Buecherstapel der Maedels, die lesen.

Die 3 Bücher, die unsere Community gerade am meisten liebt – kostenlos für dich.

Verrate uns dein Lieblingsbuch, und wir schicken dir die aktuelle Top 3 der Mädels 🤝 – dazu drei Herzensbücher von Helen.

Vom Schulpraktikum in die Buchpreis-Jury

StartseitePodcast › Der Weg in die Buchbranche mit Florian Valerius

Podcast · Folge 121

Vom Schulpraktikum in die Buchpreis-Jury

Florian Valerius, der literarische Nerd, über Instagram als Türöffner, Honorare, über die niemand spricht, und den inneren Saboteur, der immer mitredet

28. August 2025 · 75 Minuten · Ganze Folge hören ↓

Der Einstieg ist bei uns immer eine gedankliche Reise: Wo sitzen wir gerade zusammen, und welches Getränk hast du uns mitgebracht? Florian Valerius bleibt in seinem Arbeitszimmer – dem Raum, den seine Community aus jedem Insta-Live kennt, mit den Bücherschränken im Hintergrund. Im Glas: Leitungswasser mit Eiswürfeln und einer Limettenspalte. Das führt regelmäßig zu Kommentaren, er trinke Gin Tonic. Tut er nicht.

Porträt von Florian Valerius

Florian Valerius

Buchhändler · Der literarische Nerd

Er arbeitet in einer kleinen unabhängigen Buchhandlung in Trier und ist auf Instagram als »der literarische Nerd« unterwegs. Er war Mitglied der Jury für den Deutschen Buchpreis, hat den Börsenblatt Young Excellence Award gewonnen, moderiert Lesungen und gibt Büchertipps im ARD-Buffet. Seit Anfang des Jahres macht er den Podcast »Dora Heldt trifft« mit.

Foto: @derbelichta

Der Weg: ein Aushang im Schaufenster

Angefangen hat es mit einer Woche Schulpraktikum in der Oberstufe – in der Buchhandlung, die auf dem Weg von der Schule zur Bushaltestelle lag. Danach Zivildienst in einem Wohnheim, dann Pädagogik, dann Soziologie. Das Studium war ihm zu trocken, in Trier kam auch noch Wirtschaftsinformatik dazu, an der er nach eigener Auskunft komplett gescheitert ist.

Nach zwei Semestern ging er an der Unibuchhandlung vorbei und sah einen Aushang: Wir suchen eine*n Auszubildende*n. Bewerbung geschrieben, eine Woche später Vorstellungsgespräch, noch eine Woche später stand er in der Buchhandlung. Dort blieb er fast 16 Jahre, zuletzt als Filialleiter.

Vor drei Jahren dann der Full-Circle-Moment: Er wechselte in eine kleine unabhängige Buchhandlung – genau die, in der er damals sein Schulpraktikum gemacht hatte.

Wie der literarische Nerd entstanden ist

In der ersten Woche seiner Ausbildung stand er im Wareneingang und packte morgens die Ware aus. Dabei hielt er ein Buch von Haruki Murakami in der Hand: Tanz mit dem Schafsmann*. Titel und Cover gefielen ihm so gut, dass er es am selben Tag kaufte.

Daraus wurde die Leidenschaft für Murakami, für japanische Literatur, für Japan. Er sparte viele Jahre und flog vor sieben Jahren mit seiner besten Freundin nach Tokio. Zurück kam er mit tausenden Fotos auf dem Handy – und der Frage, wohin damit. Er lud sich Instagram herunter, dachte sich den Namen »literarischer Nerd« aus und postete dann kein Tokio-Bild, sondern sein Bücherregal.

Dass es eine ganze Bookstagram-Bubble gibt, wusste er zu dem Zeitpunkt nicht. Die Japan-Bilder kamen später doch noch auf den Account, als er zwei japanische Wochen machte.

Ja sagen und es danach verfluchen

Er beschreibt sich als den introvertiertesten, schüchternsten Menschen – und hätte gelacht, wenn ihm jemand gesagt hätte, dass er vor hunderten Leuten stehen, in der Jury für den Deutschen Buchpreis sitzen und live im ARD-Buffet Bücher empfehlen würde.

Irgendwann hat ein Schalter umgelegt, und er hat angefangen, Ja zu sagen. Jedes Mal hat er das Ja hinterher verflucht und es trotzdem durchgezogen. Helen kennt das aus ihrem Auslandssemester in Kolumbien – am Abend vor dem Flug hätte sie am liebsten alles abgesagt.

Die tägliche Angst. Allein dieses sich Exponieren vor der Kamera. Ich kann bis heute nichts anschauen, in dem ich stattfinde. Ich hasse meine Stimme abgrundtief.Florian Valerius

Sein innerer Saboteur sagt ihm bis heute, dass irgendwann der Punkt kommt, an dem es doch nicht funktioniert. Inzwischen sieht er das anders: Dass beide Stimmen mitreden – die verrückte, die Ja sagt, und die mahnende – gehört zu ihm.

Der Teil, über den niemand spricht: Geld

Als er anfing, gab es niemanden, den er fragen konnte, was ein Insta-Live wert ist – nicht für die Stunde, nicht für das Lesen, nicht für die Vorbereitung. Auch kein ChatGPT, das man hätte fragen können.

Es gab niemanden, zu dem ich hochblicken und den ich fragen konnte: Wie hast du das gemacht?Florian Valerius

Geholfen haben ihm ein paar taffe Frauen, die gelacht haben, als sie hörten, was er verlangt – und ihm gesagt haben, was er eigentlich verlangen sollte. In der Folge sagt Helen ihm etwas, das sie lange mit sich herumgetragen hat: dass sie fast enttäuscht ist, wenn er etwas kostenlos macht, weil sie dann denkt, wie soll ausgerechnet sie dafür Geld verlangen.

Seine Antwort dreht es um: Er will nicht, dass seine Follower denken, er mache es nur wegen des Geldes. Und was niemand sieht, sind die Kooperationen, die er ablehnt, weil ihm ein Buch nicht liegt. Wenn er etwas umsonst macht, ist es ein Geschenk an sich selbst – ein Insta-Live mit Jakob Nolte etwa, den er liest, seit er Mitte zwanzig ist.

Und manchmal geht beides. Als er hörte, dass der Pulitzer-Preisträger Andrew Sean Greer ein neues Buch herausbringt, hat er einfach den Verlag angeschrieben und gefragt, ob ein gemeinsames Insta-Live möglich wäre. Es kam ein Ja – und ein Honorar dazu.

Buchhandlung und Instagram: keine zwei Welten

Montags, mittwochs und freitags steht er ab neun Uhr in der Buchhandlung, meistens bis 15 Uhr. Danach: E-Mails, Calls, Vorgespräche mit Autor*innen, Moderationsvorbereitung. Und lesen – ein Teil der Arbeit, den er selbst oft nicht einplant.

Seine Regel dabei ist unverhandelbar: kein Buch besprechen, keine Kooperation machen, nichts moderieren, was er nicht von vorne bis hinten gelesen hat. Eine Autorin hat ihm einmal erzählt, ein Moderator habe ihr fünf Minuten vor dem Auftritt gesagt, er habe ihr Buch nicht gelesen, das werde man schon irgendwie machen.

Ich bin bei Moderationen so übervorbereitet: Wenn der Gesprächspartner ausfallen würde, ich könnte das Gespräch für ihn mitführen.Florian Valerius

Verdienen tut er mit Instagram inzwischen mehr als in der Buchhandlung. Trotzdem – und deshalb – bleibt er dort. Er hat seiner Chefin beim Wechsel gesagt, welchen Betrag er im Monat braucht, weil er Sicherheit braucht. Nach einer Woche Buchmesse oder einem Branchenkongress ist die Buchhandlung für ihn fast Erholung.

Montagmorgen stehe ich in der Buchhandlung. Ich stehe an der Basis, rede mit meinen Kund*innen – und das erdet mich so.Florian Valerius

Es befruchtet sich auch fachlich: Was er auf Bookstagram sieht, beeinflusst seinen Einkauf – gerade in Bereichen wie Young Adult oder Fantasy, in denen er sich selbst nicht zu Hause fühlt. Und wenn ein Kinderbuchverlag ihn zu einer Moderation anfragt, sagt er zu, weil er das Buch danach in der Buchhandlung besser verkaufen kann.

Die größte Buchhändler-Schande

Auf die Frage, ob ihn manchmal überrascht, was plötzlich gefragt ist, kommt die Geschichte, die er selbst so nennt. Ein Vertreter rief ihn damals an: Herr Valerius, sind Sie sicher, dass Sie dieses Fifty Shades of Grey nicht einkaufen möchten? Er war sich sehr sicher. Wenige Monate später lagen alle Teile im Stapel im Laden.

Helen kennt das aus einer anderen Richtung: Sie bekommt regelmäßig Screenshots von eBay Kleinanzeigen geschickt, wo Verkäufer*innen fragen, was plötzlich mit diesem einen Buch los sei, das wochenlang niemanden interessiert hat.

Erstakademiker – und die Spargelspitzen

Der persönlichste Teil der Folge. Er kommt aus einem bildungsfernen Haushalt, zu Hause gab es keine Bücher. Er war der Erste in der Familie mit Abitur und der Erste an einer Universität. Auf dem Gymnasium hatte er das Gefühl, mehr arbeiten zu müssen als andere, um auf dasselbe Level zu kommen.

Die Geschichte, die dafür steht: Bei einer Freundin zum Essen sollte er sich um den Spargel kümmern und schnitt die Spitzen ab, weil er dachte, die seien widerlich. Alle guckten ihn entsetzt an. Dreißig Jahre später ist ihm die Szene noch eingebrannt.

Helen erzählt, dass sie den Begriff Erstakademiker*innen erst in ihrem letzten Job beim DAAD kennengelernt und eine Weile gebraucht hat, um zu merken, dass sie selbst dazugehört. Beide beschreiben dasselbe Gefühl gegenüber der Buchbranche – nicht dazuzugehören. Bei ihr hat der Young Excellence Award das ein Stück weit verändert, weil sie zum ersten Mal das Gefühl hatte, wahrgenommen zu werden.

Bis dahin hatte ich das Gefühl, dass wir nur belächelt werden. Für Mädels, für Rosa und keine Ahnung was.Helen

Sein Blick darauf ist eindeutig: Die Branche ist starr, sie verharrt in alten Mustern – und deshalb freut er sich über jede*n, der von außen dazukommt. Er hat sich auf dem Börsenblatt jahrelang den Mund fusselig geredet, Buchhandlungen sollten auf Instagram sichtbar werden. Erst Corona hat viele auf diesen Zug gebracht.

Was noch auf der Liste steht

Einen Punkt hat er gerade abgehakt: Nachdem er jahrelang Tipps für Dora Heldts Podcast gegeben hatte, wurde er Anfang des Jahres gefragt, ob er fester Teil davon werden will.

Der große Wunsch, den er in der Folge bewusst laut ausspricht, ist eine eigene Buchshow im Fernsehen. Gespräche gab es schon, aber das Fernsehen sei ähnlich starr wie die Buchbranche. Und dann gibt es noch den schönsten Plan B: Seine Chefin wird Trier irgendwann verlassen, und dann sucht diese kleine Buchhandlung eine neue Besitzerin oder einen neuen Besitzer.

Instagram wird es auch nicht für immer geben, und ich werde das auch nicht für immer machen. Irgendwann werde ich wieder rund um die Uhr einfach nur noch Buchhändler sein, wenn alles gut läuft.Florian Valerius

Die Bücher aus der Folge

Seine große Empfehlung, das Buch, mit dem alles anfing, und die Bücher, die sich gegenseitig etwas zu erzählen haben.

Buchcover »Die Hummerfrauen« von Beatrix Gerstberger

Die Hummerfrauen

Beatrix Gerstberger

Sein Buch des Jahres. Drei Frauen in Maine, 20 Jahre ihres Lebens, verschachtelt erzählt. Die Autorin ist Journalistin und hat Monate bei Witwen von Hummerfischern verbracht. Er hätte es wegen des Covers nie in die Hand genommen – und hat es an einem Tag gelesen.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Tanz mit dem Schafsmann« von Haruki Murakami

Tanz mit dem Schafsmann

Haruki Murakami, aus dem Japanischen von Sabine Mangold

Das Buch, das er in der ersten Woche seiner Ausbildung im Wareneingang auspackte und noch am selben Tag kaufte. Daraus wurde seine Leidenschaft für Murakami, japanische Literatur und Japan – und am Ende der Instagram-Account.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Der Papierpalast« von Miranda Cowley Heller

Der Papierpalast

Miranda Cowley Heller, aus dem Englischen von Susanne Höbel

Sein Vergleichspunkt für Die Hummerfrauen: dasselbe Setting an der US-Ostküste, dieselbe Art, Figuren über Jahre hinweg zu begleiten und ihre Schichten nach und nach freizulegen.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Das Evangelium der Aale« von Patrik Svensson

Das Evangelium der Aale

Patrik Svensson, aus dem Schwedischen

Erinnerungen an einen Vater, mit dem der Autor angeln ging, plus eine Kulturgeschichte des Aals. Florians Vater ist passionierter Angler – er selbst saß als Kind auf der Decke und las. Danach hat er sein Umfeld monatelang mit Aalwissen genervt.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Das Beste sind die Augen« von Monika Kim

Das Beste sind die Augen

Monika Kim, aus dem Englischen von Jasmin Humburg

Ein Roman aus Südkorea über Rassismus und die Beziehung koreanischer Eltern zu ihren Kindern. Eines von zwei Büchern, die bei ihm zu Hause lagen und, wie er sagt, nachts miteinander gesprochen haben müssen.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Tränen im Asiamarkt« von Michelle Zauner

Tränen im Asiamarkt

Michelle Zauner, aus dem Englischen

Das zweite Buch dieses Paars: Die Protagonistin verliert ihre Mutter und arbeitet die Beziehung zu ihr auf. Zwei grundverschiedene Bücher, die im Kern dieselbe Geschichte erzählen.

Bei Thalia ansehen *

*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Wenn du dich fragst, wie man in der Buchbranche landet, ohne den geraden Weg dorthin genommen zu haben – diese Folge ist eine ehrliche Antwort darauf, inklusive der Zweifel.

Die ganze Folge hören

Häufige Fragen

Wer ist Florian Valerius?

Buchhändler in Trier und auf Instagram als »der literarische Nerd« unterwegs. Er war Mitglied der Jury für den Deutschen Buchpreis, hat den Börsenblatt Young Excellence Award gewonnen, moderiert Lesungen, gibt Büchertipps im ARD-Buffet und macht den Podcast »Dora Heldt trifft« mit.

Wie ist er in die Buchbranche gekommen?

Über eine Woche Schulpraktikum in der Oberstufe und, nach abgebrochenem Studium, über einen Aushang im Fenster der Unibuchhandlung. Zwischen Bewerbung und erstem Arbeitstag lagen zwei Wochen. Dort blieb er fast 16 Jahre, zuletzt als Filialleiter; heute arbeitet er in einer kleinen unabhängigen Buchhandlung in Trier – derselben, in der er sein Schulpraktikum gemacht hat.

Wie kam es zum Instagram-Account?

Über Japan. In der ersten Ausbildungswoche packte er »Tanz mit dem Schafsmann« von Haruki Murakami aus, kaufte es noch am selben Tag und entwickelte daraus eine Leidenschaft für japanische Literatur. Nach einer Reise nach Tokio lud er Instagram herunter, um die Fotos unterzubringen – und postete dann sein Bücherregal statt eines Tokio-Bildes.

Kann man von Bookstagram leben?

Er verdient mit Instagram inzwischen mehr als in der Buchhandlung, bleibt aber bewusst dort – auch, weil ihm ein sicheres Einkommen wichtig ist. Schwierig war vor allem der Anfang: Es gab niemanden, den er fragen konnte, was ein Insta-Live oder eine Moderation wert ist.

Was heißt Erstakademiker*in?

Menschen, die als Erste in ihrer Familie studieren. Florian Valerius kommt aus einem bildungsfernen Haushalt, in dem es keine Bücher gab, und war der Erste mit Abitur und der Erste an einer Universität. Helen hat den Begriff erst in ihrem letzten Job beim DAAD kennengelernt und eine Weile gebraucht, um zu merken, dass er auf sie zutrifft.

Die ganze Folge zum Nachlesen

Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.

Helen
Herzlich willkommen Flo, ich freue mich sehr heute mit dir über, ja wahrscheinlich, ehrlich gesagt bin ich gar nicht so ganz sicher, irgendwie ich habe dich eben als Ikone in der Bookstagram-Bubble beschrieben über deinen Weg wahrscheinlich in den letzten, wer weiß wie vielen Jahren zu erzählen oder mit dir darüber zu sprechen. Darüber wie es ist Buchhändler zu sein, Buchblogger, Buch irgendwie Literaturvermittler auf allen Ebenen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?

Florian
Die Antwort ist leider unglaublich langweilig, aber gleichzeitig auch passend, weil 95 Prozent meiner digitalen Arbeit auch genau hier stattfinden, nämlich in meinem Arbeitszimmer und es ist auch total lustig, das kennen ganz viele, weil dort auch immer meine Insta-Live-Gespräche stattfinden. Also ich sitze, das sieht man so ja gar nicht. Also eigentlich total langweilig in meinem Arbeitszimmer, hinter mir sind meine Bücherschränke und vor mir ist der Computerbildschirm und dann bin ich immer gerne die Anekdote. Also ich bin ja technisch der absolute Depp, ich kann gar nix. Und mein Handy steht immer auf meinem Young Excellence Award. Ich kann dir sagen, also dieser Award hat mir sonst nicht viel gebracht. Also ich besitze ihn, man kann einen Einbrecher damit erschlagen, weil er unglaublich schwer ist, aber er ist der perfekte Stativhalter für mein Handy bei einem Insta-Live. Also ich habe gut darüber, habe ich noch nie nachgedacht. Ja, also irgendwann kam ich auf diese Idee, der hat die perfekte Höhe für meinen Schreibtisch und da sitze ich gerade und als Getränk auch das hat sich lustigerweise irgendwann so etabliert. Ich habe überlegt, wenn du so viel moderierst in Insta-Lives, was trinkt man da? Natürlich nichts mit Kohlensäure, und mein Partner ist lustigerweise besitzt, mehrere Kneipen und Etablissements oder der perfekte Cocktail-Mixer. Der kam dann einfach auf die Idee: Glas Wasser mit Eiswürfeln und da schneidet er mir immer eine Limette rein. Was aber auch immer dazu führt, dass alle Leute in einem Live oft kommentieren, ob ich gerade Gin Tonic trinke. Und du so: klar? Ja, also ich habe noch nie betrunken gearbeitet. Ich bin immer Stocknüchtern. Ich würde wahrscheinlich vor Aufregung umfallen, wenn ich noch zusätzlich in Gin Tonic trinken würde bei der Live-Aufnahme. Also ich stelle hiermit klar einmal für alle Zeiten, es ist einfach nur Trierer Leitungswasser in meinem Glas mit Eiswürfeln und Limette drin. Also auf jeden Fall Fans ja, als bei mir, ich habe meistens einfach nur so Wasser.

Helen
Aber finde ich total gut, würde ich sagen, stoß mir erstmal mit an. Sieht ja auch ein bisschen netter aus mit so einer Limettenspalte drin.

Florian
Habe ich es genau? Prost.

Helen
Ich habe dich, ich habe dir das eben kurz erzählt, dass ich mich sehr mutig gefühlt habe, als ich dir geschrieben habe. Weil eigentlich wurdest du schon vor Ewigkeiten, ehrlich gesagt, wahrscheinlich schon vor zwei Jahren als Gast gewünscht. Und ich habe dir auch schon gesagt, ich bin oft einfach der Flaschenhals. Weil so was, ich, wenn ich mich nicht traue, dir zu schreiben, dann kommst du halt nicht in den Podcast. Und jetzt letztens hatte ich aber so einen Punkt, wo ich dachte so, ich frag einfach mal, er wird dir dann schon Nein sagen, wenn er nicht möchte. Und ich freue mich total, dass du nicht Nein gesagt hast. Ursprünglich war das glaube ich, was du als Gast gewünscht war, weil du in der Buchpreis-Jury warst. Und dann habe ich glaube ich auch ein bisschen danach gedacht, wenn ich jetzt so den Zeitpunkt verpasst habe, ist das blöd, wenn ich dich jetzt dafür nicht mehr fragen kann. Aber du kannst ja von so viel erzählen, du bist irgendwie gefühlt überall präsent in der Buchbranche. Und deswegen, vielleicht erzählst du mal so ein bisschen dein Weg in die Buchbranche. Also was, wie hast du angefangen und was machst du jetzt alles so?

Florian
Ich werde jetzt aber, bevor ich damit anfange, einmal kurz spiegeln, bei mir war es eher genau andersrum, als die Nachricht von dir kam, war es eher so, dass ich dachte, oh, die Helen von Mädels, die lesen. fragt mich an, ob ich in dem Podcast zu Gast sein darf. Und ich war so, ja, oder? Also das muss man sich glaube ich auch einfach bewusst machen. Also ich habe mich auch total geehrt gefühlt und ich weiß noch, ich habe glaube ich in unter einer Minute zurückgeschrieben, und du meintest, das ging aber schnell. Und ich dachte natürlich, ich antworte schnell, weil ich möchte unbedingt Gast sein bei dir. Also danke nochmal. Und zum Buchpreis kann ich nur kurz sagen, ich musste sowieso eine Verschwiegenheitsklausel unterschreiben. Es ist relativ langweilig. Also da habe ich eh schon fünf Interviews gegeben. Ich darf nicht viel sagen. Und auch das, glaube mir, ist sehr schwer, diese ganzen Interna für mich zu behalten.

Helen
Oh, das glaube ich.

Florian
Was ich vielleicht da kurz zu erzählen kann, es gibt dann so eine Phase, wo alle Jury-Mitglieder sich per E-Mail austauschen über die Bücher, die sie lesen. Ich habe die E-Mails irgendwann nicht mehr gezählt. Es waren Tausende. Und ich kann nur sagen, es ist gut, dass die wahrscheinlich in irgendeinem Giftschrank beim Börsenverein verschwunden sind im Nirvana, weil wir haben natürlich alles, also vom höchsten Lob bis zum größten Verriss, in diesen E-Mails war alles drin. Und ich habe mir schon immer das Popcorn rausgeholt, weil in der Phase kam dann am Tag so 7, 8, 9, 10 E-Mails, die du lesen musstest.

Helen
Das würde mich voll überfordern.

Florian
Es war auch echt krass, aber du warst in dieser Zeit total in Buchpreismodus. Es hat kein Leben mehr für mich existiert, Freundschaften haben nicht mehr existiert. Mein Partner hat mich abends beim Essen gesehen. Aber ja, das war eigentlich nicht die Frage. Entschuldigung.

Helen
Nee, aber ich finde das voll spannend. Also ich meine, das mehr einen Blick, als ich vorher hatte. Ich habe ehrlich gesagt, da gar keine Ahnung gehabt, wie das läuft. Komme ich vielleicht einfach nachher noch mal darauf zurück.

Florian
Sehr gerne. Mein Weg in die Branche ist lustigerweise, ich hatte vor drei Jahren so einen Full-Circle-Moment quasi, weil ich habe ja nach 15, 16 Jahren die Buchhandlung gewechselt, in der ich ganz lange gearbeitet habe, in der ich auch meine Ausbildung gemacht habe, in der ich Filialleiter lange Zeit war. Die habe ich aus verschiedensten Gründen gewechselt und bin jetzt in einer kleinen unabhängigen Buchhandlung, in der halt ich fest, in der ich meinen Schüler-Praktikum damals gemacht habe.

Helen
Oh, wie süß. Ach, das ist ja echt cool.

Florian
Ja. Und wir hatten in der Oberstufe so eine Woche Schulpraktikum und das war halt auch die Buchhandlung, die immer auf dem Weg von der Schule zur Bus-Haltestelle gelegen hat und Bücher haben mich schon mal interessiert und dann habe ich da eine Woche Schulpraktikum gemacht, fand das auch ganz toll. Hab dann nach meinem Abitur erst Zivildienst gemacht, in einem behinderten Wohnheim, fand das sehr toll, dass ich danach erst mal Pädagogik studiert habe. Hab aber da schon gemerkt, Studium ist so sehr trocken für mich. Dann habe ich von Pädagogik zur Soziologie gewechselt, weil das eine Freundin gemacht hat, war aber in Trier leider ein integrierter Studiengang, heißt man musste auch so Sachen wie Wirtschaftsinformatik machen, wo ich daran nicht komplett gescheitert bin und habe dann nach zwei Semestern bin ich an der Unibuchhandlung vorbei und da hing ein Aushang, wir suchen einen Auszubildenden und dachte ich Florian, wenn ich jetzt wann dann, bewirb dich einfach, bevor du jetzt 100 Semester irgendwie rumstudierst und nicht weiß, was du mit deinem Leben machst. Ich habe eine Bewerbung beschrieben, Telefonat gehabt, eine Woche später Vorstellungsgespräch und noch eine Woche später stand ich in der Buchhandlung. und hatte mein … Oh. fast 15, 16 Jahre wirklich auch in dieser Buchhandlung gewesen, bis halt hin zum Filialleiter.

Helen
Krass. Und wann hast du dann angefangen, das auch alles bei Instagram zu teilen?

Florian
Das war … ich glaube es, ich habe mittlerweile einen Überblick verloren, es muss jetzt so vor sieben Jahren gewesen sein. Und warum ich zu Instagram …

Helen
Das ist ja noch gar nicht so lange.

Florian
Also einerseits fühle ich mich total alt mittlerweile damit, weil ja auch TikTok mittlerweile gekommen ist und so viel Neues einfach auch innerhalb dieses App passiert ist. Und andererseits waren halt die letzten sieben Jahren wirklich die verrücktesten und spannendsten und aufregendsten. Ich glaube all die Reisen, die ich in meinem Leben gemacht habe, habe ich in den letzten Jahren, sieben Jahren wegen Instagram gemacht und dem, was da alles so passiert ist. Und warum ich aber diesen Account eigentlich gegründet hat, ist ja eine ganz andere Geschichte. In der ersten Woche meiner Ausbildung, du fängst halt im Wareneingang an und packst morgens mal die ganze Ware aus, um alles mal so in die Hand zu kriegen. Und in der ersten Woche habe ich ein Buch von Haruki Murakami ausgepackt, Tanz mit dem Schafsmann. Und ich fand den Titel so toll, das Cover so toll, habe es noch am gleichen Tag gekauft und damit ist meine Leidenschaft für Murakami entstanden. Ich habe dafür alles von ihm gelesen. Meine Leidenschaft für japanische Literatur ist daraus erwachsen, meine Begeisterung für Japan. Und dann habe ich viele, viele, viele Jahre gespart und bin dann vor sieben Jahren mit meiner besten Freundin nach Tokio geflogen. Ach cool. Unter anderem, weil ich einfach mal diese Murakami stattsehen wollte und diese Menschen sehen wollte. Und als ich zurückkam, hatte ich natürlich tausende Fotos auf meinem Handy und habe dann überlegt, was macht man mit diesen Fotos? Und dann ist mir die App Instagram eingefallen, habe die runtergeladen und habe dann aber gedacht, das war damals so eine Zeit, wo im Börsenblatt, in den Branchen News immer mal wieder von Blogs, die reden waren. Also das war so ein Thema, was damals so langsam aufkam. Und dann dachte ich so für mich, ohne zu wissen, dass es eine Bookstagram-Bubble gibt, dass es andere Menschen gibt, die über Literatur sprechen auf dieser App, dachte ich so, ach literarischer Nerd, weil irgendwie ein schöner Name, habe mir den Namen gegeben, habe dann kein Tokio-Bild gepostet, sondern habe meinen Bücherregal fotografiert und das war dann so mein erster Post auf Instagram und dann bin ich auch beim Buch Content geblieben. Zum Glück für mich.

Helen
Oh cool. Haben Sie die Japan-Bilder je auf den Account geschafft?

Florian
Lustigerweise ja. Ich habe dann irgendwann mal so zwischendrin, habe ich zweimal so eine japanische Woche gemacht, habe auch alle aufgerufen, ihre japanische Literatur zu posten und habe dann so jeden Tag ein japanisches Buch vorgestellt und habe dahinter ein paar der japanischen Bilder aus Tokio dann mit auf den Account genommen, damit auch dieser Full Circle Moment irgendwie mal erfüllt worden ist.

Helen
Oh cool. Vor allem war ich das total liebe, wenn man so ja mit Büchern irgendwo hin reißt im Grunde. Also so, man bleibt an Ort und Stelle, aber im Kopf reist man zum Beispiel nach Japan. Ich finde ich total toll, vor allem weil ich glaube ich noch nichts aus Japan gelesen habe, auch tatsächlich noch gar nichts von Murakami muss ich an der Stelle gestehen.

Florian
Oh Gott, das will.

Helen
Du kannst mich jetzt bekehren.

Florian
Also ich glaube, wir machen danach, hängen wir noch eine Stunde dran. Oh mein Gott, ich weiß gar nicht wo ich anfangen sollte dir japanische Bücher zu empfehlen. Also ich habe mittlerweile, da bin ich auch Buchhändler genug in meinem Herzen, meine Regale sind so ein bisschen thematisch sortiert. Und ich habe fast ein eigenes Bücherregal nur für meine japanische beziehungsweise asiatischen Literatur. Also so 6, 7 Regalbretter, also eins davon allein nur Murakami und der Rest.

Helen
Wir haben so ein Filter auch medizelesende Ene. Wir haben quasi so eine Seite, wo wir alle Bücher haben, die wir gelegen haben. Und dann werden Filter, dafür habe ich mich sehr stark gemacht, einer extra für Land. Also wo hat das Buch gespielt, wo wir das wir gelesen haben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir Japan noch nicht dabei haben. Ich glaube es wird jetzt mal Zeit.

Florian
Ja, definitiv.

Helen
Ich würde es eine Kooperation zwischen dem literarischen Nerd und Mädels, die lesen., dass wir ein Japan Buch lesen. Lass uns gerne da nochmal drüber sprechen.

Florian
Ich bin zu jeder Schandtat bereit.

Helen
Du bist vor allem irgendwie, du bist ja auch vorbereitet. Du hast ja 1000 Tipps, aus denen wir auswählen können. Ja, voll gut.

Florian
Aber gleichzeitig bin ich vom Sternzeichen her auch wage. Das heißt, ich würde jetzt wahrscheinlich nur Woche brauchen, um euch so eine Top 5 zusammenzustellen. Weil ich bin dann immer so, nee, das hier, das hier. Es ist immer das Schlimmste für mich, wenn ich für irgendeine Kooperation oder irgendwas eine Liste zusammenstellen muss. Weil das dauert einfach bei mir. Es dauert, weil es gibt dir immer noch was besseres, schöneres, interessantes.

Helen
Das verstehe ich. Weißt du, wie ich das machen würde? Also klar, wenn es eine Kooperation ist und du hast Vorgaben, aber ich würde wahrscheinlich immer so sagen, ich mache eine Liste von 5 und hätte am Ende so 11.

Florian
So ähnlich sieht es bei mir auch dann leider aus. Ich habe jetzt am Wochenende noch, ich werde der nächste in Luxemburg Literatur im Liegestuhl, so Sommerbücher für die Luxemburger vorstellen dürfen. Cool. Und die Angabe war 10 Bücher. Ich habe dann 14 eingereicht und habe gesagt, ich würde dir auch sehr schnell reden. Also von daher würden die 14 schon passen.

Helen
Sehr gut. Ich finde das irgendwie immer total inspirierend, wenn ich bei dir sehe, was überhaupt auch so möglich ist. Weißt du, weil für mich bist du so ein Beispiel dafür, was man alles machen kann auch in der Buchbubble, sage ich einfach mal, weil es gibt gefühlt irgendwie kein Fernsehformat, keine Bühne, kein Podcast, wo du nicht irgendwie schon dabei warst. Und ich finde das einfach total inspirierend, weil ich bin so ein Typ Mensch, ich sehe sowas und speichere das mir so mentalen, oh, das gibt es, das will ich auch mal versuchen. Und ich weiß gar nicht, ob dir das immer so auch bewusst ist, aber ich finde, also, ich gebe dir jetzt einfach auch nochmal so mit, weil manchmal verliebt man das ja auch selber aus dem Blick, gerade du wirst ja vielleicht auch mal irgendwie schlechte Tage haben. Und ich gucke mir das, was du machst an, auch als Inspiration. Und ich finde das total cool zu sehen, was du alles machst. Und wenn ich erzähle, du bist dann noch in Luxemburg in irgendeinem Liegestuhl und das Buch, das senkst irgendwie cool einfach.

Florian
Jetzt werde ich rot hier. Also, ich muss auch, also es ist schön, dass du mir das spiegelt, weil ich finde, mittlerweile bei mir ist dann auch manchmal so ein Peak erreicht, wo es so fast Normalität geworden ist. Also, ich weiß nicht, letzte Woche war der SWR mal wieder da, also du hörst schon diese Formulier. Ja. Also, die fand ich dann auch total schön, die machen so eine Woche, wo sie Influencer aus der Region vorstellen und wollten halt auch Literatur und mich dabei haben. Und ich war schon wieder, also mein Gedanke ist dann, okay, die sind dann wieder drei Stunden bei mir für einen Beitrag, der am Ende zwei Minuten dauern wird. Und sie haben dann sowohl in der Buchhandlung gedreht als bei mir zu Hause. Und meine Kollegin war da und die ist vor Aufregung gestorben und fand das alles so tolle. Und ich war so, ich bin mittlerweile so, ich kann den Kameraleuten sagen, wo der beste Ort in der Buchhandlung ist und wie sie mich am besten aus welchem Winkel filmen, weil der SWR hat schon so oft da war und mich gefilmt hat.

Helen
Voll cool, aber auch einfach, überleg mal, wie Flo sich vor, keine Ahnung, 17, ne, mehr Jahren, also vor 20 Jahren, sagen wir einfach mal, gefühlt hätte, wenn er das gehört hätte.

Florian
Weiß ich, ich kann dir sagen, der Flo, vor sieben Jahren, wäre noch gestorben und es ist total verrückt bei mir. Also, du hast ja eben schon gehört, ich habe diesen Account einfach so gegründet. Bei mir war bisher nichts geplant, nichts forciert, also ich wollte nichts von all dem. Es ist alles irgendwie passiert, aber es ist auch passiert, weil ich ja gesagt habe. Und dazu muss man wissen, ich glaube, ich bin eigentlich der introvertierteste, schüchternste, irgendwas Mensch. Also, wenn man mir mal gesagt hat, du wirst vor 100 und vor Leuten stehen und Buchempfehlungen geben und eine Rede halten, du wirst in der Jury für den deutschen Buchpreis sein, du wirst live im ARD-Buffet sitzen und Bücher empfehlen. Ich hätte einfach gelacht und hätte gesagt, nein, danke, niemals. Und dann irgendwann hat es so einen Schalter bei mir umgelegt und ich habe gesagt, ja, klingt jetzt wie so eine komische TV-Verkaufsshow, wo so ein Typ vor der Ruf sagt einfach, ja, greif das Geld, greif den Koffer. Ich habe ja gesagt, habe ich dann jedes Mal verflucht und habe es aber dann durchgeführt.

Helen
Ich habe das Gefühl, ich bin schon mein Leben dann so, dass ich immer erstmal mache, weil ich glaube, ich ein bisschen denke, Zukunft tellen wird, alles auf die Reihe bekommen. Gegenwartellen ist dann jedes Mal so, ach du Schande, was hast du unter eingebrockt. Deswegen, ich kann das total nachvollziehen und ich hatte das schon auch so im Studium. Ich habe die Uni, an die ich gegangen bin, nur ausgewählt, weil ich wusste, ich kann dann einen Auslandssemester in Kolumbien machen. Es war für mich schon klar, schon Jahre bevor ich tatsächlich, bevor der Flug nach Kolumbien anstand, am Abend vorher hätte ich am liebsten alles abgesagt, weil ich so dachte, ich bin doch gar kein Typ Mensch, der einfach um die halbe Welt fliegt in einem fremdlichen Land. Ich kann gar nicht so gut spanisch und ich kenne Kolumbien überhaupt nicht. Also so, ich bin irgendwie auch immer schon so gewesen. Und ehrlich gesagt, glaube ich, ist es auch von vorschreiblich. Weil sonst würde ich mich nichts trauen, wenn ich genau darüber nachdenken würde.

Florian
Ich hatte das gleiche Erlebnis. Ich hatte hier ein Stipendium von Bookselling Without Borders, wo ich mich einfach erworben habe und bin, ja dann auch genommen worden, bin an New York, Washington, Baltimore alleine. Mir ging es ähnlich wie dir. Mir ging es noch zehn Minuten vor dem Flug. Saß ich in Frankfurt am Gate und dachte, Florian, du verläufst dich auf dem Weg von nach Hause bis in die Buchhandlung. Du fliegst jetzt alleine nach fucking New York, fährst von New York mit dem Bus nach Baltimore weiter und dann nach Washington. Und ja, ich bin dann zum Glück geflogen und hatte die großartigsten zwei Wochen.

Helen
Oder man wird ja auch dann dafür belohnt. Also ich meine, der erste Tag in Bogota bin ich fast gestorben, weil ich so dachte, oh mein Gott, die hatten mir dann auch so … Ich hab von der Deutschen die Wohnung übernommen und die meinte es nur gut, aber die hat mir dann quasi gesagt, hier die Straße darfst du gehen, die nächste Straße ist gefährlich und dann unten an der Hauptstraße aber wieder okay. Und ich dachte immer so, wie soll ich denn da dahin kommen, die Straße dazwischen nicht okay ist. Und ich war so kurz in völligem Panikmonus den ganzen Tag lang. Aber danach war halt cool und es ist irgendwie auch ein tolles Gefühl, so die eigene Angst zu überwinden. Vorher denkst du so, es geht nicht, man kann die nicht überwinden und dann geht es doch irgendwie.

Florian
Und dann ist mein innerer Saboteur denn aber trotzdem wieder sagt, irgendwann wird der Punkt doch kommen und dann wirst du doch scheitern und es wird doch nicht funktionieren.

Helen
Nein, wie gemein.

Florian
Ja, ich bin da, der innere Saboteur ist bei mir schon immer sehr, sehr groß, aber mittlerweile glaube ich auch einfach, dass eben genau das wahrscheinlich auch Teil meiner Stärke ist. Also ich erkenne es, ich kämpfe dagegen an und ich glaube, der, der ich bin wegen diesen Stimmen mit meinem Kopf, also sowohl den Verrückten, die Ja sagen, als aber auch die, die mahnen jetzt übertreibst nicht, jetzt wird nicht größtend wahnsinnig und sehr viele Abwägen in meinem Kopf, ja.

Helen
Ja, ich glaube auch, dass das, also denke ich schon, dass das eine Stärke ist, weil ich irgendwie keine, ich glaube es gibt total viele, können die Angst nachvollziehen, aber nicht ganz so viele würden trotzdem diese Sachen machen und das ist ja auch inspirierend zu sehen. Deswegen, ich weiß nicht und ich meine, du hast Erfolg damit, also es wird auf jeden Fall Leute inspirieren und überzeugen. Und ich finde irgendwie jedes Mal wieder cool auch zu hören, was alles so, was alles möglich ist, weißt du, weil so viele Sachen davon erfährt man ja vielleicht auch gar nicht oder so. Ich meine, ich wusste, also ich habe das glaube ich bei VDL auf dem Profil gesehen, aber ich wusste überhaupt nicht von diesem Programm oder was das sein soll. Und es ist halt total cool, das dann auch so mitzubekommen, was es alles gibt.

Florian
Ja, das war noch, ich glaube, das ist ja dem schon wieder ein bisschen eingeschlafen, aber es findet es schon noch statt. Es war halt genau vor Corona, da war es das erste Mal, glaube ich, das waren dann so ein paar Verlage, die das ausgelobt hatten. Und ich bin ja verrückterweise dann wirklich noch so ein Monat vor Corona in New York gewesen. Also als ich von Washington zurückgeflogen bin, hingen da schon so seltsame Plakate, wo irgendwas von dem Virus in China stand und ich dachte halt so irgendwie propaganda, ganz seltsam. Es war halt Januar, als dann im Februar, als es dann so richtig loskriegen. Also das war dann auch echt so eine Reise, von der habe ich in diesen Corona-Jahren dann auch noch extrem gezehrt, einfach weil ich dieses unglaubliche Glück hatte, diese tolle Reise noch machen zu können.

Helen
Boah, auch das kann ich so nachvollziehen. Ich war über meinen 30. Geburtstag in New York und eine Woche, glaube ich, nachdem ich wiedergekommen war, war alles dicht. Also super verrückt. Und ich war da eigentlich mitten in meinem Burnout. Ich habe damals eigentlich gedacht, das kann ich nicht machen. Also ich habe mich so reinkörperlich nicht in der Lage dazu gefühlt. Ich hätte das eigentlich gerne abgesagt, aber selbst meine Therapeutin meinte, machen Sie es so, Sie werden bestimmt da auch irgendwie Kraft draus ziehen. Und klar, danach, ich bin jetzt letzte Woche, also vorletzte Woche, das erste Mal wieder geflogen. Also ich habe da sehr viel jetzt die letzten Jahre draus gezogen, dass ich da damals in New York war. Aber ja super verrückt. Was für verrückte Zeiten auch die letzten Jahre waren irgendwie?

Florian
Gerade für den Buchhandel. Also es war ja so, ich kann mit so wenigen Leuten über die Corona-Zeit sprechen, weil für mich hieß Corona, ich bin jeden Tag vor die Tür gegangen. Wir waren halt in der Buchhandlung, haben uns hinter verschlossenen Türen in diesen Zeiten den Arsch abgearbeitet. Also es war der Hammer, was da halt trotzdem alles passiert ist. Ich glaube, es war auch ganz gut für meine Psyche und für meinen Geist und für meinen Wesen, dass ich einfach vor die Tür gehen konnte. Also ich habe mich jeden Tag in den Bus gesetzt, ich war, du sagst eigentlich, jeden Tag alleine im Bus, bin zur Arbeit gefahren, bin abends mit meiner Kollegin im Auto wieder in die Stadt gefahren. Und ich habe das Gefühl, so ein bisschen die Corona-Zeit war für viele, viele Menschen ein bisschen verheerend, weil es ist irgendwie so, ich habe das Gefühl, ganz viele Kundinnen haben oft so ein bisschen menschliche Umgangsformen, so ein bisschen verlernt, verloren. Ich meine, wir sind gerade in Zeiten, die sehr waff sind, was den Ton angeht, politisch und so. Aber es spiegelt sich auch leider schon oft täglich, alle zwei Tage, die ich in der Buchhandlung bin, in dem was ich so erlebe einfach mit dem zwischenmenschlichen Kontakt.

Helen
Ja. Ich glaube, das sind da tatsächlich Sachen, wo ich so ein bisschen in der Bubble lebe und es gar nicht so mitbekomme, weil so die meiste Zeit bin ich hier so in meinem Homeoffice und bei Mädels, die lesen. ist der Ton halt extrem nett. Also das ist auch immer das, was ich so ein bisschen sage, dass es ist wie so ein Mikrocosmos, wo das noch funktioniert, unterschiedliche Meinungen zu haben. Aber es ist halt sehr konträr zu dir, was man sonst im Internet auch erleben.

Florian
Das schätze ich halt auch so an der Insta-Bubble oder überhaupt an Bookstagram-Bubble oder zumindest meine Bubble, die ich kenne. Da ist einfach sehr viel Liebe und wie du sagst, wenn man eine andere Meinung hat, es ist immer so fast entschuldigend, wenn jemand eine andere Meinung hat und das schätze ich auch so wert, einfach dieser Umgangston und der Ton miteinander, den habe ich wirklich zu neunundsch Prozent immer nur wertschätzend und liebevoll erlebt.

Helen
Ja, total. Also finde ich auch super wertvoll. Also dass es trotzdem halt geht, dass man unterschiedlicher Meinung ist. Das ist nicht bedeutet so, wir sind alle einer Meinung und deswegen ist es so harmonisch, und dass man eben auch sich irgendwie normal austauschen und auch diskutieren kann, finde ich super wertvoll. Du hast jetzt gerade gesagt, dass du alle zwei Tage in der Buchhandlung bist. Wie sieht denn jetzt so, hast du einen Alltag? Wie sieht das jetzt so aus, was du so machst?

Florian
Also mein, ich sage immer, wenn ich mich vorstelle, ist immer so dieses, im echten Leben bin ich Buchhändler und digital mache ich auch noch was, weil zum Beispiel das Wort Influencer finde ich ganz schlimm, das mag ich gar nicht sagen, weil keine Ahnung. Also montags, mittwochs, freitags bin ich immer ab 9 Uhr morgens in der Buchhandlung, machte einfach meinen Job meistens immer so bis 15 Uhr und dann ist es bei mir ein wilder Mischmasch aus, vor allen Dingen Emails beantworten, dass niemand im Hintergrund, was für ein Workload ich habe, allein an Emails zu beantworten. Das glaube ich. Dann ist, dann habe ich ganz viele Calls, Zooms, wo dann Kooperationen besprochen werden, wo Moderationen besprochen werden, Vorgespräche mit AutorInnen, Moderationen bezüglich. Dann sind so Dinge wie mit ihr Podcastaufnahmen, Interviews, andere Dinge vorantreiben. Das hält mich wirklich manchmal so an den freien Tagen so einen kompletten Vormittag auf. Also ich trinke dann so um 8, 9 Uhr mein Kaffee, mache meine Kartenspiele am Computer und öffne da mein E-Mail-Programm und das zieht auch einen Rattenschwanz an Antworten nach sich. Dann ist meistens 12, 1 Uhr und was man sich nicht vergessen habe, ich muss und darf ja auch noch lesen. Also das glaube ich, würde so oft auch vergessen. Also ich plane das selten auch in meiner Zeitplanung ein, dass ich das vorbereiten muss. Weil ich mache, also weder spreche ich über ein Buch, wenn ich das nicht von vorne bis hinten gelesen habe, weder mache ich eine Kooperation, wenn ich das Buch nicht von vorne bis hinten gelesen habe und noch moderiere ich irgendetwas, was ich nicht von vorne bis hinten kenne. Aber du musst dir echt vorstellen, ich habe neulich mich irgendwann mal mit einer Autorin unterhalten, die hat mir echt erzählt, die hatte einen Moderator, der fünf Minuten bevor sie auf die Bühne gegangen sind, zu ihr gesagt hat, ich habe dein Buch zwar nicht gelesen, aber wir werden das schon irgendwie machen. Und ich finde, das ist so eine Frechheit und Unverschämtheit. Also ich bin eher so was, also gerade bei Moderationen, so was von über vorbereitet, dass wenn der jeweilige Gesprächspartner ausfallen würde oder krank werden würde, ich könnte das Gespräch für ihn mitführen. Also ich versuche, jede Antwort zu kennen und versuche nix im Zufall zu überlassen. Und genau, also das ist natürlich auch noch ein Großteil meiner Arbeit, aber die Moderationsvorbereitung, die kostet mich schon sehr, sehr viel Zeit, weil da bin ich schon sehr, sehr ehrgeizig und versuche das beste für die Person, mit der Sprecher rauszuholen und sie und ihr Buch in nem schönsten Licht zu präsentieren, das mir möglich ist.

Helen
Ja, ja und ich meine, das wird ja auch das Erfolgsrezept, denke ich, sein. Aber ich glaube, dass es teilweise wahrscheinlich auch ein bisschen untergeht. Und ich meine, ich habe jetzt eine Lesung moderiert und irgendwie fand es auch ein bisschen leichter, weil ich, ne, das war mit Melanie Raabe, ich kenne sie irgendwie und so was. Aber du musst dich auch irgendwie auf den Menschen einstellen. Aber du hast gesagt, du hast dann auch Vorgespräche und so. Machst du das immer oder ist das auch nicht immer möglich?

Florian
Ich überlasse es immer der Person, mit der ich spreche, weil die soll entscheiden. Also ganz oft bin ich auch in dem Glück, dass es sowieso Menschen sind, die ich sehr wertschätze oder deren Bücher ich liebe. Aber es ist schon immer ganz gut vorher mal miteinander gesprochen zu haben, um einfach den Text zu checken. Es gab halt auch schon mal Moderationen bei mir mit Menschen. Und deswegen habe ich mittlerweile, wenn Verlage mich anfragen wird, zu moderieren, frag ich. Als erstes wurde die Person gefragt, mit der ich spreche. Also möchtet ihr das? Möchtet ihr ein digitales Gespräch führen? Das ist auch schon live Gespräche, da hast du ab Sekunde eins gemerkt. Diese Person möchte überall sein, nur nicht gerade in dieser Situation mit mir. Entschuldigung, die Wortwahl, aber dann arbeitest du echt den Arsch ab eine Stunde lang, wenn du da eine Person hast, die weder gerne liest, weder gerne spricht von der Kamera, noch gerne vorliest und gar nicht da sein will. Und es ist dann wirklich so, dass 123 Verlage dann auch schon Rückgemeld haben. Ach, danke für diese Frage, weil wir haben nachgefragt, Person x y, möchte das wirklich nicht. Also, deswegen sind die auch so Learnings. Man hat einmal oder vielleicht auch zweimal diese Erfahrung gemacht und denkt so, nee, das ist verhindertbar. Genau, und da habe ich mittlerweile so ein schönes Wort Learnings, da habe ich mittlerweile eine sehr, sehr große Liste mit Learnings. Weil ich war ja auch da mit einer der Ersten, die da ganz viele Dinge auf Instagram getan haben. Und es gab halt niemanden, den ich fragen konnte. Es fängt an mit Bezahlungen. Was nimmt man für ein Insta-Live, für eine Stunde, für das Lesen, für die Probebereitung? Es gab niemanden, den ich zu dem ich hochklicken konnte und fragen konnte, wie hast du das gemacht? Und auch noch kein Chat-Gbt, da, wo ich mir helfen konnte. Genau, und da hatte ich wirklich viele, viele Learnings in meinem Leben.

Helen
Das kann ich mir total vorstellen, weil jetzt bist du im Grunde wahrscheinlich die Person, an der man sich auch so ein bisschen orientieren kann und wo man vielleicht fragen kann oder zumindest irgendwie Erfahrungswerte mitbekommt. Aber das ist ja, also in mancher Hinsicht vielleicht auch cool, weil du dann irgendwie den Rahmen stecken kannst, aber das ist halt ja auch schwierig. Würdest du sagen, dass das so mit die größte Herausforderung war in den letzten sieben Jahren?

Florian
Ich weiß gar nicht, was da alles für mich hier Herausforderung war. Also wirklich… Die tägliche Angst. Die tägliche Angst, allein dieses sich Exposen vor der Kamera, vor der Kamera zu sprechen. Ich kann bis heute, ich kann mir nichts anschauen, indem ich stattfinde. Also ich hasse meine Stimme abgrundtief. Ich hasse es, mich reden zu hören. Das ist, glaube ich, mit das Allergrößte. Aber ja auch dieses Abschätzen, mittlerweile kann ich es ganz gut, wobei manchmal, wenn ich doch nochmal überrollt, wie viel Arbeit investiere ich in eine Kooperation, in eine Sache. Und wie spiegelt sich das wirklich in dem, was ich dafür bekomme? Und auch da hatte ich zum Glück ein paar taffe, starke Frauen in den letzten Jahren an meiner Seite, die dann mal gesagt haben, die gelacht haben, wenn sie gehört haben, wie viel Geld ich verlange, wie viel Geld ich eigentlich verlangen sollte, einen eigenen Wert monetär zu erkennen. Auch deshalb mache ich mich gerne halt einfach kleiner, als ich vielleicht bin, keine Ahnung.

Helen
Also ich habe eigentlich überlegt, ob ich das erst im Nachhinein sage, weil ich nicht wusste, ob das irgendwie blöd rüber kommt. Aber ich habe ganz oft, weil für mich bist du halt so wie so jemand, zu dem ich dann aufschaue. Also ich sehe bei dir, was möglich ist. Und ich finde es zum Beispiel auch total cool, wie transparent du bist. Du schreibst ja überall dazu, ist irgendwie eine Kooperation, ist bezahlt, was weiß ich, bezahlt in Moderation und so. Und ich habe schon ganz oft gedacht, weil ich dir eigentlich voll gerne auch spiegeln, weil ich fast so ein Stück weit enttäuscht bin, wenn du was kostenlos machst, du wirst ja verschiedene Beweggründe haben. Aber weil ich halt dann so denke, wenn sogar der Flo dafür nicht bezahlt wird, wie soll ich dann dafür Geld verlangen? Und vielleicht gibt dir das manchmal so, also take it or leave it, so, ungefragt Feedback. Aber ich habe so manchmal gedacht, vielleicht hilft dir das auch, da mehr für einzustehen, wenn du weißt, dass sich andere ja auch daran orientieren.

Florian
Ja. Und lustigerweise bei mir ist es genau andersrum, dass ich dann immer denke, ich möchte nicht, dass meine Follower denken, ich würde es nur wegen des Geldes machen.

Helen
Verstehe ich total, verstehe ich total. Aber irgendwie glaube ich, die kennen dich doch.

Florian
Ja, weil ich glaube, man, man, also ich, natürlich, das ist natürlich auch alles in meinem Kopf und das ist natürlich Barrieren in meinem Kopf, aber ich möchte niemals die Leute sagen, und ich weiß, Leute sagen das auch über andere Leute oder haben das mir anderen Leuten gegenüber gesagt, Person X, Y macht für Geld ja alles. Und ich glaube, das wäre das Schlimmste, was, also wenn ich…

Helen
Ja, aber glaubst du wirklich, dass das bei dir passieren würde? Hättest du so, du kennst dich doch auch gut?

Florian
weiß ganz genau, es würde nie passieren, weil auch was Leute ja nicht sehen, wie viele Kooperationen oder Moderationen ich im Hintergrund ablehne oder nicht mache, genau, das Buch angelesen habe und dann Feedback gegeben habe, sorry, mag für andere was sein, aber es ist nicht mein Genre, nicht mein Buch, komme ich nicht zurecht mit, das sehen die Leute ja auch alles nicht oder Dinge, die einfach nicht zustande gekommen sind, in die ich viel Arbeit investiert habe. Aber ja, und weiße, also ich denke dann, wenn ich zum Beispiel mal eine Moderation umsonst mache, selten, aber dann ist das für mich so ein Geschenk, ich weiß zum Beispiel Jakob Nolte, da war mir klar, Suhrkamp würde niemals Geld dafür geben, aber ich lese Jakob Nolte seit ich Mitte 20 bin und ich bin so ein Fanboy.

Helen
Ja, und dann ist das natürlich super cool.

Florian
Ja, und dann weiß ich aber wiederum, ich habe die Reichweite, dass weder Suhrkamp was da geben haben würde, noch Jakob Nolte, sondern beide sich freuen und da finde ich es halt einfach geil, dass ich mir selber ein Geschenk machen kann, weißte, als ich kann, weißte, wie ich als junger Mensch die Bücher von Jakob Nolte gelesen habe und gedacht habe, wow, ich finde den so großartig, der ist so abgedreht, ich verheere den und jetzt bin ich in so einer Phase in meinem Leben, dass ich Jakob Nolte anschreiben kann und sagen kann, du hör mal, hast du Bock, eine Stunde Insta live mit mir zu machen und er freut sich total und ich freue mich total, weil es ist so ein Traum für mich. Das ist so cool. Und er hat uns so was zu machen und unser neues Buch zu feiern und seine alten Bücher zu feiern und er erzählt über japanische Animes und Manga, dass die total abgedreht sind und ich sitze einfach nur mit Herz in den Augen und denke so, geil, du hast jetzt erreicht, dass so ein Idol von dir oder auch von paar Jahren, da war ich einfach so frech, da habe ich dann aber auch Geld für bekommen, da habe ich den Fischer Verlag angeschrieben, ich wusste, Andrew Sean Greer wird ein neues Buch rausbringen, ein Pulitzer-Preisträger, den ich seit Jahren liebe und er hört mal Fischer Verlag, habe ich den Bock Andrew Sean Greer und ich Insta live und die so ja, und ich bin fast ausgeflippt, ich durfte die Stunde mit dem, habe ich meine Perlen angelegt und durfte mit Andrew Sean Greer reden und war einfach nur der glücklichste Mensch auf der Welt und habe auch noch Geld dafür bekommen.

Helen
Ja, voll cool. Und ich finde das auch vollkommen, also nicht, dass das falsch rüberkommt, vollkommen legitim, dass es einfach auch manchmal Punkte gibt, wo du sagst, das mache ich so gerne, das mache ich auch kostenlos. Ich finde das nur manchmal spannend, weil ich struggle halt auch total damit, Geld für Dinge zu verlangen und ich versuche dann auch so ein bisschen im Hinterkopf zu erhalten, dass man es im Grunde, man macht es für die ganze Branche so, man bereitet damit ja auch so den Weg und ich finde, also ich finde vor allen Dingen einfach cool, dass du es transparent machst, dass du es, ich meine, ein Stück weit weiß, du musst es auch transparent, aber du musst es ja nicht so transparent machen, wie du es machst und das finde ich wirklich total cool, weil ich mir das auch, also kein Helm sitzt da und notiert sich das und dann denkst du, ach cool, okay, so was geht.

Florian
Nee, definitiv. Und es geht so, kann ich verraten, dass ich mit Instagram mittlerweile mehr verdiene als in der Buchhandlung. Also, es ist eine tolle Mich-Kalkulation. Ich habe dann, als ich die neue Stelle angegangen bin, meiner jetzigen Chefin gesagt, du hör mal, ich brauche diesen Betrag XY im Monat, weil auch da bin ich so ein Mensch, ich brauche Sicherheit und war dann schon mal zu happy zu wissen, ich habe diesen Betrag, den habe ich safe im Monat, sollte Instagram mir jetzt niedergehen oder niemand will mich haben, aber lustigerweise, seitdem ist alles nur noch mehr explodiert und den Betrag X habe ich safe und alles andere kommt on top und mittlerweile ist es für mich, in die Buchhandlung zu gehen, fast Erholung, weil in der Buchhandlung weiß ich, ich muss keine E-Mails beantworten, ich werde keine Zoom-Calls machen, sondern ich stehe einfach nur hinter der Kasse, hinter dem Tresen, darf Bücher empfehlen und ich kann dir auch sagen, was du nach so einer Woche Buchmesse oder so eine Presse-Reise oder jetzt hier, du warst auch da in Berlin, der Branchenkongress, weißt du, Champagner, Tra-La-La, wir sind da. Wir sind so eine tolle Branche.

Helen
Ich hab keine Champagner getrunken.

Florian
Ich auch nicht. Aber ich kann es mir glauben und feiern sie selbst. Und ich weiß aber wieder, Montagmorgen stehe ich in der Buchhandlung. Ich stehe an der Basis, rede mit meinen Kundinnen und das erdet mich so. Und ich finde das so toll zu wissen, einfach, dass man nicht abhebt, sondern einfach diesen Kontakt weiterhin macht. Und ich glaube, ich hoffe, ich werde mein Leben lang trotzdem auch einfach Buchhändler sein, weil das ist einfach meine Leidenschaft. Und das habe ich schon immer gerne gemacht und mache es auch gerne. Und so schön all diese Erlebnisse sind. Aber Montagsmorgens um neun wieder in der Buchhandlung zu stehen, die Kunden Bestellungen auszupacken, tut mir einfach sehr, sehr gut.

Helen
Ich kann mir das richtig gut vorstellen, dass das halt auch so eine einfach, ja so eine coole Mischung ist, nur dass irgendwie so… Ich meine, ich habe noch nie in der Buchhandlung gearbeitet, aber das hört sich für mich so an wie das Beste aus beiden Welten. Ich irgendwie… … war schön.

Florian
Es befruchtet sich ja wirklich alles gegenseitig. Ja, genau. Rann. Und andererseits ist aber auch genauso schön, auch das ist nämlich meine Kritik, die mir gegenüber geäußert wurde, die ich dann direkt entkräften konnte. Sondern, du machst auch so viel, du stehst an. Krimis, Kinderbuch, Belletristik, mal ein Sachbuch. Ja gut, ich stehe in der Buchhandlung auf einer Fläche, in der ich Krimis, Belletristik, Kinderbücher, Jugendbücher, Gesundheit, Naturbücher verkaufen muss und meine Kunden erwarten Beratung von mir zu jedem dieser Bücher. Also muss ich mich in all diesen Bereichen zumindest etwas auskennen. Und wenn mich dann ein Kinderbuchverlag anfragt, um Tijan Sila und seine Frau zu ihrem neuen Kinderbuch zu moderieren, natürlich mache ich das, weil ich weiß, ja, jetzt kann ich mal wie ein Kinderbuch lesen, dass ich dann aber auch in der Buchhandlung super verkaufen kann, weil ich noch viel mehr Hintergrundwissen dazu habe und den Autoren kenne, die Autoren kenne. Und das befruchtet halt dann meinen Job gleichzeitig.

Helen
Und ist ja auch eigentlich also es bildet halt irgendwie das Sortiment irgendwie ab. Ich finde es so.

Florian
Und ehrlich gesagt, ich weiß, ich mag mich auch halt nicht festlegen. Ich mag auch gerne. Also ich stöbere extrem gerne bei den Kinderbüchern.

Helen
Denken wir so, ist es okay, wenn ich einfach für mich Kinderbuch sammle?

Florian
Es ist okay.

Helen
Die sind einfach immer so viel schöner.

Florian
Und du bist lachen, wir haben in der Buchhandlung, also wir haben ein normales Bilderbuch-Regal und dann haben wir so eine Wand mit den richtig schönen Bilderbüchern, die so künstlerisch auch gestaltet sind. Und ich kann dir sagen, 99 Prozent der Käufer sind erwachsene Menschen, die ich dann frage: als Geschenk verpackt. Nee, das könnte ich mir heute selber.

Helen
Ja. Und ich habe so was dann noch teilweise frontal zu Hause bei mir irgendwo stehen, weil es einfach so schön ist. Und auch dann so die Geschichten. So also ich kauf die meistens und meistens lesen wir die dann erst mal hier, bevor wir die verschenken. Also mein Freund und ich, weil wir da einfach Spaß dann haben. Ich fand es richtig schwer, mich von diesem Buch zu trennen und das zu verscheinen, weil ich diese Geschichte auch einfach glücklich gemacht habe. Also kann ich sehr, sehr gut nachvollziehen.

Florian
Das ist immer mein Lieblingsverkaufsargument. Also gerade bei solchen Büchern sage ich den Erwachsen immer. Und es ist super schön zum Vorlesen, weil man selber als vorlesende Person, die so sehr wertschätzt. Und manchmal hast du ja auch in Kinderbüchern so viel Humor drin, den auch manchmal auch eher Erwachsen verstehen. Und dann findest du immer ganz toll, wenn sowohl das Kind ein Spaß daran hat als auch die Person.

Helen
Total. Im Idealfall sind die Bücher, die 100 Mal wiederholt werden, sollen natürlich auch irgendwie was, wo man selber das drauf hat. Aber ja, irgendwie das natürlich so Best Case Szenario. Und da liebe ich zum Beispiel auch total die Bookstagram-Bubble, weil man da ja auch total coole Sachen empfohlen bekommt, wo auch inhaltlich das dann eher demonsprechend, was ich gleich gerne verschenken würde. Also ja, ich großer Kinderbuch.

Florian
Und was bei mir auch ist, diese komplette Bookstagram-Bubble beeinflusst mich natürlich auch bei meinem Einkauf in der Buchhandlung.

Helen
Also kann ich mir vorstellen.

Florian
Weil ich muss gestehen, von young adult habe ich keine Ahnung. Aber ich sehe natürlich durch Bookstagram-Bubble, was da gerade aktuelle ist. Oder auch Science Fiction Mod oder Fantasy. Alles nicht um meine Bauchstellen. Aber ich sehe, was die anderen lesen. Und das hilft mir natürlich auch, meinen Sortiment gerade in diesen Abteilungen zu bestücken, von denen ich nicht ganz so viele Ahnung habe.

Helen
Ja voll. Geht es dann auch viel so danach? Also wirst du manchmal auch überrascht von so Bestellungen und denkst so, okay, irgendwas ist mit diesem Buch und bestellst es dann auch, um es da auszulegen? Oder hast du das Gefühl, meistens hast du schon auf dem Schirm, was gerade gefragt ist?

Florian
Soll ich da mal meine größte Buchhändler-Schande?

Helen
Geht es richtig gespannt?

Florian
Du musst lachen. Also es kommen mir mal zwei Mal im Jahr an die Vorschauen und dann werden die neuen Bücher vorgestellt und die Vertreterinnen dazu kommen. Und ich weiß noch, es fand ein Anruf statt damals vor vielen vielen Jahren und der Vertreter rief an und sagte, Herr Valerius, sind Sie sicher, dass Sie dieses 50 Shades of Grey nicht einkaufen möchten? Und ich sagte, ja, ich bin mir sehr sicher, es kommt mir nicht in diesen Laden. Herr Valerius wurde Lügen gestraft ein paar Wochen, Monate später hatte ich natürlich alle Teile da im Stapel, weil das habe ich nicht kommen sehen. Also das hat mich also das war ist es. Ich habe mich da so gefühlt wie die Verlagen, die damals Harry Potter abgelehnt haben und es nicht nehmen wollen. Aber es passieren schon immer mal wieder Dinge und man weiß dann auch manchmal manchmal ist es ein Radiomeitrag, Manchmal ist es TikTok, dass dann schon vermehrt Leute kommen und ich mich einfach nur wundere, aber die Mechanismen ja kennen warum es so ist. Und ja, auf einmal ist dann so ein Buch da, dass man hat nicht kommen sehen.

Helen
Ja, ich muss da gerade so dran denken, wir hatten jetzt schon zwei, drei Mal in den letzten fünf Jahren so, dass ich ein Screenshot von so einer eBay Kleinanzeigen Kommunikation geschickt bekommen haben, dass dann jemand halt ein Buch über eBay Kleinanzeigen gekauft hat und die Person gefragt hat, du bist jetzt irgendwie in der letzten Stunde die zehnte Person, die schreibt, was ist plötzlich mit diesem Buch los? Ich habe das seit Wochen hier drin und niemand hat sich dafür interessiert. So stelle ich mir das irgendwie so ein bisschen vor und ich denke jetzt mal irgendwie witzig, weil sonst habe ich eigentlich das Gefühl, weiß ich nicht, ob wir so einen krassen Einfluss auf Buchverkäufe haben. Aber so im kleinen dann bei eBay Kleinanzeigen fällt es plötzlich auf.

Florian
Aber es ist schon so und auch das kriege ich immer mehr mit. Ich weiß halt nicht, ob die Kunden mir das erzählen, weil in Trier durch unsere hiesige Zeitung so bin ich schon relativ bekannt, ob sie es mir erzählen, weil sie wissen, ich bin so digital Affin. Aber ganz oft stehen Kunden vor mir und sagen, das hat Person X, Y auf Instagram empfohlen oder Mädels, die lesen. halt. Also da habe ich mittlerweile schon alles einmal erlebt, dass Leute auch auf diesen Gründen, Gründen eben. Ja, voll cool. Verbrauchen oder bestellen, wenn wir sie nicht da haben.

Helen
Ja, witzig. Hast du so einen Karriere Highlight, was du, was dir so in Erinnerung bleibt? Also ich meine Jakob Nolte und den anderen Namen habe ich leider nicht. Andrew.

Florian
Auch Gottes sind einfach so viele tolle Sachen, die. Oh, nee. Ah, doch eine Sache. Nein, die ist eigentlich peinlich, aber eigentlich ist sie mega geil. Und es hat so gut wie niemand verstanden, außer meiner Schwester. Irgendwann war es so weit, halte ich fest, also dazu muss ich bin ein riesiger Fan von Trash TV. Ich liebe Trash TV. Das ist so mein Go-to-Place nach den ganz anstrengenden Tagen. Guck ich mir abends was auch immer an und seit Jahren liebe ich das Dschungelcamp. Ich liebe es. Es ist einfach so. Und irgendwann hat RTL online mich angeschrieben und hat mich gefragt, weil Evelyn Burdecki im Dschungelcamp in der Sendung gesagt hat, sie würde gerne mal wieder Bücher lesen. Ich habe eine Top 5 an Büchern erstellen könnte als Lesetipps für Evelyn Burdecki. Also konnte ich quasi auf RTL.de online mit dem Dschungelcamp Buchtipps geben,

Helen
Aber du dachtest so, ich kann nicht nur fünf nennen.

Florian
So ganz genau. Das steckt noch dahinter. Und ich habe mich dann wirklich an Evelyn auch, ich weiß nie ob sie die Liste jemals gesehen hat, egal, whatever. Ich habe dann richtig tolle Liste für Evelyn Burdecki an Lesetipps zusammengestellt und das war so ein bizarres cooles Ding, wo ich dachte, ja gut.

Helen
Ja und wie cool ist das?

Florian
Ja gut. Ja und wie cool, dass du so quasi über alle weiß ich nicht. Branchen hinweg als der Go-to-Buchtippgeber bekannt bist, oder? Ja.

Helen
Also, dass RTL dann sagt, so, wer könnte Buchtipps geben? der steht literally schon da.

Florian
Ja, das fand ich schon wirklich echt ziemlich crazy. Und dann ja natürlich so Sachen wie der Young Excellence Award, so Sachen, die man gerade so als Branchenmensch über Jahre schon mitverfolgt und immer so zu allen aufblickt, dann auf einmal selber auf dieser Liste zu stehen und den Award dann auch noch zu bekommen. Dann natürlich, wir haben es am Anfang schon gesagt, die Buchpreisjury, das ist natürlich auch echt so ein Buchhändler-Traum, einmal im Leben dabei zu sein, allein, weil man jedes Jahr darüber gemotzt hat und gesagt, was ist das denn für eine Liste und wie könnte die zustande kommen und auch allein mal die Mechanismen zu sehen dahinter, das war ziemlich toll. Dann gab es auch einmal einen Moment in meinem Leben, dazu muss ich sagen, da war er noch cool vor ein paar Jahren mittlerweile, finde ich, ist er sehr schwierig geworden. Aber Denis Scheck, ich habe damals Druckfrisch echt geliebt, als er noch normal war. Und ich habe ihn kennengelernt in der Jury für einen deutschen Verlagspreis, da waren wir beide zusammen und ein halbes Jahr später, da hat er damals seinen Kanonbuch rausgebracht, und da hat er mir eine Widmung, ich habe einen Exemplar für meine beste Freundin, eines für mich, und er schrieb in das Exemplar meiner besten Freundin rein von Denis Scheck, der weiß, was er tut und in meinem Schrieb schrieb er dann für Florian Valerius, der auch weiß, was er tut. Und das fand ich von so einem kleinen Ritterschlag, muss ich sagen. Also, Denis Scheck wahrnimmt, was ich tue und offensichtlich auch denkt, dass es gut ist, was ich tue. Ja, cool. Das war schon so ein kleiner Ritterschlag.

Helen
Ich finde vor allem cool, weil das ja oft für einen persönlich auch ganz andere Dinge sind, als die andere vielleicht so als deine Karriere Highlights bezeichnen würden.

Florian
Ja, ich wollte gerade andere Wünde wahrscheinlich zehn andere Antworten draufgeben. Aber also ich finde es halt auch einfach großartig. Also, Pulitzer-Preisträger habe ich jetzt schon moderiert. Ich habe zwei Buchpreisträger, Saša Stanišić und Martina Hefter habe ich moderiert. Also auch einfach, das ist halt auch immer so ein Thema für mich. Ich komme halt auch aus einem bildungsfernen Haushalt. Bei uns zu Hause gab es keine Bücher. Ich war der Erste in der Familie, der in Abitur gemacht hat. Ich war der Erste, der eine Universität besucht hat und sie nicht geputzt hat, sondern weil er da studiert hat, quasi was meine Familie aber auch äußerst seltsam fand. So ein Amotto will der Junge nicht was Vernünftiges machen. Die haben auch alle ausgeatmet, als ich endlich die Ausbildung angefangen habe, wobei Buchhändler dann auch schon wieder so ein bisschen Kuriosum für die war. Und das ist auch einer von diesen Saboteur in meinem Kopf natürlich. Dieses, ich musste auch schon auf dem Gymnasium immer gefühlt mehr arbeiten als viele andere, um auf dieses Level zu kommen, weil mir halt einfach viel von zu Hause fehlt, was klassischer Kanon, klassische Bildung angeht. Und da dann Menschen moderieren zu dürfen und über Texte zu sprechen, die so preisgekrönt sind und halt wirklich Literatur sind und heißt, wir dieses blöde Unterhaltung für das Literatur ist eh alles eins und jeder soll das lesen, was er will und wie er will. Aber das erfreut den kleinen Florian in mir schon, der viele Jahre auch schon immer sehr gelitten hat. Oft. Also es gibt da immer die schlimmste Geschichte, die ich erlebt habe, war meiner Freundin zum Essen eingeladen und wir haben selber gekocht und ich sollte mich um die, um den Spargel kümmern und ich habe die Spargelspitzen abgeschnitten, weil ich dachte, die werden voll widerlich und habe die in Müll geworfen, weil es bei mir zu Hause in den ersten 16 Jahren offensichtlich nie Spargel gab. Alle haben mich schockiert angeguckt, weil ich diese Spargelspitzen in den Müll geschmissen habe und das ist so eine Situation, die sich auch 30 Jahre später noch so in meinem Kopf eingebrannt hat.

Helen
Das kann ich total nachvollziehen, ja.

Florian
Und da wahrgenommen zu werden und ernst genommen zu werden, auch in der Buchpreisjury, auch von den anderen Jurymitgliedern, das war natürlich auch das erste Treffen kannst du dir vorstellen, ich habe mir vor Angst beinahe in die Hosen gemacht, also in diesen Raum zu gehen, wo all diese anderen Menschen, Studierten, Journalisten und Germanistik-Professoren und meine einzige Angst war natürlich neben dem überhaupt ernst. Also, war das verstehe ich, ja. So überhaupt eine Stimme und ich weiß dann, Monate später bei der Preisverleihung sagte eine der Journalistinnen zu mir, meine E-Mails wären die besten gewesen, sie hätte jedes Mal mit Vergnügen meine Texte gelesen, wenn ich ein Buch bewertet hätte und so. Also, es sind natürlich dann alles so kleine Tropfen, die total schön sind und die einen wachsen lassen.

Helen
Ich kann das total gut auch nachvollziehen. Letztes Jahr mit dem Preis, mit dem Young Excellence Award, ich weiß noch, also gut, ich würde auch ein Stück weit sagen, es wurde nicht so ganz deutlich gemacht, wie wird das Ablauf mit der Preisverlängerung, wurde nur gesagt, ich soll irgendwie was sagen. Ich war super aufgeregt und ich wusste nicht, wie lange und vorüber soll ich so reden und ich habe also gefühlt jetzt da nicht eine Glanzleistung hingelegt, aber für mich, ich wurde in dem Moment auch so emotional, auch überhaupt, dass die anderen Nominierten gekommen sind, dass sie das auch, also trotz allem irgendwie so wertgeschätzt haben und war ich auch so, das Einzige, was ich gefühlt habe, war so dieses, endlich werde ich überhaupt auch mal wahrgenommen von der Buchbranche, weil bis dahin hatte ich das Gefühl, dass wir nur belächelt werden für Mädels, für Rosa und keine Ahnung, was die so genau machen und so. Und ja irgendwie, ich kann das total gut nachvollziehen, so dieses Gefühl nimmt mich überhaupt jemand ernst und meistens ist ja auch das einfach nur im Kopf und ehrlich gesagt mit diesem ganzen, so das Erste-in-der-Familie-auf-die-Uni-Gehen. Ich habe das erst mit meinem letzten Job verstanden, ich habe beim DAAD gearbeitet, Deutscher Akademischer Austauschdienst, da wurde dann immer von Erstakademiker*innen gesprochen und ich habe erst nach einer Weile gecheckt, dass ich das auch bin. Ich kannte das Wort vorher gar nicht, ich habe das gar nicht, ich habe das gar nicht mit mir in Verbindung gebracht und irgendwann hat ich mal eine Definition gelesen und dachte so, hey, okay, das bin ich auch. Ich finde das ganz verrückt und ich glaube deswegen habe ich ganz lange gefremdelt mit der Buchbranche, weil ich das Gefühl hatte, ich passe da eigentlich gar nicht rein. Ich habe früher auch gelesen, okay, aber ich habe halt nicht schon immer gelesen und ich habe das nicht gelernt in dieser Buchbranche zu sein und ich habe mich so fehl am Platz gefühlt und ich glaube ein bisschen, dass das mit dem Young Excellence Award zumindest abgenommen hat, weil ich dann das Gefühl hatte, okay, vielleicht gehöre ich jetzt ein bisschen dazu.

Florian
Du warst ja eher noch mehr, dass du nicht aus der Branche kommst, weil ich finde ganz unter uns nur bei den Leuten, die zuhören, diese Branche ist halt oft immer noch so verschnarcht und die verharrt so in alten Mustern und fährt auf alten Schienen, dass ich mich immer freue, wenn man jemanden nicht aus der Branche kommt und auch einfach mal mit einem anderen Blick und einem frischen Blick und überhaupt einen Blick, der vielleicht mal was Neues machen will, einfach dazu kommt und ich habe mir jahrelang den Mund fusselig geredet, also als ich zum ersten Mal ein Börsenblatt war, mit diesem Instagram Account, ich habe gepredigt, Leute, ihr anderen Buchhandlungen, macht euch ein Instagram Account, seid sichtbar, probiert es aus und da musste dann halt leider erst Corona kommen, dass dann wirklich auch ganz viele einfach mal endlich auf diesen Zug aufgesprungen sind und überhaupt mal irgendwas Neues, Innovatives und gewagt haben. Also es ist einfach schon auch eine sehr starre, alte Branche und ich freue mich, dass auch die Jungen stimmen, immer lauter werden und viele coole, junge Leute und gerade auch durch den Young Excellence Award immer so ein schöner Querschnitt an jungen Menschen, die so viele verschiedene Dinge in und um diese Branche herum machen. Das ist für mich so ein bisschen auch immer wie ähnlich wie die Buchpreisliste. Ich freue mich jedes Jahr, wenn die Nominierungsliste für den Young Excellence Award kommt. Die Hälfte kenne ich zum Glück, da bin ich up to date, aber es sind auch immer wieder Menschen dabei, die ich noch nicht kenne, um mich hier zu entdecken, was die an Projekten machen und wie die Branche vorantreiben einfach.

Helen
Voll, das stimmt. Aber ich fand es auch cool. Und diesmal ist der Buchhandel auch sehr gut vertreten.

Florian
Ja, fand ich auch.

Helen
Ja, das ist gefreut wahrscheinlich. Hast du noch irgendwas so auf deiner Bucketlist oder du denkst, das wäre noch ziemlich cool?

Florian
Also eine Sache habe ich jetzt auch schon abgehakt, die ist aber noch so frisch, dass ich es hier unbedingt gerne erwähnen möchte. Nachdem ich jahrelang für Dora Heldt in ihrem Podcast immer Tipps für die schlaflose Nacht geben durfte, wurde ich Anfang des Jahres gefragt, weil die den Podcast auch so ein bisschen ummodeln wollten und erneuern wollte, ob ich nicht teil des Podcasts werden möchte.

Helen
Richtig cool.

Florian
Und mega, also eigentlich habe ich auch mal so ein bisschen gelacht und gelästert und Podcast, aber dieser Podcast wird halt auch von so einem professionellen Firma, also technisch umgesetzt. Das für mich direkt klar war, das will ich machen, weil ich weiß, das wird sowas von State of the Art. Die haben mir hier alles zugeschickt. Ich habe komplettes Equipment, um entweder von zu Hause aus dem Podcast aufzunehmen oder wir versuchen, wenn möglich vor Ort zusammen zu sein. Die ersten zwei Folgen haben wir vor Ort zusammen aufgenommen und ich habe die Dora Heldt dann über die Jahre auch ein bisschen kennengelernt dadurch, weil wir auch durch das Aufnehmen immer Zeit hatten zum Quatschen und ich war sowieso einmal zu Gast bei ihr und diese Chemie passt einfach so gut zwischen uns beiden, dass das so einen Spaß macht. Podcast ist jetzt erstmal auch schon mal so ein Haken dahinter gesetzt. Nächste Woche ist die nächste Aufnahme. Ich freue mich jetzt schon drauf, weil es auch einfach noch mal so ein schöner Austausch ist und noch mal eine andere Art über Bücher zu sprechen und ich weiß nicht, ob es Unglück bringt immer über so Wünsche, diese laut zu äußern. Ich bin der Meinung, dann können dir vielleicht noch leid, Leute helfen, das zu erreichen. Ich denke immer eher darüber sprechen. Was ich schon, was so ein ultimatives Ziel wäre, wir haben eben über deine Check geredet. Also was ich schon auch irgendwie als absolute Bucket List Sache hätte, wäre eine eigene, coole Buchshow im Fernsehen irgendwie. Ich kann auch verraten, es haben schon Gespräche mal stattgefunden. Ich kenne auch ein paar Leute, aber es ist halt einfach so auch das Fernsehen ist glaube ich, wie die Buchbranche also so star und schwierig da irgendwas zum Laufen zu bringen und wir wissen alle Bücher sind ja auch nicht so gerne gesehen im Fernsehen oder werden immer mehr gestrichen. Aber das wäre schon irgendwie.

Helen
Ich sehe dich da. Also ehrlich gesagt, das scheint mir jetzt nicht sehr abwegig. Da können wir einen Haken dran machen, das wird klappen.

Florian
Also ich arbeite dran. Also ich arbeite dran.

Helen
Voll cool, das klingt richtig gut.

Florian
Und ansonsten ist natürlich immer noch meine Chefin wird irgendwann in den nächsten Jahren wird die Trier wieder verlassen, weil die kommt nicht aus Trier und dann ist da halt so eine kleine süße Buchhandlung in Trier, die dann einen neuen Besitzer im Zweifel sucht und das natürlich auch immer der schönste Plan B, den ich habe, einfach zu wissen, da ist so eine schöne kleine Buchhandlung und Instagram wird es auch nicht für immer geben und ich werde das auch alles nicht für immer machen. Das ist mir auch klar und irgendwann werden sowieso neue Leute kommen und andere Leute kommen, die das besser und anders machen und frischer machen. Da werde ich der Letzte sein, der das nicht schnell genug einsieht und dann werde ich irgendwann wieder 24, 7 einfach nur noch Buchhändler sein, wenn alles gut läuft.

Helen
Voll cool, klingt gut. Also wir haben so ein bisschen jetzt schon überzogen, aber ich hatte dich am Vorfeld gefragt oder wie gesagt, du kannst gerne Buchtipps mitbringen, deswegen wollte ich dir zumindest die Gelegenheit geben, wenn du jetzt schon was vorbereitet hast. Möchtest du irgendwelche Buchtipps mit uns teilen oder ist das eher so ein Stressfaktor, dass du denkst, ich kann mich nicht festlegen?

Florian
Das ist gar kein Stressfaktor, weil ich bin dann immer meistens so das letzte Buch, das ich gelesen habe und das mich sowieso vom Hocker gerissen hat und das war so eine Mogelpackung vom Verlag, aber im Sinne von, das Buch kommt so daher, als wäre es so ganz leichte, seichte Frauenunterhaltung und ich habe das gelesen für den Podcast, weil wir die Autorin werden wir kurz zu Gast haben und bis mit ihr reden und das wird die Dora übernehmen und dann dachte ich, ja, Florian, es reicht, wenn du die ersten 20 Seiten mal gelesen hast, damit du nicht ganz dumm da sitzt und dann fange ich dieses Buch an und es ist so großartig. Es ist Die Hummerfrauen bei dtv. Das habe ich gesehen. Ja und es ist halt so ein roter Hummer drauf und es sieht halt irgendwie, sieht nett aus und dann fange ich das an zu lesen und es ist ja eine, es ist die Beatrix Gerstberger, heißt die Autorin, die ist eigentlich Journalistin und die hat auch so eine krasse Lebensgeschichte, deren Mann war auch Journalist und der ist im Kriegsgebiet erschossen worden, als sie Hochschwanger war. Dann hat die ein Buch über diese Trauer, über diesen Verlust geschrieben und war dann wohl gleichzeitig und das habe ich erst jetzt bei dem neuen Buch erfahren, sie ist dann nach Maine gefahren und hat damit Frauen von Hummerfischern gesprochen, beziehungsweise mit Witwen, also deren Männer auf See gestorben sind und das hat die alles so beeindruckt, dass die wohl Monate in Maine verbracht hat mit diesen Hummerfrauen und daraus ist dann dieses Buch entstanden, was so drei Frauen hat, eine ist um die 20, eine um die 50 und eine um die 70 und wir begleiten diese 20 Jahre ihres Lebens und das ist so und das finde ich ein Qualitätsmerkmal so untypisch deutsch, weil es ist wie so ein großer amerikanischer Roman. Hast du vor ein paar Jahren den Papierpalast zufällig gelesen?

Helen
Nein, da haben so viele von geschwärmt.

Florian
Der war ganz toll und diese Hummerfrauen kommen für mich total an diesen Papierpalast dran, weil du einerseits du hast dieses Maine-Setting, du hast zwei taffe Frauen, die selber auf See fahren und diese Hummerfischen so richtig coole Charaktere und ich lieb, dass wenn du Figuren so über Jahre hinweg begleitest und es ist so verschachtelt, erzählt, dass du immer erst so nach und nach werden so Schichten von diesen Figuren freigelegt oder Dinge, die ihnen widerfahren sind, die sie erlebt haben und das hat mich so an diese drei Frauen geknüpft und ich war so dermaßen mit in Maine, mit auf den Booten, mit an den an den an den an den Stegen und mit in diesen diesen es ist dann eine Frau, die von außen kommt, das sind so Touristen, die die Einheimischen und die Touristen und so. Es war der absolute Hammer, ich habe es wirklich an einem Tag aufgefressen und war dankbar für diese Interviewpartnerin, die wir da haben, weil ich hätte es wirklich nie in die Hand genommen, weil ich gedacht hätte, ja, ist so ein Easy-Read irgendwie, aber ja, es ist ein Easy-Read, das ist ein perfektes Urlaubsbuch und Ich kann nur sagen, lest alle die Hummerfrauen, das ist so in dieses Buch dieses Jahr, wo ich so glasige Augen kriege und so.

Helen
Das klingt richtig gut, ist notiert auf jeden Fall.

Florian
Man lernt ganz viel über Hummer noch.

Helen
Du eben sagt es nicht nur, dass Reisen im Kopf, sondern wenn dir so geschichtliche Dinge oder wie jetzt hier so ganz viel,

Florian
ich wusste zum Beispiel nicht, dass blaue Hummer gibt oder dass man Hummer, also die eine Figur, die hält einen Hummer wie ein Haustier, die hat dann über zehn Jahre lang leb dieser Hummer mit ihr zu Hause und das ist alles recherchiert und basiert auf…

Helen
Irgendwann meinte man zu mir, ich müsste mal so eine Reihe machen, Dinge, die ich nur weiß, weil ich Bücher lese und weil ihr war es irgendwie alles zum Polo-Sport, weil sie irgendwann mal eine Reihe dazu gelesen hat und bei dir wär es jetzt Hummerwissen, das ist irgendwie schon ein bisschen Ding. Man kriegt so passiv irgendwie Dinge mit.

Florian
Und jahrelang gab es bei Hanser, ich liebe es immer noch, ob es auch immer in der Buchhandlung vorrecht, Das Evangelium der Aale, das war so ein Memoir, dieser Mann, der einerseits die Geschichte zu seinem Vater reflektiert hat, mit dem er immer Ale angeln war, plus nur Kulturgeschichte des Aals und mein Papa ist halt auch passionierter Angler und ich bin als Kind jahrelang mit meinem Papa zum Angeln gefahren, aber ich habe auf der Decke gesessen und habe gelesen, ich weiß, dass es auch so eine verrückte Kindheitserinnerung, wenn er einen Aal gefangen hat, der ist dann immer noch zwei Tage bei uns in der Badewanne geschwommen, bevor er zubereitet worden ist. Und dann habe ich dieses Buch gelesen, habe einerseits so meine Beziehung zu meinem Papa so gespiegelt bekommen, wie die Beziehung zwischen den beiden und dann habe ich alle Menschen in meinem Umfeld monatelang mit unnützem Aalwissen genervt. Vater hat irgendwann gesagt, es reicht ihm jetzt mit dem Aalfang, er will immer was anderes reden. Aber ich finde es einfach toll, wenn Literatur so Horizonte öffnet oder wenn du so Bücher hast, weißt du, du musst das Buch dann weglegen und an den Computer gehen und anfangen zu googeln und zu recherchieren, was die Antwort geworden ist und du fällst dann so Rabbit Hole, die gar nicht mehr aufhören. Ich liebe das. Ich bin so dankbar dafür.

Helen
Voll. Ja, das stimmt total. Und ehrlich gesagt, ich glaube, aus dem ist auch so ein bisschen dann so Mädels, die lesen. entstanden, weil wir so viel mittlerweile auch an Hintergrundinfos teilen, weil ich halt immer irgendwie dachte, das fände ich irgendwie mal spannend, darüber mehr zu erfahren. Und wir haben jetzt gerade diese Umfrage auch einmal gemacht. Tatsächlich ist das auch beliebt bei den meisten. Also ich glaube, irgendwie fast 90 Prozent oder irgendwie so was Verrücktes fanden die Hintergrundinfos spannend. Also ich denke, wir sind nicht die einzigen, die dann in so ein Rabbit Hole verfallen.

Florian
Ist doch toll. Ist doch einfach toll. Und wenn das dann auch noch zu einem neuen und einem anderen Buch führt, noch besser. Also auf welchen Wegen, dass dann irgendwie geht. Oder wenn man so Bücher die Hand nimmt, die dann auf einmal die so miteinander kommunizieren. Ich hatte jetzt zuletzt dieses tolle neue Kiwi Buch da. das Beste sind die Augen. Südkoreanisches Buch, viele Rassismus-Themen, viele Beziehungen koreanische Eltern zu ihrem Kinder. Und eine Woche vorher hatte ich so ein älteres Buch gelesen. Ich krieg die Autorin jetzt nicht zusammen, das sie ist Tränen im Asia-Markt. Das fand ich auch so toll. weil auch da Rassismus großes Thema, die Protagonistin verliert ihre Mutter und arbeitet die Beziehung zu ihrer Mutter auf. Also zwei grundverschiedene Bücher, die verschiedener nicht sein könnten, aber im Kern die gleiche Geschichte erzählen und die lagen so bei mir zu Hause, die haben nachts bestimmt miteinander gesprochen. Ich halte das so spannend, wie diese beiden Autorinnen diese Themen aufarbeiten und wie sich das manchmal so angeglichen hat und gleichzeitig so dermaßen verschieden war, der Hammer.

Helen
Ich liebe auch das Bild, dass die Bücher miteinander sprechen. Ich finde es richtig schön. Erzähl doch mal, wo findet man dich online und bei dir ja auch offline?

Florian
Also offline im echten Leben, wie ich es so schön sage, wenn man mich in der Buchhandlung gegenlicht, im Trier. Da ist es mittlerweile so, dass ganz viele Frauen ihren Sommerurlaub an die Mosel verlegen und dann auch einmal mit ihren Ehemännern vor mir stehen. Die Ehemänner müssen Fotos von uns matten oder dürfen Fotos von uns machen. Ich darf dann beraten, die kaufen alle wie verrückt. Es kommt dann mittlerweile auch echt vor und das finde ich total unangenehm. Ich muss dann fremde Bücher signieren, weil ich sie empfohlen habe. Und dann auch noch für die halbe Familie. Diese Bücher signieren, weil irgendwie dann die ganze Familie so ein Fan ist, was für mich immer total surreal ist. Meine Kolleginnen freuen sich, man achts, die finden das immer total süß. Ich habe einfach einen roten Kopf. Da findet man mich im echten Leben.

Helen
Wie witzig ist das jetzt auch noch als Urlaubstipp, wo die Folge ja am August kommt?

Florian
Genau.

Helen
Einfach Flo in Trier besuchen.

Florian
Super schön in Trier. Wir haben sehr viele UNESCO-Welterbe, älteste Stadt Deutschlands. Ich habe da mittlerweile auch irgendwann mal einen Brief vom Kulturdezernenten der Stadt Trier bekommen, der mich als Aushängeschild der Stadt Trier bezeichnet hat. Das war für mich auch so total crazy. Und in der digitalen Welt, also ganz einfach Instagram, der literarische Nerd, da bin ich zu finden. Ansonsten mache ich ja lustig gar nichts. Außer hat jetzt den Podcast mit Dora Heldt zusammen, den findet man überall, wo es Podcast gibt. Ähnlich wie Mädels, die lesen.. Also alle, ich liebe es jetzt, ich bin so ein großer Trainies-Fan, die höre ich seit Jahren. Und ich liebe es endlich selber, die sind Satz-Sagens dürfen. Also einmal alle, die hier zuhört, einmal auf Folgen drücken bei Mädels, die lesen.. Und wenn Dora Heldt trifft, den literarischen Nerd, wir freuen uns über alle Abonnenten, Kommentare, Herzen und Likes. Und ansonsten googelt meinen Namen. Es gibt alle Beiträge aus dem ARD-Buffet, wo ich Büchertipps gibt, die gibt es als Videos zu finden. Und ich durfte schon in so vielen schönen Podcasts zu Gast sein. Und es ist jedes Mal anders. Und mit dir fand ich es heute so richtig schön. Ich würde jetzt am liebsten noch drei Stunden weiter mit dir quatschen.

Helen
Ja voll.

Florian
Ich war mir auch nicht klar, da ist so viel halb intime Dinge hier über mich. Ich bin auch wirklich ganz rot im Gesicht hier irgendwie.

Helen
Oh nein. Ich fand es so so schön mit dir zu sprechen. Gerne auch wieder. Und auch, also wie gesagt, wenn du dir irgendeine Schandtat im Zusammenhang mit den Mädels ausdenken möchtest, mit mir bitte ich hoffe deine Angst ist jetzt etwas kleiner.

Florian
Voll. Ich habe richtig Muskelkater in den Wangen vom Lächeln, weil ich die ganze Gefühl hier sowieso eine Grinsekatze sitze. Also, ja, ich glaube so die Hemmschwelle ist jetzt abgebaut. Aber es hat mir so so so viel Spaß gemacht.

Helen
Vor allen Dingen, keine Ahnung, ich finde es auch einfach manchmal so cool, wenn man jemals jahrelang online verfolgt und dann wirklich mal mit der Person sprechen kann.

Florian
Ja. Also das war total besonders für mich.

Helen
Vielen, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich würde sagen, wir trinken unser Limettenwasser zu Ende. Und verabschieden uns von den Mädels.

Florian
Das hat total viel Spaß gemacht. Danke dir. Also danke allen draußen fürs Zuhören. Und danke dir für deine offene, tolle Art, für deine schönen Fragen und für all das, was du für diese Branche tust.

Helen
Oh, danke schön. Das war lieb.

Alle 153 Folgen im Archiv

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner