Startseite › Podcast › Rückblick 2025
Podcast · Folge 139
Ein Jahr mit sehr hohen Hochs und sehr tiefen Tiefs
Bühnenmomente, die von außen schillern, und das, was gleichzeitig darunter lag: Helens Rückblick auf 2025 – aufgenommen in einer Phase, in der es ihr selbst nicht gut ging
In dieser Folge spricht Helen offen über eine depressive Phase, über Erschöpfung und darüber, wie es ihr in diesem Jahr wirklich ging. Diese Seite fasst zusammen, was sie selbst öffentlich erzählt hat – ohne die persönlichen Einzelheiten aus dem Gespräch. Wer die ganze Folge hören möchte, findet sie weiter unten.
Es gibt Jahre, die sich von außen betrachtet wie eine Aneinanderreihung guter Nachrichten lesen: Bühne, Preis, Messe, Reisen. 2025 war so ein Jahr – und gleichzeitig eines der anstrengendsten, die Helen hatte. Diese Folge ist der Versuch, beides nebeneinander stehen zu lassen, statt sich für eine Version zu entscheiden.
Das Nebeneinander
Helen nimmt die Folge in einer Phase auf, in der es ihr selbst nicht gut geht – und sagt das gleich zu Beginn. Was sie dabei betont, ist ein Punkt, der oft untergeht: Eine depressive Phase sieht nicht so aus, dass man durchgehend am Boden liegt. Man kann in einer solchen Phase auf eine Bühne treten, gut sprechen und einen schönen Tag haben – und trotzdem ist alles drumherum unfassbar anstrengend.
Genau so war der Jahresanfang: Januar und Februar waren nach außen die schillerndsten Monate und für sie selbst die dunkelsten. Ihre eigene Einordnung im Rückblick: Sie war erschöpft – nach einem Jahr, in dem sie ihre Grenze überschritten hatte, ohne es zu merken, und in dem sie parallel den Ausstieg aus ihrem Job vorbereitet hat.
Was ihr geholfen hat, war, es ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen. Dass sich ein Teil davon körperlich erklären ließ, hat für sie einen Unterschied gemacht – nicht, weil es weniger schlimm wäre, sondern weil ein erklärbares Tief anders zu tragen ist als ein diffuses. Ab April ging es aufwärts.
Warum sie trotzdem weitergeht
Ein Gedanke zieht sich durch die Folge: Helen hat vor Jahren die Entscheidung getroffen, ihre Komfortzone immer wieder zu erweitern – weil Ängste lange Zeit ihr Leben bestimmt und ihre Welt klein gemacht haben. Das Bild, das sie dafür benutzt, ist ein Luftballon, den man von innen weitet: Tut man es nicht, wird der Raum, in dem man sich wohlfühlt, immer kleiner.
Was sie sich dabei selbst zugesteht: Zwischen den großen Terminen dazwischen weniger zu leisten – weil die Energie dafür vorher irgendwo herkommen muss.
Und eine Beobachtung ihrer Kollegin, die sie mit einem Lachen wiedergibt: Dass sie seit drei Jahren in jedem gemeinsamen Termin sage, sie stecke gerade in einem Wachstumsschmerz. Die Antwort darauf war, dass sie sich in diesen drei Jahren tatsächlich enorm entwickelt habe – es sich von innen aber eben immer gleich anfühlt.
Was 2025 alles passiert ist
Die andere Hälfte der Folge ist eine Aufzählung, für die sie sich vorher durch ihre Fotogalerie gearbeitet hat – und dabei feststellte, dass sie schon bei der ersten Jahreshälfte den Überblick verlor.
- Der fünfte Geburtstag von »Mädels, die lesen.« am 18. Januar, gefeiert mit rund 150 Menschen bei Thalia in Bonn – auch bei der Community-Weihnachtsfeier im Dezember als Jahreshighlight genannt
- Eine Keynote in Berlin Ende Januar, vor einem Publikum aus der Führungsebene der Buchbranche – und ein Pitch bei einer Preisverleihung am Tag darauf
- Der Deutsche Lesepreis im Februar
- Ein kurzer Geburtstagsaufenthalt auf Borkum Anfang März, der für sie ein Wendepunkt war
- Die Leipziger Buchmesse
- Die große Community-Umfrage im Mai, an der über vierhundert Menschen teilgenommen haben
- Ein Panel bei einem Branchenkongress in Berlin im Juni
- Ein Business-Retreat in Griechenland, das sie selbst als Trip beschreibt, der viel losgetreten hat
- Zwei England-Reisen – eine davon nach Bath, um Leseabschnitts-Fotos zu »Frühstück mit Mr. Darcy« zu machen
- Ein Panel in München, die Frankfurter Buchmesse mit eigenem Event
- Eine Preisverleihung im Herbst, bei der ihr erst vor Ort klar wurde, was für ein Preis das eigentlich ist
- Das Retreat in Hamburg im November – ausgerechnet an ihrem Tiefpunkt, und trotzdem einer der Momente, die ihr am meisten gegeben haben
Der unsichtbare Teil
Das, worauf sie am meisten stolz ist, taucht in keiner Fotogalerie auf. Ab Juli hat sie das Team neu aufgestellt: mit allen einzeln gesprochen, Bereiche verteilt, damit jede einen eigenen Verantwortungsbereich hat statt einzelner Aufgaben. Ab Oktober kamen zwei feste Minijob-Stellen dazu, parallel wurden die Abläufe aufgeschrieben.
Das Ergebnis, das sie selbst als krassen Erfolg bezeichnet: Zu Weihnachten 2025 konnte das gesamte Team gleichzeitig frei nehmen – und es lief trotzdem weiter, ohne dass es von außen jemand merkte. In den Jahren davor war das undenkbar.
Ihr Wort für das Jahr
Helen arbeitet mit einem Wort statt mit Vorsätzen. Für 2025 war es bliss – eine gewisse Leichtigkeit. Ihre Bilanz beim Durchsehen der Fotos: Diese Momente gab es, viele davon. Und gleichzeitig hatte das Jahr unerwartet viel Schwere.
Dass sie sich trotzdem auf den Jahreswechsel freut, begründet sie selbstironisch: Man weiß ja, dass sich nichts ändert, nur weil man einmal schläft und wieder aufwacht – und trotzdem tut es gut, ein Kapitel zu schließen.
Was den Podcast angeht, hat sie in dieser Folge ein Bild parat, das hängen bleibt: dass es sich manchmal anfühlt wie eine Live-Therapiesitzung. Unangenehm sei ihr das gelegentlich – und gleichzeitig weiß sie, dass genau diese Offenheit das ist, womit sich andere wiederfinden können.
Die ganze Folge hören
Zu dieser Folge gibt es bewusst kein Transkript zum Nachlesen: Sie ist persönlich, und ein durchsuchbares Wortprotokoll ist etwas anderes als eine Audioaufnahme.
Häufige Fragen
Worum geht es in dieser Folge?
Um Helens Rückblick auf 2025 – die öffentlichen Höhepunkte des Jahres und, ebenso offen, die anstrengenden Phasen dazwischen. Es ist eine Solofolge ohne Gast.
Was hat sich 2025 bei Mädels, die lesen. verändert?
Im Sommer wurde aus dem kostenlosen Angebot eine Mitgliedschaft – die Hintergründe dazu erklärt Helen in der Folge zu Leserunde und Leserunde+. Ab Juli wurde außerdem das Team neu aufgestellt, ab Oktober kamen zwei feste Stellen dazu.
Und wie ging es weiter?
Die Pläne für das folgende Jahr erzählt Helen in der Ausblicksfolge – unter anderem über eine eigene App, Partnerbuchhandlungen und den Mädels-Sticker.




