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Podcast · Folge 137
Sechs Minuten lesen gegen Stress – was steckt wirklich hinter der Studie?
Die Zahl steht in unzähligen Artikeln, auch wir haben sie oft zitiert. Helen wollte die Quelle sehen – und hat dabei mehr über die Studie herausgefunden, als ihr lieb war
Sechs Minuten lesen senken den Stress um zwei Drittel – diesen Satz hat Helen selbst oft gesagt, zuletzt in der Folge mit Alexandra Keyling. Dann wollte sie nachlesen, was in der Studie eigentlich steht. Sie fand: nichts. Überall wurde zitiert, nirgends stand eine Quelle. Also hat sie beim Institut angefragt – und bekam ein Dokument, das die vielzitierte Zahl an einer entscheidenden Stelle korrigiert.
Eine Studie, die man nirgends findet
Die Antwort kam schnell – und sie war ernüchternder als erwartet. Hinter der Zahl steckt eine kleine Pilotuntersuchung, die das Mindlab International 2009 durchgeführt hat. Das Institut gehört zum Sussex Innovation Centre, das wiederum zur University of Sussex gehört. Auftraggeberin war die PR-Agentur der Schokoladenmarke Galaxy.
Den Originalbericht konnte man Helen nicht schicken: Bei einem Systemausfall im Jahr 2010 seien einige Berichte verloren gegangen. Veröffentlicht wurde die Untersuchung ohnehin nie, weil es ein kommerzielles Projekt war. Was Helen bekam, ist der Entwurf einer Pressemitteilung – darin steht allerdings recht ausführlich, was 2009 gemacht wurde.
Alles, was auf dieser Seite zur Studie steht, stammt aus diesem Pressemitteilungs-Entwurf vom 5. März 2009. Es ist keine veröffentlichte, begutachtete Studie: 16 Testpersonen, im Auftrag einer Schokoladenmarke, nie in einer Fachzeitschrift erschienen. Die Zahlen sind also kein wissenschaftlicher Beleg, sondern das Ergebnis eines kleinen Labortests – ein schönes Argument fürs Lesen, aber eben kein Beweis. Das Papier selbst ist an einer Stelle uneinheitlich: In der Unterzeile und im Ergebnisteil stehen 67 Prozent, in einem Absatz davor einmal 60 Prozent.
Was 2009 im Labor passiert ist
16 Testpersonen wurden zunächst bewusst gestresst: ein Spiel, bei dem man einen Stromschlag riskierte. Ein Ballon, der aufgepustet wurde, bis er platzte. Ein Zickzackdraht-Spiel mit lautem Alarm. Ein 3D-Modell, das unter Zeitdruck zusammengebaut werden musste. Ein harter IQ-Test. »Also eher kein Wellnessprogramm«, kommentiert Helen das trocken.
Nach jeder dieser Aufgaben hatten die Teilnehmenden sechs Minuten Zeit, sich mit einer von fünf Methoden zu entspannen: Tee oder Kaffee trinken, ein Beatles-Album hören, spazieren gehen, ein Videospiel spielen – oder im eigenen Lieblingsbuch lesen. Gemessen wurden dabei Herzschlag und Hautleitfähigkeit, ein empfindlicher Indikator für Anspannung.
Das Ergebnis: Lesen lag vorn
Stilles Lesen senkte den gemessenen Stress am stärksten: um 67 Prozent. Danach kamen Musikhören mit 61 Prozent und eine Tasse Tee oder Kaffee mit 54 Prozent. Deutlich abgeschlagen: ein Spaziergang mit 42 Prozent und ein Videospiel mit 21 Prozent.
Was Helen besonders beeindruckt hat, steht auch im Papier: Lesen war die einzige Methode, bei der die durchschnittliche Herzfrequenz unter den Ausgangswert fiel. Nur Lesen und Musikhören senkten den Puls überhaupt deutlich.
Der leitende Forscher David Lewis erklärte das damit, dass Lesen die Vorstellungskraft so tief beschäftigt, dass man in eine andere Welt gleitet – er nennt es einen veränderten Bewusstseinszustand. Er betonte ausdrücklich, es sei egal, was man liest.
Und wo kommen die 68 Prozent her?
Wer die Studie im Netz sucht, findet fast überall die Zahl 68 Prozent. Im Originaltext steht sie tatsächlich – aber an einer anderen Stelle: Lesen sei »68 Prozent besser als Musikhören«, heißt es dort im Vergleich der Methoden, dazu 100 Prozent besser als eine Tasse Tee, 300 Prozent besser als ein Spaziergang und 700 Prozent beruhigender als ein Videospiel. Die Stressreduktion durchs Lesen selbst wird mit 67 Prozent angegeben. Aus dem Vergleichswert ist unterwegs die Hauptzahl geworden – und so wandert sie seit 2009 durch die Artikel.
An einer Stelle widerspricht Helen
Genau dieser Punkt überzeugt sie nicht ganz. Alle Testpersonen hatten nämlich ihr Lieblingsbuch dabei. »Für die maximale Entspannung sollte es also vermutlich schon dein Lieblingsbuch sein«, sagt sie – oder wenigstens eins, das du wirklich gern liest. Nur dann sei man sofort raus aus dem eigenen Gedankenkarussell.
Angestoßen hat die Folge übrigens ein Einwand: Eine Teilnehmerin des Leseretreats hatte ihr widersprochen – sie könne bei einem guten Buch nicht mehr aufhören, lese dann länger als gut für sie sei und schlafe weniger. Helen lässt das gelten: Auch das gehört dazu.
Und sie erzählt, warum ihr das Thema so nah ist. Kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag hatte sie einen Burnout. Was ihr damals geholfen hat, waren Bücher: »Ich kam sofort aus meinem Gedankenkarussell raus, wenn ich angefangen habe zu lesen.«
Sechs Minuten sind kurz
Das ist für Helen der eigentliche Punkt der Folge: Es sind sechs Minuten. Im Schnitt etwa sechs Seiten. Die sechs Minuten, bevor abends die Augen zufallen. Nach dem Mittagessen auf einer Parkbank. Morgens im Zug. Im Wartezimmer sitzt man ohnehin länger. »Sechs Minuten finden wir« – auch an vollen Tagen.
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Häufige Fragen
Stimmt es, dass sechs Minuten Lesen den Stress um zwei Drittel senken?
Die Zahl stammt aus einer Untersuchung des Mindlab International von 2009 – 16 Testpersonen, im Auftrag einer Schokoladenmarke, nie veröffentlicht. Sie ist damit kein wissenschaftlicher Beleg. Dass Lesen beim Entspannen hilft, heißt das nicht weniger – nur ist die vielzitierte Prozentzahl mit Vorsicht zu genießen.
Sind es nun 67 oder 68 Prozent?
67. Im Pressemitteilungs-Entwurf von 2009 steht: Stilles Lesen senkte den Stress um 67 Prozent, Musikhören um 61, Tee oder Kaffee um 54, ein Spaziergang um 42, ein Videospiel um 21 Prozent. Die 68 Prozent, die man überall liest, stehen dort für etwas anderes: Lesen sei 68 Prozent besser als Musikhören.
Warum findet man die Studie nirgends?
Weil sie nie veröffentlicht wurde: Es war ein kommerzielles Projekt. Auf Helens Anfrage hin teilte das Institut mit, dass bei einem Systemausfall 2010 Berichte verloren gegangen sind. Zur Verfügung gestellt wurde ihr der Entwurf einer Pressemitteilung.
Wie wurde gemessen?
Die Teilnehmenden wurden mit Aufgaben unter Stress gesetzt – unter anderem einem Spiel mit Stromschlagrisiko, einem platzenden Ballon und einem IQ-Test. Danach hatten sie sechs Minuten Zeit zum Entspannen, mit einer von fünf Methoden. Währenddessen wurden Herzschlag und Hautleitfähigkeit gemessen.
Ist es egal, was man liest?
Der leitende Forscher sagt ja. Helen sieht das anders: Alle Testpersonen hatten ihr Lieblingsbuch dabei. Sie geht davon aus, dass es ein Buch sein sollte, das man wirklich gern liest – sonst behalten die Stressgedanken die Oberhand.
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Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, maßgeblich ist die Aufnahme. Intro und Abspann sind herausgenommen; es spricht durchgehend Helen.
Ich habe heute mal was anderes vorbereitet als sonst und eine Studie mitgebracht, von der ich in der Folge mit Alexandra Keyling Anfang September gesprochen habe. Es passt auch ganz gut, weil ich auf diese Folge und das, was ich da gesagt habe, erst am Wochenende wieder angesprochen wurde. In der Folge mit Alexandra habe ich nämlich gesagt, dass sechs Minuten Lesen am Tag den Stresspegel um 67 Prozent senken kann und dass es dabei egal ist, was man liest. Bzw. Wir haben in dem Gespräch die Frage an euch aufgemacht, ob ihr das bestätigen könnt Und eine Teilnehmerin des Leseretreats, das ich am Wochenende veranstaltet habe, meinte zu mir, dass sie das komplett anders sieht und das aus ihrer Sicht nicht egal sei, was man liest.
Deswegen habe ich gedacht, ich bereite mich gerade auch auf eine Keynote jetzt am Samstag vor, wo ich im Grunde auch dieses Thema noch mal aufgreife. Es ist perfekt. Ich nehme das jetzt auch noch mal in den Podcast mit. Also diese besagte Studie begleitet und beschäftigt mich jetzt schon echt eine Weile. Und weil ich genau wissen wollte, was da drin steht, habe ich mich vor einigen Wochen online auf die Suche gemacht und irgendwie einfach nichts gefunden. Also überall wurde die Studie zitiert, aber nirgends kam ich an die eigentliche Quelle. Deswegen habe ich mich direkt an das Mindlab International, das zum Sussex Innovation Centre und das wiederum zur University of Sussex gehört, gewandt und habe auch super schnell eine Antwort bekommen.
Ja, und mir wurde gesagt, dass diese Studie damals, also 2009, eine kleine Pilotin Pilot Untersuchung im Auftrag der PR Agentur von Galaxy war und das aufgrund eines Systemausfalls im Jahr 2010 einige Berichte verloren gegangen sind und sie deswegen nicht den Originalbericht zusenden konnten. Ja und? weil es sich auch um ein kommerzielles Projekt handelte, wurde das auch nicht veröffentlicht. Aber Sie hätten einen Entwurf einer Pressemitteilung, den Sie mir gerne zur Verfügung stellen. Deswegen beziehe ich mich jetzt bei allem, was ich dir heute erzähle, auf diesen Pressemitteilungsentwurf, in dem aber schon auch, wie ich finde, recht detailliert beschrieben wurde, was Sie da 2009 gemacht haben und welche Erkenntnisse Sie gewonnen haben.
Ja, es geht im Grunde darum, wie sehr uns leben, lesen, leben, auch wie sie uns lesen, entspannt, also auch wirklich Messbares in einem Labor überprüft worden. Wissenschaftlich bestätigt. Und ich habe das Gefühl, bestätigt das, was wir als lesende Mädels sowieso immer schon wussten. Aber ich finde es ganz cool, dass eben auch Zahlen gibt, die das Ganze eindrucksvoll belegen. Die Wissenschaftlerinnen des Mindlab International hatten also den Auftrag Herauszufinden, welche Aktivität uns nach Stress am besten runter holt. Dafür hatten die 16 Testpersonen im Labor und haben sie zunächst bewusst gestresst. Also sie mussten verschiedene Übungen auch für eine bestimmte Zeit durchführen. Es war einerseits ein Spiel, bei dem man irgendwie einen Stromschlag riskiert hat, wahrscheinlich, weil man irgendwie den falschen Move gemacht hat.
Ein Ballon aufpusten, bis der zum Platzen gebracht wurde, was ich wirklich furchtbar finde. Ich puste deswegen sehr, sehr ungern Ballons auf, weil ich immer Angst vor dem Moment habe, wo sie platzen. Es gab einen Zickzackdraht Spiel mit lautem Alarm, ein 3D Modell, das man unter Zeitdruck zusammenbauen musste und einen harten IQ Test. Also eher jetzt kein Wellness Programm aber jeweils nach dieser Übung Hatten, hatten die Teilnehmenden sechs Minuten Zeit zum Entspannen und sollten eine der fünf Methoden auswählen oder? Bzw. Mussten quasi sechs Minuten mit einer dieser fünf Methoden entspannen. Einerseits war das ein Tee oder Kaffee trinken, ein Beatles Album anhören. Also musste ich nicht das Ganze sechs Minuten lang draußen spazieren gehen, ein Videospiel spielen oder ihr Lieblingsbuch lesen.
Und während sowohl der Stress Aktivitäten als auch der Entspannungsaktivitäten wurden Herzschlag und Hautleitfähigkeit gemessen, was ein sensibler Indikator für Stress und Entspannung ist. Und die Ergebnisse sind, wie ich finde, also wirklich, wirklich spektakulär. Lesen hat nämlich, das habe ich am Anfang schon gesagt, den Stress um 67 Prozent gesenkt und das war auch mehr als jede andere Aktivität geschafft hat. Also im Vergleich bedeutet das Lesen ist 68 Prozent entspannender als Musik, doppelt so effektiv wie Tee oder Kaffee trinken. Dreimal besser als ein Spaziergang und sieben Mal entspannender als ein Videospiel spielen. Und ich finde es schon krass, weil irgendwie Musikhören hätte ich jetzt zumindest auch schon mal als entspannt eingestuft.
Und Tee trinken als Engländerin sowieso, aber auch so was wie ein Spaziergang draußen. Da gibt es ja wahrscheinlich auch reichlich Studien zu. Sehr entspannend. Und wie cool zu sehen, dass Lesen sogar noch entspannter ist als all diese. Also die Studie sagt ja nicht, dass diese anderen Sachen nicht entspannend sind, sondern einfach das Lesen noch entspannender ist. Und auch krass Beim Lesen sank der Herzschlag nicht nur zurück auf Normalniveau, sondern sogar noch darunter. Also nicht nur irgendwie wieder irgendwie zurück zum Ruhepuls oder so, sondern wirklich so wie so ein körperliches Loslassen. Der leitende Forscher Dr. David Lewis, der wohl selber auch ein einen Bestseller zum Thema Stressmanagement geschrieben hat, hat erklärt, dass Lesen eben unsere Vorstellungskraft so tief beschäftigt, dass wir quasi in eine andere Welt gleiten.
Er nennt das einen veränderten Bewusstseinszustand. Und er hat dabei auch explizit betont, dass es egal ist, was man liest. Da aber alle Probandinnen ja ihr Lieblingsbuch dabei hatten, würde ich wahrscheinlich schon sagen, dass das ein wichtiges Element ist. Das hat er jetzt nicht gesagt, aber das wäre jetzt meine Bewertung. Für die maximale Entspannung sollte es also vermutlich irgendwie dein Lieblingsbuch sein. Oder zumindest eins, das du gerne liest. Den Punkt, den die Teilnehmerinnen am Wochenende ausgemacht hat, war zum Beispiel auch, dass sie dann manchmal nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Und dann länger gelesen hat, als vielleicht gut für sie war. Weniger geschlafen hat. Und natürlich sind das alles Faktoren.
Also das erkenne ich auch alles an, dass das vielleicht dann oft am anderen Ende irgendwie wieder für Stress ist, aber zumindest irgendwie schlechtere Bedingungen sorgen kann. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass wenn es ein Buch ist, dass du wirklich gerne liest, dass du es dann auch spürst, dass dein Körper runterfährt. Also wenn wir lesen, passiert im Grunde etwas sehr Besonderes für uns. Vielleicht gar nicht mehr so besonders. Kennen wir schon, aber vielleicht nicht so alltäglich sonst. Also unsere Gedanken waren dann einerseits irgendwie weg vom Stress. Hier würde ich auch wieder sagen, es hat ein Erfolgsfaktor, dass es ein Buch ist, dass du wirklich magst, dass dich wirklich begeistert, wo du dran bleibst, weil sonst überwiegen wahrscheinlich die Stressgedanken und du konzentrierst dich Nur die.
Wenn es jetzt wirklich etwas ist, was dich fesselt, was dich, was du gerne liest, wo du weißt, also wo du wissen möchtest, wie es weitergeht, bist du meiner Meinung nach instant weg von deinen Gedanken. Das ist auch das, was ich damals, als das Burnout hatte, so gespürt habe, dass ich sofort aus meinem Gedankenkarussell rauskam, wenn ich angefangen habe zu lesen, Weil ich mich im Grunde nicht mehr so sehr auf meine Sorgen konzentriert habe, sondern auf die Sorgen vielleicht der Protagonistin oder so genau. Die Studie zeigt auch, dass der Körper wirklich messbar auf diese Entspannung reagiert. Und im Grunde verschwinden wir so für einen Moment aus der aus der Realität, aus der echten Welt und tauchen in eine Geschichte ein, in eine Welt ein, die nichts mit unseren Sorgen zu tun hat.
Und wissenschaftlich ausgedrückt wechselt unser Gehirn dabei in eine andere Erlebenswelt, Wodurch sich auch unser Körper beruhigt. Und irgendwie finde ich das mega schön, weil es auch zeigt, dass dieses Gefühl, das ich damals hatte oder auch jetzt noch habe. Ich habe erst vor kurzem noch mal so eine Situation erlebt, wo ich sehr, sehr gestresst war, sehr, sehr Angst hatte und das richtig körperlich gespürt habe und dann zu einem Buch gegriffen habe und das innerhalb von Sekunden weg war. Aber was bestimmt auch du schon mal gespürt hast. Ja, dass das nicht eingebildet ist, sondern real messbar. Und ja, auch sehr, sehr stark. Also ich kann irgendwie nicht drüber hinweg, dass das ja stärker sich ausgewirkt hat als diese anderen, vermeintlich ja auch schon entspannenden Aktivitäten.
Genau. Und also ich nutze Lesen ja jetzt schon seit sechs über sechs Jahren als tatsächliches Mittel zur Entspannung. Mittlerweile auch, um meinen Horizont zu erweitern, um etwas Neues zu lernen. All das aber auch immer noch gerade vorm Einschlafen abends wirklich als Mittel, um runterzufahren und zu entspannen. Und mit dieser Studie im Hinterkopf mache ich das natürlich mit noch einem besseren Gewissen. Das ist also nicht irgendwie. Ich sollte jetzt vielleicht gerade etwas Produktiveres machen, sondern es ist wirklich erwiesenermaßen gut für mein Nervensystem und wichtig, dass ich das mache. Und ich hoffe, dass du nach dieser Folge vielleicht genauso denkst. Was ich halt auch das Krasse daran finde und was ich hoffe.
Was auch noch mal bei dir einen bleibenden Eindruck hinterlässt, ist, dass es sechs Minuten sind, also sechs Minuten, wenn man so den Durchschnitt nimmt. Selbst wenn du ganz, ganz langsam liest, ist es dann vielleicht doppelt so viel, Aber durchschnittlich schafft man in sechs Minuten irgendwie sechs Seiten. Also das ist ja jetzt nicht wahnsinnig viel. Was macht man in sechs Minuten? Ich überlege gerade, ob es ein Beispiel dafür gibt, aber du hast wahrscheinlich ungefähr ein Gefühl für sechs Minuten. Wie lang oder wie kurz das ist. Und vor allen Dingen, wo du im Alltag sechs Minuten finden kannst. Vielleicht sind das die sechs Minuten, bevor die Augen zufallen. Abends. Vielleicht ist das irgendwie, nachdem du dein Mittagessen gegessen hast und dich noch mal kurz auf eine Parkbank setzt.
Vielleicht ist das morgens im Zug, vielleicht ist das im Wartezimmer. Sechs Minuten sitzt man da ja schon tendenziell. Also es gibt, glaube ich, ganz viele Momente im Alltag, wo man sich diese sechs Minuten nehmen kann, selbst wenn der Alltag ansonsten relativ vollgepackt ist. Wie auch das Gefühl vielleicht Sonst haben wir haben die Zeit nicht sechs Minuten finden wir und sechs Minuten reichen aus, um deinen Stress massiv zu reduzieren. Vielleicht gehst du damit danach dann auch schon wieder leichter durch den Tag und lässt dich gar nicht so sehr von allem so vereinnahmen. Also vielleicht heute Abend vor dem Schlafengehen. Morgen in der Mittagspause. Oder eben einfach, wenn du das nächste Mal das Gefühl hast, dass alles ein bisschen zu laut ist.
Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit. Gerade über die Feiertage. Gönn dir sechs Minuten, nimm den Bauch und spüre einfach, wie der Körper so ein bisschen runterfährt und du ein bisschen weniger Stress verspürst. Danke, dass du mir auf dieser wissenschaftlichen Reise gefolgt ist. Ich fand das super spannend, wollte es unbedingt noch mal genauer aufdröseln. Wenn du jemanden kennst, der vielleicht gerade jetzt, obwohl irgendwie. Man braucht ja das ganze Jahr über nur einmal die Nachrichten gucken. Stresspegel steigt direkt wieder. Also wenn du jemanden kennst, der einfach auch vielleicht eine kleine Auszeit gebrauchen könnte, der vielleicht auch davon profitieren könnte, zu wissen, dass es recht simpel sein darf.
Es braucht keine krassen, teuren Methoden, um den Stresspegel zu senken. Es braucht ein Buch und es braucht ein paar Minuten. Und ja, man kommt vielleicht wieder ein bisschen runter, spürt, dass dieses Gedankenkarussell, diesen Stresspegel schon nicht mehr so. Wenn du jemanden kennst, dem das gut tun könnte zu hören, leitest super gerne weiter, Teil das Ganze aber auch. Erzähl den Leuten, es braucht nur sechs Minuten, sechs Minuten lesen am Tag. Ich fühle mich da ein bisschen wie so eine Priesterin. Wie heißt es? Hatte ich eine Wahl. Ich habe das Gefühl, ich möchte das der ganzen Welt sagen, dass es sechs Minuten braucht und nicht so viel mehr. Natürlich kannst du dir immer gerne mehr Zeit zum Lesen nehmen, aber das ist so, so ein kleiner Augenblick im Alltag und es braucht im Grunde wenig.
Wir sind alle irgendwie so furchtbar gestresst. Lasst uns alle ein bisschen mehr lesen. Ja, in dem Sinne wünsche ich dir eine hoffentlich ganz entspannte Vorweihnachtszeit mit ganz, ganz viel Zeit zum Lesen. Vielleicht auch gerade über die Feiertage. Gönn dir und ja. Danke dir fürs Zuhören.




