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34 Dinge, die ich mit 34 machen möchte

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Podcast · Folge 61

34 Dinge, die ich mit 34 machen möchte

Eine Geburtstagsfolge mit einer Liste zum Nachmachen – und der Frage, was man eigentlich mit dem nächsten Lebensjahr vorhat

3. März 2024 · 51 Minuten · Ganze Folge hören ↓

Stand heute

Diese Folge ist an Helens 34. Geburtstag erschienen, im März 2024 – das Lebensjahr, um das es geht, ist längst vorbei. Eine Folge, in der sie die Liste noch einmal durchgeht, gibt es in unserem Archiv nicht; was aus den beiden Jahren danach geworden ist, erzählt sie stattdessen in ihren Jahresrückblicken. Einen Punkt können wir hier schon abhaken: Sie wollte hundert Prozent selbstständig arbeiten, und ihr letzter Arbeitstag im Angestelltenverhältnis war der 20. Dezember 2024. Zwei Kleinigkeiten haben sich seitdem geändert: Der Botanische Garten in Bonn, den Helen als kostenlos beschreibt, verlangt inzwischen an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen vier Euro Eintritt (ermäßigt zwei) – montags bis freitags ist er weiterhin frei. Und der Mitgliedsbeitrag beim Kur-Theater Hennef liegt heute bei 2,50 Euro im Monat aufwärts, den Betrag legt man selbst fest.

Gute Vorsätze halten selten bis Februar. Eine Liste mit Dingen, auf die man sich freut, hält länger. Helen hat sich zu ihrem 34. Geburtstag 34 davon aufgeschrieben und liest sie in dieser Folge vor – vom Traumarbeitszimmer über eine Nacht unter freiem Himmel bis zum Sprung in die volle Selbstständigkeit. Das Interessante daran ist weniger, was auf ihrer Liste steht, als wie sie zustande kommt. Denn die meisten Punkte sind erstaunlich klein.

Warum eine Liste und keine Vorsätze

Die Idee stammt nicht von ihr. Helen hatte eine Folge des Podcasts Deeper Than Money gehört, in der Chloe Elise so eine Liste zu ihrem Geburtstag vorliest – und die das jedes Jahr macht. Helen hat sich danach direkt die Folgen zu den früheren Geburtstagen nachgehört und zwei Dinge daraus mitgenommen: die eigene Liste und ein Geschenk für die Schmökerrunde, zu dem wir am Ende noch kommen.

Der Unterschied zum Vorsatz liegt in der Zahl. Wer sich fünf Dinge vornimmt, nimmt sich die großen vor. Wer sich vierunddreißig vornimmt, muss irgendwann auch die kleinen aufschreiben – und die sind es, die das Jahr tatsächlich anders machen. Helen beschreibt den Effekt so: Die ersten zehn bis fünfzehn Ideen fließen noch aus einem heraus, danach muss man genauer überlegen. Ihr Rat ist deshalb, die Liste anzufangen und sie dann ein paar Tage mit sich herumzutragen und immer wieder zu ergänzen.

Und noch etwas: Da sollte nicht nur Skydiving, Weltreise oder Ted Talk stehen. Die Punkte dürfen groß sein, aber sie sollen in diesem einen Jahr überhaupt machbar sein. Genau eine utopische Sache hat sie sich trotzdem erlaubt.

Die Dinge, die seit Jahren liegen bleiben

Ein guter Teil der Liste besteht aus Vorhaben, die Helen schon lange mit sich herumträgt. Ein abgerockter Fünfziger-Jahre-Schreibtisch von Kleinanzeigen steht im Keller und wartet darauf, lackiert zu werden. Das Arbeitszimmer drumherum ist über Jahre gewachsen – Regale, eine neu bezogene Récamiere, eine Buchseitenwand –, ist aber nach wie vor auch die Kammer, deren Tür man am Wochenende zumacht. Der umgebaute Van, der eigentlich Oscar heißt und den sie konsequent Osci nennt, steht seit zwei Jahren auf der Liste; dieses Mal gibt es einen Termin, weil sie damit losfahren wollen.

Dazu die eigene Website, für die die Domains längst gesichert sind und für die eine Freundin Hilfe zugesagt hat. Mehr Tage im Outdoor-Office auf dem überdachten Balkon, dessen Lounge-Ecke sie 2020 aus sechs weiß gestrichenen Europaletten gebaut hat. Und die Curly-Girl-Methode, bei der sie selbst zugibt, dass der Trend längst vorbei ist – der Gedanke dahinter aber bleibt: die Haare so zu lassen, wie sie sind, so wie sie vor Jahren aufgehört hat, sie zu färben.

Mehrere dieser Punkte stehen schon auf einer älteren Liste: »20 Dinge, die ich 2020 machen möchte«, veröffentlicht auf ihrem inzwischen eingeschlafenen Blog. Dass davon vieles liegen blieb, hatte 2020 gute Gründe.

Draußen, und zwar konkret

Auffallend viele Punkte spielen im Freien, und keiner davon ist teuer. Erdbeeren selbst pflücken auf einem Feld in der Nähe. Ein Picknick am Strand, weil sie ohnehin viel mehr Picknicks machen will. Wieder auf Inliner steigen, woran es bisher vor allem daran scheiterte, dass sie keine mehr besitzt – die alten von Kleinanzeigen waren zu eng. Bouldern, das sie im Studium geliebt und dann aus den Augen verloren hat. Outdoor-Yoga, das es unter dem Namen Sport im Park von Mai bis September kostenlos gibt. Und der Flohmarkt in der Rheinaue quasi vor der Haustür, der von April bis Oktober einmal im Monat stattfindet und bei dem sie im Vorjahr trotz aller Termine im Kalender nur einmal war.

Der schönste Punkt dieser Gruppe ist das Biwakieren – unter freiem Himmel schlafen, ohne Zelt. Im Jahr davor war alles vorbereitet: ein Survivalkurs im Harz als Geburtstagsgeschenk für ihre jüngste Schwester, dazu ein Campingplatz in der Nähe, auf dem Biwakieren erlaubt ist. In Deutschland geht das nämlich nicht einfach so. Gescheitert ist es dann am Wetter: Die Wochenenden davor und danach waren großartig, ihres war nass und nachts so kalt, dass sie selbst im Zelt gefroren hat.

Reisen, die schon im Kalender stehen

Drei Reisen auf der Liste sind zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits gebucht – was sie von Wunschdenken unterscheidet. Die Kanalinseln im Mai, gemeinsam mit ihrer Mutter, ihren Schwestern und deren Partnern; eigentlich war das der Wunsch ihrer Mutter zum Sechzigsten gewesen und musste ausfallen. Und eine Rückkehr nach Hallerbos in Belgien, in den Wald, in dem im Frühjahr der gesamte Boden blau von Bluebells ist und alles danach duftet. Sie hatte ihrem Freund am Anfang ihrer Datingzeit davon erzählt, er hat den Ort gefunden, und der Besuch damals war einer der Momente, von denen sie bis heute schwärmen. Diesmal mit einem Airbnb direkt am Waldrand gebucht – genau fünf Jahre später, auf dasselbe Wochenende. Ob die Bluebells dann blühen, weiß niemand.

Dazu kommen die Vorhaben, die noch Planung brauchen: der Blumenteppich in Brüssel, den es nur alle zwei Jahre gibt; ein Lebkuchenkurs in Nürnberg, den man nur außerhalb der Weihnachtsmarktsaison buchen kann; und die Weltreise, deren Route sie zum Teil schon geplant hat und für die sie sich vor allem eins vornimmt: sich die Zeit zum Weiterplanen zu nehmen. Reisevorbereitung ist für sie Teil der Reise – und gerade weil es sich nach Spaß anfühlt, nimmt sie sich die Zeit dafür meistens nicht.

Die eine utopische Sache ist der botanische Garten Lotusland in Santa Barbara, den Madame Ganna Walska zu Lebzeiten angelegt hat. Helen hat über sie in einem Zeitschriftenporträt gelesen und daraufhin vergeblich nach einer Doku gesucht. Ihre eigene Einordnung: Das Gute an so einer Liste ist, dass man überhaupt anfängt zu überlegen, wie es gehen könnte.

So oft passiert uns das Leben ja nur – und im Gegensatz dazu geht es darum, es gezielt zu gestalten.Helen

Die Punkte, für die es Mut braucht

Ein paar Dinge stehen auf der Liste, weil sie sich bisher nicht getraut hat. Pole Dance zum Beispiel: Vor 15 Jahren hat sie eine einzige Stunde mitgemacht und es großartig gefunden, konnte damals aber nicht weitermachen. Im Jahr vor der Aufnahme hat sie mehrfach Probetermine gebucht und jedes Mal wieder storniert. Ihre Bedingung an sich selbst ist bemerkenswert bescheiden: einmal hingehen. Wenn es ihr 15 Jahre später nicht mehr gefällt, ist das auch in Ordnung.

Dann ein Daith-Piercing, das letzte fehlende Stück einer Vorstellung, die sie schon auf ihrem ersten Visionboard hatte – sie hatte dafür seinerzeit Ohren ausgeschnitten und aufgeklebt. Und schließlich der größte Punkt der Liste: hundert Prozent selbstständig arbeiten. Sie nennt es selbst hauptsächlich eine Mutfrage und sagt, sie vertraue darauf, dass der Moment kommt, in dem sie sich zu springen traut.

Er kam: Im November 2024 hat sie ihre Teilzeitstelle gekündigt, am 20. Dezember 2024 war ihr letzter Arbeitstag. Wie dieses Jahr verlaufen ist, erzählt der Rückblick auf 2024 – und warum sie ihre Komfortzone überhaupt immer wieder erweitert, die Folge über das Lesen über die Komfortzone hinweg.

Drei Mitgliedschaften und eine Straßenzeitung

Eine kleine Gruppe von Punkten fällt aus dem Rahmen, weil es dabei nicht um Erlebnisse geht, sondern ums Unterstützen. Mitglied werden im Kur-Theater Hennef, einem alten Theater mit Kino, das vor dem Aus stand und von einem eigens gegründeten Verein ehrenamtlich am Leben gehalten wird. Mitglied werden im Freundeskreis der Botanischen Gärten Bonn, weil sie es toll findet, dass der Garten überhaupt offensteht. Und jeden Monat gezielt eine Ausgabe der Straßenzeitung fiftyfifty kaufen, die in Bonn verkauft wird – die kostet ein paar Euro, und die Hälfte davon bleibt bei der Person, die sie verkauft.

Helens Begründung dazu ist der Satz, der von dieser Folge am ehesten hängen bleibt: Sie findet es schön, wenn man im Kleinen etwas unterstützen kann, das einem wichtig ist.

Und was du davon hast

Am Ende der Folge dreht Helen die Sache um. Sie erzählt, dass sie diese Übung als Geburtstagsgeschenk in die Schmökerrunde eingebaut hat: Wer dort Mitglied ist und seinen Geburtstag hinterlegt hat, bekommt automatisch eine Mail mit zwei Dokumenten – eine Vorlage, die schon mit vielen Ideen gefüllt ist, weil das Anfangen oft das Schwierigste ist, und eine leere zum Ausfüllen am Laptop, am Handy oder mit der Hand.

Wer nicht dabei ist, braucht dafür trotzdem nicht mehr als ein Blatt Papier. Und einen Satz, der Helen kurz vor der Aufnahme zweimal unabhängig voneinander begegnet ist – von der amerikanischen Dichterin Mary Oliver: »Sag mir, was hast du mit deinem einen wilden und kostbaren Leben vor?«

Wie die Jahre danach gelaufen sind, erzählen die beiden Jahresrückblicke: der Rückblick auf 2024 und der Rückblick auf 2025.

Wenn du gerade selbst vor einem neuen Lebensjahr stehst und keine Lust auf Vorsätze hast, ist das die Folge, nach der man zu Stift und Papier greift.

Die ganze Folge hören

Häufige Fragen

Worum geht es in dieser Folge?

Helen hat sich zu ihrem 34. Geburtstag 34 Dinge vorgenommen, die sie in ihrem neuen Lebensjahr machen möchte, und liest die Liste in dieser Folge vor – mit einer kurzen Begründung zu jedem Punkt. Es ist eine Solofolge ohne Gast, erschienen am 3. März 2024, ihrem Geburtstag.

Wie schreibe ich mir selbst so eine Liste?

Nimm dir so viele Punkte vor, wie du Jahre alt wirst, und schreib sie ohne Reihenfolge auf. Die ersten zehn bis fünfzehn kommen von allein, danach lohnt es sich, die Liste ein paar Tage mit sich herumzutragen und zu ergänzen. Wichtig ist nur, dass die Punkte in diesem einen Jahr machbar sind – eine einzige utopische Sache darf trotzdem dabei sein.

Woher kommt die Idee?

Aus dem Podcast Deeper Than Money von Chloe Elise, die so eine Liste jedes Jahr zu ihrem Geburtstag macht. Helen hat die Folge gehört, sich die älteren Geburtstagsfolgen nachgehört und daraus zwei Dinge mitgenommen: die eigene Liste und das Geburtstagsgeschenk für die Schmökerrunde.

Was bekommen Mitglieder der Schmökerrunde zum Geburtstag?

Eine automatische Geburtstagsmail mit zwei Dokumenten: eine Vorlage, die schon mit vielen allgemeinen Ideen gefüllt ist, und eine leere Vorlage mit ausfüllbaren Feldern, die man am Laptop, am Handy oder ausgedruckt von Hand beschriften kann.

Welches Zitat kommt in der Folge vor?

Ein Satz der amerikanischen Dichterin Mary Oliver, der Helen kurz vor der Aufnahme zweimal unabhängig voneinander begegnet ist: »Sag mir, was hast du mit deinem einen wilden und kostbaren Leben vor?«

Gibt es eine Folge, in der sie die Liste auswertet?

Nein. In unserem Podcastarchiv gibt es keine Folge, in der Helen die 34 Punkte noch einmal durchgeht. Wie die beiden Jahre danach verlaufen sind, erzählt sie aber im Rückblick auf 2024 und im Rückblick auf 2025.

Die ganze Folge zum Nachlesen

Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist die Aufnahme. In dieser Solofolge spricht durchgehend Helen. Intro, Outro und der eingesprochene Hinweis auf die Schmökerrunde sind nicht Teil der Folge und stehen deshalb nicht hier; einzelne persönliche Punkte haben wir auf Wunsch weggelassen.

Hallo, hallo. Ich habe heute mal eine etwas andere Folge für dich vorbereitet, denn ich habe heute Geburtstag. Und wenn der Veröffentlichungstag des Podcasts auf meinen Geburtstag fällt — und das ja sowieso, seien wir ehrlich, das coolste Datum ist, der dritte Dritte —, dann müssen wir das feiern.

Die Idee für diese Folge hatte ich schon vor einer ganzen Weile, als ich eine sehr ähnliche Folge im Deeper-Than-Money-Podcast gehört habe. Chloe Elise, die den Podcast hostet, macht nämlich so eine Auflistung, wie ich sie gleich mit dir teile, jedes Jahr. Und als ich das gehört habe, habe ich mir erst mal direkt die Folgen zu ihren früheren Geburtstagen angehört. Erstens dachte ich: Das möchte ich auch zu meinem nächsten Geburtstag machen, in meinem Podcast. Und zweitens ist da auch die Idee entstanden, dass das mein Geburtstagsgeschenk für die Schmöker-Mädels wird. Ich hatte ohnehin vor, automatisierte Geburtstagsgrüße rauszuschicken, war aber noch unsicher, was mein Geschenk sein könnte. Das fand ich jetzt einfach perfekt.

Aber bevor du dich fragst, wovon ich eigentlich spreche: Ich habe 34 Dinge überlegt, die ich mit 34 machen möchte. Ich werde heute, wenn die Folge rauskommt, 34 Jahre alt. Also sind das Dinge, die ich in meinem neuen Lebensjahr machen möchte und die ich mit dir teilen möchte.

Ich finde das eine schöne Übung, um sich bewusst damit auseinanderzusetzen, was man eigentlich möchte — was man erreichen, erleben, machen möchte. Und gleichzeitig sollte man das Ganze wahrscheinlich auch nicht zu groß machen, denn 34 Dinge in einem Jahr umzusetzen, ist nicht so wenig. Wenn du dich hinsetzt und probierst, so eine Liste zu schreiben, wirst du vielleicht merken: Die ersten zehn bis fünfzehn Ideen fließen noch so aus dir heraus, und dann musst du doch mal ein bisschen genauer überlegen. Ich finde es eigentlich perfekt, eine erste Liste anzufangen und sie dann ein paar Tage mit sich herumzutragen und immer wieder aufzuschreiben, wenn einem noch etwas einfällt.

Da sollte aber eben auch nicht nur Skydiving, Weltreise oder Ted Talk stehen. Ich meine, you do you, mach, was immer dich glücklich macht — aber schau eben auch, dass es in diesem nächsten Jahr für dich überhaupt machbar ist. Ich teile jetzt mal meine Liste, dann weißt du vielleicht, wie ich das meine. Nur als Randnotiz: Sie sind in keiner bestimmten Reihenfolge, einfach so runtergeschrieben, wie sie mir eingefallen sind.

Mein Traumarbeitszimmer einrichten. Ich habe schon vor einer Weile einen ziemlich abgerockten Fünfziger-Jahre-Schreibtisch bei Kleinanzeigen erstanden, in dem irgendwie nur ich unglaubliches Potenzial sehe. Aber seitdem steht er im Keller und ehrlich gesagt nur im Weg. Mein Freund und ich haben jetzt überlegt, dass wir uns das für die Osterfeiertage vornehmen; ich möchte ihn wahrscheinlich lackieren. Ich freue mich auf das hoffentlich überragende Ergebnis.

Ich mag das Arbeitszimmer generell schon viel, viel lieber. Ich habe vor ein paar Jahren die Bücherregale gekauft, die ich am schönsten fand. Dann habe ich irgendwann die Récamiere, die hier steht, neu bezogen, und jetzt hat sie auch neue Füße bekommen. Und letztes Jahr habe ich die Buchseitenwand hier gemacht — das war auch an einem Feiertagswochenende. Ich liebe das schon sehr, aber es ist nach wie vor ein bisschen die Abstellkammer: Hier kann man die Tür schließen und sich das Wochenende über nicht mit dem Chaos beschäftigen. Ich habe ein bisschen das Gefühl, es ist noch nicht ganz der Raum, in dem ich mich komplett frei entfalten kann. Und zu dem Schreibtisch habe ich noch ein paar kleinere Ideen. Darum möchte ich mich gerne kümmern.

Die Curly-Girl-Methode testen. Das ist tatsächlich etwas, das ich von meiner Liste „20 Dinge, die ich 2020 machen möchte“ geklaut habe. Ich hatte vor „Mädels, die lesen.“ einen Blog, der durch „Mädels, die lesen.“ dann irgendwie eingeschlafen ist. Den gibt es noch, ich wollte ihn eigentlich schon schließen. Da hatte ich irgendwann Anfang 2020, vielleicht auch noch Ende 2019, einen Blogpost geteilt mit genau diesem Titel. Wenn du dich an dieses besondere Jahr zurückerinnerst, kannst du dir vielleicht denken, dass vieles davon aufgrund äußerer Umstände nicht geklappt hat. Ein paar Sachen habe ich in den Jahren danach noch umgesetzt: Ich habe mir das Tattoo stechen lassen, über das ich seit 14 Jahren nachgedacht hatte, und die zweiten Ohrlöcher. Mittlerweile habe ich auf jeder Seite drei.

Als ich mir die 34 Sachen überlegt habe, habe ich noch mal in diesem Blogpost nachgeschaut und fand das ganz spannend. Ich habe gemischte Gefühle, weil ich einerseits gar nicht so Lust auf den Aufwand habe. Ich weiß nicht, ob du davon schon mal gehört hast — ich glaube, der Trend ist längst vorbei. Aber irgendwann gab es mal diesen Trend Curly Girl. Wenn ich das richtig verstanden habe, versuchst du, deine Haare in ihren Urzustand zurückzubringen. Ich habe auf jeden Fall lockige Haare, wenn ich sie nicht glätte. Ich finde die Vorstellung voll cool, mich nicht mehr so mit Styling auseinandersetzen zu müssen, sondern meine Haare so zu lassen, wie sie sind — so wie ich vor Jahren auch aufgehört habe, meine Haare zu färben, und das total himmlisch finde. Ich habe das nie bereut. Aber um dahinzukommen, muss man ein bisschen Aufwand reinstecken. Darauf habe ich noch nicht ganz Lust, aber ich stelle mir das sehr befreiend vor. Ein bisschen back to the roots. Mal schauen — ich muss mich da, glaube ich, erst mal einlesen.

Auf die Kanalinseln fahren. Auch von der alten Liste: In dem Jahr hatten wir das ursprünglich geplant. Für dieses Jahr ist es ganz konkret im Mai geplant, deswegen auch umsetzbar. Meine Mama hatte sich das zu ihrem Sechzigsten gewünscht, und dann konnten wir es nicht machen — das holen wir dieses Jahr nach. Meine Schwestern und deren Partner, meine Mama, mein Freund und ich fahren gemeinsam auf die Kanalinseln und entdecken noch ein bisschen mehr England. Darauf freue ich mich sehr.

In Nürnberg einen Lebkuchenkurs machen. Das ist definitiv von der alten Liste. Ich habe das vor Ewigkeiten mal auf einem Blog gesehen — die hatten, glaube ich, eine Kooperation mit Tourismusbüros im Süden Deutschlands und haben verschiedene Städte besucht. Die machen total tolle Fotos und haben coole Tipps, und einer der Tipps für Nürnberg war ein Lebkuchenkurs. Ich fand das so cool. Dabei mag ich Lebkuchen gar nicht besonders, und irgendwie hatte ich trotzdem Lust darauf. Es wird immer noch angeboten, allerdings nur außerhalb der Weihnachtsmarktsaison, weil es sonst wohl zu eng wird. Man kann es also leider nicht mit einem Weihnachtsmarktbesuch verbinden — aber die sind mir ohnehin oft ein bisschen zu voll. Deswegen finde ich das gar nicht schlimm. Es ist aber etwas, das ich konkret einplanen muss: Ich komme nie einfach so in Nürnberg vorbei.

Ein Picknick am Strand machen. Ich will seit Jahren sowieso viel mehr Picknicks machen und weiß gar nicht so genau, woran es liegt, dass ich das nicht so oft mache, wie ich gerne würde. Am Strand ist natürlich noch mal Next Level, weil ich nicht in der Nähe von einem Strand wohne — aber ich finde die Vorstellung ganz toll. Vielleicht wird das ja etwas auf den Kanalinseln.

Osci umbauen. Auch etwas, das ich mir seit zwei Jahren vornehme. Aber dieses Jahr haben wir ein bisschen Druck, weil wir mit unserem Van — der eigentlich Oscar heißt, und ich weiß auch nicht, warum ich ihn immer Osci nenne — ja losfahren wollen. Wir haben aber auch Hilfe in Aussicht, deswegen ist es realistischer und auch ein bisschen Pflicht: Wir haben Pläne, dass wir das hinbekommen haben, bis ich 35 werde. Ich habe das Gefühl, dieses Jahr ist das realistisch. Wir schaffen das auf jeden Fall.

Meine eigene Website launchen. Das nehme ich mir auch schon ewig vor. Ich habe die Domains sogar schon gesichert, zwei sogar — ich will auf jeden Fall, dass das auf meinen eigenen Namen läuft. Eine Freundin würde mir auch helfen, das habe ich ihr, glaube ich, schon vor zwei Jahren gesagt. Ich weiß gar nicht, warum es nicht klappt, aber das möchte ich mir jetzt noch mal vornehmen: den alten Blog schließen und diese Website launchen. Ich muss einfach irgendwo anfangen. Das ist manchmal leichter gesagt als getan.

Inliner fahren. Das will ich auch schon seit Jahren wieder machen. Es scheitert aber vor allem daran, dass ich keine mehr habe. Ich hatte mal ganz günstige für zehn, zwanzig Euro bei Kleinanzeigen gekauft, und damit habe ich mir ungelogen bei jedem Mal so krasse Blasen gefahren, weil sie zu klein oder zu eng waren — ich habe relativ breite Füße. Irgendwann dachte ich, das bringt ja nichts, und habe sie weggegeben. Seitdem habe ich keine neuen, und ich würde so gerne. Es macht mir einfach Spaß, ich liebe das. Eine Sache, die wir zumindest vorhaben, auch wenn wir sie noch mal verschieben mussten: Meine Schwester und ich wollten nach Köln in diesen Rollerclub, der sieht ein bisschen old school aus und irgendwie nach Party-Location. Das wäre schon mal ein Anfang. Aber wenn es richtig gut läuft, mache ich nicht nur das, sondern stehe im Sommer auf eigenen Inlinern und mache die Gegend damit unsicher.

Biwakieren. Den Begriff kannte ich früher ehrlich gesagt gar nicht, aber er ist zumindest das Wort für das, was ich machen will: unter freiem Himmel schlafen. Meine Schwester und ich waren letztes Jahr schon fast so weit. Wir hatten zwei Sachen miteinander kombiniert — ich wollte biwakieren, und meine jüngste Schwester schaut gerne Survival-Formate. Deswegen hatten wir ihr zum Geburtstag einen Survivalkurs geschenkt, der im Harz stattgefunden hat. Ich hatte einen Campingplatz in der Nähe gefunden, auf dem man auch biwakieren durfte. Das ist vielleicht nicht so richtig krass, weil es eben ein Campingplatz ist — man muss aber dazu wissen, dass man das in Deutschland gar nicht so ohne Weiteres darf. Wir hätten zum Beispiel nach Schweden fahren können. Aber ich wollte es ja erst mal nur testen, und ohne Zelt dazuliegen finde ich auch auf einem Campingplatz erst mal krass genug.

Eigentlich war alles eingetütet, aber das Wetter hat nicht mitgemacht. Die Wochenenden davor und danach waren super. Als wir hingefahren sind, war es total regnerisch, und vor Ort hat es auch genieselt — und vor allem war es nachts saukalt. Ich habe selbst im Zelt mit den Klamotten, die ich dabeihatte, so gefroren, dass da für mich keine Chance war, unter freiem Himmel zu liegen. Aber ich hoffe sehr, dass wir das bei einer anderen Gelegenheit noch hinbekommen. Ich habe es mir irgendwie in den Kopf gesetzt. Ich frage mich gerade, ob ich ein Auge zudrücken könnte, wenn ich es schaffe, dieses Jahr auf dem Balkon zu schlafen. Vielleicht — aber vielleicht kriege ich auch etwas Krasseres als den Balkon hin.

Zurück nach Hallerbos fahren. Das sagt dir vielleicht nichts. Relativ am Anfang unserer Datingzeit habe ich meinem Freund von Bluebells erzählt. Das sind kleine blaue Blümchen — so richtig gibt es die hier in Deutschland nicht, ich glaube, es ist eine Hyazinthenform. In England blühen sie im Frühling quasi überall: In ganz vielen Wäldern ist dann der gesamte Boden blau bedeckt, und alles duftet auch danach.

Ich hatte ihm davon erzählt und auch, dass ich irgendwo gesehen hätte, dass es so einen Bluebell-Wald wohl auch in Belgien gibt. Ich hatte aber nicht weiter nachgeforscht — ich glaube, er hat dann herausgefunden, wo das ist, in so etwas ist er mega gut. Auf jeden Fall hatten wir dann relativ spontan entschieden, mal hinzufahren. Und das war richtig magisch. Dieser Duft kommt einem schon entgegen, wenn man den Wald nur betritt. Wir schwärmen seit Jahren davon, weil es so toll war.

Vor ein oder zwei Jahren hatte ich ein Airbnb entdeckt, das quasi direkt am Waldrand liegt. Wir konnten damals ein oder zwei Kilometer davor nur parken, weil das auch voll der Touri-Spot ist; wir waren zum Glück abends da, da war es angenehm. Aber wir hatten schon gedacht: Cool wäre, wenn man ein bisschen näher drankäme. Ich habe das jetzt für dieses Jahr gebucht, und zwar genau fünf Jahre nachdem wir das letzte Mal da waren — genau dieses Wochenende. Es ist ein bisschen Glücksspiel, weil ich natürlich nicht sagen kann, ob die Bluebells dann wirklich blühen. Da muss man einfach darauf hoffen. Aber das Airbnb sieht gemütlich aus, also wird es auch so ein schönes Wochenende. Ich hoffe natürlich sehr, dass wir auch Bluebells sehen.

Den Blumenteppich in Brüssel sehen. Auch Belgien. Den gibt es nur alle zwei Jahre, auf dem großen Platz im Stadtzentrum. Ich habe mich mal genauer eingelesen, kann es aber gerade nicht mehr ganz genau sagen — auf jeden Fall werden dort Blumen ausgelegt. Ich glaube sogar, dass der letzte vor zwei Jahren wegen Corona abgesagt wurde. Jetzt im August findet er wieder statt, leider nicht zu der Zeit, zu der wir ohnehin wegen der Bluebell-Blüte nach Belgien fahren. Aber egal, von Bonn aus ist die Entfernung okay, und ich hoffe einfach, dass wir das hinbekommen. Ein Hotel zu buchen ist eher utopisch, aber vielleicht fällt uns etwas ein. Ich würde es gerne mal live sehen — vielleicht hat ja auch jemand einen Geheimtipp für mich.

Pole Dance testen — und wirklich testen, das ist mir ganz wichtig. Das schleppe ich schon lange mit mir herum, und im letzten Jahr habe ich sogar mehrfach Probetermine gebucht. So oft, dass es mir fast peinlich ist, da hinzugehen, wenn die das im System haben. Aber egal. Ich hatte sie jedenfalls immer wieder storniert, und warum, weiß ich auch nicht so genau. Vor ziemlich genau 15 Jahren habe ich eine einzige Pole-Dance-Stunde mitgemacht und fand das ganz toll, konnte dann aber nicht weitermachen. Jahrelang habe ich mich ein bisschen dafür verurteilt, dass ich es gerne noch mal machen wollte — es war mir unangenehm, und ich dachte, wie klingt das, wenn ich das sage. Das hat mich sehr lange abgehalten. Letztes Jahr hatte ich eigentlich schon entschieden: Ich mache das jetzt. Es kann ja sein, dass es mir 15 Jahre später gar nicht mehr gefällt. Aber irgendwie habe ich es dann doch nicht durchgezogen. Deswegen möchte ich das mit 34 noch mal machen. Und wenn ich dann sage, nee, das ist nichts für mich, ist das auch völlig fein — dann halt nicht. Aber ich möchte es wenigstens einmal ausprobieren.

Birkenstocks kaufen. Die sind gar nicht so außergewöhnlich, ich glaube, es ist voll der Mainstream — ich habe das Gefühl, alle Vanlifer tragen die. Aber ich möchte sie auch. Ich war sogar letztes Jahr in dem Birkenstock-Laden, den es hier in Bonn gibt. Gekauft habe ich sie auf jeden Fall nicht, ich glaube, weil sie mir doch immer sehr teuer vorkommen. Dieses Jahr mache ich das. Dieses Jahr gehören sie mir.

Ein Daith stechen lassen. Das musst du mal googeln, ich finde es schwer zu erklären — so ein Ring im Ohr, sagen wir mal. Mein Freund und ich haben darüber schon viel gelacht, weil ich beim ersten Visionboard, das wir gebastelt haben, richtig Körperteile darauf hatte: Ich wollte einen ganz bestimmten Ring haben und hatte deshalb die Hand ausgeschnitten und auf mein Visionboard geklebt — und auch Ohren, weil ich eine ganz bestimmte Vorstellung davon hatte, wie meine Ohren aussehen sollen, also wie gepierct. Und ich habe alles gemacht: Ich habe diese drei Ohrlöcher auf jeder Seite, ich habe eins, das kein Piercing ist, sondern so ein Ear Cuff, und ich habe ein Piercing oben am Ohr, das ich haben wollte. Jetzt fehlt quasi nur noch ein einziges, und das ist dieses Daith. Dafür sammle ich noch ein bisschen Mut — ich stelle mir das viel schlimmer vor als die anderen. Ich weiß aber schon, wo ich das machen kann, und die haben mir auch gesagt, dass es bei meinem Ohr geht; dafür muss man eine bestimmte Ohrform haben. Ich muss es nur noch umsetzen.

Die Weltreise in Anführungsstrichen fertig planen. Ich glaube, fertig wird das nie sein. Aber ich verrate dir ein nicht so geheimes Geheimnis: Ich möchte irgendwann eine Weltreise machen. Ich glaube, das ist der Traum von ziemlich vielen, deswegen habe ich manchmal das Gefühl, dass die meisten ohnehin denken: Ja klar, als ob du es jemals machst. Aber ich möchte wirklich. Jedenfalls habe ich schon einen Teil der Route geplant, und ich möchte mir in meinem neuen Lebensjahr einfach die Zeit nehmen, das weiter zu planen. Das ist für mich tatsächlich ein bisschen Self-Care. Es macht mir voll Spaß, ich liebe Reisevorbereitung — für mich ist das schon ein wichtiger Teil der Reise selbst. Und gerade weil es sich so nach Spaß anfühlt, nehme ich mir oft eben nicht die Zeit dafür, was an sich schon traurig ist.

„Das einzige Buch, das du über Finanzen lesen solltest“ noch einmal lesen. Ich habe es letztes Jahr als Hörbuch gehört und möchte es jetzt noch mal in Ruhe lesen und die einzelnen Schritte angehen. Ich habe es auch schon digital gekauft und angefangen, aber dadurch, dass ich es digital habe, vergesse ich es irgendwie — ich sehe das Buch ja nicht. Ich bin noch nicht so geübt mit digitalen Büchern. Da will ich mir etwas einfallen lassen, weil ich glaube, dass es mir helfen würde. Ich fand das eine richtig gute Schritt-für-Schritt-Anleitung.

„Morgenrituale für Millionäre“ noch einmal lesen. Mir ist immer voll unangenehm, oder ich bin so gehemmt — selbst wenn ich es niemandem erzähle, nur für mich —, wenn irgendwo etwas mit Reich oder Millionen draufsteht. Keine Ahnung, daran arbeite ich. Ich hatte es als Hörbuch gehört und fand es richtig cool. Der Autor hat auch ein Buch geschrieben, in dem es allgemein um die Morgenroutine geht, ich glaube, es heißt „Miracle Morning“. Das habe ich nicht gehört. Man merkt generell, dass er sehr überzeugt und begeistert von so einer Morgenroutine ist. Ich habe dazu schon häufiger Bücher gelesen oder Hörbücher gehört und verspüre einfach den Wunsch, auch eine Morgenroutine zu haben. Bei ihm waren es, glaube ich, einzelne Bereiche, aus denen man sich etwas heraussuchen und sich so eine Morgenroutine zusammenstellen kann. Ich möchte das einfach noch mal ausprobieren und gucken, was für mich passt — und das Buch als richtiges Buch kaufen und lesen statt nur zu hören.

Zum Klassikpicknick gehen. Hier in der Rheinaue gibt es jedes Jahr eine Art Festival, ich glaube, es heißt Kunstrasen. In dem Rahmen wird auch eine Veranstaltung organisiert, die Klassikpicknick heißt. Sie ist komplett kostenlos, und so wie ich das verstehe, bringt man sein eigenes Picknick mit — und ich will ja sowieso mehr Picknicks machen. Auf der Bühne wird dann klassische Musik gespielt. Ich finde das voll cool und will das schon seit Jahren machen, aber es ist halt ein Tag im Jahr, und irgendwie war da immer etwas. Deswegen schreibe ich es mir jetzt noch mal in den Kalender. Ich habe übrigens gesehen, dass sie jetzt auch ein Folk-Picknick anbieten — vielleicht mache ich das auch noch, wenn es mir gefällt.

Den botanischen Garten Lotusland in Santa Barbara besuchen. Das ist, glaube ich, das Utopischste auf meiner Liste, aber eine utopische Sache kann man sich schon erlauben. Ich habe in einem Artikel in der Flow über Madame Ganna Walska gelesen, das war ein Porträt über sie, und fand ihre Geschichte voll faszinierend. Es gibt leider gar nicht so wahnsinnig viele Infos zu ihr. In solchen Momenten, wenn ich so spannende Frauen entdecke, will ich am liebsten eine Doku gucken — aber oft gibt es eben keine. Was ich gelesen habe: dass sie zu Lebzeiten mit ihrem Vermögen einen riesigen botanischen Garten in Santa Barbara angelegt hat, und die Lotusblüten dort sind wohl etwas ganz Besonderes. Du hast vielleicht herausgehört, dass ich Pflanzen liebe.

Aber es ist eben Santa Barbara, nicht unbedingt um die Ecke, und die beste Reisezeit wegen der Blüte ist von Juni bis Anfang August — bis dahin habe ich tendenziell nicht das nötige Kleingeld zusammen. Das Gute an so einer Liste ist ja aber, dass man überhaupt mal anfängt zu überlegen: Wie könnte ich das umsetzen? Vielleicht bin ich eben nicht zur Hauptblütezeit da; angeblich ist es das ganze Jahr über schön. Vielleicht schaffe ich es zumindest innerhalb meines 34. Lebensjahres. Das wäre ja auch schon etwas.

Ein Abenteuerwochenende mit meiner jüngsten Schwester machen. Ich habe ihr zum Dreißigsten ein Abenteuerwochenende geschenkt, und sie ist inzwischen 31 geworden — wir haben es also offensichtlich letztes Jahr nicht hinbekommen. Mit meiner anderen Schwester habe ich das aber schon gemacht, und das war richtig toll, so ein ganzes Wochenende zu zweit zu verbringen. Das machen wir sonst nicht so viel. Wir haben in einem umgebauten Zirkuswagen übernachtet, den ich auch über Airbnb entdeckt hatte, haben in einem Bett geschlafen und stundenlang gequatscht. Das war ganz toll, und das muss ich unbedingt auch noch mit ihr machen.

Mehr Outdoor-Office-Tage einlegen. Ich habe 2020 meine Lounge-Ecke auf dem Balkon gebaut, also sechs Europaletten weiß gestrichen. Und ich habe insgesamt einen sehr schönen Balkon, der sogar überdacht ist und sich echt perfekt für Outdoor-Office-Tage eignet. In anderen Jahren habe ich das auf jeden Fall mehr gemacht als letztes Jahr; ich weiß nicht genau, warum. Das möchte ich dieses Jahr wieder mehr machen, weil es mir gut tut. Ich liebe das.

Hundert Prozent selbstständig arbeiten. Das hatte ich schon mal in der Folge „Pläne für 2024″ angerissen. Das ist hauptsächlich eine Mutfrage. Aber ich fühle, dass ich mich immer mehr in die Richtung bewege, und ich vertraue einfach darauf, dass der Moment kommt, an dem ich mich traue zu springen.

Auf den Rheinauen-Flohmarkt gehen. Ich liebe, liebe, liebe Flohmärkte — und Sperrmüll, wenn wir schon dabei sind, aber hier, wo ich jetzt wohne, ist es voll kompliziert herauszufinden, wann Sperrmüll ist, weil hier jede Straße einen eigenen Termin hat. Jedenfalls: Quasi vor meiner Haustür ist die Rheinaue, und da gibt es einen ganz tollen Flohmarkt, von April bis Oktober einmal im Monat, echt riesig. Ich hatte letztes Jahr schon jeden Termin im Kalender stehen, und trotzdem war ich glaube ich nur einmal da — es ist immer etwas dazwischengekommen. Deswegen möchte ich dieses Jahr mindestens einmal hin, eigentlich lieber zu mehreren Terminen.

Auf den Flohmarkt in Mainz gehen. Der findet nur einmal im Jahr statt und ist vielleicht dadurch ein bisschen leichter umzusetzen. Der ist dann in der gesamten Innenstadt, also riesig, aber echt süß. Der lohnt sich total.

Mitglied beim Kurtheater Hennef werden. Auch etwas, das ich schon länger vorhabe. Ich habe irgendwie ein Faible für alte Sachen. Vielleicht kennst du das Kurtheater in Hennef nicht — das ist ein richtig süßes, altes Theater, in dem jetzt auch ein Kino ist, und die haben immer ein tolles Programm. Als es vor dem Aus stand, wurde ein Verein ins Leben gerufen, der es gerettet hat, und es wird jetzt wirklich von Ehrenamtlichen am Leben gehalten. Ich möchte Mitglied werden, weil ich dazu beitragen möchte, dass es das Kurtheater auch zukünftig gibt. Wenn ich mich recht erinnere, sind es 30 Euro Jahresbeitrag. Ich muss es einfach nur machen.

Mitglied bei den Freunden des Botanischen Gartens werden. Das geht in eine ähnliche Richtung. Ich war letztes Jahr das erste Mal im Botanischen Garten hier in Bonn und war echt begeistert: Er ist kostenlos, und ich fand ihn total toll. Da war ein Stand von den Freunden des Botanischen Gartens. Ich habe dort Honig gekauft, der auch aus dem Botanischen Garten kommt und den ich sehr liebe und sehr empfehlen kann. Dadurch habe ich überhaupt erst mitbekommen, dass es diesen Förderverein gibt. Auch da möchte ich gerne mitmachen. Ich finde es vor allem toll, dass der Garten kostenlos angeboten wird — und ich glaube, es ist kein Riesenbetrag im Jahr. Ich finde es schön, wenn man im Kleinen etwas unterstützen kann, was einem wichtig ist.

Jeden Monat eine fiftyfifty kaufen. Das ist die Straßenzeitung, die hier in Bonn verkauft wird; ich glaube, sie kommt eigentlich aus Düsseldorf. Sie kostet nur ein paar Euro, aber damit unterstützt man eben die Verkäuferinnen und Verkäufer. Und ich finde, da sind echt immer spannende Artikel drin — die haben zum Beispiel Buchtipps oder empfehlen mal eine Ausstellung. Sie kommt einmal im Monat raus, und ich nehme mir vor, einmal im Monat gezielt dorthin zu gehen, wo sie verkauft wird, um mir eine mitzunehmen.

Bouldern gehen. Das habe ich während des Studiums öfter gemacht und wirklich geliebt. Ich bin früher total gerne auf jeden Baum geklettert und habe auch Geburtstage in der Kletterhalle gefeiert — aber in einer klassischen Kletterhalle, und das mag ich gar nicht so gerne, so angeseilt zu klettern. Als ich dann Bouldern entdeckt habe, dachte ich: Das ist echt perfekt für mich. Und wie so vieles habe ich es dann ein bisschen aus den Augen verloren. Das möchte ich dieses Jahr gerne noch mal probieren.

Erdbeeren pflücken. Ich habe vor ein paar Jahren entdeckt, dass es hier in der Nähe ein Erdbeerfeld gibt, auf dem man selber pflücken darf, und das finde ich voll klasse. Man muss natürlich die richtige Zeit abpassen, aber ich glaube, das steht immer auf der Website. Es macht einfach Spaß. Ich weiß gar nicht so genau, was ich mit den Erdbeeren machen soll, und ich pflücke wahrscheinlich nur einen Bruchteil von dem, was die meisten dort pflücken. Aber ich liebe dieses Erlebnis.

Den Wochenmarkt in Bad Godesberg besuchen. Das ist auch so verrückt: Der ist echt nicht weit weg von mir und sieht immer schön aus, wenn ich vorbeikomme — aber warum auch immer habe ich mich da noch nie blicken lassen. Ich bin öfter auf dem in der Bonner Innenstadt, weil ich da ohnehin bin. Ich glaube, der in Bad Godesberg ist immer nur samstags und so eine Art Bio- oder Ökomarkt. Ich finde die Vorstellung so toll, dass wir da unser Obst und Gemüse kaufen — oder meinetwegen auch nur einen Kaffee holen und die Leute beobachten. Das nehme ich mir ganz fest vor.

Outdoor-Yoga machen. Das habe ich schon ganz oft gemacht, letztes Jahr leider nur einmal. Ich war eigentlich total glücklich, als ich entdeckt habe, dass es das quasi direkt vor meiner Haustür gibt, konnte dann aber nur bei einem Termin dabei sein, weil das immer sehr kurzfristig angekündigt wurde und auch nur stattfand, wenn genug Leute zusammenkamen. Ich meine aber gesehen zu haben, dass es dieses „Sport im Park“ bundesweit gibt, das von einer Krankenkasse gesponsert wird — da kann man von Mai bis September kostenlos an verschiedenen Sportprogrammen teilnehmen. Das gibt es auch hier in Bad Godesberg in einem Park, und ich meine, da wäre auch Yoga dabei gewesen. Diese beiden Sachen möchte ich dieses Jahr genauer beobachten, um mehr Outdoor-Yoga zu machen. Früher habe ich das manchmal auch in Freibädern gemacht. Ich schaue einfach mal, was ich für Angebote finde.

Das waren die 34 Dinge, die ich mit 34 machen möchte. Und ich möchte vor allem auch dich dazu inspirieren, dich damit mal auseinanderzusetzen — einfach damit, was du dir für dein Leben wünschst. So oft passiert uns das Leben ja nur, und im Gegensatz dazu geht es darum, es gezielt zu gestalten.

Ich habe das, wie gesagt, in die E-Mail für die Schmöker-Mädels eingebaut. Wer Teil der Schmökerrunde ist und sich auf der Website registriert hat, muss auch den Geburtstag angeben; das dient dazu, dass wir automatisiert zum Geburtstag eine E-Mail rausschicken können. Darin sind nicht nur Grüße zum Geburtstag, sondern auch zwei Dokumente: Eines ist schon ausgefüllt mit jeder Menge Ideen, weil das ja oft das Schwierige ist — was schreibe ich da jetzt drauf? Das sind noch mal komplett andere Ideen als die, die ich jetzt genannt habe, eher allgemeingültige, die für jede passen können. Aber ich habe mir auch da viel Mühe gegeben, es sind keine Standardsachen. Und dann ein leeres Dokument. Das habe ich richtig gefeiert: Ich habe ein kostenloses Probeabo bei Adobe Pro abgeschlossen und konnte dann die Felder so gestalten, dass du sie am Laptop oder Handy ausfüllen kannst — du kannst es natürlich auch ausdrucken und von Hand beschriften.

In der Podcastfolge, die ich gehört hatte, sagt Chloe Elise, dass man das auch total schön mit Freundinnen zusammen machen kann. Ich glaube, sie schenkt das auch ihren Freundinnen: Wenn sie zum Geburtstag ohnehin essen gehen, setzen sie sich hin und überlegen, was auf deiner Liste stehen könnte. Das finde ich eine schöne Vorstellung.

In letzter Zeit ist mir tatsächlich zweimal unabhängig voneinander ein Zitat von Mary Oliver untergekommen, das ich dazu total passend finde: Sag mir, was hast du mit deinem einen wilden und kostbaren Leben vor? Ich liebe das, und ich finde es so passend — dass man einfach schaut: Was würde ich gerne in diesem nächsten Lebensjahr mit meiner Zeit anfangen? Mary Oliver kannte ich vorher gar nicht, aber sie war eine amerikanische Dichterin. Ich hätte auf jeden Fall Interesse, mich genauer mit ihr zu beschäftigen, weil ich dieses eine Zitat so schön finde.

Wenn du noch kein Teil der Schmökerrunde bist, die Idee hinter dieser Übung aber genauso schön findest, dann kannst du dir auch einfach ein Blatt Papier nehmen, dir selbst so ein Dokument gestalten und die Punkte aufschreiben, die für dein kommendes Lebensjahr infrage kommen — die großen wie die kleinen.

Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn ich dich dazu inspirieren konnte, eine eigene Liste zu schreiben. Falls du das machst, teile es super gerne mit mir, wenn du möchtest. Ich freue mich darüber, weil ich auch immer gerne sehe, was bei anderen auf so einer Liste steht. Ganz kurzer Einwurf: Chloe Elise hatte dann auch über die Sachen gesprochen, die sie letztes Jahr auf ihre Liste geschrieben hatte, also ob sie die umgesetzt hat. Das konnte ich jetzt natürlich nicht machen — aber wer weiß, vielleicht ja nächstes Jahr.

Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Spaß dabei, wenn du es machst. Und ich setze jetzt mal mein Partyhütchen auf und feiere weiter.

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