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Podcast · Folge 123
Wenn Angst das Lesen unmöglich macht – und wann es trotzdem hilft
Die Angsttherapeutin Alexandra Keyling erklärt, warum manche Menschen in belastenden Phasen kein Buch mehr aufschlagen können – und warum es anderen genau dann hilft
Der Einstieg ist bei uns immer eine gedankliche Reise: Wo sitzen wir gerade zusammen, und welches Getränk hast du uns mitgebracht? Alexandra Keyling setzt uns in ihre Gartenecke, die überdacht ist und ins Grüne schaut – dort liest sie selbst. Angestoßen haben wir mit kölschem Wasser, der grünen Waldmeister-Variante.
Alexandra Keyling
Angsttherapeutin · Heilpraktikerin für Psychotherapie
Sie hat eine eigene Praxis zwischen Düsseldorf und Köln und arbeitet fast ausschließlich online. Ihr Schwerpunkt sind Ängste – von einzelnen Phobien bis zu Angststörungen. Daneben macht sie einen eigenen Podcast rund um Angst und Familienthemen. In den Podcast gekommen ist sie, weil sie eine Folge gehört und sich den Satz »man sollte einfach fragen« zu Herzen genommen hat.
Warum viele in belastenden Phasen nicht mehr lesen können
Der Anlass für diese Folge war eine Beobachtung aus ihrer Praxis, die selten ausgesprochen wird: Klientinnen erzählen ihr, dass sie nicht mehr lesen können. Wer vom Nervensystem her unruhig ist, kann sich schlecht hinsetzen und noch schlechter bei einer Sache bleiben. Für Menschen, denen Lesen wichtig ist, fällt damit auch noch das weg, was sie sonst getragen hätte.
Helen kennt die andere Richtung: Ihre Therapeutin hatte ihr monatelang vorgeschlagen, es mit einem Buch zu versuchen – und sie hatte das Gefühl, dafür keinen Kopf zu haben. Als sie es dann doch tat, half es sofort. Bis heute ist Lesen das, wonach sie greift, wenn abends die Anspannung kommt.
Das Toleranzfenster: nach oben rausfliegen oder nach unten rausfallen
Der hilfreichste Gedanke der Folge ist ein Bild aus der Traumaarbeit, das Window of Tolerance. Innerhalb dieses Fensters sind wir reguliert – es kann uns schlecht gehen, wir können traurig sein oder Angst haben, aber wir sind noch bei uns.
Aus diesem Fenster kann man in zwei Richtungen herausgeraten. Nach oben: Unruhe, Angst, Wut, keine Konzentration. Nach unten: Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, ebenfalls Konzentrationsprobleme, aber anders gelagert. Beides kann zusammenhängen – nach einer starken Anspannung fällt man oft nicht ins Fenster zurück, sondern gleich nach unten durch.
Wir spüren jetzt Angst. Wir sind aber noch bei uns.Alexandra Keyling
Daraus ergibt sich ihre vorsichtige Vermutung, warum Lesen bei Helen funktioniert hat: Ihr Kopf war unruhig, aber ihr Körper erschöpft – sie war eher unten. Wer dagegen in starker Unruhe ist und kaum ruhig sitzen kann, dem fällt eine halbe Seite Text schwer. Ihr Hinweis dazu: Das ist ihre fachliche Einschätzung, keine Studienlage.
Was stattdessen hilft, wenn man zu unruhig zum Lesen ist
Bei Angst schüttet der Körper Hormone aus, die er eigentlich zum Rennen oder Kämpfen bräuchte – das klassische Bild vom Säbelzahntiger vor der Höhle. Bleibt die Anspannung länger, werden Adrenalin und Cortisol nicht schnell genug wieder abgebaut.
Was dann hilft, ist Bewegung, und zwar unspektakuläre: kein Marathon, sondern ein Spaziergang. Passend dazu die Zahl, über die wir gestolpert sind: Schon rund 7.500 Schritte am Tag können depressive Symptome lindern – ein Ziel, das sich deutlich erreichbarer anfühlt als die üblichen 10.000.
Die Studie, die sagt: sechs Minuten reichen
An dieser Stelle kam die Zahl ins Spiel, die uns seit Längerem begleitet: Eine Untersuchung von Mindlab International an der University of Sussex hat bei Proband*innen Cortisolspiegel und Herzfrequenz während verschiedener Tätigkeiten gemessen. Ergebnis: Lesen entspannte stärker als alles andere im Vergleich – auch stärker als Spazierengehen oder Yoga. Sechs Minuten sollen genügen, um den Stresspegel deutlich zu senken.
Wichtig daran, und in der Folge lange diskutiert: Es ist laut Studie egal, was du liest, solange es dir gefällt. Die Untersuchung lief allerdings mit im Wesentlichen gesunden Teilnehmenden – die offene Frage bleibt, ob das auch gilt, wenn jemand mit starken Ängsten zu tun hat. Denn wenn beim Lesen das Herz schneller schlägt, kann das bei ängstlichen Menschen genau die Kette auslösen, die man vermeiden will.
Nachtrag aus heutiger Sicht: Helen ist dieser Zahl später nachgegangen – und das Ergebnis war ernüchternd. Hinter den 68 Prozent steckt eine kleine Pilotuntersuchung von 2009, in Auftrag gegeben von der PR-Agentur einer Schokoladenmarke; den Originalbericht gibt es nicht mehr. Was in dieser Folge darüber gesagt wird, war unser Kenntnisstand im September 2025. Die ganze Recherche steht in Folge 137.
Der Selbsttest: wo bist du auf der Skala?
Statt auf eine große Studie zu warten, ist in der Folge ein kleines Experiment entstanden, das jede*r zu Hause machen kann – eine Methode, die Alexandra Keyling mit ihren Klientinnen nutzt:
Setz dich hin, bevor du liest, und mach einen kurzen Body-Scan: Wo bin ich gerade stressmäßig, auf einer Skala von 0 (völlig entspannt) bis 10 (maximal gestresst)? Dann lies – so lange du magst, sechs Minuten reichen der Studie zufolge. Und dann horch noch einmal hinein: Wo stehst du jetzt? Besonders spannend ist die zweite Runde: Macht es einen Unterschied, welches Genre du liest?
Lesen ist Selbstfürsorge – und fühlt sich trotzdem dekadent an
Der Satz, den Helen ständig hört, sobald sie erzählt, was sie macht: Ich würde ja auch gern mehr lesen, aber ich habe keine Zeit. Ihre Beobachtung dazu ist unbequem: Gerade Frauen machen sich selten selbst zur Priorität – erst wird alles andere erledigt, was gemacht werden muss.
Was dabei hilft, ist kleiner zu denken. Nicht eine Stunde am Tag freischaufeln, sondern die Fenster nutzen, die da sind: Mittagspause, Bahnfahrt, Wartezimmer. Alexandra Keyling erzählt von einer Bekannten mit kleinen Kindern, die dafür früher aufsteht und liest, solange die Kinder noch schlafen.
Zu viele Regeln ums Lesen
Zum Schluss wird es grundsätzlich. Beide haben den Eindruck, dass wir uns viel zu viele Regeln machen: welche Bücher gut sind, wie man darüber sprechen darf, dass es analytisch und eloquent klingen muss. Vieles davon stammt aus dem Schulunterricht.
Deshalb sprechen wir bei uns lieber von Büchern als von Literatur – weil das Wort ein anderes Bild aufmacht und Menschen ausschließt. Ein Beispiel aus der Folge: Eine Freundin von Alexandra Keyling zweifelte vor unserem Tag in der Stadtbücherei Leichlingen, ob sie da überhaupt mitreden könne. Genau das wollen wir nicht.
Diese Folge ersetzt keine Therapie und keine ärztliche Abklärung. Wenn dich Ängste oder eine anhaltende Erschöpfung belasten, sprich mit deiner Hausärztin oder einer Therapeutin darüber.
Wenn du dich fragst, warum du gerade nicht lesen kannst, obwohl du es sonst liebst – diese Folge gibt dir eine Erklärung dafür und einen kleinen Test, den du heute noch machen kannst.
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Häufige Fragen
Warum kann ich nicht mehr lesen, wenn es mir schlecht geht?
Weil dein Nervensystem in belastenden Phasen unruhig ist. Alexandra Keyling erlebt das bei Klientinnen mit Ängsten ständig: Wer innerlich getrieben ist, kann sich schwer hinsetzen und noch schwerer auf einen Text konzentrieren. Das ist kein Mangel an Disziplin, sondern eine körperliche Reaktion.
Was ist das Toleranzfenster?
Ein Bild aus der Traumaarbeit (Window of Tolerance). Innerhalb des Fensters sind wir reguliert – wir können Angst oder Trauer spüren und sind trotzdem noch bei uns. Nach oben herauszufliegen bedeutet Unruhe, Angst und Wut; nach unten herauszufallen bedeutet Erschöpfung und Niedergeschlagenheit. Wie groß das Fenster ist, hängt unter anderem damit zusammen, wie gut wir früh begleitet wurden.
Hilft Lesen wirklich gegen Stress?
Die viel zitierte Zahl – sechs Minuten Lesen senken den Stresspegel um bis zu 68 Prozent – stammt aus einer kleinen Pilotuntersuchung von 2009, die eine PR-Agentur in Auftrag gegeben hat; der Originalbericht ist nicht mehr auffindbar. Sie taugt also weniger als Beweis, als oft getan wird. Dass Lesen vielen Menschen beim Runterkommen hilft, bleibt davon unberührt – es ist nur keine belastbare Zahl. Mehr dazu in Folge 137.
Was hilft, wenn ich zu unruhig zum Lesen bin?
Bewegung. Bei Angst schüttet der Körper Adrenalin und Cortisol aus, die bei länger anhaltender Anspannung nicht schnell genug abgebaut werden. Es braucht keinen Sport im großen Stil – ein Spaziergang reicht. Rund 7.500 Schritte am Tag können depressive Symptome lindern.
Wie teste ich, ob Lesen mir hilft?
Mit einer Skala von 0 bis 10. Horch vor dem Lesen kurz in dich hinein: Wie gestresst fühlst du dich gerade? Dann lies, so lange du magst. Danach machst du dieselbe Einschätzung noch einmal. Wenn du magst, wiederhol das mit einem anderen Genre – und schau, ob es einen Unterschied macht.
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Die ganze Folge zum Nachlesen
Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.
Helen
Herzlich willkommen Alex. Ich freue mich sehr, heute mit dir über wahrscheinlich die mentale Gesundheit und die Verknüpfung zum Lesen zu sprechen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?
Alexandra Keyling
Ja, wir sind in meinem Garten. Ich habe da so eine Ecke, wo ich auch mal liese, tatsächlich. Und das ist irgendwie, man guckt halt so ins Grüne und wenn es regnet, ist es da auch immer total cool, weil es ein bisschen überdacht ist. Und da sind wir gerade. Und wir trinken, ich weiß nicht, kennst du das, kölsches Wasser?
Helen
Ja, ich glaube, ich kenne nur die Pink-Variante.
Alexandra Keyling
Ja, stimmt. Es gibt es auch Pink, das ist glaube ich Grapefruit oder so. Ich glaube, es gibt auch irgendwie glaube ich noch Gelb oder so. Ich weiß aber gar nicht, ist das Zitrone oder Orange? Keine Ahnung, auf jeden Fall. Wir trinken aber eine Grüne. Also Waldmeister ist halt so ein bisschen fassbrausenmäßig. Aber ich mag das immer total gerne. Das trinken wir.
Helen
Voll cool, das ist irgendwie so ein Getränk, das hat meine Mama dann da, wenn sie so ihren Geburtstag groß feiert, dann gibt es das so Kistenweiser. Sonst trinke ich das irgendwie nie verrückterweise. Aber ich glaube, ich hatte auf jeden Fall die Pink so ein bisschen für mich entdeckt und freue mich jetzt, die Grüne mit dir zu testen. Ich würde sagen, wir stoßen einmal damit an. Du hattest mir geschrieben, das habe ich mir extra nochmal rausgesucht, weil ich das richtig cool fand. Meinst du, hast die Folge mit CoCo gehört und irgendwie habe ich da gesagt, man sollte einfach fragen. Wahrscheinlich war es eine Erinnerung an mich selbst. Und hattest dann gesagt quasi nicht, ich nehme mir das jetzt zu Herzen und frag einfach mal, ob du dir das vorstellen könntest, wollen wir nicht über das Thema mentale Gesundheit und Lesen sprechen. Und ich dachte so, klingt mega gut. Vor allem ist es irgendwie auch so mein Thema. Vielleicht erzählst du mal so ein bisschen, was war so der Impuls, wo du dachtest, darüber müssen wir unbedingt mal reden.
Alexandra Keyling
Ja, das war irgendwie wirklich lustig, weil ich habe halt die Folge gehört und dachte dann so wirklich so fort in dem Moment so. Ja, okay, ja. Ja, so. Ich dachte, komm, so viel. Ja, ich finde, ich finde gerne das Thema, weil du sagst jetzt zum Beispiel auch, dass dich Lesen so ja so da rausgeholt hat aus deinem mentalen Thema und aus deinem mentalen Tief. Tatsächlich erlebe ich es halt aber auch oft so, also in beide Richtungen, weil manchmal sagen mir halt auch Klientinnen so, ja, brauche ich kann auch einfach nicht mehr lesen, weil man sich nicht mehr so konzentrieren kann und weil man einfach gar nicht so richtig schafft, so beider Sache zu bleiben, wenn man jetzt irgendwie so weiß ich nicht. Ich beschäftige mich halt viel mit Ängsten, weil mir sind viele Angstklienten und die sind natürlich dann auch vom Nervensystem her total unruhig. Und wenn du dann so unruhig bist, dann ist halt nicht so leicht sich jetzt so hinzusetzen, sich mal gemütlich irgendwie im Gartenbuch auch zu schlagen, sondern dann ist man ja so getrieben und dann kann man sich halt auch so schlecht konzentrieren und ja, das ist mir irgendwie immer wieder so zwischendurch bewusst geworden und dachte ich mir sehr, es ist eigentlich auch ein cooles Thema, da mal drüber zu sprechen, weil ja, keine Ahnung, hab ich noch nie so gehört, dass da einer mal sagt, ich kann gar nicht mehr lesen, weil klar, hat man natürlich auch andere Themen, aber für viele ist ja lesen dann auch einfach wirklich so eine große Freizeitbeschäftigung und das fällt dann ja total weg, wenn man das mit einem mal irgendwie nicht mehr kann. Und es ist ja und irgendwie kam so das Thema und dann war da diese Podcastfolge und ich dachte so, hey, Helm hat gesagt, man soll einfach fragen. Genau, dann mach ich das doch mal.
Helen
Voll, ich finde es aber total spannend, dass du das sagst, weil ich auch gerade so dachte, ja, ich weiß gar nicht warum bei mir das plötzlich anders war, weil ich glaube auch, also meine Therapeutin hatte zu dem Zeitpunkt, wo ich dann angefangen habe zu lesen, hatte die das schon wahrscheinlich monatelang gesagt, ich könnte es ja mal mit einem Buch versuchen. Also wahrscheinlich ging mir das ähnlich wie deinen Klientin. Das ist das Gefühl hatte, dafür habe ich gar keinen Kopf. Aber vielleicht war es so ein bisschen aus dieser Not heraus, weil ich dann zu dem Zeitpunkt ja schon irgendwie aus dem Job raus war und ich habe also das hat bei mir auch wirklich Panik ausgelöst, weil ich das Gefühl hatte, so ich habe jetzt gar keinen Halt mehr, das nimmt mir so jegliche Sicherheit. Das Gedankenkarussell war ja eh schon da, aber dann war irgendwie auch so vielleicht einfach eine Lehrstelle, die ich vorher mit dem Job dann gefüllt habe. Und in dem Moment und das merke ich auch immer noch, dass ich, wenn auch jetzt Ängste hochkommen bei mir, mir das total hilft, in ein Buch, also irgendwie in diese Geschichte abzusteigen. Also dann habe ich irgendwie weniger das Problem damit, dass ich mich darauf nicht konzentrieren kann, sonst bei mir sofort wie so ein Schalter umgelegt und ich sage immer so ein bisschen flapsig, weil ich halt mich auf anderer Leute Probleme konzentrieren kann. Also ich kann dann von jetzt auf gleich einfach ignorieren, dass ich gerade total viel Ängste und Sorgen habe, sondern kann irgendwie, weiß ich nicht, mich auf die Geschichte einlassen. Meistens ist ja irgendwas, was die Person beschäftigt in dem Roman oder so. Und mir hilft das total. Aber ich habe natürlich auch so Momente, wo ich denke, es ist gerade irgendwie zu viel in meinem Kopf. Ich kann mich nicht darauf konzentrieren. Und das finde ich eigentlich ein total spannender Aspekt, den du da ansprichst und dann frage ich mich wirklich auch so ein bisschen, woran liegt das eigentlich? Und wahrscheinlich können sich super viele von denen, die jetzt zuhören, da auch hineinversetzen. Deswegen freue ich mich total drauf, ein bisschen tiefer einzusteigen. Erzähl aber vielleicht einfach mal, weil du jetzt von Klientinnen gesprochen hast, was machst du denn überhaupt?
Alexandra Keyling
Ja, ich bin Angsttherapeutin. Also ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie und bin aber auch Ängste spezialisiert und habe eine eigene Praxis zwischen Düsseldorf und Köln. Arbeite aber 90 Prozent, würde ich jetzt mal fast sagen, online. Und genau, das ist so das, was ich mache. Und dadurch, dass ich halt auf Ängste spezialisiert bin, ja, sind halt meine, ich sage extra Klientinnen, weil es eigentlich ist, was nur Klientinnen sind. Die sind halt viel unruhig. Und ja, also da ist es einfach auf Thema, dieses ich kann mich auf nichts konzentrieren und so. Und da ist es halt irgendwie nicht immer natürlich, aber oft einfach schwierig. Ich glaube, es macht auch so ein bisschen einen Unterschied. Ich weiß nicht, kennst du das, kennst du das Window of Tolerance, dieses Toleranzfenster, sagt dir das was? Das ist, es kommt so ein bisschen aus Traumabereich, also dass wir so ein Fenster sozusagen haben, wo wir gut reguliert sind. Also wo wir einfach, also da kann es uns auch schlecht gehen. Also es uns kann es auch in diesem Fenster, da können wir auch traurig sein, da können wir auch gut sein, da können wir auch Angst haben. Aber wir sind nicht so total lost. Also wir sind nicht so dem so ausgeliefert, sondern wir spüren jetzt Angst. Wir sind aber noch bei uns. Wir sind jetzt bütend. Wir sind aber trotzdem noch bei uns und haben uns irgendwie unter Kontrolle. Und man kann quasi aus diesem Fenster entweder nach oben so rausfliegen oder nach unten rausfallen. Und wenn man manchmal verbindet sich das auch, manchmal fliegst du oben raus und fällt danach sozusagen runter. Und wenn man so von Ängsten spricht, ist man eher oben. Also dann ist man quasi oben so ein bisschen rausgeflogen. Das heißt, also wenn man jetzt Ängste hat, die auch eine Diagnose, also man kann ja auch Ängste haben, ohne dass man jetzt irgendwie auch daraus fliegt. Aber wenn man jetzt wirklich starke Probleme mit Ängsten hat, dann ist man halt… eher so im oberen Bereich und da ist man unruhig. Da kann man sich halt nicht konzentrieren, da ist auch Wut, das ist alles so im oberen Bereich und wenn man unten aus dem Fenster sozusagen rausfällt, da ist halt eher so Erschöpfung. Da ist Erschöpfung, Depression, auch Konzentrationsprobleme teilweise auch klar, aber die äußern sich manchmal so ein bisschen anders und das finde ich immer noch so ganz, ganz spannendes Bild sozusagen, weil es kommt dann natürlich ein bisschen drauf an, wie groß ist unser Fenster und wenn unser Fenster jetzt super klein ist, das kann jetzt zum Beispiel daran liegen, dass wir halt irgendwie in der Kindheit irgendwelche Themen hatten oder wir als Kinder einfach nicht gut begleitet wurden, dass nicht so richtig gelernt haben, also hat auch viel mit Resilienz zu tun. Also man könnte auch sagen, in dem Fenster sind wir resilient und genau und alles, was so außerhalb ist, es halt einfach irgendwie fühlt sich unsicherer an und fühlt sich so ein bisschen nach Kontrollverlust irgendwie an.
Helen
Ja, ich glaube dann bin ich eher aus dem Fenster gefallen.
Alexandra Keyling
Hätte ich jetzt dann auch spontan einfach so gesagt, weil du ja eher so Richtung Erschöpfung, Burnout irgendwie warst und genau dann warst du eher unten, was halt auch wiederum dann nicht heißt, dass man nicht zwischendurch auch mal eine Angstattacke oder so haben kann, weil ganz oft ist es auch, wenn man so oben ist, dann weiß nicht, hat man vielleicht eine Panikattacke oder sowas und danach ist man aber so erschöpft, dass man dann nicht wieder ins Fenster fällt, sondern dann fällt es quasi so nach unten, wenn man so will durch. Und kann mir aber vorstellen, es ist jetzt allerdings nicht wissenschaftlich basiert, das ist jetzt meine Meinung, dass man so, wenn man unten ist und wenn man jetzt nicht, da gibt es ja auch Abstufungen, also da gibt es ja auch welche, die jetzt gar nicht leben könnten. Aber wenn man da jetzt in so einer Erschöpfung ist, vielleicht auch irgendwie dann eher in einer so einer leichten bis mittel, also in der starken, das ist bestimmt auch sehr, sehr schwierig, aber können mir vorstellen, dass dann halt Lesen auch nochmal vielleicht ein bisschen leichter ist, als wenn man jetzt in dieser starken Unruhe ist, weil wenn man sich noch nicht mal richtig ruhig hinsetzen kann, dann ist halt die Wahrscheinlichkeit, dass man sich jetzt irgendwie auch so eine ganze Seite oder eine halbe Seite Text oder so konzentrieren kann, glaube ich, so ein bisschen geringer.
Helen
Und vor allem bei mir war halt, das sage ich ja auch immer, der Vorteil, also mein Kopf war unruhig, ich hatte mir halt irgendwie, ich hatte vor allem, weiß ich, aber auch immer noch vor allem wirklich Angst, aber ich habe mir vor allem wirklich auch Sorgen gemacht. Und also so gedanklich kam ich nicht zur Ruhe, da konnte ich überhaupt nicht abseiten, aber mein Körper war halt super erschöpft und dafür war es natürlich von Vorteil das Lesen. Ich könnte mir aber auch zum Beispiel vorstellen, wenn es noch krasser ist und man eigentlich immer nur noch einschlägt, wenn man einen Text zu handnimmt, das war jetzt auch nicht so, ich glaube, ich brauchte schon so ein bisschen diesen Erholungsfaktor auch, den das Lesen bringt. Aber klar, wenn das jetzt so, ich glaube, ich neige immer eher zu einem Erschöpfungszustand auch. Also auch, ich hatte auch lange zum Beispiel, weil du das Thema Wut auch angesprochen hast, so dass die Angst auch, du kannst nach oben liegen und es auch Wut, damit hatte ich total Probleme, da überhaupt dran zu kommen, überhaupt Wut zum finden. Deswegen dachte ich so, wahrscheinlich bin ich dann eher in diesem unteren Bereich. Aber wenn ich, wenn ich auch jetzt irgendwie von ihm, also wenn ich, ich bin zum Beispiel auch jetzt, finde ich es schwer, wütend auf jemanden oder etwas zu sein, dann ich bin enttäuscht, so dieses typisch, ich glaube es auch typisch weiblich, und das Lämpf mich total auf. Und auch da fühle ich dann eher so eine körperliche Erschöpfung auch, sonst nehme ich jetzt auch ganz anders wahr irgendwie. Aber klar, wenn irgendwie, wenn du eher so wie so ein bisschen auch so rasend irgendwie auch innerlich bist, viel schwieriger, kann ich mir auf jeden Fall auch vorstellen. Ich frag mich, dann ist da vielleicht eher von Vorteil zum Beispiel so körperliche Beteiligung, also vielen hilft ja auch Sport, wenn man eher in dieser, so in dieser rastlosen Phase ist.
Alexandra Keyling
Ja, da hast du ja dann auch bestimmte Hormone, die so ausgeschüttet werden, so Adrenalin und Co. Die halt im Körper sind, die aber nicht so richtig abgebaut werden, weil sie kommen ja in den Körper, werden eigentlich nicht gebraucht, so richtig. Weil wenn wir jetzt ernsthaft in Gefahr werden, da ist ja immer dieses tolle Bild vom Säbelzahntiger, wenn jetzt da wirklich ein Säbelzahntiger vor unserer Höhle stand, dann würden wir halt rennen wie Irre oder wir würden irgendwas machen, wir würden das Adrenalin auf jeden Fall benutzen. Und ganz oft ist es ja so, wenn wir Ängste haben, die mehr jetzt so ein bisschen irrational erst mal erscheinen, dann macht unser Körper ja eine Angstreaktion, aber im Endeffekt wird das nicht so richtig wieder abgebaut. Also vor allem, wenn man jetzt Richtung Angststörung oder so geht, also wenn man es einfach vor eine Situation hat und man hat da Angst, dann ist es natürlich auch so, man hat Angst, es werden Hormone ausgeschüttet, es gibt eine körperliche Reaktion und dann wird es, fährt das alles wieder runter und ist dann wieder abgebaut. Aber wenn wir jetzt so eine Situation haben, dass uns Ängste einfach sehr, sehr lange begleiten und belasten, dann ist es so, dass das nicht mehr abgebaut wird, zumindest nicht so schnell, wie wir es eigentlich bräuchten. Das heißt, zum Beispiel Adrenalin, Cortisol wird dann irgendwie im Körper, ist dann im Körper so erhöht, wie wir es eigentlich nicht brauchen und dann ist es zum Beispiel gut, wenn man sich bewegt. Da muss man auch gar nicht jetzt ein Marathon laufen oder so, sondern da geht es wirklich darum, dass man sich einfach so bewegt. Das kann dann jetzt zum Beispiel auch irgendwie so sehr klassische Mental Health-Spaziergang sein, irgendwie, aber dass man sich so ein bisschen bewegt auf jeden Fall.
Helen
Habe ich erst letztens irgendwie gelesen, dass Wissenschaftler*innen herausgefunden haben 7.500 Schritte am Tag, Lindern Depressionen, dachte ich so, volles coole Ziel auch. Also ich hatte immer diese 10.000, die finde ich echt schwer auch teuer erreichen, aber ich dachte so 7.500 habe ich bei meinem Morgenspaziergang meistens und zumindest auch, wenn ich mich den Rest des Tages dann auch ein bisschen bewege, ist ungefähr drin. Ich finde es eine ganz andere Motivation zu wissen. Ich mache das für meine mentale Gesundheit. Da schein ich irgendwie im Moment zumindest mehr hinterzustehen, als zu sagen, ich mache das jetzt irgendwie so für meine Figur. Klar würde ich vielleicht auch optimieren wollen, aber irgendwie das reizt mich nicht auf die selbe Weise und wie ich das gelesen habe, dachte ich so, ja okay.
Alexandra Keyling
Ich glaube auch, wenn man weiß, wie es ist, wenn die mentale Gesundheit dann gerade nicht so ist, dann ist das wahrscheinlich auch blöder als keine Ahnung, ein paar Kilo vermeintlich zu viel oder so, sondern das ist so, oh Gott scheiße, da habe ich nicht nochmal Bock drauf.
Helen
Voll, also gibt nichts, was ich weniger möchte, als diesen Zustand zurück haben. Aber also bei mir ist es halt auch jetzt noch so, wenn ich Angst habe, also ich hatte das erst irgendwie vor ein paar Wochen, es war irgendwie ungünstig, weil ich glaube, ich so in dem Moment realisierte, ich glaube es war vielleicht, weil der Juni so voll war und zwar kurz vor Juni und ich habe gemerkt, ach du schand das, das wird, ich wusste vor allem nicht nur es wird viel, sondern es wird viel Wachstum werden und das war so ein Gefühl von, das packe ich nicht, so keine Ahnung, das kann ich nicht verarbeiten, das ist zu viel und das war irgendwie so abends und da wusste ich, ich habe jetzt auch nicht mehr so die Zeit irgendwie, ich wusste auch nicht, was ich sonst vielleicht tagsüber gemacht hätte, aber dann hätte ich mich vielleicht anders abgelenkt oder so und ich dachte so, ich will eigentlich jetzt ins Bett, aber bei mir, ich spüre das so im Bauch, ich habe richtig am Bauchschmerzen und halt so eine komplette Anspannung und dann fand ich das so cool auch nochmal zu erleben, weil ich dann dachte, okay, was hilft mir normalerweise lesen? Also habe ich wieder einfach zu meinem Buch gegriffen und wirklich instant gemerkt, dass mich das entspannte und ich dachte so, wie cool ist das auch noch nach so vielen Jahren, dass das einfach so für mich so ein Mittel ist, was mir gut hilft und damit meine ich gar nicht, dass es für jeden gut sein muss, ich meine es gibt Studien, die das zeigen, dass das helfen kann, aber so wenn es halt für dich Bewegung ist, dann ist Bewegung, aber irgendwie cool zu merken, ich habe da was, was jetzt auch nicht so kompliziert umzusetzen ist, dafür brauche ich auch nicht wahnsinnig viel Zeit und ich weiß einfach, das hilft mir, das hat mich das nochmal total beruhigt, also hat mich sowieso beruhigt in dem Moment, aber auch einfach diese Erkenntnis, dass ich im Grunde immer nur im Buch parat habe, brauche um mich beruhigen.
Alexandra Keyling
Das ist ja genau wie mega, du musst nirgends wohin, du musst nicht irgendwie noch was, ja, gut, ein Buch, nee, du musst nichts kaufen, weil du hast ein Buch da im Zweifel, also eine so, das heißt irgendwie, man hat es einfach irgendwie griffbereit und was halt dabei da ja auch immer der Clue ist, ist, dass man es weiß, weil oft weiß man das ja nicht so richtig, so was hilft mir da jetzt, also und wenn man das dann weiß, ist das natürlich noch mal besser, weil dann kann man es halt auch anwenden, also, das ist ja klar, die Erkenntnis habe ich ja auch erst dann mit irgendwie 30 gehabt, aber nicht mal besser spät als nie,
Helen
aber denkst du, das ist dann jemanden, der eher in diesem rastlosen Modus, also der aus dem Fenster geflogen ist, dass das dann überhaupt das richtige Mittel sein kann oder würdest du das gar nicht empfehlen?
Alexandra Keyling
Das ist schwierig, weil das ist echt individuell, also man muss es einfach ausprobieren und ich glaube, man muss es noch nicht mal ausprobieren, ich glaube, wenn es für einen nichts ist, dann merkt man das ohne, dass man das Buch schon in der Hand hat, also, wenn man sich so denkt, boah, ja genau, also, wenn man so, oh nee, oh Gott und dann schlägt man die erste Seite auf den Denk nur so, nein, ich kann da jetzt keinen Satz lesen, ich meine, dann ist die Antwort bald klar, also, ich glaube, das ist wirklich, wirklich ganz individuell und es kommt ja… Da finde ich auch noch mal drauf an, was man dann liest. Oder wie erlebst du das?
Helen
Also ich habe mich da in letzter Zeit sehr viel mit beschäftigt, weil es ja wie gesagt auch diese Studien gibt, die belegen. Also es gab diese Studie an der, wie heißt das, Mindlab International oder so von der University of Sussex. Da haben Forscher bei Proband*innen den Cortisol-Spiegel und die Herzfrequenz gemessen während die verschieden Aktivitäten ausgeführt haben. Und haben halt rausgefunden, lesen entspannt mehr als jede andere Aktivität. Und da war auch so was wie spazieren oder auch Yoga dabei, wo du auch meinen würdest. Das ist ja schon entspannt. Und ich fand es so geil, als ich das gelesen habe. Vor allem, also ich bin ursprünglich auf die Zahl 6 Minuten lesen, reduzieren den Stresspegel um bis zu 68 Prozent gestoßen. Und dann habe ich mir diese Studie so ein bisschen genauer angeguckt und dachte so, wie cool ist das, dass die rausgefunden haben, dass es einfach noch effektiver ist als spazieren oder Yoga zum Beispiel. Und da steht dann eben auch drin, es ist im Grunde egal, was du liest. Und meine ganz persönliche Meinung ist einfach, weil ich glaube, wir haben halt mit Lesen so voll viele Bedingungen und was weiß ich verknüpft. Und wir stellen uns an vor, irgendwie muss was sinnvolles sein oder was ich lange Zeit hatte war. So, ich dachte, ich muss diese Bücher bei Ende nicht mehr angefangen haben und so. Aber wenn man es schafft, sich davon komplett zu befreien und auch nicht Bücher irgendwie so bewertet. Also wenn du jetzt gerne Krimis liest, dann liest halt Krimis. Oder wenn du was weiß ich, keine Ahnung, irgendwie Romance kam, gerne liest, dann liest es einfach. Irgendwann hatte jetzt letztens das Beispiel genannt, diese ganz kitschigen, flatterigen Hälfte, die du teilweise so am Kiosk früher oder im Supermarkt bekommen war, die so ganz romantisch so sind. Ich denke so auch da. Also ich glaube, es ist wirklich egal und zumindest haben die es auch in der Studie gesagt, es ist egal, was du liest, solange es dir halt gefällt. Und ich glaube, wenn man es schafft, sich da die Erlaubnis zu geben, einfach nach dem Bauchgefühl zu gehen. Dann glaube ich schon, dass es helfen kann. Aber ehrlich gesagt, finde ich das jetzt halt total spannend, rauszufinden, ob die in dieser Studie auf solche Sachen auch abgegeben haben. Das waren wahrscheinlich erst mal jetzt gesunde, also bis auf Stress. Irgendwie ist das ja so eine Volkskrankheit. So aber an sich wahrscheinlich gesunde Proband. Aber wie spannend wäre das, wenn wir jetzt so eine Studie starten würden? Und wir testen irgendwie die, die aus dem Fenster gefallen sind und die, die aus dem Fenster geflogen sind und gucken, ob das in gleicher Weise entspannen kann, wenn die zu einem Buch greifen.
Alexandra Keyling
Voll. Und ich, aber ich finde es krass, weil ich denke mir so, wenn ich jetzt so eine Horror schinken lese, da muss es doch eine andere Auswirkung auf Herzfrequenz und also hätte ich jetzt anders gedacht, tatsächlich. Also ich hätte jetzt schon gedacht, dass also ich hätte jetzt nicht gedacht, so, ach, jeder muss jetzt Romans Bücher lesen. Und hat so das jetzt auch nicht. Aber so weiß ich nicht, wenn ich jetzt Stephen King lese, da muss es doch was anderes mit einem machen, als wenn ich jetzt keine Ahnung. Oder also das hätte ich jetzt voll gedacht.
Helen
Auf der anderen Seite, wenn du jetzt irgendwie, also ich habe mal so ein New Adult Titel gehört, weil der war bei uns in der Auswahl. Und ich dachte, so ich will irgendwie auch mal mitreden können und wissen, worum es geht, weil das hätte mich jetzt einfach vom Cover nicht so angesprochen. Und dann dachte ich, OK, ich probiere das mal und ich fand es krass explizit und dachte so, OK, wow, damit habe ich gar nicht gerechnet. Und auch da könnte ich mir vorstellen, wenn du im Grunde wie so eine Sex-Szene live mitverfolgs beim Lesen, auch das wird bestimmt in die Herzfrequenz so ein bisschen erhöhen. Aber ich könnte mir einfach vorstellen, dass es eher vielleicht so eine Gesamt. Also vielleicht. Weiß ich nicht.
Alexandra Keyling
Also müssten wir, ich finde, wir müssten Experiment. Und das ausprobieren, weil ich denke irgendwie, ist es wahrscheinlich trotzdem entspannt und also meine, so dass jetzt meine persönliche Meinung getrennt von dieser Studie ist einfach, weil das die Erfahrung ist, die ich gemacht habe, du bist halt abgelenkt von deinen Sorgen und wahrscheinlich sorgt das dafür, dass du entspannst.
Helen
Und wahrscheinlich, also das denke ich jetzt so, aber das ist auch nur Interpretation, dass das war, du hast ja gesagt, wahrscheinlich auch eher gesunde Menschen, also genau, die halt irgendwie bisschen Stress oder was haben. So, aber wenn ich jetzt jemanden habe, der wirklich mit Ängsten zu tun hat, dann ist es ja so, mein Herzschlag geht rauf. Oh Gott, oh Gott, oh Gott. Und dann kommt bei Manche halt schon Panik und dann denke ich mir so, na ja, dann kommt wahrscheinlich schon krass drauf an, was man liest. Weil wenn man dann irgendwie was liest, wo jetzt einfach das Herz ein bisschen schneller schlägt, warum auch immer. Also, es ist ein Horrorkram, weil es aufregend ist oder irgendeine Sexszene oder was weiß ich was, könnte ja Tausende Gründe geben, warum das Herz jetzt irgendwie mal schneller schlägt.
Alexandra Keyling
Dann kann das natürlich bei Menschen mit Ängsten einfach schon dazu führen, dass die dann so denken oder gar nicht denken, ist dann ja so ein automatischer Ablauf sozusagen, dass daraus dann so, oh, kennen wir, das ist nicht gut, wollen wir nicht, so Gefahr und das ist natürlich trotzdem spannend. Also, weil ich trotzdem so ein bisschen denke, wenn das was ist, was du total gerne liest, sorgt das dann bei dir für so Herzrasen, weiß ich nicht. Ja, vielleicht nicht, ne? Weil klar, wenn du jetzt das erste Mal ein Thriller liest und denkst dir so, ach du Schande, die schlachten sich da ab, klar. Also das kannst du mir schon vorstellen, aber wenn das irgendwie was ist, was du total gerne liest, also jetzt ohne Wertung, das klingt jetzt so, wenn ich im Vorher im Satz gesagt hab, die schlachten sich da ab. Also, aber das ist ja schon teilweise ein bisschen krass bei solchen Büchern. Aber wenn das einfach was ist, was du gerne liest, ich weiß nicht, ob es dann, ob diese Kette so in Gang gesetzt wird.
Helen
Also ich verstehe total, was du meinst, aber ich könnte mir vorstellen, wenn man wirklich einfach nur guckt, was mag ich gerne. Also, man muss sich vielleicht ein bisschen in sicheren Gefilden bewegen. Vielleicht ist das nicht die Phase, wo du total krasse neue Genres ausprobierst. Aber wenn du von dir weißt, dass du Fitzack liebst, also weiß ich nicht. Oder ist jetzt eine steile These von mir, aber irgendwie denke ich so, das könnte. Das könnte es doch zusammenhang geben.
Alexandra Keyling
Ja, ja, ja, es hört sich irgendwie total logisch an und es schreit noch nach Studie von uns. Lass uns den auf. Was braucht man für so eine Studie? Das muss doch umsetzbar sein. Ja, also ja, es ist echt, es ist echt spannend. Ja, es ist auch irgendwie mein Lesen, ist ja auch einfach wirklich dann so eine Auszeit, also wo man sonst vielleicht, ja, weiß ich nicht, wo man gedanklich jetzt so ein bisschen abdrehen würde, weil wenn man jetzt vielleicht gerade nichts hat, was man machen kann oder man einem nichts einfällt oder so und dann kommen einem ja oft mal blöde Gedanken. So und wenn man das dann sozusagen füllt mit einem Buch, dann ist der Kopf auch irgendwie beschäftigt. Also gleichzeitig kann irgendwie der Körper halt auch zur Ruhe kommen. Also erst macht schon irgendwie Sinn, dass das einfach eine coole Sache ist.
Helen
Ja, also seitdem bin ich noch begeistert davon lesen und denk so, dass so ein bisschen alle erfahren. Was ich aber gerade so dachte, wir können jetzt vielleicht erst mal keine Studie im großen Ziel durchführen, aber das kann man ja zumindest mal als Selbsttest an die Zuhörer ingeben. Ich weiß nicht, kann man irgendwie, kann man das selber messen? So ein, so ein Neherzfrequenz oder so was? Also zumindest kann man ja mal an alle rausgeben, dass sie mal darauf achten, ob es einen Unterschied macht bei den Jungs, ob sie sich danach entspannter fühlen. Also einfach nur generell fühlst du dich entspannter nach dem Lesen als vor dem Lesen.
Alexandra Keyling
Ja, man könnte zum Beispiel so was, sorry, man könnte zum Beispiel so was machen. Das mache ich immer ganz viel mit meinen Klientinnen. Wo bist du auf der Skala? Wo bist du auf einer Skala von 0 bis 10? Das heißt, man setzt sich hin. vor man liest und macht einmal so ein Body-Scan sozusagen. So, okay, wo bin ich jetzt stressmäßig? Keine Ahnung, null ist total entspannt, zehn maximal gestresst. Dann macht man das am Ende einfach nochmal.
Helen
Oh, ich liebe das. Ich finde, es schreit auch nach einem separaten Post. Ich geb das hier einfach schon mal ans Team raus. Weil, wie geil wäre das? Ich finde die Idee gerade total cool. Wir machen das so, alle sollen zu Hause erstmal so ein Scan machen, so ein bisschen reinhorchen, so wie gestresst fühle ich mich gerade. Und dann, also ich meine, diese Studie hat gesagt, es reicht in sechs Minuten, um den Stresspegel erheblich zu reduzieren. Aber liest einfach so viel, wie du gerne lesen magst. Ich weiß nicht, ob das dann noch krass zu steigern ist, wenn man das, wenn man einfach mehr liest. Und dann reinhören, hat das was gebracht. Und vor allen Dingen merkst du einen Unterschied, wenn du ein anderes Genre liest, weil das wäre eher der spannende Teil. Also wenn du jetzt hast du das Gefühl, dass dich nicht so entspannt, wenn du ein Thriller liest oder, ich lasse auch diese Wort, ich möchte das eigentlich nie aussprechen, aber gut. Also wenn du irgendwie halt einfach liest, was du gerne liest, hast du das Gefühl, es macht einen Unterschied. Als fettig voll spannend. Ich bin, ich hoffe, dass da Antworten drauf kommen. Auf jeden Fall in dem Post, also in den Kommentaren, unter dem Real mal teilen, ob ihr da zu Meinung habt, was wirklich voll adressiert.
Alexandra Keyling
Ich muss es selber mal ausprobieren, wenn man mal so ein bisschen gestresst ist und dann das so ganz bewusst zu machen irgendwie. Ich habe gerade so gedacht, das hat ja auch irgendwie bestimmt mit Achtsamkeit zu tun, weil ich habe irgendwie, weil wir haben seit abgedreht zwei Jahren keine Spülmaschine mehr.
Helen
Oh krass, ich liebe meine. Ich habe meine seit einem Jahr und ich möchte nie wieder zurück.
Alexandra Keyling
Ja, und wir hatten eigentlich mehr oder weniger immer eine und dann ist die kaputt gegangen und wir haben aber so eine ganz uralte Küche. Wir kriegen jetzt ein paar Wochen eine neue. Und dann habe ich halt gesagt, ist es doch ganz ehrlich, es macht überhaupt gar keinen Sinn. Ich will jetzt keine Spülmaschine austauschen in der alten Küche. Und mein Mann sich ja die Kammer doch dann auch für die Neue benutzen. Ich so, nee, wenn wir jetzt eine neue holen, dann machen wir alles einmal in einem Guss neu. Dann kaufen wir doch jetzt nicht ein paar Monate vorher oder Wochen vorher. Dacht mir dann noch eine neue. Ja, daraus sind da jetzt zwei Jahre geworden. Aber dann habe ich für mich tatsächlich, es gab zwischendurch ein Tief. Aber dann habe ich für mich echt das Spülen ein bisschen entdeckt, weil ich irgendwie das war klar, das muss gemacht werden, weil sonst geht gar nichts. Wir sind ich habe zwei Kinder, ein Mann also zu viert zu Hause ohne Spülmaschine. So Jung und das war dann irgendwie echt immer wie so eine Mini aus Zeit. Und das hat dann auch irgendwie echt immer tatsächlich gut. Und da habe ich jetzt gerade gedacht, aber gut, dass diese Lücke habe ich gefüllt, weil ich nämlich dann dachte, so, ja, OK, Lesen ist besser, weil der Kopf dann noch irgendwie so ein bisschen, ein bisschen beschäftigt ist. Das ist ja so mein Gedanke einfach nur. Aber gut, das hatte ich halt damit Podcast gefüllt, sozusagen, weil ich dann halt immer Podcast gehört habe und dabei gespült habe.
Helen
Boah, ich finde das gerade irgendwie richtig verrückt, weil wir hatten auch dann, wir hatten lange keine, weil wir hatten die Küche komplett umbauen müssen. Also so und da dachte ich immer, ach, wer weiß, wie lange wir hier noch wohnen, lass mir einfach so schlimm ist es ja nicht. Wie leicht sind die von mir? Und dann habe ich mir das Spülen auch schön geredet. Ich habe dabei immer Hörbücher, Podcast und alles gehört. Und das ist so, ach, ist ja auch irgendwie cool, meine Weiterbildungszeit am Abend und habe da teilweise irgendwie eine Stunde am Tag oder wahrscheinlich mehr gespült. Aber ja, ich weiß nicht, ob ich jetzt Rückblickend sagen würde, es war wirklich so eine Me-Time.
Alexandra Keyling
Als Me-Time würde ich es jetzt auch nicht bezeichnen. Schon einfach. Aber für mich war es schon immer so ein bisschen um runterfahren. Also ja, also nicht so eine Zeit. Ich würde es jetzt trotzdem nicht bezeichnen, aber es ist so eine Art, was möchte ich denn nicht machen? Was Zeit für dich? Ich stuhle jetzt. Mir alles an, Spiegelkraft.
Helen
Ja, also da würde ich auch sagen, das Leben ist wahrscheinlich einfach ein bisschen entspannter. Und ich habe tatsächlich, ich habe mich hier vor einer anderen Folge aufgenommen. Und da haben wir auch darüber gesprochen, ist Lesen selbst für Sorge und ich würde halt schon sagen, weil also das Hauptargument, was ich eigentlich da muss das muss man nicht jemand aus der Community sein. Ich muss nur jemandem erzählen, was ich mache. Und dann heißt es immer, ich würde ja auch gerne mehr lesen. Ich habe aber keine Zeit. Also Zeit ist immer so der Hauptfaktor. Und natürlich sind alle auch viel beschäftigt, gerade auch wenn man Kinder hat. Aber ich habe ganz oft das Gefühl. Also natürlich ist das eine Prioritätenfrage. Aber vor allen Dingen machen, glaube ich, gerade wir Frauen und selbst sehr selten zur Priorität und dann wird erst mal irgendwie alles andere erledigt. Zum Beispiel gespürt, weil es halt gemacht werden muss, bevor man sich die Zeit so nimmt. Und ich finde Lesen ist schon ein krasser Selbstfür Sorgepunkt, weil das so das fast so dekadent sich einfach da so mit dem Buch hinzusetzen, sich die Zeit nehmen irgendwie. Und ich glaube, diesen Scheiter müssen ganz viel auch erst mal umlegen zu sagen, so ich nehme mir da wirklich jetzt mal Zeit für mich und lese, weiß ich, wie du dazu stehst.
Alexandra Keyling
Ja, sehe ich auch so. Ich habe jetzt auch gerade mal überlegt, ich habe witzigerweise eine Erfreundin bekannte, die ich irgendwie, ich habe vor Ewigkeiten, das bestimmt jetzt echt schon acht Jahre oder 7, 8 Jahre her, habe ich irgendwie hier vor Ort so eine Elterngruppe geleitet. Und da haben wir uns kennengelernt und dann haben wir uns irgendwo noch mal wieder getroffen in einem Kindergarten und so und irgendwie immer wieder nette, weiß ich nicht, immer wieder uns nett unterhalten und so. Jetzt kam dann irgendwie das Thema Lesen zwischen uns auf. Und das war irgendwie auch ganz interessant, weil sie nämlich gesagt hat, also die Kinder von ihr sind noch wesentlich kleiner. Und dann hatte sie halt gesagt, ja, sie hat sich jetzt für dieses Jahr ganz fest vorgenommen, wieder mehr zu lesen. Und sie baut das jetzt gerade wirklich richtig aktiv, sozusagen in ihren Alltag ein. Also ich glaube, sie macht das so, wo ich so dachte, krass, da wäre ich jetzt niemals draufgekommen, tatsächlich. Sie macht das wirklich, sie steht auf, also relativ früh. Und wenn dann die Kinder noch schlafen, dann ließ sie. Und dann ist halt das Fenster immer kommt halt drauf an, wie lange die Kinder dann schlafen so ungefähr. Und dann dachte ich auch sehr witzig, dass man sich das wirklich so aktiv irgendwie holen muss. Klar, so wenn die Kinder so winzig sind, hat man halt dann echt nicht so viel Zeit und dann habe ich so ein bisschen daraufhin so überlegt, wie war das denn bei mir? Und bei mir war es halt tatsächlich auch so, dass ich echt ich habe so ganz viel, auch so ganz viel Elternratgeber und so ein Zeug gelesen, als die Kinder klein waren. Und irgendwann hatte ich dann so einen richtigen, so einen richtigen Anfall von, wo ich lese, nie wieder einen Elternratgeber. Dann habe ich irgendwie gesagt, und jetzt lese ich einen Roman. Das war so völlig so, my God, ich lese einen Roman, wie abgedreht. Da lernt man ja gar nichts. So, oh. Und. Ja, und dann habe ich mir das tatsächlich da wieder aktiv die Zeit für genommen. Also ich mache mir jetzt nicht so feste Zeiten. Das könnte ich auch irgendwie gar nicht so richtig. Weiß ich nicht. Obwohl ich das schon könnte, aber irgendwie ich kucke. Also es kann bei mir auch mal sein, dass ich jetzt ein paar Tage einfach mal nichts gelesen habe. Aber dann kommt wieder so eine krasse Phase, wo ich irgendwie so gefühlten ganzen Tag er durchlesen ist, natürlich auch Quatsch. Aber jede Chance irgendwie wittere, dass ich irgendwie das Buch in die Hand nehmen kann. Also das ist bei mir dann irgendwie total unterschiedlich.
Helen
Ja, ich habe auch so genauso wie dieses so, was man lesen sollte und so. Glaube ich ist auch echt ein Faktor, dass also mein Eindruck ist, dass viele das auch zu groß dann denken und meinen so, ich muss mir da eine Stunde am Tag für nehmen. Aber ich glaube, wenn man mal so ein bisschen darauf achtet, es gibt ja schon relativ viele Zeitfenster. Und vielleicht muss man erst so ein bisschen reinkommen, weil man vielleicht am Anfang ja auch irgendwie fällt es am schwerer irgendwie, sich auf den Text einzulassen und so was. Aber wenn man zum Beispiel einfach mal guckt, irgendwie hat man ja vielleicht eine Mittagspause oder eine Bahnfahrt oder man sitzt im Wartezimmer und so. Ich glaube, wenn man sich das so ein bisschen angewöhnt, dass es einfach eher darum geht, die Zeit, die irgendwie dafür zur Verfügung steht, zu nutzen als zu sagen, ich muss jeden Tag eine Stunde irgendwo freischaffen, weil das ist ja richtig schwer.
Alexandra Keyling
Ja, das ist auch ein bisschen anstrengend. Also ich für mich persönlich, ich fände es irgendwie dann anstrengend und ich will halt jetzt nicht lesen in Form von Anstrengung. Also weiß ich nicht. Und ich finde es auch total kontraproduktiv. Ja, ja, irgendwie schon. Ja, also bei mir ist halt auch manchmal, dass ich dann so denke, ich komme jetzt auch irgendwie nicht rein. Also dann setze ich mich irgendwo hin und dann komme ich nicht rein. Und dann bin ich aber auch froh, dass ich dann einfach nicht. Ja, also dann halt jetzt nicht so und dann irgendwann merke ich dann Tag später wieder oder zwei oder was weiß ich. So, ah, jetzt ist irgendwie der Zeitpunkt. Jetzt ist wieder, jetzt komme ich irgendwie voll rein und jetzt ist irgendwie wieder gut.
Helen
Ja, nee, ich glaube, ich ist auch echt einfach wichtig. Ich habe den Eindruck, wir machen zu viele so Regeln rundum lesen. Ich glaube, es ist ein bisschen so vielleicht auch so aus der Schule, so was ist, was sind gute Bücher? Was sollte man lesen und wie hat das irgendwie auszusehen? Und auch das darüber sprechen, finde ich ganz krass so. Grad halt, ne, jetzt bin ich da ja so ein bisschen in dieser Buchbubble. Was also auch da ist natürlich Totalthema, was sind gute Bücher? und was nicht. Ich war bei diesem Kongressen, wo eher die Führungsebene aus der Buchbranche dabei ist. Die haben das mit TikTok irgendwie immer noch nicht verstanden. Das finde ich immer noch lachhaft und ich denke so ein bisschen eigentlich eher lachhaft, dass ihr das nicht versteht, wie ernst zu nehmen das ist. Aber auch eben wie man darüber sprechen darf, da habe ich immer noch das Gefühl, dass es auch in ganz vielen Köpfen so immer noch wahrscheinlich Schulunterricht irgendwie so dieses man muss das so analysieren und es muss irgendwie auf einem hohen Niveau sein und man darf nicht einfach, man darf nicht einfach sagen, ich mochte das irgendwie oder es hat mir Spaß gemacht oder ich fand es zum Gähnen. Es muss immer irgendwie so total eloquent alles klingen und ich weiß ich generell habe ich das Gefühl beim Lesen ist zu viel, was wir irgendwie uns darüber einreden, wie das alles auszusehen hat. Das ist meine Meinung. Ich glaube wir machen das viel zu streng.
Alexandra Keyling
Ja das stimmt, glaube ich auch. Irgendwie ist es so, ich noch nie so wirklich drüber nachgedacht, aber hast du irgendwie recht? Ich habe irgendwie so dieses, ja dieses irgendwie, muss so literarisch sein oder so. Also so, ja, ja.
Helen
Ich habe, ich war irgendwann echt sogar an dem Punkt, dass ich gedacht habe, ich glaube für Mädels, die lesen möchte ich das Wort Literatur aus unserem Vokabular streichen, weil für mich macht das einfach einen ganz anderen, ein ganz anderes Bild auf, als wenn ich von Büchern spreche und ich glaube in der Buchbranche bin ich damit wahrscheinlich schon total unten durch, aber ich finde, wenn man sagt, man bespricht Literatur wirkt das anders als wenn man sagt, man spricht über Bücher.
Alexandra Keyling
Voll, total. Also ich glaube das schließt auch Menschen aus. Voll. Total, also. Sind wir einer Meinung. Ja, also wird sogar vielleicht mich ausschließen, weil ich echt nicht wüsste, ob ich das nicht so was hingeben würde. Nicht auch, es hätte gar keine Lust darauf. Ja, ja, also weil ich dann so denke, oh Gott, da kann ich ja nichts sagen.
Helen
Das ist ein bisschen wie wir haben uns ja Leichlingen gesehen. Das war übrigens sehr schön. Und da habe ich ja meine Freundin mitgeschleppt. Und das war nicht genau. Kurz zur Einordnung. Wir hatten einen Mädels, die lesen in der Stadt Bücherei Leichlingen, was richtig süß war. Und da, genau, was hat ihr beiden? Bundliche Überraschungen auch. Das war auch total lustig, weil ja schon klar war, wir machen den Podcast und wir nehmen ihn zusammen auf und dann gucke ich irgendwie so bei dir und dann ist dann ein Beitrag mit du bist in der Stadt Bücherei Leichlingen und dachte, ich wäre es in der Stadt Bücherei Leichlingen. Und dann dachte ich, ja, das ist zehn Minuten von mir entfernt. Ja, cool. Das war dann echt ganz witzig.
Alexandra Keyling
Na ja, für mich bin ich mit einer Freundin hin und die weiß, die liest auch gerne. Wir tauschen uns da auch immer so ein bisschen aus, aber halt nicht auf einem literarischen Niveau. So würde ich jetzt mal sagen, sondern einfach so wie man sich halt austauscht auch bei euch. Ja, ja. So und dann genau. Und dann hat sie nämlich dann auch, ich weiß jetzt gar nicht, kann ich da mit hingehen und so. Ich war also und ich glaube, das war das, dass sie halt jetzt nicht genau wusste, was Mädels, die lesen, was das ist. Und dann dachte sie halt nur so, oh Gott, da geht es jetzt irgendwie um Bücher und da kann ich doch jetzt gar nichts zu sagen und so. Und ja, und dann dachte ich halt genau, das seid ihr ja nicht. Also ja, und frag mich immer, wie wir das auflösen können, weil das höre ich öfter mal, dass Leute denken, da kann ich, da kann ich doch gar nicht mitreden oder so.
Helen
Ich glaube, du musst es gar nicht auflösen, weil ich glaube, durch deine Art und wie so Mädels die Lesen kommunizieren, sozusagen, wenn man so auf den Kanälen unterwegs ist, dann passiert das schon.
Alexandra Keyling
Sie kannte euch jetzt halt nicht. Weißt du, das heißt, sie dachte jetzt einfach nur, oh Gott, das ist irgendwas literarisch. Auch wenn ich so natürlich nicht gesagt habe, aber ich glaube, das war so ein bisschen in ihrem Kopf. Und dann so, oh Gott, dann gehe ich dahin, muss ich dann aber sagen, nachher sage ich irgendwas Blödes oder so. Also unterstelle ich jetzt auch mal, vielleicht hat es jetzt auch gar nicht gedacht. Aber ja, das ist, glaube ich, manchmal so, ne? Also, dass es dann auch so bessere gibt, so wer liest, was, was ist besser und so, ne? Und ja.
Helen
Also, ich finde, um diese Diskussion mit New Adult und generell BookTok herum merkt man es richtig krass wieder. Das also, ich weiß nicht, ob man das überhaupt so als jetzt irgendwie normal lesende Person überhaupt so mitbekommt. Aber ich kriege das halt so aus dieser Buchranche mit. Und ich denke mir immer so, ich verstehe gar nicht, warum man das überhaupt bewerten muss. Also, ich, ich klar, ich habe auch eine Bewertung im Kopf, wenn du zutage komplizierte Sachen liest, denke ich mir so. Will ich auch nicht mit dir drüber sprechen, so, ne? Das ist vielleicht ein Stück menschlich, dass man irgendwie sowas auch kategorisiert. Aber wie man so von oben herab auf Leser*innen und Bücher gucken kann, ist mir wirklich schleierhaft. Ich lese auch kein New Adult, ich habe gar keine Ahnung davon, auch nicht von BookTok. Aber ich denke mir immer so, da strömen massenhaft Menschen in Buchhandlungen, das müsste man doch eigentlich feiern.
Alexandra Keyling
Ja, voll.
Helen
Ja, verrücktes Thema. Aber ich fand es irgendwie total spannend, dass wir mal so ein bisschen da auch tiefer eingetaucht sind. Und ich fände es echt spannend, einfach mal zu hören, wenn man das zu Hause um selbst heißt, macht, gerade wenn man vielleicht eher dieses rastlose spürt, ob man das Gefühl hat, wenn man einfach nur, sag ich mal, zu dem in Anführungs- richtigen Buch greift, ob das trotzdem helfen kann oder ob es einfach in bestimmten Lebensphasen nicht das Richtige ist zu lesen. Diese Studie sagt was anderes, aber wie gesagt, ich glaube, es waren eher wahrscheinlich so, kein Angriff, das müsste ich vielleicht noch mal genauer lachen, nachlesen, ob man meine Vermutung wäre, dass eher gesunde Proband*innen waren. Deswegen bin ich ein bisschen gespannt auf die Reaktionen. Aber ich finde es cool, dass du das Thema mal aufgemacht hast. Erzähl doch mal so ein bisschen, wo findet man dich? Wo kann man mehr von dir erfahren? Du hast auch einen eigenen Podcast, erzähl mal so ein bisschen.
Alexandra Keyling
Genau, ich habe den eigenen Podcast. Da bist du ja auch schon bald herzlich willkommen. Das sprechen wir auch noch mal. Und genau, da geht es ganz viel ums Thema Ängste, aber auch teilweise Familienthemen. Also da findet man alles Mögliche, auch Ängste bei Kindern und verschiedenste Angststörungen, auch immer schon so mit so ein paar Ideen, was man machen kann, was einen unterstützen kann. Also da kann man auf jeden Fall gerne mal reinhören. Dann bin ich auch auf Insta unterwegs. Alexandra Keyling alles auseinander geschrieben. Und da gibt es auch viel rund ums Thema Angst. Das sind, glaube ich, so die Hauptkanäle, wo man nicht gut findet.
Helen
Ja, voll gut. Verlinken wir auch noch mal den Show-Notes. Dann kann man da noch mal vorbeischauen. Ich möchte aber vor allen Dingen Rückmeldung zu dem Selbsttest. Wenn das bis zu diesem Punkt nicht klar geworden ist. Lasst uns mal dran freiladen, sonst müssen wir die große Studie doch noch daten. Aber ja, es gibt doch auch Umfragen bei Spotify mittlerweile, oder? Oh, das ist auch eine gute Idee.
Alexandra Keyling
Ja, dann müssen die Leute das nur, sie könnten erst klicken, wenn sie es dann gemacht haben. Das ist ein bisschen mein Problem.
Helen
Ist so ein bisschen, ich habe Spotify for Creators. Ist das ja jetzt gar nicht mittlerweile kaputt gemacht? Also ich sehe noch, wenn jemand kommentiert. Aber ich kann da leider gar nichts im Moment mitmachen. Und ich kann auch im Moment leider keinerlei Umfragen und Co starten. Aber zuerst noch mal an, was mich darum zu kümmern. Wir hatten vor der Aufnahme darüber gesprochen, wie gut wir Dinge auch aussitzen können.
Alexandra Keyling
Wunderbar Technik-Teams.
Helen
Ja, und man muss zu meiner Verteidigung auch sagen, ich habe schon im vergangenen Jahr wirklich teilweise da fünf Stunden in diesem Chatbot gehangen. Wir haben alles Mögliche ausprobiert. Ist irgendwie habe ich es erfolgreich kaputt gemacht. Dödüm. Dödüm. Aber ja, ich probiere das noch mal, dass wir natürlich ein cooler Anlass ist, nochmal zu testen. Falls ihr keine Umfrage seht oder ähnlich bei Spotify, sondern irgendwo anders hört, geht man bei Instagram vorbei und lasst uns wissen, ob ich es ausprobiert habe. Ich würde sagen, dass wir unser grünes, wie heißt das jetzt mal, kölsches Wasser? kölsches Wasser? Ja, doch kölsches Wasser. Okay, zu Ende trinken und uns an der Stelle von den Zuhörer verabschieden. Ich fand es mega, mega spannend und bin total happy, dass wir das noch mal so aufgegriffen haben. Weil ich rede immer von dem, ich rede ja eigentlich immer davon, dass das Burnout mich so lesen gemacht hat. Aber ich habe das Gefühl, wir sprechen eigentlich selten tatsächlich über die mentale Gesundheit hier. Und das ist, glaube ich, ein guter Auftakt, gerne mehr davon. Danke dir auf jeden Fall für die Inspiration und vor allem auch für dein Fachwissen. Das ist natürlich auch gut bei dem Thema jetzt nicht einfach nur nur mein Laienwissen da reinzustreuen. Und danke, dass du dir die Zeit genommen hast.
Alexandra Keyling
Sehr gerne. Schön war es bei dir. Bis dahin.




