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Daniel Speck über »Yoga Town«: Beatles-Ashram, Hippie-Trail und die Frage nach den Wurzeln

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Podcast · Folge 52

Daniel Speck über »Yoga Town«: Beatles-Ashram, Hippie-Trail und die Frage nach den Wurzeln

Ein kosmischer Plattenladen, ein halbes Jahr Karteikarten an der Wand, eine Yogalehrerin mit einem inneren Fremden – und ein Menü mit Mangolassi, Chai Latte und veganem Thali

3. Dezember 2023 · 56 Minuten · Ganze Folge hören ↓

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Diese Folge ist Teil einer bezahlten Kooperation mit dem S. Fischer Verlag zu »Yoga Town« – zusammen mit dem Gespräch im Bulli auf der Frankfurter Buchmesse 2023, von dem in der Folge die Rede ist. Diese Seite gibt wieder, was in der Folge gesagt wurde.

Stand heute

Das Gespräch ist im Herbst 2023 aufgenommen, kurz nach der Frankfurter Buchmesse. Die Lesereise, von der Daniel Speck erzählt, ist im Frühjahr 2024 zu Ende gegangen; die Termine, die damals in den Show Notes standen, verlinken wir deshalb nicht mehr. Im Februar 2026 ist sein neuer Roman »Villa Rivolta« erschienen.

Ein paar Wochen vorher saßen Helen und Daniel Speck in einem alten Bulli auf der Frankfurter Buchmesse, mit lauter Musik. Jetzt hat sie »Yoga Town« zu Ende gelesen und will es genauer wissen: Wie entsteht so ein Buch? Daniel Speck erzählt von einem Ashram, der im Dschungel von Rishikesh vor sich hin träumt, von einem Freund, der in den 70ern mit einer Krautrockband über den Hippie-Trail gefahren ist, und von einem Handwerk, das er an Filmhochschulen unterrichtet. Er erklärt, warum ihn bei jedem Buch jemand nach seinen Wurzeln fragt, was Lucy gegen Therapie hat und er nicht, und was es zu essen gäbe, wenn wir »Yoga Town« im Buchclub lesen. Vorsicht: Beim Hören kannst du gespoilert werden.

Daniel Speck

Schriftsteller und Drehbuchautor · München

Daniel Speck wurde 1969 in München geboren, studierte Germanistik und Filmgeschichte in München und Rom und absolvierte die Drehbuchwerkstatt der Hochschule für Fernsehen und Film München. Sein Drehbuch zu »Meine verrückte türkische Hochzeit« (2006) wurde mit dem Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet; es folgte unter anderem »Maria, ihm schmeckt’s nicht!«. Sein erster Roman »Bella Germania« (2016) wurde verfilmt, danach erschienen »Piccola Sicilia« (2018), »Jaffa Road« (2021), das kulinarische Reisebuch »Terra Mediterranea« (2022), »Yoga Town« (2023) und »Villa Rivolta« (2026). Das Handwerk des Geschichtenerzählens unterrichtet er seit Langem an Filmhochschulen. Er lebt in München.

Der kosmische Plattenladen

In »Yoga Town« gibt es die Idee eines kosmischen Plattenladens: Ein Musiker wirft einen Trip ein oder meditiert, betritt einen imaginären Laden mit aller Musik der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, zieht eine Platte heraus, bringt sie zurück auf die Erde – und hat einen Hit. Daniel Speck sagt, für Autor*innen gebe es dieselbe Idee in abgewandelter Form. Borges habe sich das Paradies als große Bibliothek vorgestellt, und die Kreativitätsforschung kenne den Gedanken, dass die Geschichten in einem Raum der Ideen schon da sind und man diesen Raum nur knacken muss. Es habe mit Offenheit zu tun, mit Empfangen, mit Augen und Ohren offen halten.

»Yoga Town« ist aus mehreren solchen Impulsen entstanden. Der eine war seine eigene Reise nach Rishikesh, wo er den Beatles-Ashram entdeckte, der dort im Dschungel vor sich hin träumt – eine faszinierende Location, die er beschreiben und wieder zum Leben erwecken wollte. Der andere war ein Freund: Roman Bunka von der deutschen Krautrockband Embryo, der in den 70er-Jahren mit anderen Musikern über den Hippie-Trail bis nach Indien gefahren ist. Darüber wurde ein Film gedreht, mit Aufnahmen, wie sie mit dem Bus durch unfassbare Landschaften fahren, bei Sandsturm, und mit den Leuten, die sie unterwegs treffen, Musik machen. Was ihn daran fasziniert hat: die Offenheit, mit der man einander begegnete – „Wow, was hast denn du für ein Instrument? Lass uns mal zusammen probieren.“ Eine Unschuld, die verloren gegangen sei. Dazu kommen seine eigene Meditationspraxis, Dinge aus dem Freundeskreis und der Kindheit, und die Musik der späten 60er und frühen 70er, die ihn sein Leben lang begleitet hat: noch nicht gesampelt, mit echten Stimmen, die etwas sagen wollen. Damit sie auch die Leser*innen begleitet, gibt es zum Roman eine Playlist mit 150 Songs. Ein paar davon liefen schon bei der Bullifahrt.

Der Film, den Daniel Speck meint, ist »Vagabunden Karawane« von Werner Penzel über die Reise von Embryo nach Indien 1979.

„Haben Sie indische Wurzeln?“

Helens Frage kennt er aus fast jedem Interview: Wie viel von dir steckt in dem Buch? Gitarre spielt er, Musik bedeutet ihm viel, und es gebe Verbindungen von jeder Figur zu ihm – aber er sei keine davon. Er halte sein Privatleben nicht für so wichtig, dass er davon erzählen müsste, wie es ihm heute ging; er sei ein neugieriger Mensch, der hinausgeht, Dinge entdeckt und findet, dass sie erzählenswert sind. Dabei spielen die Biografien anderer eine große Rolle: Für »Jaffa Road« hat er mit vielen Israelis und Palästinensern gesprochen, für »Bella Germania« mit Sizilianern, um herauszufinden, was ihnen wichtig ist und wie sie Deutschland erleben. Es ist nicht sein Land und nicht seine Familie, aber wer sich stark ins Gegenüber hineinfühlt, entdeckt unter der Oberfläche Gemeinsamkeiten – und daraus lassen sich universelle Figuren bauen. Die Familie sei immer der Mikrokosmos einer Gesellschaft.

Bei »Meine verrückte türkische Hochzeit« wurde er gefragt, ob er türkische Wurzeln habe. Auf der Lesereise zu »Bella Germania« standen Menschen im Saal auf und sagten, er sei doch Italiener, das hätten sie im Internet gelesen. Jetzt kommt die Frage nach den indischen Wurzeln, und ob seine Eltern Hippies waren. Nein, nein und nein. Dahinter stecke der Gedanke, dass Autor*innen immer von sich erzählen – ein komischer Gedanke, findet er: Würde man einen Krimiautor fragen, ob er schon mal jemanden umgebracht hat?

Aber das Schöne am Autor-Sein ist ja, dass ich in andere Welten eintauchen kann. Also mein Leben habe ich ja schon.Daniel Speck

Genau dafür nutzen wir Bücher als Leser*innen ja auch, sagt Helen. Und er kommt auf den Plattenladen zurück: Inspiration komme genau dann, wenn sein Ego still ist – wenn er empfangen kann, was außerhalb von ihm ist. Vielleicht komme es auch von innen, aber nicht aus seiner Identität. Ein Buch, das ihn in seiner Jugend fasziniert hat, passt dazu: »Der Papalagi«, die Geschichte eines Fremden, der nach Deutschland kommt und alles wie ein Außerirdischer zum ersten Mal sieht. Genau das reize ihn am Reisen: raus aus dem Alltag, raus aus der Komfortzone, ans Eingemachte kommen. Geschichten von Menschen auf Reisen seien immer Geschichten über Identität – wer bin ich, wer bin ich nicht, wer könnte ich sein.

Ein halbes Jahr Karteikarten

Was ihn mit dem Buch verbindet, kann er genau sagen: Er ist ein leidenschaftlicher Geschichtenerzähler, und eine gute Geschichte besser zu machen ist ein Handwerk. Er kommt aus der Drehbuchausbildung, hat lange Drehbücher geschrieben und unterrichtet seit Langem an Filmhochschulen, wie gute Geschichten gebaut sind und was handwerkliche Fehler sind. Einen guten Film könne er fünfzig Mal sehen und sich immer noch fragen, wie die das geschafft haben. Erlernbar sei das zu einem gewissen Teil, wie einen Tisch oder ein Haus zu bauen: Es gibt Gesetzmäßigkeiten, die man auch brechen kann.

Deshalb plottet er so lange. Er fängt nicht auf Seite eins an und schaut, wo er hinkommt – dann könne er 200 Seiten später alles in die Tonne werfen, weil er falsch abgebogen ist. Stattdessen arbeitet er vielleicht ein halbes Jahr nur am Plot, schiebt Karteikarten an der Wand hin und her, redet mit einem Dramaturgen oder einer Dramaturgin und schreibt eine Strukturfassung nach der anderen: nur Treatment, kein Manuskript, kein einziger Dialog. Character ist Plot, Plot ist Character. Am ersten Tag sei eine Figur wie Lou zwangsläufig ein Klischee, er wisse ja noch nicht einmal, wie der spricht. Erst wenn er seine Kindheit und seine Elterngeschichte gebaut hat, wird Lou ein Mensch, fängt von selbst an zu sprechen – und erst dann schreibt Daniel Speck seine Dialoge. Helen, die von anderen Autor*innen oft gehört hat, dass die Geschichte beim Schreiben zu ihnen kommt, kann sich mit dieser Herangehensweise deutlich mehr identifizieren.

Lucy, Lou und der innere Fremde

Dann liest Daniel Speck den Prolog vor – das hörst du nur in der Folge. Im Hörbuch liest diese Stelle übrigens nicht er, sondern Mina Tander, die er seit »Maria, ihm schmeckt’s nicht!« kennt: Sie spricht Lucy, die Ich-Erzählerin und Yogalehrerin auf der Gegenwartsebene, er spricht ihren Vater Lou in der Vergangenheit. Vor jedem Zeitwechsel steht ein kleines Zitat, von den Beatles oder anderen spannenden Menschen, als Break. Helen fand die Vergangenheit noch spannender, weil dort der Ursprung der Geschichte liegt – dort liegt das Familiengeheimnis, sagt er, und man steigt ein und denkt: Jetzt finde ich es aber raus.

Die drei Arten von Reisenden aus dem Prolog werden zum roten Faden: Die einen wollen von irgendwo weg, die anderen irgendwo hin – und Lucys Eltern kommen ihr Leben lang nicht an. Lou ist als Rentner immer noch unterwegs, und Lucy, die inzwischen Familie und Beruf hat, will sich darauf nicht verlassen. Daniel Speck hat den Teil in ihr „den Fremden“ genannt: immer kurz davor, die Koffer zu packen, und sobald sie aus der Balance gerät, sagt er, es sei Zeit weiterzuziehen. Deshalb muss Lucy das Geheimnis ihrer Eltern herausfinden, um ihren Peace of Mind zu finden. Was Yoga für sie bedeutet, hat er erst beim Schreiben der Yoga-Szene am Ende verstanden: Yoga ist für Lucy Bewegung, eine Asana nach der anderen – und zum ersten Mal lernt sie, still zu sein. Am Anfang verstehe er seine Figuren in dem, was sie über sich selbst wissen; mit der Zeit finde er heraus, was sie nicht über sich wissen. Das sei es, was eine Geschichte vorantreibt.

Helen ist aufgefallen, dass Lucy sich gegen Therapie und für Bewegung entschieden hat, und fragt Daniel Speck, ob er gegen Therapie sei. Ist er nicht – Therapie könne ganz toll sein. Aber Lucy sehe das anders: Für sie hieße Therapie, in die Vergangenheit zu gehen und sich aus einem Trauma heraus zu definieren, das dann zur Identität wird. Sie ist ein Mensch der Bewegung, und Yoga bringe einen über den Körper aus Zuständen heraus, in denen man nicht sein will. Nur könne beides zur Obsession werden. Lucy sagt im Buch, sie sei „addicted to movement“, und jede Addiction – die Drogen der Vergangenheitsebene eingeschlossen – sei ein Kompensationsmechanismus, unter dem etwas liegt. Was er über Lucy gelernt hat: Ihr fehlt das Vertrauen ins Leben. Immer in Bewegung heißt, nicht in der Beziehung, nicht an dem Ort, nicht in dem Job bleiben zu müssen. Aber sie kommt in ein Alter, in dem man selbst in Berlin irgendwann ankommen will, und Ankommen hat mit Vertrauen zu tun – wie im Yoga, wenn man nach der Bewegung einfach nur daliegt. Shavasana, sagt Helen. Als er das herausgefunden hatte, konnte er auch Lucys Out-of-Body-Erfahrung bei IKEA am Anfang besser beschreiben: Er wusste jetzt, warum ihr Leben erst aus der Balance geraten muss. Helen hat da mitgelitten und fand verrückt, dass Lucy es gar nicht als negative Erfahrung bewertet. Solche Berichte, sagt er, seien durchaus toll: Was passiert, wenn du deinen Körper verlässt und dich von oben anguckst?

Lucy und Lou verbindet die Angst vor dem Stillstand, findet Helen. Corinna dagegen sei einen Schritt weiter: Sie will an die Vergangenheit anknüpfen und wissen, ob sie falsch abgebogen ist – ob sie das bessere Leben hatte oder ihre Freundin Marie. Zwei Frauen, die sich Anfang zwanzig begegnen, trennen und im Alter gemeinsam auf völlig unterschiedliche Leben zurückschauen. Helen nennt es, ohne zu spoilern, eine Art Seelentausch in einer bestimmten Szene: Die eine, die immer unabhängig sein wollte, geht einen ganz anderen Weg, und die, die immer für andere da war und Angst hatte, ihren eigenen Weg zu gehen, geht ihn dann. Das hätten die beiden von sich selbst auch nicht erwartet.

Indien ist alles

Helen hat ein bisschen Respekt vor Indien und sich eine Stelle notiert, in der Indien als Attacke auf alle Sinne beschrieben wird – das bestätigte ihre Sorge. Seine auch, sagt Daniel Speck, aber Indien sei genauso Peace of Mind: In Rishikesh zu sitzen sei unglaublich friedlich. Es gebe nichts, was es in Indien nicht gibt, und dieses Nebeneinander von Schönem und Hässlichem, Tod und Leben, Spiritualität und Weltlichkeit mache das Land so unfassbar. »Yoga Town« sei trotzdem kein Indien-Roman wie bei Salman Rushdie, sondern eine sehr deutsche, sehr europäische Geschichte von Westlern, die miteinander reisen, ihre Konflikte austragen und eine Idee von Indien mitbringen, die dem realen Land vielleicht gar nicht entspricht. Daraus entsteht der Clash.

Der Hippie-Trail führte bis Kathmandu, hinunter nach Goa, manche fuhren bis Bangkok. Was die Menschen anzog, war die östliche Spiritualität als Gegenentwurf: die Counterculture, die aussteigen wollte und im Osten das ganz Andere suchte – nicht materialistisch, nicht dualistisch, Rückkehr zur Natur, Gewaltlosigkeit. Und wer dann hinfuhr, sah Menschen mit denselben Problemen und Fehlern, und merkte, dass er ein eigenes Ideal auf ein fremdes Land projiziert hatte. Dieses Scheitern von Idealen hat ihn interessiert. Der Maharishi, der große Guru, kam aus einer Welt, in der Männer und Frauen streng getrennt lebten – die westlichen Hippies waren für ihn ein Kulturschock, so wie er für sie, die auf ihn den neuen Jesus projizierten, bis ein Sexskandal ihn vom Thron stürzte. All das stecke in der Originalgeschichte der Beatles, sei aber einer ganzen Generation passiert. Und was hat diese Generation uns hinterlassen? Äußerlich viel: Yoga an jeder Straßenecke, Achtsamkeit, Chai Latte in jedem Starbucks, vegane Ernährung, die im Ashram revolutionär war und heute fast Mainstream ist. Die tieferen Dinge interessieren ihn mehr: eine Generation, die mit 70 immer noch unterwegs ist – und die Frage, was das mit den Kindern macht. Haben die Kinder der Hippies sich zu Hause geborgen gefühlt? Was macht es mit einer Seele, wenn die Eltern innerlich immer unterwegs sind?

Dazu liest er eine Passage von Seite 144 vor, über Lous Generation, deren Eltern die Kriegsgeneration waren – auch das nur in der Folge. Helen mag daran den Gedanken, dass man ein Buch fortschreibt, und dass die Reisenden erst vor Ort merken, dass sie mit einem Rucksack angekommen sind, den sie nicht abstreifen können. Jeder sei doch irgendwann mal losgezogen, sagt er, und habe gemerkt: Ich kann sehr weit wegfahren, aber ich komme immer wieder bei mir selbst an, weil ich mich selbst mitnehme. Oder man entdeckt in der Fremde eine ganz neue Seite – wie Marie, die das Rauskommen aus der vertrauten Umgebung braucht, um eine innere Stärke zu entfalten, die ihr zu Hause niemand zugetraut hätte.

Und wie kam man ohne Google Maps bis nach Indien? Durch eine Community. Im Pudding Shop in Istanbul, wo Daniel Speck selbst war, ersetzte ein schwarzes Brett die Navigation: „Mitfahrgelegenheit nach Kabul, komm um 13 Uhr“ – oder „Ich hab dich da und da gesehen und mich in dich verliebt, schick einen Brief an dieses Postamt, da bin ich in einem Monat.“ Man erkannte sich wieder, die einen auf dem Hinweg, die anderen auf dem Rückweg, manche blieben hängen. Das I Ging, das Orakel, kam auch vor – aber navigiert wurde mit Zetteln, Landkarten und Straßen. Im Kern, sagt er, ist es eine Coming-of-Age-Geschichte von jungen Menschen, die viel zu jung sind für die emotionale Wucht, die da auf sie zukommt – und die heute auf ähnliche Weise passieren könnte.

Mangolassi, Chai Latte, veganes Thali

Helen weiß, dass Daniel Speck zu seinen früheren Büchern ein Kochbuch veröffentlicht hat, und stellt die Frage, die sie ihm schon auf dem Event gestellt hatte: Was gäbe es bei einem Schmökern & Schmausen zu »Yoga Town«? Die Antwort beginnt bei den Getränken: erst ein Mangolassi, dann ein Chai Latte. Beim Essen orientiert er sich an dem, was Lou, Marc, Corinna und Marie damals in der Ashram-Küche gekocht haben – veganes indisches Essen, Curries und Dals, als Thali, von dem sich jede etwas nehmen kann. Und vegan auch für die, die es sonst nicht sind, um zu den Ursprüngen der veganen Küche zu kommen, die die Beatles nach Europa gebracht haben. Auch wenn im Ashram, wie Helen einwirft, Eier geschmuggelt wurden. Es wurde auch nach Fleisch geschrien, sagt er – das war schwer zu bekommen. Bewusstseinserweiternde Substanzen dagegen nicht, obwohl streng verboten.

Daniel Speck fand Helens Fragen tiefer als die in mancher Zeitung; man merke, dass sie eine passionierte Leserin ist, die eine Geschichte auf verschiedenen Ebenen nachempfindet. Sie wiederum empfiehlt das Buch allen, die wie sie Bulli-Geschichten, Vanlife und Reisen mögen. Die drei Fragen aus dem Bulli – Reisender oder Tourist, wann zuletzt aus der Komfortzone, wie findest du deinen Peace of Mind – liegen in unseren Instagram-Highlights. Und wer ihn live erleben will: Bei seinen Lesungen liest er mindestens eine Stunde, beantwortet Fragen und signiert.

Wie Daniel Speck den Prolog liest, warum Helen aus »Der Papalagi« vielleicht mehr mitnimmt als gedacht und was Lou am ersten Tag für ein Klischee war – das hörst du in der ganzen Folge.

Die ganze Folge hören

Die Bücher aus dieser Folge

Das Buch des Gesprächs, die beiden Romane, bei denen ihm die Wurzelfrage schon gestellt wurde – und das Buch aus seiner Jugend.

Buchcover »Yoga Town« von Daniel Speck

Yoga Town

Daniel Speck · Fischer · 480 Seiten

Das Buch dieser Folge: Lucy, ihr Vater Lou und ein Familiengeheimnis aus dem Beatles-Ashram in Rishikesh – auf zwei Zeitebenen, mit Playlist zum Mitlesen.

Bei Thalia ansehen*

Buchcover »Jaffa Road« von Daniel Speck

Jaffa Road

Daniel Speck · Fischer Taschenbuch · 672 Seiten

Sein Roman davor, für den er mit vielen Israelis und Palästinensern gesprochen hat – deren Biografien wurden zur Inspiration für seine Figuren.

Bei Thalia ansehen*

Buchcover »Bella Germania« von Daniel Speck

Bella Germania

Daniel Speck · Fischer Taschenbuch · 848 Seiten

Sein erster Roman, eine sizilianische Familie in Deutschland – und der Grund, warum Menschen auf der Lesereise aufstanden und sagten, er sei doch Italiener.

Bei Thalia ansehen*

Buchcover »Der Papalagi« von Erich Scheurmann

Der Papalagi

Erich Scheurmann · Oesch · 156 Seiten

Das Buch, das ihn in seiner Jugend fasziniert hat: ein Fremder, der nach Deutschland kommt und alles wie ein Außerirdischer zum ersten Mal sieht – und so Abstand zu den selbstverständlichen Dingen schafft.

Bei Thalia ansehen*

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Häufige Fragen

Worum geht es in »Yoga Town« von Daniel Speck?

Um eine Familie, die nie angekommen ist. Auf der Gegenwartsebene erzählt Lucy, eine Yogalehrerin, die einen inneren „Fremden“ mit sich trägt, der immer kurz davor ist, die Koffer zu packen. Auf der Vergangenheitsebene reisen ihr Vater Lou, Marc, Corinna und Marie in den späten 1960er-Jahren über den Hippie-Trail nach Indien, bis in den Ashram in Rishikesh, in dem auch die Beatles waren. Was dort passiert ist, ist das Familiengeheimnis, das Lucy lösen muss, um ihren Peace of Mind zu finden. Daniel Speck nennt es im Kern eine Coming-of-Age-Geschichte – und eine sehr deutsche, sehr europäische Geschichte von Westlern, die ihre Konflikte miteinander austragen.

Wie viel von Daniel Speck steckt in »Yoga Town«?

Er spielt Gitarre, meditiert, war selbst in Rishikesh und hat den Beatles-Ashram gesehen, und ein Freund von ihm ist in den 70er-Jahren mit der Band Embryo über den Hippie-Trail nach Indien gefahren. Aber er ist keine seiner Figuren. Jede trage etwas von ihm, sagt er, so wie ein Krimiautor nicht selbst gemordet haben muss. Die Frage nach seinen Wurzeln bekommt er bei fast jedem Buch: türkische bei »Meine verrückte türkische Hochzeit«, italienische bei »Bella Germania«, jetzt indische. Die Antwort ist jedes Mal Nein. Inspiration komme genau dann, wenn sein Ego still ist.

Wie schreibt Daniel Speck seine Romane?

Als gelernter Drehbuchautor plottet er sehr lange, bevor er einen Satz Dialog schreibt: etwa ein halbes Jahr nur an der Struktur, mit Karteikarten an der Wand und im Gespräch mit einer Dramaturgin oder einem Dramaturgen, in einer Strukturfassung nach der anderen. Erst wenn er seine Figuren so gut kennt, dass sie von selbst zu sprechen anfangen, schreibt er ihre Dialoge. Am ersten Tag sei eine Figur wie Lou zwangsläufig ein Klischee – ein Mensch wird sie erst mit der Zeit, wenn er ihre Kindheit und ihre Elterngeschichte baut.

Wer liest das Hörbuch zu »Yoga Town«?

Zwei Stimmen: Die Schauspielerin Mina Tander, die Daniel Speck seit »Maria, ihm schmeckt’s nicht!« kennt, liest die Gegenwartsebene mit der Ich-Erzählerin Lucy. Daniel Speck selbst liest die Vergangenheitsebene mit Lucys Vater Lou. Im Podcast liest er den Prolog und eine Passage von Seite 144 vor – das hörst du nur in der Folge.

Was sollte man zu »Yoga Town« kochen?

Daniel Specks Menü für einen Kochabend im Buchclub: zum Trinken erst ein Mangolassi, dann ein Chai Latte. Zum Essen das, was Lou, Marc, Corinna und Marie im Ashram in der Küche gekocht haben – veganes indisches Essen, verschiedene Curries und Dals, angerichtet als Thali, von dem sich alle nehmen können. Und zwar vegan auch für die, die sonst nicht vegan essen, um einmal zu den Ursprüngen der veganen Küche zu kommen, die die Beatles nach Europa gebracht haben.

Die ganze Folge zum Nachlesen

Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme. Helens An- und Abmoderation und der eingesprochene Hinweis auf die Schmökerrunde stehen nicht hier. Die beiden Passagen, die Daniel Speck aus »Yoga Town« vorliest, sind aus urheberrechtlichen Gründen weggelassen und an der Stelle vermerkt.

Helen
Herzlich Willkommen Daniel! Ich freue mich wahnsinnig, dass wir uns quasi jetzt wieder sehen bzw. wieder hören nach drei Wochen ist das, glaube ich, her, dass wir zusammen auf der Frankfurter Buchmesse waren und über dein neues Buch Yoga Town gesprochen haben und auch darüber würde ich gerne heute mit dir sprechen. Das Ganze noch mal ein bisschen vertiefen. Ich habe es in der Zwischenzeit auch zu Ende gelesen und bin einfach total gespannt. Bei dir ist jetzt auch in der Zwischenzeit viel passiert. Du warst, glaube ich, in der ganzen Republik jetzt unterwegs, um über Yoga Town zu sprechen. Wie geht’s dir heute?

Daniel Speck
Ja, hallo Helen, also vielen Dank für die Einladung zu deinem Podcast. Freut mich sehr. Schön, dich wiederzusehen. Wir hatten eine tolle Zeit auf der Buchmesse in dem alten Bulli. Wir haben laute Musik angemacht und wir hatten echt eine gute Stimmung.

Helen
Das stimmt.

Daniel Speck
Das haben wir wirklich schöne Erinnerungen dran. Seitdem war ich auf Tour. Also ich bin jetzt mit Yoga Town tatsächlich vom Nord bis Süd und von Süd bis nach Nord gefahren und ich bin noch mittendrin. Also jetzt bin ich gerade mal kurz zu Hause, Pause und morgen geht’s gleich wieder weiter nach NRW.

Helen
Wow, nach NRW sogar. Ich wohne ja in Bonn. Da muss ich mir gleich auf deine Website schauen und gucken, wo du vorbeikommst.

Daniel Speck
Ja, also ich bin bis Dezember noch unterwegs und nächstes Jahr gibt es dann noch mal eine Tour. Das wird dann so Februar, März, April sein.

Helen
Perfekt. Die Folge kommt im Dezember raus. Dann verlinken wir die Termine auf jeden Fall.

Daniel Speck
Die müssten dann da hinten auf meiner Website stehen, ja.

Helen
Ja, perfekt. Ich finde auf jeden Fall, es ist ein unglaublich spannendes Buch. Ich würde aber auch sagen, dass ich da so ein bisschen voreingenommen bin, weil mich besonders auch so die Route, die die Protagonistin einschlagen, total interessiert. Die ist ja so in der Form leider nicht mehr befahrbar, dieser hippie trail aber zumindest irgendwie teilweise und ich finde das total spannend was die erleben und kann aber auch vieles irgendwie konnte ich nicht richtig nachvollziehen aber so gerade so dieser reiseanteil hat mich total gereizt und ich habe irgendwie auch ganz oft gedacht ja wie ist so wie ist das so entstanden weil wir hatten bei der messe auch so darüber gesprochen. Du warst selber in Rishikesh und hast diesen Ashram da gesehen. Und trotzdem frage ich mich dann manchmal, wie entsteht so ein Buch bei dir? Wie ist das vor allen Dingen hier bei Yoga Town gewesen?

Daniel Speck
Es gibt ja in Yoga Town die Idee des kosmischen Plattenladens, wo man also als Musiker einen Trip einwirft oder meditiert und dann betritt man einen imaginären kosmischen Plattenladen und in dem ist alle Musik der Vergangenheit und Gegenwart und der Zukunft und man muss dann nur eine Platte rausziehen und die bringt man dann sozusagen zurück auf die Erde und dann spielt man die einfach nach und dann hat man einen Hitsong. Diese Idee gibt es ja auch in leicht abgewandelter Form für Buchautoren. Also Borges sagte mal, er stellt sich das Paradies als eine große Bibliothek vor. Oder wenn man jetzt so die Kreativitätsforschung anguckt, dann gibt es einfach immer diese Idee, dass die Geschichten in einem imaginären Raum schon da sind und man muss diesen Raum knacken, man muss den finden und es ist der Raum der Ideen, der Gedanken. Es hat eigentlich mit Offenheit zu tun, mit mit Empfangen, mit durch die Welt gehen und dabei Augen und Ohren offen halten und Dinge entdecken und und aus verschiedenen Impulsen dann etwas Neues machen. Also Yoga Town entstand aus mehreren Impulsen. Das eine war meine eigene Reise nach Rishikesh, wo ich den Beatles Ashram entdeckt habe, der da im Dschungel vor sich hin träumt. Das ist eine faszinierende Location. Ich habe dir ja auch die Fotos gezeigt. Das ist einfach irre und den habe ich versucht zu beschreiben und wieder zum Leben zu erwecken. Das andere ist ein Freund von mir, der eine Reise über den Hippie Trail bis nach Indien gemacht hat, in den 70er Jahren. Darüber wurde auch ein Film gedreht. Er hat es zusammen mit anderen Musikern gemacht. Das war die Gruppe Embryo, das ist eine deutsche Krautrockband. Und der Freund ist Roman Bunka. Und das waren einfach faszinierende Aufnahmen, wie die da mit diesem mit diesem Bus durch unfassbare Landschaften fahren, bei Sandsturm und dann auch irre Leute kennenlernen und mit denen da Musik machen. Und was mich da fasziniert hat, war die Offenheit, mit der die einander begegnet sind damals. Ich so eine Neugier so, wow, wow, was hast denn du für ein Instrument? Wow, okay, lass uns mal zusammen probieren. Also irgendwas, da war noch so eine Unschuld, die glaube ich verloren gegangen ist. Und dann kommen natürlich Inspirationen, wie meine eigene Meditationspraxis, oder auch kleine Dinge. Also man baut ja dann mal so eine Geschichte und dann fügt man Dinge ein und es sind eher die Dinge, die man einfügt, die man dann vielleicht so aus seinem eigenen Freundeskreis mit rein nimmt, aus seiner eigenen Kindheit. Also ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen soll. War die musik dieser zeit der späten 60er und Anfang 70er eine musik die mich mein leben lang begleitet hat weil die einfach cool ist das war noch eine echte musik die war unverstellt die stimmen klangen echt das war alles nicht so sehr gesampelt nicht so sehr bearbeitet sondern da hat man das gefühl da ist noch eine stimme dahinter und diese stimme will was sagen die hat eine Botschaft. Das alles hat mich auch beim Schreiben begleitet. Und damit es dann die Leserinnen und Leser begleiten kann, haben wir auch eine Playlist gemacht für 150 Songs, sodass man diesen Roman dann mit Soundtrack lesen kann.

Helen
Das ist echt richtig cool. Die haben wir ja auch ein bisschen bei der Bullifahrt uns angehört. Und ich habe auch beim Lesen gedacht, wer da da nicht Lust auf Musik bekommt. Also, das ist ja quasi unmöglich. Ich habe mich auch zwischendurch dann gefragt, ob du selber zum Beispiel auch Instrumente spielst. Sowieso, ich glaube, das geht mir ganz oft, generell so bei Büchern, wie viel von dir steckt auch eben in Yoga Town. Also bist du selber, wir hatten zum Beispiel im Nachgang nach Treffen auf der Buchmesse, habe ich dich gefragt, bist du auch eher Tourist oder eher Reisender? Aber auch so Sachen wie, du warst selber in Indien, du hast das selber da erlebt, du sagst jetzt deine, du bist auch Musik begeistert, aber trotzdem irgendwie frage ich mich dann immer so, wie viel von dir steckt da drin? Ist das auch schwer vielleicht, das überhaupt rauszulassen? Oder oder sagst du ganz klar, nee, das ist fiktiv, das hat nichts mit mir zu tun?

Daniel Speck
Also, Gitarre spiele ich zum Beispiel. Für mich bedeutet Musik auch sehr viel, ja. Und es gibt sicher Verbindungen von jeder Figur zu mir.

Helen
Ja.

Daniel Speck
Das heißt, jede Figur trägt auch etwas, was ich in mir habe. Das ist normal. Aber ich bin keine der Figuren.

Helen
Ja.

Daniel Speck
Ich bin kein Mensch, der sein eigenes Privatleben für so wichtig hält, dass ich meine, ich muss unbedingt davon erzählen, wie es mir heute ging.

Helen
Ja.

Daniel Speck
Ich halte das nicht für erzählenswert, sondern ich bin ein neugieriger Mensch, der die Welt hinausgeht und dort Dinge entdeckt und sagt Wow, das ist erzählenswert. Das packt mich so, dass ich glaube, wenn ich nach Hause gehe und das erzähle, dass auch andere packt. Also mir geht es um das Entdecken und dabei spielen die Biografien anderer Menschen oft eine große Rolle. Bei beim letzten Roman »Jaffa Road«, da habe ich mit vielen Israelis und Palästinensern gesprochen und habe dann deren Biografie als Inspiration genommen für die Biografie meiner fiktiven Figuren, die ich in die Geschichte dieses Landes hineinsetze. Aber es ist nicht mein Land. In »Bella Germania« bin ich nach Sizilien gegangen und habe eine sizilianische Familie beschrieben. Das heißt, ich habe viel mit Sizilianern gesprochen, um herauszufinden, was haben die für Werte. Was ist denen wichtig? Wie erleben die Deutschland? Es ist nicht mein Land, es ist nicht meine Familie, aber mir macht es Freude, mich da hineinzufühlen. Und was dann oft passiert ist, wenn man sich sehr stark in den Gegenüber hineinfühlt, ist, dass man dann unter der Oberfläche, die unterschiedlich sein mag, Gemeinsamkeiten entdeckt. Und die finde ich dann wiederum interessant, um universelle Figuren zu kreieren. Und deswegen glaube ich, dass Familiengeschichten sehr viel über die allgemeine Geschichte erzählen können, weil die Familie immer der Mikrokosmos einer Gesellschaft ist.

Helen
Ja.

Daniel Speck
Mikrokosmos. Gibt es universelle Strukturen, Vater, Mutter, Kind, Geschwister, all das, die so allgemeingültig sind, dass ich mich, obwohl ich vielleicht nie in sagen wir mal Usbekistan war, wahrscheinlich auch in die Geschichte einer usbekischen Autorin reinversetzt, als würde ich das dort miterleben. Ja. Aufgrund der universellen Elemente. Und so was interessiert mich. Und ich glaube, da kann Literatur eben auch etwas leisten, nämlich, dass man die Welt durch die Perspektive von anderen Menschen zu sehen lernt. Die Welt ist nie monoperspektivisch. Die Welt ist immer multiperspektivisch und das Schöne an Literatur ist gerade eine andere Perspektive einzunehmen, gerade durch die Augen eines Kindes, einer Frau, eines Mannes, eines Menschen aus einem anderen Land Dinge neu zu entdecken. Ich weiß noch, in meiner Jugend war eins der Bücher, die mich total fasziniert haben, der Papalagi. Das war die Geschichte eines Fremden, der nach Deutschland kommt, der überhaupt nicht, der noch nie hier war und der so sagt, boah krass, also wie so ein Außerirdischer. Was ist denn das? Also wenn man Dinge zum ersten Mal erlebt, wie so ein Außerirdischer, dass man sagt, hä? Ja, einen Computer anzugucken heutzutage zum Beispiel, also was ist ein Computer? Und dadurch dann selber einen Abstand zu den Dingen zu bekommen, die für einen selbstverständlich sind, Das hat mich immer gereizt. Ja.

Helen
Deswegen bist du wahrscheinlich auch schon immer gerne gereist, oder?

Daniel Speck
Ich bin immer gerne gereist, genau. Und die, sagen wir mal, die intensivsten Eindrücke hatte ich oft auf Reisen. Man ist raus aus seinem Alltag, man ist raus aus seiner Komfortzone, man setzt sich einer anderen Geschichte aus und das fordert einen heraus. Das heißt, man kommt da viel eher ans Eingemachte, als wenn man zu Hause auf dem Küchentisch sitzt und seine Zeitung liest. Da ist die Welt weit weg. Man hat sie vielleicht im Kopf intellektueller, man spürt sie nicht und man interagiert auch nicht mit ihr. Das heißt, man wird auch selber nicht herausgefordert. Und ich finde Geschichten von Menschen auf Reisen sind immer Geschichten von Menschen, die herausgefordert werden, ihre eigenen Überzeugungen zu hinterfragen und sich mit dem Gegenüber auseinanderzusetzen und sind deswegen auch immer Geschichten über Identität. Wer bin ich? Wer bin ich nicht? Wer könnte ich sein? Wer war ich mal? Und das interessiert mich sehr. Und deswegen jetzt zurück zu deiner Frage, wie viel steckt da von mir drin? Ich bekomme die Frage bei fast jedem Interview. Fast jedem Buch oder fast jedem Film. Und ich habe mal einen Film geschrieben, der hieß »Meine verrückte türkische Hochzeit«. Da wurde ich immer gefragt, haben sie türkische Wurzeln? Nein. Ja, aber sie haben doch eine türkische Familie beschrieben. Ja gut, ich kann ja eine Familie beschreiben. Dann hieß es, sie müssen doch italiener sein. Also bei »Bella Germania« auf der Lesereise standen Menschen wirklich auf im Saal und sagen, aber sie sind doch italiener. Aber das habe ich doch im Internet gelesen. Kann schon sein, ich weiß nicht, wer das da reingeschrieben hat.

Helen
Die beste Quelle.

Daniel Speck
Die beste Quelle, genau. Und dahinter steht der Gedanke, dass eine Autorin, ein Autor immer von sich spricht oder von sich erzählt. Und es ist ein komischer Gedanke, weil man könnte antworten, okay, was würdest du einen Krimiautor fragen? Würdest du fragen, haben sie schon mal jemanden umgebracht, wie war das so? Haben sie da irgendwie Erfahrungen gemacht? Haben sie da trainiert? Nein. Ein Krimiautor war halt vielleicht bei einem Kommissar und hat dort nachgefragt. Wie sieht es aus? Wie sind Ihre Erfahrungen? Vielleicht ist er auch mal ins Gefängnis gegangen, hat da mit tatsächlichen Mördern gesprochen. Ich weiß es nicht. Aber das Schöne am Autor-Sein ist ja, dass ich in andere Welten eintauchen kann. Also mein Leben habe ich ja schon.

Helen
Ja, ja gut, das stimmt. Ich finde das irgendwie voll spannend, weil dafür nutzen wir es als LeserInnen ja auch, um eben in andere Welten einzutauchen und auch vielleicht mal aus unserem Leben auszubrechen oder so.

Daniel Speck
Ja, also das ist bei mir exakt das Gleiche. Deswegen amüsiere ich mich inzwischen so sehr über diese Frage, die jeder bekommt. Und hier kam jetzt schon die Frage, sie sie haben doch indische Wurzeln. Nein.

Helen
Was du alles für Wurzeln hast mittlerweile.

Daniel Speck
Was ich alles für Wurzeln habe, genau. Waren ihre Eltern Hippies? Nein. Also das muss alles nicht, man muss es nicht auf die Person reduzieren. Und damit komme ich zurück auf die Idee des kosmischen Plattenladens. Also Inspiration kommt genau dann, wenn mein Ego still ist. Wenn ich empfangen kann, was außerhalb von mir ist, Ideen und vielleicht ist außerhalb auch die falsche Formulierung, vielleicht kommen die auch von innen, aber sie kommen nicht aus meiner Identität.

Helen
Ja, super spannend. Ich glaube, das kann man sich ruhig immer wieder wahrscheinlich nochmal vergegenwärtigen, weil diese Frage ist auf jeden Fall im Buchclub immer wieder mal Thema, immer wenn wir die Gelegenheit haben, mit Autor*innen zu sprechen. Und ich merke das auch nach wie vor, also wie gesagt, ich habe mich das ja beim Lesen trotzdem noch gefragt, dass ich dachte, was davon so könnte irgendwie vielleicht mit deinem Leben irgendwie zu tun haben. Ich glaube, das macht dann auch so eine gewisse Faszination aus.

Daniel Speck
Ich kann mir genau sagen, was das mit meinem Leben zu tun hat. Ich bin ein leidenschaftlicher Geschichtenerzähler. Mich interessieren gute Geschichten. Das ist mein Ding. Mich interessiert nicht primär etwas aus meinem Privatleben zu erzählen, sondern wenn ich eine gute Geschichte habe, dann sage ich, wow, ist die gut und dann versuche ich die besser zu machen. Das ist eben auch ein Handwerk. Ich komme ja aus der Ausbildung zum Drehbuchautor. Ich habe lange Drehbücher geschrieben. Und du lernst dort, wie Geschichten gebaut sind, wie gute Geschichten gebaut sind, im Gegensatz zu schlechten Geschichten. Was handwerkliche Fehler sind. Ich unterrichte das ja auch schon seit langem an den Filmhochschulen. Und ich habe eine große Leidenschaft für gute Geschichten. Ich kann einen guten Film 50 mal sehen und ich finde ihn immer noch faszinierend und begeistert, weil ich mir denke, Wahnsinn, wie haben die das geschafft, das so spannend zu machen. Da liegt meine Leidenschaft.

Helen
Ja, das kann ich gut nachempfinden. Und ich finde es aber dann wiederum auch einfach total spannend, wie du jetzt auch in dem Fall das schaffst, das in der Geschichte zu verpacken, weil nur weil mir jemand vielleicht was Interessantes erzählt und ich denke, oder da könnte eine spannende Geschichte lauern, würde mir das wahrscheinlich so in der Form nicht gelingen, die so zu erzählen. Und das finde ich das faszinierend und das ist wahrscheinlich auch das, was du sagst, was so das Handwerk ist.

Daniel Speck
Das ist Handwerk und das ist auch zu einem gewissen Teil erlernbar. Wie die Kunst, einen Tisch zu bauen, ein Haus zu bauen, das ist nicht leicht, aber da gibt es tatsächlich strukturelle Erfahrungen, Gesetzmäßigkeiten, Gesetze, die man auch brechen kann, aber die gibt es. Und die, die rauszufinden, macht mir ganz großen Spaß. Deswegen plotte ich auch meine Romane so lange. Also ich bin nicht jemand, der auf Seite 1 anfängt und dann mal schaut, wo er dann hinkommt. Weil ich genau weiß, wenn ich so schreibe, dann kann ich 200 Seiten dann danach wieder in die Tonne schmeißen, weil ich da falsch abgebogen bin. Sondern ich arbeite sehr, sehr lang. Das hatte ich dir auch schon in Frankfurt erzählt.

Helen
Ja, das finde ich so faszinierend.

Daniel Speck
Arbeite vielleicht ein halbes Jahr lang nur am Plot und schieb da Karteikarten an der Wand hin und her und rede mit einem Dramaturgen oder Dramaturgin bis und schreibe dann eine Fassung nach der anderen, aber nur eine Strukturfassung, nur ein Treatment, kein Manuskript, kein Dialog, keinen einzigen, bis ich dann tatsächlich so ein Feeling habe und immer eine Ebene tiefer kommen und dann auch meine Figuren tiefer verstehen. Und aus diesem Verständnis entsteht dann auch eine neue Struktur. Man sagt ja, Character ist Plot, Plot ist Character. Und irgendwann ist der Plot dann fertig und dann spüre ich meine Figuren auch so, dass ich aus ihnen heraus sprechen kann. Also wie kann ich aus einer Figur sprechen, die ich noch gar nicht so richtig kennengelernt habe. Ich kann ja nicht von Tag eins den Lou … Ich weiß ja gar nicht, was hat der für einen Jargon, wie spricht der? Der ist am Tag eins ein Klischee. Kann ja gar nicht mehr sein. Und am Tag zwei, und am Tag drei, und irgendwann wird der ein Mensch. Und dann verstehe ich ihn noch besser, und dann verstehe ich seine Geschichte. Und dann baue ich seine Kindheit und seine Elterngeschichte. Und so langsam wird er dann lebendig, und irgendwann fängt er von selbst an zu sprechen. Und erst dann wird es wirklich gut, und erst dann kann ich anfangen, seine Dialoge zu schreiben.

Helen
Ich finde das total spannend, aber das kann ich auf jeden Fall, glaube ich, besser nachempfinden, weil häufig haben uns AutorInnen in diesen Gesprächen dann auch gesagt, dass das mehr so zu denen kommt, die fangen an und dann entwickelt sich das und ich habe immer gedacht, hä, irgendwie, ich kann mir das gar nicht vorstellen. Und ich glaube deine Herangehensweise, da kann ich mich mehr mit identifizieren. Das könnte ich mir zumindest eher vorstellen, dass mir das mal gelingen würde. Ich finde das total faszinierend, was du da beschreibst. Ich habe gerade gedacht, dass wir vielleicht mal in den Prolog einsteigen, damit auch unsere Zuhörerinnen ein bisschen Gefühl dafür bekommen, wohin dieses Buch führt, weil ich gerade diesen Aspekt, der im Prolog beschrieben wird, einfach total spannend finde.

Daniel Speck
Sehr gerne.

Helen
Magst du mal vorlesen?

Daniel Speck
Ja, sehr gerne. [Daniel Speck liest den Prolog von »Yoga Town« vor – er steht aus urheberrechtlichen Gründen nicht im Wortlaut hier.]

Helen
Ich mag das so gerne, und richtig schön, wie du das vorliest. Vielleicht hätte ich doch das Hörbuch hören sollen, irgendwie richtig schön, das vorgelesen zu bekommen.

Daniel Speck
Im Hörbuch lese ich aber nicht diese Stelle, sondern Mina Tander liest diese Stelle, da wird es zu zweit machen.

Helen
Okay.

Daniel Speck
Mina Tander, die ich ja kenne seit »Maria, ihm schmeckt’s nicht!«, die das da mit Christian Ulmen gespielt hat, die liest Lucy, die Ich-Erzählerin, Yogalehrerin, und ich lese Lou, ihren Vater.

Helen
Ah, das ist ja klasse.

Daniel Speck
Sie liest also quasi die Gegenwartsebene und ich lese die Vergangenheitsebene. Und das ist schön, weil man da auch durch die männliche und weibliche Stimme immer wieder in so einer Variation der Erzählhaltung ist.

Helen
Ja. Ja, und ich glaube, dann kann man auch leichter wechseln, weil hier, glaube ich, habe ich vor allen Dingen immer hauptsächlich dann durch die Jahreszahl wahrscheinlich gemerkt, wir sind wieder gesprungen. Manchmal war ich mir nicht tatsächlich…

Daniel Speck
Ich habe dann auch immer so ein kleines Zitat vor jedem Zeitwechsel gesetzt. Also Zitate der Beatles, Zitate an sich einfach von spannenden Menschen, so dass man da so einen kleinen Break hat.

Helen
Ja, ich fand, ich glaube, ich fand die Phasen, in denen wir in der Vergangenheit waren, obwohl es ist so schwer zu sagen, weil manchmal war es dann so ein Cliffhanger, dass ich auch unbedingt in der Gegenwart wissen wollte, wie es weiterging. Aber ich glaube, die Vergangenheit fand ich irgendwie nochmal spannender, weil die ja so der Ursprung der gesamten Geschichte war.

Daniel Speck
Ja, wahrscheinlich, weil dort das Familiengeheimnis liegt.

Helen
Ja.

Daniel Speck
Man kommt, wenn man in die Vergangenheit einsteigt, und denkt, äh, jetzt finde ich es aber raus.

Helen
Ja, ja, ja. Man denkt sich so, jetzt langsam löst es sich doch mal auf. Und man, man kriegt ja auch Häppchen. Aber man muss halt wirklich weiterlesen, damit es sich so komplett entfaltet. Und da konnte ich irgendwie, das konnte ich gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich wollte unbedingt wissen, was ist denn in Rishikesh passiert? Warum ist das so ein großes Geheimnis? Aber was ich gerade dachte, als du das vorgelesen hattest, ist mir das jetzt nochmal wirklich bewusst geworden, mit den, die einen wollen von irgendwo weg, die anderen wollen irgendwo hin. Das, finde ich, dröselt sich ja auch erst nach und nach so richtig auf, dass eigentlich aufbrechen irgendwo hin, aber dass es trotzdem nicht unbedingt so sehr darum geht, da anzukommen, sondern vielleicht eher vor etwas zu fliehen. Und das finde ich, das wurde mir zumindest erst so nach und nach wirklich klar.

Daniel Speck
Die starten einfach und auf eine gewisse Weise kommen die ihr Leben lang nicht an. Also er ist auch jetzt als Rentner noch nicht angekommen und ist immer noch unterwegs und auch Lucy, seine Tochter, ist nicht angekommen. Sie ist immer noch eine, die selbst wenn sie jetzt eine bestimmte Heimat in ihrem Leben gefunden hat, Familie, Beruf und so, die sich da nicht wirklich drauf verlassen möchte. Also in sich, ich habe ihn den Fremden genannt, diesen Teil in ihr, der eigentlich immer kurz davor ist, die Koffer zu packen und weiterzuziehen. Und der schläft dann manchmal ein, aber immer wieder, wenn eine Situation kommt, wo sie aus der Balance gerät, da taucht dieser innere Fremde wieder auf und sagt, es ist Zeit, weiterzuziehen. Deswegen muss die Lucy das Geheimnis ihrer Familie, das Geheimnis ihrer Eltern rausfinden, um für sich ihren Peace of Mind zu finden. Ja. Um anzukommen. Deswegen auch die Yoga-Szene am Ende, ich will jetzt nicht so viel spoilern, aber in der Yoga-Szene am Ende, das ist mir auch erst beim Schreiben der Szene klar geworden. Das ist darum geht, dass Yoga für sie Bewegung darstellt. Yoga ist eine Asana, die anderen gehen, immer in Bewegung bleiben. Und dass sie zum ersten Mal lernt still zu sein und nicht in Bewegung und dass da was mit ihr passiert. Und das ist so etwas, was ich tatsächlich, das ist in dem Plot angelegt, aber ich habe diese Yoga-Szene so nicht schreiben können, ohne Lucy wirklich durch die Geschichte erstmal zu begleiten und sie ganz tief in ihrem Unbewussten zu verstehen. Also am Anfang verstehe ich die Figuren in dem, was sie über sich selbst wissen, aber mit der Zeit finde ich auch etwas heraus, was die Figuren nicht über sich selbst wissen. Und das ist das Eigentliche, was eine Geschichte vorantreibt.

Helen
Ja, ich versuche das irgendwie zu greifen. Was du jetzt gerade auch beschrieben hast, dass du am Ende bei der Yogaszene das irgendwie verstanden hast, was Yoga für Lucy bedeutet. Das ist tatsächlich ein Punkt, den ich noch relativ am Anfang irgendwo ist mir das so aufgefallen, weil wir merken ja nach und nach, Lucy hat so innere Dämonen, also ihren Fremden, den sie irgendwie mit sich herumschleppt. Und ich fand das total spannend, weil sie das so beschrieben hat, dass sie statt Therapie, ich bin jemand, ich mache jetzt schon seit gefühlten 100 Jahren Therapie und bin total die Verfechterin für Therapie, ich fand das so spannend, dass sie sagt, sie hat sich quasi gegen Therapie entschieden, also sie mag irgendwie nicht diese Geschichten, sondern steht eher für Bewegung, genau, und für Yoga. Also, weil was sie sagt, Bist du gegen Therapie, Daniel?

Daniel Speck
Auf jeden Fall. Therapie kann ganz toll sein.

Helen
Absolut.

Daniel Speck
Aber Lucy sieht das anders. Sie hat das Gefühl, wenn ich Therapie mache, dann geht es darum, in die Vergangenheit zu gehen und dort zu definieren, was ist eigentlich meine Geschichte, sozusagen mich aus einem, sagen wir mal, Trauma heraus zu definieren. Und das wird dann zu meiner Identität, das bestimmt mich. Ja. Und sie fühlt sich dadurch eingeschränkt. Sie ist Mensch der Bewegung. Sie sagt, Yoga bringt dich auch aus bestimmten Zuständen heraus, in denen du nicht sein willst. Ja. Und macht es über den Körper. Yoga bringt es ins Fließen.

Helen
Ja, und das konnte ich auch total nachvollziehen. Genau, genau. Und dann kommst du in den

Daniel Speck
Aber alles, also Therapie, aber auch Yoga, kann zu einer Obsession werden. Sie sagt einmal im Buch, sie ist addicted to movement und alles, was zu einer Addiction wird, sehen wir auch in der Vergangenheitsgeschichte, wo es um Drogen geht, also jede Art von Addiction ist eine Art von Kompensationsmechanismus und da liegt was drunter. Was muss kompensiert werden? Und was ich über Lucy gelernt habe im Laufe des Schreibprozesses ist, dass es ihr an Vertrauen ins Leben fehlt. Dieses immer in Bewegung sein hat auch zu tun mit, okay, es geht immer weiter, ich muss mich hier nicht niederlassen, ich muss nicht in der Beziehung bleiben, ich muss nicht an diesem Ort, in diesem Job bleiben, in diesem Studio sein, es geht immer weiter. Das geht schon irgendwie, aber jetzt kommt sie in ein Alter, wo man auch irgendwann, selbst wenn man in Berlin lebt, mal irgendwo ankommen möchte.

Helen
Ja.

Daniel Speck
Und dieses Ankommen ist bei ihren Eltern nicht geschehen und ist auch bei ihr nicht geschehen, weil das Ankommen hat was zu tun mit dem Leben vertrauen, der Gegenwart zurückzuvertrauen, einfach da sein. Und das gibt ja im Moment auch im Yoga, wo man dann, nachdem man in Bewegung war, einfach nur da ist, ja?

Helen
Shavasana.

Daniel Speck
Ja. Und sich dann völlig in die Gegenwart hineinfallen zu lassen, erfordert ein gewisses Vertrauen in die Welt. Das ist ein Thema bei ihr. Ich will dir jetzt nicht so viel spoilern. Du weißt ja, wo das hinkommt. Und das war mir wichtig. Und als ich das rausgefunden habe beim Schreiben, konnte ich dann auch am Anfang ihre Out-of-Body-Experience bei IKEA besser beschreiben.

Helen
Ja, ja. War da natürlich mitgelitten.

Daniel Speck
Da wusste ich aber, warum sie das erlebt, ja. Das war so eine Idee, die zu mir mal kam. Und die Szene entstand auch so peu à peu. Ich habe sie mir immer an diesem Ort, an jedem Ort vorgestellt. Aber ich habe dann erst verstanden, warum sie das erleben muss. Warum muss ihr Leben erst mal aus der Balance geraten, damit sie wieder eine neue Balance finden kann?

Helen
Ich fand an der Ikea-Situation vor allen Dingen verrückt, weil ich habe da, habe ich ja gesagt, irgendwie so mitgelitten. Und sie bewerte das aber ja gar nicht als negative Erfahrung. Das fand ich total verrückt.

Daniel Speck
Ja, also wenn man so Berichte von Leuten liest, die eine out of body experience gemacht haben, die sind durchaus toll, diese Berichte. Was passiert, wenn du deinen Körper verlässt, wenn du dein Ich verlässt, wenn du dich von oben anguckst?

Helen
Ja, Wahnsinnig. Also das fand ich super spannend. Ich würde aber tatsächlich auch sagen, dass Lucy und Lou irgendwie auch so vereint, die Angst vor diesem, ja vor diesem Stillstand wahrscheinlich haben. Beide irgendwie so Angst haben, sich dann mit ihren Gefühlen, die vielleicht hochkommen, auseinanderzusetzen.

Daniel Speck
Ja, ja. Die haben erfolgreich eine Zeit lang was verdrängt, aber irgendwann nicht mehr. Ja. Und Corinna ist dann diejenige, die tatsächlich da doch einen Schritt weiter ist, weil sie sagt, Sie möchte jetzt sie möchte anknüpfen an der Vergangenheit. Sie möchte rausfinden, ist sie falsch abgebogen? Hat sie das bessere Leben gehabt oder ihre Freundin Marie? Ja, und das finde ich das Spannende an diesen beiden Frauenfiguren, dass die sich als junge Frauen begegnen, ganz jung, Anfang 20. Dann trennen und im Alter noch mal begegnen und dann gemeinsam zurückgucken auf ihr Leben. Völlig unterschiedliche Leben und sich fragen, okay, wer ist jetzt, wer ist richtig abgebogen, wer nicht?

Helen
Ja. Inzwischen den beiden passiert ja auch so eine Art, okay, also ich versuche immer nicht zu spoilern, aber ich sag’s mal so ganz allgemein. Ganz allgemein ist es eben so spannend, dass in dieser einen Szene, du weißt, welch ich meine, die im Gang ist, dass da so eine Art Seelentausch passiert. Also die eine nimmt eigentlich das Leben der anderen und die tauschen da so, auf eine gewisse, auf eine magische Weise tauschen sie da ihre Seelen. Das finde ich total spannend.

Daniel Speck
Ja, absolut. Weil die eine, die immer unabhängig sein wollte und immer frei, geht dann ganz anderen Weg und diejenige, die immer für andere da war und immer in Beziehung sein wollte und auch immer Angst hatte, ihren eigenen Weg zu gehen, gehen, die gehen dann ihren eigenen Weg.

Helen
Ja, ja generell mochte ich so die Entwicklung und auch so dieses Unvorhersehbare, weil das hätte man bei beiden ja wahrscheinlich einfach nicht erwartet.

Daniel Speck
Nee, das hätten die beiden auch von sich nicht erwartet.

Helen
Ja. Aber Indien ist ja ein Land, in dem man immer anders zurückkommt als man hingefahren ist. Ich habe mir einen Zitat notiert, weil darüber hatte ich ja auch, oder das hatte ich dir erzählt, dass ich auch so ein bisschen Respekt vor Indien habe und ich habe diese Stelle sehr gefühlt. Ich glaube, das sagt, ich glaube, es sagt Lucy, dass Indien eine Attacke auf alle Sinne sei. Da dachte ich so, ja, irgendwie habe ich das Gefühl, das bestätigte meine Sorge.

Daniel Speck
Ja, das war meine Sorge auch, aber Indien ist auch, also Indien ist auch peace of mind. Also wenn du dann da in Rishikesh sitzt, das ist unglaublich friedlich, das ist toll. Ne, Indien ist alles. Es gibt nichts, was es in Indien nicht gibt. Und es ist dieses Nebeneinander von Schönem und Hässlichen, von Tod und Leben, von Bunt und Schwarz, von, ich weiß nicht, von Spiritualität und Weltlichkeit, die dieses Land so unfassbar macht und so toll. Also es ist auch eine Inspiration für alle Sinne.

Helen
Ja, das glaube ich.

Daniel Speck
Du hast ja Yoga Town gelesen. Yoga Town ist kein Indien-Roman in dem Sinn, wo es, keine Ahnung, wie bei Salman Rushdie, um indische Figuren geht oder um eine Liebesgeschichte zwischen einer deutschen Figur und einer indischen, sondern es ist eigentlich eine sehr deutsche Geschichte, eine sehr europäische Geschichte von Westlern, die miteinander auf die Reise gehen und dabei miteinander ihre Konflikte austragen. Ja. Auch so eine Idee von Indien haben, die vielleicht gar nicht dem realen Indien entspricht. Ja. Und dadurch kommt es auch zum Clash.

Helen
Ja, also ich glaube, es hätte auch woanders wahrscheinlich spielen können. Aber es macht auf jeden Fall Lust darauf, die Ferne, sag ich mal, zu entdecken. Also auch noch am Anfang, wo wo die unterwegs sind, finde ich macht es Lust auf andere Länder.

Daniel Speck
Also, manche sind auf dem Hippietrail bis nach Bangkok gefahren. Da gab es ja neulich auch eine interessante Netflix-Serie, die davon erzählt hat.

Helen
Habe ich nicht mitbekommen. Wie heißt die?

Daniel Speck
Ah, ich habe den Namen vergessen. Da geht es jedenfalls um so einen Typ, also das ist die reale Geschichte von dem Typen, der Hippies, die aus Deutschland auf diesem Hippie-Trail nach Thailand gefahren sind, ausgeraubt und danach umgebracht.

Helen
Oh Gott. Oh Gott.

Daniel Speck
So, crazy. Aber das nur, um zu sagen, der Hippie-Trail ging auch nach Kathmandu. Auch bis runter nach Goa. Also, es war generell die östliche Spiritualität, die die Menschen angezogen hat. Es war der Gegenentwurf, das war ja die Counterculture damals. Die sagten, wir steigen aus. Neues Paradigma. Und das muss revolutionär sein. Deswegen war es natürlich die Suche nach der Weisheit des Ostens, nach dem ganz anderen, wo man sagte, alles was nicht westlich ist, ist eben nicht materialistisch. Ist nicht dualistisch, sondern da geht es mehr um die Einheit. Da geht es um die Rückkehr zur Natur, da geht es um ein ursprünglicheres Leben, da geht es um eine Philosophie der Gewaltlosigkeit, solche Geschichten. Ja. Und natürlich, wenn man dann in diese Länder fährt, sieht man, da gibt es genauso Menschen mit all den Problemen und mit all den Fehlern, die Menschen eben haben. Und man sieht, dass man vielleicht auch auf ein anderes Land etwas projiziert hat, was ein eigenes Ideal ist. Und das hat mich interessiert, das Scheitern von Idealen und Vorstellungen. Man muss sich vorstellen, damals war auch der Maharishi, der große Guru, der kam ja auch aus einer ganz traditionellen Welt, der ist aufgewachsen in einer Welt, wo die Geschlechter sehr, sehr getrennt waren, die Männer hier, die Frauen da, wo es also unvorstellbar war, dass die Frauen sich so angezogen haben, wie jetzt diese Hippies, die aus dem Westen kamen. Das war für den auch ein Kulturschock. Und für die Westler war es ein Kulturschock, diesen diesen Maharishi zu sehen, auf ihn dann auch so was zu projizieren wie der neue Jesus, der neue Superstar, der heilige Gottgleich. Und dann zu sehen, ups, jetzt gibt es ein Sexskandal, der ist vielleicht auch nur ein fehlbarer Mensch. Und wird dann vom Thron gestürzt. Also all diese Dinge haben mich interessiert, weil die in der Originalgeschichte der Beatles drin waren, weil die aber nicht nur bei den Beatles passiert sind, sondern eben bei einer ganzen Generation. Und mich hat eben interessiert, was hat diese Generation für eine Auswirkung auf uns. Das haben die uns weitergegeben. Klar, auf der äußeren Ebene ist es super sichtbar. Also wir haben jetzt Yoga an jeder Straßenecke, wir haben Achtsamkeit und solche Geschichten. Wir haben in jedem Starbucks Chai Latte. Also das sind so die oberflächlichen Dinge der indischen Kultur, die rübergekommen sind. Damals im Ashram war es revolutionär, sich vegan zu ernähren. Heute ist es fast schon Mainstream. Das sind die äußeren Dinge, die interessant waren. Aber die tieferen Dinge haben mich noch mehr interessiert. Eben diese hippie Generation, die sagt, hey, wir sind dauernd unterwegs und immer was Neues. Mit 70 sind die immer noch unterwegs. Sind. Hey Mann, zieh mal deine Turnschuhe aus und komm mal an, komm mal auf den Boden. Was macht es mit den Kindern? Haben die Kinder der Hippies ein Sicherheitsgefühl erlebt? Haben die sich zu Hause geborgen gefühlt oder eben nicht? Was macht das mit einer Seele, wenn die Eltern eigentlich innerlich immer unterwegs sind?

Helen
Ja, super spannend. Vielleicht passt an der Stelle sogar die stelle auf seite 144 wo es auch um die um die generationen ging

Daniel Speck
Okay also das ist jetzt eine stelle die spielt in der vergangenheitsebene und da geht es um lose generation die ihren weg finden muss im unterschied zu deren elterngeneration deren eltern war ja die Kriegsgenerationen. Also Lou war ein Kriegskind. Und deren Eltern waren im Krieg. Also lese ich mal vor. [Daniel Speck liest die Passage von Seite 144 vor – sie steht aus urheberrechtlichen Gründen nicht im Wortlaut hier.]

Helen
Ich mag einfach auch an der Szene total diesen Gedanken, dass wir so ein Buch fortschreiben. Da bin ich vielleicht auch voreingenommen. Aber was du eben auch meintest, dass vielleicht da eben auf Indien oder auf auch auf dieses Fortgehen irgendwie was projiziert wurde. Da dachte ich auch, die merken ja auch vor Ort erst, dass sie im Grunde mit so einem Rucksack angekommen sind, den sie doch nicht abstreifen konnten. Wo dann vielleicht solche, ja, Geschichten aus vorigen Generationen mit drin stecken.

Daniel Speck
Und das ist ja das Spannende als junger Mensch. Also jeder von uns ist doch irgendwann mal losgezogen, so in der Zeit nach der Schule her, einfach mal losziehen und was ganz Neues entdecken und dann ist man plötzlich in der Fremde und merkt, ups, ich kann sehr weit wegfahren, aber ich komme dann doch immer wieder bei mir selber an, weil ich nehme mich selbst mit.

Helen
Ja, ich bin ja immer noch da.

Daniel Speck
Oder man entdeckt komplett neue Seitenansicht. Das geht ja auch, dass man in einer neuen Umgebung auf einmal eine neue Identität findet. Also so geht es ja auch der Marie zum Beispiel.

Helen
Ja, wollte ich auch gerade sagen.

Daniel Speck
Braucht gerade das Rauskommen aus einer vertrauten Umgebung, um ihre innere Stärke zu entfalten, die ihr vielleicht zu Hause gar nicht so sehr zugetraut wurde.

Helen
Ich bin daran vor allem gespannt, dass sie das selber wahrscheinlich nie gemacht hätte, dieses Ausbrechen.

Daniel Speck
Genau, genau.

Helen
Ja. Lucy, glaube ich, ist das beschreibt an einer Stelle auch diese Kammer der ungelebten Möglichkeiten. Und auch das fand ich einen total spannenden Aspekt, weil wir uns das vielleicht alle ja schon mal gefragt haben. Was wäre gewesen, wenn ich eigentlich diese eine Richtung eingeschlagen hätte und nicht die andere? Und ich finde, dass in Yoga Town so viele Sachen so aufgefächert werden. Und wir tauchen in so viele Geschichten ein, die alle irgendwie miteinander verwoben sind. Ja, also ich habe es auf jeden Fall sehr, sehr genossen. Ich habe mich ganz oft auch gefragt, wie hätte ich mich da vielleicht in der Situation verhalten. Ich meine, ich habe mich allein schon gefragt, wie man ohne Google Maps bis nach Indien fahren kann. Aber das hätte ich ja vielleicht zu der Zeit auch hinbekommen.

Daniel Speck
Das ging durch eine Community. Also du hast ja auch die Szene in Istanbul gelesen, in dem Pudding-Shop, wo Google Maps ersetzt wurde durch ein schwarzes Brett.

Helen
Das fand ich super spannend. Davon hatte ich noch nie gehört, dieses I Ging.

Daniel Speck
Das I Ging, das Orakel. Klar, du kannst auf einem Orakel fahren. Aber was in dem Pudding-Shop ja so spannend war, ich war da auch in Istanbul, ist eben ein Zettelbrett auf dem…

Helen
Ach so, das meinst du, ja.

Daniel Speck
Hey, wir haben hier eine Mitfahrgelegenheit nach Kabul.

Helen
Stimmt.

Daniel Speck
So, komm um 13 Uhr da und da hin und fahr einfach mit. Oder so ein Zettel wie Hey, ich hab dich da und da gesehen. Ich fand dich total klasse. Ich hab mich verliebt in dich. Meld dich. Keine Ahnung, schick einen Brief an dieses und jenes Postamt oder sowas. Da bin ich in einem Monat. Das waren irre Geschichten. Ich habe Berichte gelesen von Menschen, die darüber erzählen, wie auf diesem Hippie Trail man sich immer wieder begegnet ist. So, so, hey, du bist das, wir haben uns doch in Marrakesch gesehen. Also das war so, man erkannte sich, die einen waren auf dem Hinweg, die anderen auf dem Rückweg, die anderen blieben da hängen. Es war so eine Crowd. Und deswegen ging das ohne Google Maps. Es gab auch noch Landkarten, es gab auch Straßen, das ist ja auch völlig außer Mode gekommen. Aber im Kern ist es ja eine Coming-of-Age-Geschichte von jungen Leuten, die heute auf eine ähnliche Weise passieren könnte, wie die hier eine andere, aber es ist im Kern eine Geschichte von jungen Menschen, die noch viel zu jung sind, um mit dem umgehen zu können, was da auf sie zukommt, mit dieser großen emotionalen Wucht.

Helen
Ja, ich habe es auf jeden Fall sehr, sehr genossen und ich kann es wirklich auch nur jedem empfehlen, gerade auch wenn man, wie ich, total Spaß an Bulli-Geschichten, Vanlife und Reisen hat. Aber ich finde, ja, es ist so viel, was man gar nicht richtig in Worte fassen kann, was man erstmal gelesen haben muss, was sich da nach und nach auffächert, wenn man einmal die ersten Seiten aufgeschlagen hat. Ich fand es total spannend auch nochmal von dir mehr zu hören. Ein bisschen hatten wir ja auch schon auf der Buchmesse angerissen. Ich hab unsere drei Fragen im Bulli auch in den Highlights gespeichert. Kann man da auch nochmal vorbeischauen. Da hatte ich dir die Frage gestellt, ob du Reisender oder Tourist bist, wann du dich das letzte Mal aus deiner Komfortzone begeben hast und wie du deinen Peace of Mind findest. Also nochmal, nochmal in eine andere Richtung gefragt. Aber ich fürchte leider, dass wir jetzt wahrscheinlich wahrscheinlich zum Ende kommen müssen. Ich wollte dich aber fragen, gibt es vielleicht noch was, was wir nicht angerissen haben? Oder vielleicht auch, was du dir gewünscht hättest, was ich gefragt hätte, wo du eigentlich gerne mal drüber sprechen möchtest.

Daniel Speck
Ich fand deine Fragen total gut. Du bist tatsächlich in deinen Fragen tiefer gegangen als in so manchem Interview, das ich in der Zeitung geführt habe. Und das freut mich sehr. Man merkt einfach, dass du eine passionierte Leserin bist und dass du, dass du eine Geschichte in verschiedenen Ebenen nachempfindest.

Helen
Ja, ich glaube, ich habe halt einfach wirklich so mitgefühlt mit den Protagonisten. Und ich glaube, das bleibt auch nicht aus, wenn man Yoga Town liest. Das hat mir wirklich gut gefallen. Vielleicht eine Frage zum Abschluss, die habe ich dir schon gestellt. Weil als wir auf dem Yoga Town Event, nenne ich es einfach mal, waren, weil ich dir erzählt habe, dass wir im Buchclub auch so Kochabende machen. Und ich ja weiß, dass du für deine vorigen Bücher auch so ein Kochbuch veröffentlicht hast. Also, dass das auch was ist, was dir gut gefällt. Vielleicht an der Stelle nochmal die Frage, was würdest du servieren, wenn wir Yoga Town im Buchclub gelesen hätten oder vielleicht ja noch lesen werden und ein Schmökern und Schmausen, so heißen diese Kochabende bei uns, veranstalten würden – was sollten wir da zu Yoga Town servieren?

Daniel Speck
Also fangen wir mit den Getränken an. Ja, es gibt erst mal ein Mangolassi und dann gibt es einen Chai Latte. Das schafft schon mal die richtige Stimmung bei den Getränken. Und dann würde ich vorschlagen dass man sich beim Essen an dem orientiert, was Lou, Marc, Corinna und Marie damals im Ashram gekocht haben. Die arbeiten ja in der Küche und machen veganes, indisches Essen.

Helen
Ja.

Daniel Speck
Da gibt es total leckere Sachen. Also ich habe ja auch beschrieben, was es für Sachen sind, eben verschiedene Curries und Dals. Also ich würde so ein Thali machen. Also ein Thali ist ja so verschiedene, verschiedene Sachen zusammen, wo man sich dann von hier was nehmen kann und von da. Und ich würde das Ganze so, so ein bisschen, ich würde es vegan machen, auch für die, die Leute, die nicht vegan sind, weil man einfach da mal zu den Ursprüngen der veganen Küche kommt, die die Beatles nach Europa gebracht haben.

Helen
Ja, auch wenn da, weiß ich nicht, Eier zum Beispiel geschmuggelt wurden, weil es wirklich so streng zuging. Also ich hoffe auf jeden Fall.

Daniel Speck
Es wurde auch nach Fleisch geschrien.

Helen
Wo ist sie jetzt denn? Aber das war ja anscheinend nochmal schwieriger zu bekommen.

Daniel Speck
Das war noch schwieriger. Was gar nicht so schwierig war, waren bewusstseinserweiternde Substanzen.

Helen
Verrückt eigentlich.

Daniel Speck
Obwohl die auch streng verboten waren.

Helen
Ja, also ich finde, man kann sich auf jeden Fall mal wirklich in so eine andere Welt begeben. Man taucht nach Indien ab, nach Rishikesh ab und das hat einfach total viel Spaß gemacht. Deswegen vielen, vielen Dank für dieses wunderschöne Buch, für dieses tolle Gespräch auch.

Daniel Speck
Danke dir.

Helen
Und ich hoffe, dass die nächsten Lesungstermine jetzt noch reibungslos ablaufen, du nicht, wie ich jetzt ausfällst durch Krankheit, wenn du jetzt so viel unterwegs bist. Weil wir dich natürlich im Februar und März, war das, ne, dann gerne nochmal mit dem Buch erleben möchten. Und ja, da vielleicht ja noch ein bisschen mehr vorgelesen bekommen. Wie laufen diese Termine so normalerweise ab? Du liest vor und beantwortest Fragen, oder?

Daniel Speck
Lese ich eine Stunde mindestens.

Helen
Toll.

Daniel Speck
Danach gibt es Fragen, danach signiere ich Bücher.

Helen
Toll, ja. Verlinke ich auf jeden Fall und dann kann man dich nochmal treffen.

Daniel Speck
Sehr gerne.

Helen
Super. Vielen, vielen Dank dir.

Daniel Speck
Ja, ich danke dir.

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