahrscheinlich ähnliche Gefühle sind, die das hervorrufen.
Pia
Ich mag sein. Vielleicht muss ich das uns echt mal ein bisschen verfolgen.
Helen
Ja, aber das klingt echt gemein. Ich habe Bücher immer halt wegen der Geschichte gelesen. Was da halt so hinten dran ist, der Autor, die Autorin, die Inspiration, weiß ich nicht, was… Das ist das große in der echten Welt, habe ich einfach immer für mich außen vorgelassen. Ich habe mich nur auf diese Geschichte konnt… konzentriert. Ja. Und magst du das jetzt oder ist es eher so, dass du sagst, ich will nicht abgelenkt werden von der Geschichte?
Pia
Ja, also ich habe immer noch eher den Fokus auf der Geschichte, auch bei Mädels die Lesen. Das ganze Thema um die Autor*innen ist nicht so ganz mein. Das fällt mir total schwer, weil diese Menschen ja großartig es schaffen, ja auch Wertschätzen und ich mag die Geschichten und die sind mir wichtig. Die machen super Job.
Helen
Ja, das möchte ich nicht jetzt irgendwie was Negatives sagen oder irgendwie nicht Wertschätzen. Aber das ist ja nicht, ja genau, es ist nicht negativ. Es ist einfach der Fokus ist bei dir und anderer.
Pia
Ja, ja. Also danke an alle Autor*innen, ihr macht ein super Job und ich genieße es sehr. Aber ja, ich bin dann halt mehr in dieser Fantasie.
Helen
Toll. Aber ich könnte mir wirklich vorstellen, wenn dir ein Buch total gut gefällt, dass es sich für dich wirklich lohnen könnte zu gucken, was hat die Person noch geschrieben?
Pia
Ja, ja.
Helen
Weil also so Evie Woods finde ich jetzt ein gutes Beispiel, weil die, wenn du sagst, die Geschichten sind unterschiedlich, aber wahrscheinlich hat sie ja schon einen bestimmten Stil.
Pia
Sie sind vom Prinzip her ähnlich, aber es sind halt andere Settings, andere Geschichten, andere Zeiten teilweise. Ja, das glaubt, da muss ich mal, muss ich mal ein bisschen dranbleiben und mal gucken.
Helen
Könnte ja zumindest irgendwie was sein, ne?
Pia
Ja, ja, vor allem jetzt mit so, mit E-Readern und Hörbüchern. Hörbücher waren eigentlich auch nie so mein Ding, aber das ist jetzt halt gerade einfach. Wenn ich dann zu Hause was mache, das Kind irgendwie die Bäche gegentrage, dann kann man einfach mal die Kopfhörer reinstecken. Und sich trotzdem irgendwie auf eine Geschichte einlassen, ohne aktiv lesen zu müssen oder halt sich nur darauf konzentrieren zu müssen. Ich glaube, da fällt es mir dann jetzt einfacher auch nach Autoren zu schauen. Also früher bin ich einfach immer nur in den Buchladen gegangen, habe gesagt, okay, das sieht interessant aus, das klingt spannend. Ich habe mich dann halt einfach so inspirieren lassen, was da war und habe dann halt nicht nach was Speziellen gesucht. Und ja, ich finde es einfach so unterschiedlich herangehensweisen.
Helen
Ja, wir haben es noch nie so darüber nachgelacht, aber wahrscheinlich, ja. Ich finde das irgendwie mega interessant, weil ich war vorher gar nicht so sicher, was besprechen wir hier im Einzelnen. Aber ich finde, das hätte wie so ein Panel eigentlich sein können. Dann laden wir noch eine Dritte oder Viertepersonen ein und alle haben unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema. Und ich habe das Gefühl, wir haben alle, also, oder vielleicht, ich hätte mir auch noch irgendwie eine Stunde noch mal füllen können. Aber so, wir haben so alle möglichen Buchrelevanten oder Leserelevanten, Sachen einmal abgegrast. Und ich habe auch das Gefühl, voll vieles davon hatten wir hier im Podcast auch so explizit noch nicht. Deswegen voll cool.
Pia
Ja, aber das fand ich tatsächlich auch beim Mädels, die lesen total spannend, als wir da auch über solche Themen gesprochen haben. Und so die unterschiedlichen Meinungen und wie überzeugt jeder so von seinem Weg war, weil es halt für die Person der richtige Weg war. Und jemanden teilweise gar nicht nachbeziehen konnte, was andere gesagt haben. Also, man konnte es nicht nachempfinden vielleicht eher. Man kann es verstanden, aber war so, nie das geht für mich einfach. Geht gar nicht. Da kam auch sehr viel Emotionen hoch, hatte ich das Gefühl. Absolut.
Helen
Was wir am prägendesten im Kopf geblieben sind, wie viele Seiten gibt es zu dem Buch, bis du es aufgibst oder fertig liest?
Pia
Nee, unterschiedlich, das war.
Helen
Voll, ja, unvereinheitliche, seriöne Thematik. Ja. Also, das ist mir vor allem im Kopf geblieben, als jetzt, also, Bokot hatte mich vor kurzem gefragt, ja, wir machen so eine Kampagne im Sommer, also Leserillensommer, dass man explizit gebrauchte Bücher mit Leserillen kauft, weil das im Sommer ist, egal, wann man die anstrand nimmt. Also, da bin ich genau die richtige für, aber ich bin mal gespannt, wie die Community reagiert.
Pia
Ja, also, ich habe mich da beim Geburtstag nicht getraut zu erzählen, dass meine Twilight-Ausgabe durch Knicken in zwei Teile gebraucht war. Es hat ein Taschenbuch gewesen, und das hat sich dann wirklich von dem Einband, hat sich der Kleber gelöst, und dann habe ich die erste Hälfte in einem und die zweite Hälfte hängt noch am Einband dran. Ja. Ja.
Helen
Das zeigt nur, dass du das wirklich ausgiebig beliebt hast, dieses Buch.
Pia
Ja, aber ich muss auch noch sagen, das Buch ist besser als der Film. Der Film ist toll, ich habe ihn auch nicht zelebriert. Ich hatte mein Kinderzimmer voll mit posten.
Helen
Auch damit bist du bestimmt nicht allein. Ja. Bist ich irgendwie, also ich glaube, wir könnten wahrscheinlich auch mit dieser Thematik irgendwie auf Tour gehen und hätten in jeder Stadt andere Diskussionen.
Pia
Absolut, ja.
Helen
Aber das hat voll Spaß gemacht. Also, ich finde es war eigentlich bewundernswert. Wir haben eine kurze Unterbrechung wegen Baulärm gemacht, aber das Baby schläft noch tief und fest, glaube ich.
Pia
Gott sei Dank. Mal gucken, wie viele Kriegermann am Ende hört.
Helen
Ja, es macht es ja auch authentisch. Und ich höpfe halt hier die ganze Zeit. Die Arme helle muss hier.
Pia
Ich sitze hier ganz gemütlich. Ich tappel hier, aber ich bin das gewohnt. Für mich ist das jetzt nicht mehr so schlimm. Ich rede mir ein, das ist jetzt einfach mein Sport. Ich mache was Gutes für mich, während ich hier rumstehe und hüpfe.
Helen
Es ist quasi selfcare.
Pia
Ganz genau, ja, nur mein Gegenüber muss da leider… …muss das entfragen.
Helen
Das ist alles gut. Aber ja, also bewundernswert. Aber ja, ich finde es hat total Spaß gemacht. Ich glaube, es könnte so was sein, wo wir auch noch mal viele Meinungen gespiegelt bekommen. Bei den Einzelnen, da haben wir immer nur zwei Meinungen. Und beim Geburtstag haben wir gemerkt, da gibt es tausende mehr. Vielleicht verlinken wir auch in den Turno uns einfach nochmal die Folge. Also wir haben das ja aufgenommen beim Geburtstag. Da kann man da noch mal reinhören, wie das diskutiert wurde. Genau, und lass uns einfach wissen, wie ihr zu den Punkten steht. Wir haben jetzt einiges angesprochen.
Pia
Ja, tatsächlich das ganze Design Thema. Einmal kurz abgefunden ein Stück und dann den Klingel an. Dann so ein Dieb da.
Helen
Richtig gut.
Pia
Na ja, gut ist das. Ich muss auch sagen, dass das Spiegel da aber auch gerade so ein bisschen meinen Leben mit der Arbeit wieder ist. Ich biete nur am Strand eine Rolle. Genau, ich lass das Design Thema gerade so ein bisschen links liegen. Und dann gucken wir mal, wie sich das weiterentwickelt. Ja.
Helen
Ich danke dir auf jeden Fall sehr, dass du dir die Zeit genommen hast. Das hat echt viel Spaß gemacht.
Pia
Ja, es war richtig toll. Ich könnte auch noch eh nicht weiterquatschen.
Helen
Ja, oder? Wir müssten dann irgendwie so sagen, gebt uns einfach ein paar Themen vor. Wir machen das wirklich. Eigentlich wäre das ein witziges Panel Thema, dass man wirklich sagt, wir sprechen über alle möglichen Lesegewohnheiten. Und dann da so drei bis vier Personen ein, da hat jeder auch noch unterschiedliche Malen zu.
Pia
Es wird kein Ende finden.
Helen
Beim nächsten Geburtstag dann.
Pia
Oh ja.
Helen
Aber ja, ich würde sagen, wir trinken unser Wasser oder denken wir zu Ende. Und verabschieden uns von den Mädels. Und genau, wir verlinken. Oder vielleicht sagst du es einfach nochmal gerade, wo man dich online, offline, wie auch immer, findet.
Pia
Ja, online theoretisch auf Instagram unter pia.unterstrich-kreativ. Aber da ist gerade nicht so viel los. Da bin ich dann doch nicht aktiv. Ja, ich bin eher so in der Findungsphase. Du wolltest hingehen, wo sehe ich mich? Wenn mal wieder was kommt, dann da. Aber aktuell eher ruhig. Eher so ein bisschen zurückgezogen gerade.
Helen
Aber vielleicht, wenn ihr eine Tasche habt, habt ihr quasi ein Stück von Pia da. Und sie war beim Geburtstag. Da haben sie viele gesehen. Genau, wer weiß, wo wir nochmal irgendwie so was hinbekommen. Aber genau, also teilen wir wie immer ein Reel auch zu der Folge, teilt da gerne auch eure Eindrücke. Da sieht es Pia dann auch.
Pia
Genau, ja. Lesen werde ich auch wie in der Fall, aber ich bin immer ein bisschen zurückhaltend.
Helen
Ja, voll okay.
Pia
Ich schleiche immer so mit, ich verfolge alles. Ich lese auch dann die Bücher mit, da war dann nicht im Zeitplan. Und dann komme ich nicht nachher und dann … Ich bin so ein bisschen das Gespenst aktuell. Ich bin da, aber nicht …
Helen
Also auch damit bist du nicht alleine.
Pia
Nicht zu sehen. Ja, alles gut.
Helen
Das war irgendwie so überraschend, was für Themen wir da gefunden haben.
Pia
Ja, aber ja. Aber das war so geflossen.
Helen
Voll, oder? Aber das sind immer die besten Gespräche. Ja, ich würde sagen, wir beenden das hier an der Stelle. Zumindest verabschieden wir uns von den Mädels. Und genau, sind gespannt auf eure Meinung und was da noch so bei rumkommt.
Pia
Bin richtig gespannt drauf. Ja, das weiß ich nicht.
Helen
Okay, bis dann. Bis dann, dankeschön.




