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Warum Romane so viel bringen wie Sachbücher

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Podcast · Folge 86

Warum Romane so viel bringen wie Sachbücher

Carolin Junge über einen ungeschriebenen LinkedIn-Knigge, ein Bücherziel, das kein Leistungsdruck ist – und die Frage, was dein Regal über dich verrät

3. November 2024 · 62 Minuten · Ganze Folge hören ↓

Der Einstieg ist bei uns immer eine gedankliche Reise: Wo sitzen wir gerade, und welches Getränk hast du uns mitgebracht? Carolin Junge setzt uns in die Bibliothek aus »Die Schöne und das Biest« – ein bisschen kitschig, sagt sie selbst, aber es passt. Dazu schwarzer Tee mit einem Schluck Hafermilch, aus einer Tasse, die sich vielleicht von allein wieder auffüllt. Anlass für das Gespräch war ein Beitrag von ihr auf LinkedIn: dass dort fast nur Sachbücher geteilt werden – und dass Romane genauso viel bringen.

Carolin Junge

Gründerin von oh boy! und Büro Ciao, Trauerbegleiterin

Carolin Junge hat Music and Creative Industries an der Popakademie Baden-Württemberg studiert und mehrere Jahre im Marketing gearbeitet – unter anderem als Team Leader Marketing bei Etengo und als Head of Marketing & Sales in einem Fashion-Start-up. Seit gut vier Jahren ist sie selbstständig mit oh boy!, wo sie zu Branding und Storytelling arbeitet. Daneben führt sie Büro Ciao, ihren »Creative Grief Space«: Als ausgebildete Trauerbegleiterin bietet sie Einzelbegleitung, Workshops, Keynotes und Trauerkonzepte für Unternehmen an – mit dem Ziel, das Thema Trauer aus der dunklen Ecke zu holen.

Der ungeschriebene Knigge auf LinkedIn

Der Ausgangspunkt ist eine Beobachtung, die beide teilen: Auf LinkedIn ist unbestritten, dass Lesen wichtig ist – gemeint sind damit aber fast immer Sachbücher. Carolin Junge erklärt sich das mit einer Art ungeschriebenem Knigge darüber, was dort hingehört und was nicht. Wer ein Buch teilt, muss einen Bezug zum Beruf herstellen – und das geht mit einem Sachbuch am leichtesten: Ich lese, ich bilde mich weiter.

Ihr Gegenargument kommt aus ihrer eigenen Arbeit. Als Storytellerin sagt sie den Leuten, die alle gern besser Geschichten erzählen würden, etwas sehr Einfaches.

Dann lest Romane, weil nirgendwo anders könnt ihr das besser lernen.Carolin Junge

Nicht nur wegen Ausdruck, Sprache und Wortwahl, sondern auch wegen des Aufbaus. Sie sagt dazu ehrlich, dass sie selbst gar nicht wisse, wie Autorinnen und Autoren einen Roman konstruieren – man bekomme das Gefühl dafür einfach durchs Lesen, und irgendwann könne man es selbst anwenden.

Helens Ergänzung geht in eine andere Richtung: Romane führen dazu, dass man sich anders mit sich selbst auseinandersetzt – mit eigenen Ängsten oder Gefühlen, die man in Schubladen versteckt hat. Aus beidem wird im Gespräch eine Arbeitsteilung: Die eine erklärt, wie man besser Geschichten erzählt, die andere, wie viel man über sich selbst lernen kann.

Trauer, Wut und was man öffentlich zeigen darf

An dieser Stelle dreht sich das Gespräch. Helen macht um Bücher über Trauer eher einen Bogen; bei Carolin Junge ist der Warenkorb aus beruflicher und persönlicher Neugier ständig zur Hälfte damit gefüllt. Ihre Idee für alle, die sich herantasten wollen: ein Trauerbarometer von eins bis fünf, das sie in ihre Buchrezensionen einbaut, damit man vorher weiß, wie tief es geht.

Was beide verbindet, ist die Beobachtung, dass es für Trauer – wie für LinkedIn – einen ungeschriebenen Knigge gibt: wie lange, wie sichtbar und in welchem Verhältnis zur verstorbenen Person man trauern darf.

Keiner hat diesen Leitfaden jemals ausgehändigt bekommen. Und alle wissen, sie müssen sich da irgendwie dran halten, weil das wird erwartet.Helen

Dieselbe Regel gilt für Wut, und im Beruflichen noch einmal eigens: Schwieriges teilt man am besten erst, wenn es überstanden ist und man Learnings mitliefern kann. Carolin Junges Erfahrung ist das Gegenteil – gerade das, was sie mittendrin teilt und was sich verletzlich anfühlt, löst bei anderen am meisten aus. Das ist auch die Brücke zu Brené Brown, die sie erst nach fünf Jahren im Regal gelesen hat.

Das richtige Buch zur richtigen Zeit

Dass ein Buch fünf Jahre wartet, ist für beide kein Versagen, sondern ein Prinzip. Helen hat für eine Buchhandlung Postkarten mit genau diesem Satz drucken lassen: Das richtige Buch zur richtigen Zeit kann alles verändern. Hinter ihr steht ein Regal mit ausschließlich ungelesenen Büchern – manchmal Druck, meistens aber eher eine eigene kleine Buchhandlung, vor der sie steht, herauszieht und in sich hineinhört, ob es dieses Buch jetzt ist.

Carolin Junge kennt das Gegenstück: Je größer der Stapel, desto weniger fühlt sie den Großteil davon. Erst am Abend vor der Aufnahme stand sie vor ihren Büchern und wollte eins anfangen – und es fiel ihr keins ein. Die Unterscheidung, die Helen daraus zieht: Es gibt ein Bauchgefühl beim Kaufen und ein anderes beim Lesen, und die müssen nicht zusammenfallen.

Ein Bücherziel, das kein Leistungsdruck ist

Der Teil, um den Helen das Gespräch ausdrücklich gebeten hatte. Carolin Junge zählt ihre Bücher – 52 im Jahr, seit vier Jahren. Angefangen hat das mit einer Vorlage von LinkedIn: ein A4-Blatt mit 52 Kästchen, eins pro Woche, ursprünglich nur zum Festhalten. Erst danach wurde eine Zahl daraus. Sie landet jedes Jahr bei ungefähr 44, weil im Sommer regelmäßig der Einbruch kommt.

Auf Helens Einwand, ein Seitenziel säge doch mehr aus, antwortet sie klar: Genau das fühle sich für sie quantitativer an. Ihr gehe es nicht um Menge, sondern um Vielfalt – in wie viele verschiedene Geschichten, Biografien und Schreibweisen sie eintauchen kann. Seiten würden das nicht abbilden.

Am Ende rückt sie die Zahl noch einmal ganz woandershin. Sie hatte in dem Monat vor der Aufnahme ungewöhnlich viel gelesen und gemerkt, dass sie das glücklich machte – nicht wegen der Leistung, sondern weil sich daran ablesen lässt, wofür sie sich Zeit genommen hat.

Du hast dir einfach richtig viel Zeit für etwas genommen, was du schon immer unfassbar gerne tust und liebst.Carolin Junge

Dass Hörbücher mitzählen, ist für sie dabei der wunde Punkt: Sie rechnet sie mit, fühlt sich aber jedes Mal ein bisschen schlecht dabei – Hörbücher fühlen sich für sie wie Betrug an. Helen hält es umgekehrt und zählt sie gar nicht erst mit, obwohl sie sehr viel hört. Beide kommen zu dem Schluss, dass sie ein Hobby erstaunlich streng bewerten.

Was dein Regal über dich verrät

Der Post, wegen dem Helen die Aufnahme angefragt hatte: Du bist der Durchschnitt der Bücher, mit denen du dich umgibst. Carolin Junge stellt gleich klar, dass sie Menschen danach nicht bewertet – aber sie geht in jeder fremden Wohnung als Erstes zum Regal und kann sich so lange nicht unterhalten.

Auf die Frage, was man bei ihr selbst ablesen würde, geht sie ihr zweireihig gestelltes Regal durch: eine Krimiphase, vor allem skandinavisch, von der nur noch Jo Nesbøs Harry-Hole-Reihe geblieben ist – ein ganzes Regalteil. Dazu einige feministische Titel, an denen man sehen kann, dass sie in diese Richtung interessierter und rigoroser geworden ist. Wenige Sachbücher. Und auffallend viel Sport, allen voran Basketball.

Ihr Argument, warum sie gelesene Bücher behält, ist am Ende dasselbe wie das für die Zahl: Sie stehen da als sichtbare Erinnerung an Gedanken, die sie beim Lesen hatte. Helen macht dasselbe digital – sie schaut in ihre App, wenn sie nach Buchtipps gefragt wird, weil ihr spontan immer nur dieselben einfallen.

Die Bücher aus dem Gespräch: die Romane

Sechs Romane, die im Gespräch eine Rolle spielen – von dem einen Buch, das Carolin fünfmal gelesen hat, bis zu dem dicken Schinken, an dem sich zeigt, wie unterschiedlich wir beide lesen. Drei davon haben wir gemeinsam gelesen: Bei denen kommst du über die Buchseite zur ganzen Leserunde und kannst sie in deinem Tempo nachholen.

Buchcover »Dornenvögel« von Colleen McCullough

Dornenvögel

Colleen McCullough

Das eine Buch, das sie fünfmal gelesen hat – und bei dem sie bis heute nicht sagen kann, warum. Sie hat es mit elf oder zwölf im Regal ihrer Eltern gefunden und über ihr Leben immer wieder hervorgeholt, um herauszufinden, was es damals mit ihr gemacht hat.

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Buchcover »Die Wut, die bleibt« von Mareike Fallwickl

Die Wut, die bleibt

Mareike Fallwickl

Helens Beispiel dafür, dass ein Roman ein Gesprächsthema setzen kann: Sie hat nach diesem Buch sehr viele Menschen damit vollgelabert, dass wir einfach mal wütend sein dürfen müssen.

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Leserunde nachholenGemeinsam gelesen

Buchcover »Die schönste Version« von Ruth-Maria Thomas

Die schönste Version

Ruth-Maria Thomas

Eine von Carolins beiden Roman-Empfehlungen zum Schluss – beide über Instagram entdeckt. Ein kleiner Zufall im Gespräch: Wir lasen das Buch zu dieser Zeit gerade gemeinsam.

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Leserunde nachholenGemeinsam gelesen

Buchcover »Kleine Monster« von Jessica Lind

Kleine Monster

Jessica Lind

Die zweite Neuerscheinung, die sie richtig gut fand – ebenfalls über Instagram gefunden, nicht über eine Empfehlung von außen.

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Buchcover »Ein wenig Leben« von Hanya Yanagihara

Ein wenig Leben

Hanya Yanagihara

Ihr Gegenbeweis zum Vorwurf, wer viele Bücher lese, lese eben nur dünne: fast tausend Seiten, in einer guten Woche gelesen – einfach, weil sie Lust darauf hatte.

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Buchcover »Anna Karenina« von Leo N. Tolstoi

Anna Karenina

Leo N. Tolstoi

Der dicke Schinken, an dem sich der Unterschied zeigt: Für Carolin ein Titel, auf den man stolz sein darf. Für Helen die Erinnerung an dünne, eng bedruckte Seiten – und an das Gefühl, nicht voranzukommen.

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Leserunde nachholenGemeinsam gelesen

Und die Sachbücher

Fünf Titel, die zeigen, dass es hier nicht um ein Entweder-oder geht: Carolin liest beides gern, Helen auch. Es geht nur darum, dass die eine Hälfte auf LinkedIn kaum vorkommt.

Buchcover »Verletzlichkeit macht stark« von Brené Brown

Verletzlichkeit macht stark

Brené Brown

Das Buch, das im Gespräch den Bogen schlägt: Carolin hatte es fünf Jahre ungelesen im Regal und erst vor einem halben Jahr gelesen – mit dem Gedanken, dass es einen Grund hatte, warum sie so lange gewartet hat.

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Buchcover »Big Magic« von Elizabeth Gilbert

Big Magic

Elizabeth Gilbert

Helens Beispiel dafür, dass man dasselbe Buch zweimal anders liest: Sie hatte es als Hörbuch gehört – und als es ihr erneut empfohlen wurde, kamen ihr die genannten Stellen völlig unbekannt vor.

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Buchcover »Sprache und Sein« von Kübra Gümüšay

Sprache und Sein

Kübra Gümüšay

Das Buch, über das Carolins allererster Blogartikel auf LinkedIn lief – und das sie bis heute sehr oft empfiehlt. Helen fand es anspruchsvoll und hat es später nachgeholt.

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Buchcover »Buchhandlungen und ihre Geschichten« von Maria Ivashkina

Buchhandlungen und ihre Geschichten

Maria Ivashkina

Ihr Coffee Table Book – rund zwei Dutzend besondere Buchhandlungen weltweit. Ihr Plan dazu: die eigene Reiseplanung künftig danach ausrichten, wo diese Buchhandlungen stehen.

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Buchcover »Mamba Mentality« von Kobe Bryant

Mamba Mentality

Kobe Bryant

Das Buch, das bei ihr sehr präsent im Regal steht – und an dem man ablesen kann, was sie sonst noch ausmacht: Sie liebt Basketball.

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Außerdem im Gespräch erwähnt, ohne dass wir sie hier einzeln aufgeführt hätten: »101 Essays, die dein Leben verändern werden« von Brianna Wiest, »Über uns« von Eshkol Nevo, »Prima Facie« von Suzie Miller, »Born a Crime« von Trevor Noah, die Bücher von Caroline Wahl sowie »Was man von hier aus sehen kann« von Mariana Leky – das haben wir ganz am Anfang gemeinsam gelesen, und diese Leserunde kannst du ebenfalls nachholen.

*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

62 Minuten darüber, warum Romane auf LinkedIn unterschätzt werden, wie ein Bücherziel sich nach Freude statt nach Druck anfühlen kann – und was ein Regal über die Person davor erzählt.

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Häufige Fragen

Warum bringen Romane genauso viel wie Sachbücher?

Carolin Junges Argument als Storytellerin: Wer lernen will, wie man Geschichten erzählt, lernt das nirgends besser als in Romanen – an Ausdruck, Sprache und Aufbau, ohne es theoretisch zu lernen. Helens Ergänzung: Romane führen dazu, dass man sich anders mit sich selbst auseinandersetzt, auch mit Gefühlen, um die man sonst einen Bogen macht.

Wie viele Bücher sollte man sich im Jahr vornehmen?

Es gibt keine richtige Zahl. Carolin Junge nimmt sich seit vier Jahren 52 Bücher vor und landet meist bei etwa 44 – für sie ein Motivator, kein Maßstab. Helen setzt sich bewusst kein Ziel, weil es sie unter Druck setzen würde. Beide sagen: Entscheidend ist, wie es sich für dich anfühlt.

Bücherziel oder Seitenziel?

Carolin Junge zählt bewusst Bücher statt Seiten. Ein Seitenziel fühlt sich für sie quantitativer an, und es bildet nicht ab, worum es ihr geht: in möglichst viele verschiedene Geschichten, Biografien und Schreibweisen einzutauchen. Ein dickes Buch zählt für sie deshalb genauso wie ein dünnes.

Zählen Hörbücher als gelesene Bücher?

Die beiden halten es genau entgegengesetzt. Carolin Junge zählt sie mit, fühlt sich aber ein bisschen schlecht dabei – Hörbücher fühlen sich für sie wie Betrug an. Helen hört sehr viel, zählt es aber gar nicht erst mit. Beide finden im Gespräch, dass sie ein Hobby damit erstaunlich streng bewerten.

Was heißt »das richtige Buch zur richtigen Zeit«?

Dass ein Buch erst wirkt, wenn der Moment passt. Carolin Junge hatte »Verletzlichkeit macht stark« fünf Jahre ungelesen im Regal und fand beim Lesen, dass es einen Grund hatte, so lange zu warten. Helen geht vor ihr Regal ungelesener Bücher und hört in sich hinein, welches jetzt dran ist.

Was verrät ein Bücherregal über einen Menschen?

Etwas, aber nicht alles. Carolin Junge geht in fremden Wohnungen sofort zum Regal, betont aber, dass sie niemanden danach bewertet – manche geben Bücher weiter, manche leben minimalistisch, manche lesen digital. An ihrem eigenen Regal würde man eine Krimiphase, feministische Titel und sehr viel Basketball ablesen.

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Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.

Helen
Herzlich willkommen Caro. Ich freue mich sehr heute mit dir über, ja, worüber eigentlich überlegt gerade. Also über das Thema Sachbücher gegenüber Romanen. Ich fand das Thema Trauer bei dir auch voll spannend. Aber auch so dieses Du bist der Durchschnitt der fünf Bücher, mit denen du dich umgibst, was du überlegt in getest hast. Also wir sprechen über Bücher. Aber bevor wir damit starten, ich habe zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?

Carolin
Wir befinden uns heute in der Bibliothek bei Die Schöne und das Biest. Das ist nicht so gut. Es ist ein bisschen kitschig, aber ich finde es passt wohl. Und wir gönnen uns einen schwarzen Tee mit einem Schluck Milch. Für mich ist es Hafermilch. Was ist es für dich?

Helen
Hafermilch tatsächlich. Haben wir beides da.

Carolin
Ja, haben wir beides in dieser magischen Tasse. Ich weiß auch nicht mehr so genau, ob die sich nicht sogar immer von alleine auffüllen.

Helen
Ich habe jetzt das Gefühl, ich muss unbedingt nochmal Die Schöne und das Biest gucken. Aber sie kann auf jeden Fall mitreden.

Carolin
Sie kann mitreden. Haben wir noch ein Gesprächspartner am Tisch. Genau.

Helen
Das klingt richtig gut. Dann lass uns mal anstoßen und loslegen. Ich habe dich irgendwie vor Kurzem nicht weit gerade auch gar nicht mehr genau wie bei LinkedIn entdeckt. Ich habe auch gar nicht so geschaut, ob du auf den anderen sozialen Plattformen so vertreten bist. Aber bei LinkedIn, wenn ich da ein Beitrag von dir sehe, freue ich mich selbst immer voll. Ich freue ja, die alle heißen. Ich habe mich irgendwie so richtig gefreut, einen lieblichen Entdeck zu haben. Und du sprichst halt schon auch viel über Bücher, obwohl das ja gar nicht ganz, ganz, ganz dein Kernfokus ist. Aber ich finde diese Beiträge so toll. Ich spreche mir immer sehr aus dem Herzen. Und ich glaube, der Post, wo ich gesagt habe, wir müssen unbedingt eine Podcast-Aufnahme machen, war eben dieses, du bist der Durchschnitt. War das der Durchschnitt der fünf Bücher oder so? Nee, einfach der Durchschnitt der Bücher, genau. Ja, weil es gibt irgendwie, glaube ich, du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du nicht umgibst. Und du hast es auf Bücher übertragen. Ich fand das so interessant. vielleicht erzählst du erst mal kurz, was machst du normalerweise so? Warum redest du gerne über Bücher? Was spielen Bücher bei dir so für eine Rolle?

Carolin
Ich mach mal so die normalen Intro erst mal. Den habe ich nicht, kann nicht kurz reden.

Helen
Ich auch gar nicht. Ich glaube, das ist so ein Bücherding vielleicht. Also der Elevator-Pitch in langen ist.

Carolin
Im normalen Leben bin ich seit vier Jahren selbstständig mit meinem Unternehmen oh boy. Klassischerweise wird es als Agentur bezeichnet. Ich sehe es zwar gar nicht so, aber wir machen wahrscheinlich so Agenturarbeit im Bereich Branding und Storytelling. Also am Ende schreibe ich einfach super viel, wenn ich nicht gerade Markenidentitäten mit Unternehmen arbeite. Was cool ist, weil ich irgendwie immer dachte, wenn ich mal mit Schreiten mein Geld verdienen kann, irgendwann wie Geil wäre das. Und jetzt ist es so. Also das ist schon mal sehr schön. Und ich bin auch noch, ich habe noch eine andere Brand, die heißt Büro Ciao und bin ausgebildete Trauerbegleiterin und das nenne ich mein Creative Grief Space, in dem ich quasi das Thema Trauer so ein bisschen aus der dunklen Ecke rausholen und versuche das viel sichtbarer zu machen und auch ein bisschen auf eine andere lockerere Art mit Menschen darüber ins Gespräch zu kommen. Genau, aber auch Unternehmen oder wirklich eins in den Menschen trauernden, die zu unterstützen dabei, wenn sie, wenn sie Unterstützung brauchen. Also das so ganz kurz. Und du hast ja schon gesagt, bin vor allem auf LinkedIn aktiv tatsächlich. Und ja, irgendwie poste ich da auch recht oft über Bücher, was wie du es gerade gesagt hast eigentlich so richtig mit meinem Job und meinem Business gar nichts zu tun hat. Aber ich liebe Bücher einfach. Also ich bin, habe ich dir ja schon vorher gesagt, ich bin, glaube ich, im Sternzeichen Leseratte geboren. wirklich seit ich lesen kann und das war schon sehr früh: Meine große Schwester hat in der Schule lesen gelernt, und ich wollte immer können, was sie auch kann deswegen konnte ich schon recht früh lesen und seit diesem Zeitpunkt habe ich Bücher verschlungen ohne Ende meine Eltern haben sogar irgendwann tatsächlich mal zu mir gesagt hey wenn das so weitergeht und du einfach nichts anderes machst als lesen dann sperren wir die Bücher hier weg also so ziemlich das Gegenteil von dem, was die meisten anderen Eltern sagen. Also das war bei mir einfach schon immer so. Ich habe das so ein bisschen verloren über das Studium, da gab es einfach viel anderes zu tun. Da habe ich irgendwie eine lange Zeit gar nicht mehr so viel gelesen und jetzt in den letzten Jahren habe ich das wieder voll, also ist das wieder voll zurückgekommen, bin sehr glücklich darüber und ich spreche und teile einfach ultragerne Sachen über Bücher, deswegen mache ich das auch auf LinkedIn, weil ich einfach Bock drauf habe und weil ich auch finde, dass es für jeden einfach total bereichernd ist und bereichernd sein kann. Jetzt nicht im Sinne von: deine Morgenroutine, 20 Seiten, schalalala, sondern, ja, mmich begeistern Bücher einfach und ich denke daher kommt auch, da schließt sich der Kreis, daher kommt auch meine Liebe zu Worten und zum Schreiben, womit ich ja wiederum meine Arbeit mache. Also irgendwie hängt dann doch alles zusammen.

Helen
Ja voll, und ich denke es bringt ja auch jedes mal wieder neue Inspiration und irgendwie Input für deine Arbeit. Und ich finde es halt auch immer einfach spannend, wenn man, wenn man einfach ein bisschen, gut, mich hat es jetzt natürlich auch super angesprochen, aber wenn man ein bisschen mehr über die Person hinter dem Job erfährt, also dadurch, dass ich dich über Bücher entdeckt habe, würde ich dann halt auch eher darüber nachdenken, ob wir nicht irgendwie anders noch zusammenarbeiten können. Deswegen, ich finde das gar nicht so So, verkehrt.

Carolin
Ich teile diese Meinung absolut. Ja.

Helen
Und das sind natürlich auch Sachen über die man sich gut dann unterhalten kann. Ich habe bisher das Gefühl, dass das jetzt noch nicht so wahnsinnig stark vertreten ist bei LinkedIn, das Thema Bücher. Du hast vor Kurzem geteilt, dass auf LinkedIn eher Sachbücher geteilt werden und dass du dafür bist, dass Romane genauso viel bringen. Ich weiß nicht, in dem Moment dachte ich erst recht wieder so, weil ich habe so lange jetzt schon darüber nachgedacht, wie ich das richtig in Worte verpacke, weil bei Mädels, die lesen. ist irgendwie klar, wir lesen Romane und ich glaube, da verstehen vielleicht auch alle, warum das wichtig ist, wenn man einmal mit drin ist. Aber so, ich habe oft das Gefühl, wenn ich darüber hinausgehe, dann ist entweder so die Fraktion, die mit Büchern vielleicht generell nicht so viel anfangen kann. Das finde ich aber irgendwie noch ein bisschen leichter auch anzusprechen. Aber bei so LinkedIn oder in der ganzen LinkedIn-Welt habe ich das Gefühl, da versteht man schon, dass Lesen wichtig ist, aber eher halt nur Business Bücher, nur Sachbücher. Und wie du das beschrieben hast, das Romane, die ihr eben auch so viel bringen können, auch für die persönliche Weiterentwicklung – da dachte ich: ja, genau so wollte ich das sagen. Deswegen, ich finde, das kann der LinkedIn-Welt gar nicht schaden, da auch ein bisschen mehr für sensibilisiert zu werden und klar, es dürfen Sachbuch-Tipps geteilt werden, weil ich liebe Sachbücher, aber ich finde es auch klasse, wenn man auch hin und wieder so ein bisschen auch da über den Tellerrand schaut und so ein bisschen guckt, was es sonst noch so gibt.

Carolin
Ja, ich auch. Und die Posts von dir immer super interessant auch einfach.

Helen
Danke. Das freut mich sehr. Ich glaube, dass…

Carolin
Also, ich denke, dass dieses Sachbuch-Roman-Ding schon auch, was damit zu tun hat, wie gibt man sich auf LinkedIn? Also, es gibt ja schon, ich bin da jetzt fast vier Jahre unterwegs, mal stärker, mal weniger Aber irgendwie gibt es da schon immer so einen ungeschriebenen Knigge, habe ich das Gefühl, was man dort teilen darf und was dort nicht hingehört, damit es nicht das zweite Facebook wird und so. Und ich glaube, die Leute denken immer noch auch da, okay Bücher, das ist eigentlich kein Business, aber wenn, dann muss ich, wie auch bei so vielen anderen Themen, muss ich irgendwie einen Bezug zum Business herstellen, da muss ich irgendwie erzählen, warum und das macht sich natürlich am leichtesten über Sachbücher. Dann kann ich zeigen: Ich lese Sachbücher, ich bilde mich weiter. Ich glaub, da hab ich halt zumindest einen guten Ansatzpunkt als selbstständige Storytellerin auf LinkedIn. So wie mich auch ein paar Leute mittlerweile schon kennen, dann zu sagen, ja, Leute, ihr wollt alle Storytelling machen, ihr denkt alle, dass es super wichtig ist, zu wissen, wie man Geschichten erzählt oder das besser zu tun. Dann lest Romane, weil nirgendwo anders könnt ihr das besser lernen. sowohl vom Ausdruck von der Sprache, von den Worten, die verwendet werden, aber auch so vom Konstrukt. Und ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung davon, wie Autorinnen und Autoren Romane gestalten. Je mehr man davon liest, desto mehr bekommt man ein Gefühl dafür, das selber anwenden zu können.

Helen
Ich finde, das ist der Punkt, der bei super vielen noch gar nicht angekommen ist. Wie du es gerade auch gesagt hast, immer noch dieses Romane lesen. Noch verpönter ist wahrscheinlich Science-Fiction – irgendwie schade. Vor allem denke ich so, gerade das, was wir bei Mädels, die lesen. lesen, sind oft relativ anspruchsvolle Sachen. Manchmal ist es Teilen der Community sogar einen Tick zu anspruchsvoll. Aber es sind eigentlich immer irgendwie Bücher, die sowas mit mir machen, wo ich… Ja, wo ich auch so vielleicht mit meinen eigenen Ängsten oder irgendwelchen Gefühlen, die ich in Schubladen versteckt habe, konfrontiert werde. Und das finde ich halt auch den spannenden Aspekt daran, dass du dich auch noch mal anders mit dir auseinandersetzt. Und ich glaube, das ist ein bisschen das, was ich gern noch weitergeben würde, so dass du dich da ruhig trauen darfst, auch mal ja, vielleicht auch Bücher zu lesen, deren Themen dir ein bisschen Angst machen. So war es bei mir zum Beispiel, und deswegen hat mich auch das angesprochen, das Thema Trauer. Ich mache immer ein bisschen einen Bogen darum – wenn es in einem Buch um Trauer geht, kann ich das gar nicht so gut aushalten, obwohl es mittlerweile eigentlich echt geht, aber die Bücher meide ich doch oft immer noch und ich finde dafür ist das halt super, wenn ich es nicht muss, gehe ich dem Thema eigentlich lieber aus dem Weg, also klar, ich mache Therapie und werde kommen nicht drum herum, aber so, ne? Ich versuche es dann trotzdem irgendwie zurückzuschrauben und manchmal finde ich es dann aber hilfreich, wenn ein Buch mich ein bisschen dazu zwingt, mich mit Themen wie Abschied und Trauer auseinanderzusetzen. Und da gibt es so viele andere auch – Scham finde ich total spannend, oder Wut.

Carolin
Vielleicht können wir uns da gut ergänzen: Du erklärst, wie man besser Geschichten erzählt. und ich sage: Leute, ihr könnt so viel über euch selbst lernen. Da ist aus meiner Sicht noch genug Platz für sehr viele Bücher.

Helen
Übrigens, bei Wut ist mir sofort die Wut, die bleibt eingefallen. Ich habe nach diesem Buch so viele Menschen damit vollgelabert, dass wir einfach mal wütend sein dürfen müssen. Ich habe wirklich sehr viele Gespräche darüber geführt.

Carolin
Und zu dem Trauerthema. Also das ist bei mir tatsächlich ja andersrum, einfach so ein bisschen aus meiner persönlichen und beruflichen Neugier. Bei mir ist der Warenkorb eigentlich immer zur Hälfte mit Büchern über Trauer gefüllt.

Helen
Oh nee, ich versuche den immer so ein bisschen wegzugeben.

Carolin
Aber ich habe eine tolle Empfehlung für dich. Ich bin nämlich gerade jetzt gerade dabei. Wenn die Folge veröffentlicht wird, ist es bestimmt schon zu lesen. Ich bin gerade dabei für ein Blog, wo es um Trauer geht, Buchrezensionen zu schreiben über Bücher, die sich mit Trauer beschäftigen. Da habe ich auch bei jedem so ein Trauerbarometer eingebaut. Das heißt, man kann vorher abgrenzen, ob es eine 5 von 5 so richtig krass ist oder so eine 1 von 5, wo man ein bisschen reinkommt. Also vielleicht sind die was, um dich da ran zu tasten, um mal zu gucken. Da kannst du kurz in meine Rezension reinlesen – eine sehr persönliche Rezension.

Helen
Kannst du mir dann den Link schicken, dann packen wir es einfach auch in die Folgenbeschreibung.

Carolin
Das ist cool, ja.

Helen
Also ein Trauerbarometer finde ich auch gut. Also manchmal kann man es ja vielleicht am Titel, an Klappentext oder sowas erkennen, aber du weißt ja nicht, wie tief zieht sich das da rein.

Carolin
Das stimmt ja. Im Thema Wut habe ich auch eine Empfehlung für dich, weil das fand ich so cool, ja es ist so ein Comic und das heißt Furiositäten. Das ist, glaube ich, nur in der Büchergilde erschienen, von Anna Geselle. Und ich fand es ganz klasse. Also es ist einfach so ein bisschen, ja vielleicht eher eine Humor voller Art.

Helen
Das trage ich mir gleich mal ein. Die Wut, die bleibt haben wir übrigens auch zusammen gelesen. Ich hatte auch eine Podcastaufnahme mit Mareike Fallwickl, wo wir über ihr neues Buch Und alle so still gesprochen haben, aber da habe ich auch ganz viel Bezüge noch, weil ich das ganze Thema, dass sie so offen und manchmal provokativ an das Thema herangeht – das fand ich sehr spannend.

Carolin
Deswegen, Wut finde ich auch total interessant, auch ich finde es ähnlich wie das Thema Trauer, so ein bisschen einfach verpönt, wütend zu sein, genauso wie es verpönt ist, öffentlich zu trauern.

Helen
Ich habe gerade in einer Rezension etwas dazu geschrieben. Ich finde, in der Trauer ist es ein bisschen so, mein Gefühl ist: Auch da gibt es, wie vorhin bei LinkedIn, so einen Knigge – nur für die Trauer, so ein Handbuch, wie du zu trauern hast in einer bestimmten Verbindung zu dem Verstorbenen oder auch in einem bestimmten Zeitabstand. Nur keiner hat dieses Handbuch. Keiner hat diesen Leitfaden jemals ausgehändigt bekommen. Und alle wissen, sie müssen sich daran halten, weil es erwartet wird. Aber keiner hat diese Checkliste, an der man ablesen kann: Jetzt mache ich es richtig, und jetzt falsch. Das ist auch Bullshit, es gibt kein Richtig oder Falsch. Aber die Erwartung ist sehr krass daran geknüpft. Wer bist du in dem Verhältnis? Wie lange ist das her? Was ist passiert? Du musst eine Idee davon haben, wie du für die anderen nach außen trauern darfst.

Carolin
Ich glaube generell, gerade in der Businesswelt ist es ja oft so, dass es eher heißt, schön und gut, wenn du Herausforderungen hast – aber teile sie lieber erst, wenn du sie überwunden hast und deine Learnings mitliefern kannst. Manchmal denke ich so, aber es macht dich auch nahbar, wenn du einfach in dem Moment sagst: Es ist gerade echt hart.

Helen
Ja und es gibt so viele Leute, die sich dann halt auch identifizieren können. Mir geht es dabei nicht darum, eine künstliche Verbindung herzustellen.

Carolin
Aber ich habe echt schon öfter die Erfahrung gemacht, jetzt nicht mit Trauer nur oder auch mit anderen Themen, dass gerade das, was du mittendrin teilst – wenn es sich für dich selbst superverletzlich anfühlt. oft genau das ist, was bei anderen Leuten sehr viel auslöst und irgendwie dazu führen, dass sie irgendwie auf dich zukommen und sagen, ey krass, das hat bei mir voll viel gemacht, voll gut, dass du das gesagt hast oder gefragt oder was auch immer. Also das, was mich wiederum an Verletzlichkeit macht stark, von Brené Brown erinnert. Also dieses…

Helen
Ich liebe Brené Brown. Wie heißt das auf Englisch, Daring Greatly? Daring Greatly. Ich glaube, das habe ich als Hörbuch gehört. Ich finde sie einfach so toll.

Carolin
Genau, ich habe das tatsächlich erst vor kurzem gelesen, das Buch. Ich hatte das schon fünf Jahre im Regal stehen. Und ich habe es vor einem halben Jahr erst gelesen und denke manchmal, das ist total verrückt mit Büchern, wie man dann auf einmal Impulse hat, was zu lesen, obwohl man nicht mal richtig weiß, was drin passieren wird oder so. Und dann ziehst du es zu einem Zeitpunkt raus und dann liest du es und denkst: okay, krass, hat einen Grund, warum ich viereinhalb Jahre damit gewartet habe.

Helen
Wir haben gerade erst Postkarten drucken lassen statt Flyer, für eine Buchhandlung, wo dann drauf steht, das richtige Buch zur richtigen Zeit kann alles verändern, weil ich davon wirklich überzeugt bin. Du siehst hinter mir ja mein Bücherregal, das sind tatsächlich alles ungelesene Bücher. Es gibt Momente, wo mich das unter Druck setzt. Aber meistens finde ich das eigentlich eher total geil, weil ich habe sowieso eine eigene Buchhandlung hier bei mir und ich bin dann wirklich so, dass ich so vor das Bücherregal gehe, ganz viel herausziehe und so in mich rein fühle. Ist es jetzt das Buch, was ich jetzt lesen sollte? Und ich glaube, es ist super wichtig, auch darauf so das Bauchgefühl zu hören und ich glaube, dass wenn es dich zu richtigen Zeit erwischt, das richtige Buch, dass das wirklich einen Unterschied macht. Weil in Monaten vorher quältst du dich da vielleicht durch, aber jetzt ist es genau das richtige Gefühl. Also, ich kann Brené Brown generell auch voll empfehlen, aber klar, der richtige Zeitpunkt spielt natürlich auch eine Rolle.

Carolin
Ja, ich habe gestern gerade, also wirklich gerade gestern mit einer Freundin das Gespräch darüber gehabt. Die habe ich so ein bisschen so ein bisschen zum Lesen angestiftet. Sie fängt jetzt an und sagt, ich habe doch hier schon so ein Stapel ungelesener Bücher und der ist irgendwie so, also 5, 6 Bücher drauf und ich finde es voll cool, als wir uns kennengelernt haben, da sie so, keine Ahnung, wenn ich einen Buch im Jahr schaffe, dann bin ich echt stolz auf mich. Und jetzt kauft sie sich, jetzt fängt sie auch langsam an sich so Bücher zu kaufen und sagt, ah, die lege ich, das liegen ja schon ein paar, das muss ich jetzt haben. Das hat mich irgendwie angesprochen. Ich denke so. Genau, der richtige Idee.

Helen
Sehr gut.

Carolin
Und dann habe ich gemeint, ich weiß irgendwie nicht. Ich wollte gestern ein neues Buch anfangen und ich habe vor meinen Büchern gestanden und dachte, ähm, fühle ich irgendwie nicht. Und dann hat sie so gemeint, eh, Karo, du hast so viele Bücher bei dir stehen, die du noch nicht gelesen hast. Also, da sind doch irgendwie, du hast dieses Michael Jordan Buch und du hast die, also kennt meine Bücher doch einfach an. Und dann meint sie, ja. Aber ich habe einfach kein … Ich habe das Gefühl, ich habe da irgendwie gestanden und habe gedacht, hm, hm, und sie sich aber, warum hast du die dann gekauft? Ich so, das gibt verschiedene Gründe, warum ich mir Bücher für diesen ungelesenen Bücherstapel gekauft habe. Aber ich habe das echt oft. Je mehr das werden, desto weniger fühle ich den Großteil davon und denke dann so, ich habe da noch ein anderes gesehen. Ich glaube, das kaufe ich mir, weil das finde ich schwierig. Oh, das kann ich vorhin auch verziehen.

Helen
Ich habe gerade echt gedacht, ob es nicht einfach auch was ist. ein Bauchgefühl beim kaufen und ein Bauchgefühl, ob man es dann tatsächlich genießt. Weil ich habe das ganz oft, dass ich dann vor einem Buch in der Buchhandlung oder umsonst vorstehe und denke, nee, ich glaube, das werde ich demnächst lesen wollen. Das brauche ich jetzt. Und wenn es bei mir ist, hole ich dann doch vielleicht das Uralbuch wieder raus. Aber irgendwie, ich weiß nicht, ich finde es auch völlig okay. Also ich habe da eigentlich nie so ein besonders groß schlecht gewissens, eher so, dass ich dann manchmal bei den Büchern hier denke. Also vor einigen, wenn es vielleicht von Verlagen geschickt wurde, dass ich dann denke, ich sollte das lesen, aber davon versuche ich mich einfach frei zu machen. Ich versuche auch möglichst wenig anzunehmen.

Carolin
Sag mal, liest du Bücher eigentlich mehrmals? Eigentlich nie. Ich geb die eigentlich sowieso immer weg, wenn ich die gelesen hab. Es kann dann sein, dass ich mir vielleicht noch mal hol aber. Ich wüsste gerade gerade jemand, das was letztes Mal passiert ist. Eher nicht und du?

Helen
Nee, auch nicht. Ich denke gerade immer öfter, das müsste ich eigentlich irgendwann anders noch mal lesen. Ich habe jetzt gerade vor zwei Büchern angefangen, zum ersten Mal in meinem Leben mehr Markierung im Buch zu machen und ich fühlte sich richtig weird an, weil ich war früher immer so, da kommt nichts rein. Und jetzt denke ich aber gerade so, eigentlich, also ich versuchte es gerade, weil eigentlich Ich denke, wenn du das drin hast und irgendwann willst du da noch mal, musst du es halt nicht noch mal lesen, sondern kannst du dir deine Markierung angucken und sag dir auch über dich selber zu einem anderen Zeitpunkt voll viel aus, was du da markiert hast. Mach ich aber leider auch nicht durchgängig, weil dann hab ich keinen Schiff dabei, nicht mehr so, egal.

Carolin
Aber es gibt tatsächlich einen Buch, das hab ich, glaube ich, schon fünfmal gelesen. Und das ist total untypisch für mich und und eigentlich ist es mir immer ein bisschen peinlich, das zu sagen. Ich habe als Kind im Bücherregal meiner Eltern Dornenvögel gelesen. Hast du das mal gelesen?

Helen
Nee, ich überleg grad auch.

Carolin
Das ist auch verfilmt worden. Irgendwann ist ein Sieben-Stunden-Film irgendwie geworden.

Helen
Oh Gott. Und ich weiß, ich kann das heute nicht sagen.

Carolin
Ich hab das über mein Leben immer mal wieder rausgeholt, weil ich immer wusste, dass mich das damals als junge Jugendliche sehr mitgenommen hat. Ich weiß, bestimmt habe ich das so mit elf, zwölf das erste Mal gelesen oder so. dass mich das so mitgenommen hat und und wollte dann wissen, warum – zu verschiedenen Zeiten. Ich habe es wiedergelesen und ich kann aber bis heute nicht sagen warum. Aber irgendwie, ja, war voll spannend.

Helen
Also ich hab tatsächlich gestern, hab ich dir gerade schon gesagt, gestern hatte ich auch eine Podcastaufnahme und ich war in einem Büchercafé in Hamburg und ich glaube so ein bisschen, wir mussten zwischendurch meine Pause machen, vielleicht war dass irgendwie da oder nach der Aufnahme, wir haben ganz viel auch über Gefühle gesprochen. Und ich glaube, ich hatte halt irgendwie gesagt, also dass ich ein extrem englisch mensch irgendwie immer noch bin und lange auch gehofft habe, dass die Therapie mir dabei hilft, irgendwann keine Angst mehr zu haben und mittlerweile zum Schluss gekommen ist. Wahrscheinlich muss ich aber akzeptieren, dass die mich immer begleiten will. Und dann war zu einer der beiden mir das Buch Big Magic von Elizabeth Gilbert empfohlen und ich habe das aber schon mal als Hörbuch gehört, jetzt vielleicht ja vier und ein halb Jahre her und sie hat aber Aspekte aus dem Buch genannt, die mir gar nicht bekannt vorkam. Also ich habe einfach andere Sachen von dem Buch abgespeichert. Sie meinte so ich glaube das könnte dir total helfen und ich dachte das ist aber auch voll spannend, dass ich mich gar nicht darin erinnern kann. Also das Buch hat mich schon selber eindruckt und ich empfehle das auch oft, Aber die Sachen, die sie genannt hat, kam mir gar nicht bekannt vor. Und da habe ich gestern so gedacht, vielleicht würde ich das jetzt schon noch mal rauskommen, aber wahrscheinlich auch noch mal eher als Hörbuch. Ich glaube generell Hörbücher kann ich mir eher vorstellen, noch mal zu hören als Bücher noch mal zu sehen. Ich weiß gar nicht warum, aber ich lese trotzdem glaube ich immer noch relativ langsam. Und ich habe so viele andere noch. Das ist ja auch das Problem. Es gibt viele andere, die ich gar nicht gelesen habe. Und die Zeit ist nicht mehr. Cool. Hörst du denn auch Hörbücher?

Carolin
Ja, wieder will ich. Ich hab auch damit erst dieses Jahr überhaupt angefangen. Ich hab mich vorher total gegen Hörbücher gestreut. Weil für mich ist Lesen wirklich immer noch Seiten durchblättern. Also ich hab das Jahr davor überhaupt angefangen digital zu lesen, weil ich musste. So in der Zeit, als ich mit meinem Sohn die Einschlafbegleitung langsam so wurde, dass ich nicht neben ihm gelegen, sondern zumindest gesessen hab. Ich dachte immer, es dauert ewig. Ich hab irgendwann gedacht, ich will zwar nicht mit meinem Handy sitzen, aber es hilft mir dabei, ruhig zu bleiben und einfach da zu sein. Dann hab ich super viel in iBooks gelesen in der Zeit, während er sich da rumgewühlt hat, 1,5 Stunden lang. Ich dachte immer so, mach ruhig weiter, ich hab was zu tun. Also das war schon ein Schritt für mich. Und jetzt höre ich ja seit diesem Jahr eigentlich aus einem praktischen Gedanken, weil ich so ein bisschen diesen Abgleich hatte zwischen, ich will irgendwie mich bewegen am Tag, ich will Schritte machen. Aber dann sitzt du da, denkst du, ich könnte jetzt rausgehen, spazieren. Ich könnte aber auch mein Buch weiterlesen und dachte ich so, ich glaube, hörbücher haben schon mehreren Menschen dieses Problem gelöst. Ich probiere das jetzt mal und es ist okay. Ich glaube, ich werde tatsächlich nie ein Hörbuch-Fan werden. Und ich bin auch immer noch eine von denen, für die Hörbücher sich wie Betrug anfühlen. Das denken wir so.

Helen
Ja? Ja, wirklich. Da ist es für dich so schick.

Carolin
Weil so viel, ich glaube, dass ich am Anfang auch erstmal reinkommen musste. Also auch vielleicht nicht, wenn ich mehr Wert gesehen habe. Aber ich glaube, es hat sich für mich nie wie Betrug angefühlt.

Helen
Ich finde das voll witzig, dass du das sagst. Aber ich bin, glaube ich, auch eher so. Hauptsache Saftbücher als Hörbücher und Romane lese ich. Also ich war ganz wenig Romane. Hab ich bis jetzt glaube ich auch noch gar nicht gehört. Was ich wirklich super gerne mochte war das Buch von Kurt Krömer, weil es auch von ihm gelesen ist. Es fand ich so kurz, weil ich glaube es geht ja auch in 7-8 Stunden. Und hab dann festgestellt, ich mag auf jeden Fall Sachen, die von Autoren selber gelesen sind.

Carolin
Ja, das mag ich auch. Aber ich bin halt auch wirklich, ich bin auch sonst einfach kein auditiver Typ. Also ich kann mir Sachen super schlecht merken, über was hören. Und ich muss beim Hörbuch hören halt super aufpassen, dass ich nicht irgendwo abdrifte. Und dann hab ich eine halbe Stunde gehört, hab gar nichts mitgekriegt und dann dann so, okay, mal jetzt nochmal zurück. Ach, egal. Genau. Das ist für mich schon echt schwierig. muss mich schon sehr anstrengend aktiv zu hören. Und dann, ja, weiß nicht, dann irgendwie, jetzt fange ich gerade an, mir Notizen zu machen und mir dieses Fass jetzt auch noch auch zu machen, wie ich das bei einem Hörbuch machen, zumindest zu anstrengend. Also mache ich es tatsächlich, um diese Bewegung auszugleichen, aber es wird wahrscheinlich nicht meine primäre Lesequelle werden.

Helen
Ja, verstehe ich voll. Und dieser Punkt mit dem Abschreifen, das höre ich total oft und dann denke ich immer so, also weil ich glaube, ich bin Tendenz ja einfach, ehe ein Mensch, der schnell abschweift so gedanklich, ich habe immer so 30.000 Sachen im Korb und also keine Ahnung, ich glaube, das vielleicht bin ich das einfach schon gewohnt und ich habe da glaube ich mir relativ gut Toleranz, also ich denke, also keine Ahnung, weil gerade bei Sachbüchern, wenn so, weil es hier Marketing oder Business irgendwas geht, habe ich jetzt sowieso dann immer ganz viele Ideen und denke dann direkt irgendwie zehn Schritte weiter wie ich das. Ich bin da auch einfach faul – ich mache mir weder bei Büchern noch bei Hörbüchern oder Podcasts Notizen.

Carolin
Ich habe gerade das Gefühl, wenn ich mit diesen Rezensionen angefangen habe, dass es mir voll helfen könnte. dass es mir halt voll helfen könnte. Auch immer, wenn mich Leute dann jetzt nach Büchern so langsam fragen, weil sie wissen, an bist du auf die mit den Büchern, kannst du mir irgendwie was empfehlen? Denke ich manchmal so, ich hätte gerne mir ein paar Notizen gemacht. Also eigentlich habe ich mir vorgenommen, nach jedem Buch, was gelesen hat, mir zumindest mal kurz meine Gedanken dazu aufzuschreiben, habe ich natürlich jetzt auch nicht gemacht. Habe ich mir auch vorgegeben. Also muss ich auch noch Luft nach oben geben, ne? Ja.

Helen
Also das kann ich voll nachverziehen. Und ich glaube, es könnte auch sein, das ist ja irgendwann meine Meinung zu Änderer. Also weil ich sowieso ständig irgendwie gefühlt meine Meinung ändere, das finde ich manchmal auch so unangenehm in so Sachen im Internet heiz und dann so denkst, ach ok, spannend, das habe ich mal gesagt, das sehe ich jetzt eigentlich anders. Ja, ich bewerte Bücher in drei Jahren anders. Na ja.

Carolin
Nee, aber irgendwie, ich habe auch eine Zeit lang, da wird ja auch gesagt, ne, die Dinge, die du hörst, als Learnings auch umsetzen und da habe ich auch ganz eingeladen. Aber ich will es lieber einfach weiterhören. Und da versuche ich jetzt schon ein bisschen zu machen. Und wahrscheinlich wäre Notizen machen sinnvoller nächster Schritt. Zukunfts-Helen kümmert sich bestimmt darum.

Helen
Das denke ich übrigens, dass das auch ein wichtiger Punkt ist, warum ich so gerne Romane lese. Ich lese nämlich relativ schnell. Und ich hasse es, wenn ich in Bücher langsam vorankomme. warum ich auch zum Beispiel Englisch selten lese mittlerweile mehr. Einfach weiß, also ich brauche nicht ewig, aber halt länger als im Deutschen. Und ich finde das einfach, es macht mich total unruhig, wenn ich langsam vorankomme im Buch. Und bei Sachbüchern finde ich, ist das halt so ein Ding. Das lese ich mal, ich habe das gerade noch neben von heute Morgen. Ich lese gerade hier 101 Essays, die dein Leben verändern werden. Und da sind für mich spannende Gedanken dabei. Und manchmal sitze ich dann da nix, jetzt muss ich ja mal kurz über nachdenken. und gleichzeitig denke ich, ich will weiterkommen. Ich möchte mehr lesen von dem Buch.

Carolin
Ja, vor allem weil jedes Essen ja im Grunde ein eigenes Thema ist, über das du nachdenken könntest.

Helen
Ja, wobei, also ich finde, der holt sich schon auch recht viel. Ja, stimmt. Ich hab weiß nicht, also ich finde das Buch echt gut, ich glaube, ich würde es auch weiter empfehlen. Also bis jetzt bin ich es bei der Hälfte ungefähr. Aber ich hab so ein bisschen das Gefühl, wenn man jetzt, das kann man jetzt wahrscheinlich nicht am Alter festmachen, aber trotzdem vielleicht schon ein bisschen älter ist und sich mit sich selber schon ein bisschen beschäftigt hat über die Zeit, dann sind da jetzt nicht nur neue Gedanken drin.

Carolin
Also ich glaub, wenn ich das mit Anfang 20 gelesen hätte, hätte ich wahrscheinlich gedacht, BOOM! Krass! Da hätte ich wahrscheinlich auch mit der Hälfte noch nichts anfangen können so richtig. Also dann hätte ich das wahrscheinlich eher theoretisch gelesen. Ja. Und jetzt denke ich an manchen Stellen, hm, ja, I know. Ah, gut, der Reminder. Oder dann manchmal so, ah, ja, stimmt. Hm, hm, muss ich mal. Und das ist dann so das, was ich markiere. Aber ich hatte bei dem, also ich habe seit Herbogörden, da hatte ich auch das Gefühl, dass ich das alles zumindest aus der Therapie einfach kenne, weil ich schon so lange Therapie mache. Aber das Nachfolge, wo rieß das The Mountain Is You, heißt das so auf Deutsch war auch, weiß ich gar nicht so genau. Aber da hatte ich das Gefühl, das bringt mir dann viel mehr. Also das war für mich dann irgendwie eher neue Denkanstöße.

Helen
Also vielleicht wäre das dann eher was für dich. Danke wieder. Geht mir noch eine Chance. Liste.

Carolin
Du, ich finde es nicht schlecht. Also es ist nicht, ich würde nicht sagen, dass es das was nicht lesen kann. Aber gegen mir genauso. Ich habe mir da jetzt aber glaube ich auch gar nicht 100, 1 Neue oder 1000 Einzelne Erkenntnisse erwartet von daher. Find ich es gut. Ja, gegen mir auch so.

Helen
Eine Sache, die ich… also gut, wir haben immer noch über das mit dem Durchschnitt der Bücher gesprochen, aber eine Sache, die ich total spannend auch fand, du hattest mal darüber gesprochen, dass du dir ein Bücherziel setzt. Und das mache ich ja zum Beispiel gar nicht. Ich bin auch irgendwie richtig blöd, deswegen dachte ich so, will ich unbedingt mit dir darüber sprechen, weil ich halt auch immer denke, also erstens, mich würde es unter Druck setzen, das hattest du ja angesprochen, dass es bei dir nicht so ist, dass sich das eher motiviert, glaube ich, wenn ich das richtig verstanden habe. Aber ich dachte halt so, dass, also wie ich eine Büch hatte, Lies sagt ja eigentlich jetzt nicht unbedingt was darüber aus, wie viel du tatsächlich gelesen hast, warum du dir nicht zum Beispiel einen Seitenziel eher setzt. Und darüber haben wir aber noch gar nicht so auch nicht schriftlich oder so gesprochen. Deswegen, warum setzt du dir ein Bücherziel?

Carolin
Ich habe auch als du das geschrieben hast, ich dachte, warum? Alles hinterfragt. Ich habe mir das, ich habe mir, ich habe glaube ich einfach die erste greifbare Zahl gesucht, ich glaube vor vier Jahren habe ich das das erste Mal gemacht. Nähst du, das stimmt nicht. Halt, stopp. Ich nehme das zurück. Ich habe, ich war zwar mein Anfang auf LinkedIn und ich hatte da, ich bin da einer gefolgt, die macht ganz viel so in Richtung, also Visualisierung in Richtung Graphic Recording und die hatte damals so ein Template gebaut, ein relativ einfaches so ein A4 Blatt mit 52 Kästchen für die Wochen im Jahr und hat gesagt, das ist die Liste für, du kannst deine Bücher eintragen, die du gelesen hast. Da ging es gar nicht so sehr darum, zu sagen, ich lese super viele. Für die Wochen, für die …

Helen
Ja. Ja, doch, Wochen. Gott, ich bin selber verwirrt von mir.

Carolin
Es ging gar nicht so sehr darum, das zu schaffen, sondern einfach festzuhalten, was man gelesen hat. Dann dachte ich, das ist so stimmt. Ich habe super viele Bücher gelesen, aber es macht voll Sinn, das mal festzuhalten. angefangen und dann dachte ich so, das wäre doch eigentlich geil, wenn ich jede Woche eins hätte. Also da kam das so her.

Helen
Ja, klar, da ist da voll viel.

Carolin
Und dann habe ich das angefangen zu tracken. Das mache ich jetzt, glaube ich, im vierten Jahr und die letzten drei Jahre habe ich mir dann einfach diese 52 Bücher als Ziel gesetzt im Jahr und bin jedes Mal so bei 44 ungefähr rausgekommen, was ja auch schon voll gut ist. Aber es hat mich immer voll geärgert, weil das kann doch nicht wahr sein. Im Sommer kam immer so der Einbruch, wenn du dann die ganze Zeit draußen abhängst. und dann einfach doch nicht mehr auf der Couch sitzt und liest. Genau, und dann habe ich das ehrlich gesagt nicht so hinterfragt und ich habe dann irgendwann mal so ein bisschen davon gehört, so von dieser, der einen Seite, die sagt, hey, warum Bücherziele, warum nicht dann Seitenziele? Weil dann liest du ja keine dicken Bücher und ich dachte mir so, ehrlich gesagt, ich wüsste gar nicht, wo ich einen Seitenziel ansetzen würde. Also das wäre für mich tatsächlich viel, würde sich viel quantitativer anfühlen. Was muss ich jetzt schaffen als Bücher? Weil das Ziel Bücher zu lesen, für mich ist es einfach ein Motivator, weil ich hab Bock, viele Bücher zu lesen. Mir geht's überhaupt nicht darum, ob ich das geschafft hab oder nicht. Es geht mir darum, viel zu lesen und für mich einen Anker zu haben. Und ich glaube, die Bücher selber zu zählen, anstatt der Seiten, mir geht's eher darum, dass ich in möglichst viele verschiedene Geschichten oder Biografien oder Schreibweisen eintauchen will. Und das würde ich halt mit Seiten so nicht zählen, weißt du? Sondern eher so, wie viele verschiedene Sachen kann ich aufnehmen. Ich bin halt einfach so ultra begeisterungsfähig für ganz viele Sachen. Oh ja. Und da halt einfach so viel wie möglich verschiedenste Sachen mich damit selber zu füttern. Ich glaube, darum geht es mir eigentlich so ein bisschen. Aber wirklich ehrlich, es hat für mich mit dieser Zahl nichts zu tun. Ich habe auch letztens ein Post gesehen

Helen
Kennst du Literatursohn, den Buchladen in Berlin? Ich war noch nicht da, aber ich hatte den Hoodie seit Neuse.

Carolin
Ich war letztens da, ich bin super Fan von ihr. Ich habe ein Shirt von ihr, was ich total oft an habe. Und sie hat letztens ein Post gemacht. Es war so ein Books I've Read in July oder so. Oder Number of Books I've Read in July. und dann die nächste Slide war so … I don't give a fuck, you shouldn't even care. Oder irgendwie so, ne? Im Sinne von, es geht dich einfach gar nichts an, weil, why? Und ich dachte, es ist stimmvoll.

Helen
Mhm. Aber für mich ist es motivierend.

Carolin
Also, und das finde ich auch fair enough. Es geht ja auch nur darum, wie es dir damit geht. Ich glaube …

Helen
Also, weil du jetzt auch gesagt hast, du hast das nicht irgendwo getrackt. und der StoryGraph ist die App, glaube ich. Und da wurde mir einfach auch Seiten ausgegeben, sonst würde ich das auf gar keinen Fall zählen, das wäre mir viel zu aufwendig. Aber ich glaube, ich mag einfach generell keinen Stil. Aber ich weiß, dass ich das bevor, mehr dieses Lesen angefangen hat, auch gemacht habe. Da habe ich gesagt, so ich möchte, ich glaube, ich fing an, weil ich gemerkt habe, ich hatte irgendwie einen 2019, 17 Bücher gelesen und da habe ich erst angefangen wieder zu lesen. Da dachte ich so, okay, dann will ich 2020, 20 Bücher lesen. Ich hab wahrscheinlich am Ende dann mehr gelesen, weil dann ging es mit Medizin los. Aber das fand ich auch motivierend. Aber irgendwie hab ich relativ schnell gemerkt. Ich find so was eher so voll stressig. Ich liebe das so zu tracken, dass ich auch im Zeitpunkt, wenn jemand fragt, was mochtest du in der Zeit, dass ich dann nochmal nachgucken kann? Was hab ich überhaupt gelegen? Aber ich mag überhaupt nicht so ein Ziel, glaube ich, wir setzen. Also wenn ich nicht bei der App reingucken würde, nicht wie ich gelesen habe. Aber ich habe einfach bei dem Bücher-Zeedang gedacht, auch die, was du schon gesagt hast, wenn du da, weil ich lese lieber dünne Bücher, ich habe gerne so ein schnelles Erfolg erlebt, dann sagst du, das sagt ja gar nichts aus, wenn jemand nur so Anna Karenina oder sowas liest.

Carolin
Total. Da kannst du stolz sein, wenn du das in einem schaffst. Ich mische das total und habe mich schon öfter gehört, da mein ich, da liest du ja bestimmt keine dicken Bücher. Wie so ein Vorwurf. Genau, ich lese halt tatsächlich auch nicht so super viele dicken Bücher, aber eigentlich mir egal, weil ich lese einfach das, worauf ich Bock habe. Ich habe letztens zum Beispiel ein wenig Leben gelesen und es hat ja auch fast 1000 Seiten und ich hatte aber auch so Bock, dass ich es halt auch trotzdem irgendwie wie in einer guten Woche durchgelesen habe oder so. Und danach dachte ich dann wieder, ich komme mir mit einem 200 Seitenbuch, das habe ich in einem Tag durch, weil auch da wieder mal mir selber zu zeigen, ey, du kannst 1000 Seiten lesen und auch dranbleiben und es dauert nicht ewig.

Helen
Das ist voll cool. Ich meide dicke Bücher echt ein bisschen, weil ich irgendwie… Ich weiß auch gar nicht warum, aber die schüchtern mich voll ein. Ich denke, mehr… also mehr jetzt am Anfang auch schon ein bisschen angstmacht, dass so Seite 5, so… Rechnet das mal hoch, noch 200 mal, okay. Ich rechne immer so hoch beim Lesen, das ist total bescheuert und so. Jetzt ist es 30 Prozent. Ich gucke immer quasi so, ich glaube das zu, habe das Lesezeichen drin, dann gucke ich immer oben noch mal so, dass das so im Verhältnis zum gesamten Buch. Und wenn es halt so ein ganz dickes Buch ist, also ich glaube, ich fand, Ich fand, wir haben immer so ein Klassiker-Ding, so Ferienlager haben wir das genannt, haben dann wirklich Anna Karenina gelesen. Und ich glaube, ich fand nichts Schreck… Also, das Buch an sich… Okay, vielleicht. Aber ich fand nichts Schrecklicher, als dieses elendig langsamer vorankommen. Also, du hast das Gefühl, du hast eigentlich jetzt heute viel gelesen. Aber die Seiten sind ganz, ganz dünn. Und ganz dünn beschrieben auch, also so ganz klein. Und du kommst gar nicht vorwärts. Ich fand das so demotivierend.

Carolin
Ja, du hast es auch gesagt. Dieses Erfolgserlebnis ist für mich schon auch präsent. Mir ist noch was anderes eingefallen. Das habe ich erst diesen Monat rausgefunden, warum dieses Bücherziel für mich so cool ist. Ich habe im August, das ist jetzt nicht als Flex gedacht, sondern ums zu erklären, diesen Monat, ach Bücher gelesen. Man muss dazusagen, da waren Hörbücher, die beendet haben. Ich hab sie halt beendet. Es gab es auch welche schon, die hab ich in Juli angefangen und hab sie jetzt mal beendet, weil ich auch immer zwei, drei gleichzeitig lese. Oder das Hörbuch, das dann endlich mal durch ist. Und das, was mir dann aufgefallen ist, ist, dass ich ultraglücklich darüber war, weil für mich lesen und mich viel mit meinen Büchern beschäftigen und mir die Zeit dafür nehmen, was ultra erfüllendes ist. Ich dachte, was für ein erfüllender Monat, ich hab super viel Zeit mit Büchern verbracht. Das ist irgendwie nur ein Intro, würde ich sagen. Aber es ist so, yay, ich habe sehr viel alleine irgendwo gewesen. Ich liebe mein Leben. Ich habe andere Menschen machen, Real-Life-Erfahrungen, und ich sitze auf der Couch und war woanders mit Büchern. Aber es ist einfach wirklich eine krasse Form von Erfüllung für mich. Die mir diese Zahl noch mal so aufzeigt, dass ich denke, du hast dir einfach richtig viel Zeit für etwas genommen, was du schon immer unfassbar gerne tust und lebst. Und das macht es, finde ich, auch wenn es messbar ist, noch mal schöner, weil man es dann auch sehen kann und nicht einfach so als gegeben hin nimmt.

Helen
Ich finde das richtig schön. Ich glaube, da kann sich wahrscheinlich jeder und jeder hier auch sehr mit identifizieren. Was ich aber auch gerade voll spannend fand, weil das du höre ich auch auf mit der drunter zählt, weil das mache ich zum Beispiel nicht. Also höre ich wahnsinnig viele, das ist mir die Mannschaft fast unangenehm, das geht zu sagen, höre ich zwischendurch Podcast, die kann man weniger so messen. Aber ich zähle die nie unter die Bücher, die ich gelesen habe, obwohl ich natürlich ja damit auch Zeit verbracht habe und ja auch nicht wenig. Also ich habe das günstigste Abo von BookBeat zum Beispiel, das sind 25 Stunden, die habe ich immer gefühlt, in einer Woche oder so, maximal zwei, habe ich die durch und denke so, okay, was machst du eigentlich, die Gastfreie? Aber die zeige ich da trotzdem irgendwie nicht mit da rein. Sollte ich vielleicht auch mitmachen.

Carolin
Ja guck, das ist der Grund, warum ich sage, es fühlt sich wie Betrug an, weil ich sehe sie als zu den gelesenen Büchern. Und fühle mich immer ein bisschen schlecht, weil ich denke, ich habe sie ja eigentlich gar nicht gelesen. Ich hab's dir nur gehört. Aber es sind in der Relation zu wenige, glaub ich, dass ich trotzdem denke, ich weiß ja jetzt, ich hab's trotzdem aufgenommen, wenn auch in anderer Art und Weise.

Helen
Voll. Aber ich denk gerade eigentlich auch so verrückt, wie viel wir bei so einem Hobby … Also was ja einfach auch ein Hobby ist, was Spaß macht, wie viel wir da trotzdem noch bewerten und so irgendwie eigentlich verrückt.

Carolin
Na ja, ich denke immer dieses durch Social Media bekommen wir halt dann einfach viel mit. Was machen die anderen und so, wenn ich stehe, ich im Verhältnis dazu. Es ist halt auch nicht immer nur cool.

Helen
Ich möchte aber jetzt trotzdem noch die Sache ansprechen, die dieser Post, der mich so begeistert hat. Du bist da durch mit der Bücher, die dich umgeben. Also du hast auch, glaube ich, gesagt, du gehst in eine Wohnung und schaust erst mal. Was hat die Person für Bücher? Und bewährt es die Person auch an? Ich glaube, viele haben auch wahrscheinlich bei den Post gedacht, oh mein Gott, was habe ich denn da für Bücher stehen und was würde sie für Schlüsse das sehen? Aber ich finde das irgendwie so total interessant. Was würde man denn bei dir annehmen, was du für ein Mensch bist, anhand der Bücher, die jetzt noch bei dir im Regal so stehen?

Carolin
Ich möchte kurz sagen, ich bewerte die Leute jetzt nicht grundlegend danach. Ich schleiche mich auf jeden Fall sofort zum Bücherregal, wenn es einen Skips gibt. Es gibt viele oder wenige Bücher drin, aber ich muss die angucken. Ich kann dann nicht mehr mich unterhalten. Die Unterhaltung ist dann auch, ich stehe da und bin dann so … Aha, ich guck kurz die Bücher an, okay? Wir können gleich reden. Genau, ich kann das einfach nicht gleich. Ähm … Natürlich zieht man da Schlüsse, oder hat sie Ideen davon, wie der Mensch steckt. würde jetzt niemanden danach bewerten, weil ich mittlerweile halt auch total viele Leute kenne, wie du es jetzt auch gesagt hast, die Bücher zum Beispiel weggeben, wenn sie sie gelesen haben. Und ich finde, es gibt ja auch gute Gründe dafür, zum Beispiel sehr wenige Bücher zu haben, weil man halt super minimalistisch unterwegs ist. Also das ist so der Punkt, wo ich halt nicht minimalistisch bin. Also warte mal, ich gucke mal in meinem Bücherregal. Also wenn man in meinem Bücherregal aktuell gucken würde, dass was vorne steht, weil ich habe super wenig Platz im Momentan da drin, das heißt, ich habe sie zweireihig sortiert.

Helen
Ich habe gerade gedacht, dass schreibt wahrscheinlich auch einfach danach ein neues Regal auszuschaffen. Auf keinen Fall werden Bücher aussortiert.

Carolin
Ich bin nur unentschlossen. Nein, auf keinen Fall wirklich nicht. Also doch, ich habe sogar ein paar verkauft für medimops. Aber nur die nicht.

Helen
Richtig stolz. Ja.

Carolin
Nein, ich bin tatsächlich nur unentschlossen, weil ich eigentlich irgendwie keinen Bock habe auf so ein hohes Regal, wo natürlich sehr viel Platz drin wäre. Und ich hatte mir vorgestellt, dass ich so quasi in meinem Wohnzimmer drum herum, so unten an der Wand lang ganz viele hin mache. Aber da ist eigentlich gar nicht so viel Platz, deswegen schwierig. Also, wenn man in mein Bücherregal guckt, dann würde man auf jeden Fall sehen, dass ich eine, dass ich eine Krimi Phase hatte in meinem Leben. Früher nur Krimis gelesen, ich habe es geliebt, vor allem Skandinavische. Und man würde, also es sind vier Teile und ein Teil ist komplett von vorne bis hinten Jo Nesbø, die Harry-Hole-Reihe, die liebe ich. Also das ist auch die einzigen Krimis, die ich mittlerweile noch lese, sobald ein neues rauskommt, ist es meins. Und beim Rest würde man denken, ah, irgendwie eine bunte Mischung, aber da sind schon so einige feministische Sachen dabei. Also ich glaube, Menschen, die das nicht mögen, wenn ich denke, so, oh, anstrengend, so was wie das Ende der Ehe oder und alle so still. Als wenn man da so ein bisschen Idee hat, dann könnte man merken, dass ich dann durchaus interessierter und rigoroser geworden bin in der Richtung. Und sonst gibt es noch einige, also nur wenige, Sachbücher. Und einige Bücher, die mit Sport zu tun haben. Man könnte, glaube ich, daraus ziehen, dass ich durchaus sportbegeistert bin, vor allem beim Zugucken. Also ich habe eines meines Lieblingsbüchers, das steht auch sehr präsent auf dem Regal von Kobe Bryant, Mamba Mentality. Oder ich habe jetzt gerade das Buch über die beiden Wagnerbrüder gelesen. Also man könnte auch darauf schließen, dass ich einfach Basketball wirklich sehr liebe.

Helen
Ja, sicher. Ich glaube so. Ja und das ist aber ja dann schon interessant, weil dann stehen wahrscheinlich schon auch sehr andere Bücher bei dir im Regal als bei mir. Das wäre cool, wenn man sowas ein bisschen mehr so mitnehmen könnte. Wissen, würde ich einfach meine Regale einpacken zu dir gehen und du würdest ein bisschen gucken. So, das steht bei dir, spielt bei mir.

Carolin
Ja. ein Wortabeles Hobby. Ist wirklich eher so ein bleibt für sich drippend Hobby. Außer du hast ein Kindl und bringst den mit. Skroll dich meine Bibliothek.

Helen
Ich muss sagen, mir fehlen so ein paar Bücher, die ich gerade in dieser Einschlafzeit damals digital gelesen hab. Und die ich wirklich mochte, die fehlen mir so als Bücher, die hier stehen. Das ist total blöd, weil ich die dann oft vergesse, weil die ja in diesem digitalen Regal drin sind. Ich hab echt schon überlegt, ob ich mir Bücher davon noch mal die ich habe, aber irgendwie denke ich so, ist vielleicht auch ein bisschen bescheuert, weiß ich noch nicht.

Carolin
Ja, der werde ich halt zum Beispiel auch raus, weil ich sie wirklich einfach weggebe. Ich habe das schon länger vor, als ich das einzige Buch über Finanzen lesen sollte. Als Hörbuch gehört, war es ganz klasse und hatte das Gefühl, das sollte ich noch mal durcharbeiten. hab's mir digital gekauft und vergesse einfach immer, dass ich's habe und denke jetzt so, ich glaube ich muss mir noch mal als richtiges Buch holen, weil ich so kann eigentlich, ich lese irgendwie nicht, obwohl ich's da habe oder ich brauche irgendwie ein visual reminder, was ich noch nachtte, du hast auch ein digitales Buch. Du hast dieses Buch, ja, liest es endlich.

Helen
Ich hab gerade noch gedacht, ich glaube, das zählt übrigens auch zu zu diesem umgedichteten Zitate, du bist der Durchschnitt der Bücher, mit dem du dich umgibst. Ich weiß gar nicht, ob man das so pauschal sagen könnte, aber ich habe das ja mal so einen Raum gestellt.

Carolin
Ich finde schon. Und ich denke, das ist auch einer der Gründe, warum ich meine, also vor allem die, die ich mochte, wo ich jetzt nicht dachte, oh, konnte jetzt gar nichts mit anfangen, danke, tschüss, dass ich die Bücher behalte, weil ich so ein bisschen das Gefühl habe, dadurch, dass sie hier stehen und deswegen überlege ich auch bei den anderen, ob ich mir die auch Kauf, um sie hinzustellen. Erinnert mich das halt schon an Sachen, die ich gewesen habe. Ich fand gut an Gedankengänge, die ich dazu hatte. Also das ist schon auch darüber hinaus einen Einfluss. Darauf hat einfach, weil es so Reminder sind, die dann mir ja manchmal begegnen, wenn ich so durch mein Bücher regere, dann bin ich so, ah, da war das und das drin. Also so ganz, ganz, ganz unterbewusst, dann dich wieder an Dinge zu erinnern, die du daraus für dich als Erkenntnisse gewonnen hattest oder so. Ich glaube, das hilft schon dabei.

Helen
Ja, das glaube ich, Das glaube ich schon auch. Also ich mache das halt, wie gesagt, dass ich dann in der App nochmal gucke, was habe ich denn so, weil ich auch auf den Buchtipps gefragt werde und mir fallen spontan dann immer nur dieselben ein, wo, dann gucke ich nochmal so, was habe ich dann wirklich gut bewertet? Ich verlasse mich dann auch einfach auf die Bewertung, weil ich finde es zum Beispiel auch schwer wirklich zu sagen, was war da nochmal, dafür lese ich dann auch wahrscheinlich zu viel. Und dann erinnere ich mich auch noch mal so ein bisschen so da dran, so was waren die Aspekte daraus, die mir irgendwie was gegeben haben oder so.

Carolin
Machst du immer noch schriftliche Bewertungen dazu? Also schreibst du?

Helen
Nee, gar nicht. Und da habe ich gerade gedacht, wahrscheinlich wäre das gar nicht so schlecht, einfach um so ein bisschen mehr darüber nachzudenken, so was war denn in diesem Buch so besonders. Vielleicht wäre das dann bei LinkedIn einfach da mein Buchblock auf.

Carolin
Ja, ich habe ja tatsächlich, als ich damals auf LinkedIn angefangen habe, habe ich mit so Blockartikeln, so link in internen Blockartikeln über Bücher angefangen. Ich glaube, das erste war damals Sprache und Sein. Das ist auch ein Buch, das ich heute noch echt liebe. Das werde ich, glaube ich, auch irgendwann nochmal lesen. Das empfehle ich super oft. Das mag ich sehr gerne.

Helen
habe ich auch gelesen, aber ich fand es ganz schön anspruchsvoll. Also so irgendwie schon, also da hätte ich schon das Gefühl, man muss sich auch mit dem Thema irgendwie schon auskennen, so ein bisschen. Aber fand ich auch gut. Wir hatten das, glaube ich, mal in der Auswahl, uns hatte leider nicht gewonnen, habe ich so ein bisschen später gelesen.

Carolin
Ja, ich überleg gerade, wenn mir zu dem Thema irgendwie noch ein Buch entfällt, dann schicke ich es ja. Ich hab das Gefühl, ich hab irgendwie, ich hab nochmal was gelesen, was in eine ähnliche Richtung geht. Muss ich in meine App nachschauen. Ja.

Helen
Aber ich weiß nicht, ich find's irgendwie richtig cool, auch mal, weil du bist ja nicht so bei Bookstagramm oder sowas, so, ne? Aber du liest voll gerne, du sprichst gerne über Bücher, das fand ich jetzt total cool, auch einfach mal mit dir darüber zu sprechen, was das für dich so ausmacht, was das für dich bedeutet und wahrscheinlich denke ich, bei jedem neuen LinkedIn-Post, oh, darüber sollten wir auch noch mal sprechen.

Carolin
Nur machen wir das gerne. Vielleicht lad ich dich einfach da nochmal ein, weil ich glaube, wir hätten noch 10.000 Anknüpfungspunkte, aber ich fand es richtig cool, also danke, dass du uns mal so ein bisschen mitgenommen hast. Ich glaube, wir haben super viele Bücher auch einfach so schon zwischendurch gedroppt.

Helen
Gibt es sonst noch eins, was du unbedingt empfehlen möchtest oder hast du das Gefühl deine Lieblingsbücher sind vorgekommen?

Carolin
Warte kurz, ich muss… Ich muss natürlich… Warte, ich hol meine Liste. Ich muss in meine App gucken, ist doch klar. Ah, das ist so schwierig. Kann ich mehrere empfehlen?

Helen
Auf jeden Fall.

Carolin
Also die letzten beiden Romane, die ich echt gerne mochte, sind Neuerscheinungen. Waren kleine Monster und die schönste Version. Die habe ich beide über Insta…

Helen
Oh, die schönste Version leben wir gerade zusammen.

Carolin
Ja, also die habe ich beide über Instagram entdeckt und fand sie beide richtig gut. Die würde ich auf jeden Fall empfehlen. Was ich sehr mochte, war über uns von Eshkol Nevo. Spielt in Tel Aviv, finde ich mich richtig erinnere. Hab ich auch Empfohlen bekommen, hätte ich mir wahrscheinlich so niemals gekauft und fand ich auch ein sehr, sehr schönes Buch, einfach weil es auch mal was anderes ist, als ich sonst wahrscheinlich mir selber ausgesucht hätte. Caroline Wahl empfehlt ja gerade jeder, aber ich muss halt sagen, I understand. Ich liebe beide Bücher mega gerne.

Helen
Ich habe das immer noch beide noch nicht gelesen, aber ich habe ein Interview mit ihr gesehen und dachte, okay, die kommt auf jeden Fall in meine Vorbilder, Kartei. Ich fand die so cool und inspirierend. Also einfach mit ihr als Person sich auch noch mal auseinanderzusetzen, glaube ich lohnt sich.

Carolin
Also die Bücher, ich fand die echt beide richtig, richtig gut. Die empfehle ich gerade auch immer sehr gerne. Was hatte ich noch? Mh, empfehle ich gerade auch dauernd. Suzie Miller, ich weiß nicht wie es ausgesprochen wird, Prima Facie.

Helen
Hab ich auch schon gehört.

Carolin
Auch ein super gutes Buch. Und drumherum habe ich ein extra sogar daneben gelegt, wo es total liebe ist. Buchhandlungen und ihre Geschichten, das sind, ich glaube, 24 Buchhandlungen auf aller Welt, die einfach besonders sind. Und meine Idee zu diesem Buch ist, dass ich meine Reiseplanung in Zukunft danach mache, wo diese Buchhandlungen sind und wie fand ich die besuchen kann. Lass mich noch kurz gucken, ob mir noch einen kürzest.

Helen
Das ist so unsere Art von Coffee Table Book, würde ich sagen.

Carolin
Total. Und was ich auch echt gerne mochte, ich lese ja nicht so super viele Biografien, aber die Biografie von Trevor Noah, Born a Crime, die mochte ich auch super gerne.

Helen
Das habe ich auch immer noch nicht.

Carolin
Die ist auch richtig gut.

Helen
Ich habe übrigens letztens die Biografie von dem Nike Gründer gehört und fand die auch sehr gut. Es geht ja auch ganz bisschen um Barz Gepal. Hier habe ich auch noch auf meiner Liste stehen, ist auch irgendwo sehr weit mitten drin.

Carolin
Und was man natürlich, finde ich, nie vergessen darf bei Lieblingsbüchern, Mariana Leky, da bin ich auf jeden Fall auf Mariana Leky-Fangirl, weil ich einfach liebe, wie sie schreibt. Ich habe es jetzt schon öfter gehabt, dass ich Leuten dieses Buch empfohlen habe, zum Beispiel meiner Mom. Und jetzt angefangen zu lesen, dann habe ich sie irgendwann gefragt, dann sie zu mir gesagt, ich glaube, ich habe so 100 Seiten, diese Geschichte, da konnte ich jetzt nicht so mit anfangen. Ich dachte so, krass, ich glaube, wenn man jetzt nicht so krass sich in dem Schreibstil von Mariana Leky so verliebt und wiederfindet, findet man die Geschichten glaube ich auch gar nicht so geil. Aber die Sprache von ihr, ich liebe es einfach. Schon besonders.

Helen
Wir hatten von ihr, was man von hier aus sehen kann, gelesen. Also ganz am Anfang irgendwann. Und ich hätte das wahrscheinlich sonst auch irgendwie nicht ausgewählt. Das war, glaube ich, zu eines der ersten Bücher, die so die Community ausgewählt hat. Und ich habe auch, glaube ich, ungefähr 100 Seiten gebraucht, bis ich es cool fand. Und dann war ich aber so, das war so eine Gefühlsachterbahn. Ich habe gefreut, ich habe gelacht und so. Und ich war so ein völlig Fan.

Carolin
Ja, also dieses Buch ist auch einer meiner Fables. Hat mir auch mein Cousin empfohlen, der Buchhändler ist. und Autor. Dieses Buch möchte ich auch empfehlen, weil es von meinem Cousin ist. All the Love, eins und zwei ist in the romcom. Lese ich sonst auch nicht so oft, aber weil es mein Cousin geschrieben hat, habe ich es mir natürlich gekauft. Das zweite habe ich immer noch nicht gelesen. Aber kann ich auch empfehlen. Voll gut, man hat die ganze Zeit in diesem Buch Plätzchen zu essen und Kaffee zu trinken. Sollte man also da haben. Das ist richtig cool.

Helen
Ich finde es auch immer cool, wenn dann auch noch mal so ein bisschen andere Buchtipps geteilt, falls man noch was für den Stapel der ungelesene Bücher braucht. Ich danke dir sehr, dass du dir die Zeit genommen hast. Das war super spannend, super coole Einblicke auch. Und dass du dich auch einfach auf das Experiment mal eingelassen hast, finde ich sehr gut. Deswegen, ich bezahlte, wir trinken unseren Tee aus den entsprechenden Tassen, Sieht zu Ende. Und genießen hier noch so ein bisschen die Bücher. Ich stelle mir ja irgendwie vor, dass in der Bibliothek von die Schöne das Biest wahrscheinlich eher so klassiker stehen. Oder einfach Bücher, die nur so schön aussehen, die du aber auch gar nicht daraus ziehen kannst. Wie in so einer, dass das so Barbiewelt, weiß du wo alles so verklebt. Oh nein, das sehe ich tragisch. Und das sind gar keine richtigen Bücher. Sieht nur so aus, wahrscheinlich. Ja. Aber gut, das können wir jetzt mal erkunden. Ich glaube, diese Bibliothek von die Schöne das Biest hat dazu beigetragen, dass ich mir schon immer gewünscht habe, dass ich irgendwann ein Zimmer hab mit Leitern an den Buchwänden dran. Voll. Voll. Aber ich mein Dream Big, warum nicht? Ja, Dream High im Zimmer.

Carolin
Aber danke dir für die Einladung, das hat super Spaß gemacht.

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