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Podcast · Folge 135
Zwanzig Euro im Jahr: Was eine Stadtbücherei heute alles verleiht
Janine Rothes ist als Quereinsteigerin in die Stadtbücherei Leichlingen gekommen. Über Rückgabekästen und Säumnisgebühren, die Bibliothek der Dinge, eine Cyberattacke – und warum eine Bücherei mehr ist als ein Ort mit Regalen
Eine Nintendo Switch. Eine Toniebox mit Figuren. Ein Fenstersauger, ein Laserentfernungsmesser. Das alles kann man sich in Leichlingen ausleihen – für zwanzig Euro Jahresbeitrag, für Kinder fünf. Wir haben mit Janine Rothes darüber gesprochen, wie so eine Stadtbücherei von innen funktioniert: was morgens vor der Öffnung passiert, was mit Büchern geschieht, die niemand zurückbringt – und was ein Cyberangriff mit einer Bibliothek macht.
Janine Rothes
Mitarbeiterin der Stadtbücherei Leichlingen
Sie ist in Leichlingen aufgewachsen, machte dort Abitur und ging danach für ein Jahr nach Australien. Es folgten ein Jahr als Flugbegleiterin, eine verkürzte Ausbildung zur Tourismuskauffrau bei TUI am Flughafen Köln und einige Jahre im Vertrieb eines Stellenanzeigen-Portals. 2019 wurde sie Mutter; nach der Elternzeit stieß sie zufällig auf eine Stellenanzeige und kam im Oktober 2021 als Quereinsteigerin in die Stadtbücherei. Dort arbeitet sie dreißig Stunden die Woche und betreut unter anderem den Instagram-Kanal stadtbuecherei_leichlingen.
Der Tag beginnt vor der Öffnung
Zwischen acht und neun geht es los, geöffnet wird um zehn. In der Zwischenzeit wird der Rückgabekasten geleert, der vor der Tür steht – verschlossen, mit Klappe, innen gefedert, ungefähr wie ein Altkleidercontainer. Einen Ausweis braucht man für die Rückgabe nicht; das System erkennt die Medien selbst. Viele werfen ihre Bücher auf dem Weg zur Kita ein.
Danach: Vorbestellungen heraussuchen, E-Mails, den Mahnlauf durchlaufen lassen. Vieles davon ist automatisiert – die Erinnerungsmail geht drei Tage vor Ablauf der Frist raus und noch einmal am Tag selbst, wenn man das Häkchen gesetzt hat. Manche Leser*innen antworten sogar darauf.
Morgens finden auch die Veranstaltungen statt: Klassen- und Kitaführungen und die »Leseknirpse«, eine literarische Krabbelgruppe für Kinder von zwölf bis 36 Monaten. Genau das ist der Grund, warum nicht früher geöffnet werden kann, obwohl viele Eltern das gut fänden: Die Bücherei hat keinen separaten Veranstaltungsraum, die Führungen gehen quer durch die Räume.
Was passiert, wenn ein Buch nicht zurückkommt
In der ersten Woche nach Fristablauf fällt ein Euro pro Medium an, in der zweiten drei Euro auf einem Erwachsenenkonto – dann geht Post raus. Janine Rothes nennt das eher eine Zahlungserinnerung: eine Einladung, mal wieder vorbeizukommen.
Kommt ein Medium gar nicht zurück, wird es irgendwann gelöscht und eine Medienersatzgebühr fällig – man behält das Buch und bezahlt seinen Preis. Und ja, es gibt Wiederholungstäter*innen, bei denen man schon weiß, dass es dauern wird.
Manche Anrufe sind von anderer Art: Menschen, die eine Wohnung ausräumen, weil jemand gestorben ist, und dabei Büchereimedien finden – die manchmal längst aus dem System heraus sind.
Die Cyberattacke
Ein Kapitel für sich war der Cyberangriff, während dem die Bücherei offline war. Es gab ein Notverbuchungssystem, aber niemand konnte sehen, wer was zurückgegeben, vorbestellt oder ausgeliehen hatte – das System war komplett down. Ein Ausnahmezustand, für den erst einmal Strategien entwickelt werden mussten. Geöffnet bleiben konnten sie trotzdem, und das war das Wichtigste.
Die Bibliothek der Dinge
Neben Büchern, Zeitschriften und Hörbüchern gibt es in Leichlingen die »Bibliothek der Dinge«. Angefangen hat es mit Werkzeug, einem Laserentfernungsmesser und einem Fenstersauger. Inzwischen sind Kindersachen dazugekommen – und eine Nintendo Switch, die so gut läuft, dass sie mittlerweile zweimal im Bestand ist. Dazu Toniebox und Tonies.
Für Janine Rothes ist das auch eine Frage von Gerechtigkeit: Kinder, die zu Hause keine Konsole bekommen, können eine ausleihen. Und Familien können ausprobieren, bevor sie kaufen – gerade bei Tonies, die nicht günstig sind und von denen man vorher nicht weiß, welche dem Kind gefallen.
Wie der Bestand entsteht – und wieder verschwindet
Die neuen Bücher kommen fast alle aus den beiden Buchhandlungen in Leichlingen. Dann bekommen sie einen Barcode und werden in Folie eingebunden, damit sie viele Hände überstehen; bei Sachbüchern beschränkt man sich inzwischen aufs Nötigste, um Folie und Kosten zu sparen.
In der Regel steht jeder Titel einmal im Regal. Ausnahmen sind die Dauerbrenner: Die Harry-Potter-Reihe gibt es zweifach, manche Bände dreifach, weil immer die nächste Generation nachkommt. Auch Bücher von Caroline Wahl und »Eine Frage der Chemie« standen doppelt im Bestand.
Aussortiert wird nach Ausleihzahlen – die interne »Nullerliste« zeigt, was über Jahre nicht gefragt war. Bei Sachbüchern dauert das länger, bei Romanen und Thrillern reichen zwei, drei Jahre. Die aussortierten Exemplare kommen ins Regal des Fördervereins im Eingangsbereich, wo man sie gegen eine kleine Spende mitnehmen kann. Nur was wirklich zerlesen ist, wird entsorgt.
Der Förderverein springt auch sonst ein: Als es eine längere Haushaltssperre gab, stellte er Geld für Neuanschaffungen bereit – und er kauft schon mal ein zweites Exemplar, wenn ein Titel vierzehnmal vorbestellt ist. Finanziert wird das unter anderem über einen Bücherflohmarkt auf dem Stadtfest.
Wer einen Titel vermisst, kann übrigens einen Anschaffungsvorschlag machen. Janine Rothes schickt selbst regelmäßig welche an die Leitung, gerade wenn ihr auf Instagram etwas auffällt, das nachgefragt wird.
Mehr als ein Ort mit Regalen
Was in den letzten Monaten dazugekommen ist: Die Bücherei ist zu einer Anlaufstelle geworden. Es gibt Tische, an denen gelernt wird; jemand trifft sich dort mit Menschen, die beim Ausfüllen von Formularen Hilfe brauchen; seit dem vergangenen Jahr gibt es Kaffee. Eltern treffen sich zufällig, kommen ins Gespräch, während die Kinder bei den Büchern sind.
Dazu kommt ein Programm, das über das Ausleihen hinausgeht: Buchempfehlungsabende des Fördervereins und, einmal im Quartal, eine Veranstaltung, die Janine Rothes gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten macht – ein Frauenkino, zuletzt eine Kleidertauschparty. In der Mitte der Bücherei steht ein Thementisch, der jahreszeitlich oder passend zu dem bestückt wird, was gerade in der Stadt los ist.
Das Klischee von der verstaubten Bücherei lässt sie nicht gelten – der Bestand ist topaktuell. Und den ganzen Tag lesen? Auch nicht: Der Alltag besteht aus Regalpflege, Ausstellen, Beratung. Gelesen wird in der Freizeit; Empfehlungen holt sie sich auch von den Leser*innen selbst.
Was ihre Bücherei ausmacht, ist für sie die Größe: Die großen Häuser in der Umgebung hätten mehr Platz und schönere Ecken – bei ihr sei es dafür persönlich. Man kennt die Leser*innen, weiß, was sie gerne lesen, legt etwas zurück. Einmal hatte eine Kundin nach »Tschick« gefragt, das gerade aussortiert war – ein paar Wochen später kam ein Exemplar als Spende herein, und Janine Rothes dachte an sie.
Die ganze Folge hören
Bücher aus dem Gespräch
Zwei Titel, die im Gespräch vorkamen – einer als Dauerbrenner im Bestand, einer als Empfehlung.
Eine Frage der Chemie
Bonnie Garmus
Lief so gut, dass die Bücherei den Titel doppelt anschaffte.
Tschick
Wolfgang Herrndorf
Kam im Gespräch zweimal vor – als vermisster Titel und als Helens Empfehlung.
*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.
Häufige Fragen
Was kostet eine Mitgliedschaft in der Stadtbücherei Leichlingen?
Zwanzig Euro im Jahr für Erwachsene, fünf Euro für eine Kinderkarte – Stand des Gesprächs im November 2025. Darin enthalten sind neben Büchern auch Zeitschriften, Hörbücher und die Bibliothek der Dinge.
Was ist eine »Bibliothek der Dinge«?
Ein Bestand an Gegenständen, die man wie Bücher ausleihen kann. In Leichlingen sind das unter anderem Werkzeug, ein Laserentfernungsmesser, ein Fenstersauger, eine Nintendo Switch (inzwischen doppelt) sowie Toniebox und Tonies.
Was passiert, wenn man ein Buch zu spät zurückbringt?
In der ersten Woche nach Fristablauf fällt ein Euro pro Medium an, in der zweiten drei Euro auf einem Erwachsenenkonto; danach geht eine schriftliche Erinnerung raus. Wird ein Medium gar nicht zurückgebracht, wird es aus dem Bestand gelöscht und eine Medienersatzgebühr in Höhe des Buchpreises fällig.
Kann man vorschlagen, welche Bücher angeschafft werden?
Ja – über einen Anschaffungsvorschlag. Entschieden wird nach Nachfrage, Platz und Aktualität; auch das Team bringt eigene Vorschläge ein.
Kann man in einer Bücherei Anschluss finden?
In Leichlingen zunehmend: Es gibt Tische zum Lernen und Arbeiten, seit dem vergangenen Jahr Kaffee, dazu Veranstaltungen wie Buchempfehlungsabende, ein Frauenkino oder eine Kleidertauschparty. Eltern kommen über die Kinder ins Gespräch.
Das ganze Gespräch zum Nachlesen
Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, maßgeblich ist die Aufnahme. Intro und Abspann sind herausgenommen.
Helen
Herzlich willkommen Janine. Ich freue mich sehr, heute mit Dir über die Bücherei Leichlingen zu sprechen. Die Stadtbücherei Leichlingen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?
Janine Rothes
Ja. Hi, Helen. Also, wir sind gerade auf der Sonne. Auf der Terrasse, nicht der Sonnenterrasse. Leseterrasse. Aber hier genießen wir noch die letzten Sonnenstrahlen, weil wir haben in Leichlingen gerade echt noch richtig goldenen Herbst. Schöne Sonne. Und dabei trinken wir einen Kaffee. Oder ich trinke einen Kaffee mit einem Schuss Hafermilch.
Helen
Oh, das klingt gut. Ich habe mir heute, weil ich Podcasttag habe, sogar so richtig fancy Ingwer Zitronensaft. Honig, weißt du, so aufgebrüht. Äh, das trinke ich jetzt einfach.
Janine Rothes
Immer so drin.
Helen
Echt? Ich liebe das so, vor allen Dingen mit Honig. Ich finde es auch eine gute Ausrede, ganz viel Honig reinzupacken. Vor allem mit dem Zitronensaft. Aber würde ich sagen, du hast mir einmal damit an und starrten, weil ich dachte eben als du meinst mit der Lesetrasse, weil du sonst mit Sonne angefangen hast. Das sagt irgendwie die Sonnenseite des Lebens. Wir sind hier auf der Sonnenseite des Lebens. Ja, sehr schön. Also, du arbeitest in der Stadtbücherei Leichlingen. So habe ich es dann richtig gesagt, oder?
Janine Rothes
Genau. Ja.
Helen
Okay. Vielleicht ist es nicht jedem Leichlingen einen Begriff. Ich kannte Leichlingen auch nicht, obwohl es nicht so super weit weg ist von mir. Ich weiß gar nicht mehr so genau, wie lange ich gefahren bin. Vielleicht so eine Dreiviertelstunde Stunde oder sowas. Ja, wir hatten da vor ein paar Monaten würde ich jetzt schon fast sagen ein Mädelslesetag, initiiert von Julia aus der Community, die auch schon vor kurzem im Podcast war. Oder auch vielleicht schon nicht mehr so sehr vor kurzem. Aber einfach mal ein bisschen zurückscrollen und nach Julia gucken. Da ging es um das Lese Mentorinnendasein. Genau. Und Julia ist glaube ich, Stammgäste bei euch in der Bücherei und hatte das initiiert, dass wir da so ein Mädelslesetag machen, die Bücher von uns, die ihr vorrätig habt, mit Stickern zu bekleben. Julia hatte sogar den Signature Drink vorbereitet. Es kam Mädels aus Leichlingen und glaube ich, so ein bisschen auch Umgebung. Das war super, super cool. Und da haben wir uns kennengelernt Und du machst was in der Stadtbücherei Leichlingen.
Janine Rothes
Also tatsächlich bin ich vor. Jetzt muss ich gerade mal vier Jahren. Ja, es sind jetzt schon ziemlich genau vier Jahre im Oktober zwei tausend ein und zwanzig über einen Quereinstieg reingekommen. Also zwei tausend neunzehn bin ich Mama geworden und nach der Elternzeit wollte ich mich ein bisschen umorientieren und natürlich auch gerne was machen, was irgendwie in der Nähe ist und bin zufällig auf die Stellenanzeige gestoßen und habe mich dann beworben. Ich kannte ein paar der Mitarbeiterinnen so vom Sehen oder auch von dort, von meiner Kindheit. Also es sind schon einige Kolleginnen sehr lange da. Und ähm, ja, das ist schon spannend auch zu sehen. Die haben mich groß werden sehen und jetzt bin ich eine Kollegin und ich sehe jetzt auch die Kinder groß werden, die in die Bücherei kommen. Jetzt, nach vier Jahren ist das schon so, dass man da die Kinder schon echt irgendwie auf dem Weg begleitet. Dass so regelmäßig kommen und das ist echt toll und ich mache da halt. Also ich bin eingestellt worden für ganz normal Ausleih und Rückgabebetrieb natürlich Regalpflege und sowas und mache mittlerweile den Instagram Account und den habe ich ins Leben gerufen und auch Lehrveranstaltungen. Das machen fast alle das. Jeder hat da so ein bisschen seine Interessen, was er gerne macht. Und dann bieten wir da verschiedene Veranstaltungen an? Genau.
Helen
Und das ist aber. Also du hast da jetzt eine feste Stelle, oder? Genau, weil wir hatten schon mal eine Podcast Aufnahme mit Katharina Bracke. Da muss man noch ein bisschen weiter zurückgehen und sie hat eine Bücherei geleitet und ich meine mich zu erinnern, dass sie da gesagt hat, sie wäre, glaube ich die einzige Festangestellte als die Leitung und alle anderen machen das irgendwie so ehrenamtlich oder so.
Janine Rothes
Bei uns, teilweise auch in unserer Bücherei. Aber ich glaube gerade so die katholische Bücherei. Oder wir haben auch eine Kundin, die kommt aus Opladen und die macht das da auch ehrenamtlich.
Helen
Meinst du, es ist dann, weil das bei euch städtisch ist, ist doch anders. Ja okay.
Janine Rothes
Also wir werden auch oft gefragt, ob wir das ehrenamtlich machen.
Helen
Ja, weil ich. Ich denke mal so, es ist ja auch mal spannend zu hören, was für verschiedene Wege da auch gibt. Weil ich finde es voll cool, wenn du sagst, du machst das als Quereinsteigerin. Ich könnte mir vorstellen, dass da viele, die jetzt zuhören, sich denken Ach ja, vielleicht wäre das auch was für mich. Ja, was hast du vorher gemacht? Also hast du irgendeinen Bezug dazu? Oder? Oder hast du auch einen Bezug zu Leichlingen?
Janine Rothes
Also ja, ich bin in Leichlingen groß geworden. Also, ich bin schon immer hier. Ich bin hier zur Schule gegangen und ich habe nach dem Abitur ein Auslandsjahr gemacht in Australien und ja, dann so ein bisschen überlegt, in welche Richtung es für mich gehen soll. Und das also als ich Abi gemacht habe, war sowieso Reisen und alles war gerade so ganz groß. Und ja, dann habe ich eine. Dann war ich ein Jahr bei Air Berlin als Flugbegleiterin, weil das ist ja auch.
Helen
eine Zeit lang überlegt. Ja, und ich finde es so, weil wegen Reisen dachte ich auch mega geil und bei mir ist daran gescheitert, dass ich Angst habe vor Menschen, denen schlecht wird. Und ich habe auch ein bisschen. Also ich habe auch genauso Angst davor, dass mir schlecht wird. Aber das habe ich immer. Das Gefühl habe ich mehr unter Kontrolle. Aber wenn anderen schlecht wird, ich könnte denen einfach nicht helfen. Also ich habe da wirklich richtige Panik vor. Wie oft ist dir das passiert?
Janine Rothes
Mir ist tatsächlich selber schon mal schlecht geworden, als ich, als ich als Stewardess gearbeitet habe, Als Flugbegleiterin? Ja, ne, Ich musste jemandem helfen, dem schlecht geworden ist. Also übel. Tatsächlich nicht. Also mal beruhigen, weil wir echt einen Chaotischen hatten. Da war dieses Unwetter. Ich meine, das war zwei tausend vierzehn in Düsseldorf, da war wirklich ziemlich viele Sturmschäden gab es auch und wir mussten in Münster zwischenlanden und da musste man halt viele Passagierinnen beruhigen und gut zureden und so, also sowas also aber so ein, dass jemandem schlecht geworden ist und wir da jetzt unterstützen mussten, dass es zum Glück nicht vorgekommen. Aber es war natürlich auch nur ein Jahr. Ich glaube, wenn man natürlich ja.
Helen
Aber vielleicht habe ich mich da unnötig aufhalten lassen.
Janine Rothes
Ja, ich glaube auch hinbekommen.
Helen
Ja, okay. Wie ging es dann weiter?
Janine Rothes
Genau. Das ist ja kein Ausbildungsberuf. Das ist ja nur so eine Schulung, die man macht. Und dann natürlich, wie das so ist, man muss was lernen, eine Ausbildung machen oder ein Studium. Und dann habe ich gedacht, gut, dann bleibe ich im Bereich Reisen und Tourismus. Und dann habe ich bei TUI am Flughafen in Köln meine Ausbildung gemacht zur Tourismuskauffrau. Die habe ich auch auf zwei Jahre verkürzt, war dann schnell relativ schnell durch damit. Es ist aber so ein bisschen ich meine, das ist aber auch in der Bücherei so, wo man mit Laufkundschaft zu tun hat, hat man halt manchmal auch ein bisschen Flaute. Und das war sowieso gerade am Flughafen gerade so ein Umbruch. Nicht mehr dieses klassische Last Minute Geschäft. Also Es hat mich nicht im Reisebüro gehalten. Und dann bin ich zufällig über eine Stellenanzeige bei Stepstone gelandet. Ich weiß nicht, ob dir das, was ihr so.
Helen
Stellenanzeigen?
Janine Rothes
Genau, genau. Also Stellenanzeigen, die man online schalten kann und bin dann da in die Kaltakquise gegangen. Also Telefonvertrieb und habe halt ganz viele Betriebe angerufen und wollte denen Stellenanzeigen verkaufen. Genau, das war.
Helen
Harte Schule, oder?
Janine Rothes
Ja, das war. Aber es war eine interessante Erfahrung. Also die Seite diese Vertriebsseite mal kennenzulernen und man wird da auch richtig gut geschult. Natürlich, Da bin ich dann aber, weil ich gemerkt habe, dass Kaltakquise gar nichts für mich ist, bin ich da in so ein Projektteam gewechselt. Und dann bin ich schwanger geworden und nach der Geburt dann in Elternzeit gegangen und dann die sitzen ja in Düsseldorf im Medienhafen und das war für mich dann keine Option, Diese Strecke jedes Mal zu fahren.
Helen
Wie weit ist Leichlingen von Düsseldorf entfernt?
Janine Rothes
Ja. Also man fährt so fünf und vierzig Minuten mit dem Auto morgens.
Helen
Ja, okay.
Janine Rothes
Aber es kann natürlich auch auf dem Rückweg schon mal anderthalb Stunden dauern.
Helen
Damit man das so ein bisschen vielleicht.
Janine Rothes
Wir liegen so zwischen Köln und Düsseldorf.
Helen
Ja, okay.
Janine Rothes
Das ist eigentlich ganz nett. Man hat jetzt.
Helen
Eigentlich.
Janine Rothes
eine große, eine gute Anbindung.
Helen
Und ich meine, Julia hat mir ja auch eine Führung durch Leichlingen, also eine literarische Führung durch Leichlingen, gegeben. Ich fand es irgendwie ganz süß. Ja, kann man nichts sagen. Ich bin ja selber auch in so einer eher kleineren Stadt, wahrscheinlich eher sogar noch kleiner als Leichlingen. Weil ich nicht aufgewachsen bin, kann ich auf jeden Fall den Reiz nachvollziehen.
Janine Rothes
Ja, aber man muss das halt mögen. Also vor allem mit bei der Arbeit in der Stadtbücherei. Da kommen ja wirklich sehr viele Familien. Ich meine, ich habe durch unseren Sohn natürlich auch viel Kontakt zu den Familien und man ist dann schon bekannt und man kennt auch viele und das muss man dann halt auch wirklich mögen. Also es ist jetzt nicht Großstadt Anonymität, sondern man kennt halt viele Leute und die kennen einen dann ja.
Helen
Ja, das verstehe ich. Was ist das jetzt so was? Also, wie hast du einen Alltag in der Bücherei? Kannst du das irgendwie ein bisschen beschreiben, was du da so machst? Und vor allem vielleicht auch von vorne weg? So schwierige Zeit noch. Wie oft bist du da?
Janine Rothes
Also ich habe. Ich arbeite dreißig Stunden. Das ist auch tatsächlich nur realisierbar, weil wir die Omas auch in der Nähe haben, die dann auch unseren Sohn dann nachmittags mal von der Kita abholen oder von der Schule jetzt. Sonst wäre das glaube ich schwierig umsetzbar gewesen. Und weil es halt auch so nah ist, weil ich jetzt keinen langen Anfahrtsweg habe. Genau. Ich arbeite eigentlich an allen Öffnungstagen Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und jeden zweiten Samstag und Montag, Dienstags und donnerstags haben wir bis achtzehn uhr auf.
Helen
Ja.
Janine Rothes
Genau. Also zehn bis achtzehn uhr mit Mittagspause zwischen zwölf Uhr dreißig und fünfzehn uhr.
Helen
Ach, die habe ich mitbekommen.
Janine Rothes
Genau.
Helen
Und das kenne ich nämlich noch aus dem Ort, wo ich aufgewachsen bin, Dass alles so mittags einfach ewig lange zu hat.
Janine Rothes
Ja, total.
Helen
Wenn ich da bin, frustriert mich das so sehr, weil ich so denke Es kann doch nicht wahr sein, dass du hier einfach irgendwie so zwei Stunden alles.
Janine Rothes
Und jedes Mal, wenn ich was erledigen will in meiner Mittagspause, merke ich, dass alle anderen zur gleichen Zeit ja auch Mittagspause haben. Okay, du kannst jetzt nicht in die Apotheke gehen, die direkt um die Ecke ist, weil die hat ja auch zu.
Helen
Leben. Also Mittagspause.
Janine Rothes
Genau. Ja, und dann bin ich Dienstags und donnerstags habe ich dann meine langen Tage. Da bin ich dann bis achtzehn uhr da. Also wir starten eigentlich alle so zwischen acht und neun. Und dann wird der Wagen mit den Rückgaben vom Vortag leer gemacht. Wir haben Rückgabekasten vor der Tür, wo die Kundinnen dann ihre Bücher und anderen Medien zurückgeben können. Der wird geleert und zurück gebucht. Vorbestellungen machen wir. Die die übers System tätigen, suchen die raus. Emails, Mahnungen.
Helen
Aber das heißt ich habe was ausgeliehen und gebe das einfach in diesen Kasten zurück. Also ich muss gar nicht meinen Ausweis oder sowas.
Janine Rothes
Nee, genau. Also für die Rückgabe braucht man keinen Ausweis, das macht der Computer dann von alleine. Der sieht dann, wo es war. Genau. Und da kann man die Sachen dann zurückgeben, weil ja auch viele außerhalb der Öffnungszeiten dann irgendwie vorbeikommt auf dem Weg zur Kita, kurz einschmeißen oder so.
Helen
Und so ich jetzt also ich meine, ich wohne in Bonn, hier ist das wahrscheinlich auch alles noch möglich, aber so finde ich schon eher einen kleinen Chat Merkmal, dass da einfach eine Kiste steht und Dinge reingeben kann und nichts kommt weg.
Janine Rothes
Ja, also, die ist ja verschlossen. Also, es ist wie muss man sich vorstellen, wie, äh, wie ein Altkleidercontainer.
Helen
Ah, okay.
Janine Rothes
Also mach die Klappe auf. Schmeiß die Bücher rein und man sollte die Klappe auch kontrollieren, dass die Bücher auch wirklich hinten runtergefallen sind und nicht Klappe liegen, das ist auch schon vorgekommen. Oder dass die dann mal verstopft war. Das sind dann so die Themen, wo ich dann gerne mal auf Instagram mache.
Helen
Ja.
Janine Rothes
Um die Nutzerinnen dann darauf hinzuweisen. Genau. Und dann schließen wir den auf. Da ist so eine große Kiste drin, die auch ein bisschen gefedert ist und da landen dann alle Sachen drin.
Helen
Okay, kommt, kommt keine Bücher zu Schaden der Altkleidertonne Nee. Ja, okay, aber irgendwie ja schon ziemlich cool. Was ich mich frage so wie oft kommt es vor, dass ihr merkt Oh, hier hat jemand das aber noch gar nicht zurückgegeben. Also wie kontaktiert ihr die Person?
Janine Rothes
Also die kriegen ja von uns auch eine Erinnerungsmail, Also wenn Sie das möchten. Das drei Tage vor Ablauf der Frist und auch noch mal am gleichen Tag.
Helen
Und das ist automatisiert.
Janine Rothes
Das ist automatisiert. Genau. Die sagen aber immer, wenn ihr reinkommt, Ja, ihr schreibt mir ja immer so eine nette Mail, dass ich das zurückbringen muss.
Helen
Das habe ich persönlich heute Morgen verfasst.
Janine Rothes
Ich weiß gar nicht, ob die wissen, weil manche Antworten auch darauf und sagen Ja, Dankeschön, ich schaffe es leider nicht. Könnt ihr das wieder ins Regal stellen? Genau. Aber die geht automatisch raus, wenn man das Häkchen gesetzt hat. Das möchten nicht alle, aber viele nutzen das auch. Vorbestellungen werden dann per Mail. Wenn die Kundinnen per Mail informiert. Wenn die bereit?
Helen
Gut.
Janine Rothes
Genau. Und ja, wenn dann trotzdem versäumt wird, das Buch zurückzubringen, dann fallen Säumnisgebühren an und wenn es dann über eine Woche ist, also in der ersten Woche, fällt ein Euro pro Medium an und in der zweiten Woche dann auf einem Erwachsenenkonto drei Euro und dann geht die Post raus.
Helen
Also auch automatisiert.
Janine Rothes
Auch automatisiert. Genau das ist das, was wir dann morgens machen. Dann lassen wir den Mahnlauf quasi einmal durchlaufen. Da haben wir dann die Gebühren Mahnung. Also wenn die Jahresgebühr fällig wird und die Säumnisgebühren oder wenn Medien nicht zurück sind und wenn Säumnisgebühren angefallen sind. Genau. Es ist auch nur eine Zahlungserinnerung letztendlich. Also wir sind jetzt auch nicht verpflichtet. Das ist auch so ein bisschen Service, dass man sagt so komm doch mal vorbei und bring deine Sachen zurück.
Helen
Besuch uns doch mal wieder. Ja.
Janine Rothes
Genau.
Helen
Voll spannend irgendwie aber auch, wie viel da schon automatisiert läuft es ja eigentlich auch praktisch, weil damit wäre man wahrscheinlich Ewigkeiten beschäftigt, wenn man immer manuell prüfen müsste. Ja, irgendwie. Einerseits so, wer hat das hier ausgeliehen, was hier zurückgegeben wurde? Oder wer hat irgendwas nicht zurückgegeben?
Janine Rothes
Mhm. Das war ja Während der Cyberattacke waren wir ja auch offline und da mussten wir auch. Also wir hatten so einen Notverbuchungssystem, aber da konnte man überhaupt nicht sehen, wer was zurückgegeben hat, wer was vorbestellt hat, ausgeliehen oder so, das war halt völlig down das System. Und das war auch ein richtiger Ausnahmezustand. Da musste man es auch erst mal unsere Strategien entwickeln, wie wir das am besten. Aber wir konnten offen bleiben und das war gut.
Helen
Ja, voll. Was ist das Krasseste in vier Jahren an Irgendwie nicht zurückgegeben. Also, wie heißt das? So eine. Ne, also nicht nur Säumnisgebühr, sondern vor allem dieser Zeitraum. Was ist das Längste, Dass jemand es nicht zurückgegeben hat?
Janine Rothes
Ähm, ich glaube, wir hatten teilweise auch schon Leute, die haben angerufen, weil die irgendwie die Wohnung ausgeräumt haben von jemandem, der verstorben ist und haben dann da noch Medien gefunden und dann angerufen und gesagt, ich bringe die zurück. Die sind dann aber teilweise schon aus dem System raus.
Helen
Ach krass. Also so, also ich weiß nicht, ob wir darüber so öffentlich sprechen sollten, aber da passiert gar nichts.
Janine Rothes
Also doch. Also, aber das sind dann ähm, manchmal gehen ja auch Medien über den Tisch, die dann entweder versäumt wurden, uns zu geben zum Ausleihen oder wo das System vielleicht auch mal nicht funktioniert hat. Also der Scanner dann nicht gecheckt hat, dass er da was scannen muss und dann finden wir die halt nicht bei uns im Regal. Die sind da aber dann im System und dann werden solche Medien auf vermisst gesetzt und irgendwann quasi makuliert. So nennen wir das. Also normalerweise, wenn jemand wirklich die Sachen nicht zurückbringt, werden die auch irgendwann gelöscht und dann wird eine Medienersatzgebühr fällig. Also da müssen dann behalten die Leute das, was die nicht zurückgebracht haben, müssen aber dann den Preis dafür bezahlen. Also was das Buch gekostet hat.
Helen
Habt ihr auch Leute auf der Roten Liste, die das regelmäßig machen?
Janine Rothes
Ja, tatsächlich? Ja, es ist ja, weil der Arbeitsaufwand ja meistens dann irgendwie höher ist als.
Helen
Ja, das stimmt.
Janine Rothes
Und es sind dann auch Wiederholungstäterinnen, die dann kommen und man weiß schon okay, das wird jetzt wieder dauern, bis die Sachen zurückkommen.
Helen
The Dark Side of Bücherei. Ja.
Janine Rothes
Ja.
Helen
Okay. Also, irgendwie finde ich sowas voll spannend. Keine Ahnung, was so hinter den Kulissen passiert. Was? Was vor allen Dingen passiert, wenn ich das alles nicht fristgemäß mache. Okay, also das ist ein Teil der Arbeit. Was machst du noch so tagsüber?
Janine Rothes
Ähm, ja. Also tägliches Geschäft ist. Ja. Dann mach mal um zehn auf. Manchmal auch schon ein bisschen früher, wenn die Leute früher vor der Tür stehen. Ähm. Wir würden gerne früher aufmachen als zehn uhr, weil gerade die Eltern, die ihre Kinder in die Kita bringen. Ja eher schon so spätestens um neun unterwegs sind. Das kollidiert aber so ein bisschen mit unseren Veranstaltungen, weil wir halt morgens schon. Wir haben Klassenführungen, wir haben Kitaführungen und Leseknirpse. Das ist dann so eine literarische Krabbelgruppe für Kinder von zwölf bis sechs und dreißig Monate. Und das ist halt alles vor der Öffnungszeit morgens. Und da wir von unserer Größe her keinen separaten Veranstaltungsraum haben und auch die Klassenführung und Kitaführung natürlich quer durch die Bücherei gehen, ist das halt einfach schwierig. Dann früher aufzumachen, weil man das dann nicht mehr leisten könnte. Ähm, ja. Mal gucken, ob es perspektivisch irgendwann wir vielleicht doch mal größer werden und dann die Möglichkeit besteht. Aber ja, genau um zehn uhr machen wir regulär auf und dann startet der Ausleihbetrieb. Und wenn wir um zwölf Uhr dreißig dann zumachen, dann ist noch mal das gleiche Prozedere Kasten leeren, weil nicht immer alle reinkommen, obwohl wir offen haben, sondern auch dann mal lieber schnell in den Kasten schmeißen. Genau dann machen wir, wollen wir die Sachen weg und dann machen wir halt ein Band, neue Bücher, die wir geholt haben. Also das machen wir auch alles regional. Wir haben zwei Buchhandlungen.
Helen
Mit so einem dieser achso in Folie. Dann noch Sticker.
Janine Rothes
Barcode Barcode kommt drauf und dann werden die eingebundenen Folie. Damit die auch lange halten.
Helen
Ja, vorher.
Janine Rothes
Bei den Sachbüchern sind wir ein bisschen dazu übergegangen, nur noch wirklich den Barcode und vielleicht den Buchrücken so ein bisschen einzubinden und ein bisschen Folie zu sparen. Aus Nachhaltigkeits und Kostengedanken. Aber die Kinderbücher und die Romane, die werden, die gehen schon durch viele Hände und dann sind die dadurch geschützt.
Helen
Ja.
Janine Rothes
Genau. Wir holen dann bei den zwei Buchhandlungen, die wir in Leichlingen haben, eigentlich die meisten, eigentlich alle Bücher. Das machen wir.
Helen
Dann.
Janine Rothes
Genau die neuen Bücher, die wir dann ja, das ist ja auch immer so das Klischee, dass Büchereien alt und verstaubt sind. Aber wir sind ja topaktuell vom Bestand, den wir haben.
Helen
Ja, ich glaube, also, ich hoffe so ein bisschen, dass das die meisten wissen, die hier zuhören. Aber ist das eine neue Info war ähm. Also selbst wenn man was nicht findet, kann man immer ja auch diese Wie heißt das? Den Antrag.
Janine Rothes
Anschaffungsvorschlag.
Helen
Einen Anschaffungsvorschlag machen. Also es lohnt sich total, in der lokalen Bücherei Mitglied zu werden. Ich glaube es gibt auch echt einige, die mehrere, je nachdem wo man so wohnt mehrere Mitgliedschaften haben. Ähm, ich meine, das muss man sich mal überlegen. Ich weiß nicht, was der teuerste BüchereiMitgliedschaftspreis in Deutschland ist, aber das wird ja wahrscheinlich immer unter ein hundert Euro im Jahr sein.
Janine Rothes
Also bei uns kostet zwanzig Euro im Jahr.
Helen
Ja, also ich selbst hier in Bonn waren es dreißig, glaube ich. Ähm, und was man dafür geboten bekommt, ist echt. Also ist im Grunde ein no brainer. Aber falls es jemandem noch nicht klar war, vielleicht hier noch mal der kurze Werbeblock für Büchereien. Und ich meine, dann kommt halt einfach noch das hinzu, was du jetzt auch schon gesagt hast, was ihr noch so an Zusatzprogrammen ja auch habt. Was ich mich noch gefragt habe Ich weiß nicht, ob du es gesagt hast, aber wann fängst du an? Vor der. Also was? In welchem Zeitraum wird das gemacht? Bis zur Eröffnung.
Janine Rothes
Wir? Ja. Zwischen acht und neun starten wir.
Helen
Ja. Auch noch alles so hinter den Kulissen passiert. Ich weiß gar nicht, wie das in Buchhandlungen ist oder so generell auch in Läden. Ich glaube, das vergisst man total oft, dass es ja meistens vor und nach der Ladenöffnungszeit immer auch noch da Leute drin sind, die irgendwie vor oder nachbereiten.
Janine Rothes
Ja, das machen wir zum Beispiel, aber nur morgens. Wir hatten letztens auch einen Kunden, der gesagt hat Ja, dann habt ihr ja gleich noch viel wegzuräumen samstags oder so und haben auch gesagt Nee, heute nicht mehr. Also dass wenn wir am achtzehn uhr oder kurz nach sechs, dann muss natürlich noch Kasse rausgeschrieben werden und sowas Kassenabschluss. Aber ansonsten wird das alles wirklich immer nur morgens gemacht, jetzt nicht, abends, nach Feierabend? Irgendwie noch alle Bücher wegräumen oder so?
Helen
Ja, okay, genau das ist doch eigentlich auch ganz gut. Ich meine, das ist vielleicht auch leichter, halt erst zu einem bestimmten Zeitpunkt aufzumachen, als wenn die Leute drin sind, pünktlich zuzumachen. Ja, also ich meine, irgendwie sieht man das ja so bei Bäckereien oder Supermärkten und so, dass die dann im Grunde die Leute da rauskehren müssen. Also okay, ist es so, wie ich mir das vielleicht in meiner Idealvorstellung vorstelle, dass du den ganzen Tag zwischen Bücherregalen umherwandelt und zwischendurch mal so ein bisschen liest und einfach einen ganz entspannten Alltag. Oder was passiert da so?
Janine Rothes
Ja, tatsächlich greifen das ja schon viele. Also in meiner Instagram-Bubble folge ich natürlich vielen, also für den Bücherei Account, vielen anderen Büchereien und da wird das natürlich auch immer gerne aufgegriffen, so dieses Klischee. Ich weiß nicht, ob du das kennst. Es gab so ein lustiges Real. Da wurden dann Büchereimitarbeiterinnen gezeigt, die dann so schlecht drauf waren, weil in einer Bücherei arbeiten nicht gleich bedeutet, dass man den ganzen Tag nur Bücher lesen kann.
Helen
Was?
Janine Rothes
Ja, das habe ich nicht gesehen. Ja, also es ist natürlich schon gut, sich so ein bisschen auszukennen. Ich merke das auch selber, je nachdem. Also ich bin jetzt so gar nicht im Bereich Krimi. Thriller lese ich ganz, ganz wenig. Da muss ich dann immer eine Kollegin holen, wenn jemand beraten werden möchte. Aber es ist natürlich schon gut, wenn man selber auch ein bisschen was liest und dann Empfehlungen aussprechen kann. Aber das machen wir nicht während der Arbeitszeit. Wir lassen uns Tipps und Empfehlungen auch gerne von den Kundinnen geben oder blättern mal in Büchereien. Ähm. Genau. Aber eigentlich ist der Alltag wirklich mehr so Regalpflege, Bücher ausstellen, die neuesten Bücher präsentieren. Und jetzt haben wir gerade auch wieder ein paar Regale abgebaut, ein bisschen mehr Platz für Veranstaltungen, weil wir tatsächlich den Sachbuchbestand, also gerade im Bereich Kunst, Geschichte, Politik das ist, was bei uns eher nicht so viel gefragt wird. Und dann haben wir das ein bisschen komprimiert, um natürlich noch ein bisschen mehr Platz zu haben.
Helen
Ja.
Janine Rothes
Ja.
Helen
Ihr habt ja auch wenn ich mich richtig erinnere, hattet ihr, glaube ich, zu dem Zeitpunkt, wo ich da war hat war das nicht irgendwie so ein Nachhall, Also wie so ein Thema Nachhaltigkeit und dazu Bücher so ausgestellt. Also er hatte, glaube ich, diese Themen thematisch machen. Genau.
Janine Rothes
Ja genau da in der Mitte, quasi von der Bücherei, haben wir so einen Thementisch. Ich glaube seit ein, zwei Jahren, dass wir da immer gucken, dass wir dann wieder jahreszeitenmäßig was ausstellen oder jetzt ist zum Beispiel am Sonntag ist internationaler Tag der Toleranz. Da findet auch bei uns im Sinneswald ganz viel statt. Da hat jetzt schon was stattgefunden, so ein Lesezeichen. Menschen lesen. Für Menschen waren wir jetzt als Bücherei nicht selber involviert. Aber zum Beispiel unsere Gleichstellungsbeauftragte war auch da. Und zu dem Thema habe ich jetzt haben wir auch einen Thementisch gemacht, den ich dann auch immer poste. Genau. Oder zum Jetzt waren diese Wie heißen diese Radlwochen? Leichlingen radelt oder so, wo es darum geht, möglichst viel mit dem Fahrrad zu erledigen. Dann machen wir dich übers Fahrradfahren oder so. Also auch wenn gerade in Leichlingen irgendwie was ansteht, dann gucke ich immer was. Was sind denn so für Veranstaltungen, die vielleicht in Leichlingen stattfinden, wo man das ein bisschen aufgreifen kann und dann thematisieren kann.
Helen
Was ich gerade so überlege, weil es ja wahrscheinlich auch einige gibt, die vielleicht neu in irgendeiner Stadt sind, aus welchen Gründen auch immer. Also teilweise vielleicht Studium, aber auch durch den Job. Oder vielleicht ist man zwar auch in dem Ort aufgewachsen, aber kehrt jetzt erst wieder zurück oder was auch immer. Irgendwie stelle ich mir gerade so vor, dass die Bücherei vor Ort wahrscheinlich auch ein ganz guter Ort ist, um Anschluss zu finden, oder?
Janine Rothes
Äh, ja, wenn wir größer werden, vielleicht noch eher. Also wir haben tatsächlich auch ein paar Leute, die bei uns hinkommen, um zu lernen. Oder es gibt auch jemanden, der trifft sich dann mit Leuten, die nicht so gut Deutsch sprechen, die ein bisschen Hilfe brauchen bei den ganzen Ausfüllen von Briefen, vom Amt oder all solche Sachen, Dinge beantragen. Da sind wir jetzt tatsächlich in den letzten Monaten eine richtige Anlaufstelle geworden, weil wir einige Tische haben. Wir haben jetzt auch noch mal einen anderen Platz im Krimi Bereich hinten. Da ist so eine Ecke frei gewesen, wenn man einen Tisch hingestellt, damit das ein bisschen entzerrt ist. Da kommen schon einige, die sich da auch gerne hinsetzen und auch bei uns aufhalten. Kaffee gibt es ja auch seit letztem letztem Jahr.
Helen
Ja.
Janine Rothes
Genau. Also so ein bisschen. Man merkt das, wenn Eltern kommen und sich bei uns treffen, dann dann und zufällig treffen, dann entsteht immer direkt Smalltalk. Die Kinder sind irgendwie beschäftigt mit den Büchern und dann ist das schon so, dass sie da sich schon eine Weile aufhalten. Ja, ja.
Helen
Kann ich mir gut vorstellen.
Janine Rothes
Ich glaube, es ist eher ein bisschen schwieriger, wenn du sagst, Leute, die vielleicht neu in die Stadt kommen oder so, so ein bisschen auf uns aufmerksam zu machen. Also wir haben ja jetzt nicht den präsentesten Standort. Klar sind wir direkt im Rathaus mit angegliedert, aber so an sich haben wir jetzt nicht so den präsentesten Standort und dann ist es immer schwierig, so glaube ich, auf unser Angebot und auf uns allgemein aufmerksam zu machen. Also ich habe das selber gemerkt. Ich habe mich mit einer Kita Mama unterhalten und sie meinte ja, wenn meine Kinder dann in die Schule kommen, dann kommen wir auch mal vorbei in die Bücherei und dann sage ich ja, es ist ja schon viel früher möglich. Man muss ja nicht, die Kinder müssen ja nicht erst lesen lernen, sondern wir haben ja auch für ganz kleine Kinder schon Angebote. Also das Bewusstsein dafür ist noch gar nicht so da bei vielen.
Helen
Ja, und das denke ich nämlich gerade. Also für die, die halt zuhören und sich denken So, ich ich suche so ein bisschen Anschluss, weil also erstens glaube ich, ist das so man man man riskiert ja nicht so viel. So im schlimmsten Fall trifft man da niemanden, aber hat halt Bücher um sich rum. Aber es ist halt vielleicht ein bisschen weniger komisch, als wenn ich mich stundenlang in der Buchhandlung aufhalte, weil da würden die irgendwann ja vielleicht schon denken, so kauft sie auch was und in der Bibliothek oder in der Bücherei kann man halt auch einfach Bücher stöbern. Man kann doch auch bei euch vor Ort sogar lesen oder so, Ja, das wäre glaube ich würde in der Buchhandlung nicht ganz so gut.
Janine Rothes
Ich glaube, die finden das nicht so toll.
Helen
Deswegen denke ich so probiert es doch mal aus, weil ich glaube, man kann einfach da mal hingehen und ein bisschen darauf spekulieren, dass man jemanden trifft. Wenn nicht, hat man halt eine gute Zeit zwischen Büchern, also zwischen Bücherregalen irgendwie. Weiß ich. Und es gibt ja eigentlich wirklich selbst in kleineren Orten gibt es eigentlich immer irgendwie eine Bücherei.
Janine Rothes
Ja, also wir haben ja auch Veranstaltungen, also verschiedenste Veranstaltungen. Zum Teil macht der Förderverein immer Buchempfehlungsabende und wir machen auch. Also ich persönlich mache, ähm so einmal im Quartal eine Veranstaltung mit unserer Gleichstellungsbeauftragten, das irgendwie ein Frauenkino ist oder jetzt eine Kleidertauschparty hatten wir jetzt zuletzt richtig cool. Jetzt am Freitag haben wir wieder ein Frauenkino und das hatten wir noch. Auch ein Buchempfehlungsabend. Genau. Das ist auch so, wo dann ganz viele verschiedene Personen aufeinandertreffen. Und Louisa Dellert sagte ja wahrscheinlich auch, die hat ja auch dieses Buchcafe eröffnet und hat ja auch so ein Walking Bookclub gemacht. Finde ich auch eine super Idee. Also da haben wir auch schon drüber gesprochen, ob man sowas nicht mal macht, dass man auch dann Leute, die lesen, so ein bisschen vernetzt. Und ich glaube, dass wir da auch Anklang finden. Man muss es vielleicht öfter machen, dass es dann auch sich herumspricht, aber, dass man so die Leute dann auch ein bisschen vernetzt.
Helen
Ja, voll. Also ich glaube, man verliert einfach nicht so viel. Es kostet nicht viel und man kann. Also man kann da so viel nutzen. Ihr hattet ja auch, glaube ich. Das fand ich ja auch so geil. Das habe ich selber noch nicht ausprobiert. Das habe ich aber schon von vielen Büchern gehört. Aber dass man ja auch nicht nur Bücher ausleihen kann und auch nicht nur jetzt. Keine Zeitschriften. Hörbücher, so das, was man vielleicht auch vermutet, sondern ja auch richtig so Geräte wie ne, total cool und bei euch waren das glaube ich auch. Also spiele auch. Ich weiß gar nicht mehr so genau, aber ihr habt, so meine ich, so ein Regal.
Janine Rothes
In der Bibliothek der Dinge nennt sich das bei uns. Genau. Also wir haben natürlich uns erstmal so ein bisschen herangetastet. Am Anfang hatten wir auch so ein bisschen Werkzeug oder so ein Laserentfernungsmesser. Ähm, ein Fenster Fensterwischer Fenstersauger nennt sich das, glaube ich, von Vileda. Und darf ich das überhaupt sagen?
Helen
Manche Werbung und Werbung gemacht.
Janine Rothes
Werbung wegen Markennennung. Du warst sehr, sehr gut. Geht in der Bibliothek der Dinge sind Kindersachen, oder Wir haben auch die Nintendo Switch. Die haben wir mittlerweile sogar zweimal, weil die super geht. Und ich finde, da ist das auch schon wieder so ein Thema mit sozialer Gerechtigkeit oder wie? Wie kann man es benennen? Also, dass man auch Kindern ermöglicht, die jetzt vielleicht von zu Hause aus nicht die Switch bekommen oder sich leisten können, dass sie sich die bei uns ausleihen können und die dadurch nutzen können? Oder dass man die halt mal ausprobiert, bevor man sie kauft, finde ich das wirklich gut. Komm, mein Kind. Ja und das finde ich das auch gut. Auch die Toniebox, die Tonifiguren, ich meine, die sind ja auch nicht günstig und da weiß man auch nicht, was gefällt meinem Kind. Dann probiere ich mich mal durch und das ist schon, finde ich, ein riesengroßer Mehrwert. Also gerade für Familien mit Kindern Da. Eine Kinderkarte kostet fünf Euro. Also dann kann man sich da auch regelmäßig neue Bücher, neue Tonies mitnehmen.
Helen
Krass, voll gut. Also ich meine, das muss man sich echt mal überlegen, was das für ein Mehrwert ist für einen kleinen Preis. Das ist echt cool. Wenn man das unterstützen möchte, kommt man in den Förderverein, dann wahrscheinlich irgendwie. Wenn man eure Arbeit unterstützen möchte.
Janine Rothes
Genau. Also der Förderverein ist ja auch wir hatten ja auch letztes dieses Jahr glaube ich eine relativ lange Haushaltssperre. Also der ist dann auch so, dass er uns dann unterstützt und sagt na dann, irgendwie ist ein Budget, da könnt ihr schon mal ein paar Bücher anschaffen, weil wir natürlich auch durch unsere Aktualität ja auch gefragt sind, dass wir immer wirklich die aktuellsten Bücher haben, die dann besonders gefragt sind, die dann auch manchmal vierzehn Mal vorbestellt sind. Und da dann der Förderverein sagt Komm, wir holen euch noch ein zweites davon, damit jetzt nicht die Leserinnen Ewigkeiten warten müssen. Ja, da macht auch die, die machen ja auch nen Buchspenden an und sind auf dem Stadtfest mit einem Bücherflohmarkt, wo sie dann Einnahmen generieren und dann uns mit gewissen Dingen unterstützen können.
Helen
Cool. Habt ihr in der Regel ein Exemplar von einem Buch?
Janine Rothes
Ja, in der Regel ja. Wenn es. Also wir kriegen auch oft Bücher, dann auch gespendet, auch neue von Leserinnen, die sagen so hab ich das gekauft oder ich habe es geschenkt bekommen, Wollt ihr das haben? Wenn es dann richtig gut läuft, also Harry Potter zum Beispiel, haben wir, glaube ich, die gesamte Reihe zweimal, wenn nicht sogar manche Exemplare dreimal, weil die wirklich gefühlt dauerhaft laufen, weil immer so die nächste Generation nachkommt. Die, die dann auch lesen.
Helen
Dass das immer noch läuft. Verrückt. Ja.
Janine Rothes
Und genau die haben wir dann doppelt. Oder auch Caroline Wahl hatten wir jetzt doppelt. Ähm, eine Frage der Chemie, die lief ja auch super.
Helen
Ja.
Janine Rothes
Genau. Und dann? Wenn irgendwann, wenn man merkt, gut, jetzt ist der Hype abgeflaut, dann wird auch eins aussortiert Und das kommt dann bei uns in den Ins Fördervereins Regal. Das haben wir im Eingangsbereich und da kann man sich dann für kleines. Für eine kleine Spende diese Bücher dann auch mitnehmen. Also sowohl Aussortierte, die noch im guten Zustand sind von uns, als auch gespendete, die wir nicht einarbeiten, kann man da dann mitnehmen.
Helen
Wie entscheidet ihr, was ihr nicht einarbeitet und was ihr wieder aussortiert?
Janine Rothes
Also was wir nicht einarbeiten, entscheiden wir nach. Also die, die die Lektorate innehaben, die kennen sich ja so ein bisschen aus, was gefragt ist und was nicht. Vielleicht, oder auch wenn es jetzt eine ganz neue Reihe ist, dann muss man auch immer überlegen Fangen wir damit an, weil wir halt einfach nicht so viel Platz haben. Oder ist es jetzt ein Band von einer Reihe, die wir sowieso nicht haben? Ist es älter als fünf Jahre, wird es auch nicht mehr so gefragt. Also es ist glaube ich, immer so ein bisschen abwägen, Also ich treffe die Entscheidung nicht. Das sind dann die, die den Beruf gelernt haben und da schon die Expertise haben. Wobei ich auch bei manchen sagen, ich glaube, das könnte gut laufen. Also ich schicke meiner unserer Leitung auch immer gerne mal eine Mail mit so ein paar Anschaffungsvorschlägen, gerade so im Sachbuchbereich oder wenn ich was über Instagram sehe, was gerade irgendwie ziemlich gefragt ist. Und dann ist sie da auch sehr offen für. Und Bücher, die aussortiert werden, werden halt einfach anhand der Ausleihzahlen. Also wir hatten jetzt wieder Nullerliste, nennt sich das ist dann auch eine ganz nette Praktikantenaufgabe. Hatten wir letztens wieder eine Praktikantin, die war zwei Wochen da, mit der habe ich das dann zusammen gemacht. Dann haben wir uns die einzelnen Kategorien vorgenommen und dann, wenn es vier Jahre lang nicht ausgeliehen wurde, drei, vier Jahre.
Helen
Ja, okay, ich dachte irgendwie in den letzten zwölf Monaten, aber in den letzten vier Jahren null mal ausgeliehen.
Janine Rothes
Ja, also das ist eher im Sachbuchbereich dann ja, wo man sagt ja gut, es wäre schon gut, wenn man das irgendwie im Bestand hat, aber wenn es dann so wirklich jahrelang nicht gefragt ist, dann fliegt er raus. Und ich glaube, bei Romanen und Thrillern ist das eher so auf zwei, drei Jahre maximal. Aber es kommt dann noch mal meistens. Sobald man es aussortiert hat, wird nachgefragt.
Helen
Warum habt ihr das nicht da? Also falls euch das irgendwie in letzter Zeit mal so gegangen ist, das irgendwo nicht mehr da war, wisst ihr warum genau? Na ja, weil ich meine, es ist einfach ein Platz. Ich meine, das kennt man ja auch von zu Hause irgendwie. Man kann halt auch nicht alle Bücher lagern. Man muss dann irgendwie sich ein neues Regal holen oder so, aber wenn die Wohnung halt nur begrenzt groß ist, kann man auch nicht alle behalten.
Janine Rothes
Ja, die Leute kommen dann auch zu uns und sagen ja, ich habe hier Bücher. Könnt ihr die nehmen? Und dann sagen wir, die sind zu alt, die können wir. Die werden bei uns nicht mehr geliehen und dann muss ich die in den Müll schmeißen. Und das klingt dann wie so eine Drohung. So? Ja, aber wenn sie die jetzt nicht nehmen, dann landen Sie im Müll. Das wollen Sie doch nicht, oder? Also ich meine, uns bleibt ja auch nichts anderes übrig, wenn die wirklich, also die Kinderbücher sind ja dann auch so zerlesen und dass die dann tatsächlich nur noch entsorgt werden. Bei den anderen Büchern schauen wir, ob wir da noch irgendwie Abnehmer dafür finden. Aber wir müssen es ja auch letztendlich irgendwann entsorgen, wenn keiner mehr Interesse an den Büchern hat.
Helen
Stell dir die sonst in den Bücherschrank oder so!
Janine Rothes
Auch, aber nicht alle. Das würde ja teilweise auch wirklich den Rahmen sprengen.
Helen
Ja.
Janine Rothes
Wir stellen in unser Fördervereins Regal, was wir vorne haben.
Helen
Ja.
Janine Rothes
Ja, manchmal findet man auch so ein paar aussortierte Büchereibücher auf dem Flohmarkt habe ich auch schon gehabt. Eins aus der Stadt Leverkusen, ein aussortiertes.
Helen
Ach ja, das war ich. Da muss ich auch sagen, da blutet mir auch ein bisschen das Herz. Aber wahrscheinlich, wenn man auch so im Verlag oder so arbeitet, ist man wahrscheinlich echt auch schon ein bisschen daran gewöhnt, dass halt gewisse Bücher einfach an einem gewissen Punkt auch vernichtet werden. Ja, und wenn man sich Bücherschränke anguckt, denkt man sich auch teilweise Naja, ich glaube, das hat hier eigentlich nichts mehr zu suchen. Aber es ist schon schwer irgendwie.
Janine Rothes
Ja, ja, bei Klamotten ist es ja auch so irgendwann. Entweder sie sind kaputt oder man trägt sie nicht mehr, weil man sie nicht mehr schön findet. Da ist es vielleicht leichter, dass man sagt Ich habe sie jetzt in Altkleidercontainer geschmissen oder an Secondhandladen gegeben.
Helen
Da kümmert.
Janine Rothes
Sich.
Helen
Jemand anders drum.
Janine Rothes
Ja, und es gibt Halt bei Büchern nicht, weil man mit Büchern einfach die kann man nicht recyceln wie Klamotten. Also wir versuchen ja, wir machen ja auch selber so ein bisschen Upcycling. Das macht die Jule ja auch. Die macht jetzt auch im März bei uns so ein so eine Upcycling Veranstaltung für Bücher, wo dann Sachen daraus gebastelt werden, die macht ja auch einen Adventskranz oder so hat sie daraus gebastelt. Und ich habe auch Wimpelketten mit den Kindern gemacht, aus alten Büchern, aus alten Comics oder sowas. Aber aus so vielen Büchern, das geht einfach.
Helen
Nicht. Ja, aber ich hatte mal einen Etsyshop, wo ich auch aus alten Büchern was gebastelt habe. Und ich denke gerade so, wenn man einfach nur die Bastelvorlage zur Verfügung stellen würde, dann könnten das alle auch selber machen. Vielleicht könnten wir damit wieder mein Herz öffnen. Damit mehr Bücher retten?
Janine Rothes
Ja, ich habe auch dann schon geschrieben. Ich habe dann oder ich poste dann mal, was wir dann gebastelt haben aus den alten Büchern und sagt dann auch wenn ihr alte Bücher braucht zum Basteln, dann meldet euch bei uns. Wir haben ganz viele abzugeben.
Helen
Ja, aber ich weiß nicht. Ich finde es irgendwie echt. Also für mich ist Bücherei auch verbunden mit Wohlfühlort. Ich glaube, viele haben auch so Kindheitserinnerungen dran. Und ich glaube, vor allen Dingen geht es ja auch darum, einfach so die Awareness wie heißt das auf Deutsch.
Janine Rothes
Die irgendein Kontext, was du sagen willst.
Helen
Also Awareness zu schaffen. Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit dafür zu schaffen. Ist das richtig.
Janine Rothes
So ganz.
Helen
Aus dem Konzept, dass man eben da sehr günstig eine Mitgliedschaft abschließen kann. Dass man da wirklich ein sehr aktuelles, breites Programm als Programm im Sortiment hat, aber eben auch ein Programm, das man nutzen kann. Und das ist auch ein Ort ist, wo man sich einfach auch echt nett aufhalten kann und wo man im Idealfall noch Leute trifft, die ähnlich ticken wie man selbst. Ja, genau. Deswegen vielleicht noch mal der Aufruf Schließt eine Mitgliedschaft in eurer örtlichen Bücherei ab. Wenn ihr aus der Nähe von Leichlingen kommt, schaut mal bei der Bücherei Leichlingen, Stadtbücherei Leichlingen vorbei. Besucht Janine.
Janine Rothes
Ja, kommt gerne, ist immer nett bei uns. Also es kommen auch ganz viele Kundinnen, die tatsächlich sagen, die kommen sehr gerne zu uns, weil es bei uns auch so persönlich und so herzlich ist. Also weil wir haben natürlich. Solingen hat eine große Stadtbücherei, Langenfeld hat eine super schöne, der hat ja so ein Architekt hat ein Architekturbüro, der hat auf jeden Fall richtig schick was entworfen. Die haben super viel Platz, die haben schöne Ecken. Also wirklich toll. Aber es ist halt sehr groß und bei uns ist es halt sehr persönlich. Also bei uns kommt dann auch mal vor, dass wir Kunden anrufen und sagen, wir wollten nur mal hören, was los ist, weil irgendwie sind die Medien schon sehr in Verzug. Also das machen wir auch teilweise ja, dass wir dann irgendwie sagen ja ist jetzt so, sondern es ist schon sehr persönlich bei uns. Wir kennen irgendwie die meisten unserer Kundinnen und wissen, was sie gerne lesen, wann die kommen und legen auch mal was zur Seite. Ich hatte letztens eine Kundin, die hatte mich mal nach Tschick gefragt und wir hatten es aber aussortiert und dann kam es irgendwie ein paar Wochen später als Spende rein. Und dann habe ich gedacht Ah, da war doch irgendwie eine Kundin, die hatte danach gefragt Ich leg dir das mal zur Seite. Und die kam wirklich erst Monate später. Ich dachte, Wo bleibt sie jetzt? Und dann hat sie sich aber trotzdem gefreut, dass irgendwie so ne.
Helen
Jawollja auch dass du an sie gedacht hast.
Janine Rothes
Ja.
Helen
Voll schön. Oh, kann ich auch sehr empfehlen. Das hat mich sehr überzeugt. Ich glaube, das ist bei vielen auch ein bisschen durch, weil es ja auch Schullektüre ist.
Janine Rothes
Aber ja, stimmt, ich hatte es nicht geglaubt, als es rauskam. Nee.
Helen
Voll. Und ich fand es richtig klasse. Ich habe es halt auch nicht in der Schule. Also das war wahrscheinlich auch erst danach. Keine Ahnung. Ich habe das gelesen und fand es ganz toll. War im Theater, fand es ganz toll, habe den Film geguckt. Weiß ich nicht mehr, ob ich den genauso toll fand. Ich glaube aber auch nicht schlecht. Also so eine rundum Erfahrung kann ich sehr empfehlen. Vielleicht, dass dann doch noch mal was fürs feste Sortiment bei euch.
Janine Rothes
Ja, wir haben es in leichter Sprache. Das hatte sie dann auch mitgenommen.
Helen
Ah ja, okay, sehr gut. Cool. Ich danke dir auf jeden Fall sehr. Nochmal für so den die die Ergänzung zu der Bücherei Perspektive. Ich glaube, es schadet nicht, da immer wieder noch mal darauf aufmerksam zu machen, dass das echt eine tolle Institution ist. Tolle Institutionen und ich hoffe, dass da ganz viele sich jetzt denken Mache ich mal, probiere ich mal! Ja, genau. Und ich bin gespannt, ob mal jemand bei euch reinspaziert und sagt Ich habe die Podcastfolge gehört. Hi Janine.
Janine Rothes
Ja, das wäre cool. Also ich bin ja immer schon total stolz, wenn jemand sagt ich habe das auf Instagram gesehen, weil wir sind. Also ich glaube, wir sind jetzt bei etwas über vier hundert Followerinnen und das ist für mich schon voll der Erfolg in den letzten Jahren. Und dann freue ich mich immer wirklich, weil ich musste schon so ein bisschen so darf ich, darf ich? Ich würde gerne. Ich könnte mir das total gut vorstellen für uns und habe es dann ins Leben gerufen. Und dann ist das natürlich für mich so ein bisschen so ein kleiner Erfolg, dass ich denke, jetzt auf Instagram gesehen und sich deswegen gemeldet oder sind vorbeigekommen.
Helen
Voll cool. Dann sag doch jetzt einfach mal gerade Wo findet man euch da?
Janine Rothes
Äh, ja. Tatsächlich sind wir so ein bisschen versteckt. Also man findet uns im Rathaus unten, wenn man quasi klassisch zum Bürgerbüro geht, um sich umzumelden, abzumelden und dann einmal um die Ecke. Ähm, dann ist da der Eingang, aber da ist auch so eine Überdachung drüber. Also wie gesagt, wir liegen echt versteckt im. Vom Stadtpark aus kann man uns auch erreichen.
Helen
Und bei Instagram für alle, die nicht aus der Gegend kommen.
Janine Rothes
Ach so, das meinst du? Wo wohnst du? Okay, rausschneiden.
Helen
Alles gut.
Janine Rothes
Ich war noch ganz analog gerade unterwegs. Nein. Wo man uns über Instagram findet? Genau. Also eigentlich ganz klassisch. stadtbuecherei_leichlingen.
Helen
Okay, kann man mal schauen, was du da so machst? Und kriegt man vielleicht auch ein bisschen Inspiration für neuen Lesestoff und Ideen, was man noch alles in der eigenen Bücherei anbieten kann. Und wer weiß nicht alles genau. Sagt auf jeden Fall mal Hallo. Ob digital oder in echt. Und ich würde sagen, wir trinken auf der Sonnenseite des Lebens auf der Terrasse den Kaffee bzw mein Gebräu zu Ende und verabschieden uns an der Stelle von den Mädels. Ich danke dir sehr für deine Zeit, vor allen Dingen trotz Sportverletzungen. Es hat mir gar nicht angesprochen. Hast du dir heute die Zeit genommen? Deswegen vielen, vielen Dank dafür. Und ja, ich sage bis bald. An alle, die zugehört haben Danke.
Janine Rothes
Dass ich hier sein durfte.




