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Podcast · Folge 43
Was hilft bei einer Leseflaute – und welches Buchclub-Buch war das beste? Helen beantwortet eure Fragen
Das erste Q&A im Podcast: fünf Lieblingsbücher aus 56 Leserunden, drei Wohlfühlbücher, ein chaotisches Regal, der Arbeitsalltag hinter dem Buchclub und die neue Buchauswahl
Stand heute
Die Folge ist im Spätsommer 2023 entstanden. Die Zahlen darin – 56 gemeinsam gelesene Bücher, 26 beendete Bücher im laufenden Jahr – sind der Stand von damals; die aktuelle Liste aller Leserunden findest du unter Was wir lesen. Auch der Buchclub-Ablauf, den Helen hier erklärt (zehn Seiten pro Tag, Pause zwischen den Büchern, eine Abstimmungsrunde), war 2023 gerade neu. Wie die Schmökerrunde heute funktioniert, steht auf ihrer Seite.
Etwas, das es im Podcast so noch nicht gab: Helen hat bei Instagram gefragt, was euch unter den Nägeln brennt, und beantwortet die Fragen der Reihe nach – allein am Mikrofon. Es geht um ihre liebsten Monatsbücher aus inzwischen 56 Leserunden, um Tipps gegen die Leseflaute (und das Eingeständnis, gerade selbst aus einer aufzutauchen), um Wohlfühlbücher, die eigentlich keine sind, um ein Bücherregal ohne jedes System, um einen Arbeitstag, den es so nicht gibt, um die Frage, warum bei der Buchauswahl nicht mehr alle abstimmen – und darum, wie viele Bücher sie im Monat wirklich liest.
Fünf Lieblingsbücher aus 56 Leserunden
Die erste Frage – welches der Buchclub-Bücher ihr bisher am besten gefallen hat – findet Helen so schwer wie die nach dem Lieblingskind: Sie setzt sich mit jedem Monatsbuch so intensiv auseinander, dass ihr alle ans Herz wachsen. Also ist sie die Liste unter „Was wir lesen“ durchgegangen, damals 56 Titel, und hat fünf herausgepickt. »Was man von hier aus sehen kann« von Mariana Leky, Monatsbuch 06/20, war eines der ersten Bücher, bei denen sie nach der Abstimmung „oh nee, keine Lust“ dachte – und dann, wie ungelogen jedes Mal, positiv überrascht wurde. Rund hundert Seiten habe sie gebraucht, um hineinzukommen, weil das Buch schräg ist, danach war es eine Achterbahnfahrt: gelacht, geweint. Den Film hat sie noch immer nicht gesehen, aus Sorge, enttäuscht zu werden; dafür hat sie gerade das zweistündige Gespräch mit Mariana Leky im Podcast Hotel Matze gehört und ist seitdem Fan. »Ein Lied für die Vermissten« von Pierre Jarawan lief im Januar 2021 nur als Zusatzbuch: Es hatte die Abstimmung nicht gewonnen, der Autor bot trotzdem einen Livestream an, und Helen hatte damals die Zeit dafür. Posts und Leseabschnitte gibt es deshalb nicht, den Livestream aber schon. Das Buch kam in einer Phase, in der sie sich in eine Geschichte fallen lassen musste – so wie am Anfang des Buchclubs, als Bücher ihr Ausgleich für zu viele eigene Sorgen waren. Sie liebt Bücher, die sie in ein anderes Land entführen, hier den Libanon, der ohnehin auf ihrer Bucketlist steht, und wie sich die Geschichte nach und nach entfaltet. Das Hörbuch liest der Autor, ein früherer Poetry-Slammer, selbst – Helen empfiehlt beides.
Beim Scrollen ins Auge gesprungen ist ihr »Botschaften an mich selbst« von Emilie Pine, übersetzt von Cornelia Röser, gelesen im Juni 2021 in der alten Schmökerrunde, als auf einem separaten Account noch ein zweites Buch parallel lief. An einen der Essays darin muss sie bis heute denken: Dass man auch bei einem Buch, das kein Sachbuch und kein Roman ist, etwas über sich selbst erfährt, findet sie großartig. »Normale Menschen« von Sally Rooney, übersetzt von Zoë Beck, spaltet nach ihrem Eindruck die Leserschaft – die eine Hälfte liebt sie, die andere hasst sie. Helen hatte es schon Monate vor der Leserunde im Januar 2022 in dem englischen Buchclub gelesen, den sie an der VHS Bonn leitet, und fand die Serie so gut wie selten eine Verfilmung: Der Buchclub hat sich zwölf Abende lang zum Serienmarathon getroffen, damals noch über ein extra abgeschlossenes Abo; inzwischen, hat sie gerade erfahren, läuft die Serie kostenlos in der ZDF-Mediathek. Und »Im Wasser sind wir schwerelos« von Tomasz Jedrowski, übersetzt von Brigitte Jakobeit, Monatsbuch 07/22: sommerlich in der Stimmung, vor allem am Anfang, mit einer Atmosphäre und Sprache, die ihr sehr gefallen haben, auch wenn es bedrückend wird – ihr Tipp für alle, die noch kurzfristig ein Sommerbuch suchen – neben »Jesolo« von Tanja Raich aus einer der Folgen davor.
Leseflaute: akzeptieren, weglegen, etwas ganz anderes lesen
Ihre Tipps gegen die Leseflaute beginnen mit einem Eingeständnis:
Also ich glaube auf jeden Fall auch mal einfach akzeptieren, dass man eine Leseflaute hat, weil ich glaube Druck bringt da gar nicht weiter.Helen
Bei ihr wird die Flaute meist durch ein – in ganz großen Anführungszeichen – schlechtes Buch ausgelöst, eines, das gerade oder vielleicht nie zu ihr passt. Ein Buch endgültig abzubrechen fällt ihr immer noch schwer, obwohl sie es befürwortet; unterbrechen kann sie es inzwischen. Danach hilft, aufs Bauchgefühl zu hören, statt zu denken, man sollte dieses oder jenes lesen – und etwas ganz anderes zu probieren, eine Kurzgeschichte etwa oder Graphic Novels, die sie im Jahr davor für sich entdeckt hat. Ob sie das Gefühl kennt, keine Lust auf Lesen zu haben? Leider ja, und es nervt sie, weil sie sich gefühlt weniger frei fühlt: Für den Buchclub und für ihren englischen Buchclub muss sie lesen – muss sie natürlich nicht, aber der Druck ist da. Gerade taucht sie selbst aus einer Flaute auf. Wer bei den letzten Buchclub-Treffen nicht dabei war, hat es vielleicht nicht mitbekommen: Zum ersten und gleich zum zweiten Mal in der Geschichte von Mädels, die lesen hat sie Monatsbücher nicht mitgelesen – von »Das unglaubliche Leben des Wallace Price« von T.J. Klune, übersetzt von Michael Pfingstl, nur die ersten Kapitel, »Orlando« von Virginia Woolf in der Übersetzung von Marion Herbert gar nicht. Für sie war das ein Warnsignal: Sie will die Bücher mitlesen, es macht ihr Spaß, aber der Rhythmus passte nicht mehr in ein Leben nach Corona – und das haben ihr auch andere gespiegelt. Deshalb ist sie so froh über die zehn Seiten pro Tag und die Pause zwischen den Büchern; seitdem hat sie wieder Lust aufs Lesen.
Kein System im Regal, und Wohlfühlbücher, die keine sind
Nach welchen Kategorien sie ihre Bücher sortiert, ist schnell beantwortet: nach keinen. Im Regal herrscht meist Chaos, auch wenn sie sich beim Anblick der wunderschön gestylten Regale mancher britischer Accounts immer vornimmt, dass es bei ihr auch so aussehen könnte. Die Frage nach einem richtigen Wohlfühlbuch findet sie schwieriger, weil sie solche Bücher eigentlich kaum liest – sie mag es, wenn ein Buch sie bewegt, wenn es etwas mit ihr macht. Drei Titel sind es trotzdem, alle als Hörbuch gehört, denn sie hört inzwischen deutlich mehr, als sie liest. »Der Salzpfad« von Raynor Winn hat sie schon vielen empfohlen: kein leichtes Thema, aber eine wahre Geschichte, und sie spielt in England, was ihr ein Wohlfühlgefühl gibt, das sie schwer beschreiben kann – Helen ist halb Britin, in Deutschland aufgewachsen, hat nie in England gelebt und wird dort und bei Büchern, die dort spielen, immer etwas melancholisch. Den Küstenpfad, den die beiden im Buch entlangwandern, kennt sie, gewandert ist sie ihn noch nicht. »Ich, Eleanor Oliphant« von Gail Honeyman handelt von Depression und ist deshalb kein Gute-Laune-Buch, aber ein bisschen lustig, und Eleanor schließt man ins Herz. Am ehesten in die Wohlfühl-Ecke gehört »Die geilste Lücke im Lebenslauf« von Nick Martin, dem Titel zum Trotz: Sie hatte erwartet, dass da wieder jemand fast ohne Geld losgezogen ist und auf Kosten anderer reist, fand den Autor dann aber richtig lustig – und das Buch hat ihrem chronischen Fernweh ordentlich Futter gegeben.
Ein Arbeitstag, den es nicht gibt
Wie ein klassischer Mädels-die-lesen-Arbeitstag aussieht? Den gibt es nicht, sagt Helen, und wünscht sich in solchen Momenten mehr Struktur. Montags bis mittwochs arbeitet sie tagsüber in ihrem Teilzeitjob, davor ist sie morgens eher langsam, danach meist K.O. – also strickt sie den Buchclub drumherum, abends, wo ohnehin die meisten Treffen stattfinden. Donnerstag und Freitag hat sie theoretisch frei; richtig frei ist nur der Freitag, und den packt sie dann mit Aufgaben und Terminen voll. Zum Glück lassen sich viele Dinge flexibel legen – Feedposts, Stories, Podcastaufnahmen –, nur ein Livestream braucht seine Zeit. Vieles macht sie noch nach Dringlichkeit, aber es ändert sich gerade: Die Social-Media-Planung hat sie zu großen Teilen an eine Mitstreiterin abgegeben, die vorplant; bei den Stories bleibt sie flexibel.
Warum nicht mehr alle über das nächste Buch abstimmen
Die Frage, ob wieder alle bei der Buchauswahl abstimmen dürfen, zum Beispiel nur in einer Runde, hat einen Hintergrund: 2023 hat der Buchclub seinen Ablauf grundlegend angeschaut, weil Helen gemerkt hat, dass es viel ist – nicht nur für sie. Vieles war „historisch gewachsen“, wie man bei ihr auf der Arbeit sagen würde, und in Corona-Zeiten entstanden, als alle mehr Zeit hatten. Weil die erste Abstimmungsrunde fast immer ein eindeutiges Ergebnis brachte, sind es jetzt eine statt zwei Runden; so bleibt trotz der neuen Pause zwischen den Büchern nicht zu viel Zeit bis zum nächsten – früher begann die Auswahl mitten im Monat, nach zwei Wochen Lesen, was sich stressig anfühlte. In dieser ersten Runde stimmten schon lange die Schmöker-Mädels ab; daran hat sich nichts geändert, es ist nur eine Runde weggefallen. Dass Abstimmen Spaß macht, versteht Helen – und der Einfluss ist in der kleineren Schmökerrunde sogar größer. Deshalb lädt sie alle ein, Teil der Schmökerrunde zu werden, wo man auch Bücher vorschlagen und an Treffen teilnehmen kann. Ob die Abstimmung zurück in die allgemeine Story kommt, sagt sie klar: auf längere Sicht nicht. Sie hat lange überlegt, wie sie das formuliert, weil sie ungern aneckt. Aber der deutlich größere Teil des Buchclubs ist kostenlos, jeden Tag steckt viel Arbeit hinter jeder Kleinigkeit, und die Schmöker-Mädels honorieren diese Arbeit und bekommen dafür Benefits. Das findet sie nur fair.
Drei Bücher im Monat – und ein Disclaimer
Die letzte Frage beantwortet Helen ungern, nicht aus Geheimniskrämerei, sondern weil sie niemanden unter Druck setzen will – sie kennt das Gefühl selbst, wenn sie auf Instagram sieht, was andere schaffen. Und aussagekräftig ist die Zahl ohnehin nicht, ein Buch kann 300 oder 1.000 Seiten haben. Also, mit Disclaimer, you do you: Ihre App Storygraph, die sie für ihre Grafiken zu Genres und Stimmungen liebt, zählt in diesem Jahr bisher 26 beendete Bücher, im Schnitt etwa drei pro Monat – mit einem Juli ganz ohne beendetes Buch und einem April mit nur einem. Meist bleiben ihre Bücher unter 300 Seiten; dicke Bücher setzen sie schon vor dem Anfangen unter Druck, weil sie sich wie ein zu großes Commitment anfühlen. Q&As kennt sie aus der Instagram-Story, im Podcast könnte sie sich das öfter vorstellen – wenn ihr wollt.
Wenn du gerade selbst in einer Leseflaute steckst oder wissen willst, welches Buchclub-Buch Helen fast weggelegt hätte und dann geliebt hat, hörst du es in der ganzen Folge.
Die ganze Folge hören
Die Bücher aus der Folge
Helens fünf Lieblingsbücher aus dem Buchclub und ihre drei Wohlfühlbücher.
Was man von hier aus sehen kann
Mariana Leky · DuMont · 320 Seiten
Erst keine Lust, dann Achterbahn: Helen hat gelacht und geweint – und empfiehlt es seither bei jeder Gelegenheit.
Leserunde nachholenMonatsbuch 06/20
Ein Lied für die Vermissten
Pierre Jarawan · Piper · 464 Seiten
Eine Geschichte, die Helen in den Libanon entführt und sich nach und nach entfaltet – auch als Hörbuch, vom Autor selbst gelesen.
Leserunde nachholenZusatzbuch 01/21
Botschaften an mich selbst
Emilie Pine · übersetzt von Cornelia Röser · btb · 224 Seiten
Essays, von denen einer Helen bis heute nicht loslässt – ein Buch, in dem man etwas über sich selbst erfährt.
Leserunde nachholenSchmökerbuch 06/21
Normale Menschen
Sally Rooney · übersetzt von Zoë Beck · btb · 320 Seiten
Hat Helen sehr berührt, auf Englisch wie auf Deutsch – und die Serie war Anlass für zwölf gemeinsame Abende im Buchclub.
Leserunde nachholenMonatsbuch 01/22
Im Wasser sind wir schwerelos
Tomasz Jedrowski · übersetzt von Brigitte Jakobeit · Hoffmann und Campe · 224 Seiten
Sommerliche Stimmung, schöne Sprache, etwas bedrückend – Helens Tipp, wenn du kurzfristig noch ein Sommerbuch suchst.
Leserunde nachholenMonatsbuch 07/22
Der Salzpfad
Raynor Winn · übersetzt von Heide Horn und Christa Prummer-Lehmair · Goldmann · 416 Seiten
Wahre Geschichte vom Küstenpfad in England: kein leichtes Thema, aber Helens Wohlfühlbuch – schon vielen empfohlen.
Eleanor Oliphant Is Completely Fine
Gail Honeyman · übersetzt von Alexandra Kranefeld · Lübbe · 528 Seiten
Helen kennt es als »Ich, Eleanor Oliphant«; die aktuelle deutsche Ausgabe trägt den Originaltitel. Kein Gute-Laune-Buch, aber eines, das man ins Herz schließt.
Die geilste Lücke im Lebenslauf
Nick Martin · Malik · 352 Seiten
Sechs Jahre Weltreise, dem Titel zum Trotz ohne Schnorrer-Attitüde – das Buch, das Helens Fernweh füttert.
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Häufige Fragen
Welche Buchclub-Bücher haben Helen bisher am besten gefallen?
Auf ein einziges kann sie sich nicht festlegen – das sei wie die Frage nach dem Lieblingskind. In der Folge nennt sie fünf: »Was man von hier aus sehen kann« von Mariana Leky (Monatsbuch 06/20), »Ein Lied für die Vermissten« von Pierre Jarawan (Zusatzbuch 01/21), »Botschaften an mich selbst« von Emilie Pine (Schmökerbuch 06/21), »Normale Menschen« von Sally Rooney (Monatsbuch 01/22) und »Im Wasser sind wir schwerelos« von Tomasz Jedrowski (Monatsbuch 07/22).
Was hilft bei einer Leseflaute?
Helens erster Tipp: die Flaute akzeptieren, denn Druck bringt nichts. Bei ihr wird sie meist durch ein Buch ausgelöst, das gerade nicht zu ihr passt – dann das Buch weglegen (unterbrechen fällt ihr leichter als endgültig abbrechen), aufs Bauchgefühl hören und etwas ganz anderes lesen, zum Beispiel eine Kurzgeschichte oder eine Graphic Novel. Und vor allem: nicht denken, dass man irgendetwas lesen müsste.
Was ist ein Wohlfühlbuch für Helen?
Eigentlich liest sie kaum klassische Wohlfühlbücher, weil sie mag, wenn ein Buch etwas mit ihr macht. Drei Titel, alle als Hörbuch gehört, kommen dem am nächsten: »Der Salzpfad« von Raynor Winn, eine wahre Geschichte vom Küstenpfad in England, »Ich, Eleanor Oliphant« von Gail Honeyman, das trotz seines schweren Themas witzig in Erinnerung geblieben ist, und »Die geilste Lücke im Lebenslauf« von Nick Martin, das ihr Fernweh gemacht hat.
Wie viele Bücher liest Helen im Monat?
Laut ihrer Tracking-App Storygraph hatte sie bis September 2023 in dem Jahr 26 Bücher beendet, also im Schnitt etwa drei pro Monat, meist unter 300 Seiten und häufig als Hörbuch – mit Monaten ohne ein einziges beendetes Buch. Sie nennt die Zahl ungern, weil sie niemanden unter Druck setzen will: You do you, alles ist okay.
Warum stimmt nicht mehr der ganze Buchclub über das nächste Buch ab?
Der Buchclub hat 2023 seinen Ablauf entzerrt: zehn Seiten pro Tag, eine Pause zwischen den Büchern und nur noch eine statt zwei Abstimmungsrunden, weil das Ergebnis in der ersten Runde fast immer eindeutig war. In dieser Runde stimmen wie schon lange zuvor die Schmöker-Mädels ab. Jede und jeder kann Teil der Schmökerrunde werden – dort lassen sich auch Buchvorschläge einreichen und Treffen besuchen. Der größere Teil des Buchclubs bleibt kostenlos; die Schmöker-Mädels honorieren die Arbeit dahinter und bekommen dafür Benefits.
Die ganze Folge zum Nachlesen
Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten. In dieser Solofolge spricht durchgehend Helen. Maßgeblich ist die Aufnahme. Die An- und Abmoderation des Podcasts steht nicht hier.
Hallihallo und willkommen zurück zu einer neuen Folge vom Mädels, die lesen-Podcast. Ich freue mich total, dass du eingeschaltet hast und habe heute mal was vorbereitet, was wir so in der Form, zumindest im Podcast noch nicht gemacht haben, nämlich ein Q&A. Ich habe dafür bei Instagram gefragt, was dir unter den Nägeln brennt und habe auch einige Fragen bekommen und die beantworte ich jetzt einfach mal so nacheinander. Die erste Frage war, welches der Mädels, die lesen-Bücher mir am besten bisher gefallen hat. Und das fand ich gar nicht so leicht, konnte ich gar nicht so eindeutig beantworten oder zumindest nicht so ein einziges Buch. Aber ich bin dann mal alle Bücher durchgegangen, die wir bisher gemeinsam im Buchclub gelesen haben. Kannst du auch mal machen, wenn du magst. Einfach auf der Mädels, die lesen-Website, also maedelsdielesen.de, dann im Menü auf „Was wir lesen“. Und das ist so krass. Also mittlerweile sind es einfach schon 56 Bücher, die da aufgelistet sind. Also ich meine 56 irgendwie voll krass, ich fass das gar nicht. Aber klar, gut, wir machen es jetzt auch schon eine Weile. Und zwischenzeitlich hatten wir ja auch mal zwei Bücher so parallel, sage ich nachher noch mal mehr zu. Aber genau, bei 56 Büchern fand ich es jetzt irgendwie voll schwer, nur eins rauszupicken. Fühle ich mich immer ein bisschen, als würde man mich nach so einem Lieblingskind fragen. Ich habe das auch, auch wenn man mich generell nach einem Lieblingsbuch fragt, finde ich das voll schwer. Aber hier irgendwie halt noch mal mehr, weil ich mich ja jedes mal super intensiv mit diesen Büchern auseinandersetze und irgendwie wachsen die mir automatisch ans Herz.
Aber okay, ich habe jetzt einfach mal fünf zusammengestellt. Das erste ist »Was man von hier aus sehen kann« von Mariana Leky. Das haben wir im Juni 2020 gelesen, also das ist echt schon eine Weile jetzt auch her. Es ist auch ein Buch, das ich schon öfter mal genannt habe, was auch glaube ich hier im Podcast schon häufig vorkam. Aber das war auf jeden Fall so eins der ersten Bücher, wo ich als es ausgewählt wurde, dachte, oh ne, keine Lust. Also ich hab das häufiger mal, wenn ich so ganz ehrlich bin, weil man hat ja irgendwie doch meistens einen Favoriten oder zwei oder so und irgendwie wird es das häufig nicht. Aber ich wurde ungelogen noch nie enttäuscht. Ich glaube, es gab ein Buch bisher, ich bin vielleicht auch jetzt nicht so… Ich weiß nicht, ich kann irgendwie immer Büchern was abgewinnen, aber es gab einmal ein Buch, da kam ich wirklich gar nicht rein, damit konnte ich gar nichts anfangen. Es ist aber auch schon wieder ganz schön lange her. Deswegen, also ich wurde bisher immer positiv überrascht. Aber da habe ich auch so, also ich habe da so eine Erinnerung, dass ich glaube ich 100 Seiten oder so gebraucht habe, um reinzukommen. Weil es ist halt auch irgendwie schräg. Aber dann war es voll die Achterbahnfahrt-Gefühle. Also, ich hab gelacht, ich hab geweint. Ähm … ja, es ist schräg. Aber mega schön. Also, falls du es noch nicht gelesen hast, ich kann’s auf jeden Fall empfehlen. Ich hab da jetzt auch gestern oder so die Podcastfolge mit Mariana Leky gehört, wo sie im Hotel Matze zu Gast war. Und die hab ich jetzt auch schon ewig in meiner gespeicherten Podcastfolgenliste. Weil ich glaube, dass mir die wahrscheinlich schon Anfang des Jahres empfohlen wurde, als der Film rauskam. Aber jetzt hab ich’s endlich gehört. Das sind zwei Stunden, die eigentlich auch relativ schnell so vergehen, weil es einfach voll die schöne Folge ist. Also ich bin ganz Fan jetzt von ihr. Aber den Film hab ich immer noch nicht geschaut. Muss ich noch machen. Bin da oft, da habe ich dann irgendwie Sorge, enttäuscht zu werden. Aber eigentlich habe ich auch Lust, den Film zu gucken und es ist jetzt auch eine Weile her, dass ich das Buch gelesen habe. Muss ich mich mal dran begeben.
Dann auf jeden Fall, und das habe ich das Gefühl, sage ich auch irgendwie bei jeder Gelegenheit, aber ich weiß nicht, es war für mich auch etwas Besonderes. »Ein Lied für die Vermissten« von Pierre Jarawan. Das ist ein bisschen schade, weil wir haben das nur so als Zusatzbuch im Januar 2021 gelesen. Es gibt da jetzt keine Posts oder so dazu. Das war glaube ich einfach entstanden, weil das Buch hatte nicht gewonnen in der Auswahl und Pierre Jarawan hatte aber geschrieben, wenn wir Lust hätten, könnten wir trotzdem ein Livestream und sowas machen und zu der Zeit hatte ich noch die Zeit und dachte dann so, ja, warum nicht. Wahrscheinlich war es in dem Moment irgendwie auch mein Favorit gewesen. Ich weiß gar nicht mehr so genau, was stattdessen gewonnen hatte. Auf jeden Fall gibt es leider jetzt keine Posts oder Leseabschnitte und so was. Aber es gab ein Livestream und den kann man sich auch immer noch anschauen. Und den fand ich auch ganz, ganz, ganz klasse. Und ich glaube, das Buch hat mich halt auch so. Begeistert. Also in der Zeit ging es mir nicht gut. Anfang des Jahres. Also ich glaube, so wirklich in den ersten Januartagen war meine Tante relativ überraschend gestorben. Und ja, irgendwie hat mich das ganz schön aus der Bahn geworfen in dem Moment. Und ich habe es einfach so genossen, mich dann komplett in so eine Geschichte fallen lassen zu können. Und ich glaube, das war so nach der Zeit Anfang oder Ende 2019, Anfang 2020. Das war ja im Grunde da auch meine Anfangsgeschichte so mit dem Buchclub und so was. Und als ich wieder angefangen habe zu lesen, da war das auch der Hauptgrund, dass ich so ein bisschen, ich hatte irgendwie gefühlt zu viele eigene Sorgen und brauchte einfach diesen Ausgleich in Büchern, dass ich mich mal auf was anderes konzentrieren kann. Und da war das eben jetzt einfach ähnlich. Also ich hatte das Gefühl, ich brauch jetzt so ein bisschen, ja, irgendwie was, wo ich reinfallen lassen kann und ich liebe einfach Bücher, die mich in ein anderes Land entführen und auch in so eine andere Kultur und das finde ich da total toll. Also man entdeckt im Grunde so ein bisschen den Libanon und das ist eh so ein Land auf meiner Bucketlist. Habe ich voll Bock drauf. Aber auch ich finde es wahnsinnig toll, wie sich so die Geschichte so nach und nach erst entfaltet. Ich kann es auf jeden Fall mega empfehlen. Ich habe es danach auch noch mal als Hörbuch gehört und das liest Pierre Jarawan selbst. Ich glaube, ich spreche mal ein Hörbuch – voll undeutlich. Das merke ich immer, wenn diese Livestreams untertitelt werden. Sorry dafür. Also er liest es selbst und er war früher Poetry Slammer. Also in dem Livestream hatte er, meine ich, auch was vorgelesen. Da kriegt man glaube ich schon mal ein ganz gutes Gefühl dafür, dass er das einfach voll drauf hat. Der liest so angenehm. Also ich kann dir sowohl das Buch als auch das Hörbuch sehr empfehlen.
Dann ist mir, als ich da so durchgescrollt bin, »Botschaften an mich selbst« von Emilie Pine, Übersetzung von Cornelia Röser, ins Auge gestochen, weil das so ein Buch ist, was… Also ich muss an einen Essay aus diesem Buch irgendwie bis heute noch denken. Also wann haben wir das gelesen? Das war im Juni 2021 in der Schmökerrunde. Genau, da war das halt noch so… Das war quasi die alte Schmökerrunde, wo wir noch auf einem separaten Account ein zweites Buch gelesen haben. Und das war eben eins davon. Deswegen findest du die Post dazu auch nicht auf dem Mädels, die lesen-Account, aber die infos gibt es auf jeden fall alle auf der webseite. Aber auf jeden fall. Das buch besteht aus mehreren essays von Emilie Pine und einer ist mir damals, also ich glaube es ist mir generell sehr nahegegangen, aber vor allem dieser eine und daran muss ich auch heute noch voll oft denken. Und das ist auch so was, was ich an so büchern so toll finde, dass man, also ich weiß nicht, bei einem Sachbuch ist es glaube ich so selbsterklärend, dass man was dazu lernt, aber dass man eben auch bei solchen, ist jetzt kein Roman, aber dass man eben auch bei solchen Büchern, ja was dazu lernen kann, was über sich selbst erfahren kann und also ich merke das häufig, ich lese jetzt auch vielleicht wenig Bücher, die so ganz [unverständlich], aber ich werde da eben auch häufig so mit meinen eigenen Ängsten konfrontiert und ja, ich finde das klasse. Ich weiß nicht, ob das jetzt Lust auf das Buch macht, aber ich fand es wirklich ein gutes Buch.
Dann auf jeden Fall »Normale Menschen« von Sally Rooney, übersetzt von Zoë Beck. Das ist generell so, glaube ich, mit Sally Rooney, dass das, ich glaube, die eine Hälfte liebt sie, die andere hasst sie. Aber ich habe, glaube ich, schon zwei Bücher von ihr gelesen. Ich bin gerade gar nicht so ganz sicher, ehrlich gesagt. Vielleicht auch nicht. Aber auf jeden Fall dieses eine. Und das fand ich voll klasse. Ich hatte das schon ein paar Monate, bevor wir es ausgewählt haben. Wir haben das im Januar 2022 gelesen. Ein paar Monate davor hatte ich das auch schon in dem englischen Buchclub, den ich bei der VHS Bonn leite, auf Englisch gelesen. Fand’s da schon voll toll. Dann hab ich’s eben nochmal mit auf Deutsch gelesen. Und vor allen Dingen haben wir einen Serienmarathon dann im Buchclub gemacht. Das fand ich mega. Ich meine, ich liebe ja sowieso, wenn wir Filmabende machen, aber da haben wir dann, ich glaube es sind zwölf Folgen oder so, da haben wir wirklich zwölf mal uns abends getroffen und gemeinsam eine Folge geguckt und das fand ich total klasse. Also ich finde selten Buchverfilmungen gut, aber da fand ich die total klasse und ja, ich weiß auch nicht, dieses Buch hat mich sehr berührt und hat mir sehr, sehr gut gefallen. Ach so, genau. Und jetzt erst die Tage hatte ich erfahren, dass die Serie jetzt auch in der ZDF Mediathek zu schauen ist. Also auch kostenlos, was natürlich super ist, weil wir mussten damals alle irgendwie so ein ganz komisches Abo bei Prime irgendwie abschließen, Starzplay oder sowas. Was irgendwie so immer total blöd ist, wenn man das ja nur für eine Sache braucht. Aber kann man jetzt anscheinend kostenlos gucken und ich bin durchaus geneigt, das vielleicht noch mal zu schauen.
Und dann noch ein letztes Buch und zwar fand ich auch »Im Wasser sind wir schwerelos« von, ich glaube, man spricht es Tomasz Jedrowski aus, übersetzt von Brigitte Jakobeit. Das fand ich auch toll, das haben wir, wann war das, im Juli letztes Jahr gelesen. Und es ist irgendwie halt auch so, vor allen Dingen meine ich am Anfang, irgendwie so sehr sommerlich die Stimmung. Und ich weiß nicht, irgendwie hat mir das voll gut gefallen. Ich glaube so die Atmosphäre, die Sprache und so. Es ist schon auch ein bisschen bedrückend. Aber ja, hat mir auf jeden Fall sehr, sehr gut gefallen. Kann ich sehr empfehlen, gerade so, wenn man jetzt vielleicht noch kurzfristig nach einem sommerlichen Buch sucht, kann man entweder, wenn ihr die Folge vom letzten Mal gehört habt, »Jesolo« lesen oder eben auch »Im Wasser sind wir schwerelos«.
Nächste Frage. Was sind deine Tipps und Tricks bei einer Leseflaute? Also ich glaube auf jeden Fall auch mal einfach akzeptieren, dass man eine Leseflaute hat, weil ich glaube Druck bringt da gar nicht weiter. Und ich habe irgendwie häufig das Gefühl, dass so Leseflauten bei mir zumindest durch ein, und das sage ich mit ganz großen Anführungszeichen, schlechtes Buch ausgelöst werden. Also einfach ein Buch, das gerade im Moment oder vielleicht auch einfach nie zu mir passt oder mir eben nicht gefällt. Vielleicht ist es auch eine Kombination aus verschiedenen Sachen, aber da merke ich das dann häufiger, dass ich dann irgendwie in so eine boah ich hab jetzt irgendwie keine Lust zu lesen-Leseflaute rutsche. Und ich find’s auch immer noch voll schwer, obwohl ich das eigentlich sehr befürworte, aber ich find’s immer noch schwer ein Buch zu unterbrechen. Also vielmehr, unterbrechen kann ich es, aber ich kann es eigentlich irgendwie nicht so gut abbrechen, also so wirklich final. Ich glaube, das würde eigentlich am besten in dem Moment wahrscheinlich helfen. Aber genau, wenn du das einfach mal weggelegt hast, also ich meine, du kannst ja sonst auch erst mal so klein einsteigen wie ich und das unterbrechen und dir denken irgendwann vielleicht. Aber dann wirklich aufs Bauchgefühl zu hören und zu schauen worauf habe ich denn jetzt gerade Lust. Weil zumindest bei mir ist das so häufig so, dass ich irgendwie denke ich sollte dieses oder jenes tun. Was bei mir oft gut funktioniert ist zum Beispiel einfach mal was ganz anderes so zu lesen. Also zum Beispiel eine Kurzgeschichte oder auch Graphic Novels habe ich letztes Jahr für mich entdeckt. Das funktioniert für mich dann eigentlich immer sehr gut, weil das macht dann irgendwie Spaß, noch mal was ganz anderes. Und dann komme ich irgendwie auch immer wieder rein. Ja, aber ich glaube vor allen eben nicht denken, dass du irgendwas lesen müsstest. Da vergeht uns, glaube ich, allen der Spaß.
Direkt daran schloss sich die Frage an, ob ich das Gefühl überhaupt kenne, keine Lust zu haben, etwas zu lesen. Und ja, leider, definitiv. Nervt mich dann halt auch sehr, weil ich gefühlt ein bisschen weniger frei da geworden bin. Also gefühlt muss ich halt für den Buchclub oder auch eben für meinen englischen Buchclub bei der VHS Bonn lesen. Was ich natürlich nicht muss, Aber ja, ich denke, du weißt, was ich meine. Und irgendwie, ja, das setzt mich dann manchmal so ein bisschen unter Druck. Und ich hab auch eigentlich das Gefühl, jetzt gerade erst aus so einer Leseflaute aufzutauchen, wieder an die Oberfläche. Ähm, also, wenn du jetzt bei der letzten Buchclub-Treffen nicht dabei warst, hast du’s vielleicht gar nicht so mitbekommen. Aber ich hab tatsächlich das erste Mal, und direkt auch eben das zweite Mal, in der Mädels, die lesen-Geschichte Bücher nicht mitgelesen. Das fand ich auch irgendwie voll schlimm. Das war einerseits »Das unglaubliche Leben des Wallace Price« von T.J. Klune, übersetzt von Michael Pfingstl. Da habe ich glaube ich das erste Kapitel oder die ersten zwei Kapitel gelesen und dann aber nicht weitergemacht und war eben dann auch dementsprechend. Also ich habe es auch bis jetzt nicht weiter gelesen und »Orlando« von Virginia Woolf, ich glaube in der Version, die wir auf der Webseite haben von Marion Herbert übersetzt, habe ich nicht mal angefangen. Weil mir das in dem Moment, wo wir die Bücher gelesen haben, einfach viel zu viel war. Und für mich war das auch wirklich ein Warnsignal, weil das will ich so nicht. Also ich will die Bücher halt im Buchclub mitlesen. Das macht mir eigentlich auch Spaß. Aber ich habe dann in dem Moment gemerkt, dass das nicht mehr so zu diesem Lebensrhythmus post-Corona passt und eben auch nicht nur bei mir. Das habe ich auch von anderen so wieder gespiegelt bekommen. Aber deswegen war ich auch einfach super happy mit den zehn Seiten pro Tag und dass wir zwischen den Büchern jetzt auch eine Pause einlegen. Das tut mir total gut und da habe ich mich halt auch einfach voll gefreut, dass das generell also auch nicht nur bei mir so gut ankam. Und ja, seitdem habe ich auch wieder voll Lust aufs Lesen, weil es ein bisschen entzerrter ist. Aber ja, kenne ich auf jeden Fall. Und bei mir habe ich das Gefühl, wird es dann eben oft ausgelöst, wenn ich also einerseits unter Druck stehe, aber auch wenn ich irgendwie Bücher gelesen habe, die mir einfach gar keinen Spaß gemacht haben.
Ja, dann die nächste Frage nach welchen Kategorien ich meine Bücher sortiere. Das kann ich jetzt ausnahmsweise mal schnell beantworten, weil ich habe gar keine Kategorien. Also in meinem Chaos, in meinem Regal ist die meiste Zeit halt leider voll das Chaos. Ich stelle mir das auch immer so, ich folge manchen so, vor allem auch so britischen Accounts, die haben irgendwie ganz tolle, wunderschön gestylte Bücherregale. So stelle ich mir es dann auch immer vor. Vor allem, dass da einfach weniger los ist als bei mir. Aber ja, nee, ich habe keine Kategorien.
Was war für dich ein richtiges Wohlfühlbuch? Das finde ich auch gar nicht so leicht, weil ich glaube, ich tendenziell nicht so richtig Wohlfühlbücher lese. Also ich mag das halt einfach total, wenn ein Buch mich bewegt oder wenn ja, wenn es halt was mit mir macht, würde ich sagen. Aber ich bin dann einfach mal so durchgegangen, was ich so gelesen und gehört habe und ich weiß nicht, ob das alle als Wohlfühlbuch so identifizieren würden, aber mir ist das zumindest direkt ins Auge gesprungen und zwar ist das »Der Salzpfad« von Raynor Winn. Weiß ich jetzt gerade gar nicht von wem das übersetzt wurde. Das habe ich als Hörbuch gehört, das ist mir irgendwie so direkt ins Auge gesprungen. Das habe ich auch schon super vielen Menschen empfohlen und es ist auch wirklich kein leichtes Thema, deswegen vielleicht auch irgendwie doch wieder nicht so richtig Wohlfühlbuch. Aber allein schon weil das in England spielt, gibt mir das irgendwie, ja schon, halt so ein Wohlfühlgefühl. Ich find’s irgendwie immer voll schwer zu beschreiben, welches Gefühl mir England gibt. Falls du es nicht weißt, ich bin halb Britin, aber hier in Deutschland aufgewachsen und ich hab auch nie in England gelebt. Deswegen fühlt es sich auch falsch an zu sagen, dass das sich wie Heimat anfühlt. Aber es ist das Land, aus dem mein Vater kommt und gestorben war, als ich 19 war. Deswegen werde ich immer so ein bisschen melancholisch, wenn ich da bin. Und auch, wenn ich ein Buch lese, das in England spielt. Und ja, beim Salzpfad, das ist eine wahre Geschichte, sowas mag ich auch tendenziell noch mal mehr. Aber da wandern die den Küstenpfad entlang und ja, ich bin den noch nicht gewandert, aber ich kenne diesen Küstenpfad und irgendwie ist es unglaublich so… Ich fand’s unglaublich schön. Probier’s einfach mal aus. Vielleicht ist es ja auch für dich ein Wohlfühlbuch.
Dann mochte ich, obwohl es auch irgendwie nicht so, auch eher ein schwereres Thema ist, aber es mochte ich irgendwie gerne, weil es habe ich auch so ein bisschen witzig in Erinnerung. Und zwar »Ich, Eleanor Oliphant« von Gail Honeyman. Das habe ich auch als Hörbuch gelesen. Ich glaube alle, die ich dir jetzt empfehle, habe ich als Hörbuch gelesen, weil ich ja auch einfach sehr viel mehr Hörbücher höre als Bücher lese. Das mochte ich einfach auch voll voll gerne. Es geht auch so um das Thema Depression und so, deswegen ist jetzt auch kein… also ja wie ist denn überhaupt die Definition von so einem Wohlfühlbuch? Ich weiß es irgendwie nicht. Also jetzt zumindest kein Gute-Laune-Buch vielleicht, aber es ist ein bisschen lustig und irgendwie man schließt halt Eleanor Oliphant irgendwie so ins Herz und mochte ich gerne. Fand ich sehr sehr schön.
Dann habe ich gedacht, probiere ich mal mit was wo ich doch sagen würde, man könnte das in die Wohlfühlbuch-Ecke stellen und auch mal ein bisschen was anderes. Und da war ich auch super skeptisch am Anfang aufgrund des Titels. Das heißt nämlich, »Die geilste Lücke im Lebenslauf – 6 Jahre Weltreisen« von Nick Martin. Und ich glaube, ich habe ursprünglich gedacht, es ist wieder so einer, der mit, keine Ahnung, kaum Geld losgezogen ist und dann so gefühlt auf Kosten anderer gereist ist. Also gibt es ja irgendwie so Bücher. Ich hatte glaube ich auch das Hörbuch gehört »Mit 50 Euro um die Welt« und ich weiß gar nicht mehr, wie das bei dem war. Ich glaube da wurden meine Vorurteile auch nicht bestätigt, weil der glaube ich unterwegs gearbeitet hat, aber irgendwie weiß ich nicht. Ich dachte ursprünglich auch wieder sowas und war es aber halt irgendwie gar nicht und ich fand den auch so voll lustig und ja ich fand also ich mag halt auch also ich habe chronisches Fernweh, ich mag, wenn es um andere Länder und um reisen und sowas geht und das hat mir auf jeden fall voll viel lust aufs ausland gemacht und ja mochte ich mochte ich sehr ich glaube, das würde jetzt bei mir noch am ehesten in die Richtung Wohlfühlbuch geht. Äh, ne. Ja, kennt ihr das? Wenn man am Anfang, wenn man am Ende des Satzes vergisst, was man am Anfang gesagt hat. Aber egal, das würde ich noch als Wohlfühlbuch vielleicht einstufen.
Dann, äh, wie sieht ein klassischer Mädels, die lesen-Arbeitstag für dich aus? Ich glaube, den gibt es nicht. Also das sind immer so Momente, wo ich denke, ich wäre gern so viel strukturierter. Aber ich glaube, es liegt auch zum Teil daran, dass ich ja einen Teilzeitjob habe und ja, vieles irgendwie eher versuche, da drum herum zu stricken. Und gefühlt habe ich nicht so einen typischen Tag. Also montags bis mittwochs arbeit ich halt von 9 bis 16.30 in meinem Teilzeitjob. Und da, wenn es gut läuft, kann ich ein bisschen davor arbeiten, weil es eigentlich mal eine produktivere Zeit ist, aber ich auch irgendwie morgens echt langsam bin so. Dann manchmal vielleicht in der Mittagspause, aber realistischerweise eher abends. Und das ist dann ein bisschen doof, weil da bin ich dann auch, meistens K.O. Aber zumindest finden ja eh auch viele der Treffen und so abends statt. Also genau, das so stricke ich dann drum herum, wenn ich, wenn es Montag bis Mittwoch ist. Dann Donnerstags, also theoretisch habe ich Donnerstag und Freitag frei und könnte da wahrscheinlich ganz viel rocken, aber Donnerstags habe ich momentan noch Nachmittagstherapie und dann arbeite ich zwar sehr produktiv bis zum Mittag. Aber dann danach halt auch eher so in den Lücken und Freitag ist der einzige Tag, wo ich richtig frei habe und irgendwie dann eigentlich dazu, den so voll zu packen und auch irgendwie Termine dahin zu packen. Ja, also ich glaube, ich glaube es ist auf jeden Fall noch optimierungswürdig. Aber genau, irgendwie viele Sachen lassen sich ja zum Glück auch ein bisschen flexibel handhaben. Also Social Media Sachen oder so, die müssen ja häufig nicht zu dem einen Zeitpunkt stattfinden. Also ja gut, keine Ahnung, zumindest Stories und Feedposts oder so. Wenn ich jetzt live gehen muss, dann irgendwie ist natürlich schon besser. Ich mach das abends oder so oder auch die Treffen passen für die meisten ja besser abends. Aber ich glaube es lässt sich zumindest ganz gut kombinieren und ja auch so eine podcastaufnahme oder so kann ich eben auf die zeiten wo ich zeit habe legen aber es ist jetzt nicht so dass ich morgens aufstehe und dann mache ich immer erst emails oder immer erst – [unverständlich] – ist auch super, wenn einem dann gar nichts mehr einfällt, was tue ich den Tag so. Also auf jeden Fall ist es nicht so. Leider. Ich mache vieles immer noch so, dass wenn es halt dringend ist, dass ich das vorziehe. Und ja, aber es ändert sich gerade auch schon. Also ich habe zum Beispiel in Sachen Social Media jetzt viel an Elisa abgegeben, die dann die [unverständlich] vorplant. Und mit den Storys bin ich halt viel flexibler. Deswegen ja, ist gerade auch viel, also ich merke auch gerade, dass es schon viel besser wird, aber auch da war glaube ich viel Luft noch nach oben.
Dann, ach genau, hier ist die nächste Frage, ist es möglich, dass wieder alle mit abstimmen bei der Buchauswahl, zum Beispiel nur bei einer Runde. Die Frage bezieht sich darauf, dass wir ja jetzt generell irgendwie auch viel so am Ablauf geändert haben. Also wir lesen ja jetzt zehn Seiten pro Tag so im Durchschnitt und machen da zwischen den Büchern auch Pause, habe ich gerade auch schon mal gesagt. Und ja, also weil wir wussten, wir wollen jetzt irgendwie was verändern, eben so ein bisschen aus dieser Situation heraus, dass ich gemerkt habe, es ist echt viel und das auch nicht nur für mich, sondern eben das wird mir auch gespiegelt von denen, die so im Buchclub mitlesen, haben wir einfach gedacht, dann gucken uns jetzt auch generell mal den Buchclubablauf an und schauen, wie können wir es entzerren, wie können wir mehr Ruhe reinbringen, haben uns die einzelnen Schritte angeguckt, weil es ja schon eigentlich alles sehr, würde ich sagen, nach außen hin, sieht es glaube ich schon strukturiert aus, der Buchclub. Ja, da haben wir einfach geschaut, Was ist da sinnvoll und was nicht? Vieles hat sich ja gefühlt, würde man wahrscheinlich bei mir auf der Arbeit sagen, ist vieles auch historisch gewachsen. Also hat sich einfach so entwickelt und häufig ist es dann halt so, wenn es ja gut funktioniert, dann man überdenkt es jetzt halt einfach nicht ständig neu. Deswegen war das eine ganz gute Gelegenheit und vieles war halt einfach zu Corona-Zeiten, wo wir alle viel mehr Zeit hatten, entstanden. Weil so, glaube ich, ganz gut ist, wir es uns auch noch mal angeschaut haben. Und häufig, eigentlich ist es immer so, dass es ein eindeutiges Ergebnis gibt in der ersten Abstimmungsrunde. Ich weiß gar nicht, ob wir das überhaupt dieses Jahr, aber auch, also ich wüsste gerade gar nicht mehr, wann wir es zuletzt mal hatten, dass es knapp war in der ersten Runde. Deswegen hat es auch einfach Sinn gemacht zu sagen, da verkürzen wir das Ganze jetzt und gehen von bisher zwei Abstimmungsrunden auf eine, damit eben auch diese, weil wir gesagt haben, wir würden gerne diese Pause machen zwischen den Büchern, also wir würden gerne erst ein Buch beenden und dann das nächste auswählen, weil das ja sonst haben wir teilweise wirklich schon in der Mitte des Monats, also wo wir gerade erst zwei Wochen gelesen haben, fast schon wieder mit der neuen Auswahlrunde angefangen und das hat sich auch einfach super stressig angefühlt. Aber genau, wir haben gesagt, das war so ein bisschen so der Ausgangspunkt, wir wollen erst das eine Buch beenden und dann mit der Auswahlrunde anfangen und um dann aber jetzt auch nicht zu viel Zeit vergehen zu lassen, bevor wir das nächste anfangen, haben wir gesagt, okay, das ist ein guter Punkt, wo wir einkürzen können.
Genau und diese erste Abstimmungsrunde war ja immer schon oder auf jeden Fall schon sehr lange so, dass da die Schmöker-Mädels abgestimmt haben und das ist jetzt im Grunde so geblieben. Nur dass jetzt eine weitere Runde ausgefallen ist, genau, und im Grunde haben wir daran eigentlich nichts geändert. Wir haben nur eine Runde wegfallen lassen. Und ich verstehe natürlich auch, dass das Spaß macht, abzustimmen und auf das Ergebnis Einfluss zu nehmen. Vor allem, weil man jetzt ja auch nochmal einen viel größeren Einfluss hat, weil die Schmökerrunde aus viel weniger Mädels besteht als der Buchclub so insgesamt. Deswegen sind auch wirklich alle sehr herzlich eingeladen, Teil der Schmökerrunde zu werden und ja auch dann nicht nur abzustimmen, also man kann ja dann auch Buchvorschläge einreichen, an Treffen teilnehmen, was man eben alles so machen kann. Ich kann auch nochmal in der Folgenbeschreibung verlinken, dann kommt ihr zur Schmökerrunden-Seite, könnt ihr euch da noch mal in Ruhe einlesen. Also da ist wirklich jede und jeder herzlichst willkommen, weil ich finde, das hört sich ja bei der Frage so ein bisschen so an, als könnte eben nicht jede und jeder abstimmen, das ist ja nicht so. Aber um eben darauf einzugehen, ob wir wieder in der allgemeinen Story abstimmen lassen, weil jetzt ist das in der engen Freundesstory und in der engen Freundesstory sind die Schmöker-Mädels, dann denke ich nicht. Also ich will es, ne, sag niemals nie und so, aber zumindest auf längere Sicht nicht. Ich hab auch länger überlegt, wie ich das jetzt am besten formuliere, weil ich bin oft nicht so mutig und ich trau mich nicht, anzuecken. Aber es ist ja nun mal so – super vieles. Also muss man einfach so sagen, der deutlich größere Anteil im Buchclub ist kostenlos. Also es gibt jeden Tag mega viel Mehrwert auf dem Account und auch hinter jeder Kleinigkeit. Mir fällt es auch schwer, das vielleicht so transparent zu machen, nicht weil ich es nicht transparent machen will, sondern weil auch das Zeit kostet, aber hinter jeder Kleinigkeit steckt einfach super viel Arbeit. Und ja, die Schmöker-Mädels honorieren diese Arbeit und bekommen dafür Benefits, die andere nicht bekommen. Und ich finde das nur fair, ehrlich gesagt. Deswegen erstmal wird sich daran denke ich nichts ändern aber ihr seid alle sehr herzlich willkommen in der Schmökerrunde.
Dann letzte Frage: Wie viele Bücher liest du ungefähr im Monat? Dafür muss ich jetzt auch in meiner app nachschauen also ich tracke das so ein bisschen, weil ich das gar nicht aus dem kopf hätte sagen können und ist auch so was was ich irgendwie voll ungern so beantworte, nicht weil ich das so verheimlichen will, aber ich habe dann immer Sorge, dass das vielleicht jemand unter Druck setzt, weil ich das bei mir oft merke, wenn ich so auf Instagram sehe, was andere lesen, denke ich so, krass, irgendwie würde ich auch gern schaffen. Und ich finde es auch nicht super aussagekräftig, weil ich könnte, das könnten 1000 Seiten sein, das Buch, oder eben 300 Seiten. Aber also deswegen einfach so ein Disclaimer vorweg, you do you, alles ist okay. Aber auf jeden Fall sagt Storygraph, die App, die ich dafür nutze, mir, dass ich dieses Jahr bisher 20 Bücher gelesen – nee, gar nicht mal, 26 Bücher gelesen habe. Also im Durchschnitt ungefähr so 3 Bücher pro Monat. Und dann gibt es aber weiter unten auch so eine Grafik, also ich muss auch sagen, ich liebe Storygraph, ich finde das eine richtig coole App. Da kann man auch gucken, so welche Genres man so tendenziell liest oder welche Stimmungen. Finde ich immer total spannend. Genau, aber weiter unten gibt es dann noch so eine Grafik, in der man sehen kann, dass ich im Juli anscheinend kein einziges Buch gelesen habe, also beendet hab. Und im April auch nur eins. Also da mach ich auch so Phasen durch. Meistens heißt es jetzt nicht, dass ich gar nichts gelesen habe, würde ich sagen. Aber ich hab eben kein Buch beendet. Und ja, es ist halt auch einfach so, dass ich mittlerweile viel mehr Hörbücher höre, weil ich das oft besser mit anderen Sachen kombinieren kann. Aber ja, alles ist okay, was für dich auch gut ist. Aber wenn dich das interessiert, wie viele Bücher ich ungefähr im Monat lese, dann sind es im Durchschnitt so drei. Und ich glaube auch, das weiß ich jetzt gerade gar nicht so genau. Ich glaube, dass Storygraph auch mir sagt, dass ich tendenziell unter 300 Seiten lese. Ich mag nämlich nicht so gerne umfangreiche Bücher. Die setzt mich schon von vornherein unter Druck. Ich würde die ja wahrscheinlich genauso schaffen. Aber irgendwie, die fange ich ungern an. Da habe ich das Gefühl, das ist ein zu großes Commitment. Im Durchschnitt drei Bücher. Die sind wahrscheinlich meist unter 300 Seiten. Einfach, damit du da ein Gefühl für bekommst.
Ja, aber das waren schon alle Fragen. Also, ich habe mir den Mund fuselig geredet. Ich glaube, ich habe heute einfach noch nicht so viel gesprochen. Ich kann gar nicht mehr richtig reden. Aber ich fand es irgendwie wieder mal, weil wir haben so Q&As ja schon häufiger mal in der Story auf Instagram gemacht, also dass ich die da beantwortet habe. Ich finde es irgendwie mal voll spannend, was da so viele Fragen zusammenkommen, könnte ich mir auf jeden Fall auch vorstellen, häufiger mal zu machen, falls das was ist, was dich interessiert. Sag gerne mal Bescheid. Genau, aber danke auf jeden Fall für die Fragen und danke fürs Einschalten. Dann würde ich sagen, bis zum nächsten Mal.




