Startseite › Podcast › Noch nie ein Buch in der Arbeitszeit gelesen

Podcast · Folge 73
Noch nie ein Buch in der Arbeitszeit gelesen
Katharina Mahrenholtz macht mit eat.READ.sleep. den Bücherpodcast des NDR – gelesen wird trotzdem abends und am Wochenende
Der Einstieg ist bei uns immer eine gedankliche Reise: Wo sitzen wir gerade zusammen, und welches Getränk hast du uns mitgebracht? Katharina Mahrenholtz setzt uns auf eine Bank an der Alster, mit Blick aufs Wasser, und bringt Rotwein mit – sie trinke ohnehin nur zweierlei, sagt sie, Kaffee oder Rotwein. Passend für eine Folge, in der es viel darum geht, was zum Lesen dazugehört.
Katharina Mahrenholtz
Journalistin und Autorin · Host des NDR-Bücherpodcasts eat.READ.sleep.
Katharina Mahrenholtz wollte als Kind Grundschullehrerin werden und hat dann Kulturwissenschaften studiert, weil ihr alle vom Journalismus-Studium abrieten. Nach dem Volontariat beim NDR arbeitete sie in einer Magazin-Redaktion; die Buchrezensionen übernahm sie, als der zuständige Kollege in Rente ging. Heute macht sie einen Teil ihrer Arbeitszeit bei NDR Kultur den Bücherpodcast eat.READ.sleep. gemeinsam mit Daniel Kaiser und Jan Ehlert; den zeitlich größeren Teil entwickelt sie in einer Innovationseinheit neue Podcast-Formate, die mit Literatur nichts zu tun haben. Zusammen mit der Illustratorin Dawn Parisi hat sie mehrere Bücher über Literatur und über Wörter veröffentlicht.
Warum es in einem Bücherpodcast etwas zu essen gibt
Die literarische Vorspeise ist keine Deko, sondern die Grundidee. Sie wollte auf keinen Fall ein Format, das mit »hallo, herzlich willkommen, hier ist Buch eins, Buch zwei, Buch drei« durchläuft. Stattdessen sollte eine Situation entstehen, wie man sie kennt, wenn man sich mit Freund*innen trifft und irgendwann aufs Lesen kommt.
Man trifft sich ja selten monothematisch, um über Bücher zu reden.Katharina Mahrenholtz
Das Essen hat noch eine zweite Funktion: Es ist die Verschnaufpause. Sie merkt es selbst, wenn sie Folgen hört, an denen sie nicht beteiligt war – wie viel Information da in kurzer Zeit kommt. Zwischendurch wird deshalb bewusst wieder gegessen, damit man das Gehörte sacken lassen kann.
Gekocht wird im Studio allerdings nicht: zu empfindliche Rauchmelder. Der ursprüngliche Plan war, bei jemandem in der Küche aufzunehmen und dabei zusammen zu kochen – das ging wegen Corona nicht, und geblieben ist ein ganz normales NDR-Studio mit Tonleuten hinter der Scheibe. Vorbereitet wird zu Hause, am liebsten etwas Gebackenes, weil das auch kalt funktioniert.
Das Prinzip kennen wir gut – bei uns heißt es Schmökern & Schmausen.
Live und Studio sind zwei verschiedene Dinge
eat.READ.sleep. macht viele Live-Veranstaltungen, und die sollen jedes Mal beides sein: ein Abend im Saal und eine Folge zum Nachhören. Genau das ist die Schwierigkeit, sagt sie, weil das eigentlich unterschiedliche Dinge sind. Was live trägt – Fragen ins Publikum, Lachen, Applaus –, funktioniert im Podcast nicht. Also muss man vorher planen, wo sich später schneiden lässt, und hinterher aufwendig schneiden, damit sich die Zuhörenden nicht abgehängt fühlen.
Es gibt sogar Mails von Leuten, die schreiben, dass sie die Live-Folgen weniger mögen. Der Grund ist derselbe, aus dem viele Podcasts hören: diese Nähe, das Gefühl, mit im Studio zu sitzen, oft über Kopfhörer. Bei einem Saal voller Menschen geht die verloren.
Helen war bei einer dieser Live-Aufzeichnungen in Köln dabei, mit einem Sandwich-Toaster auf der Bühne – Daniel Kaiser hatte die Autorin vorher gefragt, welches Toastbrot es sein soll.
Zu Gast war an dem Abend Melanie Raabe, mit der wir später selbst gesprochen haben: die Folge mit Melanie Raabe.
Was sie langweilt – und was sie sofort anspringt
Auf der Podcast-Seite steht ein Steckbrief: Bei »eat« steht, was sie gerne isst, bei »sleep« wenig – und bei »read« steht: alles, was mich nicht langweilt. Was das heißt, ist erstaunlich konkret. Wenn sie nach dreißig Seiten nicht weiß, worum es geht, oder schon wieder vergessen hat, was auf der ersten Seite stand, und das Buch sie emotional nicht erreicht – dann langweilt es sie. Das Thema ist dabei fast egal: Sie hat einen Roman über Baseball gelesen und mochte ihn, obwohl Baseball sie normalerweise nicht interessiert.
Grenzen gibt es trotzdem. Bei experimenteller Literatur wird sie ungeduldig – zwei Geschichten auf einer Seite, drei Wörter pro Doppelseite. Bei fehlenden Anführungszeichen kommt es dagegen darauf an: In Caroline Wahls »Windstärke 17« * ist ihr die Form erst nach dreißig, fünfzig Seiten überhaupt aufgefallen, weil sie nicht gestört hat. Bei Bernardine Evaristos »Mädchen, Frau, etc.« *, aus dem Englischen von Tanja Handels, ging es ihr anders.
Und was zieht sie an? Sie hat vorher aufgeschrieben, was sie im Klappentext elektrisiert: Neuengland, Arktis, Hemingway, die zwanziger, dreißiger, vierziger Jahre, Familiengeheimnis. Die Arktis kommt von früher – ihr Vater hat ihr Polarexpeditionsbücher geschenkt. Hinfahren möchte sie ausdrücklich nicht, alles unter fünfzehn Grad ist nicht ihre Temperatur. Sie reist mit Büchern dorthin.
Vom Grundschullehrerinnen-Wunsch zur Buchrezension
Der Weg war keiner, den man planen kann. Als Kind wollte sie Grundschullehrerin werden, kurz vor dem Abitur zeichnete sich ab, dass es zu viele Lehrer gab. Dann Journalismus – und bei ihrem Praktikum in der Lokalzeitung sagten ihr alle, sie solle bloss nicht Journalismus studieren, sondern irgendetwas anderes. Also Kulturwissenschaften, danach ein Volontariat beim NDR und eine Magazin-Redaktion, in der man von allem etwas machte.
Dann ging der Kollege in Rente, der die Buchrezensionen betreute, und sie konnte sie übernehmen. Dass sie seither alle Bücher, die sie lesen will, als Rezensionsexemplar bekommt – und dass die Verlage sich freuen, wenn sie darüber schreibt –, findet sie bis heute unglaublich.
Der Beruf mit Büchern – und trotzdem nie in der Arbeitszeit lesen
Man könnte annehmen, dass jemand, der beruflich über Bücher spricht, auch beruflich liest. Genau das stimmt nicht. Sie hat, sagt sie, noch nie ein Buch in ihrer Arbeitszeit gelesen – und könnte sich auch nicht vorstellen, ihren Vorgesetzten zu sagen, sie müsse jetzt dieses Buch hier lesen. Gelesen wird abends und am Wochenende, dafür viel. Kino und Fernsehen fallen dafür weitgehend weg.
Im Sommer geht sie mit dem Buch nach draußen, und das hat einen Grund, den viele kennen dürften: Drinnen sieht sie all das, was noch zu erledigen wäre. Draußen sieht sie es nicht.
Die eigenen Bücher, die im Sender nie vorkommen
Katharina Mahrenholtz hat mit der Illustratorin Dawn Parisi mehrere Bücher gemacht – und erwähnt sie im NDR-Umfeld bewusst nie. Sie hält das selbst für vielleicht übertrieben, aber die Linie ist ihr klar: keine Werbung für Privatgeschriebenes beim öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber.
Die Idee zu »Literatur!«, erschienen bei Hoffmann und Campe beziehungsweise Atlantik, war ihre eigene: Es gibt unzählige Theaterführer, aber keinen Romanführer, bei dem man nach drei Sätzen noch versteht, worum es geht. Ihr Gegenentwurf: ein bisschen über die Autor*innen erzählen, aus der Handlung das herausholen, was interessant ist, und das in normalem Deutsch. Schüler*innen würden sich für Hemingway wesentlich mehr interessieren, sagt sie, wenn ihnen jemand erzählte, was für ein Leben der hatte. Das Konzept haben die beiden selbst gebaut und an Verlage geschickt.
Die drei Wörterbücher beim Duden-Verlag kamen umgekehrt zustande – da fragte der Verlag. Eines davon ist »Luftikus & Tausendsassa« * über vergessene Wörter; dazu kamen eingewanderte Wörter und Sprichwörter. Etymologische Lexika liest sie zum Vergnügen.
Ein literarisches Kochbuch war geplant und ist nie entstanden – erst Corona, dann fehlte allen die Zeit. Und einen Roman? »Ich trage keinen Roman in mir«, sagt sie; die Geduld dafür hätte sie nicht. Bei Sachbüchern konnte sie sich abends hinsetzen und eine Doppelseite schreiben, ohne erst in einen Flow kommen zu müssen – das ist mit drei Kindern, die um einen herumtanzen, ein Argument.
Was als Nächstes kommt
Eine Sommerpause machen sie bewusst nicht, weil die Leute im Sommer besonders viel Lesestoff brauchen. Stattdessen gibt es Schwerpunktfolgen – Krimi-Specials gab es schon, zwei weitere Themen sind angedacht. Dazu eine Sommertour mit Live-Abenden in Stralsund, Berlin, Dresden, Ingolstadt, Freiburg, Weinheim und Münster.
Die erste Folge davon zeichnen sie im Ozeaneum in Stralsund auf, unter riesigen Walskeletten, und veröffentlichen sie einen Tag vor dem Tag der Meere – also mit Meeresschwerpunkt, für den sie schon O-Töne bereitgelegt hat. Was die Freiheit dieses Formats ausmacht, beschreibt sie an einem Beispiel: Man kann vorschlagen, eine Weltkarte hinzustellen, mit verbundenen Augen einen Dartpfeil zu werfen – und aus dem getroffenen Land muss Jan Ehlert ein Buch lesen. Und dann macht man das einfach.
Wenn du dich fragst, wie ein Bücherpodcast entsteht, der nicht nach Buchvorstellung klingt, hörst du hier die Antwort von jemandem, die genau das seit Jahren macht.
Die ganze Folge hören
Die Bücher aus der Folge
Ein Arktis-Buch, zwei Romanbiografien und eine Jugendbuch-Trilogie, die über ihre Serie neue Leser*innen gefunden hat.
Mein Jahr am Nordpol
Marie Tièche, aus dem Englischen von Tamara Trautner
Helen bringt es als »Champagne & Polar Bears« ins Gespräch – eine Frau, die mit einem Mann, den sie kennengelernt hat, in der Arktis überwintert. Katharina Mahrenholtz notiert es sich sofort.
Frau Einstein
Marie Benedict, aus dem Amerikanischen von Marieke Heimburger
Der Band aus Marie Benedicts Reihe, den sie »ganz toll« fand: über Mileva Marić, von der es Indizien gibt, dass sie an der Relativitätstheorie mitgeschrieben hat.
Das verborgene Genie
Marie Benedict, aus dem Amerikanischen von Kristin Lohmann
Das damals frisch erschienene Buch der Reihe, auf das sie sich im Gespräch freut: über Rosalind Franklin und die Doppelhelix-Struktur der DNA.
Der Sommer, als ich schön wurde
Jenny Han
Ihr Beispiel dafür, wie eine Serie Bücher findet: Älter als die Verfilmung, danach neu aufgelegt mit den Seriendarstellern auf dem Cover – und von jungen Leser*innen gekauft, die weiterlesen wollten.
*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. »Mein Jahr am Nordpol« ist derzeit nur als E-Book lieferbar, »Luftikus & Tausendsassa« nur noch antiquarisch. Bei »Der Sommer, als ich schön wurde« ließ sich weder bei Thalia noch beim Verlag noch bei der Deutschen Nationalbibliothek finden, wer den Roman übersetzt hat – deshalb steht die Angabe hier nicht.
Häufige Fragen
Was ist eat.READ.sleep.?
Der Bücherpodcast von NDR Kultur, den Katharina Mahrenholtz gemeinsam mit Daniel Kaiser und Jan Ehlert macht. Aufgenommen wird in einem NDR-Studio; daneben gibt es viele Live-Veranstaltungen, die anschließend auch als Folge erscheinen.
Warum wird in einem Bücherpodcast gegessen?
Weil ein Gespräch über Bücher so klingen sollte wie unter Freund*innen und nicht wie eine Aufzählung. Die literarische Vorspeise steht am Anfang, und zwischendurch wird bewusst wieder gegessen – als Verschnaufpause zwischen den Buchinformationen.
Wie komme ich beruflich zu Büchern?
Ihr Weg war nicht geplant: Kulturwissenschaften statt Journalismus, Volontariat beim NDR, Magazin-Redaktion – und dann die Buchrezensionen, weil der zuständige Kollege in Rente ging. Sie nennt es selbst das Hobby zum Beruf machen.
Liest man beruflich, wenn man einen Bücherpodcast macht?
Bei ihr nicht. Sie hat nach eigener Aussage noch nie ein Buch in ihrer Arbeitszeit gelesen – gelesen wird abends und am Wochenende. Vorbereitet wird trotzdem: Sie schreibt sich ihre Beiträge aus und macht daraus Stichworte.
Was langweilt sie an Büchern?
Wenn sie nach dreißig Seiten nicht weiß, worum es geht, und das Buch sie emotional nicht erreicht. Das Thema ist ihr fast egal – sie hat sogar einen Roman über Baseball gemocht. Schwer tut sie sich mit experimenteller Literatur.
Welche Bücher hat Katharina Mahrenholtz geschrieben?
Mit der Illustratorin Dawn Parisi mehrere Bücher über Literatur – darunter »Literatur!« bei Hoffmann und Campe beziehungsweise Atlantik – und drei Wörterbücher beim Duden-Verlag über vergessene Wörter, eingewanderte Wörter und Sprichwörter. Im NDR-Umfeld erwähnt sie sie bewusst nicht.
Mehr von Katharina Mahrenholtz
Die ganze Folge zum Nachlesen
Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.
Helen
Herzlich willkommen, Katharina. Ich freue mich sehr mit dir heute. Ihr vielleicht über deinen Podcast, aber auch deine Liebe zu Büchern und alle möglichen anderen zu sprechen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?
Katharina Mahrenholtz
Also, in Hamburg ist ja zum Glück auch endlich mal die Sonne angekommen. Nach gefühlt sechs Monaten graue Wolken und Regen. Deswegen sitzen wir natürlich auf einer Bank an der Alster, blick aufs schöne Wasser und alle um uns herum trinken Aperol Spritz. Ist nicht so mein Getränk, ehrlich gesagt. Ich trinke nur sehr wenig, ich trinke mit sehr wenig Varianz. Ich trinke entweder Kaffee oder Rotwein. Insofern ist die Frage, wenn wir uns um diese eher gegenabendliche Uhrzeit treffen, dann würde ich zumindest mit dir mit einem Rotwein anstoßen.
Helen
Ja, das klingt gut. Ich bin mittlerweile etwas offener für Rotwein. Deswegen, ich würde mich einfach mal drauf einlassen und würde sagen, wir stoßen einmal damit an. Wir haben uns zuletzt in Köln gesehen, weil ich hatte gesehen, dass ihr ein Live-Podcast macht vom eat.READ.sleep. Podcast. Und ich dachte so irgendwie fand ich das schon länger, mein total faszinierend, weil ich mir gar nicht so richtig vorstellen konnte, wie läuft das so ab. Und dann war auch noch Melanie Raabe zu Gast und ich dachte so super cool, das probiere ich mal. Und ich war super begeistert. Also ich finde es jetzt immer noch, also auch so die Vorstellung, wie ich das live umsetzen würde, kann ich immer noch nicht so genau sagen, aber ich fand es total cool, wie auch so, dass im Grunde so auch durchkoreografiert war. Das läuft ja vielleicht auch noch mal anders ab als im Studio. Aber so diese ganze Stimmung in diesem Saal war total klasse und ich könnte mir vorstellen, dass das auch für euch was besonderes ist oder dann so live in so einem Saal zu sitzen als sonst wahrscheinlich in einem Studio oder wie macht ihr das?
Katharina Mahrenholtz
Ja, wir nehmen im Studio auf. Wir wollten eigentlich irgendwie bei jemandem, also bei uns immer so abwechslend zu Hause aufnehmen, aber als wir angefangen haben, war Corona, da war an zwei Leute zu Hause nicht zu denken und dann haben wir halt im Studio, wir haben angefangen in so einem Podcaststudio bei uns, wo man wirklich auch alleine ist und alleine aufnimmt, aber Aber das ging dann auch nicht mehr. Deswegen haben wir es in so einem ganz normalen NDR-Studio, nehmen wir auf mit auch Toning hinter der Scheibe. Wir wollten es eigentlich ein bisschen kuscheliger, gemütlicher haben. Das ging wie gesagt wegen Corona nicht. Aber wir waren so eingespielt, dass das stört uns eigentlich auch nicht mehr. Und wenn wir live was machen, wir machen ja relativ viele live-Podcast-Veranstaltungen. Und das ist natürlich was Total anderes. Und für uns auch jede einzelne Veranstaltung ist anders. Es ist immer wieder eine sehr spannende Erfahrung und es macht auf eine besondere Art und Weise Spaß. Unsere Aufnahmen machen eigentlich immer Spaß. Wir haben immer einfach echt viel Spaß. Das fühlt sich gar nicht so an. Wenn wir im Studio sitzen, ist die Arbeit eigentlich schon davor passiert. Und auch bei den Live-Veranstaltungen und in Köln, wo du warst, da war es einfach auch ein toller Ort. Das war ein Theater. Und das ist einfach so ein schönes Theater mit roten Theatersitzen und so eine richtig tolle Theateratmosphäre, wo sich das Publikum, glaube ich, ohnehin total wohlfühlt, weil man auch einen guten Blick auf die Bühne hat. Man sitzt bequem. Ich glaube, man durfte sogar was zu trinken mit reinnehmen. Und das macht total viel aus, wo man es macht. Und da war wirklich eine gute Stimmung. Also ich glaube, es ist immer eine gute Stimmung, wenn wir auftreten. Aber das war besonders gute Stimmung. Also ja, es ist in der Vorbereitung also die große Schwierigkeit tatsächlich ist. Wir machen es eigentlich immer so, dass die Live Veranstaltung auch eine Podcast-Folge werden. Das heißt, die müssen als Podcast-Folge funktionieren und als Live-Veranstaltung. Und das ist total schwierig, weil das eigentlich unterschiedliche Dinge sind. Und wir kriegen auch manchmal Mails, die sagen, wir mögen eure Live-Folgen nicht so gerne – von Leuten, die sie nur hören. Weil die an dem Podcast das schätzen, was eigentlich alle Leute generell am Genre Podcast schätzen, ist diese intime Atmosphäre. Man ist zusammen mit uns in dem Fall im Studio. Man hört es ja oft auch auf Kopfhörer und man ist sozusagen so ganz nah dabei. Und das geht natürlich verloren, wenn du so einen Live-Charakter hast. Bei der Live-Veranstaltung funktionieren natürlich vor allen Dingen die interaktiven Sachen gut. Also wenn das Publikum so mitgeht, entweder indem man tatsächlich auch was fragt ins Publikum oder die reagieren auf Situationen mit Lachen, mit Applaus, mit was weiß ich was. Das ist natürlich für die Veranstaltung besser, das funktioniert im Podcast aber nicht. Das heißt, man muss dann sehr genau planen, wo man auch schneiden kann am Ende. Und man muss hinterher relativ aufwendig schneiden, damit sich die Leute, die nur zuhören, nicht abgehängt fühlen.
Helen
Ja, das kann ich mir gut vorstellen und ich meine, in Köln war ja auch der Sandwich-Toaster auf der Bühne und so, das sind natürlich auch Sachen, die irgendwie eingeplant werden müssen. Aber wie macht ihr das im Studio? Habt ihr da irgendwie eine kleine Küche oder so dabei oder wird das alles vorab irgendwie vorbereitet?
Katharina Mahrenholtz
Nee, das geht ja auch, da sind ja so empfindliche Rauchmelder und Wasserdienste und so alles, was irgendwie mit. Nee, das geht leider nicht. Das Es ist ein bisschen schade, deswegen der ursprüngliche Gedanke ist, bei jemandem in der Küche zu machen, dann seid auch irgendwie teilweise zusammen zu kochen und dabei zu reden. Das geht nicht, nee, wir bereiten das vorher vor, also zu Hause. Und deswegen bringe ich auch lieber was Gebackenes mit, weil man das auch kalt gut servieren kann. Und wenn es halt was warm ist, es wird bei uns in der Mikrowelle in der Küche schnell aufgewärmt und in Studio dann mitgebracht. Wir haben ja die literarische Vorspeise, das ist ja zum Glück auch sehr am Anfang, Also dann ist es halt auch noch warm.
Helen
Ja, ich liebe das ja an eurem Podcast. Wir haben beim Mädels, die lesen. Auch so ein Kochformat, wo wir gemeinsam was Passendes zum Buch kochen. Und ich finde das irgendwie einfach so voll die schöne Ergänzung zum Lesen. Ich finde, man erfährt den Buch nochmal ganz anders. Und ich empfand auch das Commitment von Daniel in Köln halt so witzig, weil er irgendwie erzählt hatte, es war eigentlich ja, sag ich mal, nur in Anfrischen, . Aber er hatte die Autorin dann sogar gefragt, welches Toastbrot es sein soll – also viel Liebe zum Detail, ja hört man da irgendwie so raus und ich finde das total tolle Kombi. Also ich meine, es heißt ja auch Eat, Sleep und ich finde es total perfekt, es macht auch einfach Spaß und man spricht vielleicht auch anders über Bücher, wenn man dass den Essensanteil mit drin hat.
Katharina Mahrenholtz
Ja, total. Also das war ja die Idee dahinter, dass wir wollten auf keinen Fall so ein Podcast machen, wo man irgendwie sagt, hallo, herzlich willkommen zur neuen Folge. Hier ist das erste Buch, zweites Buch, dritte Buch, so Bambam. Aber natürlich möchten die Leute beim Bücher-Podcast ja auch Bücher empfohlen kriegen und deswegen dachte ich, wir schaffen so eine Atmosphäre, wie wenn man mit Freunden sich vielleicht trifft und über Bücher redet. Das Das ist dann zwar nicht sehr so, man trifft sich ja selten monothematisch um über Bücher zu reden, aber wenn man sich trifft in einem Café oder wie wir jetzt an der Alster, und dann kommt das Gespräch auf Bücher und dann, ja, das ist einfach so eine normale Situation, dass man was zu essen und zu trinken und oder zu trinken hat. Und ich wollte eigentlich dadurch erreichen, weil als ich es mir überlegt habe, dass es tatsächlich auch eher so eine Gesprächssituation ist, wo man sich wie bei so einem lockeren Treffen auch fühlt. Und dazu sollte das beitragen und tut, dass man so ein bisschen auch so reingeleitet in dieses Gespräch über Bücher, was ja manche weiß, ist ja auch ich finde es auch zum Hören. Ich merke das manchmal, wenn ich die Folgen höre, die Daniel und Jan zusammen mache, an denen ich nicht beteiligt bin. Das ist schon also auch ganz schön hardcore, wie viel Information man da bekommt. Und das Essen soll dazu beitragen, dass man erst mal angenehm reinkommt und auch wir wollen uns zwischendurch immer mal wieder aufs Essen zurückbesinnen, damit auch die Hörer so eine kleine Verschnaufspause kriegen. Jetzt wird kurz gegessen, jetzt kann ich verdauen, was ich gerade an Information bekommen habe.
Helen
Ja und ich weiß nicht, das wird wahrscheinlich auch so einfach die Art bei euch sein, aber vielleicht kommt das auch durch das Essen – es ist ja schon ein sehr lustiger, lockerer Austausch und das finde ich total klasse. Das ist nicht steif, sondern ihr sprecht einfach, ja wie du sagst, normal über Bücher und nehmt euch auch gegenseitig aufs Korn.
Katharina Mahrenholtz
Genau, das ist der Plan, dass es nicht so wie so ein Feuilleton-Artikel klingt. Genau, deswegen sprechen wir auch vorher relativ wenig ab.
Helen
Ah ja.
Katharina Mahrenholtz
Und wir bereiten uns natürlich jeder für sich vor. Das haben wir auch gemerkt, als wir unsere ersten Aufnahmen gemacht haben, als wir unsere ersten Probeaufnahmen gemacht haben. Dummys heißt das bei uns. Da dachte mir so, na ja, nee, na ja, das Buch habe ich gelesen, ich weiß ja, was drinsteht, dann unterhalten wir uns einfach mal darüber. Und das hat halt überhaupt nicht funktioniert, weil wir dann eine super lange, mega komplizierte Inhaltsangabe gemacht haben und selber gar nicht mehr wussten, was wir eigentlich schon erzählt hatten und was nicht. Also es ist schon ein journalistisches Format am Ende. Also jeder für sich überlegt sich schon vorher, okay, wie viel vom Inhalt sag ich, wie kann ich das möglichst kurz irgendwie so erzählen, dass man es versteht und dass es trotzdem interessant klingt und nicht zu viel verrät. Und da sind glaube ich die Arbeitsweisen unterschiedlich. Ich schreibe es mir oft auf, weil das für mich im Flow ist. Ich schreib's mir so auf, weil ich so gewohnt bin, auch wenn ich Buch-Rezensionen, die wirklich so als Rezensionen gesendet werden, schreibe und hinterher mache ich dann daraus Stichworte und ich weiß nicht, ehrlich gesagt, gar nicht wie Jan und Daniel das machen. Ich habe nie deren Skripte mir angeguckt, aber jeder macht das halt für sich und dann entsteht das alles, was an Gesprächen und Interaktionen passiert. Das ist halt dann spontan.
Helen
Ja, Also es funktioniert auf jeden Fall. Das macht total Spaß. Ich habe auf der eat.READ.sleep.-Seite diesen Steckbrief von dir gesehen und fand ein paar Sachen daran spannend. Also zum Beispiel bei eat steht, was du gerne isst, read, das ist dann alles was mich nicht langweilt und und bei sleep: wenig. Und dieses alles was mich nicht langweilt fand ich einfach auch eine witzige Antwort. Also was langweilt dich denn bei Büchern?
Katharina Mahrenholtz
Das ist ja natürlich total unterschiedlich, aber ich lese wirklich sehr viele verschiedene Sachen. Ich lese Sachbücher oder Biografien und Krimis und Liebesromane. Ich lese auch Schnulzen und ich lese Kinderbücher und Jugendbücher und auch das, was man allgemein hin unter Literatur versteht, also ein bisschen anspruchsvolleres. Und wenn ich anfange zu lesen und nach 30 Seiten weiß ich gar nicht, worum es geht oder habe schon wieder vergessen, was auf der ersten Seite stand und das Buch spricht mich, erreicht mich emotional gar nicht. Dann langweilt es mich. Und das können ja verschiedene Gründe sein, entweder weil mich das Thema nicht interessiert, ich habe zum Beispiel schon einen Roman über Baseball gelesen. Normalerweise würde ich sagen, Baseball interessiert mich überhaupt nicht. Aber wenn das so beschrieben ist, dass es toll zu lesen ist, dann ist es mir auch egal.
Helen
Also grundsätzlich bist du offen für alles, aber es muss dich packen.
Katharina Mahrenholtz
Genau. Ich bin nicht sehr offen, muss ich gestehen für experimentelle Literatur. Es gab mal ein Buch, wo oben auf der Seite eine Geschichte erzählt wurde und auf der unteren Hälfte der Seite eine andere Geschichte, da muss ich mich sehr, sehr überwinden. Oder Bücher ohne Satzzeichen oder, keine Ahnung, wo auf jeder zweiten Seite nur drei Wörter stehen. Das kann auch gut sein, Also da muss ich schon Zeit haben, mich sehr darauf einlassen und da bin ich, glaube ich, dann oft zu ungeduldig.
Helen
Ja, ja, kann ich total nachvollziehen. Das mit den Satzzeichen habe ich noch in Erinnerung, weil wir hatten schon öfter mal Bücher, wo zumindest nicht so die direkte Rede so angekündigt war. Ich weiß gar nicht, wie man das richtig nennt, aber vielleicht sagen dir solche Bücher auch was und das führt hier mal zu Diskussionen, weil es super viele Leute gar nicht ab können, wenn das nicht so wie so ausgewiesen ist, sondern einfach, dann steht er schon so Punkt Komma und so, aber ich nicht explizit die direkte Rede und ohne diese Diskussion würde mir das in der Regel gar nicht auffallen, aber das scheint was zu sein, was ganz viele nicht mögen. Wie stehst du zu so etwas, zu der wörtlichen Rede?
Katharina Mahrenholtz
Das kommt total drauf an. Ich glaube, das neue Buch von Caroline Wahl ist so, »Windstärke 17«. Warte, ich gucke schnell rein, damit ich das nicht verwechsle. Ah ja, genau. Da ist es nämlich so, dass sie nur schreibt, also ein bisschen so wie in so einem Theaterstück. Der Name Doppelpunkt und dann, was sie sagt, ohne Anführungsstriche. Und in den allermeisten Fällen auch nicht mit sagte sie, sagte er, sagte ich und so. Und das habe ich tatsächlich erst nach, naja, mehreren Seiten, also bestimmt so nach, nach 30, 50 Seiten ist mir überhaupt erst aufgefallen, weil es mich nicht gestört hat. Die Franzosen zum Beispiel haben ja auch eine ganz andere wörtliche Rede, die machen das nur mit Spiegelstrichen. Das stört mich auch nicht. Also wenn man das so schön fließend lesen kann, stört es mich nicht. Aber bei Bernardine Evaristo, das eine Buch, was ohne Satzzeichen war, das war ohne Satzzeichen, glaube ich, da bin ich fast zurückgeschreckt.
Helen
»Mädchen, Frau etc.«
Katharina Mahrenholtz
Ja, genau.
Helen
Und da hat es mich gar nicht gestört, muss ich sagen.
Katharina Mahrenholtz
Mich hat es wahnsinnig gemacht. Aber das war nicht das Einzige, was mich daran wahnsinnig gemacht hat. Weiß man auch immer nicht genau, woran es liegt. Ja, aber da stand auch auf diesem Steckbrief, quasi Wörter im Klappentext, die mich sofort elektrisieren.
Helen
Ich habe dann vor allen Dingen auch erst mal überlegt, was elektrisiert mich eigentlich bei so einem Klappentext. Ich konnte das gar nicht in einzelner Wörter passen. Aber du hast gesagt, Neuengland und Arktis, schwanger. Hemingway, 20er Jahre, 30er Jahre, 40er Jahre Familiengeheimnis. Ich fand dann erst mal schon mal, dass wir den Neuengland und Arktis spannen. Was ist das mit diesen beiden Orten auf sich, dass du direkt denkst, oh, das will ich lesen.
Katharina Mahrenholtz
Ich weiß nicht, wie das dazu kommt. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich schon viele tolle Bücher gelesen habe, die da spielen jeweils. Also an Arktis finde ich einfach, ist ein wahnsinnig faszinierender Ort. Ich habe von meinem Vater früher schon so Polarexpeditionsbücher geschenkt bekommen. Oh ja, so was. Und deswegen habe ich auch so eine sehr frühe Erinnerung daran. Und das ist ein Ort, wo ich auf keinen Fall eigentlich hinfahren möchte, weil ich alles, was ehrlich gesagt alles, was unter 15 Grad plus ist, ist gar nicht mehr meine Temperatur geschweige denn irgendwie diese Minusgrade da. Aber ich glaube, dass das ganz toll ist, wenn man da ist und wenn man das sieht. Und dahin reise ich eben mit Büchern. Und ich habe viele tolle Bücher gelesen, die da spielen, vielleicht weil es so anders ist. Zum Beispiel die Biografie von Robert Falcon Scott, der mit Amundsen um die Wette zum Südpol gelaufen ist und verloren hat. Eine sehr herzzerreißende Biografie. Hab ich auch im Sommer gelesen, ich hatte es ganz warmen, die hatten es ganz kalt. Das ist irgendwie das Irre beim Lesen, dass man dann in so eine komplett fremde Welt reist. Egal wie die Umstände bei einem selbst gerade sind, ist man dann irgendwie da. Ja, ich war ehrlich gesagt erst einmal in Neuengland und fand alles toll da. Und wenn das in Büchern vorkommt, bringt mir das ein Gefühl zurück. Nantucket, zum Beispiel.
Helen
Ja, voll spannend. Als ich darüber nachgedacht hab, was mich spontan ansprechen würde, sind es auf jeden Fall eher Orte, wo ich vielleicht noch nicht war. Ich hätte da so Libanon oder Syrien oder Iran. Sowas würde mich auf jeden Fall ansprechen. Aber vor allen Dingen auch wahre Geschichten. Ich mag echt total gerne. Und dann vor allen Dingen sehr gerne von so starken Frauen oder so. Und zur Antarktis – ich weiß gar nicht mehr, ob es die Antarktis war. Aber auf jeden Fall ein Buch, wo eine, ich glaube, zwar die erste Überwinterung oder so einer Frau. Ich weiß nicht mehr so ganz nördlich von irgendwas oder so, oder südlich von irgendwas. Sie ist jetzt echt nicht die geborene Polarforscherin, aber es war eine total spannende persönliche Geschichte. Das heißt, »Champagne & Polar Bears«, falls du auch auf Englisch liest, das solltest du nicht auf Deutsch übersetzt.
Katharina Mahrenholtz
Ich lese tatsächlich super selten als auf Englisch, also quasi nie, weil ich ja immer die Bücher auf Deutsch beurteile muss.
Helen
Ja. Ob deswegen macht das für mich einfach gar keinen Sinn. Ich meine, ich hätte vielleicht mal gelesen, dass das irgendwie auch auf Deutsch war. Ach so, »Mein Jahr am Nordpol«. Ah. Eine Frau, ein Mann und die Einsamkeit der Polarnacht. Aber das fand ich einfach von der Story total interessant, weil sie damit gar nichts am Hut hatte, aber einen Mann kennengelernt hat, der überwintern wollte und ist einfach spontan mit dem gegangen.
Katharina Mahrenholtz
Ein ganz anderes Leben. Das notiere ich mir sofort, das klingt genau nach meinem Geschmack. Ich mag auch wahre Geschichte. Ich lese auch wahnsinnig gerne. Ich mag gerne Romanbiografien, das war nicht immer 100%, aber sehr vieles daran ist dann doch beruht auf Tatsachen, wenn es dann gut geschrieben ist.
Helen
Ja, hast du zuletzt irgendwas gelesen, was dir der spontan einfällt?
Katharina Mahrenholtz
Ich liebe auch so Ware, das ist vielleicht falsch beschrieben, aber ich liebe Romane über Frauenfiguren, die wirklich außergewöhnlich sind. Also kennst du die Reihe von Marie Benedict?
Helen
Nee.
Katharina Mahrenholtz
Marie Benedict ist so eine englische, englische, amerikanische, weiß ich gar nicht, guck. Autoren, die porträtieren, also die schreibt halt Romanbiografien immer über Frauen. Und meistens, also eigentlich wird das, glaube ich, vom Verlag so angekündigt, als Frauen, die im Schatten ihrer Männer stehen. Das passt, glaube ich, gar nicht auf alle. Ach ja, fast alle. Der hat zum Beispiel geschrieben über die Frau von Einstein. »Frau Einstein« heißt das Buch auch. Das fand ich ganz toll. Und dann ein paar andere waren hier von hier so mittelüber. Die Frau von Churchill, dann über Agatha Christi, die ja nun nicht im Schatten ihrer Männer stand. Kann man wirklich nicht sagen. Aber auf die anderen trifft es, glaube ich, schon zu, so ein bisschen, also Lady Churchill. Und über… Ach, so eine Hollywood-Schauspielerin. Und jetzt ist gerade ein neues von ihr rausgekommen. Der Verlag kündigt es an als Frauen im Scha… Ah, Frauen im Schatten der Welt. Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte, nicht im Schatten ihrer Männer. Habe ich falsch gesagt. Das neue, hab ich… Also les ich demnächst, freue mich schon drauf, ist über Rosalind Franklin, die nach jahrelanger Forschung die Doppelhelix-Struktur unserer DNA gefunden hat. Aber für diese Entdeckung wurden fälschlicherweise drei Männer geehrt. Und bei Einstein war es ja so ähnlich, dass man eigentlich sagt, dass seine Frau die Relativitätstheorie eigentlich mit entdeckt hat oder darüber auch mitgeschrieben hat an diesem Aufsatz und steht aber nur seinen Namen drunter. Kann man natürlich jetzt im Nachhinein nicht so toll beweisen, aber es gibt durchaus Indizien dafür, dass das so war. Und Rosalind Franklin, ich meine, Doppelhelix-Struktur der DNA, da sind wir wieder bei Themen, die einen interessieren und nicht interessieren, würde ich jetzt normalerweise sagen Bio, weil es nicht so mein Lieblingsfach an der Schule ist, ich weiß nicht, wie kerst was Doppelhelix-Struktur unserer ist, aber ich weiß jetzt schon, was mich interessiert, weil über diese biografische Seite halt.
Helen
Ja, total. Also das hatte ich mir notiert, das klingt genau nach meinem Denken, Das ist sowas, finde ich, super spannend. Das hatte ich auch so ein bisschen gefühlt auf der Leipziger Buchmesse, da so ein Trend auch in die Richtung zu erkennen. Das ist ganz schön viele Bücher auch geboren, in verschiedensten Bereichen im Grunde die Geschichten der Frauen aufgedeckt haben, glaube ich, auch tendkul.
Katharina Mahrenholtz
Ja, da guckt man jetzt mehr hin, genau gibt es mehrere. Also wie gesagt, die von Marie Benedict, ich finde die nicht alle gleichermaßen und auch nicht jedes Buch so durchgehen. Super. Manchmal kippt das ein bisschen in den Kitsch, aber das kann ich dann aushalten. Ich habe da auf jeden Fall schon viel gelernt. Die lassen sich einfach gut lesen.
Helen
War das für dich eigentlich auch immer schon klar, dass du beruflich was mit Büchern zu tun haben willst? Oder hat sich das im Laufe der Jahre dann einfach auch so und triggelt, weil du beim NDR vielleicht immer mehr auch in die Buchrichtung entgangen bist, weil du ja auch, du bist ja auch Autorin. Hat sich das einfach mit der Zeit ergeben oder war das für dich schon als Kind klar?
Katharina Mahrenholtz
Nee, also als Kind wollte ich immer Grundschullehrerin werden. Bis eigentlich bis kurz vorm Abitur ist ich dann abzeichnete, dass es einfach, als ich Abitur gemacht habe, viel zu viele Lehrer gibt und dass ich das auf keinen Fall studieren … Weil wir auf jeden Fall arbeitslos. Musst sich mir also was Neues überlegen. Und dann wollte ich schon gerne Journalismus machen. Aber und ich habe dann auch Praktikum gemacht … … Und so bei unserer Lokalzeitung … … Und dann haben einfach alle mit denen gesprochen … … Haben gesagt, studier bloß nicht Journalismus, … … Studiere irgendwas anderes. Dann habe ich Kulturwissenschaften studiert … … Und er habe dann glücklicherweise … … Ein Volontariat beim NDR bekommen. Nach dem Studium und dann habe ich direkt auch … Nach dem Studium in so einer Magazin-Redaktion, die gibt es heute gar nicht mehr. Da hat man alles gemacht, irgendwie alle möglichen Themen, zwischen eher so gesellschaftlich, kulturell, jetzt nicht unbedingt politisch, aber ganz viele verschiedene Sachen. Und dann irgendwann – ich glaube, derjenige, der die Buchrezensionen bei uns in der Abteilung betreut hat, der ist dann in Rente gegangen und irgendwie konnte ich das dann machen. Ich musste zwar auch andere Sachen machen, aber ich konnte das auch machen. Das war für mich total super. Das war im Grunde das Hobby zum Beruf machen. Also ich fand ja schon im Journalismus, ich habe das alles immer total gern gemacht. Das war für mich nie schwere Arbeit, sondern immer eigentlich eher so Spaß. Und dann auch noch mit Büchern, das war toll. Insofern hat es sich tatsächlich eher zufällig ergeben. Das war natürlich der Hammer. Ja, das war für mich natürlich der Hammer, dass ich plötzlich alle Bücher, die ich lesen wollte, als Rezensionsexemplar kriege. Und dass die Verlage sich freuen, wenn ich sie lese und darüber schreibe. Das ist für mich immer noch unglaublich, ehrlich gesagt. Ja.
Helen
Wie teilst du dir das ein? Also gibt es typische Tage bei dir? Wie sieht ein typischer Tag aus, falls es einen gibt?
Katharina Mahrenholtz
Nein, also ich bin ja jetzt inzwischen, es ist hier auch noch mal anders. Ich mache hier sozusagen, ich mache einen Teil meiner Arbeitszeit, bin ich bei NDR Kultur und mache eat.READ.sleep. Den Podcast. Da ist natürlich noch viel mehr als das Aufnehmen. Die Live-Veranstaltungen muss man planen und dann muss man gucken, wie entwickelt man Sachen weiter und was könnte man noch mal ändern und was lassen wir und Mails beantworten und so weiter. Und ein anderer größerer, eigentlich zeitlich größerer Teil meiner Arbeit bin ich in einer Podcast-Innovationseinheit beim NDR, wir entwickeln neue Podcast-Formate. Die haben dann auch gar nichts mit Literatur zu tun. Das ist dann eher so die Podcast-Schiene. Und machen so Audio-Strategie-Sachen und so was. Insofern kann ich einen typischen Arbeitstag gar nicht richtig beschreiben. Sehr viele Konferenzen zu sehr vielen verschiedenen Themen. Meistens ist der Dienstag mein eat.READ.sleep. Und entweder nehmen wir da auf oder ich mache halt die anderen Sachen, die so anfallen. Jeder meiner Arbeitstage sieht anders aus.
Helen
Aber planst du die Lesezeit dann aktiv ein oder also ist das einfach quasi Freizeit dann bei dir?
Katharina Mahrenholtz
Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch in meiner Arbeitszeit gelesen. Das denken immer viele Leute, aber nee, das ist nicht so, dass ich im Büro sitze und lese. Oder im besten Fall an der Alster und lese während der Arbeitszeit. Das passiert wirklich nicht. Ich weiß auch gar nicht, was meine Chefs sagen würden, wenn ich sage so, ich muss jetzt dieses Buch hier lesen. Keine Ahnung, aber ich könnte das auch ehrlich gesagt nicht in so einer Ich lese am Wochenende und abends. Aber schon ziemlich viel. Schon ziemlich viel. Ich mache aber viele andere Sachen nicht. Die andere Leute machen zum Beispiel ins Kino gehen. Ich sehe auch gar nicht fern. Ich sehe manchmal so Netflix-Serien. Aber nicht viel und nicht oft. Ich lese schnell. Ich lese auch mehr im Sommer, wenn ich draußen sitzen kann am Wochenende, in der Sonne. Ich setze mich auch im Winter, wenn schlechtes Wetter ist. Ganz selten aufs Sofa und lese dort. Dann sehe ich immer, hier muss ich noch was sauber machen, hier muss ich noch was. Dies muss noch erledigt werden, das muss noch erledigt werden. Wenn ich dann im Sommer am Wochenende mit dem Buch rausgehe, dann sehe ich das alles nicht. Das kann ich dann stundenlang machen, am Strand oder im Urlaub
Helen
Ja das finde ich auch überhaupt nicht leicht selbst wenn ich eine Deadline für ein Buch habe, mich mitten am Tag hinzusetzen, ist ganz schwer – dann fällt mir innerhalb einer Sekunde ein, was da noch alles auf mich wartet Also, ja, The Struggle is real, wahrscheinlich. Aber noch mal kurz zu den Podcast-Strategien: Ich hatte auf einer Seite gelesen, dass du dort als Generalistin der Podcastredaktion beschrieben wirst.
Katharina Mahrenholtz
Und wo hast du das denn gelesen?
Helen
Das war, glaube ich, bei der Republica, kann das sein?
Katharina Mahrenholtz
Ach ja, kann sein im Zusammenhang wahrscheinlich mit unserem Coronavirus Update Podcast, den ich damals gemacht habe. Ich glaube, das hat meine Kollegin über mich geschrieben und das bezieht sich in dem Fall darauf. Ja, weil ich, also ich meine, so eine Podcastentwicklung ist halt immer neu. Und ich bin auch mal mehr oder mal weniger beteiligt an neuen Formaten. Und als wir das Coronavirus Update gemacht haben, das war schon echt eine krasse Zeit und da haben wir zu zweit irgendwie alles gemacht. Also sie war host, Korinna Hennig, hat es gehostet und ich habe alle alles drum herum gemacht von Artikel über Coronavirus zu lesen, Artikel über Coronavirus zu lesen und mit ihr übers Inhaltliche zu sprechen, damit sie das vorbereiten kann, bis hin zu Leitungen bestellen und Pressetexte schreiben und andere Texte korrigieren, die andere Leute über den Podcast geschrieben haben und so. Das war damals ein Zwei-Frauen-Betrieb. Daher kommt das vielleicht. Aber ich, ja, also in der Formatentwicklung, das ist zwar im Grunde, ist das so ein Job, so ein Format zu entwickeln, da muss man halt gucken, was passt jetzt zu dem Thema, welches Format passt zu dem Thema, aber das ist eben dann auch sehr unterschiedlich. Wir haben zum Beispiel »Kunstverbrechen« gemacht bei NDR Kultur, Das ist ein True Crime Kunst Podcast mit Reportageanteilen. Das muss man natürlich ganz anders entwickeln als ein Talk Podcast, wo einfach nur zwei Leute sich über verschiedene Themen unterhalten. Oder dann hatten wir noch einen Podcast. »Arm und trotzdem« hieß der. Und das haben zwei Leute gehostet, die aus schwierigen Verhältnissen gekommen sind und eine davon hatte noch, also die war gar keine Journalistin, die ist gar keine Journalistin. Und das ist ja auch nochmal völlig andere Herausforderungen. Also jedes Projekt hat andere Herausforderungen und muss man erwähnen.
Helen
Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Ich produziere auf der Arbeit auch einen Podcast, einen ganz anderen natürlich. Aber vor allem, wo das Ausmaß ein ganz anderes ist. Es ist natürlich viel mehr Abstimmung, viel größer alles. Und es ist aber auch super spannend, auch diese Unterschiede zu sehen, auch was ich halt immer ganz cool finde, was ich dann vor allem in so einem Zusammenhang merke, dass ich hier super frei bin und mich kreativ austoben kann. Wenn ich mir jetzt heute was überlege, kann ich das morgen umsetzen. Und das natürlich dann ist bei dir auch ein bisschen was anderes, weil du…
Katharina Mahrenholtz
Ja, aber das ist bei eat.READ.sleep. Nicht auch schon so ein bisschen so, ne? Das würde man ja jetzt auch nicht das komplette Konzept irgendwie plötzlich über den Haufen werfen, was ganz anderes machen, aber das ist schon so. Jede Idee, die ich habe, kann ich eigentlich auch ausprobieren. Manchmal funktioniert es nicht, aber man kann es einfach ausprobieren, weil das ist schon so ein bisschen mein… Bei uns sind jetzt keine strengen Redakteure, die uns da reinreden und sagen, … , sondern die vertrauen uns da auch schon. Wir sagen, das ist eine witzige Idee. Lass uns einfach eine Weltkarte hinstellen und mit verbundenen Augen mit einem Dartpfeil darauf zielen. Und aus dem Land, wo der Dartpfeil hintrifft, muss Jan ein Buch lesen. Dann, ja, okay, machen wir.
Helen
Ja, das finde ich richtig cool. Ich finde das Konzept einfach super kreativ. Also ich höre es echt super gerne.
Katharina Mahrenholtz
Schön.
Helen
Was mir noch voll gut gefallen hat, weil das, wie war das vorher gar nicht so ganz bewusst, aber du hast ja auch verschiedene Bücher geschrieben, also auch zu Literatur, aber vor allem mag ich sie super gerne – ich überlege gerade, ob ihr darüber gesprochen hattet, aber zu besonderen Wörtern, weil ich weiß noch, dass Melanie Raabe auf der Bühne jetzt zumindest erzählt hat, dass sie selber auch gerne so vielleicht vergessene Wörter verwendet. Aber ich kann nicht mehr daran erinnern, ob sie über meine Bücher gesprochen haben.
Katharina Mahrenholtz
Nein, ich spreche nie über meine Bücher. Also mein Standpunkt dazu ist, ich mag auch sehr gerne vergessenen Wörter. Das Buch, was ich darüber gemacht habe mit meiner Illustrationskollegin Dawn Parisi heißt »Luftikus & Tausendsassa«. Das sind ja auch schon zwei vergessenen Wörter. Ich beschäftige mich einfach sehr gerne mit Wörtern, mit Wörtern, wo die herkommen. Ich lese etymologische Lexika sehr, sehr gerne und finde ich toll. Also kann ich stundenlang drüber nachlesen und so rabbit holemäßig in so eine Ethymologie eintauchen von Wörtern. Das hat voll Spaß gemacht, das zu machen. Aber ich erwähne die Bücher, die ich geschrieben habe, in meinem NDR-Umfeld einfach gar nicht. Das ist wahrscheinlich ein bisschen übertrieben. Aber grundsätzlich gibt es da schon so Compliance-Geschichten, dass man nicht bei seinem öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber Werbung für seine Privatgeschriebenes macht – das ist für mich selbstverständlich. Deswegen kommt das eigentlich nie zur Sprache, aber ich habe Melanie das Buch geschickt hinterher und sie fand es sehr gut.
Helen
Ah, genau, weil ich wollte gerade sagen, das wäre doch eigentlich perfekt für sie.
Katharina Mahrenholtz
Ja, fand sie gut.
Helen
Richtig gut. Aber da hast du ja wirklich verschiedene Themen abgedeckt. Schreibst du auch nach wie vor? Also oder immer wenn ihr irgendwie noch mal eine neue Idee kommt?
Katharina Mahrenholtz
Nee, jetzt tatsächlich schon lange nicht mehr. Wir haben da drei Bücher zu dieser Art, Duden-Verlag gemacht, die haben auch alle echt Spaß gemacht. Und davor, also da hatten wir wirklich regelmäßig über viele Jahre immer mal was gemacht. Also das Literatur, was du meinst, Literatur, was wir bei Hoffmann und Campe beziehungsweise bei Atlantik gemacht haben, das war tatsächlich meine Idee, weil ich, das ist ja auch schon echt lange her, weil ich immer dachte, es gibt so viele Theaterführer. Aber es gibt keinen Romanführer, wo man mal zusammengefasst. Es gibt natürlich so immer so der Kanon, der wichtigsten Romane. Aber also wenn du da schon die Beschreibung anfängst zu lesen und nach drei Sätzen merkst du schon, du verstehst aber gar nicht von der Beschreibung, weil die meistens versuchen so viel Informationen, so wenig Sätze zu packen. Das hat mich immer total genervt. Man kann ja auch im Interesse für klassische oder für ältere Literatur wecken bei Leuten, einfach nur indem man ein bisschen was über die Autoren erzählt, mal von der Handlung mal irgendwie was rausholt, was vielleicht interessant ist und nicht irgendwie so chronologisch alles nacherzählt und das vielleicht auch mal ein bisschen in normalem Deutsch erzählt und so Funfacts dazu parkt, Also ich glaube, dass viele Schülerinnen und Schüler wesentlich interessierter werden an Hemingways Bücher. Und wenn man denen mal sagen würde, was für ein krasses Leben hatte. Und das war so ein bisschen die Idee. Und dann haben wir das Konzept selber gemacht und an verschiedene Verlage geschickt. Und wir haben es dann mit Hoffmann und Campe zusammen gemacht. Und bei diesen Wörterbüchern, ich glaube, das war tatsächlich die Idee vom Verlag, die uns gefragt haben, ob wir das machen würden. Und das haben wir dann gerne gemacht. Zu der Reihe gehören noch eingewanderte Wörter – also Fremdwörter im Deutschen und wo die eigentlich herkommen – und Sprichwörter und Redensarten. Alles Themen, die ich wirklich total interessant finde. Wir wollten vor längerer Zeit eigentlich ein literarisches Kochbuch machen, bevor der Podcast das war, was er heute ist. Und dann hat dann war bei Corona, da hatte irgendwie niemand mehr Zeit oder irgendwas und jetzt hat halt meine Dawn Parisi, die die Illustration macht. Die hat jetzt so viele andere Projekte und das schaffen jetzt einfach nicht mehr und ich habe in der letzten Zeit auch immer mehr Arbeit – da habe ich im Moment keine Zeit, abends noch ein Buch zu schreiben.
Helen
Ja, aber so grundsätzlich also nur wenn noch mal eine Idee käme.
Katharina Mahrenholtz
Ja, grundsätzlich ist es toll, weil auch das, ich mag immer gerne, wenn man verschiedene Sachen macht. Und das ist einfach nochmal eine ganz andere Art von Arbeit, dass man mit anderen Leuten zu tun hat und andere Workflows kennenlernt, das fand ich total spannend. So ein Einblick auch in so Verlagsarbeit. Also ich könnte keinen Roman schreiben. Also ich trage keinen Roman in mir. Dazu hätte ich glaube ich gar nicht die Geduld. Bei diesen Sachbüchern war es ganz schön, dass man wirklich, ich konnte mich einen Abend hinsetzen und einen Kapitel, also ein kleines Kapitel oder eine Doppelseite oder sowas schreiben zu einem Thema. Und am nächsten dann das nächste und ich musste mich nicht erst in so ein Flow begeben, was bei drei Kindern, die um einen herumtanzen, ein bisschen schwierig ist.
Helen
Ja, das glaube ich.
Katharina Mahrenholtz
Es ist so, dass es so ein bisschen ein Einblick in aktuelle oder zukünftige Projekte gibt.
Helen
Also gibt es irgendwas, worauf ihr uns in nächster Zeit freuen könnt? Kommt da was?
Katharina Mahrenholtz
Ja, das könnten wir jetzt auch. Wir haben immer mal wieder darüber nachgedacht, aber wir hatten keine Zeit, das weiter auszuführen. Daniel hat neulich mal eine literarische Schnitzeljagd ausprobiert in Hamburg. Das fanden wir eigentlich auch echt ganz cool. Da haben 30 Leute oder so spontan an einem Ostersamstag mitgemacht. Und das ist eigentlich toll, das würden wir gerne machen, aber es ist natürlich sehr aufwendig, um das auch dann für andere Städte zu machen. Da denken wir aber so ein bisschen drüber nach. Und dann haben wir jetzt demnächst unsere große Sommertour, in Stralsund, Dresden, Ingolstadt, Freiburg, Weinheim, Münster, also für mich immer quer durch Deutschland und jeden Abend eine Live-Session machen. Und dann, wenn wir damit fertig sind, dann überlegen wir auch so mal, vielleicht noch mal ein paar neue Sachen. Wir machen jetzt allerdings, also tatsächlich, wir haben für ein Sommerprogramm überlegt, ob wir eine Sommerpause machen. Das machen ja eigentlich fast alle Podcasts. Haben wir uns aber dagegen entschieden, weil die Leute ja im Sommer sehr viel Lese Stoff brauchen und da wollten wir natürlich nicht hängen lassen. Und da wird es halt, da wird es so Schwerpunkt folgen geben. Wir machen ja schon manchmal so Krimi Specials, haben wir schon öfter gemacht. Und da haben wir jetzt noch so zwei andere Themen überlegt als Schwerpunkt.
Helen
Also das klingt auf jeden Fall spannend. Euch wird es ja auch definitiv nicht langweilig.
Katharina Mahrenholtz
Nee, uns würde nicht langweilig und euch hoffentlich auch nicht. Auf gar keinen Fall.
Helen
Ja und ich meine das coole ist ja auch, kommen immer wieder neue Bücher, immer wieder neue Gesprächsstoff. Also die Themen gehen ja auch nicht aus.
Katharina Mahrenholtz
Nee, die Themen gehen nicht aus und auch gerade durch die Bücher kommen ja dann auch immer wieder neue Ideen. Also was man auch nochmal so was anderes machen kann. Das ist jetzt nicht Teil des Sommerprogramms, aber die erste Folge unserer Sommertour, die wir in Stralsund aufzeichnen, im Ozeaneum, im Saal der Walriesen. Da freue ich mich schon sehr. Da hängen halt über einem so riesige Walskelette. Und die wird einen Tag vor dem Tag der Meere veröffentlicht. Das ist dann auch ein Meeresschwerpunkt. Und was man da schon wieder alles machen kann. Also ich habe mir schon interessante O-Töne bereitgelegt, die ich einspielen werde. Und da fällt einem einfach so was so viel ein, was noch so nicht so 100 Prozent Bücher, vielleicht noch ein bisschen abseitig. Ich habe zum Beispiel so ein, das ist eigentlich ein Kinder oder ja, für Kinder, so für ein bisschen ältere Kinder, so einen Seekartenatlas, den man mal vorstellen könnte. Oder demnächst kommt die neue Staffel von Bridgerton bei Netflix. Da überlege ich auch schon mit Daniel, was wir da noch mal machen können. Ich meine, die Bücher, es gibt ein Bridgerton-Kochbuch zum Beispiel. Also jetzt nicht der Knaller, aber ich sehe dann halt etwas, oder ein Puzzle, habe ich ein Bridgerton-Puzzle, dann sehe ich das Puzzle und denke, so cool, wie kann man das irgendwie nochmal verknüpfen? Irgendwas, was dann doch mit Büchern ist und dass so ein Buch so ein Einstieg in so eine große Welt bietet. Und das ist ja auch toll, dass ein Buch, was jetzt kein literarisches Highlight ist, das Bridgerton-Buch, dann muss man ja, muss man ja auch nicht verschweigen, dass dadurch so eine wahnsinnig erfolgreiche Serie dann am Ende doch aufgrund dieser Bücher entsteht. Das ist doch toll. Und es gibt wahrscheinlich einen Teil der Zuschauer*innen, die dann das Buch auch noch mal in die Hand nehmen. Total. Die der Enthalgon ist nicht unbedingt gewesen. Absolut. Das finde ich total cool. Das passiert ja auch bei vielen Serien für Teenies. Zum Beispiel »Der Sommer, als ich schön wurde«. Das ist so ein, glaube ich, bei Amazon Prime. Das ist eigentlich eine Jugendbuch-Trilogie. Die Bücher sind älter als die Serie, die vorletzten Sommer rauskam. Und da sind die Bücher dann auch nochmal aufgelegt worden, dann natürlich dann mit dem Seriendarstellern, auf dem Cover und so, so dass man es auch sofort wieder erkannt. Und ich weiß, dass vor allem viele junge Mädchen dann diese Bücher gekauft haben. Die erst durch die Serie darauf aufmerksam geworden sind und dann tatsächlich auch sagen, so hey, die Serie ist jetzt zu Ende Mist, ich würde gerne mehr Teile haben, habe ich nicht, also lese ich jetzt einfach mal die Bücher. Und dieses Gefühl dann noch zu verlängern, das ist doch super.
Helen
Ja, total klasse. Aber ich merke auch einfach, dass du sagst, dass Bücher so eine Welt irgendwie eröffnen. Und auch so, ich finde man merkt so, dass du, also das ist für Ich finde dich ja auch so ein kreatives Outlet. Dann überlegst du dir, was man daraus machen kann. Und so geht es mir eigentlich auch mal mit Mädels, die lesen.. Ich stehe dann unter der Dusche und denke so, oh mein Gott, wir malen manchmal die Cover der Bücher, wir müssen das unbedingt als digitale Ausstellung auf der Website machen oder so. Ich will eigentlich alles irgendwie nutzen oder in etwas umwandeln. Ich finde das richtig, richtig spannend. Also ich fand es einfach total schön, mal ein bisschen mit dir in die Welt der Bücher einzutauchen. Deswegen vielen Dank, dass du dir trotz Podcast-Marathon jetzt noch die Zeit dafür genommen hast. Ich würde sagen, wir trinken unseren Rotwein an der Alster zu Ende und verabschieden uns an dieser Stelle. Aber vielen Dank für deine Zeit.
Katharina Mahrenholtz
Sehr gerne!




