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Podcast · Folge 39
Never judge a book by its cover – geht das? Laura über ihr Seminar zur Buchcover-Analyse, Komplementärkontraste und die Illustrator*innen, die niemand nennt
Warum Blau und Orange auf dem Cover von »Überwintern« zusammenpassen, was Serifen mit E-Books zu tun haben, weshalb Klassiker so oft ein Gemälde tragen – und wie aus einem Buchclub-Buch ein vorgelesener Adventskalender wurde
Stand heute
Aufgenommen am 29. Juni 2023, kurz nach Lauras Auslandssemester in Paris und am Ende ihres Masterstudiums. Was sie über Art Nights, ihren Etsy-Shop und den Buchclub sagt, ist der Stand von damals – zum Beispiel die gerade beschlossene Entschleunigung auf weniger Bücher im Monat. Inzwischen gehört Laura zum Team von Mädels, die lesen.: Bei den digitalen »Mädels, die malen.«-Events zeichnet sie mit dem Buchclub die Cover der gemeinsam gelesenen Bücher.
Beim Cover-Battle im Buchclub geht es nach Bauchgefühl: Das eine Cover ist stimmig, das andere irgendwie nicht. Laura, seit April 2020 im Buchclub und bekannt als @laurarts.de, hat gelernt, warum das so ist. In ihrem Auslandssemester in Paris hat sie ein Seminar belegt, in dem Buchcover analysiert und interpretiert wurden – als Schnittstelle ihrer beiden Schulfächer Deutsch und Kunst im Studium der Sonderpädagogik. Ihr Beispiel zur ersten Sitzung war ausgerechnet das Buch, das der Buchclub in dem Winter gelesen hatte: »Überwintern« von Katherine May. Mit Helen spricht sie über Komplementärkontraste und Serifen, über Gemälde auf Klassikern und über Illustrator*innen, die im Buch nicht genannt werden; dazu über Art Nights in Kölner Kneipen, einen Adventskalender aus 24 vorgelesenen Kapiteln und darüber, warum Vorlesen und Literaturpädagogik nichts sind, was im Kindesalter aufhören muss. Der Einstieg ist bei uns immer eine gedankliche Reise: Laura setzt uns zum Picknick und mischt Sekt mit Mate – studentisch, sagt sie, und gerade ein großes Ding.
Laura
Buchclub-Mitglied, Sonderpädagogik-Studentin und Künstlerin, Köln
Laura kommt aus Osnabrück und lebt in Köln, wo sie zum Zeitpunkt der Aufnahme am Ende ihres Masterstudiums Sonderpädagogik stand – mit den Schwerpunkten Hörbehinderung sowie emotionale und soziale Entwicklung und den Fächern Deutsch und Kunst. Im Buchclub ist sie seit April 2020; ihr erstes Buch war »Die Geschichte der Bienen«. Sie malt, seit sie denken kann, gibt in Köln Art Nights und verkauft auf Etsy eigene Postkarten. Heute gehört sie zum Team von Mädels, die lesen. und leitet die »Mädels, die malen.«-Abende.
Ein Seminar über Cover – ohne die Bücher zu lesen
Sonderpädagogik, erklärt Laura, ist Pädagogik für Menschen mit Behinderung; in Köln studiert sie die Förderschwerpunkte Hören, also Gebärdensprache, und emotionale und soziale Entwicklung, dazu die Schulfächer Deutsch und Kunst. Aus dieser Verbindung ergab sich das Seminar: die literarische und die künstlerische Sicht auf ein Buchcover. Gelesen wurde dafür nichts – es ging allein um die Optik, genau wie beim Cover-Battle im Buchclub, nur mit Kriterien statt Intuition. Zur ersten Sitzung sollte jede Person ein Buch mitbringen, das sie gelesen hatte und dessen Cover sie ansprach. Laura nahm »Überwintern« mit, das der Buchclub gerade in der Hüttengaudi gelesen hatte und das sie ohnehin mochte, auch aus sonderpädagogischer Sicht: Katherine May ist auf dem Autismus-Spektrum, wie sie in ihrem Memoir »The Electricity of Every Living Thing« selbst beschrieben hat, und Laura hatte beim Buchclub-Treffen auf die detailverliebten Passagen hingewiesen. Das Buch gibt es in vier verschiedenen Covern: Das Hardcover, im Englischen wie im Deutschen, arbeitet mit dem Komplementärkontrast Blau und Orange – Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen und fürs Auge besonders reizvoll sind, hier zugleich Kälte und Wärme. Andere Ausgaben haben Golddetails, das E-Book ist schwarz-weiß, und Vorder- und Rückseite lassen sich am Buchrücken spiegeln. Als Abgabe verglich Laura später verschiedene Cover von »Little Women« und »Anna Karenina« – so, wie es der Buchclub in seinen Reels zu beiden Büchern auch schon gemacht hatte. Ihre Dozentin war begeistert.
Serifen, Gemälde und ein Hashtag für Illustrator*innen
In die Buchhandlung nimmt Laura keine Kriterienliste mit, aber ein paar Dinge sieht sie jetzt anders: Schriften mit Serifen, den kleinen Häkchen an den Buchstaben wie bei Times New Roman, gelten gedruckt als besser lesbar, serifenlose wie Arial am Bildschirm – vielleicht ein Grund, warum E-Book-Cover oft anders gestaltet sind. Helen gibt zu, dass sie ein Buch nach dem Cover beurteilt und bei allem „das Packaging-Opfer“ ist; Laura findet, dann kann man sich wenigstens überlegen, warum. Und sie hat sich etwas vorgenommen: gezielt Bücher kaufen, in denen die Illustrator*innen genannt sind. Im Seminar hat sie gelernt, dass gerade große Verlage mit Haus-Illustrator*innen arbeiten, die nicht für jedes Buch Credits bekommen; dafür gibt es die Bewegung #PicturesMeanBusiness, das Gegenstück zum #NameTheTranslator, den der Buchclub kennt. Helen liest ohnehin immer die bibliografischen Angaben vorn im Buch – bei »So wie du mich kennst« von Anika Landsteiner kam sie so auf das Cover, das ein echtes Gemälde zeigt. Im Livestream hatte die Autorin erzählt, dass mehrere Cover im Gespräch waren und darüber abgestimmt wurde. Für Laura passt das zu einem Muster aus dem Seminar: Gemälde aus Museen finden sich vor allem auf Klassikern, etwa auf der Ausgabe von »Anna Karenina« bei Oxford World’s Classics mit dem Porträt einer unbekannten Frau. Dass bei der Abstimmung für einen Gegenwartsroman ebenfalls ein Gemälde gewann, findet sie deshalb bemerkenswert. Helen hätte gern einmal eine Buchillustratorin oder einen Buchillustrator im Podcast – falls jemand jemanden kennt: Bescheid sagen.
Art Nights, Postkarten und ein Adventskalender zum Hören
Malen war für Laura immer schon das Erste, was sie abends runterbringt, lange vor dem Lesen. Seit gut zwei Jahren gibt sie Art Nights: keine Malkurse, sondern einzelne Abende in einer Gastronomie, die man bucht, mit einem Motiv für alle, meist in Acryl. Lokal und Motiv sucht sie selbst aus – Frida Kahlo, das Motiv von Helens Art Night vor Jahren, ist immer noch im Programm.
Also alle malen ein Motiv, aber ich finde das schönste immer, wenn dabei dann am Ende 15 ganz unterschiedliche Varianten bei rauskommen, eben nicht so wie in der Grundschule, dass jeder genau die gleiche Sonnenblume hat.Laura
Ihr Ziel ist nicht das perfekte Bild, sondern dass jemand sagt: Das waren tolle drei Stunden. Helen findet genau das wichtig – sich die Gelegenheit zu geben, in etwas nicht gut zu sein, so wie man ein Instrument lernen kann, ohne gleich ein Konzert zu geben. Laura nimmt den Vergleich mit: Neben einem sitzt vielleicht die Grafikdesignerin, aber hinter jedem Können stecken Jahre. Auf Etsy verkauft sie inzwischen Postkarten, Malanleitungen für zu Hause könnten folgen. Und dann ist da der Adventskalender: Für Freund*innen hat sie das Buchclub-Buch »Die Zeit der Weihnachtsschwestern« in 24 Abschnitte geteilt, jeden Tag einen eingelesen und verschickt – 2022 gleich noch einmal. Vorlesen, sagt sie, wird auch im Studium immer wieder betont, nicht nur für Kinder: Man versteht einen Text anders, wenn man ihn spricht. Helen, die beim Vorlesen schnell ins Stocken kommt, merkt sich die Idee für Weihnachtsgeschenke im Hochsommer.
Weniger Bücher, weniger Druck
Wie viel liest Laura? Etwa zwei Bücher im Monat, und am Anfang im Buchclub hat sie sich verglichen, weil so viel kam. Umso besser findet sie, dass Helen gerade entschleunigt: weniger Bücher, weniger Druck, und wer mitgelesen hat, darf auch ohne Mitgliedschaft zum Treffen kommen. Helen hatte den Druck selbst lange gespürt, sich aber nicht getraut, etwas zu ändern – „never change a running system“ –, und war nach der Entscheidung sofort erleichtert; das Feedback war durchweg positiv. Laura erinnert an die Zeit der alten Schmökerrunde mit zwei Büchern im Monat, als sie nichts anderes mehr las als Buchclub-Bücher. Kleine Rituale statt großer Vorsätze, so hatte Helen es kurz vor der Aufnahme in der »Flow« gelesen: Ein paar Seiten in kleinen Zeitfenstern bringen weiter als der Plan, nach dem nächsten Projekt jede Woche ein Buch zu lesen.
Literaturpädagogik ist nichts nur für Kinder
Helen war beim Googeln auf eine Weiterbildung zur Literaturpädagogik gestoßen und hatte sofort überlegt, sie für den Buchclub umzumodeln – bis ihr auffiel, dass sie sich zu viel vornimmt. Laura kennt literarische Bildung aus dem Studium: Es geht nicht nur ums Lesen, sondern um alle literarischen Medien und um „Anschlusskommunikation“ – was man nach dem Lesen mit einem Buch tut. In der Schule sind das Lesenächte, Büchereibesuche, Lesetagebücher oder Lesetandems zu zweit. Und Trends wie #bookfaces aus der Corona-Zeit: ein Buch so vor sich halten, dass der Körper mit dem Cover verschmilzt, und das Bild über den Buchrand hinaus weiterführen. Helen erinnert das an das Reel zu »Kim Jiyoung, geboren 1982«, für das alle das Buch vors Gesicht hielten – den Hashtag hätten sie damals nutzen sollen. Beide sind sich einig, dass Kinderbücher und Literaturpädagogik nicht im Kindesalter enden müssen. Zum Abschied gibt Laura noch einen Podcast-Tipp von Mona Ameziane mit auf den Weg – und den Rat, sich nicht unter Druck zu setzen und aufs Bauchgefühl zu hören, welches Buch gerade passt.
Sonderpädagogik, wie Laura sie beschreibt, arbeitet in Schulen und Beratung mit Menschen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen und diagnostiziert nicht selbst; Heilpädagogik und Heilerziehungspflege werden oft synonym verwendet, meinen aber eher Pflege und Arbeit in Werkstätten. Beides sind ihre Erklärungen aus der Folge.
Wenn du beim nächsten Cover-Battle wissen willst, warum dich das eine Cover mehr anspricht als das andere – Farben, Schrift oder Motiv –, ist die ganze Folge das Richtige.
Die ganze Folge hören
Die Bücher aus der Folge
Die Buchclub-Bücher, deren Cover in der Folge vorkommen – alle hat der Buchclub gemeinsam gelesen.
Überwintern
Katherine May · übersetzt von Marieke Heimburger · Insel · 272 Seiten
Lauras Beispiel zur ersten Seminarsitzung: Blau und Orange als Komplementärkontrast – und vier verschiedene Cover je nach Ausgabe.
Leserunde nachholenHüttengaudi 2022/23
Little Women
Louisa May Alcott · übersetzt von Monika Baark · Reclam · 672 Seiten
Eines der beiden Bücher, deren Cover Laura für ihre Seminarabgabe verglichen hat – blumiger als andere, sagt Helen.
Leserunde nachholenMonatsbuch 10/20
Anna Karenina
Lew Tolstoi · übersetzt von Rosemarie Tietze · dtv · 1296 Seiten
Das zweite Buch aus Lauras Abgabe: Auf der Oxford-Ausgabe ein Gemälde einer unbekannten Frau – typisch für Klassiker.
Leserunde nachholenFerienlager 2021
So wie du mich kennst
Anika Landsteiner · Fischer Taschenbuch · 352 Seiten
Ein echtes Gemälde auf einem Gegenwartsroman – Helen kam über die bibliografischen Angaben darauf, wer das Bild gemacht hat.
Leserunde nachholenMonatsbuch 02/22
Die Zeit der Weihnachtsschwestern
Sarah Morgan · übersetzt von Judith Heisig · HarperCollins
Das Buch, aus dem Laura einen vorgelesenen Adventskalender für Freund*innen gemacht hat – 24 Abschnitte, jeden Tag einer.
Leserunde nachholenMonatsbuch 12/21
Kim Jiyoung, geboren 1982
Cho Nam-Joo · übersetzt von Ki-Hyang Lee · Kiepenheuer & Witsch · 208 Seiten
Für das Reel zu diesem Buch hielten alle das Cover vors Gesicht – fast ein #bookface, nur ohne Hashtag.
Leserunde nachholenMonatsbuch 06/21
Die Geschichte der Bienen
Maja Lunde · übersetzt von Ursel Allenstein · btb · 528 Seiten
Lauras erstes Buchclub-Buch im April 2020 – seitdem ist sie dabei.
Leserunde nachholenMonatsbuch 04/20
Die mit Sternchen markierten Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. »Die Zeit der Weihnachtsschwestern« ist gedruckt derzeit nicht lieferbar, deshalb verlinken wir das E-Book.
Häufige Fragen
Was macht man in einem Seminar zur Buchcover-Analyse?
Laura hat es in ihrem Auslandssemester in Paris belegt, als Verbindung ihrer Studienfächer Deutsch und Kunst. Zur ersten Sitzung brachte jede Person ein Buch mit, das sie gelesen hatte und dessen Cover sie ansprach; danach wurden Cover nach festen Kriterien analysiert und interpretiert: Farbgebung und Komplementärkontraste, Schriftarten mit und ohne Serifen, Bildmotive, Unterschiede zwischen Hardcover, Taschenbuch und E-Book. Gelesen wurden die Bücher dafür nicht – es ging allein um die Optik. Als Abgabe hat Laura verschiedene Cover von »Little Women« und »Anna Karenina« verglichen.
Worauf achtet man bei einem Buchcover, wenn man es analysiert?
Auf Farben, sagt Laura: Komplementärfarben wie Blau und Orange liegen sich im Farbkreis gegenüber und sind besonders reizvoll fürs Auge – das Hardcover von »Überwintern« nutzt genau diesen Kontrast, dazu Wärme und Kälte als Echo des Inhalts. Auf die Schrift: Serifenschriften wie Times New Roman gelten gedruckt als besser lesbar, serifenlose am Bildschirm, was erklären könnte, warum E-Book-Cover oft anders aussehen. Und auf die Motive: Für Klassiker werden häufig Gemälde aus Museen verwendet – das Cover von »So wie du mich kennst« zeigt ebenfalls ein echtes Gemälde.
Was bedeuten die Hashtags #PicturesMeanBusiness und #bookfaces?
#PicturesMeanBusiness ist eine Bewegung, die fordert, dass Illustrator*innen genannt werden – ähnlich wie #NameTheTranslator bei Übersetzer*innen. Laura hat im Seminar gelernt, dass Illustrator*innen gerade bei großen Verlagen oft nirgends im Buch stehen. #bookfaces ist ein Trend aus der Corona-Zeit: Man hält ein Buch so vor sich, dass der eigene Körper mit dem Cover verschmilzt, und führt das Bild über den Buchrand hinaus weiter. Laura hat das auch schon mit Schüler*innen gemacht – als Beispiel für „Anschlusskommunikation“, also dafür, ein Buch nicht nur zu lesen, sondern danach noch etwas damit zu tun.
Was sind Art Nights?
Mal-Events, keine Malkurse: ein einzelner Abend, den man bucht, in einer Gastronomie, mit Anleitung. Alle malen dasselbe Motiv, meist mit Acrylfarbe, und am Ende kommen fünfzehn ganz unterschiedliche Bilder heraus. Laura gibt solche Abende in Köln, zum Zeitpunkt der Aufnahme seit gut zwei Jahren; Motiv und Lokal kann sie selbst auswählen. Ihr Ziel ist nicht das perfekte Bild, sondern dass die Leute sich drei Stunden Zeit genommen haben. Helen hat selbst vor Jahren eine Art Night mitgemacht, mit einem Frida-Kahlo-Zitat.
Wer ist Laura?
Laura lebt in Köln, kommt ursprünglich aus Osnabrück und war zum Zeitpunkt der Aufnahme am Ende ihres Masterstudiums Sonderpädagogik mit den Fächern Deutsch und Kunst. Im Buchclub ist sie seit April 2020, ihr erstes Buch war »Die Geschichte der Bienen«. Sie malt, seit sie denken kann, gibt Art Nights in Köln und verkauft eigene Postkarten. Inzwischen gehört sie zum Team von Mädels, die lesen.: Bei den digitalen »Mädels, die malen.«-Events zeichnet sie mit dem Buchclub die Cover der gemeinsam gelesenen Bücher.
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Die ganze Folge zum Nachlesen
Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme. Helens An- und Abmoderation des Podcasts und der Hinweis auf die Schmökerrunde stehen nicht hier. Der Name einer im Gespräch beiläufig erwähnten Influencerin ist durch ihre Rolle ersetzt.
Helen
Herzlich willkommen Laura. Ich freue mich total, dass du heute dabei bist. Du bist ja schon ewig im Buchclub. Ich habe das Gefühl, Buchclub-Mitglied der ersten Stunde. Und vor allen Dingen haben wir uns vorletzte Woche das erste Mal auch wirklich live und in Farbe gesehen. Das fand ich auch richtig schön. Und wir haben ja jetzt schon länger überlegt, um diese Aufnahme zu machen. Zu einem ganz bestimmten Thema, dazu kommen wir später noch, aber vielleicht erzählst du erst mal, wer du so bist, wo man dich im Internet findet und vielleicht auch, wie du auf den Buchclub gestoßen bist.
Laura
Ja, ganz gerne. Mache ich, all diese Fragen. Hallo an alle, die zuhören und natürlich an dich. Ich habe mich auch riesig gefreut, dass wir uns vor zwei Wochen das erste Mal richtig live gesehen haben. Du hast gerade gesagt, ich bin schon ewig Mitglied, das stimmt, ewig, immer mal wieder ganz dolle und dann immer mal wieder ein bisschen weniger. Also ich habe das Gefühl, ich repräsentiere so ein bisschen die nicht mega Vielleser*innen, aber doch. Also ein paar Bücher im Monat, genau. Seit 2020, haben wir eben gesagt, April, mit der [Influencerinnen]-Welle. Also viele haben es bestimmt schon gehört, dass [eine Influencerin] mal auf den Buchclub aufmerksam gemacht hat, und als fleißige Followerin von denen bin ich auch auf dich aufmerksam geworden und seitdem dabei. Ich würde sagen im Schnitt wahrscheinlich so jeden zweiten Monat dabei, je nachdem. Genau mein erstes Buch war »Die Geschichte der Bienen« und dann, ja das ist ja schon ein bisschen her, wenn man so runter scrollt. Irgendwie verrückt. Ich hatte jetzt die Tage geguckt. Wir haben jetzt glaube ich 55 Bücher gelesen, also erstmal [unverständlich], aber voll krass irgendwie, oder?
Helen
Wow, ja, das ist wirklich krass. Da sind natürlich auch Bücher von dieser früheren Schmökerrunde dabei, aber trotzdem, also 55.
Laura
Stimmt, die frühere Schmökerrunde, da war ich auch zwischendurch mal drin, also alles immer ein bisschen abgegrast. Ja, und es hat für mich perfekt gepasst auf diesen Einstieg irgendwie wieder ins Mehr-Lesen. Ich studiere nämlich, also genau, ich bin Laura, ich komme aus Köln oder ich wohne in Köln. Ich habe gesehen, es gibt schon eine Laura aus Köln [unverständlich]. Ich bin aber auch Laura aus Köln. Ich komme aber ursprünglich aus Osnabrück und bin eben zum Studium hingezogen. Und bei mir war das so, dass das Studium so ein bisschen meine Leselust gehemmt hat zunächst, weil es halt wissenschaftliche Texte und viel und jede Woche und so. Genau. Und dann hat der Buchclub das ein bisschen wiederbefeuert, was sehr, sehr schön ist. Das war es eigentlich.
Helen
Voll schön, ja voll krass oder drei Jahre. Also irgendwie super verrückt. Also wir sind ja jetzt auch durch dein Studium, sag ich mal, auf die Idee gekommen, diese Folge aufzunehmen. Also du hast jetzt, also zu mir vorher gesagt, dass du im Master Sonderpädagogik studierst. Vielleicht kannst du auch gleich mal ein bisschen erzählen, was das genau ist, weil ich finde es immer schwer auch selber zu sagen. Aber in diesem Studium, ich weiß nicht, ob es im Master oder im Bachelor war, hast du ein Seminar belegt und da Buchcover besprochen. Also ein bisschen so, wie wir das ja auch einmal im Monat machen. Das fand ich mega cool, weil du das Buch, was wir zu dem Zeitpunkt gelesen haben, war, »Überwintern«, quasi vorgeschlagen hast, als Beispiel zum analysieren. Das fand ich mega spannend. Also erzähl mal, was macht man im Studium Sonderpädagogik und was habt ihr dann aber auch in diesem Seminar gemacht?
Laura
Genau, das erkläre ich gerne. Also im Studium Sonderpädagogik gibt es Master Bachelor, genau du hast schon gesagt, ich bin jetzt Ende des Masters und Sonderpädagogik behandelt Pädagogik für Menschen mit Behinderung. In meinem Fall hier in Köln sind das zwei unterschiedliche Behinderungsformen, einmal Hörbehinderung und emotional-soziale Behinderung, also auf der einen Seite Gebärdensprache, auf der anderen Seite aber auch so was wie ADHS, Angststörungen, Depressionen und so weiter. Und außerdem hat man noch, wenn man sich entscheidet, an die Schule zu gehen, Schulfächer, die man studiert. Und bei mir sind das Deutsch und Kunst. Und aus dieser Symbiose hat sich quasi das Seminar ergeben, in dem wir, also es hieß Book Cover Project, in dem wir Buchcover analysiert und angeguckt und interpretiert haben. Also sowohl quasi die, ich sag mal, die literarische Sicht, was da reinspielt, als auch die künstlerische Sicht, diese beiden Schulfächer eben, die ich studiere. Ja und das war super, super spannend und ganz viel machen wir natürlich im Buchclub immer schon. Also diese Coverbattles, aber das ist ja sehr intuitiv. Also wir sehen diese Cover, gucken uns die an und haben gleich ein Gefühl, das ist stimmiger und das irgendwie nicht. Und in dem Seminar haben wir ganz viele Bücher uns eben angeschaut und da ein bisschen hintergeguckt, warum das denn jetzt vielleicht ansprechender ist oder was da genau passt und so weiter. Genau.
Helen
Ja, mega interessant. Also das wäre so ein Seminar, da würde ich auch voll gerne mal einfach reinschnuppern. Also und ihr habt dann aber ja wahrscheinlich nicht die Bücher alle gelesen, sondern wirklich aufgrund der Optik euch da drüber unterhalten, ne?
Laura
Genau, also wir haben im Seminar uns aufgrund der Optik davon unterhalten und wir sollten zur ersten Sitzung ein Buch mitbringen, was uns sehr angesprochen hat, was wir aber schon gelesen haben. Und dann habe ich »Überwintern« mitgenommen, weil ich das ja dann im Buchclub gelesen hatte und es sowieso sehr gerne mochte und auch da quasi der sonderpädagogische Faktor in meiner Leserichtung zumindest ein bisschen drin war. Ich hatte das damals beim Buchclub-Treffen gesagt, weil die Autorin selbst auf dem Autismus-Spektrum ist und dann manchmal so ganz detailverliebte Erzählungen drin waren und das Buchcover ist spannenderweise, gibt es da auch unterschiedliche, also E-Book, Hardcover, Softcover und die digitale Version sind alle, also sind vier unterschiedliche Cover.
Helen
Ah, okay.
Laura
Ja, also wenn man sich das ankommt, ist jetzt ein bisschen schwierig das zu versprachlichen, weil es ja ein sehr visuelles Bild ist, aber ich versuche es gerne mal zu erklären. Das Buch finden ja auch alle auf dem Instagram-Kanal, das haben wir ja diesen Winter gelesen. Und das Hardcover ist sowohl in englischen Form als auch in der deutschen, also ist ja vom Penguin Verlag, sind Komplementär-Kontraste zum Beispiel ganz doll. Also für alle, die jetzt nicht Kunst haben, aber sich vielleicht daran erinnern, dass sie das schon mal hatten, so der Farbkreis und wie wir Farben mischen. Es gibt die Grundfarben, das sind Rot, Gelb, Blau, aus denen mischt man Sekundärfarben, Orange, Lila, Grün und dann hat man einen Riesen-Farbkreis, wo man alles mischen kann und die, die ganz gegenüber auf dem Farbkreis liegen, sind Komplementärfarben oder Kontraste, die sind besonders ansprechend fürs Auge. Und das Buch ist jetzt zum Beispiel blau und orange, was besonders appealing ist, wenn man es sich anguckt und wenn man es dann weiter analysiert, natürlich auch ganz viel Hintergrund hat. Irgendwie die Wärme oder vielleicht durch die sprachlichen Beschreibungen des Buches, aber auch so das Blaue, so kalt und überwintern. Und die anderen Cover sind dann unterschiedlich. Also es gibt, ich weiß gerade nicht mehr, welches genau das Hardcover war, welches genau das Softcover. Aber an einem, es sind dann zum Beispiel Golddetails und man sieht auch so den Wind, also in meinem waren keine Golddetails, ich glaube ich hatte das Softcover. Die E-Book-Version ist schwarz-weiß, was ja auch so spannend ist. Und auch die Vorderseite und die Hinterseite sind gleich. Also wenn man das quasi am Buchrücken, kann man das spiegeln. Und das waren so einige Details, die wir dann analysiert haben. Das war jetzt zum Beispiel nur der Einstieg. Das habe ich zur ersten Stunde mitgebracht. Und da hatte jede Person eben ein Buch, mit was sie auch gelesen hat. Und später haben wir dann aber auch genau noch weitere Analyse, die wir gelesen hatten. Ich hatte zum Beispiel auch mich dann weiter vertieft. Im Studium muss man ja auch immer Dinge abgeben, damit man da mit steht und so. Und da hatte ich eine kleine Abgabe geschrieben, auch über »Little Women«, wo ich unterschiedliche verglichen habe, und über »Anna Karenina«. Also weil ich es super spannend fand, wie wir es auch ein bisschen beim Cover Battle machen, unterschiedliche Titel von einem Buch sich anzugucken und dann erst intuitiv ranzugehen, welches finde ich dann einfach netter und dann vielleicht auch warum, wegen Farbgebung oder wegen Schriftart und so weiter.
Helen
Ja, ja und auch so ich weiß vor allen Dingen bei »Little Women« waren ja auch einfach viele so Details, dass das vielleicht ein bisschen blumiger war oder so.
Laura
Genau, aber ich glaube bei beiden Büchern, also sowohl bei »Anna Karenina« als auch bei »Little Women« haben wir ein Reel geteilt mit den verschiedenen Cover-Büchern.
Helen
Ja, das habe ich sogar gezeigt. Sehr gut.
Laura
Meine Dozentin war ganz begeistert, vielleicht folgt sie jetzt auch, ich weiß nicht. Aber die könnten wir auf jeden Fall beide mal verlinken. Dann kriegt man zumindest mal einen Eindruck, was es bei manchen Büchern für eine Vielfalt an Cover gibt, gerade halt bei denen, die schon ein bisschen älter sind.
Helen
Ja, finde ich super interessant. Irgendwie, also ich glaube, dann ließe sich auch bei uns noch viel mehr rausholen.
Laura
Ja, also ich finde es super schön, das auch einfach intuitiv zu machen. Also wenn ich jetzt in einen Buchhandel gehe, dann kommen jetzt auch nicht direkt alle Kriterien von dem Seminar, die ich da abarbeiten musste in der Analyse. Aber trotzdem achte ich jetzt auf so Sachen. Wie gesagt, die Komplementärkontraste oder bei der Schrift finde ich es auch ganz spannend. Es gibt ja Serifenschrift und serifenlose, also Serifen sind diese kleinen Haken an den Buchstaben. Zum Beispiel bei Times New Roman sind Serifen unten an den Buchstaben, aber bei Arial nicht. Und Times New Roman kann man wohl angeblich, das ist natürlich auch immer sehr subjektiv, besser lesen, wenn es gedruckt ist. Also dann sind Serifenschriften besser lesbar, angeblich, und in der digitalen Version serifenlose und dann haben wir da geguckt, sind deshalb vielleicht die E-Book-Cover anders und so weiter. Und da achte ich jetzt schon ein bisschen drauf.
Helen
Das kann ich dir richtig gut vorstellen. Ich finde es eigentlich auch ganz cool, weil ich bin ja auch so, ich gehe in die Buchhandlungen und also ich würde schon sagen, dass ich ein Buch nach dem Cover beurteile. Ich glaube, ich bin durch den Buchclub da voll voreingenommen. Ja, ich bin bei allem voll das Packaging-Opfer, wenn das möglich ist, dann bin ich dabei.
Laura
Aber zumindest kann man dann halt sagen oder sich so überlegen, warum habe ich das jetzt mehr angesprochen als was anderes.
Helen
Und dann kommt wahrscheinlich, dass du überlegst, was haben wir noch mal in dem Seminar gesprochen. Und für sowas finde ich es halt voll cool.
Laura
Genau und also ich hab das jetzt noch nicht so aktiv gemacht, aber ich hab es mir ganz stark vorgenommen. Es gibt da ja auch eine kleine Bewegung, jetzt hier kurzer Werbeblock. Wir haben ja im Buchclub auch immer das #NameTheTranslator und es gibt was Ähnliches, nämlich #PicturesMeanBusiness.
Helen
Das muss ich mir aufschreiben.
Laura
Ja, ihr könnt es auch gerne noch aufschreiben. Für Illustrator*innen, weil die natürlich auch leider nicht und manchmal sogar gar nirgends im Buch genannt sind. Gerade wenn Bücher bei großen Verlagen veröffentlicht werden, dann haben die Verlage halt ihre Haus-Illustrator*innen oder wie auch immer, die da angestellt sind, aber die nicht die Credits kriegen für jedes einzelne Buch. Das ist bei Selbstständigen dann oft wohl anders, laut dem, was ich zumindest in dem Seminar gelernt habe. Aber ich wollte jetzt wirklich mal gucken, dass ich explizit in Buchhandlungen gehe und mir mal Bücher aussuche, wo die Illustrator*innen genannt sind. Dann vielleicht auch etwas über die rausfinde. Und wer weiß, vielleicht finde ich ja auch Lieblingsillustrator*innen und nicht nur Autor*innen oder so. Das finde ich sehr schön. Genau.
Helen
Ja, mega gute Idee. Also ich bin tatsächlich so jemand. Ich lese immer vorne diese bibliografischen Angaben, die so ganz klein gedruckt und ein bisschen langweilig sind, aber ich finde es irgendwie immer voll gut. Spannend. Ja. Und da ist es manchmal genannt, aber das, was du eben gerade meintest, manchmal steht da eben einfach nur eine Agentur oder so und dann erfährst du ja auch nicht so viel mehr. Aber wo ich mich auf jeden Fall daran erinnere, wo ich über diese Angaben auf die Illustratoren gekommen bin, war bei »So wie du mich kennst« von Anika Landsteiner, und ich fand ja diese Bilder von der –
Laura
Ja, ich weiß das noch, das war so toll. Das war ja auch von einem wirklichen Bild, ich weiß nicht mehr gerade, wie es hieß, aber kann man bestimmt auch irgendwo nachlesen.
Helen
Vielleicht an der Stelle ein kleiner Werbeblock wenn euch ein Buch interessiert was wir in der Vergangenheit gelesen haben im Buchclub und ihr das nachholen möchtet, gibt’s eigentlich immer ja auch diese Zusammenfassung oder zumindest erstellen wir die nach und nach. Aber zumindest alle Links, die wir geteilt haben, findet ihr immer auf der Webseite. Und ich glaube, dass wir zumindest bei »So wie du mich kennst« auch diese Illustratorin – weil ich glaube, es gab ein Interview mit ihr und das hatten wir verlinkt. Und ich erinnere mich auf jeden Fall irgendwie, dass das Bild auch ein richtiges, was auch immer ein richtiges Bild ist.
Laura
Genau, eins, was man sich quasi auch so aufhängen könnte, also so kaufen könnte und ja, solche Cover liebe ich halt voll. Ich glaube auch dieses farbenfrohe da dran mochte ich sehr, aber das sieht ja auch aus wie gemalt und das hat mir voll gut gefallen. Und das war nicht zum Beispiel auch den Livestream mit Anika Landsteiner interessant, weil sie ja auch erzählt hatte, es waren verschiedene Cover im Gespräch und die hatten abstimmen lassen vom Verlag oder so? Welches würde besser ankommen oder irgendwie so was. Irgendwie so war es interessant. Und ein bisschen den Prozess dahinter. Und das zum Beispiel war auch, also das finde ich total spannend, dass es bei dem Buch eigentlich so ausgewählt wurde, weil in dem Seminar haben wir ganz viel darüber gesprochen, dass zum Beispiel wirklich, also Gemälde aus Museen oft halt für so Klassiker verwendet werden. Also was weiß ich, die Shakespeare Bücher oder so was, dass da oft Klassiker sind. Oder auch bei »Anna Karenina«, wie gesagt, das habe ich auch analysiert. Das haben wir ja mal als Ferienlager gelesen. Da gibt es auch die Klassiker, also natürlich gibt es mittlerweile auch die Filmversion und so, aber ein ganz ursprüngliches von den Oxford World’s Classics, ist mit einem Gemälde von einer Frau, von der man aber nicht weiß, wer diese Frau ist, aber das Bild heißt auch Unknown Woman, ist ganz bekannt. Also wenn man das googelt, dann findet man das auch. Und das fand ich in dem Sinne dann ja super spannend, dass in der Abstimmung rausgekommen ist, dass sie auch ein Gemälde benutzen, weil es oft für so super klassische Literatur verwendet wird. Und das war es ja nicht, aber ist ja auch schwierig, das so zu bewerten.
Helen
Ja voll und irgendwie finde ich auch eigentlich so die Vorstellung cool, dass man dann, weiß nicht, in ein Museum gehen kann und findet dieses Bild wieder.
Laura
Absolut, das kenne ich doch.
Helen
Also echt, ja ich glaube, das ist so eine Welt, in die könnten wir noch viel tiefer einsteigen. Vielleicht finden wir ja mal eine Buchillustratorin oder ein Buchillustrator, der mal in den Podcast kommen mag.
Laura
Aber das wäre toll. Absolut.
Helen
Falls das jemand hört und jemanden kennt: Sagt Bescheid.
Laura
Sagt Bescheid, genau.
Helen
Eine Sache habe ich jetzt natürlich doch vergessen. Hätte ich dir ja vorher erzählt. Wir wollen jetzt so ein bisschen passend auf zum Buch, nicht Buchcover, zum Podcastcover unsere Gäste auf ein Getränk quasi mitnehmen oder vielmehr die Gäste würden mich auf ein Getränk mitnehmen, weil ihr entscheidet, was wir gemeinsam trinken. Weil ich finde irgendwie die Vorstellung voll schön, dass wir so gemeinsam anstoßen. Das machen wir auch, wenn ich dran denke, eigentlich immer in den Buchclub-Treffen, den digitalen. Und also ursprünglich war mal die Idee für den Podcast auch, dass ich zu euch irgendwie komme und wir das live vor Ort aufnehmen. Durch Corona war das ziemlich schnell auch eher hinfällig. Aber auch jetzt, glaube ich, wäre es einfach auch wahrscheinlich oft schwierig zu managen, weil ihr ja an so vielen verschiedenen… Köln wäre jetzt noch machbar gewesen. Manchmal vielleicht ein bisschen schwieriger. Deswegen sind wir jetzt erstmal bei dem digitalen Format geblieben, treffen uns also digital, aber ich fände es trotzdem schön, wenn wir anstoßen. Und ich habe dir vorher gesagt, du kannst dich quasi überlegen, mit was wir anstoßen und wo wir uns befinden. Also vielleicht, ja, entführst du mich jetzt einmal in das Szenario, was du dir überlegt hast. Wo sind wir und womit stoßen wir an?
Laura
Okay, einen wichtigen Fakt, den ich eben noch nicht erzählt habe, ist zu diesem Seminar, das ich belegt habe oder zu meinem Studium, dass das während meines gerade stattgefundenen Auslandssemesters passiert ist. Und zwar war ich in Paris, also dieses Seminar war also wirklich, das ist jetzt nicht nur ausgedacht, ich war unterwegs. Und deshalb dachte ich mir, Ich lasse beim Getränk auch ein bisschen das Studentische hier heute bei unserer Aufnahme noch raushängen. Und so habe ich Mate mitgebracht – für alle, denen das nichts sagt: Es ist ein koffeinhaltiges Getränk. Nicht jede Person mag es. Ich mag es sehr gerne und das Studentische ist, dass wir uns damit irgendwie zum Picknicken hinsetzen würden und je nach Tageszeit und je nach Event. Aber ich dachte, Wir machen das jetzt einfach mal, weil wir beim Buchclub-Treffen ja auch oft Rezepte teilen für die Drinks dazu und nur diese Flasche zu öffnen, war mir jetzt ein bisschen zu langweilig. Und zwar ist Sekt-Mate gerade ein großes Ding in Studierendenkreisen, deshalb mischen wir Sekt und Mate und stoßen damit auf den Buchclub an.
Helen
Oh, das klingt irgendwie nach voll meinem Ding. Also ich trinke super gerne Mate. Ich muss sagen, ich trinke immer Club-Mate, du hast da ein anderes, gerade in der Hand, aber ich habe auch ehrlich gesagt noch nicht so viele ausprobiert, aber ich trinke halt auch ganz gerne mal, ich stoße gerne mal mit so einem Glas Sekt an, deswegen das werde ich auf jeden Fall ausprobieren.
Laura
Ich mache mal auf und dann stoßen wir imaginär auf jeden Fall an. Prost! Auf den Buchclub.
Helen
Genau. Ich finde auch die Vorstellung schön, dass wir ein Picknick machen. Da habe ich jetzt überlegt, ob wir das vielleicht wirklich mal jetzt im Buchclub machen.
Laura
Das wäre schön. Ich meine, in Paris – ein kurzer Werbeblock – also man kommt super mit dem Zug hin, gerade aus dem Rheinland, aber vielleicht ist es trotzdem schwierig für ein Buchclub-Treffen, aber so irgendwo am Rhein, der fließt ja auch an vielen Orten entlang. Aber wenn natürlich auch eine lustige Vorstellung, wir treffen uns dann und dann am Eiffelturm zu einem Picknick. [unverständlich]
Helen
Ich wäre dabei.
Laura
Ja, voll gut.
Helen
Aber ich finde es irgendwie auch gerade superwitzig, dass du erzählst, weil das hatte ich zum Beispiel nicht auf dem Schirm, dass du ein Auslandsemester gerade erst gemacht hast, weil ich ja in meinem Teilzeitjob in einem Bereich arbeite. Glaube, ich hatte dir das schon mal erzählt und auch eine Veranstaltung, diese virtuelle Messe dazu geteilt. Aber mein Job ist es im Grunde, Menschen Lust auf ein Auslandssemester zu machen. Und da habe ich auch ein bisschen das Gefühl, so meine Secret Mission, wie ich selber ja auch im Auslandssemester war und das liebe. Aber cool, dann hat das wirklich geklappt.
Laura
Ich habe ja auch schon mal an so einer Veranstaltung teilgenommen. Also du hast mir da mal Links zukommen lassen.
Helen
So eine virtuelle Messe oder was?
Laura
Genau. Richtig cool.
Helen
Ja auch da haben wir ja gerade einen Podcast aufgenommen. Also falls ihr überlegt ins Ausland zu gehen, hört auch da gerne mal in einen der studieren-weltweit-Podcasts rein. Das hat echt auch viel Spaß gemacht.
Laura
Ach hast du auch da schon rein gehört?
Helen
Bin so ein bisschen im Podcast game.
Laura
Voll gut. Vielleicht kommt das nachher noch weiter raus.
Helen
Richtig schön. Also Auslandssemester finde ich lohnt sich immer oder überhaupt?
Laura
Absolut, ja.
Helen
[An dieser Stelle folgt in der Aufnahme ein Hinweis auf die Schmökerrunde.] Du hattest mir jetzt vorher erzählt, auch schon bevor wir die Aufnahme, also auch schon bevor wir überhaupt die Aufnahme geplant hatten, dass du Art Nights machst, als quasi so Studenten-Nebenjob, finde ich mega cool. Ich habe nämlich mal eine gemacht, wahrscheinlich vor Corona, ich weiß nicht, also irgendwie gefühlt schon hunderte Jahre her. Und da haben wir, Was haben wir denn da gemacht? Irgendwie so, ich kann mich erinnern, dass ich ein Zitat, ich glaube von Frida Kahlo hatte und irgendwie glaube ich mit Wasserfarben oder irgendwie so. Ich weiß gar nicht mehr so genau, was das Thema war. Hat voll Spaß gemacht auf jeden Fall.
Laura
Also für alle, die es nicht kennen, Art Nights sind Mal-Events, keine Mal-Kurse, keine zusammenhängenden zehn Events, sondern ein Abend, den ihr buchen könnt, und dann in eine Gastronomie geht und ein Bild malt, was ihr euch vorher überlegt habt. Also alle malen ein Motiv, aber ich finde das schönste immer, wenn dabei dann am Ende 15 ganz unterschiedliche Varianten bei rauskommen, eben nicht so wie in der Grundschule, dass jeder genau die gleiche Sonnenblume hat. Das ist eigentlich fast immer mit Acrylfarbe, aber kann auch gut sein, dass es bei dir mit Wasserfarbe war, aber auch wenn man die Acrylfarbe irgendwie doll verdünnt kann man so Effekte erzielen. Und es gibt ganz ganz viele Motive, genau, Frida Kahlo gibt es auch immer noch, also es wechselt auch immer so ein bisschen saisonal. Ja und macht ganz ganz viel Spaß, man muss ja auch von irgendwas leben beim Studieren. Ich studiere nicht nur Kunst eben als Studium, sondern es ist irgendwie immer schon mein größtes Hobby und deshalb war das ganz naheliegend. Dann auch als es langsam wieder ging. Also seit gut zwei Jahren jetzt fahre ich dann in Gastros meiner Wahl und gebe da diese Abende.
Helen
Ach, die kannst du sogar selber dann auswählen?
Laura
Ja, ich kann das Motiv auswählen und ich kann die Gastronomie auswählen.
Helen
Das ist ja richtig cool.
Laura
Ja, es macht auch einfach super, super viel Spaß. Und es ist immer schön, wenn meistens kommen halt Menschen, die sagen, oh ich schaffe es mir sonst nicht in meinem Alltag mir so die Zeit zu nehmen, zu malen. Und auch wenn ich wirklich super viel male, kenne ich das trotzdem auch. Und das ist das Schönste, wenn sie dann am Ende, ich meine, vielleicht sogar sehr zufrieden mit ihrem Bild sind, aber es ist gar nicht mein erstes Ziel, sondern dass sie einfach sagen, oh, das waren tolle drei Stunden und ich habe mir die Zeit genommen und ich hoffe, ich kriege das zu Hause noch mal hin. Und wenn nicht, dann buche ich halt noch mal eine Art Night. Und dass sie da irgendwie so einen Wachstumsprozess hatten. Das ist immer super schön, ja.
Helen
Voll cool. Also das finde ich richtig schön. Jetzt habe ich gerade direkt gedacht, das wäre natürlich cool, wenn man das so aufs Lesen übertragen könnte, aber also ging ja bestimmt, dass man sich irgendwo so drei Stunden einschließt und einfach liest, aber dann würde auch so ein bisschen das zu kurz kommen, was ich bei der Art Night cool finde. Man ist, man macht das so gemeinsam, man bekommt ja auch was erklärt.
Laura
Genau, man isst dann noch mal was, man trinkt was, aber wir stoßen hier gerade auch an.
Helen
Ja, genau. Also eher so vielleicht vergleichbar mit unserem Buchclub-Treffen, wo wir über die Bücher sprechen, als dass wir gemeinsam lesen.
Laura
Absolut. Ich meine, man könnte noch eine Rubrik einführen beim Buchclub-Treffen, dass
Helen
Gut, wir hatten ja auch schon, genau, irgendwie so, oder dass wir alle, was heiße ich, aber ich glaube, wir hatten ja auch schon die Kochabende und so, also das sind ja schon viele ähnliche Events.
Laura
Genau, das mache ich auf jeden Fall, das macht immer sehr viel Spaß. Das ist halt unterwegs und da male ich dann auch live mit und habe die Bilder, aber ich male auch zu Hause ganz, ganz viel. Und immer das irgendwie, natürlich auch das Lesen mittlerweile, aber das Malen war noch vor dem Lesen und früher, es war immer so das Erste, was mich abends runtergebracht hat und so weiter. In meinen Künstlerinnenträumen fange ich gerade so ein bisschen damit an, also es war immer schon so, dass mal Verwandte und Familie und Bekannte und gefragt haben, kannst du das vielleicht mal mal in so ein bisschen Auftragsarbeiten und so. Genau und jetzt langsam habe ich auch mal Lust, vielleicht Postkarten habe ich gerade schon mal angefangen und so ein bisschen immer, was ich dann auch gerne auf die Art Nights mitgebe und irgendwie so in die Hand drücke, falls Leute mich wiederfinden wollen und so. Es gibt in ganz vielen deutschen Städten, natürlich in so großen wie Köln und Bonn, aber auch in kleineren. Ich kann es nur empfehlen.
Helen
Ja, genau. Schaut auf jeden Fall mal vorbei. Ich hatte da auch echt viel Spaß dran und ich zeichne, also ich male oder zeichne sonst jetzt nicht, aber ich habe es dank der Anleitung halt auch hinbekommen und es hat einfach irgendwie Spaß gemacht. Es ist ja auch einfach total cool, finde ich, mal sowas Neues auszuprobieren und einfach auch mal sich die Gelegenheit zu geben, in irgendwas nicht so gut zu sein. Das ist einfach mal zu testen und mal zu schauen, ob das vielleicht was sein könnte. Man muss ja nicht immer direkt dann, keine Ahnung, wenn man ein neues Instrument lernt oder so, dann direkt ein Konzert geben oder so. Man kann es ja auch einfach so zum Spaß machen.
Laura
Das finde ich so wichtig, dass du das sagst. Und ich finde das eigentlich auch voll den schönen Vergleich, glaube ich. Den merke ich mir für die nächste Art Night, weil manchmal kommen Menschen und sagen zwar, also es gibt auch so pädagogisch intraindividuellen und inter, also ob man sich mit sich selbst vergleicht vor drei Stunden oder mit anderen im Raum, aber du weißt ja nie, vielleicht sitzen neben dir die Grafikdesignerin. Natürlich macht die das gerade besser in großen Anführungszeichen, aber wie schön ist es einfach, dass du dir gerade die drei Stunden nimmst und es ist definitiv, wahrscheinlich besser mit Anleitungen, als wenn du es sonst alleine und ohne alles machst. Und wie ein Instrument, da stecken Jahre Arbeit hinter. Und auch manchmal sagen mir oder anderen Leuten irgendwie so, ich würde das auch gerne. Und wie auch immer. Ja, aber ich male, seit ich mich denken kann. So natürlich entwickeln sich da irgendwann Skills. Und bei einem Instrument kann man ja auch nicht direkt los spielen. Und das ist irgendwie das Schöne beim beim Malen oder auch beim Lesen. Du kennst das ziemlich direkt, aber natürlich dauert das, bis eine Routine reinkommt und so weiter.
Helen
Ja voll. Also ehrlich gesagt muss ich da gerade auch total ans Lesen denken. Bevor wir uns quasi in Zoom getroffen haben, habe ich die Buchclub-Post für morgen geschrieben und auch so ein bisschen zu diesem Thema. Also ich hatte was in der »Flow« gesehen. Ich weiß gar nicht, ob ich das jetzt richtig zitieren kann, aber es war irgendwie viel wichtiger, als sich quasi so vorzunehmen, irgendwie demnächst alles anders zu machen, sind so kleine Rituale. Und ich finde, das passt auch so zu dem, dass ich das so oft mitbekomme. Also ich finde, im Buchclub gibt es einmal so die Kategorie, die eh schon echt viel liest, Weil die das auch schon seit Jahren so machen. Und die, die sich vielleicht eher inspirieren lassen und denken, irgendwann bin ich auch so weit. Irgendwann kann ich ja auch so viel lesen. Aber meistens kommt ja nicht der Moment, wo du so aufwachst und dir denkst, jetzt lese ich jede Woche ein Buch oder so.
Laura
Ich glaube, das schreckt auch eher ab, wenn man das von der Perspektive, also genauso wie wenn man sich jetzt vornehmen würde, ich nehme jetzt jede Woche Zeit, ein Bild zu malen, dann fängt man vielleicht auch nie an. Und beim Lesen denke ich auch, wenn du einfach kleine Zeitfenster nutzt und hier und da mal ein paar Seiten liest, kommst du viel weiter, als wenn du dir denkst, wenn ich das Projekt auf der Arbeit abgeschlossen habe, wird es ruhiger, dann habe ich viel mehr Zeit, dann wird alles anders oder nächstes Jahr fange ich damit an, am Ersten.
Helen
Deswegen finde ich das total sinnvoll und gerade bei dieser Art find ich wirklich den Faktor, du hast eine Anleitung wichtig, weil bei mir kommen sonst ganz schnell Frustgefühle auf, wenn ich, ich weiß ja gar nicht, wie ich was machen muss.
Laura
Ja klar, woher auch. Aber das finde ich auch so schön, um quasi wieder auf das Buchthema zu kommen. Ich weiß, am Anfang, als ich bei dem Buchclub Mitglied geworden bin, bist du dann ja auch, also du wächst immer noch oder ihr als Club oder wir als Club, ganz, ganz doll, aber da habe ich mich auch oft so verglichen, weil, wie gesagt, am Anfang habe ich es, glaube ich, kurz erwähnt. Ich lese schon immer und auch immer gerne, aber ich lese halt so zwei Bücher im Monat. Am Anfang kam dann ganz viel und irgendwie ganz viel und dann dachte ich, oh ich muss jetzt auch ganz viel, aber ich habe halt auch irgendwie noch den Ausgleich malen und so und das ist so perfekt bei dem Buchclub. Das sagst du auch immer wieder, das soll inspirieren und es ist entspannt und es ist auch gar nicht schlimm, wenn man mal nicht mitliest und es gibt ja sogar diese tolle neue Option, dass auch wenn man nicht Mitglied ist, dass man trotzdem irgendwie, wenn man dann doch mal mitgelesen hat, bei einem Treffen dabei sein kann und so. Und es ist so ein total schöner, sag ich, Zugang ohne diesen Druck. Und jetzt entschleunigt ihr es ja auch noch ein bisschen mehr. Also für mich als nicht so schnelle Leserin ist das ganz perfekt.
Helen
Ja, das freut mich total, weil irgendwie diese diese. Also ich habe das jetzt auch schon länger als Druck empfunden. Und ich habe aber diese Vorstellung davon, es zu reduzieren, schon lange. Und mich einfach nicht getraut, weil ich irgendwie dachte, weiß ich nicht. Einerseits auch so ein never change a running system. Es funktioniert ja gut. Wir machen das jetzt schon so lange so. Aber auch weil ich nicht wusste, wie das so ankommt und ich mich auch immer noch sehr viel nach außen hin irgendwie orientiere. Würde ich auch gerne ändern, aber wir sind ja alle nur Menschen. Und dann irgendwie dachte, aber wer weiß, wie das ankommt. Aber ich habe echt super viel positives Feedback bekommen und schon als die Entscheidung so getroffen war, als ich gesagt habe, wir machen das jetzt so, dachte ich, also ich war direkt so voll erleichtert. Ich dachte, das nimmt irgendwie so voll den Druck einfach aus, wie du sagst. Glaub ich. Ja, das ist mir wirklich wichtig, dass man nicht jetzt in den Buchclub kommt und sich denkt, oh mein Gott, das kann ich jetzt nicht auch noch schaffen, weil wir haben alle genug zu tun.
Laura
Absolut und das ist es ja auch gar nicht und ich finde die Weiterentwicklung total schön. Ich weiß vor, ich weiß gar nicht wann es war, als es noch die alte Schmökerrunde war, bin ich da dann irgendwie beigetreten und dann waren es jetzt zwei Bücher im Monat. Und dann habe ich halt gemerkt, das habe ich schon manchmal nicht hinbekommen. Und ich habe halt gar nicht mehr andere Dinge gelesen, sondern nur Buchclub-Bücher. Dann war mir das dann irgendwie zu viel. Dann wurde es umgemodelt und jetzt wieder quasi die Weiterentwicklung. Also ich finde es richtig schön zu sehen, wie sich das so weiterentwickelt. Und es ist ja trotzdem allen offen, 20 Bücher zu lesen.
Helen
Ja, genau. Also genau, wir halten ja niemanden davon ab.
Laura
Nee, genau. Aber dass du oder ihr als Team da auch einfach ein bisschen den Druck rausnehmt, ich finde das nur sinnvoll.
Helen
Ja, freut mich auf jeden Fall. Ich bin auch total froh, dass wir das jetzt so machen.
Laura
Ja.
Helen
Was, ich überlege gerade, ach so, genau, du hattest mir vorher auch noch gesagt, das hatte ich jetzt gar nicht so auf dem Schirm, Aber das kannst du ja vielleicht noch mal, wo man dich überall finden kann, weil du gesagt hast, du hast jetzt auch einen Etsy Shop. Aber vor allen Dingen würde man wahrscheinlich ja erst über dein Instagram Account irgendwie auf dich stoßen.
Laura
Also ich heiße laurarts.de, also Laura quasi, aber nur ein A, und am Ende arts und DE. Das DE war ganz ambitioniert. Ich habe theoretisch eine Website, die ich mir mal gebaut habe, die aber noch nicht so bespielt ist. Aber ihr findet auf dem Profil dann Link und da geht es auch zu Art Nights. Ihr könnt aber auch einfach Art Nights selbst eingeben, die Stadt eurer Wahl. Und wenn es zufällig Köln ist, dann kann man da auch Laura filtern und gucken, welche ich so angebe. Genau. Oder bei dem Link in dem Profil oder dann auf dieser Website ist dann auch ein Etsy-Link, wo man dann Sachen findet, wie gesagt, bis jetzt Postkarten, die ich ein bisschen zusammengestellt habe. Aber ich hoffe, vielleicht auch mal so ein bisschen Malanleitung, weil ich so ein bisschen die Idee habe, dass ich es schön finde, wenn man das zum Beispiel trotzdem auch von zu Hause machen könnte, weil ich von vielen, auch mehr so Drinnies – bin ich selbst auch gerne und oft –, höre oh und da da hingehen und alleine sowieso nicht und hm, genau, also da findet ihr mich überall und natürlich immer mal wieder in den Kommentaren im Buchclub.
Helen
Ja, genau, da findet man dich auf jeden Fall auch. Falls ihr jetzt nicht ganz mitbekommen habt, wie der Account heißt, ich hab’s auch nochmal in den Shownotes verlinkt. Da kommt ihr direkt zu Laura. Sagt auf jeden Fall auch mal hallo, sagt, wie euch die Folge gefallen hat.
Laura
Gerne, gerne.
Helen
Der Podcast ist ja vor allen Dingen auch dazu gedacht, dass ihr euch untereinander ein bisschen kennenlernt.
Laura
Voll schön, ja, es ist gerne, gerne. Ich freu mich.
Helen
Was mir eben, als du so erzählt hast, eingefallen ist, also ich glaube, du bist einfach generell ein mega kreativer Mensch, weil das fand ich so eine super coole Idee. Du hattest letztes Jahr, ich glaube, letztes Jahr war schon die zweite Auflage, ich glaube, du hast im Jahr davor angefangen, quasi selber einen Adventskalender aufgenommen für Freundinnen, glaube ich, Und hast denen etwas vorgelesen, also jeden Tag so einen Ausschnitt aus einem Buch?
Laura
Genau, das erste Mal habe ich das mit unserem Buchclub-Buch gemacht, und zwar »Die Zeit der Weihnachtsschwestern«, haben wir gelesen. Und ich verschenke sehr gerne immer schon Adventskalender, weil es mir irgendwie so ein bisschen den Druck nimmt, am 24. Dezember Geschenke fertig haben zu wollen. Und deshalb habe ich dieses Buch so ein bisschen, wie wir es auch Buchclub-mäßig machen, nur in mehr Kapitel unterteilt, in dem Falle 24. Das waren bei dem Buch glaube ich 31, also ich habe einfach ein paar Tage mehr als ein Kapitel gelesen, irgendwie sonntags oder so. Und das habe ich aufgenommen und dann, lieben Menschen, geschickt. Und das kam sehr, sehr gut an. Und das habe ich dann letztes Jahr, also 2022, nochmal gemacht. Genau, und war super schön. Ich kann es nur weiter empfehlen. Alle haben sich so sehr gefreut und auch für mich selbst war es super schön. Genau, ich studiere Sonderpädagogik, habe ich ja schon gesagt, und werde mal Deutschunterricht und Kunstunterricht geben. Und auch da wird immer wieder die Wichtigkeit von Vorlesen betont. Nicht nur für Kinder, sondern auch erstmal für einen selbst zum Üben, zum Rezipieren. Man lernt es noch viel mehr oder liest manchmal das Geschriebene, wenn man es auch spricht. Und es war auch für mich super schön, das irgendwie vorlesen zu können. Nur positive Rückmeldung und natürlich war es jeden Tag so ein bisschen ja nicht Arbeit, aber ich konnte halt nicht sagen, auch heute halt mal nicht. Aber es hat mega viel Spaß gemacht und theoretisch könnte man sich das ja auch aufteilen. Also weiß nicht, wenn man es seinen Eltern schenkt und Geschwister hat, dass man halt nur alle paar Tage und dann hat man auch wie einen kleinen Buchclub und redet noch darüber oder so. Also ich habe irgendwann das schon mal für mich selbst gemacht, dass ich ein Buch eingeteilt habe und auch früher hatte ich so Adventskalender die man so auftrennen konnte an den Seiten. Ich weiß nicht ob dir das was sagt, das gab es so mit »Freche Mädchen« und so. Die waren so perforiert und man konnte jeden Tag eine Seite auftrennen. Die hatte ich früher immer. Ja, wirklich. Und da war dann so ein bisschen die Inspiration dahinter, dass ich dachte so, oh, und weiterentwickeln und irgendwie als Hörbuch. Ja, es war richtig, richtig schön.
Helen
Voll cool. Also, finde ich total die tolle Idee. Also, ich meine, das trainiert ja auch so ein bisschen die Vorlese-Skills, weil ich stocke ganz schnell, sobald ich versuche, was vorzulesen. Ich könnte mir vorstellen, dass das ja auch einfach hilft. Aber es ist so was persönliches, die eigene Stimme und du nimmst dir die Zeit dafür und so. Finde ich richtig cool. Also wer im Hochsommer schon mal Weihnachtsgeschenke sucht, eine Idee.
Laura
Nein, das war echt schön und gerade auch, weiß nicht, auch mit Kinderbüchern geht es jetzt zum Beispiel, weil die kürzer sind. Und so bin ich ja auch darauf gekommen, weil wie gesagt im Studium so Lautleseverfahren, wenn man laut liest, oder Vielleseverfahren, wo es wirklich mal darum geht, halbe Stunde und viel lesen und dadurch lernen und so. Und das war super schön.
Helen
Megaspannend. Also ich finde das Studium klingt auch einfach mega spannend. Aber manchmal finde ich halt, also mir geht es zumindest so, man hört dann Sonderpädagogik und das hört man ja auch jetzt nicht so selten, aber eigentlich habe ich gar keine Vorstellung davon, was es genau bedeutet. Und ich finde so Begriffe gibt es voll häufig. Dann denkt man so, ah ja, ja, kenn ich, aber eigentlich nicht.
Laura
Ja, total. Es gibt ja auch also Heilpädagogik, wird ja oft auch gesagt, oder Heilerziehungspflege. Wird häufig als Synonym verwendet, ist es aber nicht ganz, weil da geht es wirklich eher um Pflege und um Arbeit in Werkstätten. Genau. Und dann gibt es quasi Sonderpädagogik als Abtrennung, dass es eben in der Schule oder in schulischen Institutionen, das kann auch in der Beratung sein oder so weiter. Ich diagnostiziere aber nicht oder werde es nicht. Dafür gibt es dann ja wiederum Psycholog*innen oder ähnliches. Sie arbeiten alle so ein bisschen verzahnt, aber es geht genau um Pädagogik für Menschen mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen und das brauchen wir eigentlich alle und verschiedene Zugänge.
Helen
Ja, voll. Da fällt mir auch ein, ich weiß nicht, ob du davon schon mal gehört hast und ich weiß auch gar nicht mehr so genau, wie ich darauf gekommen bin. Ich glaube, ich hatte ursprünglich, also weißt du, wenn du so in so einem, wie nennt man das, so ein, ich will sagen Rattenloch, aber ich glaube, das ist es nicht, aber du fällst in so ein Loch und nach drei Stunden denkst du so, wie bin ich hier gelandet? Ich hatte ursprünglich gegoogelt, glaube ich, Ausbildung zur Buchhändlerin, weil ich dachte, vielleicht mache ich das. Ich habe dann aber auch gesehen, dass das drei Jahre dauert und in drei Jahren sehe ich mich auf jeden Fall woanders. Deswegen dachte ich, dafür habe ich jetzt gerade keine Zeit, aber das fände ich auf jeden Fall super spannend. Ja, also ich hätte auf jeden Fall Lust, mal so tiefer in die Buchwelt einzutauchen. Aber dadurch bin ich auf eine Weiterbildung, glaube ich, war das gestoßen, die hieß Literaturpädagogik. Und ich dachte direkt, wow, das hört sich ja super interessant an. Und was ich vor allen Dingen daran fand, war, dass, egal wo ich das gefunden habe, richtete sich das anscheinend eher an Kinder. Aber eigentlich, ehrlich gesagt, finde ich, dass das auch ein Thema für Erwachsene ist. Und dachte ich erst so, vielleicht mache ich diese Weiterbildung und modele das irgendwie so ein bisschen dann für den Buchclub um. Aber auch das war irgendwie ein längerfristiges Unterfangen. Und ich muss manchmal echt aufpassen, dass ich nicht zu viel vornehme. Aber hast du schon mal von Literaturpädagogik gehört?
Laura
Also der Weiterbildung oder ähnliches nicht, aber ich habe auch Literaturpädagogik, aber auf jeden Fall literarische Bildung im Studium. Das sind dann so, also ich stelle es mir unter dieser Weiterbildung auch so vor, dass man vielleicht Konzepte und Methoden übt, um zum Beispiel die Motivation zum Lesen, aber generell auch die literarische Bildung ist ja nicht nur das Lesen, sondern erst mal alle Medien, die irgendwie literarisch sind. Es können auch Geschichten sein oder teilweise Filme, aber meistens halt mit einer Buchvorlage oder einer schriftlichen Vorlage und dann so Anschlusskommunikation, wie man das behandeln kann. Also das ist in der Schule natürlich so was Klassisches wie die Lesenacht, in die Bücherei gehen, eine Schnitzeljagd, was weiß ich, ein Theaterstück, Kostüme anprobieren, aber auch so Sachen, wie ich glaube klassisch kennt auch jede Person, irgendwie Lesetagebuch oder Portfolio, das gibt Lesetandems, das ist dann nicht so wie so ein großer Buchclub, sondern irgendwie mit zwei Schüler*innen zusammen. Also ganz, ganz viel in die Richtung oder auch online fällt mir gerade ein, dass es, das kam auch zu Corona, wie so vieles, noch ein Hashtag, #bookfaces, kommen wir auch wieder ein bisschen zu dem Book Cover, da war der Trend und es haben auch viele Kinder gemacht, zum Beispiel zur literarischen Anschlusskommunikation, Es geht immer darum, nicht nur das Buch zu lesen, sondern irgendwie noch eine Handlung danach zu machen. Da wurden Bücher, also ich hab gerade, es ist schwierig, das zu erklären in einem Podcast, aber ich halte jetzt mal ein Buch hin. Das halte ich vor meinem Gesicht. Bei dem ist das jetzt schwierig, weil es einfach ein Buch ist, was ich gerade gegriffen habe, aber die Fotos, die Bookfaces, waren dann so, dass mein Körper mit dem Cover auf dem Buch verschwimmt. Also es war quasi so die künstlerische Challenge, auch zu Corona-Zeiten, dass Leute sich zuhause hingesetzt haben und Bookcover weitergemodelt haben. Also nicht, dass das Bookcover endet mit dem Buchrücken und diesem Viereck, sondern da irgendwie weitergeht. Und da gibt es ganz, ganz viele tolle Beiträge und das habe ich zum Beispiel auch schon mal mit Schüler*innen gemacht und so. Also vielleicht geht es um sowas ja auch in der Weiterbildung, aber ja.
Helen
Ja, ich glaube, es ging auf jeden Fall in so eine Richtung. Ich fand es mega spannend und ich finde, es würde voll zum Buchclub passen, weil wir ja eh schon sagen, wir lesen nicht nur, sondern im Grunde erfahren wir das Buch. Ich weiß nicht, ob du da mitgelesen hast oder das gesehen hattest, aber es hat mich gerade auf jeden Fall erinnert an »Kim Jiyoung, geboren 1982«. Da hatten wir doch so einen Post, nee, auch einen Reel gemacht, wo alle das Buch vors Gesicht gehalten haben. Aber da würde wahrscheinlich nochmal mehr mit passieren.
Laura
Genau, da sind oft noch mehr Sachen drin, aber genau das ist es und…
Helen
Okay, hätten wir mal den Hashtag benutzen sollen.
Laura
So, vielleicht kannst du ja noch verarbeiten, nein. Also mal bei #bookfaces vorbeischauen, ne? Genau.
Helen
Okay, muss ich gleich mal machen, klingt richtig gut.
Laura
Ja, cool.
Helen
Also ich meine, vielleicht mache ich diese Weiterbildung noch oder vielleicht auch da. Vielleicht gibt es jemanden im Buchclub, der sich da besser mit auskennt, rauskennt, weil irgendwie fand ich, dass ich das total cool anhörte und wie etwas, das eigentlich, finde ich, nicht im Kindheitsalter aufhören muss.
Laura
Nee, das stimmt. Absolut nicht. Das habe ich generell bei so Pädagogik als auch, habe ich ja gerade schon mal gesagt, mit Kinderbüchern. Ich finde, jeder sollte sie immer weiterlesen und es sollte nicht im Kinderalter aufhören.
Helen
Ja, voll. Voll. Aber es ist manchmal halt einfach schwierig, so mit dem Alltag zu verbinden. Wäre auf jeden Fall cool, wenn wir so im Buchclub das schaffen, dass man sich vielleicht nochmal ganz anders einlässt auf ein Buch und das auch eben anders erlebt. Ich werde mal bei #bookfaces vorbeischauen, finde ich total cool. Und das andere, was du eben meintest, das musst du mir glaube ich doch nochmal schicken. Ich weiß nicht, ob ich es richtig aufgeschrieben habe. Picture, memes, Business?
Laura
Nee, für die Illustrator*innen. Ja, #PicturesMeanBusiness. Mean Business, ja.
Helen
Also schaut auch da mal vorbei.
Laura
Gerne, gerne.
Helen
Laura, ich fand das richtig, richtig toll. Das hat mir voll gut gefallen. Ich finde, wir könnten da noch viel weiter zu ausholen.
Laura
Oh ja. Und ich bin jetzt, jetzt werde ich auf jeden Fall nochmal mehr ein Auge auf deine Analysen zu den Buchcovern haben. Du kannst das noch mal ganz anders ausarbeiten als wir. Du hast da viel mehr auch an Hintergrundwissen. Aber vielleicht achten wir ja jetzt auch so ein bisschen genauer darauf.
Helen
Vielleicht gar nicht so sehr, was das Cover ausmacht, aber einfach, warum wir zu einem Cover tendieren und zu einem anderen nicht. Also was daran uns vielleicht mehr anspricht. Sind es die Farben? Sind es die Schriften? Sind es die Elemente? Finde ich Cool, wenn das das Ergebnis unserer Folge wäre, dass wir so ein bisschen mehr darauf achten.
Laura
Oh ja, das finde ich auch cool.
Helen
Dann würde ich sagen, wir picknicken jetzt in Ruhe zu Ende und sagen für diese Folge aber erstmal Tschüss. Ich danke dir sehr, dass du dir die Zeit genommen hast und uns so ein bisschen mitgenommen hast in dein Analyseseminar in die Welt der Sonderpädagogik.
Laura
Gerne, gerne. Ich hoffe, die Leute hatten Spaß beim Podcast. Oh, ich bin auch noch am Ende für eine letzte Sache: Neuer Podcast, nachdem ihr diesen gehört habt. Mona Ameziane hat einen neuen Buchpodcast gelauncht. Den habe ich eben auch reingehört. Große Empfehlung, bei der war ich auch schon mal auf einer Lesung hier in Köln. Also einfach weiter die Buchspirale bei den Podcasts durchsuchen.
Helen
Ja, da gibt’s ja echt dann auch [unverständlich]. Und dann hört man jedes Mal von Büchern, die spannend klingen und so. Ja, ja.
Laura
Setzt euch auf jeden Fall nicht unter Druck. Hört einfach auch ein bisschen aufs Bauchgefühl, welches Buch euch gerade anspricht und nehmt euch nicht so viel auf einmal vor. Soll Spaß machen.
Helen
Genau, das ist das Wichtigste.
Laura
Danke für die schöne Aufnahme.
Helen
Danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast.
Laura
Bis dahin.
Helen
Bis dahin.




