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Schmökerboxen packen mit Kiara Kötz-Pennart

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Podcast · Folge 120

Wie eine Buchbox entsteht – und warum jedes Buch vorher ganz gelesen wird

Kiara Kötz-Pennart von der Schmökerbox über das geheime Goodie, die 75-Tage-Regel und sechs bis acht Wochen Vorlauf pro Box

14. August 2025 · 57 Minuten · Ganze Folge hören ↓

Der Einstieg ist bei uns immer eine gedankliche Reise: Wo sitzen wir gerade zusammen, und welches Getränk hast du uns mitgebracht? Kiara Kötz-Pennart setzt uns an den Strand von Borkum – sie ist in Ostfriesland aufgewachsen. Im Gepäck: ein Radler aus der Flasche. Für uns ist die Insel auch besetzt: Dort war unser erstes Leseretreat.

Porträt von Kiara Kötz-Pennart

Kiara Kötz-Pennart

Gründerin der Schmökerbox

Jahrgang 1988, studierte Germanistik und Geschichte in Hannover und schloss mit einem Master in Neuerer deutscher Literaturwissenschaft ab. Vor der Selbstständigkeit arbeitete sie unter anderem im Buchhandel, bei Aufbau und Kiepenheuer & Witsch, als Junior Marketing Managerin bei Thienemann-Esslinger und danach in einer Agentur. 2018 gründete sie mit ihrem Mann Chris die Schmökerbox, die heute von Seelze bei Hannover aus arbeitet. 2022 war sie für den Börsenblatt Young Excellence Award nominiert.

Eine Idee, die ein Verlag nicht wollte

Die Idee hatte sie zuerst intern in einem Verlag vorgeschlagen, in dem sie damals arbeitete. Die Antwort: So etwas machen wir nicht. Sie nahm sie mit, wechselte in eine Agentur, machte dort Online-Marketing – und war kreativ nicht ausgelastet. Irgendwann sagte ihr Mann den Satz, an dem es dann hängt: Warum machen wir es nicht einfach?

Das war 2018. Im deutschen Markt gab es damals zwei oder drei Buchboxen, die sie recherchieren konnten; der Rest kam aus Großbritannien und den USA.

Das Konzept: alles muss vom Text aus funktionieren

Ihr Anspruch als Literaturwissenschaftlerin ist streng: Wer die Box in der Händen hält, soll ein Buch bekommen, eine echte Empfehlung – und Dinge drumherum, die tiefer in die Geschichte führen. Keine allgemeinen Geschenkartikel, sondern Sachen, die im Buch vorkommen oder zu ihm passen.

Dazu kommt der schönste Kniff: das geheime Goodie. Eine kleine blaue Haftnotiz klebt an einer bestimmten Seitenzahl – erst dort darf man es öffnen. Eingeklebt wird jede einzelne von Hand.

Ich lese wirklich alles komplett, weil ich eine echte Empfehlung rausgeben will.Kiara Kötz-Pennart

Sie liest jedes Buch, das in eine Box kommt, von vorn bis hinten. Ihr Argument dagegen, es nicht zu tun: Man kennt das Buch, bei dem das letzte Drittel abfällt – und ärgert sich, es überhaupt angefangen zu haben. Das will sie ihren Kundinnen ersparen.

Was heute alles dazugehört

Aus der einen monatlichen Box ist ein ganzes Programm geworden: die Schmökerbox, eine zweimonatliche Noir-Box mit Krimis und Thrillern, ein Bücher-Abo mit Book Blind Dates, ein Adventskalender, unregelmäßige Book Blind Dates – und quartalsweise welche, die Florian Valerius, der literarische Nerd, auswählt. Dazu Sonderboxen.

Das Team ist auf fünf Leute gewachsen, zwei davon in Vollzeit. Ihr Mann Chris ist Mitgründer und vor allem eines: Sparringspartner. Denn viele Entscheidungen trifft sie im Alleingang, und genau deshalb sei jemand zum Gegenlesen der größte Mehrwert an einem Team.

Zahlen, die den Takt vorgeben

Wer wissen will, wie eng die Planung ist, bekommt in dieser Folge konkrete Zahlen:

  • Die Boxen erscheinen zum 20. des Monats; ein Zyklus dauert sechs bis acht Wochen.
  • Die Bücher stehen entsprechend sechs bis acht Wochen vorher fest.
  • Eine Box kostet 42,95 Euro im Einzelverkauf, 41,95 Euro im Abo – mit diesem Preis muss alles kalkuliert werden.
  • Die Größe liegt etwa bei einem Schuhkarton. Was nicht hineinpasst, fällt raus.
  • Es gilt eine Aktualitätsgarantie: Die Bücher sind nicht länger als 75 Tage erschienen.

Die 75 Tage sind kein Selbstzweck. Ein Teil der Kundinnen liest sehr aktuell und hat den Titel sonst schon – und setzt das Abo dann aus. Backlist gibt es deshalb kaum; die Ausnahme sind die Book Blind Dates des literarischen Nerds, der auch etwas ältere Titel nehmen darf.

Der Kalender der Branche macht es nicht leichter: Verlagsvorschauen kommen zur Messezeit im März und Oktober, viele Titel stehen aber erst kurz vor Programmstart fest. Januar- und Juli-Titel bekommt sie deshalb manchmal erst im Dezember – wenn zugleich halbe Branchen im Betriebsurlaub sind.

Der Schmöker-Award

Zum siebenjährigen Bestehen hat sie in diesem Jahr zum ersten Mal abstimmen lassen, welche Bücher des vergangenen Jahres am besten ankamen – getrennt nach Book Blind Dates, Schmökerboxen, Noir-Box und Adventskalender. Die Verlage bekamen kleine Urkunden.

Gewonnen hat in der Adventskalender-Kategorie »Verdammt wütend« von Linn Strømsborg – auch eines ihrer eigenen Jahres-Highlights. »Der Bademeister ohne Himmel« von Petra Pellini war ein Book Blind Date; die Autorin hat sich mit einem eigenen Instagram-Beitrag bedankt.

Eine Lanze für Klassiker

Auf Helens Einwand, warum man Klassiker eigentlich gelesen haben müsse, kommt eine klare Antwort: muss man nicht. Aber es lohnt sich, und zwar aus drei Gründen.

Erstens als Zeitzeugnis. Ihr Lieblingsbeispiel sind die Entfernungen bei Jane Austen: zwei Wochen unterwegs für eine Strecke, die man heute in zwei Stunden fährt. Zweitens, weil viele literarische Kunstgriffe dort erfunden wurden – Prousts Madeleine, das Gedankenkarussell bei Dostojewski. Und drittens wegen des Humors: Jane Austen sei feinsinnig und scharf, nicht nur romantisch.

Was Analyse eigentlich sein könnte

Aus dem Gespräch über unsere Buchbesprechung zu »Nebenan« wird eine kleine Versöhnung mit dem Deutschunterricht. Wir hatten am Abend zuvor anderthalb Stunden lang Theorien gesponnen – sogar darüber, was auf dem Cover zu sehen ist: Kacheln? Tapete? Post-its? Alles hätte gepasst.

Kiara Kötz-Pennart hat den Spaß an Analysen erst im Studium entdeckt – als sie merkte, dass es kein Richtig und Falsch gibt, solange man es begründen kann. In der Schule klang es dagegen oft nach der einen erwarteten Lösung: Im Text kommt ein Baum vor, also stirbt jemand.

Gründen heißt vor allem: sich trauen

Beide sind selbstständig, mit Abstand: Kiara Kötz-Pennart seit über vier Jahren, Helen seit Anfang dieses Jahres. Beide beschreiben denselben Punkt als den schwersten – nicht das Machen, sondern die Entscheidung davor.

Helen erinnert sich an Wochen mit Bauchschmerzen vor dem Schritt in die Selbstständigkeit – obwohl sie im Grunde wusste, dass sie es wollte und auch musste.

Bei Kiara Kötz-Pennart war es die Steuerberaterin, die die Zahlen hochrechnete und fragte: Warum machen Sie das nicht einfach? Was sie an der Selbstständigkeit schätzt, sind die kurzen Wege – nicht Runde um Runde auf eine Entscheidung warten, sondern Dinge ausprobieren, auch wenn sie schiefgehen können.

Dass das seine Grenze hat, sagt sie im selben Atemzug: Der Buchclub, den sie im vergangenen Jahr gestartet haben, ist wieder eingestellt worden – sie war an ihrer Kapazitätsgrenze.

Die Bücher aus der Folge

Ihre Boxen-Favoriten, der Award-Gewinner und der Klassiker, mit dem sie für das Genre wirbt.

Buchcover »Verdammt wütend« von Linn Strømsborg

Verdammt wütend

Linn Strømsborg, aus dem Norwegischen von Karoline Hippe

Gewinner beim ersten Schmöker-Award in der Adventskalender-Kategorie und eines ihrer Jahres-Highlights – ein Buch, das sie am liebsten jeder und jedem in die Hand drücken würde.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Der Bademeister ohne Himmel« von Petra Pellini

Der Bademeister ohne Himmel

Petra Pellini

Ein Book Blind Date der Schmökerbox. Traurig und schön zugleich, sagen beide im Gespräch – und die Autorin hat sich über die Award-Urkunde mit einem eigenen Beitrag bedankt.

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Buchcover »Die Ewigkeit in einem Glas« von Jess Kidd

Die Ewigkeit in einem Glas

Jess Kidd, aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann

Eine der Boxen, an die sie sich besonders gern erinnert – eine von denen, bei denen sich am Ende alle Goodies zu einem stimmigen Kreislauf fügten.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Nebenan« von Kristine Bilkau

Nebenan

Kristine Bilkau

Unsere Buchbesprechung am Abend vor der Aufnahme – anderthalb Stunden Theorien zu einem schmalen Buch, bis hin zu der Frage, was eigentlich auf dem Cover zu sehen ist.

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Buchcover »Der Zauberberg« von Thomas Mann

Der Zauberberg

Thomas Mann

Sie hat ihn im Seminar gelesen und danach noch einmal für sich, ganz ohne Analyse. Ihr Beispiel dafür, dass Klassiker keine Pflicht sind – aber ein Gewinn.

Bei Thalia ansehen *

*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Wenn du dich schon mal gefragt hast, wie viel Arbeit in so einer Box steckt, bevor sie bei dir ankommt – hier bekommst du die Antwort mit Zahlen, Fristen und der einen Regel, die alles vorgibt.

Die ganze Folge hören

Häufige Fragen

Was ist eine Schmökerbox?

Eine kuratierte Buchbox: ein Buch plus Dinge drumherum, die im Buch vorkommen oder zu ihm passen. Ein Goodie ist geheim – eine blaue Haftnotiz markiert die Seite, ab der du es öffnen darfst. Es gibt sie seit 2018, gegründet von Kiara Kötz-Pennart und ihrem Mann Chris.

Wie lange dauert es, eine Buchbox zusammenzustellen?

Ein Zyklus dauert sechs bis acht Wochen. So lange vorher steht auch das Buch fest – gelesen ist es zu dem Zeitpunkt schon. Danach kommen Einkauf, Weiterverarbeitung, Verpacken und das Einkleben der Haftnotizen von Hand.

Wie aktuell sind die Bücher in der Box?

Es gilt eine Aktualitätsgarantie von 75 Tagen: Kein Buch ist länger erschienen. Der Grund ist praktisch – ein Teil der Kundinnen liest sehr aktuell und hätte einen älteren Titel sonst schon im Regal.

Kann ich eine alte Box nachbestellen?

Nur, solange das Kontingent reicht. Ist es aufgebraucht, gibt es die Box nicht mehr: Sie besteht aus vielen Komponenten von Händler*innen im In- und Ausland, die sich nicht einzeln nachbestellen lassen. Das Buch allein kannst du natürlich weiterhin kaufen.

Muss man Klassiker gelesen haben?

Nein, sagt Kiara Kötz-Pennart – aber es lohnt sich. Als Zeitzeugnis (die Reisezeiten bei Jane Austen), weil viele literarische Kunstgriffe dort erfunden wurden (Prousts Madeleine, das Gedankenkarussell bei Dostojewski) und wegen des Humors.

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Die ganze Folge zum Nachlesen

Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.

Helen
Herzlich willkommen, Kiara. Ich freue mich sehr, mit dir über die Schmökerbox zu sprechen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?

Kiara
Erst mal danke dir für die Einladung. Ich freue mich sehr, hier zu sein. Und wir sind gerade auf Borkum. Wir sitzen am Strand, haben uns so eine ganz schöne Decke hingelegt. Und weil man am Strand immer Durst hat, habe ich mir überlegt, dass wir zusammen ein Radler aus der Flasche trinken.

Helen
Das klingt richtig gut. Und ich finde irgendwie verrückt, dass du, ich habe dir das vorher nicht gesagt, aber dass du Borkum ausgewählt hast, weil wir da letztes Jahr unser erstes Leseretreat hatten. Und ich das Gefühl habe, seitdem haben wir als Community eine enge Verbindung zu Borkum. Vielleicht rede ich mir das nur ein. Aber irgendwie schön. Warum Borkum?

Kiara
Das ist tatsächlich eine gute Frage. Nein. Also ich bin in Ostfriesland geboren worden. Und bin in Norden, in der Nähe von Norddeich geboren worden. Und da haben auch meine Großeltern ganz lange gelebt. Also irgendwie bis ich 25 war. Und das heißt, ich bin so halb an der Nordsee aufgewachsen. Und liebe Borkum einfach über alles. Ich liebe es, am Strand zu sitzen und die irgendwie hinten die Robben zu sehen. Und einfach irgendwie am Strand spazieren zu gehen. Und generell bin ich so ein kleines Nordsee Kind.

Helen
Oh, voll schön. Das war letztes Jahr mein erster Besuch auf Borkum. Aber ich habe dieses Jahr dann sogar direkt auf meinen Geburtstag da verbracht, weil ich so schön fand. Ich wäre da sonst vielleicht nie hingekommen, weil ich das gar nicht auf dem Schirm hatte. Das hat mir echt gut gefallen. Also deswegen, ich bin voll im Setting drin. Ich würde sagen, wir stoßen mit unseren Flaschen an. Ich habe dich vor ein paar Wochen angeschrieben. Ich glaube, der Auslöser war unsere Umfrage, weil dann ja auch Leute, ich hatte in der Umfrage irgendwie, nein, zurück. Ich habe ursprünglich gefragt, was wäre ein cooler Gewinn für die Umfrage. Weil ich wusste, die wird umfangreich, aber ich wollte sehr viel wissen. Ich habe dann auch die Schmökerbox genannt. Ich habe dann einfach mal geschrieben und gefragt, was ihr so von der Idee haltet. Und du hast die Februarbox zur Verfügung gestellt, was auch richtig, richtig gut ankam. Deswegen an der Stelle dann noch mal. Und ich dachte dann so, wenn ich jetzt schon mit dir in Kontakt bin, kann ich auch mich endlich mal trauen zu fragen, ob du in den Podcast kommen magst. Ich habe dir im Vorgespräch gerade schon erzählt, wie ich mich irgendwie, warum auch immer, herumgedruckst habe. Ich weiß nicht, es gibt immer wieder so Menschen, wo ich einfach denke, ah, warum sollten die das wollen? So keine Ahnung, aber statt mal zu fragen einfach. Deswegen freue ich mich jetzt total, dass wir endlich mal quatschen und du mir mal so genau erzählst, was ist die Schmökerbox eigentlich? Was hat es damit auf sich? Vielleicht kannst du mal so ein bisschen erzählen, die gibt es ja auch schon länger. Was war das am Anfang, was das jetzt, das ist auch super umfangreich. Nimm uns mal so ein bisschen mit.

Kiara
Gerne. Also es hat mich erst mal sehr gefreut, dass du mich gefragt hast, weil ich habe es vorhin auch schon kurz erwähnt. Ich hätte mich wahrscheinlich meinerseits auch nicht getan zu fragen. Und finde den Podcast einfach total schön und findet es schön, wie ihr die Auswahl treffst, also wie du die Auswahl triffst und einfach Menschen aus der Branche einlädst, mit dir zu sprechen. Also ich kann das sehr empfehlen, weil wir jetzt nur vielleicht diese Folge hören. Die können auch alle anderen Folgen hören.

Helen
Das ist voll lieb, danke.

Kiara
Genau. Und uns gibt es, also die Schmökerbox gibt es seit 2018 inzwischen, also jetzt sieben Jahre. Und ja, war krass. Ich kann es auch mal nicht so ganz passen. Wir haben angefangen, also aus so einer groben Idee heraus, dass wir überlegt haben, ich habe tatsächlich innerhalb eines Verlags, in dem ich damals gearbeitet habe, die Idee damals gepitcht. Und da hieß es so, nee, sowas machen wir nicht, darauf haben wir keine Lust.

Helen
Schade, wie schlau eigentlich.

Kiara
Ja, also ich fand es damals eigentlich eine gute Idee und habe das dann so mitgenommen für mich und habe überlegt und habe dann den, also den Arbeitsplatz gewechselt, habe dann in einer Agentur gearbeitet, also Marketing gemacht, Online-Marketing gemacht weiter. Und da ist mir ehrlich gesagt ein bisschen langweilig. Also ja, es ist alles ein schöner Beruf, es ist auch sehr kommunikativ, aber ich war kreativ nicht ausgelastet, habe immer weiter über die Idee nachgedacht und irgendwann habe ich mit meinem Mann drüber gesprochen und der hat gesagt, warum machen wir es nicht einfach? Und ich finde, und da wirst du mir wahrscheinlich recht geben, wenn man gründet, ist man erstmal vollständig alleine, man weiß nicht so genau, okay, wo muss ich hin, was muss ich tun und wir haben uns erst mal herangesetzt, haben überlegt, wie soll das Ganze überhaupt heißen? So, da waren einfach wahnscheinlich viele Namen auch im Gespräch und immer der Gedanke, dass wir eine Buchbox machen wollen, also im deutschen Markt gab es damals eigentlich noch nicht viele. Also mittlerweile sind es ja ein paar Standardmäßige, allerdings in anderen Bereichen, aber damals waren es vielleicht zwei oder drei, die wir recherchieren konnten und der Rest war international, also eher UK oder USA, da gibt es ganz, ganz viele, aber bei uns nicht. Und dann haben wir uns überlegt, wie sollte das Ganze aussehen? Also ich bin Literaturwissenschaftlerin, für mich muss immer alles vom Text aus funktionieren und ich wollte einfach, dass man eine Box in der Hand hält, wo man sagt, toll, ich habe Buch, ich habe eine Buchempfehlung und ich habe Sachen drumherum, die mich noch tiefer in das Buch eintauchen lassen.

Helen
Ja voll, ich liebe das total.

Kiara
Genau, also dass ich einfach die Geschichte noch mal mehr entfalten kann und dann haben wir uns noch diese Variante überlegt mit dem geheimen Goodie, also dass man wirklich erst auch ab einer bestimmten Seite tiefer in die Geschichte eintauchen kann und ja, so hat sich das angefangen.

Helen
Ich finde, das hat auch total die Parallelen zu Mädels, die lesen., weil es so ein ganzheitliches Erleben ist von einem Buch. Voll cool.

Kiara
Ja, du hast es gerade schon gesagt, also mittlerweile haben wir neben der monatlichen Schmökerbox, haben wir eine zweimonatliche Noir-Box mit Krimis und Thrillern, wir haben ein Bücher-Abo, mit dem man auch noch mal Book Blind Dates bekommt, die sich auch nicht mit den anderen überschneiden. Wir haben ein Adventskalender, wir haben unregelmäßige Book Blind Dates, jetzt haben wir im Quartal noch Book Blind Dates mit dem literarischen Nerd und ab und zu auch noch Sonderboxen.

Helen
Mega. Also so einfach auch jetzt von Gründerin zurück Gründerin frage ich mich auch so ein Stück weit, wie behältst du so alles im Blick? Ich meine, das ist ja wahrscheinlich auch gewachsen. Man sieht es dann jetzt und denkt so krass, wie viel ist das? Aber trotzdem, wie, fällt dir es leicht, so alles zu überblicken? Oder, keine Ahnung, wie funktioniert das genau?

Kiara
Also bei mir laufen schon eigentlich sämtliche Fäden zusammen. Also ich bin auch federführend die Planung, ich lese die Bücher. würden. Mein Gott, macht es doch nicht. Aber ich lese wirklich alles komplett, weil ich eine echte Empfehlung rausgeben will.

Helen
Ja, das verstehe ich.

Kiara
Ich meine, du kennst es wahrscheinlich auch. Du hast manchmal Bücher, in denen so das letzte Drittel so unglaublich abfällt und du dich dann ärgerst, dass du dieses Buch überhaupt in die Hand genommen hast. Und das will ich unseren Kundinnen erfahren und möchte einfach, dass sie irgendwie ein schönes Lektüre-Erlebnis haben. Deswegen lese ich alles. Und ich versuche einfach ganz viel Listen und irgendwie noch Unterstützung, den Überblick zu bewahren. Aber ja, alle Fäden.

Helen
War das erinnert mich? Also ich denke gerade so, ich glaube, da hätte ich auch voll Spaß dran. Ich stelle mir das gerade so vorhin. Vor kurzem habe ich 15 Sekunden von Chris Warnat gelesen. Und dazu muss man sagen, die Idee an sich hatte ich ihr schon irgendwie Monate vorher gepitcht, ohne eigentlich überhaupt irgendwas über das Buch zu wissen. Aber einfach weil ich sie mochte. Ich bin super nicht objektiv mit solchen Sachen. Und dann habe ich das Buch gelesen. Wir hatten darüber auch gar nicht mehr gesprochen, ob wir das tatsächlich machen. Also für mich war der Druck auch raus. Aber ich hatte dann 1000 Ideen im Kopf und ich wusste genau, okay, das was ich ihr im Dezember gepitcht habt, das will ich gerne machen. Und zwar Retreat. Ich wusste genau, ich will, dass das ein Reetdachhaus in der Nähe von Hamburg ist. Ich will, dass das ein Kamin hat, weil das im Buch so war. Ich will, dass wir das zu ungefähr der Jahreszeit machen wie im Buch. Ich habe mir alles an Essen was genannt, wurde aufgeschrieben, weil ich dachte, also Adventskranzmuster stehen, Plätzchen müssen da liegen. Wir müssen diese Pilzsoße kochen. Also so, ich hatte dann so ein klares Bild im Kopf und so ein bisschen stelle ich mir das vor. So ist das bei dir, wenn du die Box planst oder du liest das Buch und hast direkt so eine ganze Welt im Kopf, was du am liebsten da reinpacken willst und wahrscheinlich kommt dann der reale Testcheck, was du reinpacken kannst.

Kiara
Ja, so ähnlich ist es. Also beim Lesen mache ich mir immer schon Gedanken und überlege, welche Sachen genannt werden, die auch von relevant sind. Also jetzt sind die Kleinigkeiten, die dann nachher irgendwie gar keinen Effekt auf die Handlung haben, sondern die müssen schon eine gewisse Relevanz haben. Und dann denke ich drüber nach, was könnte passen. Ich suche auch immer schon Zitate raus. Also wir haben immer ein passendes Lesezeichen, wo drauf dann Zitaten steht und so weiter und die suche ich dann auch mal gleich raus. Ja und dann muss man den Realitätscheck machen. Klar, nach 7 Jahren hast du immer so ein Gefühl dafür, was ist von der Größe her in Ordnung. Also unsere Boxen haben immer so Schuhkartongröße ungefähr. Das heißt, du kannst jetzt auch nicht irgendwie alles mit reinpacken. Manche Sachen gehen dann einfach von der Größe her nicht. Und dann überlegt man, was könnte Budget herpassen. Wir haben mittlerweile ganz viele Händler in Kontakte auch. Also sind ganz viel auch im B2B Bereich unterwegs und gucken dann immer auch so auf Marktplätzen. Also Handelsmarktplätze gibt es ja inzwischen auch. Also das hat sich während Corona stark entwickelt. Vorher war das noch nicht so extrem. Wir gehen auf Messen. Wir sprechen mit ganz, ganz vielen Leuten oder irgendwer sagt Mensch, wir haben ein neues tolles Produkt. Könntest du das nicht irgendwo einbauen? Und dann behalte ich das immer so im Hinterkopf und irgendwann, ich weiß nicht, wenn dann beispielsweise es gibt ein Backset oder irgendwie sowas und irgendwann, wenn dann in dem Buch exzessiv gebacken wird, denke ich so, stimmt, da war doch was. Und so ähnlich funktioniert das. Also wir machen einfach ganz viele Notizen und gucken dann, was gehen könnte und was nicht.

Helen
Also irgendwie klingt das total cool. Packst du das alles selbst oder hast du da jetzt mittlerweile ein Lager? Wie kann man sich das vorstellen?

Kiara
Tatsächlich haben wir ein Lager. Also anders geht es nicht mehr. Das war am Anfang war es ein bisschen lustig. Da haben wir das ja alles noch in unserer Wohnung gemacht und ganz kleine Auflagen und irgendwie war gefühlt alles sehr, sehr schnell, sehr voll. Man hat sich dann manchmal nicht mehr ganz so wohl gefühlt. Genau, aber inzwischen haben wir ein Lager und haben auch Packunterstützung, aber machen auch noch sehr viel selbst.

Helen
Man schließt ja ein Abo ab? Muss man nicht. Okay, weil dadurch ist ja für dich wahrscheinlich schon, also dachte ich jetzt, wenn man Abo hat, dann ist ja für dich schon festgelegt, wie teuer sein darf oder genau, also kann das auch abweichen.

Kiara
Wir haben immer gleich, wir die Boxen kosten im Einzelverkauf immer 42,95 und Aboverkauf 41,95. Also ein bisschen weniger und genau mit dem Preis müssen wir dann arbeiten.

Helen
Ja, das macht Sinn. Und kann ich alte, also alte Boxen, aber vergangene Boxen noch nachbestellen oder geht das nicht?

Kiara
Wir haben gewisses Kontingent immer auf Lager und wenn das Kontingent rum ist sozusagen, dann sind die auch nicht mehr verfügbar bei uns. Aber klar, die Bücher, da kann man sich ja informieren, die kann man dann nachkaufen, aber das Gesamtpaket dann nicht mehr, leider. Also man muss da schon auch. Ja, vor allem manche Sachen, also bei manchen Boxen, die brauchen ein bisschen länger, bis sie verkauft werden. Andere sind sehr, sehr schnell weg. Also ich kann das manchmal selber gar nicht, also man versucht, das immer so ein bisschen nachzuhalten, aber manchmal kann man selber gar nicht sagen, woran das jetzt im Einzelnen liegt, aber man sollte sich immer nicht zu viel Zeit lassen. Ja. Wir haben es dann häufiger mal, dass es dann irgendwie eine Woche nach ausverkauern oder so, dann kommt, oh, ich hätte die Box gerne auch gehabt, mit total Leid. Aber nachbestellen ist immer schwierig, weil die Boxen aus so vielen Komponenten zusammengesetzt sind, die auch nicht, sage ich mal, einzeln nachbestellt werden können. Wenn du jetzt Händler innen hast aus Dänemark oder die Niederlanden oder aus Schweden, da kannst du nicht mehr einfach drei Teile bestellen, sondern musst schon eine gewisse Menge abnehmen und dann wird es kompliziert.

Helen
Ja, klar, das verstehe ich total. Ich habe irgendwie auch so ein bisschen aus Eigenutze gefragt, weil ich glaube, ich habe auf jeden Fall irgendwann mal gesehen, dass, wenn ich mich richtig erinnere, Die Anomalie bei euch in der Box dabei war und das haben wir auch gelesen. Das Problem ist bei uns immer, weil ihr habt glaube ich schon auch tendenziell aktuelle Bücher und wir lesen die häufig dann eher so mit zwei Jahren vor Zug oder so. Aber das wäre natürlich eigentlich cool, sonst können wir uns vielleicht irgendwann so eine Sonderaktion überlegen, dass man die Mädels-Bücher außer euren Boxen noch mal nachbestellen kann oder sowas.

Kiara
Das stimmt.

Helen
Aber wie lang dauert das so bis, also du liest das Buch oder wie lange würdest du generell sagen, dauert es irgendwie so eine Box zusammenzustellen, inklusive Lesezeit oder überhaupt überlegen welches Buch du vielleicht ausweilen könntest, bis es kaufbar ist? Du bist die Erste, die diese Frage gestellt hat. ich mich wirklich frage, wie das bei dir zu Hause da auch abläuft. Weil ich das selbst oft echt tricky finde, auch Zeit tatsächlich einzuplanen.

Kiara
Also gerade bei Lesezeit muss ich ehrlich sagen, so schön es auch ist, also ich bin immer schon viel Leserin gewesen, aber klar muss man sich beim beruflichen Lesen noch mal so ein bisschen ganz anders am Riemen reißen. Also ich probiere dann immer so verschiedene Sachen von der Mindestseitenzahl am Tag bis zur Mindestzeit am Tag. Also da bin ich aktuell, weil ich gerade in einer sehr, sehr heftigen Lesephase bin, momentan, weil ganz viele Projekte anstehen und dann auch ganz viel gelesen werden will. Aber ich sage mal so, also die Bücher stehen im Grunde so sechs bis acht Wochen vorher fest. Also unsere Boxen erscheinen ja immer zum 20. des Monats. Das heißt so ungefähr und die ganze Planungsphase hängt ein bisschen davon ab, wie viel wir gestalten. Also wenn ich in Anführungsstrichen nur Sachen einkaufe, dann ist es oft so, dass man die, wenn man es festgelegt hat, ganz schnell einkauft und dann eigentlich nur noch warten muss, bis sie da sind und dann kommt die Weiterverarbeitung, also das heißt Bücher verpacken, teilweise auch signieren, wenn es signiert ist. Also das heißt, das ist ja schon cool. Ja und auch zum Beispiel die, wir haben immer kleine blaue Haftnotizen drin an der Seitenzahl, wo man dann das geheime Goodie öffnen darf, die muss man natürlich auch händisch einkleben. Und das geheime Goodie muss man einpacken, genau. Und das, ja, also ich sage mal so, das ist dann, ich kann es wirklich schwer beziffern. Also ich sage mal so ein Zyklus sind immer so 6 bis 8 Wochen.

Helen
Ja, aber quasi zu dem Zeitpunkt hast du das Buch schon gelesen und entschieden, dass das eine Box wird. Ja, okay. Ja, voll spannend. Weil eigentlich ist es trotzdem ziemlich fix, finde ich, weil du stellst ja die Box auch noch zusammen und also so zusammen, dass sie versandbereit ist quasi.

Kiara
Ja, problematisch ist immer so ein bisschen, also wir haben ja im Verlagsbereich, ich weiß auch nicht, ob das jedem bewusst ist, wie es gibt. der zwei Verlagsprogramme, also das heißt einmal Frühjahr, einmal Herbst und die kriegen wir als Händlerinnen ab ungefähr Messezeit, also ab März und Oktober präsentiert und viele Vorschauen stehen aber erst ganz ganz fest, kurze Zeit, bevor das neue Programm erscheint. Also haben wir oft das Problem, dass wir in diesen Zwischenzeiten, also ich sag mal Januar und Juli, müssen wir wirklich sehr sehr kurzfristig arbeiten, weil da ganz oft, also ich kriege manchmal Januar Titel dann im Dezember geschickt und dann wird es wirklich eng, also gerade auch im Dezember, weil im Dezember auch viele Firmen dann ihren Betriebsurlaub nehmen und da muss man immer gucken, wenn man zurecht kommt und da gibt es auch manchmal engere Zeiträume.

Helen
Ja krass, ja. Ja, darüber habe ich noch nie nachgedacht, aber das ist natürlich echt krass. Ich glaube, ich hatte so bisher auch ein bisschen mir vorgestellt, obwohl ich ja weiß, dass das eher aktuelle Titel sind, aber irgendwie habe ich mir so vorgestellt, du liest halt und denkst dann so, komm, das machen wir jetzt, also dass das nicht nur, also nur aktuelle Sachen sind, aber macht ja auch irgendwie total Sinn. Hast du, hast du auch so eine Backlist Box oder ist das das, was jetzt der literarische Nerd dann empfiehlt, weil da sind glaube ich auch Backlist Titel drin?

Kiara
Haben wir nicht, wir haben in der Zeit gemerkt, dass es ganz oft so ist, wir haben eine Aktualitätsgarantie von 75 Tagen, also das heißt die Bücher sind nicht länger als 75 Tage erschienen. Ja, okay, wow. Und genau und das liegt aber auch vorwiegend daran, dass wir einige Kundinnen haben, die sehr, sehr aktuell sind, also manchmal schon da einfach die Bücher haben, also ich hab's auch manchmal, dass wir dann vielleicht nicht ein Monat später oder so was die Box machen und dann kriege ich zurückgespiegelt. Nee, also ich würde jetzt doch gerne das Abo aussetzen, weil ich hab's schon, dass wir nicht schon immer heftig und deswegen müssen wir sehr aktuell sein. Der literarische Nerd, genau, den haben wir eingeräumt, dass er auch mal Titel nehmen kann, die etwas älter sind. Wir hatten jetzt einen Titel im Bücher-Abo, der war schon drei, vier Monate erschienen, aber so richtig Backlist, Backlist haben wir selten dabei. Also manchmal mache ich das so als, ich nenne es immer Add-on-Titel, wenn ich in Büchern ein Verweis habe auf einen bestimmten anderen Titel, dann kaufe ich die immer irgendwie zusätzlich ein, also wenn es die dann irgendwie von Reclam zum Beispiel gibt oder von den Hamburger Leseheften, die finde ich auch mal ganz toll, weil diese schön floppy sind und ich muss mal gucken, Aber so, einfach schön floppy.

Helen
Ja. Entgegen den Reclam-Heften. Ich liebe Reclam heiß und innig, also vor allen Dingen, also bei denen denke ich immer so, was für eine geile Marketingstrategie auch. Ich stand letztens im Museumshop vom Kunstpalast, ich habe die Ausstellung geguckt, wahnsinnig gut, ich fürchte nur, wenn der Podcast rauskommt, ist die vielleicht vorbei, aber war mega gut und da war irgendwie so ein Etui oder so, oder irgendwie so eine Tasche oder so im Reclam Style und ich finde es halt einfach so genial, weil du ja schon von weitem erkennst, dass das Reclam ist. Ja. Ich denke so okay, es gefällt wahrscheinlich vielen nicht, aber es ist wieder erkennbar und irgendwie super schlau gemacht.

Kiara
Ja und das Merchandise-Artikel finde ich zum Teil auch wirklich schön, also die haben ja auch so einen, ich glaube so einen Kalender auch inzwischen und ja, auch einfach Notizhefte, die sehen genauso aus wie so ein Reclam Buch, aber es ist mit leeren Seiten und du kannst super cool.

Helen
Ich weiß nicht, ob du das so aus dem Kopf überhaupt auch sagen kannst, aber wie ist so das Verhältnis zwischen Abonnenten und Käufern, also wie viele nehmen einfach jedes Buch mit oder setzen halt mal aus und wie viele kaufen das dann spontan, sag ich mal?

Kiara
Ungefähr halbe halbe.

Helen
Ach krass, voll gut.

Kiara
Ein bisschen drauf an, was für ein Format es ist. Also beim Bücher-Abo stelle ich jetzt fest, dass es ganz viele wirklich einfach nur im Abo kaufen und wenig so zusätzlich, aber ansonsten ist so ungefähr halbe halbe.

Helen
Ja, voll cool. Und was ich mich gefragt habe, aber das ist wahrscheinlich wie so noch ein Lieblingsbuch auch übrigens bei deinen Lieblingsbüchern, die du angegeben hast, fand ich verrückt, dass du da sehr viele Klassiker hast. Ich bin nicht so ein Klassiker-Fan, vielleicht kannst du mal eine Lanze für Klassiker brechen, weil ich weiß auch nicht. Ich denke immer so, warum muss man die gelesen haben, nur weil das irgendwann mal irgendwann gesagt hat?

Kiara
Ich glaube, man muss sie nicht gelesen haben. Ich habe tatsächlich immer schon so ein Faible gehabt für auch ältere Titel. Ich weiß nicht, wie man das ausdrücken soll. Und ich habe im Studium auch relativ viel gemacht. Also ich habe auch den Zauberberg zum Beispiel einfach in einem Seminar gelesen und dann nachher nochmal so für mich, weil ich dachte, nee, jetzt will ich das mal ganz ohne Analyse. Warum man Klassiker lesen sollte? Ich glaube, um zum Teil die Zeit zu verstehen. Also viele Sachen sind natürlich etwas anders als heute. Lieblingsbeispiel ist immer so in den Jane Austen, die Entfernung, die sie zurückgelegt haben. Also dann waren wir zwei Wochen unterwegs und im Grunde genommen, wenn man sich danach halt die Strecke anguckt, denkt man sich, okay, das hätten wir jetzt heutzutage innerhalb von zwei Stunden gemacht. Und das finde ich schon, dass man Zeitzeugnisse hat, finde ich wahnsinnig gut. Und auch zu diesen Grundlagen für viele literarische Winkelzüge nenne ich es jetzt mal. Also gerade auch bei Proust. Ich weiß nicht, ob man den kompletten Proust gelesen haben muss, aber allein schon diese Szene, wie er die Madeleine eintunkt und dann dieser Gedankenstrom beginnt. Oder bei Dostojewski, Schuld und Sühne, dieses Gedankenkarussell, was er entwirft nach der Tat und so. Also das ist einfach sehr beeindruckend gemacht. Und um viele Dinge heute in der Literatur verstehen zu können, muss man da, glaube ich, mal reingelesen haben. Und bei Jane Austen zum Beispiel ist es einfach auch der Humor. Also es ist einfach ein ganz scharfsinniger, feinsinniger Humor. Also natürlich haben wir auch die Liebesgeschichte. Also ich hab letztens mal gehört, ja Jane Austen war die erste Romance-Autorin. Lassen wir mal so da hingestellt. Aber im Grunde klar, es ist auch das, was uns fasziniert, einfach diese Annäherung zwischen den Figuren. Aber auch dieser wahnsinnig tolle britische Humor, der da mit drin ist. Du merkst schon, das ist mein Thema. Ich kann da nicht mehr aufhören.

Helen
Ja cool, ne? Immer, dass ich irgendwann nochmal so eine Klassiker-Challenge ins Leben rufe. Ja, so eine Klassiker-Box.

Kiara
Ja, ja.

Helen
Warum nicht? Aber was ich eigentlich fragen wollte und ich hatte das Gefühl, es ist ähnlich schwierig vielleicht zu beantworten. Aber hast du so eine Lieblings-Box, wo du heute noch dran denkst und denkst, das hat voll Spaß gemacht, die zusammenzustellen? Oder darf man sowas nicht fragen?

Kiara
Das darfst du fragen. Es gibt ganz viele, ja doch, es gibt schon Boxen, wo ich sage, die fand ich einfach gut. Also zum Beispiel damals die Ewigkeit in einem Glas oder man hat auch manchmal so ein stimmiges Gefühl. Also ich kann das ganz schwer beschreiben, zum Beispiel jetzt auch bei der Februar-Box. Das war ja mit Sarah Gümüş in der Box. Und da hatte ich auch so das Gefühl, dass alle Goodies irgendwie so einen Kreislauf ergeben. Und das fühlt sich dann immer irgendwie so sehr komplett an. Ich meine, manchmal muss man dann auch eine Entscheidung führen. Also ich werde jetzt nicht beraten für was, aber manchmal muss man so ein Goodie nehmen, wo man dann sagt, okay, ja, das passt. Aber ist jetzt vielleicht nur 80 Prozent das, was ich hier angenommen hätte. Und bei anderen hat man dann das Gefühl, das ist jetzt eine ganz runde Geschichte. Was mich auch immer wieder fasziniert an der Recherche bei den Boxen ist, was für tolle Autor-Innen man einfach entdeckt. Also dadurch, dass man auch so aktuell liest zum Teil, aber auch sich irgendwie so ein bisschen mehr, ich bemühe mich immer aus der Komfortzone so ein bisschen rauszukommen, weil ich es langweilig finde, wenn wir jetzt immer nur Dreiecks-Geschichten machen würden. Oder wir würden immer nur Urlauber am Meer machen. Oder du verstehst das nicht. Deswegen versuche ich da auch ein bisschen aus meiner Komfortzone manchmal rauszugehen. Und dann entdeckt man so tolle Autor-Innen wie jetzt ein Stuart Turton zum Beispiel, der einfach wahnsinnig kreative … genreübergreifende Romane schreibt. Also das man nicht mehr so genau weiß, ist das jetzt ein Krimi oder ist das… Was soll das sein? Oder Simone Buchholz zum Beispiel auch ein super Beispiel, die einfach sehr divers schreibt und überraschend schreibt und mit einem ganz neuen Ansatz. Also oder auch eine Kristine Bilkau, die aus einem ganz… was ganz Ruhiges und sehr Berührendes macht und tiefgehendes. Ja, total. Oder hatten wir gestern Abend die Buchbesprechung zu Nebenan. Und es war… Ich glaube es war… Es ist eigentlich auch irgendwie schwer zu sagen, was war, glaube ich, so eine meiner liebsten Buchbesprechungen, weil wir total viel einfach so rumgesponnen haben und Theorien irgendwie, wie das vielleicht irgendwie gemeint oder ausgegangen sein könnte und also ich weiß nicht, hat irgendwie richtig Spaß gemacht. Und ich habe so gedacht, wenn in der Schule so Lektüre interpretieren, so gewesen wäre, glaube ich, hätte es mir Spaß gemacht. Aber für mich ist Interpret… Also wenn du so ein Buch so komplett auseinander nehmst und es auch so hohem Niveau, da ist bei mir aber schon so… Nein, keine Lust. Aber im Grunde ist das ja nichts anderes, so dass man einfach so ein bisschen sich im Grunde was ausdenkt, also dass man einfach überlegt, was könnte gemeint gewesen sein oder wie könnte… Was denke ich, was das bedeuten könnte und so. Ich dachte gestern so irgendwie versöhnt mich das total mit Deutschunterricht, weil wahrscheinlich war das gemeint im Deutschunterricht, aber ich habe das abgespeichert als irgendwie… Keine Ahnung, etwas, was mir keinen Spaß macht. Ich muss auch sagen, das habe ich erst während des Studiums so richtig gehabt, dass ich angefangen habe, so richtig Spaß an Analysen zu haben, weil ich gemerkt habe, dass einfach alles richtig ist. Du bist hier ein Anknüpfungspunkt und das war, glaube ich, das Problem in der Schule oftmals, dass man so dieses Lehrer von mir hat mal gesagt, es war kein Deutschlehrer, im Grunde genommen ist es doch da immer im Text kommt ein Baum vor, also stirbt jemand. Und ich dachte, ja, so ungefähr. Also im Text kommen Bäume vor und irgendwer analysiert, das bedeutet jetzt den Tod der Hauptfigur. Und das fand ich im Studium so schön und auch so befreien, dass man sagen kann, nein, alles das, was du belegen kannst und irgendwie mit einer Theorie verknüpfen kannst, das ist auch in Anführungsstrichen richtig. Wobei es ein richtig und falsch in der Analyse meiner Meinung nach nicht gibt, also wenn es unbegründet und aus der Luft gegriffen ist, okay, aber wenn man es begründen kann, dann ist es auch richtig. Total. Naja, und ich meine das beste Beispiel ist eigentlich das Cover von dem Buch. Wir hatten zwischendurch überlegt, sind das Kacheln, das hätte zum Text gepasst, Tapete hätte zum Text gepasst, dann sind da so Post-its quasi, die standen vielleicht für, ich glaube, wir waren zwischendurch dabei, dass es die Briefe in dem Buch sind oder auch später dann ein Tapetenmuster wegen einem Kinderzimmer. Also es war alles dabei und alles hörte sich schlüssig an und wir hatten irgendwie einfach Spaß daran, so zu überlegen, was das alles, also so, ich weiß nicht, es hat irgendwie, es war echt eine coole Runde gestern und bei einem Buch, was eigentlich recht schmal ist, wo du denkst, können wir darüber anderthalb Stunden sprechen, musst du am Ende eigentlich quasi so sagen, so, jetzt haben wir aber mal auf. Also ich weiß, ich finde, dass bei Büchern immer wieder so faszinierend, was man da alles rausholen kann und das finde ich halt auch so cool, an der Idee, so eine Box zu gestalten, weil du, glaube ich, wenn du diese, wenn du halt diese Dinge in der Hand hältst, die zum Buch passen, du liest es ja dann auch auf, merkst du einmal. Also ich weiß nicht, ob dir das so geht, aber wenn ich zum Beispiel in einem Buch irgendwann auch erst recht spät vielleicht bemerke, ah, dafür steht der Titel, dann fühle ich mich richtig so belohnt, dass ich das gelesen habe und ich denke, ähnlich ist das, wenn du irgendwie, keine Ahnung, Skittles in der Hand hältst und dann dir denkst, aha, okay, die Hauptfigur ist die gerne so. Also so ist doch irgendwie ein ganz anderes Lesen auch einfach. Mich freut das auch immer, so wenn das so aufgeht. Wir hatten mal, da denke ich auch mal ganz ganz zurück, das war so, ich vielleicht jetzt so ein, zwei Jahre her und da war eine Kundin auf Instagram, die gesagt hat, sie hat sich die Box gekauft, sie versteht überhaupt nicht, was jetzt diese Geschenke da drin sollen und irgendwie erschließt sich ihr das alles nicht und dann hat sie das Buch gelesen und hat irgendwie ein, zwei Wochen später da drunter kommentiert, so nach dem Motto, sie wollte sich entschuldigen, das wäre total toll und ihr wäre jetzt völlig klar, wie die Sachen zusammenpassen und das wäre ein ganz tolles Konzept und da habe ich so für mich gedacht, genau das ist das, was mich für diese ganzen Überlegungen und Gedanken, die wir uns machen irgendwie so entschädigt. Also das freut mich dann einfach so, wenn das gut funktioniert und genau dieses Konzept aufgeht und da sind ja eigentlich gerade Leute, die skeptisch sind, noch viel, viel besser als die Leute, die jetzt beim Erstmal schon gleich begeistert sind und sich denken, ja, ja, das wird sich alles finden, sondern genau so rum finde ich es eigentlich toll. Ja, voll, kann ich total nachvollziehen, aber ich finde es irgendwie auch witzig, dass jemand das bestellt, also weil man ja auch ein bisschen auf der Webseite lesen kann und sich dann denkt, was habe ich denn jetzt hier für eine Box? Aber okay, wir haben es alle schon erlebt. Was war so in diesen letzten sieben Jahren, würdest du sagen die größte Herausforderung, abgesehen von Kund*innen, die das Konzept nicht verstanden haben? Also ich muss dazu sagen, wir haben wirklich, wirklich liebe Kunden, also ich glaube, da können wir uns wirklich nicht beschweren, wir haben immer ganz, ganz, ganz tolles Feedback eigentlich, also klar, hast du auch mal zwischendurch jemanden dabei, der dann doch eine Herausforderung darstellt, so jetzt nicht, aber im Großen und Ganzen ist es schon sehr, sehr gut. Ich meine, wir hatten, ich sage mal so, wir hatten schon so Momente, also wir haben es antrainiert, nicht in Panik zu verfallen, wenn wir denken, dass von einem bestimmten Goodie nicht genug da sind. Das passiert nämlich manchmal, manchmal stimmt es sogar, also manchmal hast du wirklich den Fall, dass zu wenig geliefert wurde und du es nicht aber gemerkt hast, dann fehlen halt meine wegen zwei und du hast keine Zeit gehabt, es durchzuholen vorher und dann ist es schon problematisch, aber das sind so Herausforderungen, ich finde bürokratische Themen oft eine Herausforderung, gerade auch so Neuerungen, die wir in den letzten Jahren auch in der EU und so weiter hatten, das finde ich immer irgendwie versetzt mich das immer sehr in Stress, obwohl wir bisher alles gemeistert haben, aber am Anfang denkt man dann immer um Gottes Willen, wie soll das gehen? Wir sind zu klein, um das irgendwie hinzubekommen, aber bisher hat es immer alles geklappt und ja, also ich sage mal so von versand Missgeschicken war auch von einiges dabei, dass meine Box nicht vollständig angekommen ist und man dann gucken musste und oder eine Palette Bücher, die dann wie soll ich sagen in sich verschoben war, wo wir dann relativ viele reklamieren mussten, das ist ja auch so was, was wir nie ausspielen tatsächlich, weil wir dann auch nicht sagen wollen der oder der Verlag hat jetzt eine schlechte Auslieferung, aber da passieren schon im Hintergrund relativ viele Sachen, wo man manchmal den Kopf schüttelt und sagt, das hätte man vielleicht auch anders verpacken können, also war es alles. Ja, also ja und klar, es ist immer eine Herausforderung auch zu wachsen oder der Ukraine Krieg zum Beispiel am Anfang war für uns auch eine große Herausforderung, wie glaube ich für viele Firmen an, also viele andere Firmen auch. Ja, ich kann mir das echt gut vorstellen, weil ich habe immer das Gefühl, ich weiß nicht, ob das nur mir so geht, aber ich habe immer den Eindruck, dass es die krasseste Form von Persönlichkeitsentwicklung sich selbstständig zu machen, weil die meisten Herausforderungen ja eigentlich irgendwie im eigenen Kopf stattfinden, also ich habe das zumindest so, dass ich dann denke, das schaffe ich nicht, ist ja schon gut für andere, aber ich kann das nicht. Es ist einfach wahnsinnig viel Druck, ich hätte das auch gar nicht so eingeschätzt, ich war nie jemand, der gesagt hat, es gibt ja Leute, die sagen, ich mach mich selbstständig und ich weiß das jetzt schon mit 20 oder so und so jemand war ich nie, also ich habe mich immer irgendwie im angestellten Verhältnis gesehen und dann kam das so auf mich zu und ich war auch ganz lange eigentlich noch immer, also erst in Vollzeit und dann in Teilzeit angestellt und habe dann gedacht, ich probiere es und entweder ich finde es gut oder ich finde es nicht gut, ich mag diese Freiheit, dass man sich selber organisieren kann, ich mag die kurzen Wege, also dass man einfach nicht mehr Runde um Runde da sitzt und irgendeine Entscheidung abwarten muss, sondern ich muss einfach sagen. kann man macht Dinge und man probiert es jetzt aus und wenn es halt schief geht geht es halt schief. Also ich meine wir haben auch schon viele Sachen gemacht, wir haben ja letztes Jahr zum Beispiel auch ein Buchclub angefangen, bei dem wir dann auch gemerkt haben, oh es ist also nicht, dass ich gedacht hätte, dass es wenig Arbeit, das jetzt nicht. Aber ich habe halt für mich gemerkt, dass ich da auch an meine Kapazitätsgrenze einfach bekommen bin. Ich arbeite sehr viel, ich kann auch viel arbeiten, aber irgendwann war es dann halt auch so mental sehr viel Druck, dass wir dann gesagt haben, nein das müssen wir jetzt irgendwie lassen in dem Moment, heißt nicht, dass man es nicht vielleicht irgendwann noch machen kann oder dass Mädels, die lesen., unsere Standard Community wird. Aber da war es dann so. Na ja, aber du verstehst das ich meine, also es ist einfach wirklich viel Druck manchmal. Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Aber irgendwie finde ich auch wenn man dann so eine Herausforderung nimmt, ist man auch halt so gefühlt doppelt so stolz, oder? Weil man sich so denkt, ah okay krass, kann ich doch. Ja, oder auch manchmal so über seinen Schatten springt und sagt, also ich probiere es jetzt einfach und auch wenn man das vielleicht nicht unbedingt liebt und macht es einfach mal und so schlimm wird es nicht werden und meistens macht man dann ja die besten Erfahrungen. Voll. Ja, finde ich auch total was ich irgendwie auch eigentlich ganz sympathisch finde. Also bei uns wird das jetzt sich morgen ändern, aber es heißt ja bisher bei uns auch Schmökerrunde, die Schmökerrunde – und ihr seid die Schmökerbox. Also wenn die Folge raus ist, ist das auch schon alles kommuniziert, dass wir uns von diesem Begriff verabschiedet haben. Aber irgendwie allein das finde ich so ein bisschen sympathisch, weil ich finde es hat so eine Gemütlichkeit Schmöker irgendwie. Das klingt so weiß ich nicht. Klingt anders als Lesen einfach. Und du hattest mir im Verlauf so, wo wir die den Termin ausgemacht haben, was von einem Schmöker-Award geschrieben. Ich habe das aber nicht mehr wiedergefunden. Erzähl mal, was was das klingt irgendwie cool. Ja, wir haben uns dieses Jahr überlegt zum siebenjährigen Geburtstag, dass wir einfach mal eine Abfrage starten, wie die Bücher im letzten Jahr angekommen sind und haben da einfach online abstimmen lassen für die verschiedenen Segmente. Also das heißt Book Blind Dates, Einsen, Schmökerboxen, Einsen, Waah und so weiter und Adventskalender. Und ich fand es einfach wahnsinnig spannend, welche Titel, der jetzt hoch gerankt sind und welche nicht. Und mich hat auch zum Beispiel wahnsinnig gefreut, dass beim Adventskalender Verdammt wütend auf der Eins gelandet. Auch eines meiner absoluten Jahres Highlights letztes Jahr, von dem ich immer denke, man sollte das wirklich jeder und jedem in die Hand drücken. Echt? Ich habe das immer noch hier stehen, immer noch nicht gelesen. Okay. Also ich fand es wahnsinnig gut und auch für jede Altersstufe. Und deswegen hat mich das so, also fand ich das so toll, dass auch so viele andere Leute gesagt haben, ja, das war auch mein Highlight und cool. Ja, also genau. Und das haben wir einfach einfach so gemacht, sozusagen und haben den Verlagen aber dann nachher auch noch so kleine Urkunden geschickt, weil wir gedacht haben, dissonorieren wir noch. Und zum Beispiel der Bademeister ohne Himmel. Oh Gott, das fand ich so schön. Ja, aber es war so traurig. Ja, aber irgendwie so ein schönes Buch. Ja, ein sehr schönes Buch. Und das war bei uns auch ein Book Blind Date und da hat sich Petra Pellini hat sich sehr gefreut und hat uns dann auch noch mal so einen kleinen Beitrag für Instagram gemacht und so weiter. Also das schreibt sehr schön an. Ich glaube auch, dass wir das weitermachen. Weil ich das einfach… Abfrage, einfach um zu sehen, welche Bücher haben besonders gut gefallen. Weil wir das natürlich hier irgendwie alles in unserem Stillen-Kämmerlein auskochen und ich dann immer überlege, was könnte ich noch nehmen, was ist jetzt gerade gut, was sind gute Themen und dann freut es mich natürlich, wenn die auch gut ankommen. Und andererseits ist es natürlich auch für die AutorInnen einfach einfach auch schön, glaube ich, wenn sie dann sehen, OK, so eine Community-Abstimmung und haben wirklich viele Leute im Teil genommen. Das hätte ich gar nicht gedacht. War cool. Wir haben… Wir haben immer so ein Fazit-Post und da gibt es eine Bewertung und wir haben auf der Website ein Filter quasi am besten bewertet. Aber das ist halt so Alltime-Favorites. Aber ich fände es eigentlich cool zu sagen, dieses Jahr, was hat dir da am besten gefallen von den Büchern? Ich habe irgendwie Lust drauf. Und dann kann man das auch selber noch mal so ein bisschen rekapitulieren, weil ich mir meistens gar nicht sicher bin. Also ich finde, klar, ich finde alle Bücher, die ich da mache, empfehlenswert, sonst würde ich sie nicht reingeben. Aber dann hat man am Ende des Jahres schon so manche Bücher, die einfach mehr beeindruckt haben oder so länger nachfallen und mit so Themen, also wie gerade auch bei Verdammt wütend, wo man sich sehr identifizieren kann und dann überlegt, wie kann man das vielleicht auch für sein eigenes Leben so ein bisschen adaptieren oder woran muss man eigentlich arbeiten? Und das finde ich immer ganz schön, also wenn Bücher das schaffen.

Helen
Voll. Und ich finde auch manchmal braucht man ein bisschen Abstand dazu, um wirklich sagen zu können, dass immer noch ein Buch an das ich denke. Klar, es gibt natürlich auch Bücher, die hast du gelesen und hast sie sofort vergessen. , aber ich finde oft denkst du ja auch gerade an die, die du gerade erst gelesen hast am meisten. Wenn es aber ein Buch gibt, das du vor Monaten gelesen hast und das die immer noch nicht auf dem Kopf geht, ist ein gutes Indiz. Also ja, voll spannend irgendwie. Ich nehme es einfach auch noch mal als Idee mit, weil ich so denke, das finde ich eigentlich auch voll schön, weil man irgendwie noch mal an die Bücher auch so erinnert, die man vor Monaten gelesen hat. Du sprichst ja auch immer von wir. Du hast am Anfang auch gesagt, du hast dein Mann irgendwie auch quasi so mit ins Boot geholt. Ich weiß nicht, aber ihr macht das auch zusammen oder wie sieht das aus?

Kiara
Wir sind mittlerweile ein Team von fünf Leuten. Also davon tatsächlich nur zwei Vollzeit und aber immerhin also cool.

Helen
Richtiges Unternehmen.

Kiara
Danke, danke. Ja, das ist für mich auch immer noch irgendwie. Es ist schon krass. Also ich meine, klar, ich mache immer noch sehr viele Sachen selber. Und aber trotzdem ist es auch schön, wenn man irgendwie Unterstützung hat. Und genau und mein Mann Chris, der ist von Anfang an mit dabei gewesen und der ist immer schon ein bisschen mein also ist mitgründer und der ist immer so mein Sparings Partner. Dann besprechen wir immer ganz viele Ideen oder auch so Boxenkonzepte, bei denen ich dann überlege, was könnte da jetzt sein? Und dann frage ich auch, was meinst du? Und das ist wirklich immer wichtig für mich, dass man sich da austauschen kann. Weil viele Dinge muss man ja einfach im Alleingang entscheiden. Ja. Und hat dann kein Feedback und dann ist es immer schön, dass man sich da irgendwie so ein bisschen austauschen kann. Also das fand ich auch den größten Mehrwert im Grunde an einem Team.

Helen
Ich am Anfang auch, ich fand das auch. Ich glaube, einfach auch schwer auszuhalten. Also ich würde schon sagen, dass sehr vieles alleine entscheidet. Aber ich finde es total gut, gerade in Sachen, also wenn ich mir vielleicht auch bei Dingen unsicher bin oder so, das einfach mit anderen besprechen zu können. Und das kann ich natürlich auch mit meinem privaten Umfeld. Das ist einfach irgendwie auch noch mal was anderes. Wenn jemand wirklich involviert ist, wirklich auch versteht, wie das alles so funktioniert. Und das fand ich, glaube ich, mit natürlich die Entlastung, aber auch so dieser Austausch mit den größten Mehrwert an einem Team.

Kiara
Wie viel seid ihr?

Helen
Sind jetzt sieben, glaube ich, aber die auch super unterschiedlich vom Umfang. Und wir haben auch keine bisher fest angestellten, das wäre noch so ein. Aber trotzdem voll gut. Ja, da würde ich auf jeden Fall gerne hinkommen, wenn wir das schaffen. Aber ich habe mich jetzt auch erst zum ersten, ersten überhaupt selbst vollzeit selbstständig damit gemacht und bin auch noch nicht an dem Punkt, dass ich mir ein Gehalt auszahlen kann. Also so eins nach dem anderen. Aber ja, ist auf jeden Fall ja, wäre eines meiner Ziele, dass wir das schaffen.

Kiara
Ja, das ist immer so Schritt für Schritt.

Helen
Voll.

Kiara
Man hat dann auch viel Verzicht als Unternehmerin. Das kann ich bestätigen, also dass man da erst mal hinkommen muss, dass man sich auch einigermaßen selber was auszahlen kann. So. Aber ja, ist es immer aufregend.

Helen
Also für dich jetzt auch total aufregend. Ich bin gerade auch ein bisschen aufgeregt, weil du mich jetzt selbstständig gemacht hast.

Kiara
Ja, voll.

Helen
Also es ist eine Achterbahnfahrt, dieses ganze Selbstständig. Einfach auch ein krasser Schritt. Und ich glaube, man kann das immer gar nicht so gar nicht so sehr nachvollziehen, wenn man das nicht irgendwie auch schon durch hat, weil man dann erst weiß, okay, das ist wirklich wie ins kalte Wasser springen.

Kiara
Voll. Ich fand allerdings eher die Entscheidung Treffen schwierig, als es dann durchzuführen. Also so im September, glaube ich, letztes Jahr habe ich gemerkt, führt jetzt im Grunde kein Weg dran vorbei. Ich muss entweder aufgeben und Mädels, die lesen. liegt mir einfach zu sehr am Herzen. Also das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Es würde mich. das würde mich unglücklich machen oder ich muss mich trauen zu springen. Und ich hatte auch nie vor irgendwie der Unternehmerin oder so was zu sein. Hattet auch keine positiven Beispiele unbedingt für. Und für mich war das so mit Angst besetzt. Ich habe da wirklich Wochen mit Bauchschmerzen verbracht, weil ich im Grunde wusste, ich will das und ich muss es auch irgendwie. Aber keine Ahnung, es schien mir wie das Unvernünftigste auf der Welt. Aber als ich dann die Entscheidung getroffen hatte. Es gab auch so einfach eine Dentline. Ich wollte das unbedingt zum Ende des Jahres dann machen. Dann war es super einfach. Und seitdem habe ich es auch nicht. Ich wusste auch, dass ich nicht bereuen würde. Und es wurde sich auch schon in dem Prozess, wo ich Bauchschmerzen hatte, aber dahin zu kommen, das war, finde ich, das schwierigste.

Helen
Ich fand, ich habe das bei dir ähnlich war.

Kiara
War bei mir ähnlich.

Helen
Ja, ich habe mich erst gar nicht überhaupt nicht getraut, diesen Gedanken irgendwie zu denken. Ja. Also das war ganz komisch.

Kiara
Und ich weiß mal, wir haben uns damals mit unserer Steuerberaterin zusammengesetzt und die hätte es dann so hoch gerechnet und hat gesagt, warum machen Sie das nicht einfach? Und dann hat meine Steuerberaterin auch gesagt.

Helen
Manchmal bisschen weiter, glaube ich, als man selbst war.

Kiara
Sie sehen ja auch, wie entwickelt sich das Ganze? Und dann kam das bei mir so ins Rollen, dass ich angefangen habe, darüber nachzudenken, also wirklich ernsthaft darüber nachzudenken. Und ich habe gerne in meinem Job gearbeitet. Das war jetzt auch nicht so, dass ich da gerne gegangen bin. Das war halt auch immer so ein bisschen der Faktor, dass man gedacht hat, die Sicherheit und.

Helen
Aber ich habe es auch noch nicht bereut.

Kiara
ich bin jetzt seit über vier Jahren tatsächlich inzwischen sogar selbstständig. Und ich genieße das einfach immer noch total, dass ich eigene Entscheidungen treffen kann, so flexibel bin und finde das. Also ich denke immer auch so, wenn, wenn man sich das sich selber zusammengeklöppelt hat. Und das ist ja bei dir auch so, ne? Du hast dir so sein dein eigenes Ding erfunden.

Helen
Genau. Hast du dir, hast du dir jetzt immer zusammengeklöppelt?

Kiara
Und das ist bei mir auch so. Also es ist immer noch mein, mein Herzensprojekt. Und irgendwie weiß ich nicht, Hobby und Beruf gleichzeitig. Also es frisst einfach auch wahnsinnig viel Zeit, aber ich finde es immer noch toll. Ja.

Helen
Ja, und das ist ja auch die Freiheit, die du hast, jedes Mal auch neu zu bewerten. Und wenn du es irgendwann anders empfinden würdest, du bist ja nicht da dran gekettet.

Kiara
Nein. Aber ich finde halt einfach dieses diese freie Entscheidung, das weiterzumachen, und das ist eigentlich auch so dieses Empowerende, dass ich weiß, ich mache das wirklich, weil es mir Spaß macht. Und ich versuche jetzt gerade eher einen Weg zu finden, dass ich es weiter machen kann, weil es mir so viel Spaß macht. Aber ich bin nicht irgendwo weiterhin im Job, nur weil ich da halt schon irgendwie immer bin und weil der mir Geld zahlt und so.

Helen
Also eigentlich finde ich das im Grunde das als Kern schon total befreiend, dass du dir das selber ausgesucht hast und im Grunde jeden Tag neu selbst entscheidest.

Kiara
Ja, und dass ich auch selber entscheiden kann, worauf ich jetzt gerade Lust habe, noch als Zusatzprojekt. Das liebe ich auch sehr. Oder ich finde, das mag ich auch mal so sehr, wenn du so im Durchgehen bei diesen Prüfphasen findest und buch oder denkst, dass es so besonders, ich will damit jetzt irgendwas Spezielles machen. Und dann kann ich mir das selber überlegen, was ich damit jetzt machen will oder ob ich damit halt was machen kann. Ich merke, klar, man kann ich jedes also wenn ich jedes Projekt machen würde, was ich machen wollte, dann würde ich nicht mehr schlafen fürchte ich, aber einfach immer so viele Sachen habe, wo ich denke, das wäre jetzt auch noch toll. Und manchmal muss ich mich selber auch ein bisschen bremsen. Und dafür ist Chris auch wiederum gut und so sagen, ey, das machen wir jetzt nicht auch noch. Aber bei vielen Sachen denke ich mir dann, ach cool, das kann ich jetzt machen. Letztes Jahr habe ich zum Beispiel eine Rätselwoche gemacht, weil wir das passende Buch dazu hatten. Und solche Sachen oder dieses Jahr kommt noch eine ganz, ganz tolle Sache rund um Klassiker zu dem ich was mache. Kann ich jetzt so?

Helen
Ja, und wie ich jetzt gehört habe, dass du da auch die Expertin drin bist. Und wenn du es also ich kann mir vorstellen, dass du auch schaffst, Leute dafür zu begeistern.

Kiara
Jetzt nicht kleinreden. Ja, okay, ich bin so, ich geb mir Mühe. Oh, nicht. Ja, schwierig. Hände ich, kenne ich, aber.

Helen
Lass mal einfach so stehen, du bist die Klassiker-Expertin. Ja, voll cool, voll spannend. Wo findet man dich online oder auch offline? Keine Ahnung. Also, wo kann man jetzt genauer nachschauen, wenn man sagt, Boah, Schmökerbox, das hört sich an wie etwas, was ich brauche.

Kiara
Ja, dann findet man uns online einfach unter schmoekerbox.de. Da findet man so ziemlich alles. Man kann uns aber auch fragen, man kann man kann uns auch anrufen sogar. Also man kann auch mit mir sprechen und sagen, hey, ich hätte total Bock auf eine Box, die XYZ macht, kannst du mir eine empfehlen? Und dann bin ich immer da. Also, das ist das, was ich gerne mache. Ich bin manchmal ein bisschen traurig, bin da, dass ich nicht im Buch laden stehe und das machen kann. Aber jeder muss seine Nische machen. Ja. Dann bei Instagram einfach unter Schmökerbox, bei TikTok, bei Facebook. Bei Bluesky. Wir sind ein bisschen überall. Genau. Wir sind auf vielen Kanälen. Aber man findet eigentlich alle Infos bei uns auf der Website.

Helen
Cool, verlinken wir auch noch mal in den Show notes.

Kiara
Sagt hallo.

Helen
Ich würde sagen, wir trinken unser Radler jetzt zu Ende und schlendern es vielleicht noch so ein bisschen hier am Strand entlang. Verabschieden uns von den Mädels. Und ich danke dir sehr einfach mal für diese Einblicke. Und ist auch, glaube ich, schon wahrscheinlich so eine Premiere. Weil so etwas in der Art hatten wir noch nicht im Podcast. Deswegen danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast.

Kiara
Danke dir für die Einladung, das tolle Gespräch. Sehr gerne.

Helen
Mir auch.

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