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Podcast · Folge 112
6.000 geplant, 80.000 verkauft
Lektorin Mona Lang über den kleinsten Vorschuss ihres Lebens, wie ein Verlag entscheidet, was er einkauft – und wie sie mit einem jungen Team ein eigenes Imprint aufgebaut hat
Der Einstieg ist bei uns immer eine gedankliche Reise: Wo sitzen wir gerade zusammen, und welches Getränk hast du uns mitgebracht? Mona Lang wählt den Washington Square Park in New York – und dazu, je nach Tageszeit, ein Ginger Beer oder einen Eis-Matcha-Latte. Ein passender Ort, wie sich im Lauf der Folge zeigt. Aufgenommen haben wir digital.
Mona Lang
Lektorin und Programmleiterin bei Kiepenheuer & Witsch
Germanistik und Romanistik in Bonn, eigentlich mit dem Ziel Journalismus. Über eine Lesungsreihe an der Uni kam sie zum Verlagswesen: erst Praktikum bei DuMont in Köln, dann Volontariat bei Kiepenheuer & Witsch – und dort ist sie seit 13 Jahren geblieben, den klassischen Weg entlang: Volontärin, Lektoratsassistentin, Lektorin, Programmleiterin. Heute verantwortet sie den Bereich Internationale Literatur, sitzt seit rund einem Jahr in der Geschäftsleitung und hat mit einem jungen Team das Imprint kiwisphere aufgebaut. Nebenbei betreibt sie einen privaten Buch-Account bei Instagram und ist Vorstandsmitglied im Literaturhaus Bonn.
Der Weg dahin war kein Plan
Sie wollte Journalistin werden und schrieb während des Studiums als freie Mitarbeiterin für die Bonner Rundschau. Was sie daran störte: Man steckt viel Arbeit hinein, und am nächsten Tag ist es weg. Zu kurzlebig.
Der Wendepunkt war eine Hilfskraftstelle an der Uni Bonn. Dort organisierte sie eine Lesungsreihe mit Gottfried Honnefelder – früher Verleger bei DuMont, später Vorsteher des Börsenvereins. Er ließ sie Gutachten für seinen kleinen Verlag schreiben; sie wusste zunächst nicht einmal, was das ist, und hat es gefragt. Danach griff er zum Hörer und empfahl sie bei DuMont.
Im Praktikum sagte ihr ein Kollege, sie sei dafür gemacht: viel Meinung, und die Fähigkeit, schnell zu sagen, was gut und was schlecht ist. Dazu kommt etwas, das sie offen benennt: Sie kommt nicht aus einem Akademikerhaushalt und war die Erste in der Familie mit Abitur und Studium. Lange dachte sie, man müsse anders aufgewachsen sein, um Lektorin zu werden – und fand genau das irgendwann attraktiv.
Ab dem Moment, wenn deine Chefin sagt, du fährst nach New York und guckst, welche Bücher du einkaufen kannst – da hab ich gedacht: Ist das mein Leben? Wie viel Glück kann man haben?Mona Lang
Wie ein Verlag entscheidet, was er einkauft
Die Grundmechanik beschreibt sie einfach: Sie liest die Manuskripte, die aus aller Welt kommen, und wartet, bis eines sie begeistert. Dann schickt sie es herum – und bei Kiepenheuer & Witsch lesen Kolleg*innen aus allen Abteilungen mit, die können und wollen. Bei selteneren Sprachen gibt es ausführliche Gutachten.
Diskutiert wird dann wirklich, und zwar früh auch mit Marketing, Vertrieb, Online und Presse. Das ist manchmal anstrengend, hat aber einen Effekt, den sie sehr schätzt: Wenn das Buch erscheint, steht der ganze Verlag dahinter. Den anderen Fall – jemand kauft eine Übersetzung ein, und alle fragen sich hinterher, was das denn soll – gebe es dort nicht.
Der Umfang: rund fünf bis sieben Titel pro Programm und Lektor*in. Und wenn das Team skeptisch ist, man selbst aber überzeugt, kann man dafür kämpfen – muss sich aber überlegen, ob man das will.
Worauf sie sich verlässt, nennt sie Bauchgefühl – mit einer Einschränkung, die ihr eine Autorin kurz vor der Aufnahme mitgegeben hat: Ist Bauchgefühl nicht einfach eine Ansammlung von sehr viel Wissen und Erfahrung? Dazu kommt ein zweites Kriterium, das sie als KiWi-typisch bezeichnet: Es braucht ein Paket. Etwas, das laut ist, an dem man sich entlanghangeln kann – leise Bücher, die nur über den Text funktionieren, sind dort selten erfolgreich.
Das Buch, das alles beweist
Das beste Beispiel dafür hat sie selbst akquiriert und lektoriert: Kim Jiyoung, geboren 1982 von Cho Nam-Joo. Das koreanische Manuskript kam vor der Frankfurter Buchmesse, mit einer beigelegten englischen Übersetzung, die nach ihrer eigenen Beschreibung nicht gut war – aber gut genug, um den Roman zu lesen.
Im Verlag war die Skepsis groß: Was haben wir mit Frauen in Korea zu tun, das ist doch sehr weit weg. Sie wusste aber, was in Korea mit diesem Buch passiert war – dass Frauen damit auf die Straße gegangen sind, um für ihre Rechte zu kämpfen. Und sie fand, dass der Text die Augen öffnet, gerade weil er ein ganz gewöhnliches Frauenleben erzählt.
Die Entscheidung fiel als Kompromiss: ein wichtiges Buch, 6.000 verkaufte Exemplare wären ein Erfolg, probieren wir es. Sie war am Ende die einzige Bieterin aus Deutschland und bekam den Zuschlag für einen Mini-Vorschuss – den Anruf des Agenten nahm sie in einem Café in Bonn entgegen.
Dann dauerte die Übersetzung anderthalb Jahre. In dieser Zeit verkaufte sich der Titel in gut zwanzig Länder, in Korea entstand ein Kinofilm. Als die deutsche Fassung vorlag, passierte etwas, das nach ihrer Aussage selten passiert: Reaktionen aus dem ganzen Haus, vom Empfang bis zur Vertriebsleitung. Daraus wurde eine Instagram-Kampagne unter dem Gedanken, dass wir alle Kim Jiyoung sind.
Das war einer der geringsten Vorschüsse, die ich jemals ausgegeben habe – und der größte Erfolg.Mona Lang
Verkauft wurden bis zum Zeitpunkt der Aufnahme rund 80.000 Exemplare. Übersetzt hat das Buch Ki-Hyang Lee, die 2024 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung erhalten hat.
Und noch etwas gehört zu dieser Geschichte: Mona Lang durfte die Autorin in Seoul treffen, während eines Fellowships für Lektor*innen. Cho Nam-Joo ist in Südkorea ein Star, geht selten unter Leute und wird von Männern angefeindet. Das Treffen zählt sie zu ihren fünf schönsten Begegnungen überhaupt.
Bekommt man dafür einen Bonus?
Die Frage stellt Helen direkt – und die Antwort ist ein klares Nein. Einen Bonus gibt es nicht; verkauft sich ein Buch dreizehnmal so gut wie geplant, wird davon nichts ausgeschüttet.
Was man damit machen kann: in die Gehaltsverhandlung gehen. Genau das empfiehlt sie – hingehen und sagen, ich habe im letzten Jahr diese Bücher gemacht, sie haben sich so verkauft, lass uns über Gehalt reden.
Was ein Imprint ist – und wie man eins aufbaut
Ein Imprint ist ein Verlag im Verlag: eigenes Logo, eigener Name, eigene Zielgruppe und Marke, aber die Strukturen des Hauses im Rücken. Der Ausgangspunkt bei KiWi war die Frage, wie man jüngere Leser*innen erreicht – und die Erkenntnis, dass dafür eigene Kanäle nötig sind, weil der Hauptkanal des Verlags zu viel abdecken muss.
Die eigentliche Entscheidung war eine andere: wer es macht. Mona Lang hat sich ein Team aus den jungen Kolleg*innen im Haus zusammengestellt – Leute aus Junior-Positionen und der Ausbildung, die mehr über Bücher für Zwanzigjährige wissen als alle anderen zusammen – und die Entscheidungsmacht bewusst dorthin gegeben statt an Abteilungsleitungen.
Wer lange im Verlag ist, hat total schnell so eine Schere im Kopf. Das wäre schön, aber das geht ja sowieso nie.Mona Lang
Sie gibt Themen vor, das Team diskutiert; auch das Design wurde gemeinsam entschieden, oft gegen ihren eigenen Geschmack. Die Social-Media-Kanäle macht das Team allein, den Blogger-Brunch auf der Leipziger Buchmesse hat sie bewusst nicht selbst besucht.
Der Name hat Wochen gekostet. Nichts passte, alle waren fast schon bereit für einen Kompromiss – bis in einer neuen Brainstorming-Runde plötzlich kiwisphere auf dem Papier stand, hineingeschrieben von einer Kollegin aus dem Vertrieb, die gerade im Urlaub war. Erklären konnte es zunächst niemand; danach hieß es, das komme von Taylor Swift. Wichtig war ihr: etwas Englisches, das KiWi soll drinstecken, und es soll inklusiv klingen – komm in unsere Sphäre. Bewusst ohne Agentur, weil die Idee aus dem Team kommen sollte.
Dahinter steht ein Ziel, das sie mehrfach benennt: den Verlag als Blackbox aufmachen. Zeigen, was dort eigentlich passiert, wie Bücher entstehen, wie man ein Imprint macht – und daraus eine Community auf Augenhöhe entwickeln, in der man selbst Teil ist.
Der Instagram-Account, der bewusst nichts einbringt
Angefangen hat er unstrategisch: Vor Weihnachten fragten ständig Freunde und Verwandte per WhatsApp nach Buchtipps, also machte sie das öffentlich, um Zeit zu sparen – bei damals rund 300 Follower*innen. Daraus ist eine Reichweite geworden.
Ihr Verhältnis dazu ist bemerkenswert klar: Sie verdient damit kein Geld und will das auch nicht, weil sie sich vorbehalten möchte, jede Minute aufhören zu können, wenn es zu viel wird. Ihr Geld verdient sie im Verlag. Der Account bleibt intuitiv und wenig geplant – Buchempfehlungen, Pakete auspacken, sonntags zum Bücherschrank, ein Buchclub.
Das größte Ziel
Beruflich hatte sie einen konkreten Wunsch, den sie sich fast nicht zu sagen traut: in die Geschäftsleitung, um den Verlag nicht nur im eigenen Fachbereich zu verstehen, sondern in allen Facetten – bis hin zu den unspektakulären Themen. Seit etwa einem Jahr ist sie dort.
Für kiwisphere ist der Plan, es zwei, drei Jahre gut zum Laufen zu bringen und dann zu übergeben. Darunter liegt aber ein anderes Ziel, das sie selbst idealistisch nennt: Bücher finden, die Leute zum Lesen bringen, die sonst nicht lesen. Der Moment, an dem sie das merkt, sind Rezensionen, in denen jemand schreibt: Ich lese eigentlich gar keine Bücher, aber dieses hier habe ich gelesen.
Wie ein Manuskript überhaupt bis in so eine Runde kommt, erzählt Literaturagentin Monika Kempf in Folge 152. Wie es umgekehrt aussieht, wenn man den Verlag selbst gründet, erzählt Romy Schneider in Folge 111.
Die Bücher aus der Folge
Kim Jiyoung, geboren 1982
Cho Nam-Joo, aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee
Der Roman, um den sich die halbe Folge dreht: von Mona Lang akquiriert und lektoriert, mit 6.000 kalkulierten Exemplaren gestartet – und bis zur Aufnahme rund 80.000 Mal verkauft.
Die Vegetarierin
Han Kang
Als sie den Ankauf im Verlag vorstellte, war koreanische Literatur hierzulande noch nicht en vogue – dieser Titel war so ziemlich das Einzige, was es gab.
Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
Kurt Krömer
Ihr Beispiel für das größte Ziel: ein Buch, das über die Lesebubble hinausgeht und Leute erreicht, die sonst nicht lesen.
*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.
Wenn du dich schon mal gefragt hast, wie ein Buch überhaupt in einen Verlag kommt und wer dafür geradesteht: In dieser Folge wird die Blackbox aufgemacht – mit Zahlen, Zweifeln und einer Geschichte, die anders ausging als geplant.
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Häufige Fragen
Was macht eine Lektorin im Verlag eigentlich?
Sie liest Manuskripte, entscheidet mit, welche der Verlag einkauft, und begleitet den Text bis zum fertigen Buch. Als Programmleiterin kommt die Verantwortung für einen ganzen Bereich dazu – bei Mona Lang die Internationale Literatur – samt Team und Personalverantwortung. Lektorin bleibt man dabei.
Wie entscheidet ein Verlag, welches Buch er einkauft?
Bei Kiepenheuer & Witsch schickt die Lektorin ein Manuskript herum, und Kolleg*innen aus allen Abteilungen lesen mit – bei selteneren Sprachen gibt es Gutachten. Danach wird diskutiert, früh auch mit Marketing, Vertrieb und Presse. Der Vorteil: Wenn das Buch erscheint, steht der ganze Verlag dahinter.
Was ist ein Imprint?
Ein Verlag im Verlag: mit eigenem Logo, eigenem Namen, eigener Zielgruppe und eigener Marke, aber den Strukturen des Mutterverlags im Rücken. kiwisphere ist das Imprint von Kiepenheuer & Witsch für eine junge Zielgruppe.
Bekommen Lektor*innen einen Bonus, wenn ein Buch erfolgreich ist?
Nein. Es gibt keine Beteiligung am Verkaufserfolg. Was man damit machen kann, ist in die Gehaltsverhandlung zu gehen – genau dazu rät Mona Lang auch.
Wie viele Bücher betreut eine Lektorin pro Programm?
Rund fünf bis sieben Titel pro Programm. Nicht jeder Vorschlag geht durch – und wenn das Team skeptisch ist, kann man dafür kämpfen, muss sich aber überlegen, ob man das will.
Muss man studiert haben, um Lektorin zu werden?
Mona Lang hat Germanistik und Romanistik studiert und den klassischen Weg über Praktikum und Volontariat genommen. Sie erzählt aber auch, dass sie nicht aus einem Akademikerhaushalt kommt und lange dachte, man müsse anders aufgewachsen sein – und genau das zum Ansporn gemacht hat.
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Die ganze Folge zum Nachlesen
Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.
Helen
Herzlich willkommen, Mona. Ich freue mich sehr, heute mit dir über, Gott wahrscheinlich so viele Sachen zu sprechen, über deine Arbeit bei Kiepenheuer & Witsch, über das neue Imprint, was ihr jetzt startet. Ich bin immer schon total unsicher, welche Vokabeln man dafür benutzt. Ich glaube, da musst du mir ganz viel nachher erklären. Das, was du bei Instagram machst, dein Buchklub, und wahrscheinlich 1000 andere Sachen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?
Mona Lang
Also ich habe mir überlegt, ich würde gerne mit dir nach New York im Washington Square Park sitzen, weil ich so dachte, wenn du mit Mädels, die lesen, in New York wärst, dann würdest du euch da, glaube ich, treffen gehen und wieder. Und da ich ja keinen Alkohol trinke, habe ich gedacht, ich gebe dir was zur Auswahl, Ginger Beer oder Eis-Matcha-Latte, wahrscheinlich so ein bisschen je nach Tageszeit.
Helen
Ja, das klingt beides richtig gut. Ich habe immer nicht die beste Orientierung, aber ich war 2020, bevor alles losging, in New York über meinen 30. Geburtstag. Und da gab es so Tcha-Macha oder so was, irgendwie so hieß es, da gab es so eine Kette. Und da denke ich gerade, so was wäre voll toll. Gibt es bestimmt beim Washington Square Park auch irgendwann der Sicherheits? Aber ich bin bei beiden auf jeden Fall dabei.
Mona Lang
Okay, dann nehmen wir erstmal Matcha Latte mit irgendwie Strawberry oder Mango oder irgendwie so was, weil ja jetzt Sommer ist und dann sitzen wir im Washington Square Park, wir zwei. Und man sieht das jetzt auch überall, oder? Ich hab das mit so fancy hab ich noch nicht ausprobiert, du?
Helen
Ja, das ist, glaube ich, unterschiedlich. Manche tun da einfach nur so ein bisschen Püree unten rein und andere haben ja so eine Art Sirup. Also das wird natürlich immer wilder, aber ich finde es für den Sommer schon ganz gut, muss ich gestehen. Dieses Getränk ist ja schrecklich und viel zu teuer und bescheuert, aber manchmal freue ich mich so was zu besorgen. Ja. Okay, also klingt auf jeden Fall gut. Dann los mit unserer Strawberry-Mango-was-auch-immer-Variante. Ich hatte dich angeschrieben, weil wir jetzt in zwei Wochen, sogar weniger, zusammen bei einem Panel sind und über das Thema Communities und sowas sprechen. Und ich dachte, das ist jetzt ein ganz guter Zeitpunkt, weil in einer der letzten Podcastfolgen. Ich weiß nicht, wie viel es jetzt her ist, habe ich mit Lisa Rebik von Hey Lisa gesprochen und hatte ihr gegenüber öffentlich dann quasi im Podcast gesagt, dass ich mich schwer damit tu, bei anderen Buchklubs vorbeizuschauen, weil ich dann immer denke, wir können quasi einpacken. Und dann dachte ich so, das ist total blöd auch. Also so will ich ja gar nicht sein. Und jetzt habe ich das auch noch öffentlich gesagt. Dann war klar, wir sitzen zusammen bei diesem Panel, wo wir im Grunde genau darüber sprechen und ich Ich dachte so, Helen, das überwinde ich jetzt einfach. Ich spreche jetzt einfach darüber. Ich weiß nicht, aber kannst du das irgendwie nachvollziehen? Irgendwie denke ich sofort so, als würden wir so in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Und eigentlich finde ich das voll schade den Gedanken.
Mona Lang
Ja, interessant. Also ich habe mich gar nicht gedacht, dass du das hast, weil… Also ich gucke bei dir total gerne rein und sehe dann immer so, du machst halt so die viel professionellere Variante von dem, was ich mache, die das so nebenbei macht. Ich merke so ein bisschen, also ich krieg mehrere anschreiben oder die EMS mittlerweile, wenn jemand was macht, was ich auf meinem Kanal macht und dann sagt, sorry, ich mach jetzt so was Ähnliches und ich hoffe, du bist nicht böse. Ich hab da gar nichts erfunden. Ich find's voll nett, dass jemand das so sagt. Aber grade Buch, glaub ich, find's voll cool, was es da alles gibt. Und ich hab auch bei mir immer mal welche gehabt, die gesagt haben, ich hab auch schon mal bei Mädels, die lesen mitgemacht. Aber ich verstehe natürlich den Impuls, kurz zu denken, das ist alles zugleich oder muss man sich da irgendwie abgrenzen oder so.
Helen
Ja, ich weiß manchmal nicht, ob das vielleicht auch daran liegt, dass dann für mich da mittlerweile auch viel dranhängt oder so. Ich kann es irgendwie nicht so genau sagen, aber auf jeden Fall mich entschieden, das finde ich droof. So will ich das nicht mehr. Und deswegen bin ich immer so. Einfach mal irgendwo anfangen, weil ich glaube, ich finde es immer leichter, wenn ich die Personen irgendwie auch kenne, weil sie dann so eingeschüchtert zu fühlen. Weil du hast natürlich auch eine krasse Reichweite. Aber vielleicht steigen wir einmal damit ein, dass du so ein bisschen erklärst, was machst du? Natürlich einerseits bei Instagram, aber so, ich weiß gar nicht, gab es in Instagram Account zuerst oder erst deine Verlagsarbeit, du bist da ja auch schon ziemlich lange. Also wie bist du da gelandert, wo du jetzt heute bist? Was machst du so?
Mona Lang
Ja, erzähle ich gerne, ich will noch ganz kurz zu dem sagen, was die Bauchschmerzen gemacht hat. Ich glaube, wir sollten da ein bisschen wendeliger sein und sagen, anstatt das zu denken, was du vielleicht gedacht hast, sagen, sollen wir nicht mal zusammen einen machen oder so. Weißt du, das würden so Männer jetzt machen. Und irgendwie müssen wir da auch ein bisschen hinkommen, glaube ich. Lass unsere Reichweite zusammenschmeißen und irgendwas Cooles überlegen. So, das wäre jetzt so erstmal mein Wunsch, das ist die gute Idee, aus diesem Diener rauszukommen. Für alle, die vielleicht etwas anderes geben.
Helen
Ja, total.
Mona Lang
Und dann bin ich ja Lektorin, Programmleiterin, mittlerweile bei Kiepenheuer & Witsch. Und ich bin im Verlag seit 13 Jahren. Ich habe da angefangen als Volontärin. Vorher war ich bei DuMont in Köln Praktikantin, dann Volontärin bei KiWi. Und dann habe ich so den ganz klassischen Lektorin-Werdegang, Volontärin, Lektoratsassistentin, Lektorin, Programmleiterin gemacht. Also wie man sieht, das so vorsteht. Alles bei KiWi dann. Und ich hab dann privat Instagram gemacht und irgendwann war das so, dass immer vor Weihnachten mich so viele gefragt haben, welches Buch kann ich eigentlich eine tante Ingrid schenken in meinem ganz normalen WhatsApp, also wirklich bekannte Freunde verwandte. Und dann hab ich mir überlegt, ich mach das jetzt auf Instagram, dann können die das alle sehen und dann erspare ich mir ein bisschen Zeit. Das war aber überhaupt nicht strategisch. Ich hatte da irgendwie 300 Follower in die Freunde bekannte Verwandte und so weiter waren. Und dann kam das aber irgendwie ganz gut an und mir das mega Spaß gemacht. Und dann ist das irgendwie, ist da eine Reichweite draus geworden. Und ich hatte eh immer schon so das Gefühl, ich lese so viel für den Beruf und ich lese auch mega viel privat nach wie vor. Eigentlich schade, dass ich da nichts mitmachen kann und wäre aber nie darauf gekommen, dass irgendwie zu professionalisieren. Und so ist der Kanal gewachsen zu dem, was er jetzt ist. Aber nach wie vor einfach mein Hobby oder so. Es hört sich ein bisschen falsch an, aber ich verdiene damit kein Geld und ich mache einfach das, was mir Spaß macht und ich will mir das so vorbehalten, dass ich das jede Minute aufhören könnte, wenn es mir zu viel wäre. Also ich möchte gerade nichts verdienen. Das macht mir aber wirklich mega Spaß. Also es steht nicht an, dass ich damit aufhör, aber ich verdiene natürlich im Verlag mein Geld und das auch gut und ich muss jetzt nicht noch nebenbei was verdienen und mache das nur so. Ich probiere da gerne was aus. Ich hab jetzt auch für Kiwisphere für unser neues Imprint total viel ausprobiert, was klappen könnte, was nicht klappen könnte. Und ich hab da einfach wirklich eine super tolle Community von nur netten Menschen, die sich freuen, wenn ich Bücherempfehlungen gebe, wenn ich einfach noch ein paar Bücher auspacke, die hier hinkommen, wenn ich Sonntags zum Bücherschrank gehe und gucke, was da drin ist, wenn ich einen Buchclub mit denen mache, aber das ist alles sehr intuitiv und relativ wenig geplant. Sehr anders als bei dir, glaube ich, ne?
Helen
Wahrscheinlich mittlerweile schon. Also es ist halt auch einfach aus so einem Impuls heraus, sag ich mal gestartet. Genau, das weiß ich. Und hat sich dann irgendwie viel, ich habe irgendwann das Gefühl, es ist irgendwie so passiert, aber das stimmt natürlich jetzt irgendwie auch nicht so ganz. Aber ja, es hat sich irgendwie viel entwickelt, auch viel einfach mal, lass mal ausprobieren, dass man schauen, wie das so ankommt. Aber ich glaube, tendenziell habe ich wahrscheinlich mittlerweile weniger das Gefühl, Ich könnte jetzt einfach morgen aufhören. Also ist vielleicht ein bisschen mehr in die Wege leiten. Grundsätzlich behalte ich mir das eigentlich immer auch vor. Ich finde es super wichtig, dass man immer noch Spaß hat. Und wenn ich jetzt merken würde, also ich stand oft in den letzten Jahren vor dem Punkt, wo ich gemerkt habe, das ist eigentlich was viel und keine Ahnung, ich habe bis halt Anfang dieses Jahres ja auch noch immer daneben gearbeitet. Und ich habe mich dann immer gefragt, so warum gehst du nicht einfach in den Job? Das wäre so viel leichter und so. Und ich bin immer zu dem Schluss gekommen, weil das Lesen macht mir einfach so viel Spaß. Ich könnte nicht ohne. Aber ich glaube, wenn ich das ändern würde, würde ich dann wahrscheinlich auch sagen, das war eine schöne Phase irgendwie so. Aber das finde ich total cool und schön und irgendwie halt auch eine total entspannte Herangehensweise. Was ich mich jetzt gefragt habe mit diesem Imprint. Also vielleicht, also ich meine bei KiWi machst du, bist du generell die Programmleiterin für International Literatur? Also du warst glaube ich zum Beispiel, obwohl nicht, muss man das trennen, dass du Lektorin bist und Programmleiterin? Ist das unterschiedlich?
Mona Lang
Nee, eigentlich steckt das eine im anderen. Also klar ist man weiterhin Lektorin und ich bin jetzt halt für den Programmbereich International Literatur zuständig. Das heißt, ich habe ein Team mit anderen Lektoren, mit denen wir gucken, was wollen wir denn international machen? Wo gehen wir hin? Man hat ein bisschen Personalverantwortung, aber Lektorien bleibt man schon immer. Und ich habe auch immer mit deutschen Autorinnen noch gearbeitet. Also ich durfte immer so ein bisschen alles machen bei KiWi. Aber ich bin halt verantwortlich dafür, dass die international Literatur bei KiWi spannend und toll und super ist zusammen mit meinem Team.
Helen
Also bei einem Buch bin ich mir ziemlich sicher, dass das von dir lektoriert und war. Das habe ich so, glaube ich, auch in dem Buch gelesen. Und das haben wir bei meinem Lektorilien auch gelesen. Wie heißt das? Kim? Kim Jiyoung, geboren 1982, glaube ich, das hast du lektoriert.
Mona Lang
Das habe ich akquiriert und lektoriert, genau.
Helen
Ja, wollte ich grad sagen. Und das bedeutet immer automatisch, dass du es auch akquiriert hast.
Mona Lang
Eigentlich ja.
Helen
Ja. Voll spannend. Also, wie passiert sowas? Du bist irgendwo auf einer internationalen Messe und…
Mona Lang
Also, das ist eigentlich das beste Beispiel, was die jetzt nennen. Weil das, glaube ich, erst der aufregendsten ist. Also, das wurde vor der Frankfurter Buchmesse verschickt. Dieses Manuskript, das ist ja ein koreanisches Manuskript und tollerweise hatten die eine ziemlich schlechte, aber die hatten eine englische Übersetzung beigelegt. Die war echt nicht gut, aber man konnte so diesen Roman lesen, das kann ich ja selber nicht lesen und muss eine Gutachterin einschalten. Und ich habe den gelesen und ich war davon ziemlich begeistert, muss ich sagen. Und habe das dann im Verlag vorgestellt. Ich muss sagen zu der Zeit, dass es echt ein paar Jahre her war, Literatur aus Korea noch nicht so ganz en vogue. Es gab da zwar schon Die Vegetarierin, Aber das war so ein bisschen das Einzige, was es da gab. Also wie so ein Ausreißer von Han Kang. Und dann habe ich das im Verlag vorgestellt. Und dann haben schon viele Kolleginnen gesagt, was haben wir denn jetzt mit Frauen in Korea zu tun? Und es ist sehr weit weg und so. Und ich wusste aber, also ich wusste darum, was mit diesem Buch in Korea passiert ist. Nämlich, dass wirklich Frauen wirklich literally mit dem Buch auf die Straße gegangen sind, um für ihre Rechte zu kämpfen. Und für mich war das einfach, dass sowas ein Buch schafft, war für mich wirklich mindblowing. Und dann fand ich, dass im Text selber wirklich Augen öffnen, wie ein ganz einfaches Frauenleben erzählt wird. Und ich über diese Bande Korea, wo die Misogynie noch mal schlimmer ist als bei uns, ganz viel über mein eigenes Leben checke und über das Leben von Frauen bei uns. Und dann wollte ich, ich wollte das unbedingt machen, hatte dann glücklicherweise meine Chefinnen beide auch dafür, und wo alle ein bisschen skeptisch waren. Dann haben wir gesagt, es ist ein wichtiges Buch. Wenn wir davon 6.000 Exemplare verkaufen, dann sind wir total glücklich. Und probieren das jetzt einfach mal aus. Ich war dann am Ende auch die Einzige, die darauf geboten hat. Es gab kein anderes Angebot aus Deutschland. Das heißt, ich hab das für einen Mini-Vorschuss gekauft. Ich weiß noch genau, wir wurden beide in Bonn. Ich saß im Café Fürst oben und der Agent rief an und sagte, ich will unbedingt, dass du es machst. Es gibt auch eigentlich kein anderes Angebot. Schraubt man noch ein bisschen an den Staffel. Da ist noch hochgehen muss da oben. Dann hab ich den Zuschlag bekommen. Dann hat das so eineinhalb Jahre gedauert, bis das übersetzt wurde. Wir waren fertig. In der Zwischenzeit hatte sich das in die ganze Welt verkauft. Dann wurden 23 Länder oder so. Das wurde immer größer, immer größer. Es gab einen Riesenkinofilm in Korea. Das hat nicht eine Auswirkung auf uns. Aber das Buch kamen richtig zurück. Und dann, irgendwann kam die deutsche Übersetzung. Im Verlag haben alle gelesen. Dann passiert was, was wirklich nicht so oft passiert. Von bestimmt zehn Kolleginnen bekommen. Und zwar die Kolleginnen am Empfang, die Vertriebsleitungen, durch alle durch, die gesagt haben, boah, wie krass, das hat ja so viel mit uns zu tun. Dieses Buch, das ist ja der Wahnsinn. Und ich könnte so viele Geschichten erzählen, die da auch reingehören. Und das, also dann hat das Buch so ein bisschen da die Herzen der Kolleginnen gewonnen im Verlag. Dann haben wir uns eine kleine Kampagne ausgedacht, dass wir alle Kim Jiyoung sind und haben dann diese Instagram-Kampagne gemacht. Und dann ist irgendwie was passiert, dass dieses Buch sowohl im Internet, also wirklich auf Instagram vor allem, als auch in der Presse total hochgekommen ist. Und dann haben wir bis heute 80.000 Exemplare verkauft, von dem, wo wir 6.000 Exemplare verkaufen wollten. Und das war ganz toll. Also so schön, weil man ja auch manchmal denkt, man muss immer so die ganz großen Rechte einkaufen, um erfolgreich zu sein. Und das ist wirklich einer der geringsten Vorschüsse, die ich jemals ausgegeben habe, glaube ich, und der größte Erfolg, weil das einfach irgendwie so ein gutes Paket war und so ein außergewöhnliches Buch, obwohl es so was nicht außergewöhnliches erzählt.
Helen
Ja, voll. Also ich habe manchmal Schwierigkeiten, das so komplett in der Rene und zu weit, aber ich erinnere mich hauptsächlich an ein recht normales Leben.
Mona Lang
Genau. Also gar nicht so.
Helen
Absolut. Wir haben oft auch für mich recht schwere Themen und das war da irgendwie nicht so. Also, geregt zum Nachdenken an, aber es ist nicht so duper, schwere, kostet. Aber ich habe da direkt 10.000 Gedanken, muss ich mir gerade erst mal aufschauen. Also einerseits verlässt du dich dann schon auch so ein bisschen auf dein Bauchgefühl. Ich meine klar, okay, du wusstest, dass es in Korea eingeschlagen ist, aber verlässt du dich auch ein bisschen auf dein Bauchgefühl, um zu sagen, das könnte auch hier funktionieren?
Mona Lang
Ja, das muss ich tatsächlich. Jetzt hat Da hat mir gerade jemand, die Autorin Chris Warnat, bei der ich auch im Podcast war und deren Buch erschienen ist, gesagt, dass sie das blöd findet, wenn wir sagen, ich verlasse mich aufs Bauchgefühl. Ich hab auch gesagt, das ist Intuition, Bauchgefühl. Dann hat sie gesagt, ist Bauchgefühl nicht nur eine Ansammlung von sehr viel Wissen und Erfahrung. Da hab ich gedacht, da ist voll was dran. Wenn man wärtet, das so abwühlt, das ist Bauchgefühl, Intuition, aber das stimmt, dass mein Bauchgefühl 1000 Manuskripte, Büchern, Säden, Artikeln, die ich konsumiert habe sozusagen. Seitdem, das ist erst eine Woche her, seitdem schiftet immer mein Gedanke, so wenn jemand Bauchgefühl sagt, das ist voll interessant finde ich. Aber tatsächlich ist dieses, was wir Bauchgefühl nennen oder Intuition das Einzige, wo ich mich immer darauf verlassen kann. Also wenn es mich interessiert, glaube ich, dass es auch viele andere interessiert. Und ich gucke schon immer sehr aufs Paket. Das ist ein bisschen kibispezifisch. Bei anderen Verlagen würde man glaube ich anders schauen. Aber ich brauche irgendwas, was laut ist. Also wo ich ein Paket habe, wo ich sehr schnell sagen kann, hier ist das Buch und das kriegt ihr damit und wir sind nicht so erfolgreich mit leisen stillen Büchern, die dann quasi nur über den Text kommen und keine anderen irgendwie keine anderen Anhaltspunkte so haben, an denen man sich entlang hangeln kann. Und das war jetzt so was, wo zusätzlich zu dem Text, den ich total toll Ich fand noch so Dinge hinzukamen, die ich spannend fand. Die Geschichte kann man ja erzählen. Das Buch wie ein Mitgliedsausweis, hochgehalten von Frauen, die sich unterdrückt fühlen. Das fand ich sexy an der ganzen Sache. Deswegen hab ich Hoffnung gehabt, dass es funktionieren könnte. Weil auch in Deutschland, dass Frauen gut kennen, dass sie einen kurzen Rock anziehen, sexualisiert werden, dann alle sagen, hättest du den kurzen Rock nicht angezogen.
Helen
Ja, wir hatten auf jeden Fall auch das mit dem, das war dann wahrscheinlich von euch abgeguckt, was weiß ich gar nicht mehr, also weil du meinst, ihr hattet die Kampagne, aber wir hatten auch so ein Reel gemacht, wo wir das vor das Gesicht gehalten haben, weil das war irgendwas, was ich auf jeden Fall bei Instagram irgendwie gesehen hatte. Ich mag das auch, ich mag das manchmal ganz gerne, wenn so Cover solche Sachen hergeben.
Mona Lang
Total. War halt auch ein ziemlich cooles Cover, muss man einfach sagen.
Helen
Ja, finde ich auch. Chris war übrigens auch vor kurzem hier im Podcast.
Mona Lang
Ah, cool wie toll.
Helen
Ja.
Mona Lang
Ich glaube, wir hatten uns dann auch darüber unterhalten, dass du ja eine gute Gäste für ihren Podcast warst, die wir jetzt zusammenhangen. Ah, witzig.
Helen
Das ist so klein ist die Welt. Wirklich. Also zu dem Buch noch, dann können wir es auch abschließen, aber ich finde irgendwie witzig, weil es dann doch vielleicht viele zu sagen gibt, weil das kommt auch hier im Podcast nicht so häufig vor. Aber es war ja eigentlich, also es war halt echt auch mal was anderes. Einerseits die Übersetzerin hatte ja jetzt auch, glaube ich, letztens oder vorletzter diesen Leipziger Buchmessepreis gewonnen. Also auch irgendwie ganz cool, weil sie ja wahrscheinlich hauptsächlich, weiß ich nicht, koreanisch und vielleicht endlich gesprochen übersetzt. Also dass das anscheinend ja jetzt auch irgendwie mehr im Vordergrund steht. Und ich erinnere mich, dass es damals irgendwie als wir es zumindest gelesen haben, gab es irgendwie eine Aktion von vielleicht so einem Kultusministerium, irgendwas, dass der Film irgendwo in Berlin, glaube ich, ausgestrahlt wurde. Aber wir waren dann irgendwie schon zu spät dran und ich hatte gefragt, könnte man das vielleicht ein bisschen verletzen? Hast du den Film gesehen, weil er gar nicht zu bekommen?
Mona Lang
Nein, ich habe auch versucht, den zu bekommen. Ich habe den Trailer bekommen. Dann habe ich immer schon gedacht, den würde ich natürlich total gerne sehen, weil das ist wirklich eine krasse Produktion. Es sieht mega Hollywoodmäßig aus. Aber ich habe den leider auch nie sehen können. Ich finde, ich hatte das Bessere, weil ich durfte die Autorin in Seoul treffen. Die Autorin ist wirklich in Südkorea ein Superstar. Superstar, muss man echt sagen. Und die geht auch nicht oft raus und trifft Leute, weil die auch angefeindet wird von Männern tatsächlich. Und das war super, besonders, sie zu treffen, Frau Cho. Und sie spricht, ich glaube ja, dass sie gut Englisch spricht, aber sie tut so, als würde sie kein Englisch sprechen. Das heißt, wir haben uns also mit Übersetzung getroffen und das war eine meiner sicherlich top 5 schönsten Begegnungen mit ihr zu sprechen und mich mit ihr auszutauschen. Genau, manchmal schreibe ich hier auch noch, Ich hab ihr was geschenkt, wo wir dann da denken. Das war total besonders für mich. Ich durfte auf die Buchmesse in Seoul. Das war ein Fellowship für LektorInnen. Das war im letzten Tag, dass ich sie treffen durfte. Ich hatte immer den ganzen Verlagskollegin aus Südkorea in Seoul erzählt. Am Ende darf ich noch zu einem Jew treffen. Und alle waren so, was? Du darfst sie treffen? Dann hab ich gemerkt, das ist was Besonderes, dass man sie treffen darf. Und das war voll schön.
Helen
Richtig cool. Ja, ja. Aber grade denke ich so, weil du das eben meinst mit so gemeinsamen Aktionen. Ich finde, wir sollten irgendwie den Film hier irgendwie zeigen, das ist so toll. Ich liebe das eh immer, wenn wir Filmabende auch machen. Das kommt für meinen Geschmack viel zu selten vor, weil wir tendenziell ja doch eher aktuelle Bücher lesen und es dann noch…
Mona Lang
Ja, ja, klar.
Helen
Aber richtig gut. Was mir dann dazu eingefallen ist, also darf ich mir das so vorstellen, dass du das im Grunde so pitcht im Verlag? Also, da gibt es irgendwie eine Runde und du sagst, Leute, wir müssen dieses Buch einkaufen?
Mona Lang
Absolut, genau so ist es. Ich lese diese ganzen fünf Milliarden-Manuskripte, die von der ganzen Welt kommen und warte bis irgendwas ist, was mich begeistert. Und wenn dann was ist, dann schicke ich das rum und tatsächlich lesen bei KiWi, das ist sehr außergewöhnlich, glaube ich, auch alle Kolleginnen mit, die können und wollen. Also aus allen Abteilungen lesen Leute mit und sagen dann auch, ob sie es super oder nicht so super finden. Wenn es dann mal Sprachen sind, wo nicht so viele lesen können, dann machen Wir haben natürlich ausführlichere Gutachten und so. Aber im Englischen können viele mitlesen. Und dann diskutieren wir das tatsächlich, was manchmal anstrengend ist. Aber hintenraus eigentlich immer super. Weil wenn die Bücher dann erscheinen, ist immer klar, wir haben uns da zusammen für entschieden. Und stehen alle hinter den Büchern. Das ist echt eine schöne Situation, in der man dann ist. Es gibt nicht wie in anderen Verlagen, dieses Monat, was eingekauft, die Übersetzung. Und alle sagen, was ist das denn? Das gibt es bei uns nicht. Diskutieren, dass dann schon sehr früh mit Marketing, Vertrieb online und so weiter Presse, ob die denken, das könnte was für uns sein.
Helen
Voll spannend. Und wie viele Titel sind das so pro Programm? Weil das klingt noch viel Arbeit.
Mona Lang
Ja, also es geht natürlich nicht alles durch. Wir machen alle so fünf, sechs, sieben Titel pro Programm, alle LecturerInnen. Aber klar, es gibt natürlich auch mal den Fall, dass man selber was toll findet und die anderen aber wirklich sagen, da sind wir jetzt so skeptisch und dann hat man schon noch die Möglichkeit zu sagen nein, aber ich glaube da so wahnsinnig dran, das ist doch nochmal bitte irgendwie eine Möglichkeit finden, aber das muss man sich natürlich auch überlegen, ob man das möchte.
Helen
Ja und was ich mich dann noch gefragt habe und irgendwie dann muss ich das Kapitel glaube ich jetzt auch mal schließen, ich wollte noch so viele andere Sachen machen, aber kriegst du dann so ein Bonus, also wenn du denkst, vielleicht machen wir sechs Stunden, es werden 80.000. Wisst du dafür irgendwie, weiß ich nicht, kriegst du dafür irgendwas? Oder ist es einfach genauso wie das Buch, das vielleicht irgendwie gefloppt ist?
Mona Lang
Schön wärs. Also man kriegt keinen Bonus dafür. Man kann aber natürlich genau mit diesen Erfolgen in die Gehaltsverhandlung gehen. Also das ist jetzt nicht so, dass wir dann sagen, jetzt haben wir da so viel von Verkauf. Jetzt kriegst du da irgendwie auch einen Teil von, so leider nicht. Aber man geht natürlich gerade als Lektorin hin und sagt, Leute, letztes Jahr habe ich so viele gute Bücher gemacht und die haben sie so verkauft und ich mache meinen Job doch wirklich sehr gut. Also lass uns mal bei Gehalt reden.
Helen
Ja, okay. Sehr gut. Vielleicht auch noch mal ein wichtiger Hinweis für alle, die irgendwie in einem ähnlichen Bereich auch arbeiten oder auch nicht ehrlich gesagt, gerade auch mal das Gehalt zu fahren, denn kann nie schauen.
Mona Lang
Absolut. Ich wollte dich aber ja vor allen Dingen auch fragen, was mit dem Imprint auf sich hat. Weil ich war in Leipzig, wo ich von euch zu dem Blogger in den Frühstück eingeladen war. Was super schön war, von Kiwisphere, finde ich, das Branding On Point. Toll, das freut mich so sehr.
Helen
Aber ich habe im Grunde 1000 Fragen. Erst mal hat es mich total beeindruckt, als ich da war und man hat irgendwie mitbekommen, ist ein junges Team, die da auch so ein bisschen Ja, vielleicht jetzt nicht freie Hand hatten, aber schon Freiheit, sag ich mal, sich da irgendwie austoben konnten, die da auch total selber von begeistert waren. So Branding, wie gesagt, toll. Und auch, dass dieses erste Programm klingt ja spannend, also so abwechslungsreich. Vielleicht erst mal, was genau ist ein Imprint? Was bedeutet das?
Mona Lang
Imprint ist eigentlich so ein bisschen ein Verlag im Verlag. Also wir haben uns überlegt, bei KiWi wir wollen eigentlich mehr für eine junge Zielgruppe machen, also so 20-somethings und sind dann rangangeregiert und geguckt, was machen wir dann da? Veröffentlichen wir einfach nur mehr Bücher bei Kiepenheuer & Witsch, also suchen wir mehr Sophie Passmanns und mehr Chris Kramers oder L. Hotshaws oder geben wir doch nochmal genauer rein und gucken, was können wir machen und für mich variativ schnell klar, man, das ist jetzt natürlich so was von das zu sagen, aber junge Menschen erreicht man über Social Media und wir müssen aber auf unserem Social Media Kanal von KiWi relativ viel abdecken. Das heißt, wir brauchen eigene Kanäle für diese Zielgruppe und da sind wir dann schon fast dabei, dass man irgendwie dann eine eigene Programmreihe macht oder gar ein eigenes Imprint und eigenes Imprint heißt wirklich, dass man irgendwie einen kleinen eigenständigen Verlag aufbaut, den natürlich die Strukturen von Kiepenheuer & Witschnutzt, aber der sein eigenes Logo hat, seinen eigenen Namen und wirklich eine ganz andere Zielgruppe und Marke. Und das war dann so ein bisschen meine Aufgabe vom Verlag, dass ich mir überlege, wie wir das machen. Und dann war für mich auch glücklicherweise schnell klar, ich möchte das auf jeden Fall versuchen mit der Zielgruppe, die wir schon im Verlag haben, weil wir hatten diese ganzen tollen jungen Menschen da, die irgendwelche Junior Jobs gemacht haben oder Auszubildende waren und wo man so wusste, die sind alle mega, wir haben die so lieb und die sind so toll und wahrscheinlich Ich wisse die auch mehr über Bücher für 20-Jährige als wir alle zusammen. Und dann habe ich mir das so ein Team zusammengestellt. Ich wusste aber echt nicht, ob das funktioniert. Das war so ein bisschen, wir versuchen es jetzt einfach mal. Hab dann ein paar Gespräche geführt, hab schon gemerkt. Oh Gott, die lesen alle so gute Sachen. Das ist eh schon so ein Wissen, was man wirklich anzapfen sollte. Und dann haben wir das gestartet. Einfach dieses Imprint in unseren Köpfen erst mal zu planen, wie wir es uns wünschen und dann zu gucken, was könnte auch Realität sein. Und es war von Anfang an eine sehr gute Idee, einfach die Entscheidungsmacht diesen jungen Menschen zu geben und nicht irgendwelchen Abteilungsleitern dieser 30 Jahren im Verlag sind, die ganz viel Wissen haben, aber gar nicht mehr an diese Zielgruppe rankommen. Und natürlich auch wir alle, also da ich sehe, ich sehe mich auch dazu, die lange schon im Verlag sind, haben natürlich auch total schnell so eine Schere im Kopf. Das wäre schön, aber das geht ja sowieso nie, weil wir haben kein Geld für blah, blah, blah. Und das sind jetzt alles Leute im Team, die noch nie groß in Runden saßen oder was entschieden haben und natürlich erst mal total frei gedacht haben. Und das war für Kiwisphere wirklich total entscheidend. Also ich habe dann immer so ein bisschen Themen vorgegeben, offene und dann haben wir diskutiert. Ich habe mal eine Skripte gesucht zusammen mit Elaine Hugen, die für die Nonfiction zuständig ist. Dann haben wir die ins Team reingespielt und alle haben ihre Meinung dazu gegeben. Haben mir auch oft genug gesagt, Mona ist ja ganz schön, aber das gab's schon 20 Mal jetzt, das ist das irgendwie eine Romance mit Eishockey oder was weiß ich, ne? Und also war wirklich total wichtiger Input und auch das ganze Design haben wir zusammen entschieden. Da war es oft so, dass ich einen anderen Geschmack oder was anderes gewählt hätte als dann der Rest vom Team. Das heißt, deren Input war immer super, super wertvoll und ist ja bis heute auch so. Und die machen die Social Media Kanäle alleine. Sie haben auch den Blogger-Bruncher gemacht, da bin ich ja gar nicht erst hingefahren, weil ich genau wusste, die machen das super und da bin ich auch fast schon irgendwie oldie und da muss ich nicht sein und so. Also ich versuche einfach so viele Entscheidungen wie möglich aufs Team zu verteilen, weil die das alles genau wissen, wie ihre Zielgruppe quasi lesen möchte.
Helen
Ja, das finde ich super spannend, weil das ja auch einfach Mut erfordert, Ja, komplett neues aufzubauen. Vor allem, wenn dir so die Verantwortung übertragen wird, dann musst du irgendwie da für gerade stehen. Das finde ich also super inspirierend auch. Jetzt muss ich kurz mal überlegen. Eine Frage war mir gerade durch den Kopf gekannt. Ach so, genau. Wegen dem Namen. Ich hatte nämlich da irgendwie gelesen, dass es so angelehnt seien da auch an das Taylor Swift und wie bei so einem und so. Vielleicht kannst du dann nochmal kurz was zu sagen, wie seid ihr auf den Namen gekommen?
Mona Lang
Ja, wir haben wirklich, also Wochen mindestens, Ich hab nicht sogar Monate gebraucht und kam nicht auf das Richtige. Nichts hat uns zufrieden gestellt. Wir waren schon echt verzweifelt, wenn wir nicht wussten, wohin mit uns. Da mussten wir irgendwie so einen Kompromiss nehmen. Dann gab's noch mal eine neue Brainstormingrunde. Dann stand auf einmal auf unserem Papier da, Kiwisphere. Wir waren alle so, wo kommt das denn her? Das hört sich cool an, das wär doch was. Das ist auch so ein bisschen, kommt in unsere Sphäre und zu uns. Wir wollten was sehr Inklusives. Danke. Mein Kollege Johanna war aus dem Vertrieb, die das reingeschrieben hatte, weil sie gerade im Urlaub war. Wir haben uns riesig gefreut. Es konnte uns aber gar keiner erklären, wo kommt das her. Dann sagten aber alle andere, das kommt von Taylor Swift. Ich kann mich da nicht so ausmusisch gestehen, aber es kommt aus dem Universum, was ich auch toll fand. Dann haben wir das so abgeklopft mit allen möglichen Leuten. Dann war klar, das passt total zu dem, was wir machen wollen. Wir wollten auch super gerne was Englisches haben. Ich wollte gerne das KiWi mit drin ist, weil da auch super viel KiWi drinsteckt in Kiwisphere. Es ist einfach nicht was ganz anderes, sondern das Baby von KiWi oder irgendwie so was oder die ganz kleine Schwester oder nicht oder wie auch immer. Und das hat echt gedauert. Und da haben wir aber auch, ich wollte auch keine Agentur dran setzen, ich wollte, dass das von uns auch so kommt und eine Idee, die von uns entwickelt wird. Und da musste man tatsächlich ein bisschen Sitzfleisch haben, weil zwischendurch dachten wir, da bin ich schon alle so, oh, da kommt hier nichts raus. Wir gehen ohne Namen raus.
Helen
Ja, oder mit so wirklich so ein Kompromiss, wo eigentlich alle zufrieden sind. Was ist das? Aber das finde ich gerade irgendwie so cool, weil ich sage das irgendwie ganz oft. Ich habe immer nicht so eine Ahnung von der Buchbranche, keine Ahnung, wie das oft so läuft. Aber zumindest auch bei meinem vorigen Job war es auch so, dass wir eine Agentur für Sachen reingohlt haben. Und hier war es ja dann im Grunde genau so, dass ihr dieses gemeinsame Commitment dann habt. Ihr euch gemeinsam für einen Namen, für einen Branding und fürs Programm entscheidet, auch da hast du ja dann alle im Boot und ihr könnt wirklich sagen, hey, das haben wir uns zusammen ausgelaufen, wir stehen zusammen dafür gerade. Find ich irgendwie eine richtig gute Herangehensweise auch.
Mona Lang
Ja, wir haben natürlich also vielleicht würden andere sagen, na jetzt habt ihr aber Wochen damit zugebracht mit der Arbeitszeit, ihr könnt was anderes machen, aber für mich war das halt irgendwie, das war so ein bisschen die ganze Idee, Das ist auch weiterhin die ganze Idee, dass alles, was nach außen geht, aus dem Team herauskommt. Also auch die ganze Social Media-Strategie ist, das Team zu zeigen. Weil die wirklich super sind. Die sind mittlerweile auch alle total besfreundet, weil sich wirklich noch so die Kirsche auf der Torte findet, dass sie sich alle wirklich gerne mögen und zusammen Zeit verbringen. Ich fand das irgendwie … Das ist auch so, wo ich dachte, das würde ich gerne sehen. Ich weiß, dass viele Verlage auch ihre Teams zeigen oder so. Ich wollte einfach, dass wir total authentisch zeigen, wie das bei uns abläuft, wie so ein Verlag funktioniert, was wir eigentlich machen und was diese jungen Menschen da im Verlag machen. Das war so ein bisschen mein Wunsch, weil ich das auch immer wieder gespiegelt bekomme. Sowohl auf Instagram als auch im richtigen Leben, wenn Leute im Verlag zu Besuch kommen, sind immer alle total interessiert und wir sind, Verlagsleute denken so ein bisschen, naja, sind da nur Büros mit Büchern drin, aber ich merke, dass so, dass das Verlag so eine Blackbox ist. Also man irgendwie doch nicht so richtig weiß, was da passiert. Und ich hatte wirklich so, ich habe den Wunsch, dass wir die Black Box aufmachen und einfach zeigen, was passiert genau, was machen wir da, wie macht man so ein Imprint, wie werden die Bücher, also wir wollen das echt alles so transparent zeigen und alle mitnehmen und dadurch auch so eine Community schaffen, wo wir auch einfach Teil davon sind. Also nicht irgendwelche Lieder oder eben es ist, uns zu gucken, sondern wirklich so ein Auf-Augenhöhe-Community schaffen, das wäre mein Wunsch.
Helen
Ja und ich meine, wir sind ja jetzt bald bei dem Community Panel, meiner Meinung nach hast du auch ein, also ein community Gefühl kriegst du, glaube ich, auch nur wenn das auf Augenhöhe ist.
Mona Lang
So ist es.
Helen
Wenn du im Grunde Teil davon bist.
Mona Lang
So ist es, ja.
Helen
Genau. Und ich glaube auch, dass das total die Black Box ist, weil ich habe immer noch das Gefühl, also dann erzählt mir irgendwer was aus dem Verlagsleben und ich denk so, ach krass, okay, so läuft das also. Ja, ja. Und ich bin ja jetzt, würde ich sagen, schonmal vielleicht näher dran. Ja, total. So jemand anderes. Und ich finde das eine richtig coole Strategie. Und ich finde es halt auch schön, wenn man auch die einzelnen Leute sieht und auch sieht, wie so Ideen entwickelt werden. Also das einfach auch was Neues, was anderes. Also ich bin richtig, also es geht doch jetzt schon los oder?
Mona Lang
Wir haben jetzt gelauncht. Das heißt, wir sind jetzt raus damit, Pressemitteilung, Social Media Kanäle sind freigeschaltet und so weiter. Und dann erscheinen im Juli unsere Bücher. Also wir machen jetzt quasi, wir sind jetzt ein bisschen noch im Vorlauf und sammeln natürlich irgendwie Follower in ein und Newsletter-Abonnentin, damit wir bald so richtig mit dich losgelegen können mit allem, was wir uns zu den Büchern ausgedacht haben.
Helen
Ja, das ist cool. Also ein guter Teilpunkt, um Kiwisphere auf allen Kanälen folgen. Ich gut, was mir nicht bewusst war, was du in diesen Fragerungen, den wir vor verschicken reingeschrieben hat, ist das da auch für das Literaturhaus Bonn im Vorstand, glaube ich, was kann man sich denn darunter vorstellen, was machst du da noch? Also ich meine, du bist ja irgendwie, ich frag mich auch manchmal, wie viel Zeit hast du vielleicht mehr als wir? Wie kriegst du das alles unter?
Mona Lang
Also ich muss gestehen, dass ich da gerade stilles Vorstandsmitglied bin, weil ich jetzt im letzten Jahr einfach da die Zeit nicht für hatte, aber ich bin das schon seit, oh Gott, ich weiß gar nicht, ich fühle zehn Jahre, Aber solange ist es vielleicht noch nicht im Vorstand in Bonn. Das Literatur ist ganz klein in Bonn. Also es ist kein Riesenhaus. Es hat, glaube ich, mittlerweile vier Mitarbeitende. Und der Vorstand ist auch so eine Art Lenkungsgremium. Und in den ersten Jahren habe ich das Programm mit der Geschäftsführerin und dem Vorsitzenden zusammengemacht. Weil ich einfach so ein bisschen wusste, welche Bücher erscheinen sowieso hier und da und wen wollen wir einladen. Und jetzt gerade bin ich nur in anführenden Strichen erreichbar, wenn es irgendwelche Fragen gibt. Es gibt dann Rufen, die an und sagen, wir haben folgendes Veranstaltung geplant. Wir wissen aber irgendwie nicht so genau, wer es moderieren soll oder wir brauchen noch dies und jenes. Hast du eine Idee oder kannst du vielleicht da kommen und mit Essen gehen später oder so. Aber eigentlich gucken wir natürlich, dass das Literaturhaus in Bonn gut aufgestellt ist, dass wir ein schönes Programm machen, dass wir das alles finanziert bekommen, dass wir genug Geld einholen. Das machen aber wirklich alles die Mitarbeitenden und wir Vorstandsmitglieder stehen dann nur beratend zur Seite und machen natürlich Mitgliederversammlungen und so weiter. Da will ich mich gerade mit gar keinen Federn schmücken, weil ich da wirklich momentan nicht teilnehme. Aber soweit in ein bisschen mehr Zeit ist, möchte ich da auch gerne wieder reingehen. Das macht Spaß und einfach wirklich nebenbei. Ich habe dadurch ganz tolle Menschen kennengelernt. Ich war mit ganz tollen AutorInnen essen, die nicht meine AutorInnen sind und habe wirklich auch Freunde darüber gefunden. Und ich mag das schon gerne auch zu gucken, dass in der Stadt, wo ich wohne, ich ein bisschen was beitragen kann dazu, dass Literatur hier stattfindet. Weißt du?
Helen
Ich finde auch echt cool ein Ansatz irgendwie. Also ich habe mit dem Literatur-Haus-Bond, glaube ich, bisher eher wenig Berührung gehabt, aber ich meine, das war von oder mit irgendwie organisiert vom Literatur-Haus-Bond mit diesem Leseklub-Festival, oder so hieß das doch. Und wo es dann in der ganzen Stadt verteilt irgendwie eine Veranstaltung gab, habe da Lisa Reu gesehen.
Mona Lang
Ach schön, ja.
Helen
So toll, dieses Buch.
Mona Lang
Ja toll.
Helen
Ich fahre immer noch irgendwie.
Mona Lang
Du könntest eigentlich mal schön was für uns moderieren, fällt mir gerade so auf. Du moderierst doch auch, oder?
Helen
Ja, also ich hab jetzt einmal was moderiert. Also eine Lesung von Melanie Raabe in dem…
Mona Lang
Stimmt.
Helen
…Bücher-Bars. Und dann hab ich sie mitbekommen.
Mona Lang
…an der anderen Seite, genau.
Helen
Und halt jetzt irgendwie zum zweiten Mal den Seriencamp, wo klappt das halt auch total cool. Wir dann quasi dazu gehörige Serien. Das bedient zu meiner zwei Leidenschaften. Ich würde am liebsten so viel mehr Filmabende bei Mädels, die lesen machen, aber ist noch nicht irgendwie so richtig. Aber ja, super gerne. Aber also dein Leben ist auf jeden Fall durch und durch mit Büchern gefüllt. War dir das immer klar? So war klar, dass du in die Richtung gehen willst. Hast du das so vielleicht auch Ist das strategisch so angegangen oder bist du da reingerutscht? Weil nicht solch hat man da rein, wenn man praktisch von sich zumindest aussucht.
Mona Lang
Ich habe mir das nicht so richtig angegangen. Also ich wollte, ich habe Germanistik und Romanistik hier in Bonn studiert. Und ich wollte Journalistin werden unbedingt. Also das war irgendwie so meine Vorstellung. Und ich habe dann relativ früh im Studium so eine freie Mitarbeiterschaft bei der Bonner Rundschau angefangen und habe dann so wirklich, ganz klassische, kanierlich ins Durchdauer-Einartikel geschrieben. Geschrieben und die neue Spiele-Sammlung wurde eingeweiht in der Kirche in Dottendorf. So, das hat mir Spaß gemacht, aber ich habe schon gemerkt, dass es mich irgendwie belastet, dass ich immer so ganz viel Arbeit da rein stecke und dass dann irgendwie nur so ein Tag in der Zeitung steht und dann für immer weg ist. Also es war mir alles zu kurzlebig irgendwie. Und dann habe ich an der Uni Bonn, hatte ich eine Hiwi-Stelle, habe für eine Professorin gearbeitet und da wurde eine Lesungsreihe organisiert mit Professor Gottfried Honnefelder, der war mal Verleger bei DuMont und dann irgendwann Vorsteher des Börsenvereins und mit dem habe ich diese Lesungsreihe organisiert. Da kamen wirklich Riesenautoren, die wir zu betreuen hatten und ich ganz kleine Maus kannte die teilweise alle nicht und war total naiv da rangegangen. Aber ich habe es ganz gut gemacht und Herr Honnefelder dann gesagt, sie wären wirklich für einen Verlag. Und der hatte damals noch einen ganz kleinen Verlag, wirklich so eine Minibude. Und für den sollte ich dann Gutachten schreiben. Das heißt mal, die Manuskripte prüfen und gucken, ob die was für seinen Verlag sein könnten. Ich wusste gar nicht, was das bedeutet, Gutachten schreiben. Ich habe das wirklich so, ja, mach ich mal, so, ich guck mal, genau, hat dann irgendwelche Leute gefragt, was bedeutet Gutachten schreiben. Also wirklich, ich dachte drüber nach, denke so lustig, aber ich habe es gemacht. Also das war das Wichtige, glaube ich. Und der fand das gut und da der ja mal Verleger bei DuMont gewesen ist, hat der da angerufen und hat gesagt, die müsst ihr als Praktikant hinnehmen. Das war dann irgendwie nett, aber das fanden die auch nicht lustig bei DuMont. Wir haben mich auch erst mal so ein bisschen doppelt und dreifach überprüft. Aber es hat dann trotzdem geklappt. Und dann war ich irgendwie in diesem Verlachsding drin, habe das Praktikum da gemacht, wusste auch nicht so richtig, was man im Lektorat macht. Ich hatte keine Ahnung. Dann waren da tolle junge Lektor*innen. Vor allem mein Freund heute, Martin Kordić, der jetzt Lektor bei Hanser ist. Der hat mir auch relativ schnell gesagt, du bist dafür gemacht. Du hast so viel Meinung und du kannst relativ schnell sagen, was du gut und schlecht findest. Das ist sehr wichtig als Lektorin. Du hast Lust, dieses ganze Feld zu bedienen. Mach das mal weiter. Es hat mir sofort mega Spaß gemacht. Also, für mich war ein Bücher schon immer total wichtig. Und es war, ich hab immer gelesen. Ich komme aber zum Beispiel nicht aus dem Akademikerhaushalt. Also, beim Holster Hause wurde auch gelesen, aber viel halt einfach Donna Leon, Krimis oder irgendwie so. Und irgendwie hatte ich auch schon lange, hatte ich lange das Gefühl, hier müsste man aber doch irgendwie anders aufgewachsen sein, um Lektorin zu werden. Und das fand ich dann aber an einem gewissen Punkt auch attraktiv für mich selbst zu beweisen. Ach nee, vielleicht kriege ich das auch so hin. Also als Erste mit Abi in der Familie und als Erste, die studiert hat. Und als ich da einmal drin war, war mir eigentlich relativ schnell klar, das ist für mich der absolute Traumjob. Also den ganzen Tag mit Büchern und Literatur. Genau, den ganzen Tag mit Büchern und Literatur umgeben zu sein. Ist das Beste, was es gibt. Und als ich bei KiWi dann noch irgendwie merkte, international Literatur ist, was ich machen kann. Weil das war immer das, was ich am liebsten gelesen habe. Romane aus den USA war immer das, was mich am meisten geket hat. Und wenn dann, also das ist wirklich so, für mich weiß ich noch ganz genau, ab so der Moment, wenn irgendwann deine Chefin sagt, du fährst nach New York und guckst mal, welche Bücher du einkaufen kannst, da habe ich wirklich gedacht, also ist das mein Leben. Wie bin ich hier gelandet? Wie viel Glück kann man haben im Leben? Und das geht mir eigentlich bis heute so. Also es mich interessiert halt alles rund ums Thema Bücher. Das muss ich echt sagen, mir wird das nie langweilig und dass ich dafür bezahlt werde, um meinen ganzen Tag damit verbringen kann und hier überall bei mir in der Wohnung Bücherstapel liegen, die entweder beruflich oder privat noch gelesen werden wollen. Das macht mich schon dauerhaft glücklich, muss ich echt sagen.
Helen
Boah, das ist mega schön. Und ich beneide auch so ganz bisschen diesen Doppel. Vielleicht für dich so vorher nicht klaren roten Faden, aber ich denke, wenn man es zurückschaut, ist das ja irgendwie, du hast dich so ein bisschen, halt, du hast dich dann auch auf Gelegenheiten eingelassen und irgendwie ergibt sich daraus ja schon so ein bisschen dann roter faden. Ja. Und ich hatte von Vortrag ein Interview mit dem Alumnibeauftragten von der TH Köln, also ich habe in Köln studiert. Und auch letztes Jahr mit dem Young Excellence Award vom Börsenverein gab es auch so ein Vertreter, wo ich auch im Grunde nach meinem Leben darauf gefragt und in beiden Fällen druck sich dann immer so ein bisschen Romanz, da kann irgendwann also nichts führt logischerweise zu diesem Moment, an dem ich jetzt bin. Ich bin gefühlt so viel einfach durch mein Leben gestolpert. Aber ich hatte auch noch nie den Anspruch, krass jetzt Karriere zu machen oder irgendwie, ich hatte keine genau Vorstellung davon, was ich machen will. Ich habe immer irgendwie das gemacht, was mir in dem Moment dann auch Spaß gemacht hat. Also deswegen denke ich halt auch, wenn mir diese Idee jetzt irgendwann nichts mehr wäre, dann würde ich es halt auch lassen. Aber ich muss da so manchmal so ein bisschen lachen, weil auch letztes Jahr meinte Kai Uwe Vogt von Börsenblatt Mentor auch so, hey, also das kriegen dann hier recht viele Menschen aus Verlagen und Komisch. Du darfst es gerne auch ein bisschen strategischer nutzen und zum Beispiel sagen, was du gerne machen würdest. Aber ich kenne die Buchbranche doch gar nicht. Ich weiß gar nicht, was man da machen kann. Aber ich denke bei dir…
Mona Lang
Ich denke, es ist eine schöne Inspiration, dass man sich mal ein bisschen so leiten lassen kann. Aber weißt du, bei dir denk ich so, dein beruflicher Weg ist unterbrochen von einem Schicksal, das, was verändert hat. Und bei dir, wenn ich darüber nachdenke, wahrscheinlich, wenn du 65 bist und dich jemand nach deinem Lebenslauf fragt, wird dann ab…
Helen
Er gibt alles drin. Ab 30 wird dann alles total stringent sein, wenn du irgendwann CEO von Random House bist oder was weiß ich, damit verschiedene Schritte gegeben haben. Das ist nicht von der Fram,
Mona Lang
Das finde ich auch irgendwie total cool für alle, die denken, sie sind jetzt gerade in einem Job, der ihnen nicht so viel Spaß macht, wie ich gerade gesagt habe. Ich weiß, was es für ein Privileg ist, so ein Job zu haben. Aber es gibt ja genügend Leute, die sagen, mir macht das gar keinen Spaß. Oder ich möchte auch den Spaß nicht in meinem Job finden, sondern gerne in meiner Freizeit. Für dies, das vielleicht auch inspirieren, dass es so viele Möglichkeiten gibt, das Leben so ein bisschen schöner zu machen, zu gestalten, sei es wirklich mit einem richtigen Cut im Leben. Oder auch mit so einer Idee wie Deina zu sagen, mal was aufzubauen, was es irgendwie noch nicht gibt und gucken mal ob es funktioniert und dann funktioniert es auch so gut, wie es funktioniert. Also finde ich auch total toll.
Helen
Ja, ich glaube, ich habe auch so ein bisschen meinen Frieden damit gestanden, weil du kannst ja eh nicht ändern.
Mona Lang
Genau.
Helen
So, ich bereue im Grunde nichts. So, ich denke, das sind ja alles auch Erfahrungen.
Mona Lang
Ja, total. Immer wenn ich so danach gefragt werde, denke ich so, hey, wir können eigentlich, beginnt die Geschichte erst mit dem Bild.
Helen
Genau. Ich finde es irgendwie mega cool, auch so zu sehen, dass Bücher jetzt auch schon wirklich lange begleiten. Also du machst das ja auch schon lange und auch so viel, also in so vielen verschiedenen Aspekten hast du mit Bücher zu tun. Und das ist dir halt immer noch so viel Spaß macht und du sagst, weil ich lese einfach super gerne, ich spreche auch gerne über Bücher, weil das was du machst, ist ja auch eine Art von Literaturvermittlung. Und dass du immer wieder auch noch so neue Ideen hast, die du ausprobieren möchtest, finde ich super cool. Hast du so eine Vision für dich? Das ist immer die Frage, die ich am schwierigsten zu verantworten finde, aber hast du eine?
Mona Lang
Super schwierig. Also ich hatte beruflich, hab ich, ich finde es immer so ein bisschen unsympathisch, das zu sagen, aber ich muss es auch lernen, dass das jetzt aushalte. Also ich hatte beruflich den Wunsch tatsächlich bei KiWi in der Geschäftsleitung zu sein und den Verlag nicht nur in meinem Fachbereich, sondern allen seinen Facetten zu verstehen. Und das bin ich ja jetzt seit einem Jahr ungefähr und stimmt, das haben wir noch gar nicht erwähnt. Ja, das war für mich wirklich toll, dass der Verlag mir das zugetraut hat, so früh und so jung, das damit reinzugehen, dieses Gremium, weil ich das wirklich, also ich wollte das wirklich super gerne über diese ganzen Themen, die immer so angerissen werden, aber für die ich nicht zuständig bin. Also ich sage jetzt wirklich mal so ein ganz langweiliges Thema wie Lagerbereinigung. Ich habe mich immer gefragt, ja, aber was heißt das, wie geht das, wie soll das, also oder diese ganzen großen Vertriebsthemen. Ich muss jetzt nicht in aller Tiefe wissen, aber mich interessiert es irgendwie doch das ganze Bild so und ich möchte da super gerne mit dran rumdenken, wie man den Verlag gut aufstellt und das war immer so ein totaler Wunsch. Das hat Ich hatte bestimmt was mit Machtwillen zu tun, aber ich wollte das vor allen Dingen verstehen. Dass ich das machen durfte oder das machen darf, ist für mich eine total große Sache und eine total krasse Ehre. Und es macht mir auch wirklich tolle Spaß. Und danach merke ich so manchmal, dass mir auf diesem Karriereweg jetzt fast die Visionen ausgeben. Weil ich denke, jetzt fühle ich mich da so gut gerade. Alles erreicht. Und jetzt durfte ich auch noch dieses Imprint aufbauen. Aufbauen. Ich meine, das ist ja so ein bisschen als dürfte ich ein Start-up aufbauen, aber nicht mit meinem eigenen Geld. Und dafür wäre ich zu schissig, das weiß ich. Und von daher, dass jetzt jemand gesagt hat, mach das mal so, wie du willst und dann gucken wir mal, ob das was wird. Ist toll, habe ich gar nicht kommen sehen, aber ist super. Klar, ich habe noch andere Sachen, die ich erreichen möchte, aber jetzt gerade habe ich wirklich das Gefühl, das ist wirklich so mein Beruf. Es gibt mir so viel, wie es nur sein kann. Das ist so schön aufgestellt. Und ich hab auch so tolle Teams, die mir natürlich auch genug abnehmen, dass ich noch irgendwie mein Privatleben schön führen kann. Mit dem Instagram-Kanal, das ist wirklich super intuitiv. Also da sehe ich irgendwas und versuch das dann aus. Da hab ich, ich hab kein Zahlenziel oder irgendwie so was. Mein größtes Ziel jetzt gerade ist, dass wir Kiwisphere wirklich schön ans Laufen bekommen und dass ich das dann so zwei, drei Jahre mache und dann an jemand anderes übergeben kann. Das ist ja, dann bin ich dann irgendwann tatsächlich ja auch zu alt für. Und dann ist aber wirklich nur Ziel, wirklich gute Bücher zu finden. Und im besten Fall Bücher zu finden, die Leute ans Lesen bringen, die nicht lesen. Also das ist ja immer so mein Maximalziel. Das Ziel kann man dann mit so Büchern wie das Buch von Kurt Krömer erreichen. Das merke ich, wenn dann sowas über eine Lesebubble hinausgeht. Und man das wirklich schafft, dass in den Rezensionen Leute schreiben, ich lese eigentlich gar keine Bücher, aber das habe ich gelesen und es hat mir so gefallen. Also das ist so das total idealistische Riesenziel. Das bestimmt total größer war es sich das zu sagen, aber wenn ich das hin und wieder mal schaffe mit Büchern, die ich irgendwie mache in Anführungsstrichen, dann bin ich echt, bin ich echt happy.
Helen
Ja, ich würde eher fast sagen, das machst du ja schon. Also, aber ich glaube, dass KiWi's 4 startet, weil jetzt gerade auch Erfringer, Superfilie auch so an Reading Parties Also solche Sachen für den Herbst auch geplant. Und ich finde es manchmal richtig schwer, wenn man so drinsteckt, überhaupt noch so viel weiter da drüber hinaus, so nachzudenken. Und ich könnte mir vorstellen, wenn so jetzt in einem Jahr oder so, vielleicht fängst du dann langsam schon mal wieder an, zu überlegen. Ach ja, das könnte vielleicht das nicht sein.
Mona Lang
Das kann gut sein. Das kann echt gut sein. Also ich finde manchmal muss dafür auch erst mal wieder so der Raum frei werden.
Helen
Aber mega spannend. Also ist schon sehr viel los bei dir und steht noch einiges an. Klingt wirklich cool. Vielleicht erzählst du mal, wo findet man dich? Wo findet man Kiwisphere? Wie kann man vielleicht was zum Veranstaltungsprogramm oder auch zum Buchprogramm erfahren? Also, wo sollten wir hingehen?
Mona Lang
Genau, also für uns ist so alle News von Kiwisphere, die irgendwie spannend sind, jetzt am allerersten in unserem Newsletter, ich jetzt monatlich schreibe.
Helen
Aus dem neues Projekt von dir.
Mona Lang
Aus dem neues Projekt, ja, genau.
Helen
Das finde ich aber auch toll.
Mona Lang
Ich habe mich mit Newsletter mehr befasst als sonst und habe da super viel gelernt, was ich vorher alles nicht wusste, auch mit unserem Newsletter-Team im Verlag. Das ist auch so eine Sache, ich höre immer, was für Newsletter wir machen und ich bekomme die auch. Aber was da alles da wieder steckt, wie das geht, wie das steht, das fand ich jetzt so interessant, das meine Kollegin Laura und Hannah, die mir das alles erklärt haben, da war ich so dankbar für, weil das habe ich vorher nicht gewusst, wie das alles funktioniert. Und zu welcher Uhrzeit und welche Öffnungsraten und war wie man das baut, damit die Leute auch wirklich durchlesen und so super interessant. Und dann haben wir natürlich einfach unseren Instagram-Kanal und TikTok-Kanal bei Kiwisphere, unsere Homepage. Und da wird jetzt einfach relativ viel passieren in den nächsten Monaten, fast wir alles schon lange geplant haben. Also wir machen einen Book Club im Juli mit einem sehr speziellen Buch. Da bin ich echt mal gespannt, wie viele Leute sich trauen, damit zu machen. Das gehen wir auch nochmal ein Stückchen professioneller an, als ich das auf meinem privaten Account mache, weil wir da auch das Community-Treffen auf der Frankfurter Buchmesse machen am Ende. Also da kann man sich dann, das verratet es hier zum ersten Mal, da wird man sich dann total geile Goodies abholen können, wenn man beim Buchclub dabei ist und so. Und dann starten erst im Herbst unsere Silent Reading Parties in Deutschland, Österreich, Schweiz. Das ist auch so was, was wir wirklich ausprobieren wollen. Wir haben es gerade uns ganz ganz frisch überlegt, dass wir so ein, dass wir so in Köln auch ein paar Sachen machen wollen für alle, die in Köln sind. Wir haben natürlich eine Party im Verlag so ein bisschen geplant, aber auch niedrigschwelligere Dinge, wo man einfach mal dabei sein kann, mit uns ein bisschen Zeit verbringen und in Buchhandlungen gehen oder sowas. Und es wird einfach total viel passieren. Und das meiste davon wollen wir einfach mal austesten, ob es klappt oder nicht. Das ist natürlich auch das Schöne. Immer ein Feind von… Nicht nämlich auch. Das ist das Schöne von diesen anderen Strukturen, bei Kiwisphere, dass jetzt nicht irgendwie 80 Leute damit reden müssen, sondern wir denken uns was aus. Dann versuchen wir das einfach mal, dann evaluieren wir das ab, das Hut war oder nicht. Das macht natürlich gerade total Spaß. So eine Idee, die im Team aufkommt, dauer drei Wochen umzusetzen und nicht drei Jahre wie sonst manchmal. Weißt du?
Helen
Das liebe ich halt auch an Mädels, die lesen und ich hatte halt zuletzt in so ein bisschen eher so Behörden, also so eher Behörden für die Bevölkerung gearbeitet und das war für mich so wichtig dieser Ausgleich, dass ich einfach Dinge heute mir überlegen kann und heute umsetzen kann.
Mona Lang
Genau, das ist so toll. Ja, das ist wirklich ein Geschenk.
Helen
Verstehe ich sehr, sehr gut. Aber ich glaube du hast noch nicht gesagt, wo man dich bei Instagram findet. Wie heißt dein Account? Verliegen wir natürlich auch alles nochmal.
Mona Lang
Das ist lieb. Mich findet man unter monalalalong. Diesen Namen habe ich mir immer gegeben. Jetzt komme ich nicht mehr raus aus dem Nummer. Man kann auch einfach Mona Lang eingeben. Aber man kommt mit beiden Nummern weiter.
Helen
Ich finde es auch ein witziger Name. Der bleibt gut. Ich würde ihn nicht mehr ändern. Du bist auf verschiedenen Kanälen verlinkt worden.
Mona Lang
So ist es. Bleib dabei. Der bleibt dabei. Je älter und erwachsener man wird, desto mehr denkt man immer. Okay, das bleibt jetzt so. Und wie gesagt, das ist mein wirklicher Spaß-Account, der mir einen Mega-Fun bringt und der keine strategische Flughöhe hat, von daher ist es auch in Ordnung.
Helen
Voll richtig cool. Haben wir irgendwas vergessen, dass du loswerden wolltest? Dann wäre jetzt noch die Gelegenheit.
Mona Lang
Wir müssen natürlich jetzt irgendwie Off-Record nochmal überlegen, was wir zusammen machen können.
Helen
Oh ja.
Mona Lang
Aber das erzählen wir dann erst später, wenn wir darüber geredet haben.
Helen
Nee, das ist ja schon mal so das Sneak Peek. Genau, genau. Mädels, die lesen X Kiwisphere oder X Mona. Mal gucken, ob es irgendwie was Gutes finde.
Mona Lang
Ja. Macht ihr viel in Bonn eigentlich?
Helen
Nee, ne? Ich überlege gerade, ob wir überhaupt mal was in Bonn hatten. Das ist eigentlich schlimm, aber ich glaube tatsächlich nicht.
Mona Lang
Nicht so, eben, erwarten wir mal bei dieser Burg, die ist hier irgendwo in der Nehe, glaube ich, ne?
Helen
Welche Burg? Wo bin ich jetzt selber?
Mona Lang
Hat er dir nicht irgendwie so ein Treffen bei so einer Burg oder so was? Oder habe ich das falsch gesehen?
Helen
Oh Gott. Okay. Vielleicht habe ich mir das auch falsch gesehen. Nee, also es wäre jetzt halt auch… Hauptsache, ich pein mich für mich. Ich habe so ein Liebgedächtnis und denke gerade so… Burg, Burg, Burg, Burg. Komm zurück. Also wir haben auf jeden Fall hier in Bonn eine Ausstellung zusammen besucht. Besucht, aber ich glaube die Treffen, die wir hatten, die waren Köln-Berlin.
Mona Lang
Okay. Hat ihr denn so Buchmesser als in wenigstil lesen?
Helen
Wenn dann, fahr ich meistens und wir haben jetzt schon ein paar mal so da Treffen gemacht. Ich habe das geführt, die Zielgruppe ist nicht ganz stark da verteilt. Okay, interessant. Ja. Ja. Ist spannend. Ist eher so ein kleinerer Anteil dann.
Mona Lang
Ja. Ja. Okay, da überlegen wir nochmal, was wir jetzt schön zusammen machen können. Aber sonst hast du ganz tolle Fragen gestellt und ich habe das Gefühl, du hast mich in Gänze erfasst.
Helen
Es hat auf jeden Fall richtig viel Spaß gemacht. Also das ist halt auch immer so, ich liebe auch was für Möglichkeiten dieser Podcast bietet, dass ich mit so vielen Leuten sprechen kann Und ich finde es irgendwie schön, das jetzt auch für mich aufgelöst zu haben.
Mona Lang
Das finde ich auch. Du bist mir sehr, sehr sympathisch. Es ist super cool, wie du an die Sachen ran gehst.
Helen
Und ich brauche mir jetzt keine Sorgen mehr machen, wenn ich mir irgendwelche Bookclubs angucke.
Mona Lang
Überhaupt nicht. Alles nur eine Bereicherung. Überhaupt nicht, genau.
Helen
Und lieber verbünden als irgendwie von einer Abgrenzung.
Mona Lang
Das glaube ich gut.
Helen
Voll, voll. Und wir sehen uns ja dann eh in zwei Wochen. Das ist ja herrlich. Ja, voll gut.
Mona Lang
Ich freu mich auch drauf.
Helen
Das wird noch mal eine Erweiterung dieses Gesprächs geben. Genau. Ich danke dir. Wir trinken unseren Eis-Matcha-Latte mit Strawberry Mango zu Ende. Genießen ein bisschen hier. Wahrscheinlich können wir gut hier Leute gucken. Genau. Und ich würde sagen, wir verabschieden uns hier von denen, die zuhören.
Mona Lang
Danke für das schöne Gespräch, liebe Helen, ich danke dir




