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Podcast · Folge 152
Die ersten zwei Seiten entscheiden
Literaturagentin Monika Kempf über rund 4.500 Einsendungen, den Jagdinstinkt beim Lesen und warum das achte Kapitel niemanden interessiert
Wer ein Buch veröffentlichen will, landet früher oder später bei einer Literaturagentur – und weiß meistens nicht, was dort mit dem eigenen Manuskript passiert. Monika Kempf hat uns das erzählt: wie viele Einsendungen bei ihr liegen, woran sie erkennt, dass sie weiterlesen will, und warum von ihr in den allermeisten Fällen gar keine Antwort kommt.
Monika Kempf
Literaturagentin
Studierte Literatur- und Sprachwissenschaften in Konstanz und Dublin und arbeitete über ein Jahrzehnt als Lektorin in Münchner Verlagshäusern – unter anderem bei Droemer Knaur, Piper und Penguin – sowie freiberuflich als Lektorin und Übersetzerin. Im Mai 2022 gründete sie ihre eigene Literaturagentur am Starnberger See; 2023 wurde sie für den Börsenblatt Young Excellence Award nominiert. Sie vertritt Belletristik und Sachbuch und arbeitet mit der Zürcher Agentur MOHRBOOKS zusammen.
Was eine Literaturagentur eigentlich macht
Ihre Arbeit setzt sehr früh an, sagt Kempf – und oft lange, bevor ein Buch erscheint. Die Agentur ist die Schnittstelle zwischen Schreibenden und Verlagen, wobei die Verlage erst später ins Spiel kommen. Autor*innen bewerben sich bei ihr, im Sachbuchbereich spricht sie auch selbst Leute an. Was sie annimmt, begleitet sie idealerweise über Jahre: erst am Text oder am Schreibprozess, dann bei der Suche nach dem passenden Verlag, danach bei Verhandlungen, Verträgen und Abrechnungen.
Und der Umweg über die Agentur ist kein Umweg, sondern der kürzeste Weg. Es gebe zwar noch Verlage, die unverlangte Einsendungen prüfen – aber die landen in den seltensten Fällen bei den Lektor*innen, die tatsächlich einkaufen. An die komme man ohne Agentur eigentlich nur, wenn man zufällig einen persönlichen Kontakt dorthin hat.
Rund 4.500 Einsendungen – und warum keine Absage kommt
In ihrem Posteingang für Manuskripteinsendungen liegen nach knapp vier Jahren rund 4.500 Zusendungen. An manchen Tagen, vor allem nach Wochenenden, kommen zwanzig auf einmal. Sie sieht sich alle an.
Absagen verschickt sie trotzdem nicht – wie die allermeisten Agenturen. Sie hat einmal hochgerechnet, was allein ein standardmäßiger Zweizeiler an Arbeitszeit kosten würde: ein hoher Prozentsatz, der bei der Betreuung ihrer Autor*innen fehlen würde. Wo eine Einsendung über eine Empfehlung kommt oder von jemandem, den sie kennt, versucht sie ein kurzes Feedback. Das bleibt die Ausnahme.
Woran sie merkt, dass sie weiterlesen will
Sie öffnet jede E-Mail – nicht nur den Betreff. Idealerweise steht darin schon ein kurzer Pitch und zwei Zeilen zum Inhalt, und daran erkennt sie oft, wohin es geht. Manchmal ist es ein Textzitat, das jemand hineinschreibt. Manchmal ein Handlungselement, eine Atmosphäre, ein Setting. Nicht selten sieht sie schon an der Formulierung der Mail, ob jemand ein Sprachgefühl hat – was in der Belletristik hilfreich ist.
Und dann geht es schnell.
Ganz oft merkt man das auf den ersten, ein, zwei Seiten, dass da was ist. Und man kriegt dieses – einen Jagdinstinkt, so ein Kribbeln in den Fingern und man denkt: Oh, da muss ich schnell sein, da muss ich dranbleiben, da will ich weiterlesen.Monika Kempf
Dass ein Manuskript erst ab der zehnten Seite begeistert, komme selten vor. Und noch seltener erreiche die Begeisterung später das Niveau, das es braucht. Ob ein Verlag ein Buch einkauft oder sie es als Agentin vertritt – man müsse zu hundertzwanzig Prozent sagen: Das ist ein tolles Buch, ich will hinausschreien, wie toll es ist. »Das ist ein gutes Buch« reicht nicht. Nicht annähernd.
Der praktische Rat: die ersten drei Seiten
Daraus folgt der konkreteste Tipp des Gesprächs. Ein Einwand, den sie oft hört, lautet: Ich habe das achte Kapitel geschickt, weil es das beste ist.
Das achte Kapitel bringt mir halt nichts, wenn ich nach dem dritten schon nicht mehr weiterlesen möchte.Monika Kempf
Ihr Rat: lieber drei Extra-Durchgänge in die ersten drei Seiten stecken, damit die richtig gut sitzen. Ein schlecht formulierter Kurzpitch dagegen ist kein Ausschlusskriterium – wenn eine besondere Geschichte darinsteckt, merkt sie das auch dann. Es scheitern weniger Projekte an der Bewerbung, als man denkt.
Wenn der Markt gegen ein gutes Buch entscheidet
Manches sagt sie ab, obwohl der Text gut ist – weil die Verlage in dem Bereich gerade wenig einkaufen. Der beste Regionalkrimi ist schwer unterzubringen, wenn alle Healing Fiction und Psychothriller wollen. Natürlich gebe es Ausnahmen: Harry Potter, den zuerst alle abgelehnt haben, oder alle zwanzig Jahre das eine Vampirbuch. Dem stünden aber unzählige Bücher gegenüber, die niemand lesen wollte. Deshalb der Blick auf Markt und Zielgruppe.
Als Maßstab hat sie eine Erinnerung an ihre Mutter, die früher radikal war: Wenn auf Seite 50 nicht genug passiert war, hörte sie auf, las die letzten drei Seiten, um das Ende zu kennen, und legte das Buch weg. Das erinnere sie daran, wie viel Geduld eine durchschnittliche Leserin mitbringt – auch wenn man beruflich längst ahnt, worauf ein Text hinausläuft.
Was eine Agentur kostet
Jede seriöse Agentur ist provisionsbeteiligt: Kommt ein Verlagsvertrag zustande, bekommt sie einen Anteil an den Einnahmen – auch an Lizenzen, etwa fürs Kino. Kommt ein Projekt nicht unter, bekommen Agentin und Autor*in null Euro. Vorab zahlt niemand etwas, weder an einen Verlag noch an eine Agentur; Ausnahmen sind Zusatzangebote wie Beratungsstunden oder Marketingpakete, die manche Agenturen extra abrechnen. Für Autor*innen ist die Zusammenarbeit finanziell risikolos. An Lesungshonoraren ist sie nicht beteiligt – die gehen vollständig an die Autor*innen.
Kalkulierbar ist das Ganze kaum. Es gibt Projekte, die nichts einspielen, und dann klappt es beim zweiten oder dritten. »Frag mich nicht nach einem Fünf-Jahres-Plan«, sagt sie. Ein finanziell gutes Jahr heißt nicht, dass es auf dem Niveau bleibt.
Der Schritt in die Selbstständigkeit
Mutig hat sich die Gründung für sie im Rückblick gar nicht angefühlt – eher unausweichlich. Als die Idee einmal da war, sei innerhalb von Stunden klar gewesen, dass sie eine eigene Agentur gründet. Respekt hatte sie trotzdem: Die Buchbranche ist übersichtlich, sie kennt viele Leute, und ein Scheitern hätte vor genau diesen Leuten stattgefunden.
Geholfen hat ein Satz von Julia Eisele, der Verlegerin des Eisele Verlags und früheren Piper-Chefin: Was ist das Schlimmste, was passieren kann? Dass es nicht funktioniert – und sie sich wieder in einem Verlag anstellen lässt. Dagegen ließ sich nicht argumentieren. Sie musste keinen Laden einrichten und keine Ware für 300.000 Euro auf Lager nehmen; sie investierte vor allem Arbeitszeit, Energie und Begeisterung. Seitdem rät sie allen zu, die darüber nachdenken – mit dem Hinweis, dass es in der Buchbranche dauert, bis finanziell etwas zurückkommt.
Verlag, Agentur, Autor*in – warum sie auf Augenhöhe besteht
Zwei Dinge sind ihr dabei wichtig. Nach außen zeigt sie ihr Gesicht, statt hinter einer anonymen Adresse zu verschwinden: Wer sein Herzensprojekt einschickt, soll wissen, wer dahintersteht. Alles andere dränge Autor*innen von Anfang an in eine Bittstellerposition.
Und in Richtung Verlage hält sie nichts von Konfrontationshaltung. Sie hat als Lektorin die andere Seite erlebt und findet: Verlag, Agentur und Autor*in wollen dasselbe, nämlich ein erfolgreiches Buch. Das heiße nicht, dass für jedes Buch eine Marketingkampagne herausspringt oder jede Kampagne einen Bestseller macht. Aber man müsse darauf vertrauen, dass die andere Seite ihr Bestes gibt – und jede Seite verdiene Anerkennung für ihren Teil.
Ihr Rat zum Schluss gilt allen, die ein Buch veröffentlichen möchten: sich an eine Agentur wenden. Nicht nur, weil es der erfolgversprechendste Weg ist, sondern weil es auf vielen Ebenen hilft. Und die Sorge, sie bekomme nach dieser Folge noch mehr Einsendungen? »Her damit.«
Die ganze Folge hören
Bücher aus dieser Folge
Titel aus Monika Kempfs Agentur – zwei davon kamen im Gespräch vor.
Vier Minuten Stille – Und dann kam der Sturm
Chris Warnat
Im Gespräch erwähnt. Band 2 der Wase-Rahimi-Reihe.
Sonne im Gepäck
Tina Herz
Im Gespräch erwähnt – Tina Herz war auch schon selbst bei uns im Podcast.
Krummes Holz
Julja Linhof
Von der Agentur vertreten. Ausgezeichnet als bestes literarisches Debüt beim ZDF-aspekte-Literaturpreis 2024.
*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.
Häufige Fragen
Was macht eine Literaturagentur?
Sie ist die Schnittstelle zwischen Schreibenden und Verlagen: Sie wählt Manuskripte aus, arbeitet mit den Autor*innen am Text, sucht gezielt passende Verlage und übernimmt danach Verhandlungen, Verträge und Abrechnungen – idealerweise über viele Jahre und mehrere Bücher.
Brauche ich eine Agentur, um bei einem Verlag zu veröffentlichen?
Zwingend nicht, aber es ist der erfolgversprechendste Weg. Unverlangte Einsendungen erreichen die Lektor*innen, die tatsächlich einkaufen, nur selten – ohne Agentur meist nur über einen persönlichen Kontakt.
Was kostet eine Literaturagentur?
Vorab nichts. Seriöse Agenturen arbeiten auf Provisionsbasis und werden an den Einnahmen beteiligt, wenn ein Verlagsvertrag zustande kommt. Kommt kein Vertrag zustande, verdient niemand etwas. Zusatzangebote wie Beratungsstunden oder Marketingpakete rechnen manche Agenturen extra ab.
Bekomme ich eine Absage, wenn mein Manuskript abgelehnt wird?
Meist nicht. Die allermeisten Agenturen verschicken keine Standardabsagen, weil die Menge der Einsendungen das nicht zulässt – bei Monika Kempf sind es nach knapp vier Jahren rund 4.500.
Worauf kommt es bei der Bewerbung an?
Auf den Anfang. Entschieden wird meist auf den ersten ein bis zwei Seiten, deshalb lohnt sich die Arbeit an den ersten drei Seiten mehr als jedes spätere Kapitel. Auch die E-Mail selbst zählt: Ein kurzer Pitch und zwei Zeilen zum Inhalt zeigen oft schon, ob jemand ein Sprachgefühl hat.
Das ganze Gespräch zum Nachlesen
Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, maßgeblich ist die Aufnahme. Intro und Abspann sind herausgenommen.
Helen
Herzlich willkommen Moni! Ich freue mich sehr, heute mit Dir über deine Literaturagentur zu sprechen und darüber, was das eigentlich bedeutet, dass du Literaturagentin bist. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade? Und welches Getränk hast du uns mitgebracht?
Monika
Ja, als allererstes lieben Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr, dass wir uns sprechen. Und wir sitzen heute gar nicht so weit weg von hier, am Ufer des Starnberger Sees auf einem Steg. Unsere Beine baumeln, über dem Wasser ist es Sommer, wahlweise Mittagspause oder nach Feierabend. Wir blicken aufs Wasser, und ich habe uns zwei Radler mitgebracht, die wir natürlich aus der Flasche trinken. Und das. Ähm, ja, das sind einfach immer ganz wunderbare, schöne Momente, die mich total erden und runterfahren nach einem Arbeitstag. Und genau da befinden wir uns jetzt.
Helen
Das klingt richtig gut. Ich habe auch gerade so gedacht, wo wir eh am Wasser sind. Und du meinst, das klingt wie Walgesänge? Passt ja. Das Setting für alle, die sich vielleicht über die Hintergrundgeräusche wundern. Irgendwie haben wir es. Wir haben Warren Tag und wir haben jetzt einfach gedacht, die hören nicht mehr auf. Jetzt einfach mal an, aber ich liebe das Setting. Ich finde, man merkt, dass du so auch so in Geschichten denkst und irgendwie so Welten aufbauen kannst. Ich würde sagen, wir stoßen einmal damit an.
Monika
Ja.
Helen
Wir haben auch, glaube ich, deswegen so ein bisschen gedacht So, wir fangen jetzt einfach mal an, weil das Long Time Coming war. Wir wollten das schon seit Ewigkeiten machen, Dann haben wir eben irgendwie technische Probleme gehabt und jetzt war ein Tag. Also wir. Wir nehmen es jetzt einfach, wie es kommt.
Monika
Ja, besser wird es nicht besser wird.
Helen
Aber die hören ja zwischendurch auch wieder auf. Ich glaube, jetzt ist gerade wieder nichts mehr. Also Sorry, wenn er. Wenn man da irgendwas im Hintergrund hört. Ja, ich wollte wie gesagt schon Ewigkeiten mit dir sprechen. Ich weiß gar nicht genau, wann wir das erste Mal darüber gesprochen haben, ob du in den Podcast kommst, weil du die Literaturagentur hast zum Beispiel, wo auch Chris Warner und Tina Hertz ihre Bücher weiß ich gar nicht haben, Ist das das richtige Wort?
Monika
Ich vertrete, ich vertrete.
Helen
Die.
Monika
Autorinnen genau die. Ja, wie kann man noch sagen Ja, wir sind beheimatet in meiner Agentur. Das finde ich ein schönes Bild.
Helen
Da fängt es schon an und mit den beiden haben wir ja hier auch schon gesprochen. Und ich muss sagen, so langsam glaube ich, habe ich ein bisschen ein Bild davon, was so eine Literaturagentur macht. Aber ja, ich finde es einfach spannend, darüber mal zu sprechen. Und vielleicht für alle, die die Buchbranche nicht so richtig kennen, vielleicht auch noch nie so wirklich sich darüber Gedanken gemacht haben, was eine Literaturagentur macht oder auch vielleicht noch nie davon gehört haben. Wie würdest du das erklären, was du tust?
Monika
Ich würde sagen, dass meine Arbeit ansetzt zu einem sehr, sehr frühen Zeitpunkt und oft sehr, sehr lange, bevor ein Buch letztlich erscheint. Also ich bin oder Agenturen sind klassischerweise die Schnittstelle zwischen Verlagen und Schreibenden, wobei die Verlage erst später ins Spiel kommen. Also Autorinnen können sich bei mir bewerben. Ich halte natürlich auch so ein bisschen Ausschau und habe da ein gewisses Netzwerk. Und gerade im Sachbuchbereich ist man da auch sehr proaktiv und und spricht Leute an, ich bekomme aber auch einfach sehr, sehr, sehr viele Einsendungen und gucke mir die Exposes, die Leseproben an und halte Ausschau nach den vielversprechendsten Stimmen und Geschichten. Und wenn ich mir da dann jemanden rauspicke? Das klingt so wählerisch, aber das muss man tatsächlich einfach sagen, weil. Weil das unfassbar, unvorstellbar viele Einsendungen sind. Dann begleite ich diese Laufbahn ab diesem Zeitpunkt idealerweise über eine sehr, sehr lange Zeit und konstant hinweg. Also ich arbeite mit den Autorinnen oft im Anschluss direkt an dem Text oder ich begleite den Schreibprozess. Je nachdem, wie weit sie sind. Und dann kommt ein sehr wichtiger Punkt meiner Arbeit. Und zwar mache ich mich dann auf die Suche nach Verlagen, für die das interessant sein könnte und biete das ganz gezielt einzelne Lektorinnen an und idealerweise gibt es dann sogar nicht nur ein, sondern mehrere Verlage, die Interesse daran haben. Und dann kümmere ich mich um alles Weitere, um Verhandlungen, um Verträge, um Abrechnungen. Wenn es dann so weit ist. Aber begleite auch konstant den Prozess weiter, über Jahre und Bücher hinweg.
Helen
Oft voll spannend. Also das heißt, wenn man jetzt selber Autorin ist, meldet man sich gar nicht unbedingt selber bei den Verlagen, sondern man sucht sich erst eine Agentur.
Monika
Ja, das ist tatsächlich immer der der beste und erfolgversprechendste Weg. Es gibt noch Verlage, die auch die sogenannten unverlangten Einsendungen prüfen. Also was direkt an eine Mailadresse oder früher ganz klassisch per Post an den Verlag geschickt wurde. Das sind aber in den seltensten Fällen tatsächlich die eigentlichen Lektorate, die das prüfen. Also die die Chance, an die Menschen zu kommen, die die Texte akquirieren, die das Programm befüllen, die diese Auswahl und diese Entscheidungen treffen. An die kommst du ohne Agentur eigentlich nur ran, wenn du zufällig einen persönlichen Kontakt dorthin hast. Anders, anders ist es quasi unmöglich. Was auch wiederum an der Menge der Einsendungen liegt. Also Verlagslektorinnen können auch nicht annähernd alles lesen, was nur von Agenturen geschickt bekommen haben. Also wir sind da schon so eine Art Filter und treffen eine Vorauswahl. Und selbst das was was da dadurch kommt, ist immer noch eine unvorstellbar große Menge. Muss man leider sagen. Ist ja auch schön, dass so viele Menschen schreiben und Bücher schreiben wollen und das tun. Aber die Plätze sind natürlich leider begrenzt.
Helen
Ja, für mich hört sich das so an, als dürfte man da nun wirklich kein People Pleaser sein in der Position.
Monika
Ja, ja, ich glaube, damit liegst du richtig. Also, als. Als Agentin darf man nicht konfliktscheu sein, weil man sich. Weil man sich natürlich auch für seine Autorinnen einsetzen muss und für die das Beste rausholen. Gleichzeitig finde ich es sehr, sehr wichtig. Trotzdem immer auch einen Blick zu haben auf Kompromisse, auf mögliche Überschneidungen. Wenn es unterschiedliche Meinungen und Ideen und was auch immer gibt und da auch zu vermitteln. Also ich habe selber lange als Lektorin im Verlag gearbeitet und ich habe auch immer wieder die Erfahrung gemacht, wie es ist, wenn eine Agentur dieses Vermittelnde nicht so sehr im Auge hat und dass. Das finde ich oft nicht ganz ideal, weil wir doch eigentlich alle das Gleiche wollen. Wir wollen erfolgreiche Bücher machen und das darf man nicht nicht aus dem Auge verlieren. Finde ich. Aber natürlich muss man da oft auch abwägen, wie wie stark man sich für was einsetzt oder was man, ja, was man riskiert, wenn man sich auf die eine oder auf die andere Seite schlägt, sozusagen.
Helen
Ja, ich habe vor allen Dingen auch an die vielen Absagen gedacht, oder ich weiß gar nicht, vielleicht auch gar keine Absagen, sondern da kommt nichts. Aber ich glaube, das würde mir am schwersten fallen, wenn die Leute sich Hoffnungen machen und dann jedes Mal zu sagen Nee.
Monika
Ja, also. Also tatsächlich ist es so, das ist auch was, was ich anhaltend schwierig finde, aber es ist nicht anders machbar. Ich schicke tatsächlich standardmäßig keine Absagen, so wie die allermeisten Agenturen, weil ich also ich habe das mal hochgerechnet, selbst wenn ich nur einen standardmäßigen Zweizeiler schicken würde, der dem Gegenüber überhaupt nichts bringt, dann würde ich damit also wirklich. Ich kann nicht mal genau sagen, was es war, aber ich würde wirklich einen hohen Prozentsatz meiner Arbeitszeit damit verbringen. Und das. Dass es Zeit, die mir bei der Betreuung meiner Projekte, bei der Betreuung meiner Autorinnen letztlich fehlen würde und was ich schon ab und an versuche zu machen. Wenn. Wenn ich jetzt zum Beispiel eine Einladung bekomme über eine Empfehlung oder jemand, den ich persönlich kenne. Das ist auch nicht selten, den ich mal getroffen habe, dass ich zumindest versuche, so ein ganz kurzes Feedback zu geben. Aber ja, da kommen dann natürlich auch oft nochmal Rückfragen usw und man man stellt sich das nicht richtig vor oder kann es das vielleicht schwer vorstellen, wie viel da zusammenkommt, aber. Also mein Posteingang mit den Manuskripteinsendungen, da ist eine ich weiß nicht, was der aktuelle Stand ist, aber ich glaube, dass wir mittlerweile so viereinhalb tausend Zusendungen drin.
Helen
Oh mein Gott, Und du hast zwei tausend zwei und zwanzig angefangen als. Als Einordnung?
Monika
Ja, genau. Also es sind jetzt dann vier Jahre.
Helen
Und viereinhalb tausend Einsendungen. Ja.
Monika
Um den Dreh. Also es ist an manchen Tagen, je nachdem sie. Nach Feiertagen und Wochenenden ballt es sich meistens ein bisschen, dass an manchen Tagen bekomme ich zwanzig Einsendungen und ich gucke mir die tatsächlich alle an, also ich lese nicht bei jedem natürlich die Leseprobe. Vieles, ja, vieles kann ich schon von der Einordnung her aussortieren. So hart das klingt, weil ich merke, dass es entweder schade, dass ich nicht so vertrete oder eins, in dem ich schon relativ viel habe. Und ich als kleine Agentur muss natürlich auch schauen, dass da die Gewichtung immer halbwegs stimmt und ich so ja auch mein Portfolio anbieten kann. Und ja, also es ist schon, dass das ist nicht wenig. Ja.
Helen
Das ist ja verrückt. Also so, dass so habe ich es mir auch echt nicht vorgestellt. Aber ich kann mir vorstellen, dass halt viel eingesendet wird. Und vor allem ich habe erst die Tage mit jemandem über was ganz anderes gesprochen. Aber da ging es auch darum. Ja, ich habe irgendwie da letzte Woche eine Email hingeschrieben und das war das war eine Email an eine sehr bekannte Autorin, also eine wirklich sehr, sehr bekannte Autorin. Und die Person meinte Ja, und ich habe da irgendwie auch noch gar nichts zurück gehört, wo ich dachte, also ich bin wirklich nur ein kleines Licht, aber ich schaffe es einfach manchmal monatelang nicht, jemandem zu antworten, so dass ich glaube, man macht sich nicht so eine Vorstellung davon. Aber was würdest du sagen? Also was für Sachen? Das finde ich eigentlich spannend. Was für Sachen stechen dir denn so ins Auge, wo du denkst Oh, das tue ich mir jetzt mal an.
Monika
Das das kann ich gar nicht in allen Fällen so festmachen. Also teilweise ist das ein Satz in der Email, der für mich heraussticht.
Helen
Also die Email öffnest du schon. Nee, also nicht nur der Betreff.
Monika
Immer die Mail. Und idealerweise habe ich in der Mail schon einen kurzen Pitch oder eine kurze Einordnung, um welches Genre es geht oder was es ist. Und zwei Zeilen zum Inhalt. Und an diesen zwei Zeilen erkenne ich oft schon sehr klar, in welche Richtung es geht, ob die für mich grundsätzlich interessant ist. Da sollte dann immer auch ein Exposee anhängen und das. Also ich gehe immer so weit, dass ich es einmal inhaltlich greifen kann. Immer. Und manchmal ist es schon in der Mail in dieser Kurzbeschreibung ein ein Mini Pitch, ein kleiner Hook. Manchmal ist es auch ein Text Zitat das die Leute reinschreiben, bei dem ich sofort merke, da hat jemand ein Sprachgefühl. Ehrlicherweise ist es auch nicht selten, dass man schon in der Formulierung der Email erkennt, ob jemand ein Sprachgefühl hat oder nicht. Und das ist in der Belletristik natürlich sehr hilfreich.
Helen
Ja, ja.
Monika
Ja und ja. Da kann ich schwer sagen, Manchmal ist es, manchmal ist es der Ton in den ersten zehn Zeilen Leseprobe, manchmal ist es schon der Pitch, manchmal ist es irgendeine ein Handlungselement, das ich einfach so besonders finde, dass ich mich damit unbedingt weiter auseinandersetzen will. Also das ist schwer. Allgemein fest zu festzuhalten, Das ist mal eine Atmosphäre, ein besonderes Setting. Und es passiert aber tatsächlich oft ganz, ganz schnell. Und das ist was, was man auch als Verlagslektorin, wo man ja auch sehr, sehr, sehr viel prüft und sehr, sehr viel liest. Glaube ich ganz schnell. Also ich weiß nicht, ob man das unbedingt schnell merkt, aber ich sag mal so die Fälle, in denen sich ein Manuskript nach der zehnten Seite begeistert, die sind relativ selten. Ganz oft merkt man das, oder? Bei mir war es immer so merkt man das auf den ersten ein, zwei Seiten, dass da was ist und man kriegt dieses so einen Jagdinstinkt, so ein Kribbeln in den Fingern und oh oh, da muss ich schnell sein. Da muss ich dranbleiben, da will ich weiterlesen Und dann auch nachts um drei nicht los. Und das. Das hat man dann konstant. Und natürlich hält es nicht bei allen durch. Das geht oft weg. Oder man merkt okay, jetzt finde ich es doch nicht mehr so spannend, oder Da hatte ich mir mehr erhofft oder dort merke ich kriegt es mich emotional nicht. Aber es ist relativ selten, dass die Begeisterung zu einem späteren Zeitpunkt auf dieses Niveau kommt, das man braucht. Aber egal, ob man im Verlag Manuskript einkauft oder ob ich mich entscheide, es als Agentin zu vertreten man muss zu ein hundert zwanzig Prozent sagen, Das ist ein Buch, das ist toll, Das Ich will rausschreien, wie toll dieses Buch ist. Das wollen alle lesen. Also so ein Oh ja, das ist ein gutes Buch. Das reicht nicht. Also nicht annähernd. Ja.
Helen
Aber ich habe da irgendwie jetzt so vor allen Dingen zwei Sachen auch so daraus mitgenommen. Also einerseits ist für dich und darüber habe ich zumindest auch nicht so viel bisher nachgedacht. Aber meine Vermutung, was ich daraus höre, ist das für dich halt vor allen Dingen ja Schnelligkeit entscheidend ist. Weil wenn der Text gut ist, musst du schnell handeln und deswegen gehst du schnell durch die Emails. Ich finde, das macht es irgendwie auch noch mal nachvollziehbar, vor allem wenn man die Menge hört. Und irgendwie dachte ich so keine Ahnung, ob ich da die einzige bin und einfach nicht genug mir Gedanken drüber gemacht habe. Ich habe jetzt halt auch noch nie ein Manuskript irgendwo eingeschickt oder zumindest irgendwie eine Leseprobe oder sowas. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es manchmal vielleicht auch so ist, dass man denkt na ja, wenn meine Leseprobe gut ist, dann wird das überzeugen und macht sich vielleicht weniger Gedanken darüber, dass die Email überzeugen muss. Und ich könnte mir auch vorstellen, dass du mittlerweile vielleicht auch relativ oft denkst Boah, das ist eine KI Email, die hat die Person nicht selber geschrieben.
Monika
Das habe ich tatsächlich noch nie gedacht. Aber ich habe. Ich habe in den letzten Tagen öfter mal darüber nachgedacht, ob ich. Ob ich darüber mehr nachdenken sollte, weil ja, das ist was, was ich auch in anderen Branchen Bereichen und auch von Agenturen aus den USA. Kriegt man das verstärkt mit? Und einige Agenturen auch bei uns schon auf ihre Websites gesetzt? Bitte auf keinen Fall irgendwas KI generiertes. Wie auch immer. Ich weiß nicht, ob ich da einfach. Ich habe mir.
Helen
Gedacht.
Monika
Bei der bin oder.
Helen
Aber ich habe auch eher gedacht bei der Email.
Monika
Mhm.
Helen
Dass ich da vielleicht. Leute denken ich lasse mich lieber so. Lass mich da lieber. Ich muss auch ehrlich gesagt im Zweifelsfall.
Monika
Ich weiß gar nicht, ob ich das so schlimm fände, weil. Du stellst dir nicht vor, wie viele Emails ich kriege, in denen so was steht wie? Siehe Anhang. MfG Reinhard Meyer. Ich denke so Entschuldigung. Wobei das andererseits auch schon sehr hilfreich ist, weil dann kann man auch auf der Basis schon erkennen. Ich glaube, wir sind nicht auf derselben Wellenlänge.
Helen
Wir bleiben nicht.
Monika
Ja. Wir bleiben nicht wirklich. Und das ist Bei der Form von Zusammenarbeit, die ich mit meinen Autorinnen habe, ist es total wichtig. Das finde ich, dass der Vibe stimmt, weil man sich wirklich gegenseitig vertrauen muss. Und man hat idealerweise über eine lange Zeit viel miteinander zu tun. Man kann Erfolge feiern, aber man muss in den allermeisten Fällen auch irgendwann mal Rückschläge annehmen. Und das ist alles leichter mit jemandem, mit dem du weißt und der Emails schreibt in einem Ton, der für dich auch okay ist und der vielleicht sowas wie Hallo und Grüße verwendet. Und das sind die Basics, aber ähm, ja. Insofern ist es manchmal gar nicht schlecht, wenn sich Leute da so schnell selbst aussortieren. Spart mir Arbeit. Ich muss den nicht öffnen.
Helen
Ja, aber ich könnte mir wirklich. Also weiß ich nicht. Ich stelle mir gerade richtig vor, wie so bei einigen vielleicht der Groschen fällt und sie sich denken Ach so, ich habe nicht so sehr. Also ich habe halt viel Arbeit in die Leseprobe aber eine Email gesteckt fände ich spannend, wenn das jemand zurückmeldet. Ja, ja, das kann sein.
Monika
Das passiert bestimmt auch ab und an.
Helen
Na ja, weil ich weiß, dass ich. Also ich könnte mir vorstellen, dass ich diesen Denkfehler gemacht hätte, wenn ich irgendwo eine Leseprobe hingeschickt geschickt hätte, weil du denkst, das ist das, was sie lesen wollen. So, aber ich finde, es macht viel Sinn, was du sagst.
Monika
Ja, und es kommt ja auch immer also es kommt immer. Aber jeder, der sich irgendwie kurz damit befasst, wie bewerbe ich mich bei einer Agentur? Der wird darauf stoßen, dass man auch ein Expose mit schicken muss und da also ein Expose zu schreiben. Da tun sich auch sehr viele sehr schwer. Oder einen Pitch auf ein paar Zeilen runterzubrechen, was ich auch total verstehe. Und das ist auch nicht im Kern der Job eines Schreibenden kurz Pitches zu schreiben und trotzdem auch an einem schlecht formulierten Kurzpitch. Ich sag mal so der also der darf ruhig auch schlecht formuliert sein, wenn da. Wenn da eine sehr gute, besondere Geschichte drinsteckt, dann merke ich das auch an einem schlecht formulierten Kurzpitch oder der zieht mich dann trotzdem so weit rein. Ich sage okay, jetzt muss ich mal, muss ich mir mal die Leseprobe angucken, Vielleicht ist sie. Vielleicht wird es da ein bisschen klarer. Also es wurden auch schon viele Bücher erfolgreich akquiriert, bei denen die Emails oder die Exposes nicht gut waren. Aber im Zweifelsfall. Es hilft auch, dass man da ist. Ist wirklich schade. Ja, ja, es wird nicht schaden. Also gerne, gerne, Aber im Zweifelsfall. Ich glaube die. Ich Ich glaube das auch nicht so viele Projekte daran scheitern, wie man sich das vielleicht vorstellt.
Helen
Okay.
Monika
Ich sag mal, wir wissen schon auch, dass das nicht jedem leicht fällt. Ein Buch gut zu pitchen oder wie wir wissen, was wie harte Arbeit das teilweise auch ist. Und im Zweifelsfall werfen wir dann schon auch noch eine Leseprobe, aber die muss halt auch von Anfang an überzeugen. Also das ist, das ist auch was oder was man immer wieder so als Gegenargument hört oder dass dann jemand sagt Ja, ich habe jetzt das achte Kapitel geschickt, weil das ist das Beste, Aber das achte Kapitel bringt mir halt nichts, wenn ich nach dem dritten schon nicht mehr weiterlesen möchte. Insofern ist immer der Anfang. Der Anfang ist das Allerwichtigste. Und im Zweifelsfall würde ich immer sagen Steck lieber noch drei extra Durchgänge in die ersten drei Seiten und haben die richtig gut sitzen. Die sind, glaube ich, auch, dass das Entscheidendste.
Helen
Das habe ich auch erst die Tage irgendwo, vielleicht beim Programm der Leipziger Buchmesse. Also wenn wir aufnehmen, ist ja kurz vor der Buchmesse. Ich weiß nicht, ob es da irgendwie war, Da ging es genau darum. Ob das immer wichtiger wird, dass gerade dieser Einstieg, weil wir diese kürzere Aufmerksamkeitsspanne haben. Und auch bei Social Media geht es ständig um diese Hooks. Dass das im Grunde sich auch auf Bücher überträgt und dass die halt direkt catchen müssen.
Monika
Ich glaube, das war schon immer so ehrlicherweise, oder? Das ist ganz grundsätzlich so bei einem guten Buch. Und ja, ich glaube eher, dass das stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt, oder? Dass ich einfach schreibend auch viel mehr über solche Punkte austauschen als noch vor weiß ich nicht. Zwanzig Jahren, wo jeder halt einfach dann seinen Schnellhefter mit den ausgedruckten zwanzig Seiten an Verlag geschickt hat und keine Vorstellung davon hatte, wie es vielleicht anderen in diesen Situationen geht oder welche Erfahrungen andere haben. Da ist ja mittlerweile einfach sehr viel mehr Netzwerk da und sehr viel mehr Austausch und man kann sich auch viel leichter irgendwelche Tipps holen, auch schreiberisch. Und ja, ich glaube, dadurch wirkt es stärker ins Bewusstsein von vielen. Aber grundsätzlich glaube ich, war das schon immer so, dass das ist mehr Angebot als Programmplätze gab und dass das dann immer ein Das ist ja auch so, wenn wir selbst lesen, dass ja das das beste Buch ist, das ich auf der ersten Seite reinzieht und nicht mehr loslässt.
Helen
Ja, total. Also ich merke halt auch, wenn es das also nicht relativ zeitnah tut, dann lege ich es beiseite und ich kann ja immer noch schlecht abbrechen, aber ich breche dann auf. Unbestimmt. Also ich nehme es dann halt nicht unbedingt noch mal in die Hand.
Monika
Ja, ja, ich habe da ganz oft meine Mutter im Hinterkopf, die. Ich weiß gar nicht, ob sie das immer noch so radikal macht. Aber ich weiß, es gab eine Zeit, da hat sie immer gesagt, Ich bin auf Seite fünfzig noch nicht genug passiert ist. Dann höre ich auf und dann blättert sie auf die letzten drei Seiten. Die letzten drei liest sie nach. Damit sie weiß, wie es ausgegangen ist. Und dann ist sie fertig. Und da, Da, Da kennt sie auch keine Gnade. Und das hilft mir aber oft so als Maßstab für vielleicht die die Geduld, die so eine durchschnittliche durchschnittliche Leserin bereit ist aufzubringen. Und das, ja, das ist manchmal, das ist manchmal ganz gut, gerade wenn man so von der beruflichen Seite auf den Text blickt und oft schon weiß, woraus vielleicht am Ende hinausläuft oder hinauslaufen könnte. Und erinnert mich dann immer daran, dass es trotzdem egal ist, wenn wenn die Leserin auf Seite fünfzig das Interesse verloren hat.
Helen
Ja, ja, ja, ich glaube da. So im Marketingsprech, wo ich mich sonst mehr so bewege, geht es ja immer irgendwie darum, dass man die Zielgruppe im Blick hat. Und im Grunde ist es ja bei so einem Buch ganz genauso.
Monika
Absolut, absolut. Ja, ja, ja, ja, das ist ganz wichtig. Und das ist auch Auch ein Grund, aus dem ich viele Sachen absage, weil ich weiß, dass der Markt sie gerade einfach nicht so sucht. Und das Verlage in dem Bereich wenig einkaufen. Und da kann der tollste Regio Krimi kommen oder der wahnsinnig gut geschriebene, aber super düstere Roman. Wenn alle gerade Healing Fiction und weiß ich nicht Psychothriller wollen, ja, dann kriege ich diesen tollen Regiokrimi auch schwer los. Natürlich gibt es immer so Fälle wie Harry Potter ist immer noch ein klassisches Beispiel in der Verlagswelt und haben alle abgesagt, weil sie gesagt haben, keiner liest was über zaubernde Kinder, das interessiert niemanden. Und dann kommt alle zwanzig Jahre mal das eine oder das eine Vampirbuch, das trotzdem alles über den Haufen rennt. Aber dem gegenüber stehen natürlich acht hundert tausend, die niemals jemand lesen wollte. Deshalb ist dieser Blick auf die Zielgruppe und auf den Markt. Total. Total wichtig. Beim Job auch ja.
Helen
Ja, nee, kann ich mir vorstellen. Du hattest ja eben gesagt das so der Vibe wichtig ist und auf der auf deiner Webseite schreibst du, dass du für deine Autorin, Beraterin, Vertraute, Kreative, Sparringspartnerin und lauteste Cheerleaderin bist. Was würdest du denn sagen, inwiefern sich das zu der Rolle, die du vorher hattest, als Lektorin im Verlag verändert hat? Also inwiefern unterscheidet sich das eigentlich wirklich?
Monika
Es ist schwer zu sagen, in welchem Bereich es am meisten unterscheidet. Also was ein großer Unterschied ist, ist, dass ich, obwohl ich natürlich sehr vermittelnd bin und da sehr nah auch in diesem, in diesem Team von schreibenden Verlag und Agentur agiere, dass ich mich im Zweifelsfall natürlich voll auf die Seite der Autorinnen schlagen kann. Genauso wie sich eine Verlagslektorin im Zweifelsfall aber auf die Seite des Verlags schlagen muss und im Zweifelsfall die auch die Interessen des Verlags vertreten muss. Also insofern habe ich da so ein bisschen einen Seitenwechsel vorgenommen, könnte man vielleicht sagen. Was es für mich auch sehr unterscheidet, ist, dass ich sehr viel langfristiger und natürlich auch eben über Misserfolge oder Rückschläge hinweg begleiten kann. Also im Verlag, und das war für mich auch einer der Punkte, die mich so ein bisschen nach und nach auf die Agentur Seite getrieben haben, dass man als Verlagslektorin auch immer mal zusammenarbeiten hat, die toll sind und trotzdem zu Ende gehen, weil sich die Bücher in dem Verlag einfach nicht mehr so gut verkaufen. Dass der Verlag, was es sich für den Verlag das Risiko nicht mehr so rechnet, weil die Autorin beispielsweise ein ganz anderes Genre ausprobieren möchte. Und das passt nicht ins Programm. Oder der Verlag möchte da nicht zweigleisig fahren. Und das sind alles. Das sind alles so Momente, wo dann schöne Zusammenarbeiten auseinandergehen. Und da bin ich natürlich als Agentin jetzt immer in einer vielseitigeren Position, weil ich immer sagen kann Ja, okay, wir gucken jetzt einfach, was für dich und für uns das Beste ist. Und wenn das mal ein Misserfolg ist in Anführungszeichen oder ein Rückschlag oder ein Verlagswechsel oder Genrewechsel oder was auch immer, dann schließt mich das nie aus. Und ich kann, ich kann überall mit hingehen. Genau. Und insofern kann ich dann natürlich auch dann noch mal ja neutraler, vorbehaltloser beraten und auch anschieben und motivieren und begeistert sein und zujubeln, weil das. für mich nicht zwingend an ein Ja, an noch mal ein engeres Programm gebunden ist.
Helen
Ja, nee, das das leuchtet mir irgendwie ein, dass so verlagsunabhängig dann auch bist. Irgendwie erinnert mich das gerade an so auf Wieso heißen die so?
Monika
Versicherungsberater oder so? Ich bin neutral. Unabhängige Versicherungsmakler, Maklerin, Maklerin. Auch nicht schlecht. Klingt auch fies. Wobei meine Kinder ja auch hervorragend finden, dass sie sagen können, ihre Mutter ist Agentin.
Helen
Ja. Das hört sich natürlich auch richtig gut an! War das für dich irgendwie. Also war das ein mutiger Schritt. Hat sich das für dich auch mutig angeführt von. Ich nehme mal an, irgendwie in der sicheren Festanstellung in eine etwas unsichere Selbstständigkeit zu gehen oder warst du einfach bereit dafür zu dem Zeitpunkt?
Monika
Ähm, also es hat. Es hat mich schon ein bisschen Mut gekostet, die für mich die Entscheidung zu treffen. Aber es war auch kein langer Entwicklungsprozess, sag ich mal als einmal diese Idee. Klar, da war, ähm. Mich als Agentin selbstständig zu machen und auch nicht, mich nicht in der Agentur anstellen zu lassen, sondern wirklich meine eigene Agentur zu gründen. War das innerhalb von Stunden so klar? Und hat sich so eindeutig richtig angefühlt, dass es in dem Moment für mich irgendwie unausweichlich war? Ehrlich gesagt, ich hätte es. Ich hätte es ab dem Punkt nicht mehr sein lassen können Und da hat es sich für mich dann auch nicht mehr mutig angefühlt. Also ich hatte schon großen Respekt auch vor diesem Schritt damit in die Öffentlichkeit zu gehen, sage ich mal, und meine Website online zu schalten und Pressemitteilungen raus zu schicken. Einfach weil die Buchbranche natürlich auch sehr übersichtlich ist und ich da viele Leute kenne. Und es hat sich so angefühlt, als würde ich, wenn ich scheitere, was auch immer das dann geheißen hätte, dann würde ich das vor allen Leuten tun, die mich kennen und mit denen ich jemals gearbeitet habe. Und die sehen mir alle dabei zu. Also das hat mich schon eine gewisse Überwindung gekostet, oder ich hatte Respekt davor, aber so richtig mutig hat sich eigentlich dann nicht mehr angefühlt. Es war irgendwie klar, dass ich es machen muss. Und der.
Helen
Nächste logische Schritt.
Monika
Ja, der nächste logische Schritt. Und Julia Eisele, die Verlegerin des Verlags, die früher mal meine Chefin war bei Piper, die meinte zu mir Und was ist das Schlimmste, was passieren kann? Überleg dir mal, was ist das Schlimmste? Es funktioniert nicht. Und dann bist du wieder. Dann lässt du dich wieder im Verlag anstellen. Und das war auch. Also, da kann man nichts dagegen argumentieren. Genau so ist es. Das. Das ist das Schlimmste, was passieren kann. Was habe ich zu verlieren? Ich muss keinen Laden einrichten und Ware im Wert von drei hundert tausend Euro auf Lager nehmen. Ich investiere in erster Linie natürlich ein bisschen Geld, aber in erster Linie meine Arbeitszeit und meine Energie und meine Begeisterung. Und ja, zum Glück gibt es trotzdem auf.
Helen
Ja, voll. Und ich meine, häufig ist es ja eher das, was wir nicht gemacht haben, was wir dann bereuen. Und ich glaube nicht, dass wenn man sich da einmal reinbegibt und es wirklich probiert, dass man, selbst wenn es schief geht, dann denkt Ich wünschte, ich hätte es nicht gemacht. Also vielleicht mal kurz, aber ich glaube, im Ganzen wird man da schon auch eher so ein Stolz.
Monika
Ja, ja, ja und deshalb Bin ich seitdem. Also ich habe das für mich nie so kommen sehen, diese Selbstständigkeit oder irgendwas zu gründen. Aber ich bin seitdem auch großer Verfechter davon und rate jedem dazu, der darüber nachdenkt. Natürlich muss man das auch irgendwie in einem vernünftigen Rahmen tun und man sollte sich, glaube ich, der Risiken bewusst sein und also gerade auch in der Buchbranche, der Zeit, die es braucht, bis es da auch finanziell so viel zurückkommt. Und trotzdem ja ist, glaube ich, immer einen Versuch wert. Und es gibt offensichtlich genug Manuskripte da draußen für viele Agenturen und es sind immer noch sehr viele übrig. Insofern kann es sich immer lohnen, glaube ich.
Helen
Ach so, aber wie genau funktioniert das eigentlich? Weil du das gerade ansprichst. Also du bekommst. Wieso, wenn wir wieder bei dem Makler Ding sind, Du bekommst wie so eine Vermittlungsgebühr dann wahrscheinlich.
Monika
Genau ganz genau. Also jede seriöse Agentur ist Provision Beteiligt. Das heißt, ich komme, wenn ein Verlagsvertrag zustande kommt. Bekomme ich einen gewissen Anteil von allen Einnahmen. Und auch wenn beispielsweise eine Filmlizenz mal verkauft wird usw. Wenn alles, was dann über den Vorschuss hinausgeht, wenn. Wenn dann die Roadies pro verkauftem Exemplar. Darüber hinaus verkauft werden und Geld einspielen, dann bekomme ich von allem einen Anteil. Und das heißt aber natürlich auch, wenn ich, wenn ich ein Projekt gar nicht unterbekomme, dann bekomme ich wie auch die Autoren der Autor, null Euro. Da sind wir dann auch wieder bei dem Punkt, wie wie gut man auswählen muss und wie, wie sicher man sich seiner Sache sein muss und wie begeistert man sein muss von dem Projekt, um auch dieses Risiko mitzutragen. Weil auch auch die tollsten Projekte kommen nicht immer unter. Da spielt auch mit rein die. gar nicht. Gar nicht zwingend was mit der Qualität des Textes zu tun haben. Oder mit meiner Arbeit oder mit der Arbeit der Autorin. Also das kann immer passieren. Und dessen muss man sich schon bewusst sein.
Helen
Aber quasi so das größte Risiko ist, dass du leer ausgehst. Nicht unbedingt, dass du irgendwelche weiß ich nicht Strafzahlungen oder sowas zahlen?
Monika
Nein, nein, nein, nein, nein, nein. Also das funktioniert alles auf genau. Auf Erfolgsbasis. Also mich muss auch keiner bezahlen, wenn. Wenn kein Geld fließt, sozusagen als auch für die Autorinnen ist das völlig risikolos. Finanziell. Genau. Und genauso ist auch das Geschäft oder die Zusammenarbeit mit den Verlagen. Also die, die Zahlen gelten. Kein Autor, keine Autorin sollte einen Verlag für irgendwas bezahlen müssen, sonst stimmt was nicht. Und das ist bei einer Agentur genauso. Also mit Ausnahme von so manchen Agenturen, die noch so extra Service Pakete anbieten. So eine Beratungsstunde. Oder es gibt auch eine Agentur, die so glaube ich so ein Marketing Paket mit anbietet. Mit Social Media Beratung usw Das wird dann glaube ich extra honoriert. Aber die Vermittlung an sich sollte immer auf Provisionsbasis sein.
Helen
Aber ich stelle mir das trotzdem. Also bei mir fällt das schon bei mir schwer. Ich habe aber so, das ist vielleicht auch eher so ein Meeting, aber ich stelle mir das jetzt bei dir schon auch noch mal komplizierter vor zu planen, was du an Einnahmen hast.
Monika
Oh ja, ja, ja. Also Businessplan schreiben braucht man nicht. Das ist aber auch was, was die ganze Branche so ein bisschen vereint. Man kann so Wunschkalkulationen aufstellen, das ist im Buchhandel oder im Verlagswesen oft ähnlich. Aber man kann schwer Einzelprojekte kalkulieren. Es passiert alles auf einer ist immer ein sehr unsexy Wort, aber auf einer Mischkalkulation. Es gibt immer Projekte, die mehr Geld einbringen und mehr Erfolg haben, als man jetzt zwingend vorausgesehen hätte, oder nicht, dass man das Projekt nicht zugetraut hätte, aber dass man. Man weiß einfach, wie nah, wie viele Faktoren da mitspielen müssen. Es gibt Projekte, mit denen nehme ich null Euro ein und dann arbeiten wir oft an einem Folgeprojekt. Und manchmal nimmt auch das noch null Euro ein und findet keine Verlagsheimat. Aber es klappt dann beim dritten. Und auch die Summen, die da, die da unterwegs sind, die, die haben eine extreme Bandbreite. Also das ist, das ist wirklich nicht kalkulierbar und es braucht auch eine gewisse Zeit. Also wenn man dann einen gewissen Autorinnenstamm in der Agentur hat und Folgeverträge abgeschlossen werden, wenn da Bücher über Erwartung gut funktionieren. Wenn dann eine Royalty Auszahlung kommt und hier mal noch ein Zusatzlizenz und das und das noch, dann ergibt sich da so ein so ein Ja, so ein Cash Flow. Muss man fast sagen, der dann schon so ein gewisses also ich sag mal so, der fällt jetzt nicht mehr so leicht auf vier Monate null Euro Einkommen, wie man es natürlich in den Anfangsphasen hat. Aber weil ich weiß es nicht. Wenn ich ein Jahr finanziell sehr erfolgreiches Jahr habe, heißt das überhaupt nicht, dass das zwangsläufig auf dem Niveau bleibt. Also ja. Fragt mich nicht nach einem Fünfjahresplan, aber es wird.
Helen
Schon.
Monika
Gut gehen. Aber da muss man sich auch.
Helen
Allein, klar. Nicht zu wissen, wie ein einzelnes Projekt läuft. Aber auch diese verschiedenen Wege, auf denen du potenziell Geld verdienen könntest, aber die halt ja alle nicht garantiert sind.
Monika
Ja, ja, ja, ja.
Helen
Kompliziert auch.
Monika
Ja, so ist es. Da muss man irgendwie ein bisschen Vertrauen in sich und in die Branche auch haben. Das ist unterm Strich ja unterm Strich dann dann schon. Passt für mich, für die Autorin natürlich auch, das ist klar. Oft noch mal eine andere Sache. Wir wissen, dass viele Schreibende nicht annähernd von ihrem von ihren Verlags Honoraren leben können. Das ist dann immer toll, wenn zum Beispiel jemand viele Lesungen machen kann und da noch ein bisschen da noch einen Zuverdienst hat und noch dazu irgendwie sein Buch sichtbar machen kann. Das kann da auch helfen. Das ist tatsächlich das Einzige übrigens, woran ich nicht beteiligt bin. Also Lesungshonorare gehen rein, rein an die Autorinnen. Aber ja, es ist. wahr, es gibt finanziell stabilere Branchen, egal an welchem. An welchem Ende man hinschaut.
Helen
Ja, ja, ja. Verrückt, Weil ich gleichzeitig so denke. Wahrscheinlich ist das auch nicht unbedingt etwas, was man so nebenbei macht. Also neben einem Teilzeitjob unbedingt eine Agentur aufbauen ist wahrscheinlich auch eher realistisch.
Monika
Schwierig. Schwierig. Ich meine, man kann natürlich dann einfach weniger Autorinnen betreuen oder sie weniger gut betreuen und die Verlagskontakte weniger gut pflegen oder langsamer aufbauen. Also kann man bestimmt machen, aber wird im Zweifelsfall also mit dem Zweifelsfall einfach deutlich mehr Zeit kosten?
Helen
Ja, wie viele Autorinnen betreust du jetzt gerade?
Monika
Ich vertrete aktuell acht und zwanzig neun und zwanzig um den Dreh. Also das ist relativ wenig. Und die. Es ist jetzt auch nicht so, dass ich mit jedem jede Woche telefoniere, dass auch Sachbuchautorinnen dabei, die gerade kein aktuelles Projekt bearbeiten, oder? Also das ist ganz unterschiedlich, wer wann wie viel Aufmerksamkeit braucht oder mit wem ich wann wie intensiv arbeite. Das ist sehr phasenabhängig oder auch je nachdem, wie gut gerade jemand im Verlag untergebracht ist und wie gut da der Austausch funktioniert.
Helen
Du sprichst ja auch davon, dass dir so eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe wichtig ist. Also inwiefern zeigt sich das? Weil. Also ich könnte mir vorstellen, wenn man mit vielleicht auch Verlagen verhandelt. Also ich weiß gar nicht, ob man je als Autor. Doch man kommt wahrscheinlich als Autorin schon auch in die Lage, dass man vielleicht direkt mit dem Verlag verhandelt. Und dann könnte ich mir vorstellen, dass das so ein gewisses Gefälle irgendwie hat. Und das ist vielleicht der Unterschied, oder wie genau meinst du das?
Monika
Das ist ja, ich meine das eigentlich in verschiedenen Bereichen. Das fängt bei mir schon damit an, dass ich. Oder dass es mir wichtig war bei der Agenturgründung oder als ich zu meinen Agenturkonzept sozusagen für mich gefasst habe, dass ich auch nach außen hin in Richtung der Autorinnen oder derjenigen, die sich bei mir bewerben wollen, dass ich mich da auch nahbar gebe und offen und mein Gesicht zeige. Was jetzt nicht heißen soll, dass ich jede Woche unbedingt irgendwo ein Selfie posten muss. Aber es gibt sehr viele Agenturwebsites. Es wird jetzt ein bisschen besser, aber die, bei denen man wahnsinnig schwer erkennen kann, wer da dahinter steckt oder was auch legitim ist. Aber ich finde das doch ein starkes Machtgefälle, wenn man erwartet, dass jemand sein oft ja irgendwie Herzensprojekt und ist so viel Arbeit geflossen ist und wo so viel Persönliches drinsteckt, das an irgendeine anonyme Mailadresse schickt, von der niemals eine Antwort kommt und so das Gefühl hat. Ja, das oder dass die Autorinnen gefühlt ja in so eine Bittstellerschaft drängt von Anfang an, ähm, also das ist so ein Punkt, dass mir das wichtig war, auch da irgendwie klar zu vermitteln. Ich ich sehe, ich sehe euch und ich sehe, wie viel Mühe da drinsteckt. Deshalb kann ich das auch nicht alles machen und ich kann trotzdem nicht auf alles antworten. Aber das ist der Mensch, der dahinter steckt und zum anderen hat das sehr viel zu tun mit der Zusammenarbeit der Verlage, was ich vorhin auch schon mal kurz angedeutet habe. Also ich habe immer wieder auch die Erfahrung gemacht, dass beispielsweise Agenturen von vornherein in Zusammenarbeit mit dem Verlag gehen. Mit einer starken Konfrontationshaltung oder so einem weiß ich nicht so weit von Boah, die bringen ja jetzt eh irgend so ein komisches Cover daher und das werden wir erstmal abschieben, abschießen und dann kriegen wir unseren Wunsch schon durch. Und das jetzt nur mal als Beispiel. Und jetzt gar nicht. Ich will gar nicht behaupten, dass das bei allen Agenturen immer so ist. Versteh mich nicht falsch, aber für mich ist es total essentiell. Dieser Punkt, dass Verlag, Agentur und Autorinnen alle das gleiche Ziel haben. Wir sind alle ein Team und versuchen ein möglichst erfolgreiches Buch zu machen. Und jeder gibt sein Bestes, den Umständen entsprechend. Das heißt nicht, dass jede Lektorin für jedes Buch immer eine Marketingkampagne herausschlagen kann. Das ist einfach nicht realistisch. Und das. Das heißt auch nicht, dass jede Marketingkampagne immer mit einem Bestseller gekrönt wird. Auch das ist nicht realistisch. Und trotzdem finde ich es essentiell, dass man der anderen Seite vertraut, Dass sie ihr Bestes gibt unter den Umständen, egal in welche Richtung. In dieser Dreieckskonstellation. Und sobald da ein Ungleichgewicht drin ist und einer das Gefühl hat, die andere Seite boykottiert oder setzt sie nicht ein oder wie auch immer das ist, dann ist das für mich ein Problem. Und dann ist es auch was, was allen Seiten finde ich, gleichermaßen schadet. Und deshalb finde ich das ja einfach total wichtig, dass man da auf Augenhöhe ist und dass jede Seite da auch Anerkennung kriegt für den Part, den sie spielt in dieser Zusammenarbeit. Sowohl die Verlage als auch natürlich die Autorinnen. Und das ja, dass das irgendwie in einem guten, gesunden Gleichgewicht ist.
Helen
Ja, ja, während du das so erzählt hast, habe ich echt auch an dieses an das Wort hat Team gedacht. Dass das, was du vor allen Dingen auch mit den Autorinnen ein Team bist und die.
Monika
Ja, ja, unbedingt. Und selbst wenn man wie gesagt, in vielen Laufbahnen kommt man an einen Punkt, wo was nicht so funktioniert, wie man es erhofft hat oder? Egal an welchem Punkt, dass eine Veröffentlichung nicht so erfolgreich ist, wie man es gehofft hatte, dass oder dass ich gar keinen Verlag dafür finde, dass das passiert. Alles oder auch, dass eine meiner Autorinnen mir ein neues Projekt vorschlägt und ich mich überzeugt das einfach nicht. Auch das passiert. Und das sind alles Sachen, über die man mit denen man arbeiten kann, sag ich mal, wenn man weiß, dass die andere Seite hat mein Bestes im Sinn. Ja, und dann? Da kann man einfach dann auf sehr gut, auf Augenhöhe und respektvoll miteinander auch langfristig zusammenarbeiten. Ja, ja.
Helen
Ich habe irgendwie das Gefühl, wir könnten wahrscheinlich echt noch so ein tausend Richtungen gehen. Ich finde das so spannend. Ich bin irgendwie auch echt gespannt, ob da vielleicht noch irgendwelche Rückfragen oder sowas kommen, aber ich fand das schon mega hilfreich und vor allen Dingen also vielleicht auch noch mal so als für alle, die das ja auch dann vielleicht nicht wissen, weil sie dich noch nicht kannten. Aber ich bin mittlerweile ja auch befreundet mit Chris van ERT durch. Ich weiß gar nicht, wie das. Irgendwie hat sich das so entwickelt und eigentlich gibt es glaube ich, kein Treffen, wo sie nicht von der Zusammenarbeit mit dir schwärmt. Und ich finde, das ist das Beste. Ja, weiß ich. Ich finde, das unterstreicht das halt nochmal so das, was du uns jetzt eben erzählt hast, dass du eben auch das Beste für die Autorin im Sinn hast, dass du dich als Team irgendwie auch verstehst Und so weiß ich nicht. Vielleicht für alle die, die jetzt zuhören. Und ich finde irgendwie, dass wenn das jemand anders sagt, dann kommt es vielleicht noch mal anders rüber. Deswegen voll schön. Ich meine, ich hatte jetzt auch das Privileg, ihr neues Buch schon zu lesen und da stehst du auch wieder in der Danksagung.
Monika
Ja.
Helen
Also ich finde das irgendwie. Ich finde das voll was Besonderes. Und ich habe halt wie gesagt vorher noch nie so darüber nachgedacht. Aber ich finde das ein wunderschönes Beispiel von so einer Zusammenarbeit.
Monika
Ja, ja, unbedingt. Danke dir, Das freut mich wirklich sehr. Und ja, ich ich kenne auch ganz viele, die mit ihren Agenturen auch ganz lange tolle Zusammenarbeiten haben und sehr vertrauensvolle Zusammenarbeiten haben. Und ich würde wirklich jedem, der, der ein Buch veröffentlichen möchte, immer raten, sich an eine Agentur zu wenden. Gar nicht nur, weil es der der einfachste, erfolgversprechendste Weg ist, sondern auch, weil das Auto einen auf so vielen Ebenen helfen kann und stützen kann. Und natürlich kostet eine Agentur Geld. Aber wenn man dann eine gute Zusammenarbeit hat, dann ist es auf allen Ebenen immer vorteilhaft für die. Für die Autoindustrie?
Helen
Ja.
Monika
Ja.
Helen
Voll. Also bin ich irgendwie gespannt war also ob da vielleicht jetzt auch mancher auf die Idee kommt und ob sich. Also ich frag mich gerade so ein bisschen, ob du jedes Mal bei jeder Podcastanfrage so denkst Oh, lieber nicht. Kriege ich schon so viele Einsendungen. Aber im Grunde geht es ja wahrscheinlich auch darum, die Anzahl der super guten Einsendungen zu erhöhen.
Monika
Ja, eben. Niemand möchte. Also einerseits ertrinken wir alle in Manuskripten und gleichzeitig möchte niemand weniger bekommen, weil man ja immer Angst hat vor dem diesem ein Manuskript, das man verpassen könnte. Und das will keiner. Also her damit.
Helen
Her damit! Voll cool. Also Ja, ich. Ich freue mich total, über diesen Einblick bekommen zu haben. Wenn jetzt jemand denkt, ich will mehr von Moni erfahren, Ich will vielleicht mal schauen, mit wem sie zusammenarbeitet. Vielleicht will ich selber mein Manuskript einzuwenden. Wo findet man dich online?
Monika
Man findet meine Website www.monika.de, wo es die veröffentlichen, also jetzt schon veröffentlichten oder angekündigten Bücher gibt, die ich an den Verlag gebracht habe, und eine Liste meiner Autorinnen und ein paar Sätze über mich. Und ansonsten findet man mich bei LinkedIn, wo ich ehrlicherweise in den letzten Monaten eher passiv unterwegs war und bei Instagram unter Monika Kempf unterstrich Agentur Du verlinkst das bestimmt.
Helen
Ich verlinke.
Monika
Das noch mal.
Helen
In den ShowNotes. Tausend Dank, dass du trotz all der Hürden heute oder auf dem Weg bis hierher dir die Zeit genommen hast, weil. Also wir haben ja jetzt auch gehört, was du für einen wahrscheinlich straffen Zeitplan jeden Tag hast. Nächste Woche ist Buchmesse. Da es wahrscheinlich bei dir auch viel los. Du wir hatten waren Tag und alles. Die Technik hat nicht mitgespielt, also danke, danke, danke.
Monika
Aber ja, sehr, sehr, sehr gerne. Es hat mich total gefreut, dass wir uns gesprochen haben.
Helen
Danke dir. Das war’s für heute. Ich habe mich unglaublich gefreut, dass du eingeschaltet hast und vor allem bis zum Ende dran geblieben bist. Falls du die Folge gefallen hat, dann abonniere den Podcast am besten, damit du auch in Zukunft keine Folge verpasst. Bis zum nächsten Mal.




