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Podcast · Folge 81
Die Magie des Alltäglichen
Melanie Raabe über »Der längste Schlaf«, den Abschied vom Thriller-Label – und warum man ihre Bücher mit einem guten Gefühl zuklappen soll
Vier Tage vor Erscheinen von »Der längste Schlaf« aufgenommen, veröffentlicht kurz danach: Melanie Raabe war zum zweiten Mal im Podcast, diesmal zu ihrem neuen Buch. Es geht um eine Schlafforscherin, die Angst vor ihren eigenen Träumen hat – und um eine Entscheidung, die man dem Cover ansieht: Auf dem Buch steht jetzt Roman, nicht Thriller. Warum das kein Marketingdetail ist, erklärt sie in dieser Folge ziemlich klar.
Melanie Raabe
Bestsellerautorin aus Köln
Melanie Raabe wurde 1981 in Jena geboren, wuchs im Bergischen Land auf und studierte in Bochum Medien- und Literaturwissenschaft. Nach dem Studium arbeitete sie tagsüber als Journalistin und schrieb nachts heimlich Bücher – bis 2015 »Die Falle« erschien. Es folgten »Die Wahrheit«, »Der Schatten«, »Die Wälder«, die Sachbücher »Kreativität« und »Melanie Raabe über Lady Gaga« sowie »Die Kunst des Verschwindens«. Ihre Romane erscheinen in über zwanzig Ländern; »Der Schatten« wurde als ZDFneo-Serie verfilmt. Sie lebt seit rund zwanzig Jahren in Köln, ist Lesebotschafterin der Stiftung Lesen und Mauersegler-Botschafterin des NABU.
Ein Garten, ein Herrenhaus und ein Kaffee ohne Koffein
Das Setting, das sie sich für das Gespräch aussucht, ist ein großer Garten im Spätsommer: Wiese, Blumen, Hummeln, Schmetterlinge, alte Bäume. Erst ganz am Ende der Folge löst sie auf, dass es der Garten hinter dem Herrenhaus aus dem Buch ist.
Das Getränk ist ein Käffchen – für sie ohne Koffein. Der Grund ist eine Berufskrankheit besonderer Art: Sie hat eine Hauptfigur geschrieben, die wahnsinnig viel Kaffee trinkt, und hat das bei sich selbst abgeguckt. Jetzt reduziert sie.
Worum es geht
Mara ist Schlafforscherin, Deutsche, lebt in London – und schläft selbst schlecht. Der Grund sind nicht nur Albträume: Ihre Träume schwappen in die Wirklichkeit. Sie träumt manchmal, dass jemand stirbt, und dann stirbt jemand. Das geht ihr seit ihrer Kindheit so.
Dann kommt ein Brief aus Deutschland, dem Land, zu dem sie alle Brücken abgebrochen hat: Ein Mann, den sie nicht kennt, möchte ihr ein sehr altes, sehr schönes Herrenhaus in der Provinz vermachen und will keinen Kontakt. Sie hält es für einen Scam – wer schenkt einer Fremden ein Haus? Es ist keiner. Sie fährt hin. Und stellt fest: Diesen Ort hat sie schon in ihren Träumen gesehen.
Gruselt sie sich beim Schreiben selbst?
Helens erste inhaltliche Frage, und die Antwort ist ein ehrliches »ein bisschen von beidem«. Bei fremden Büchern grusele sie sich extrem schnell – mag das aber. Was sie nicht mag: blutig, richtiger Horror. Was sie mag: sanften Schauer. Schon als Kind las sie Mary Shelleys »Frankenstein« und Bram Stokers »Dracula«.
Beim eigenen Schreiben ist ihr meistens bewusst, dass sie schreibt. Aber es gab Momente im Flow, in denen sie ein Geräusch von der Heizung hörte und hochschreckte – gleich kommt jemand um die Ecke.
Warum jetzt Roman drauf steht, nicht Thriller
Das ist der Abschnitt, in dem die Folge am deutlichsten wird. Der Wechsel des Genre-Labels ist für sie kein Zufall und kein Verlagsentscheid, sondern ein Anliegen, das ihr selbst erst spät klar wurde.
Ich wollte und will immer spannend schreiben. Ich mag Bücher, die man nicht aus der Hand legen kann. Ich finde aber, dass dafür niemand umgebracht, grausamer, vielleicht sogar noch sexualisierter Gewalt ausgesetzt werden muss.Melanie Raabe
Ihre Beobachtung: Das Thriller-Label schadet ihr bei genau den Leser*innen, die ihr am meisten am Herzen liegen – weil die sind wie sie. Wer »Thriller« auf einem Cover liest, erwartet einen Serienkiller. Sowas hat sie nie geschrieben. Vier unblutige Thriller, sagt sie, dann »Die Kunst des Verschwindens«, jetzt dieses Buch.
Der Vorteil des neuen Labels ist Freiheit: Roman auf dem Cover verbietet ihr niemand, ein spannendes Buch abzuliefern – aber sie ist frei von jeder Konvention, die am Thriller hängt. Helen erinnert daran, dass sie in der Folge im Jahr davor schon gesagt hatten, sie bräuchte eigentlich ein eigenes Genre.
Das Versprechen an ihre Leser*innen
Was den Genre-Wechsel trägt, ist etwas anderes: eine Art Abmachung, die sie mit ihren Leser*innen hat.
Mir ist total wichtig, dass es spannend ist – aber dass man am Ende meine Bücher immer mit einem guten Gefühl zuklappt.Melanie Raabe
Nichts total Traumatisches, nichts, was man nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Je mehr ihre Leser*innen von ihr gelesen haben, sagt sie, desto mehr trauen sie sich mit ihr durch etwas kurz Gruseliges hindurch – weil sie wissen, dass nichts passiert, was sie schrottet. Ihr Ziel ist ein schmaler Grat: Page-Turner, ja, aber mit viel Helligkeit, viel Freundlichkeit und vielleicht einer winzigen Prise Humor.
Helen bestätigt das aus Leserinnensicht: Es gebe gruselige Stellen, aber sie halten nicht ewig an, und rückblickend fühle sich die ganze Geschichte gut an – anders als bei einem klassischen Thriller.
Der TED Talk, der es nicht ins Buch geschafft hat
Mara hält im Buch einen TED Talk. Das ist kein Zufall: Melanie Raabe hat während der Pandemie selbst einen TEDx Talk in Köln-Ehrenfeld gehalten, damals über Kreativität – dass jede und jeder von uns kreativ ist. Sie war sehr aufgeregt, anders als ihre Hauptfigur.
Die Pointe kommt im Nebensatz: Sie hat Maras TED Talk komplett ausgeschrieben. Er steht nicht im Buch, weil es zu lang wurde – ein Kill-your-darlings-Moment. Auf Helens Vorschlag hin überlegt sie im Gespräch, ihn als Bonusmaterial auf ihre Seite zu stellen.
Ihr eigener Lieblings-Talk ist »The power of introverts« von Susan Cain – für sie lebensverändernd, weil sie sich darin wiedererkannt hat.
Was das Gehirn nachts macht
Sie hat für das Buch viel zu Neurobiologie und Psychologie gelesen, und die Schwierigkeit war nicht, genug zu wissen, sondern sich wieder davon zu trennen: Nichts sollte sich wie ein Infoblock anfühlen, alles in Maras Gedanken und in die Geschichte eingebaut sein.
Das Gehirn ist einfach die komplexeste bekannte Struktur in diesem Universum.Melanie Raabe
Am meisten fasziniert sie die schiere Tatsache, dass wir schlafen: Regeneration, Reparatur, und das Traumerleben, das die Funktion hat, uns nächtlich zu therapieren, damit wir am nächsten Tag besser klarkommen. Und für all das müssen wir nichts tun.
Genau da kommt der Satz her, mit dem die Folge eröffnet – und der Grund für ihren Titel:
Damit man sich darüber auch noch mal bewusst wird, wie irre es ist, am Leben zu sein.Melanie Raabe
Easter Eggs, Käfer und Emojis
Helen war der schillernde Käfer aufgefallen, den es so in Wirklichkeit nicht gibt. Er ist im Buch ein verbindendes Element zwischen den Hauptfiguren – und praktischerweise gibt es ein sehr ähnliches Emoji, mit dem sie zum Buch posten kann. Bei »Die Kunst des Verschwindens« waren es Wal-Emojis, wegen eines großen Kapitels über gestrandete Wale.
Die eigentlichen Easter Eggs sind subtiler und laufen quer durch ihre Bücher. In »Die Kunst des Verschwindens« liegt im Koffer ein Buch von Linda Conrads – der Bestsellerautorin aus »Die Falle«. Und in »Der längste Schlaf« hört Mara beim Autofahren einen Podcast, moderiert von Nora Richter: der Journalistin aus »Der Schatten« von 2018, die damals noch für Print schrieb. Ein Blink-and-you-miss-it-Moment, sagt sie, und genau so soll es sein – sie will nicht, dass es cheesy wird.
Woher die Idee kam
Zwei Stränge, die sich zusammengefunden haben. Der eine: Sie wollte immer mal etwas über Schlaf und Träume machen, Träume kommen in allen ihren Büchern vor, und sie hatte ein Sachbuch eines Schlafforschers gelesen. Der andere: ein Bild, das ihr zugeflogen war – jemand bekommt von einer fremden Person ein sehr großes Geschenk, no strings attached.
Warum und wieso wusste sie zunächst nicht, sie fand es einfach interessant. Als sie beides zusammenlegte, passte es. Und ja, sagt sie, vielleicht ist es auch Wunscherfüllung – wobei sie wahrscheinlich genau so große Probleme hätte, ein Haus anzunehmen, wie ihre Hauptfigur.
Wo sie geschrieben hat
Drei Orte, drei Geschichten. Zehn Tage hat sie sich in ein Lesehotel in Österreich in der Nähe von Hallstatt eingeschlossen – ein Haus auf einem Hügel mit Blick ins Tal, in dem die Zimmer und Suiten nach Verlagen benannt sind und es überall leise Orte zum Lesen gibt. Ihr Tagesablauf dort: morgens viel essen, den ganzen Tag schreiben, Mittagessen skippen, abends essen, noch ein bisschen schreiben, lesen, schlafen. Sie empfiehlt es der Community ausdrücklich, ohne jede Verbindung zum Haus.
Anfang des Jahres war sie drei Monate mit einem Schreibstipendium in Venedig – da war »Der längste Schlaf« allerdings schon fertig, sie las dort die letzten Bogenkorrekturen und schrieb an anderem.
Und dann ist da noch der Ort im Buch. Ursprünglich sollte Mara in New York leben, an der NYU; Melanie Raabe war dafür extra dort und hatte recherchiert. Als sie die Figur besser kennenlernte, merkte sie: falsche Stadt. Sie hat die gesamte Recherche weggelegt und gefragt, wo Mara hinginge – nicht sie selbst. Die Antwort kam schnell: London, im Spätsommer. Danach kamen Ideen, die ihr sonst nicht gekommen wären.
Rosenkohl, Björk und ein Traum, der immer wiederkommt
Zum Abschluss drei kleine Dinge. Der Traum, den Melanie Raabe zuletzt hatte, ist einer, den sie häufig hat: Sie will irgendwo hin und kommt nicht an. Die Bahn fährt weg, hinter der Tür ist nicht, was dahinter sein sollte. Im Urlaub hat sie ihn nie. Sie und Helen einigen sich darauf, dass beide oft denken, wie andere Erwachsene das eigentlich schaffen, ihr Leben zu organisieren.
Der Rosenkohl steht im allerersten Satz des Buchs: Mara mag keinen. Melanie Raabe mochte jahrelang auch keinen und mag ihn heute – ein Wandel, den sie beachtlich findet. Solche Momente nennt sie Björk-Momente, nach der Sängerin, die sie als Teenager nicht verstand und irgendwann plötzlich großartig fand. Helens Idee, dass Mara in fünf Büchern irgendwo zum Essen eingeladen wird und dort Rosenkohl probiert, notiert sie sich als Easter Egg für die Zukunft.
Und für alle, die ein Exemplar mit Widmung möchten: Der Buchladen Neusser Straße in Köln-Nippes, ihre Buchhandlung um die Ecke, bietet einen Signierservice an. Man kann beim Bestellen die Wunschwidmung in ein Formular eintragen, sie geht dort vorbei und schreibt sie hinein.
Die Bücher aus dem Gespräch
Sieben Titel, die in der Folge vorkommen – fünf von ihr selbst, zwei von anderen.
Der längste Schlaf
Melanie Raabe
Das Buch, um das sich die Folge dreht: Mara ist Schlafforscherin in London und schläft selbst schlecht – weil ihre Träume die unangenehme Eigenschaft haben, wahr zu werden. Dann erbt sie ein Herrenhaus von einem Fremden. Wir haben es hier besprochen.
Die Kunst des Verschwindens
Melanie Raabe
Der Vorgänger – und das Buch, das wir gemeinsam in der Leserunde gelesen haben. Melanie Raabe erzählt hier von den Wal-Emojis, mit denen sie es damals begleitet hat. Unsere Besprechung steht hier.
Der Schatten
Melanie Raabe
Aus diesem Thriller stammt das Easter Egg in »Der längste Schlaf«: Nora Richter, 2018 noch Printjournalistin, macht heute einen Podcast. Der Roman wurde als ZDFneo-Serie verfilmt.
Die Falle
Melanie Raabe
Ihr Debüt und der Ursprung eines anderen Easter Eggs: Linda Conrads, die Bestsellerautorin aus diesem Buch, taucht in »Die Kunst des Verschwindens« als Buch im Koffer wieder auf.
Kreativität
Melanie Raabe
Das Sachbuch hinter ihrem TEDx Talk in Köln-Ehrenfeld: dass jede und jeder von uns kreativ ist und wir uns von den großen Genies nicht einschüchtern lassen sollten.
Still
Susan Cain
Das Buch zu ihrem Lieblings-TED-Talk »The power of introverts«. Sie sagt, der Talk sei für sie lebensverändernd gewesen – weil introvertiert sein nicht heißt, schüchtern zu sein.
Meine wundervolle Buchhandlung
Petra Hartlieb
Petra Hartlieb hat sie zufällig in Venedig getroffen – und ihr von der Kinderlesung erzählt, zu der die Kinder im Pyjama kommen durften. Daher die Pyjama-Party-Idee in dieser Folge.
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59 Minuten über Schlafforschung, Genre-Labels und Easter Eggs – und darüber, warum Spannung ohne Grausamkeit auskommt.
Die ganze Folge hören
Häufige Fragen
Worum geht es in »Der längste Schlaf«?
Um Mara, eine deutsche Schlafforscherin in London, die selbst schlecht schläft – weil ihre Träume manchmal wahr werden. Als ein Fremder ihr ein altes Herrenhaus in der deutschen Provinz vermachen will, fährt sie hin und erkennt den Ort: Sie hat ihn schon geträumt. Erschienen ist der Roman am 18. September 2024.
Warum steht auf dem Buch Roman und nicht Thriller?
Weil Melanie Raabe spannend schreiben will, ohne dass dafür jemand umgebracht, entführt oder Gewalt ausgesetzt werden muss. Das Thriller-Label wecke Erwartungen, die nicht zu ihren Büchern passen, und schrecke gerade die Leser*innen ab, die ihr am meisten am Herzen liegen. Roman gibt ihr mehr Freiheit – spannend schreiben darf sie trotzdem.
Ist das Buch gruselig?
Es hat gruselige Stellen, aber keinen Horror und nichts Blutiges. Melanie Raabe unterscheidet klar zwischen Grusel und Horror und sagt, ihre Bücher sollen am Ende immer mit einem guten Gefühl zugeklappt werden – nichts, was man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Helen bestätigt das aus Leserinnensicht.
Welche Easter Eggs stecken in dem Buch?
Mara hört beim Autofahren einen Podcast, moderiert von Nora Richter – der Journalistin aus »Der Schatten« (2018), die damals noch für Print schrieb. In »Die Kunst des Verschwindens« gab es ein vergleichbares Detail: ein Buch von Linda Conrads, der Bestsellerautorin aus »Die Falle«. Dazu kommt der schillernde Käfer, den es in Wirklichkeit nicht gibt.
Woher kam die Idee zum Buch?
Aus zwei Strängen: dem Thema Schlaf und Träume, mit dem sie sich länger befasst und zu dem sie ein Sachbuch eines Schlafforschers gelesen hatte – und einer Idee, die ihr zugeflogen war: dass jemand von einer fremden Person ein sehr großes Geschenk bekommt, ohne Gegenleistung. Beides passte irgendwann zusammen.
Warum spielt das Buch in London und nicht in New York?
Ursprünglich sollte Mara in New York leben, Melanie Raabe hatte dafür schon recherchiert. Als sie die Figur besser kennenlernte, merkte sie, dass die Atmosphäre nicht passt – sie selbst würde nach New York gehen, Mara nicht. Sie legte die Recherche weg, und die Antwort war schnell London im Spätsommer.
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Die ganze Folge zum Nachlesen
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Helen
Herzlich willkommen Melanie. Ich freue mich sehr, heute mit dir über dein neues Buch »Der längste Schlaf« zu sprechen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?
Melanie Raabe
Okay, also erstes, ich freue mich auch. Vielen Dank für die schöne Einladung, liebe Helen. Und wir sind in einem schönen Garten mit einer riesigen Wiese, Mit vielen Blumen. Es ist spät Sommer, die Sonne scheint noch ganz anders als heute an dem Tag, an dem wir aufnehmen. Gibt Hummeln und Bienen, die von Blüte zu Blüte schweben und Schmetterlinge. Und uralte Bäume, und es ist einfach wunderschön. Und wir haben uns ein Käffchen mit rausgenommen. Allerdings ist in dem Käffchen für mich kein Koffein. Ich habe eine Hauptfigur geschrieben, die wahnsinnig viel Kaffee trinkt. habe ich bei mir abgeguckt und ich versuche gerade das ein bisschen zu reduzieren. Deswegen wie so eine alte Oma versuche ich ab und zu, zumindest nachmittags die Köpfe zu trinken. Und das wäre jetzt gerade auf jeden Fall wieder eine gute Sache. kein Koffein in mich reinzuschütten, noch mehr, sondern jetzt einen guten, entkoffeinierten Kaffee zu trinken.
Helen
Das finde ich voll spannend, weil das trinke ich zum Beispiel irgendwie nie, weil ich dann irgendwie eher denke, dann trinke ich gar kein Kaffee, aber ich habe auch bei der Protagonistin ganz aufgedacht. Das klingt auch gar nicht gesund. Und leiser habe ich in den Stories gesehen, dass du auf Kaffeeentzug bist. Und dachte, okay, es ist spannend irgendwie. Aber finde ich gut, lass uns damit anschließen, wenn das Setting klingt traumhaft. Erinnert mich ein bisschen vielleicht auch ans Buch an den Garten von dem Haus.
Melanie Raabe
Könnte sein, dass wir uns da befinden.
Helen
Ja, lass uns anstoßen. Ich habe mir so viele Fragen notiert beim Schreiben. Ich habe auch noch Zusatzfragen eingesammelt. Ich habe eben auch gedacht, weil ich ganz hoffe, dass wir das alles schaffen. Aber ich dachte, zwei, für nehme ich ein paar Fragen noch mit in die Lesung, die wir am ersten Oktober dann haben. Aber ich finde, da gibt es so viel, worüber man sprechen kann. Ich fand es extrem spannend. Ich bin total glücklich, auch, dass ich es vorab lesen durfte. Es kommt jetzt am 18. September raus. Also, wenn die Folge veröffentlicht ist, ist auch das Buch schon veröffentlicht. »Der längste Schlaf« ist zwar auch wieder ein Roman, das habe ich irgendwie auch erst am Ende, dann so als ich das dann wieder so zugeklebt habe, vielleicht ist es ja okay, ist ein Roman, aber es ist auch wieder sehr, sehr spannend und ich muss zugeben, ich habe mich schon zwischendurch auch ein bisschen gegruselt. Ich weiß nicht, ob es war wahrscheinlich beabtechtlich, ich habe mich manchmal gefragt, gruselst du dich dann auch, wenn du dich so in die Geschichte rein denkst? Oder weil du weißt, wie es weitergeht, gruselst du dich nicht.
Melanie Raabe
Ein bisschen von Beidem tatsächlich. Also ich grusel mich bei Büchern, die ich selber lese, wo ich natürlich nicht weiß, wie es weitergeht mehr. Ich grusel mich auch extrem schnell. Mag das aber tatsächlich ganz gerne. Also was ich nicht so gerne mag und nicht so gut abkann, ist irgendwie sehr blutig oder so richtige Horror. Das lese ich nicht. Das ist einfach nicht meins. aber so sanfter Schauer oder wirklich Grusel. Das ist ja ein riesen Unterschied, ob es Horror ist oder Grusel. Das mag ich total gerne. Ich mochte schon irgendwie so Mary Shelleys Frankenstein und den Original Dracula von Bram Stoker. Das mochte ich schon als Kind. Solche Schauergeschichten. Und so was lese ich gerne. Gruselte mich dann sehr. Und wenn ich selber schreibe, kommt es so ein bisschen drauf an. Also in vielen Stellen ist mir bewusst, dass ich schreibe und dann grusele ich mich nicht. Aber es gab auch schon Momente, in denen ich so vor mich hingeschrieben habe und so ein bisschen im Flow war und dann vergisst man ja, was so um einen herum ist. Und jetzt zum Beispiel bin ich gerade in so einem Co-working-Space im Keller. Deswegen Anmerkung klinge ich wahrscheinlich auch ein bisschen hallig, weil ich heute zu Hause weg musste wegen Baulärm und hab dann hier einen Umgezogen, der im Ziel leise ist und hab dann festgestellt, ihr haltest, passt ganz gut zu grusel wahrscheinlich, aber ist, falls der Sound nicht so Das liegt mir tausendmal in Schuldigungen dafür. Aber wenn ich hier zum Beispiel manchmal schreibe und mich so versenke und dann plötzlich irgendein komisches Geräusch höre von der Heizung oder irgendwas, dann schrecke ich manchmal auf dem Grusel, lebe ich wahnsinnig und denke, hier kommt gleich jemand um die Ecke und macht die Tür auf oder so.
Helen
Das kenne ich schon, dass ich manchmal so versenkt bin, dass ich irgendwie komplett vergesse, dass ich eine rationale Person bin und eigentlich nicht vor so vielen Dingen Angst haben muss und dann denkt, das wäre so unheimlich. Das kenne ich voll.
Melanie Raabe
Voll. Ich finde es witzig, weil so erklärt sich Mara ja auch alles mögliche.
Helen
Vielleicht gehen wir mal kurz darauf ein worum es geht. Also es ist eine Forscherin namens Mara, die im Mittelpunkt des Buchs steht, die in London lebt, aber aus Deutschland kommt und dann ein Brief aus Deutschland auch erhält. Und ich glaube, ich überlege gerade, Das kann man, glaube ich, schon verraten, was in dem Brief drinsteht. Wird das hier schon auf dem… Ich will auf keinen Fall Spoilern. Aber es geht da natürlich viel um das, was sie da aus Deutschland irgendwie hört. Jetzt bin ich gerade wirklich… Und sicher können wir das schon werden, ja?
Melanie Raabe
Soll ich jetzt mal pitchen, so wie ich es machen würde? Dann bin ich es schuld. Wenn ich zu viel plappere, bin ich es schuld. Dann bist du auf jeden Fall fein raus. Also, genau, Mara ist eine Wissenschaftlerin, genau wie du gesagt hast, sie lebt in London, ist eigentlich eine Deutsche und sie ist eine Schlafforscherin, die selber nicht gut schlafen kann. Und wir merken relativ schnell, dass sie Angst hat vor ihren Träumen. Und wir merken schnell, das liegt gar nicht nur so daran, dass sie schon mal Albträume hat, sondern ihre Träume scheinen so ein bisschen in die Wirklichkeit zu schwappen. Also sie scheint manchmal prophetische Träume zu haben. Und manchmal träumen sie sehr, sehr gruselige Sachen, zum Beispiel, dass jemand stirbt und dann passiert das tatsächlich. Das ist ja als Kind schon so gegangen und es macht ihr wahnsinniger Angst. Und ich glaube, wenn mir das so ging, würde ich auch wahnsinnig schlecht schlafen. Weil sie hat gute Gründe, nicht gut schlafen zu können. Und dann kommt sie genau diesen Brief aus Deutschland. Wohin sie eigentlich alle ihre Brücken abgebrochen hat. Sie ist fast gar nicht mehr da. Sie hat wirklich ihr Leben in London. Sie hat ja ihre Freundin und Freund und ihren Job und so. Und dann bekommt sie diesen Brief in dem steht, dass ihr jemand in der deutschen Provinz ein sehr schönes, sehr altes Herrenhaus vermachen möchte. Und sie findet das erstmal total seltsam, weil diese Person überhaupt nicht mit ihrem Kontakt treten möchte. Sie kennt diesen Mann nicht und denkt erstmal, das ist ein Scam. Das ist ja total equatrische, das kann ja nicht sein. Wer schenkt in einer fremden Haus und dann auch noch so eins. Aber sie merkt relativ schnell, dass es kein Scam ist. Und sie macht sich auf den Weg, sich dieses Haus nach allen möglichen Irrwirkungen anzugucken. Ich kann aber glaube ich erzählen, dass sie da früher später landet. Und dann merkt sie relativ schnell, es ist ein besonderer Ort und es ist ein besonderes Haus. Und sie merkt, ach krass, hier war ich zwar noch nie, aber es kommt mir alles so bekannt vor, denn ich habe diesen Ort schon mal in meinen Träumen gesehen. Und dann passieren Dinge, die sich dazu gehört. gehört. Aber so würde ich, wenn du mich irgendwie fragen würdest, hey, warum geht es in deinem neuen Buch? So würde ich dir erklären.
Helen
Ja, also ich finde natürlich das gerade auch so was dann in dem Haus unter passiert. Da war so zwischendurch, dass ich dachte, ich lebe es vielleicht lieber morgen tagsüber, aber ich finde eigentlich wie immer bei deinen Büchern das hält jetzt auch nicht ewig an. Das ist so ständig in dieser absoluten Anspannung, bin und dann die Ich denke, ich trau mich nicht um zu blättern.
Melanie Raabe
Ich finde, es geht eigentlich. Es sind immer so Momentaufnahmen. Ich finde, es lässt sich gut aushalten. Ich höre auch ganz oft … Das war, glaube ich, ein bisschen das Thema, weil »Die Kunst des Verschwindens«, was wir auch gemeinsam bei Mädels, die lesen. gelesen haben, dass manche ein bisschen Schiss davor hatten und vielleicht deine Thriller eher nicht in die Hand genommen hätten. Weil da aber Roman draufstand, haben sich das welche getraut. Ich glaube, das ist schon ähnlich. Es hat super Spannung, kannst du einfach mega gut. Und ein bisschen auch manchmal gruselig, aber ich glaube, man kann das schon aushalten, auch wenn man sich schon eher vielleicht mal gruselt, vielleicht für diejenigen, die da jetzt gerade unsicher sind. Ja.
Helen
Aber es war schon, manch war so, dass ich dachte, wenn ich an Maras Stelle wäre, ich war es nicht, wie jetzt mir da gegangen war, sondern in Maras wäre ich ungern gewesen. Ich war froh, dass ich nur Leserin war.
Melanie Raabe
Ja voll. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich bin ja selber ein wahnsinnig ängstlicher Typ und vielerlei Hinsicht. Also es ist leicht, mich zu gruseln oder mir in bestimmter Hinsicht Angst zu machen. Und ich finde es so schön, dass du sagst, dass man sich inzwischen ehrtraut, meine Bücher in die Hand zu nehmen, weil nicht mehr Thriller vorne drauf steht. Und weil Ich glaube, gerade die Leserinnen, die sich schnell gruseln, sind sehr wie ich. Mir ist total wichtig, dass es spannend ist. Aber dass man am Ende immer meine Bücher mit einem guten Gefühl zuklappt. Dass man da nicht durch irgendwas Total Traumatisches geht, dass man wieder los wird, dass man irgendwas aus dem Kopf kriegt. Ich finde es so schön, ich habe inzwischen ein paar Bücher gemacht, vier unblutige Thriller und »Die Kunst des Verschwindens« und jetzt dieses. Meine Leserinnen kennen mich immer besser und kommen immer neue dazu. Je mehr meine Leserinnen von mir wissen und von mir gelesen haben, desto mehr vertrauen die mir. Und trauen sich auch durch etwas, was kurz gruselig ist, mit mir durchzugehen, weil sie wissen, ich kann mir vertrauen, es wird niemals etwas passieren, was mich total schrottet und was ich nie wieder aus meinem Kopf krieg. Und das ist total schön. Das ist wie im Leben manchmal kurz gruselig ist oder wir durch eine Herausforderung durchgehen und vielleicht mal kurz Gänsehaut haben, aber wir kommen da gut durch am Ende. Und das ist mir total wichtig, weil ich selbst auch so eine Leserin bin, die bestimmte Dinge einfach nicht in ihrem Kopf haben will, die bestimmte Dinge auch einfach nicht unterhaltsam findet. Und ich versuche mich immer auf diesem schmaler Grat zu bewegen, dass es total page-turner ist. Also kann ich nie sagen, aber so plane ich sich will, dass es page-turner ist. Ist es? Dass man dran bleibt. So. Und dass man aber immer, dass immer viel Helligkeit ist und viel Freundlichkeit und vielleicht sogar eine winzige Prise Humor, um das man das am Ende immer befriedigt und mit einem guten Gefühl zu klappt. Das ist immer so mein Plan, wenn ich ein Buch schreibe. Ja.
Helen
Also das finde ich ist total gelungen. Ich hatte nämlich gestern mit Jenny, die den Podcast schneidet, darüber gesprochen, weil sie war letztes Jahr auch dabei, als wir der Schatten, diese, mit dem Seriencamp, hatten. Und da meinte sie, ja, ich fand es schon manchmal so ein bisschen großweig. Aber ja, ich meine, also hier auf jeden Fall auch. Und wir waren uns aber darin eigentlich, dass man am Ende, wenn man die gesamte Geschichte kennt, das ist dann sich irgendwie rückblickend auch gut anfühlt. Ich find's schwer zu beschreiben, wenn man die Story ankennt. Aber es fühlt sich dann… Also man geht wirklich dann auch mit einem guten Gefühl aus dem Buchen. Das hat man ja bei einem klassischen Thriller jetzt vielleicht eher nicht so. Deswegen Entwarnung für alle, die sich deswegen vielleicht Gedanken machen. Ich finde, wenn man sich durch diese paar gruseligen Stellen und vor allem, man wird es einfach auch wahrscheinlich in dem Moment ähnlich weglieden, dass man dann am Ende auch ein bisschen wie so dafür belohnt wird. macht dann alles Sinn und dann alles auch eigentlich nicht mehr so cool bin. Aber ich fand es irgendwie witzig, ich hatte im Vorfeld, als ich wusste, du hattest das Buch angekündigt und so, da hatte ich auch mal überlegt, es wäre so witzig, wenn man eine Art Pyjama, quasi bei uns ja, um Schlaf und Schlafwürdigkeit geht und dann vielleicht sogar in einem alten Herrenhaus, als ich das im Klappentext gesehen hatte, und als ich es dann gelegen habe, dachte ich nur… Ich glaube, dass sie vielleicht… Wenn man in diesem Setting ist, vielleicht dann doch zu viel…
Melanie Raabe
Ja voll, aber ich finde Pyjama-Party total cool. Ich habe tatsächlich… Das fände ich eigentlich richtig gut. Ich war Anfang des Jahres drei Monate in Venedig für so ein Schreibtipendium und habe da auch Petra Hartlieb getroffen. Ich weiß nicht, ob du sie kennst. Sie war zufällig auch gerade in Venedig. wie einer Buchhändlerin, die so eine ganz, ganz kultige Buchhandlung hatte, hat auch ein Buch darüber gemacht, »Meine wundervolle Buchhandlung«. Und sie schreibt halt auch Krimis. Und was heißt auch? Sie schreibt Krimis. Oder hat sie letztens ein Krimi geschrieben? Und sie hat erzählt, als ich gesagt habe, mein neues Buch dreht sich um eine Schlafforscherin, dass sie mal eine Kinderlesung gemacht hat. Und die Kinder durften im Pyjama in die Buchhandlung kommen. Und sie hat gesagt, wenn die Kinder das machen, wenn auch nur ein Kind ein Pyjama anhat, dann liest sie auch im Pyjama. Und es hat sie dann gemacht, das fand ich so bezaubernd, dass ich direkt dachte, ich müsste auch mal eine Pyjama-Party zu der längste schlaf machen, ohne Witz.
Helen
Okay, da sollten wir nochmal ein hinteres Mal machen, weil ich dachte, das wäre eigentlich voll witzig, ich wusste nur nicht so genau wo. Und ich habe zumindest innerlich so ein bisschen das Herrenhaus verworfen, weil ich dachte, ich könnte da vielleicht doch zu groß liegen. Ja, das könnte ich auch nicht im Herrenhaus machen. Aber es gibt ja auch so viele Veranstaltungen irgendwie, So nach Ladenschlüssel in der Buchhandlung oder so und da irgendwie gechillt in den Pyjama, kann ich mir total gut vorstellen.
Melanie Raabe
Oh, das hat man auch schon bei anderen. Einige Woche, die ich total…
Helen
Also ich muss ehrlich gesagt sagen, ich mag schon total gerne das Cover. Das können jetzt die Zuhörerinnen und Zähnen nicht sehen, aber wir verlinken das Buch ja sowieso auch in der Folgenbeschreibung. Ich finde das Cover super schön, habe auch direkt die Künstlerin ge-googelt. Und ich hab das irgendwie mit dem Roman dann wirklich auch erst mal so überlesen. Und so habe ich dann nachher gedacht, also willst du vielleicht auch so ein bisschen von dem Thriller-Genre weg? Weil ich meine, diese Bücher vor, die Kunst des Verschwindens hatten doch schon auch eine ähnliche Optik. Das war so wie so, man konnte das direkt wieder mit dir verbinden. Und jetzt sieht man schon sehr anders aus. Ist das vielleicht auch eine Richtung, die du jetzt so neu einschlägst? Oder passt du das einfach hier gut?
Melanie Raabe
Beide ist tatsächlich. Das Cover: Als der Verlag mit die Entwürfe geschickt hat, waren wir uns alle ziemlich einig, dass das ein ganz tolles Motiv ist für das, was ich erzähle, dass es auch gar nicht so gruselig ist, sondern was Zartes und Verträumtes hat. Ja, das Verträumte, das passt gut. Ja, genau. Und das mit dem Weg vom Thriller, mir ist es schon tatsächlich so ein bisschen anliegen. Das war schon immer so, aber ich bin mir erst relativ spät ein bisschen darüber klar geworden. Das klang auch gerade schon in dem Gespräch zwischen uns an. Ich wollte und will immer spannend schreiben. Ich mag Bücher, die man nicht aus der Hand legen kann. Ich finde aber, dass dafür niemand umgebracht, grausamer, vielleicht sogar noch sexualisierter Gewalt ausgesetzt werden muss. Ich finde, dass dafür niemand entführt werden muss. Ich finde, Bücher können auch auf ganz, ganz andere Art und Weise spannend sein. Und ich glaube, ich werde immer spannend schreiben, es ist einfach oder zumindest versuchen, das liegt mir irgendwie so im Blut. Aber ich hatte das Gefühl, dass das Thriller-Label mir bei manchen Leserinnen und gerade auch bei Leserinnen, die mir besonders am Herzen liegen, weil die genauso sind wie ich, nicht gut tut. Und dass viele, viele Leserinnen und vielleicht auch Leser, die total Freude haben könnten an eine Buch wie die Falle oder so, abgestreckt werden durch dieses Thriller-Label. Und deswegen finde ich es irgendwie ganz schön, dass jetzt Roman vorne drauf steht, weil auch wenn Roman vorne drauf steht, verbietet mir ja keiner, dass ich ein spannendes Buch abliefere. Aber wenn Thriller vorne drauf steht, dann gibt es so bestimmte Assoziationen und es gibt safe einen guten Prozentsatz an Leuten, die finden, dass da auf jeden Fall ein Serienkiller umgehen soll, damit es ein richtiger Thriller ist. Und so was habe ich nie geschrieben. Ich habe nie grausam oder brutale Bücher geschrieben und ich möchte einfach in einem Buch alles machen können. Ich möchte, dass ich das in jede Richtung entwickeln kann, dass das in jede Richtung überraschend sein kann, dass jedes Thema anpacken, da das mir gerade so ein Kopf rumschwirt und deswegen bittet mir das Label Roman einfach viel mehr Freiheit und schreckt, glaube ich, auch eine Leserschaft nicht ab, die ich gerne erreichen will, weil ich glaube, dass meine Bücher für die total was sein könnten. Deswegen kann ich gar nichts, was ich vorher schon gemacht habe, nicht mehr machen, aber ich bin frei von jeglicher Konvention, die vielleicht mir Thriller zu tun hat. Ich habe diese Konvention immer unterwandert, ehrlich gesagt, aber das wussten ja die Leute, die nur das Cover gesehen haben nicht. Deswegen habe Ich hab das Gefühl, dass es jetzt sehr gut zu mir passt.
Helen
Ja, das kann ich total nachvollziehen. Ich glaube, wir haben auch schon in der Folge letztes Jahr gesagt, dass du eigentlich wie so ein eigenes Genre brauchst. Ja, ja. Ich finde auch, es passt gut zusammen. Das Label, das Genre und der Inhalt fühlt sich stimmig an für mich. Das freut mich sehr. Schön. Und ich finde es auch irgendwie echt ein tolles Bild. Direkt am Anfang, ich habe mich da irgendwie so ein bisschen gefreut, die Schlafforscherin hält einen TED Talk und du hast ja auch einen TED Talk gehalten. Habe ich mich gefragt, hast du dich da selber inspiriert? Hast du vielleicht von deinen Erfahrungen auch so ein bisschen berichtet?
Melanie Raabe
Ein ganz kleines Bittchen. Ich bin vor allem davon inspiriert. Also ich habe mal einen kleinen TEDx Talk im Köln-Ehrenfeld gehalten, das war noch während der Pandemie und da hatte ich gerade ein Buch raus über Kreativität und deswegen habe ich darüber gesprochen, dass jede und jeder von uns kreativ ist und dass wir uns nicht davon stören lassen sollten, dass es so kreative Genies gibt und dass wir alle auf unsere eigene Art und Weise kreativ sind. Das war total schön, weil ich das Gefühl hatte, dass es beim Publikum gut funktioniert hat und weil ich mit vielen danach noch gesprochen habe und ihr erzählt haben auch, vielleicht hast du sogar recht, ich wollte eigentlich schon immer mal wieder irgendwie am Klavier sitzen oder so, vielleicht mache ich das jetzt mal. Das war total schön und hat sich dann für mich total gelohnt, weil ich vorher sehr, sehr, sehr aufgeregt war. Ja, ich war wirklich spannend. Anders als Mara. Ich war so aufgeregt und ist aber gut gelaufen, hat Spaß gemacht und bei Mara war ich auch sehr davon inspiriert von dieser klassischen TED Talk, wo irgendwie immer so total helle Leuchten irgendwie zu eingeladen werden, die dann total epochale Talks halten, die dann irgendwie paar Millionen mal geklickt werden. Und ich liebe TED Talks und habe früher TED Talks immer in der Mittagspause geguckt. Wenn ich irgendwie allein zu Hause saß im Homeoffice, mir irgendwie was hoffentlich halbwegs gesunde Zellenzen gemacht hatte, habe ich mich dann ganz oft vor YouTube gesetzt und in den TED Talk geguckt. Das hat mich immer sehr inspiriert. Ich habe mich inspiriert. Ich werde nie auf dieser großen Bühne einen TED Talk halten. Aber meine Hauptfigur schon. Das war ganz schön. Ich habe den auch komplett… Ja, who knows. Ich habe diesen TED Talk, der ist nicht mehr im Buch. Aber ich habe ihn komplett geschrieben. Ich habe ihn dann rausgekürzt. Aber ich habe diesen TED Talk geschrieben. Wie cool. Eigentlich sollte er drin sein, aber es wurde zu lang. … Kill your darlingstige, den dann rauszunehmen.
Helen
Aber wirklich, kannst du dir nicht mal irgendwie so … … als Agentin zum Buch, als Instapost … … oder irgendwie so was teilen?
Melanie Raabe
Eigentlich eine gute Idee, vielleicht nehme ich den … … als Bonusmaterial in meine Seite oder so. Eigentlich voll die gute … Ja, genau, macht er. Weil sowieso irgendwie ganz oft bekomme ich auch die Frage … … so was war, ich glaube, wie hatte Mariah Gefeisig … … wie das genannt, irgendwie so die stille Datei oder so. Also ich glaube irgendwie sowas so, obwohl quasi drin steht, was alles raus gestrichen wurde. Ich glaube, das war das.
Helen
Und so ein TED Talk, wenn du den sogar fertig geschrieben hast, ja super spannend. Musst du auf jeden Fall irgendwo noch verwenden. Ich fand es auf jeden Fall so wie so ein bisschen Full Circle Moment, weil ich auch gerade, als du davon gesprochen hast, also ich war da gar nicht involviert, aber meine Schwester war ja irgendwie mit so ein bisschen in diesem Orga-Team. Deswegen hatte ich das damals auch schon so mitbekommen. Und ich hab gerade gedacht, ob mich sogar das Oberthema etwas mit Märchen oder so zu tun hatte. Aber das weiß ich nicht mehr so genau. Es war irgendwas, glaube ich, auch so in die Richtung Traumartig oder so. Und ich dachte, ganz wie verrückt eigentlich. Das wusste ich nicht mehr. Ja, stimmt. War das nicht irgendwie so was? Ich krieg's nicht mehr zusammen.
Melanie Raabe
Ja, müsste ich nochmal nachschauen. Aber es… Das wäre ein Aufmerksamkeit. Das wäre total verrückt. Wir brauchen ein Wort für schön Creepy. Es wäre ein bisschen Creepy, aber auf eine gute Art. Ich weiß nicht, wie man das sagt.
Helen
Ich habe also auf jeden Fall gerade an so einen Full Circle Moment, die für das keine Ahnung, was das deutsche Equivalent ist. Aber ich habe halt tatsächlich, ich war letzte Woche auf dem Weg nach Hamburg und habe da auch auf einer Bühne gesprochen. Und es war für mich das erste, na ja, abgesehen von Seriencamp Letzten. Ja, aber sonst war es das erste Mal, dass ich einfach so geredet habe. Super. dann hatte ich ein Buch gehört, »Talk Like TED«. Und ich hatte, glaube ich, nicht vielleicht mit deinem Buch angefangen. Also auf jeden Fall kam ich aus Hamburg zurück, habe das angefangen, dachte es ist so verrückt. Also wie einem dann, dann hat man natürlich auch eine selektive Wahrnehmung, aber wie einem dann so Momente wiederkommen oder wieder begegnen. Und es ist vielleicht ein bisschen weitergefasst, aber das ist ja schon auch so ein bisschen das Thema, was im Buch aufgegriffen wird, dass dass man Dinge irgendwie begegnet und dass es alles vielleicht irgendwie zusammenhängt. Und ja, ich weiß, ich fand es auf jeden Fall irgendwie total witzig und vor allen Dingen, weil ich deinen Talk auch echt mochte. Ich wollte dich erst fragen, was dein liebster Talk ist, aber ich würde sagen, wir entscheiden uns einfach, dass Deiner der West ist und den verlinken wir mal in der Folgenbeschreibung, weil es wirklich spannend, was du auch einfach zum Thema Kreativität sagst.
Melanie Raabe
Dankeschön. Ich habe aber trotzdem einen super, super Lieblings-Talk. Ich will nicht hier verbrechen. Ich will natürlich auch jedenfalls wissen, wozu du gesprochen hast. Aber mein Lieblings-Talk, und es gibt viele Lieblings-Talks, und mein absoluter Lieblings-Talk ist der von Susan Cain. The power of introverts. Ich glaube in a world that can't stop talking oder so, wo es um introvertierte Menschen geht. Und daran habe ich mich sehr, sehr wiedererkannt. Und Und der war tatsächlich total lebensverändert für mich. Und dann gibt es ja auch dieses tolle Buch, dass sie dann, ich glaube, der nachgeschrieben hat, »Quiet« oder »Still«, auch deutsch über introvertierte Menschen und das Introvertiert sein nicht heißen muss, dass man schüchtern ist oder ein totales mauer Blümchen, sondern dass es irgendwie eine Superpower sein kann, weil man sich tief und eng still vor sich erarbeitet. Und das ist mein absoluter Lieblings-Talk. So. Aber sag mal, falls ich das fragen darf, worüber hast du gesprochen Hamburg interessiert mich natürlich.
Helen
Tatsächlich einfach quasi über meinen Gründungsweg. Also einfach ist gut, weil irgendwie waren das halt im Raum alles so Start-up-Grunder und das ist ja schon ein bisschen anders, was ich so gemacht habe, aber genau die wollten von Medizine leben und von meinem Gründungsweg hören. Deswegen hatte jetzt nicht so viel mit TED Talk zu tun, aber ich fand es irgendwie total spannend, die Tipps zu einfach, was man vielleicht auf …bühne erzählt und also wie man das so macht, … …dass man dadurch aus Mensch sein darf und dass man da nicht plötzlich … … sich in so ne, weiß ich nicht, Präsentationsroboter oder so verwandelt. Aber in dem Zusammenhang fand ich auch super hilfreich, … …den TED Talk, wo es irgendwie, war das Amy Cuddy? Ich weiß nicht, wo es um diese Powerpose ging. Und wie viel das auch im Kopf schon, das fand ich so spannend … …oder habe ich das vielleicht aus ihrem Buch dann, … …ich weiß nicht, wie viele Details aus dem TED Talk. Aber da ging es auch darum, dass selbst Menschen zum Beispiel im Rollstuhl, die vielleicht nicht diese Powerpose machen können, die sich die aber vorstellen können, dass das schon total viel bewirkt. Und auch da denke ich so, es ging ja, ich weiß nicht, also es ist glaube ich auch viel von diesen Neurowissenschaften und also auch in dein Buch eingeflossen. Also ich finde es gut, dass du dich ja auch vielleicht in die Richtung interessierst oder zumindest im Vorfeld ja auch dazu ein bisschen was gelesen hast. Und ich finde das schon faszinierend, was unser Gehirn auch alles kann und wie uns das beeinflussen kann. Ich fand es auch auf der Ebene mega spannend, in das Buch einzutauchen, weil es hat ja viel, wir erfahren ja auch viel von Maras Forschungsgebiet.
Melanie Raabe
Ja, total. Das war auch so ein schmaler Grat. Ich interessiere mich da total für Neurobiologie, Psychologie und all das. und habe natürlich super, super viel gelesen und dann ist man die Schwierigkeit, also die Schwierigkeit ist ja eher, sich von Dingen wieder zu trennen, die man weiß und gerne drin haben möchte, als irgendwie alles reinzuschreiben. Aber so ein paar Dinge habe ich ja schon mitgegeben. Ich habe versucht, mir allergrößte Mühe zu geben, dass man nicht irgendwie denkt, alles klar, jetzt kommt hier der Infoblock, den ich jetzt irgendwie durchlesen muss, sondern jetzt irgendwie so in ihr Leben zu integrieren und in die Gedanken meiner Hauptfigur zu integrieren und einfach in die Geschichte rein zu packen, da wo es gerade passt. Und es hat mir riesigen Spaß gemacht. Das Gehirn ist einfach so interessant. Es ist einfach die komplexeste bekannte Struktur in diesem Universum. Interessanter und und klüger als jeder Supercomputer bis heute. Und was das so alles kann von Informationen speichern, über Emotionen generieren, auf Schlaf ist ja so faszinierend. Also die schiere Tatsache, dass wir schlafen ist so irre. Was da alles passiert, dann Regeneration, an einer Partie, an nächtlicher Therapie. Traumerleben hat ja die Funktion, uns nächtlich zu therapieren, dass wir am nächsten Tag wieder besser klarkommen, mit dem was passiert ist und so. Und für all das müssen wir nichts machen. Es macht einfach unser Gehirn, während wir so halt bewusstlos in dem Bett liegen. Das finde ich so schön, in Bücher zu packen, diese Dinge, die für uns alle total, das Verständlichste, die wir oft gar nicht nachdenken, was auch meistens total okay ist, aber irgendwie mal das Wunder an all diesen Dingen irgendwie zu zeigen und in eine Geschichte zu packen, damit man sich darüber auch nochmal bewusst wird, wie irre es ist, am Leben zu sein, wie krass es ein Körper zu haben und eine Psyche und anderen Menschen zu begegnen und wie krass die Natur ist und all das. Das sind Dinge, die mir in meinem Kopf rumgehen und ich auch total gerne. Es ist auch immer eine Ebene meiner Bücher, dass das alles hier einfach super krass und ein Wunder ist.
Helen
Ja, voll. Ja, so ein bisschen die Magie dann auch im Alltag. Also ich finde, es hatte schon ja auch… Es hatte wie so ein bisschen magische Elemente. Ich überlege gerade, ob ich damit jetzt weiter abschrecke, aber es hat sich irgendwie magisch teilweise angefühlt, ohne dass es jetzt… Es ist keine Magie im Spiel, so, ne? Aber vielleicht wirklich diese Magie im Alltaglichen, das finde ich schon total durch.
Melanie Raabe
Das habe ich wahnsinnig gerne. Das habe ich auch schon in meinem letzten Buch so ein bisschen gemacht. In »Die Kunst des Verschwindens«. Da hatten wir das ja auch schon. Und bestimmte Dinge sind aber halt auch einfach irgendwie magisch, wenn man mal überlegt.
Helen
Ja, ich musste gerade auch dann denken, weil mir war direkt der Fuchs aufgefallen, als Parallel irgendwie zu wissen, ich konnte das verschwinden. Aber natürlich auf der Mauer segeln. Du hast ja glaube ich heute Abend auch deine NABU. nicht lesen wahrscheinlich.
Melanie Raabe
Ja, aber es ist schon so eine Veranstaltung, die ich zusammen ins glaube ich NABU Naturschutzbund, weil ich eine der Botschafterinnen vom NABU bin. Ich bin tatsächlich die offizielle Mauersegler Botschafterin, liebe Mauersegler. Und da machen wir heute Abend so eine Mischung aus Literatur und Infos und Spaß. Einfach ist bestimmt lustig. Ja, cool.
Helen
Was mir aber auch als Tier dann direkt auch gefallen ist, weil ich deine Stories ja auch geguckt habe, war dieser, ich weiß aber gar nicht, was das für ein Käfer war, aber irgendwie wurde glaube ich immer nur von einem gründlich blauen Käfer oder so. Ich dachte ich so, hast du den ausgebeldet, weil es den als Emoji gibt? Oder hast du dich einfach nachhin gefreut, dass du das Fernseher als Easter Egg einbauen kannst.
Melanie Raabe
Ja, ich freue mich so, dass dir das aufgefallen ist. Vielleicht hatte ich den Unterbewusst im Kopf, weil er ein Emoji ist. Das weiß ich nicht. Aber ich habe mir tatsächlich diesen Käfer als ein Verbindenselement im Buch rausgesucht. Es gibt ja eh wahnsinnig viele Tiere in diesem Buch. Also die Natur und Tiere spielen eine große Rolle und auch eine immer größere im Verlauf des Buches. Und dieser Käfer ist so ein verbindendes Element, der, meine, es gibt ja noch eine andere Hauptfigur, der diese beiden Hauptfiguren auf den verschiedenen Strecken, wird es wahrscheinlich sehr kompliziert, das genau zu erzählen, aber der die so ein bisschen verbindet. Und ich habe mir so einen schillernden, schönen Käfer vorgestellt. Ich wollte, dass der besonders aussieht. Ich wollte, dass es den auch unbedingt nicht in der Wirklichkeit gibt. Und es gibt ein sehr ähnliches Emoji. Und ich habe mich richtig gefroren, dass ich das gesehen habe, weil ich das natürlich immer schön verwende, wenn ich zu Buch poste, was natürlich ein großer Spaß ist. Ich weiß noch, dass ich bei den Kunden verschwindens für alle, die es gelesen haben, da habe ich erst überlegt, weil es da ein Reh gibt an einer sehr wichtigen Stelle, da habe ich erst mit so einem Hirsch-Emoji gespielt und dann ist mir eingefallen, dass es ja auch so tolle Wal-Emojis gibt. Und es gibt ja so ein großes Kapitel, in dem Ellen und Nico, meine Hauptfiguren, dabei helfen, gestrandete Wale zu retten und dann habe ich immer Wal-Emojis gemacht und ich glaube, Ich würde jetzt einfach immer Tiere einbauen, von denen es coole Emojis gibt.
Helen
Ich finde alleine schon, ich finde schon die Vorstellung cool, dass man einfach immer jetzt seine Stories verfolgt, um so ein bisschen diese Easter Eggs zu finden. Ja. Hat sie diesen Emoji vielleicht extra da platziert? Soll der mir etwas sagen? Ja, voll.
Melanie Raabe
Ich liebe übrigens eh Easter Eggs. Ich weiß nicht, wie du dazusteht. Ich versuche da immer sehr vorsichtig zu sein, weil es auch irgendwie cheesy sein kann, wenn man es übertreibt. Aber ich finde, das fällt alle meine Bücher, auch die bei denen Thriller vorne raus steht und die jetzt irgendwie aus dem selben Universum kommen. Also nicht nur weil sie aus meinem Kopf kommen, sondern weil wir immer diese weiblichen Hauptfiguren haben, die eine Herausforderung meistern müssen und weil es schon immer Ähnlichkeiten gibt und Elemente, die ich gerne in Büchern sehen möchte und deswegen reinschreibe und ich hatte, ich kann mich nicht verändern, ob wir darüber gesprochen haben, aber ich hatte in »Die Kunst des Verschwindens« sehr kleines Easter Egg, da gibt es so eine Stelle, wo Nico meine Hauptfigur, die Bücher sieht, die Ellen in ihrem Koffer hat und darunter ist irgendwie, ich glaube, Maya Angelou und irgendwie Bücher, die ich irgendwie gerne mag und das ist aber auch ein Buch von Linda Conrads dabei und Linda Conrads ist die Bestsellerautorin, die Hauptfigur aus meinem Thriller »Die Falle« und in der längste Schlaf gibt es auch ein Easter Egg.
Helen
Oh nein, ich hätte es wahrscheinlich überlesen.
Melanie Raabe
Das konntest du aber vielleicht auch, weil ich glaube, du kennst meine Thriller nicht und ich glaube, dass die in »Die Kunst des Verschwindens« nicht unbedingt sofort sehen. Und ich verlege gerade, ob ich…
Helen
Aber ich kenne jetzt zumindest die Falle. Und ich habe auch glaube ich schon die Welt, die Welt, da glaube ich, auch die Welt.
Melanie Raabe
Es ist aus der Schatten tatsächlich.
Helen
Nein, nein, genau, der Schatten, ja klar. Das ist aus der Schatten. Oh nein, ich habe es überlesen.
Melanie Raabe
Was ja überhaupt nicht schlimm ist, was ja auch so sein soll, weil es wirklich… Und genau das meine ich mit ich will halt nicht, dass es cheesy ist. Es soll nicht so auf die Nase sein, dass man dann denkt, ah, alles klar, da fand sie sich jetzt besonders schlau, weil es kann ja unangenehm sein. Ich weiß nie, ich bin mir da schon so ein bisschen unsicher, ob es cool ist für die Leute, wenn sie es finden oder ob es zu offensichtlich ist, dass man so denkt, ja, das fand sich Melanie wieder ganz toll und hat da, weißt du so?
Helen
Ich hab dafür gar nicht aufmerksam genug. Das war einfach nett. Du bist freundlich und denkst dann so nicht.
Melanie Raabe
Aber das ist tatsächlich so eine Sorge beim Schreiben gewesen. Deswegen mach ich das auch ganz selten. Aber wenn es passt, dann mach ich das mal. Und dieses Mal, ich spoiler das jetzt einfach, die Hauptfigur in der Schatten ist eine Journalistin. Die heißt Nora Richter. Und sie ist eine Printjournalistin in der Schatten. Und der Schatten ist aber 2018 erschienen. Und ich weiß gar nicht, da gab es bestimmt schon Podcasts, aber es ist auf jeden Fall nicht so eine große Sache wie heute. Und es gibt einen Stelle. Ich habe nicht mit dem Podcast. Ja, es gibt eine Stelle. Ich habe mir das sogar noch ge-googelt, weil ich weiß nicht, ob das ein richtiger Podcast ist, aber ich habe nicht die Person ge-googelt, sonst wäre ich bestimmt bei der Schatten gelandet. Ja, ja, genau. Und ich habe gedacht, weil ich wollte eh, dass meine Hauptfigur, die hört halt, wenn sie an einer Stelle Auto fährt, Hört sie ein Infoprogramm? Das sollte eh so sein, weil ich wollte, dass da eine bestimmte Info aufpop, nicht überlegt habe, was eine interessante Art und Weise wäre, diese Info zu erzählen. Und dann dachte ich, oh, wenn Nora Richter jetzt Journalistin wäre, hätte sie einen bestimmten Podcast. Hätte ich das Buch jetzt geschrieben, hätte sie auf jeden Fall eine Podcast darin. Und dann dachte ich, was macht Nora heute? Ich glaube, sie macht ein Podcast über bestimmte Themen, die sie interessant findet. Und das ist total ein Thema, was gut zu Nora passen wird und deswegen ist sie die Podcasterin. Und das ist aber wirklich so ein Blink-and-you-miss-it-moment einfach und soll es auch sein, aber ich mag so kleine Easter Eggs gerne.
Helen
Ich find richtig cool. Also erst mal, glaube ich, ich hab das nicht bisher so wahrgenommen, auch nicht in anderen Büchern, dass mir Easter Eggs groß auffallen. Deswegen würde ich auf jeden Fall sagen, dass es noch nicht overdann. Ich selber auch wirklich weil man zu schnell einfach auch übersehen kann. Und ich kann mich auch an diesen Podcast erinnern, weil ich da so innerlich auch gestoppt bin und dachte, das ist ja halt auch ein spannendes Thema, um das geht. Das Google ich mal, aber ich habe vielleicht einfach den Namen wieder vergessen gehabt und da gar keine Rückschlüsse gezogen. Eine Sache, die natürlich gut für den Staat gewesen wäre, die ich irgendwie dann vergessen habe, das wurde aus der Community auch gefragt, wie dir überhaupt die Idee gekommen ist und ich bin nicht sicher, ob das hast du bestimmt auch schon mal in dem Q&A oder so gesagt, aber vielleicht lässt uns daran nochmal teilhaben.
Melanie Raabe
Ja, super gerne. Ich glaube, die Grundidee war dieses Mal tatsächlich zum einen das Thema Schlaf. Also ich wollte Ich habe schon immer mal was über Schlaf und Träume machen. Ist ein Thema, das mich eh interessiert. Träume kommen, glaube ich, in irgendeiner Form in allen meiner Bücher. So eine Stelle vorkommt, wo Nico und Ellen, meine beiden Hauptfiguren, morgens aufwacht, feststellen, dass ihr es selber geträumt haben. Also Träume als Verbindeselement gab es bei mir schon immer. Und irgendwann habe ich aber angefangen, mich sehr viel Schlaf zu interessieren. Und ich habe ein Sachbuch gelesen von einem Schlafforscher, der in den USA lehrt. und der ganz, ganz viele spannende Dinge dazu geschrieben hat. Und ich dachte, das wäre irgendwie ganz cool. Das war das eine, dass ich mich mit Schlaf und Träumen befassen wollte. Und das andere war, dass ich die Idee hatte, mit diesem, das jemand auf mysteriöse Art und Weise von einer Person, die sie nicht kennt, ein großes Geschenk bekommt. In dem Fallen Haus. Und diese Idee war irgendwie plötzlich in meinem Kopf. Und ich hatte da erst mal gar keine Auflösung für warum und wieso. Ich fand das einfach nur interessant, dass man eine Nachricht bekommen von jemandem. Es gibt jemanden, der sich ihnen verbunden führt und der ihnen was sehr großes schenken möchte, no strings attached. Das fand ich irgendwie ein interessantes kleines Mystery. Und ich kann leider nicht mehr mich nicht mehr erinnern, wie diese Idee zu mir kam. Es war einfach eine dieser vielen Ideen, die einem manchmal so zufliegen, die man sich dann aufschreibt, wenn man denkt, das finde ich irgendwie interessant. Und an dem man hängen bleibt und für die man sich dann eine Geschichte und eine Lösung überlegt. Und vielleicht ist es Wunscherfüllung, vielleicht würde ich mir sehr wünschen, dass mir jemand ein schönes Herrenhaus in der Provinz schenkt, was leider bisher noch nicht passiert ist. Wobei ich das wahrscheinlich, wahrscheinlich hätte ich genauso große Probleme, das anzunehmen wie meine Hauptfigur, die erst mal denkt, weil das ist ja irgendwie auch so menschliches Phänomen. Wenn einem jemand was schenkt, fühlt man sich ja erst ein und es ist ja erst mal total unangenehm, so geht es ja meine Hauptfigur auch, was ich total nachvollziehbar finde. Aber diese beiden Dinge, diese kleine Prämisse, diese kleine mysteriöse Idee, die ich… Ich hatte mir notiert und das Thema Schlaf passen zusammen. Ich dachte, ich kann das verbinden. Es war auch ein bisschen full circle. Als ich darauf herumgedacht und daran rumassoziiert habe, passte das plötzlich zusammen. Ich dachte, das kann ich erzählen. Interessant. Dann hat sich das so verästelt. Es war ein total schöner Schreibprozess. Ich hoffe, dass ich das überträgt, weil es so viel Freude war. oft schreiben wir auch Haare rauf und schwierig. Und das gab es auch, aber viel weniger als sonst war eigentlich genau wie bei »Die Kunst des Verschwindens«. Sehr freutvoller Prozess. Ich war total viel im Flow und habe mich nur manchmal gegruselt. So zwischendrin.
Helen
Hast du auch in Venedig? Der manche hat, weil du hast ja viel auch dann so geteilt mit diesem, so ist jetzt gerade ne Blick hier und so. Also war das auch, brauchst du das vielleicht auch so ein bisschen, um dich so in diese Stimmung zu versetzen? oder war es einfach gut wegzukommen und so ein Schreibort zu haben, der nicht zu Hause ist?
Melanie Raabe
Das ist immer richtig, richtig gut. Tatsächlich war der längste Schlaf schon fertig, als ich nach Venedig bin. Da habe ich die allerletzten Bogenkorrektur gelesen, also den letzten Feinschliff verpasst, aber der Text war geschrieben. Aber in Venedig habe ich dann andere Sachen geschrieben, Atmosphäre, Schadet nie, das sickert immer an den Text. Und der längste Schlaf habe ich an unterschiedlichen Orten geschrieben, aber auch in einem ganz, ganz besonderen Ort. Der vielleicht tatsächlich fällt mir gerade ein, auch für deine Community und für dich Interessantes. Ich habe mich nämlich zehn Tage, das schafft man so viel Text nicht, aber doch ein ganzes Stück, wenn man sich wirklich konzentriert. Ich habe mich für zehn Tage eingeschlossen in ein Hotel in Österreich. In der Nähe von Hallstatt habe ich auch in den sozialen Medien dann so ein bisschen geteilt, als ich dann wieder weg war. Und das Besondere an diesem Hotel ist, das liegt auf, ja nicht auf dem Berg, aber auf dem Hügel, total schön. Man blickt uns Tal herab und es ist ein Lesehotel. Und Leserhotel heißt, dass es in dem ganzen Hotel wahnsinnig viele Bücher gibt und dass die ganzen Zimmer und Sweets nach Verlagen benannt sind und es gibt so Themenorte. Im ganzen Hotel ist es sehr, sehr leise, es gibt überall wunderschöne Räume und Orte, in denen man einfach lesen kann und es total darauf konzipiert, dass man da hinfährt, um nicht die ganze Zeit am Handy zu hängen, nicht die ganze Zeit zu telefonieren oder zu Zoom, sondern zu lesen. Es ist ein wunderschöner Ort, rumherum ist nichts außer Wald und halt diesen Wiesn, die ins Tal runtergehen. Und es war richtig, richtig schön in diesem Hotel. Ich habe nichts anderes gemacht als morgens viel zu essen, dann wirklich den ganzen Tag zu schreiben, Mittagessen habe ich geskippt, dann habe ich wieder gegessen, dann habe ich noch ein bisschen geschrieben und dann habe ich geschlafen und vielleicht noch vom Einschlafen ein bisschen gelesen. Und das ist echt ein total schöner Ort, mit dem ich gar nicht verwandelt bin in irgendeiner Form, den ich einfach nur liebe und den ich dir und deiner Community wirklich von Herzen empfehlen kann. Es war ganz, ganz traumhaft dort. Ein Lesehotel.
Helen
Ja, gut. Vielleicht machen wir da Ja, die Pyjama-Party.
Melanie Raabe
Da sollte die Pyjama-Party sein, 100%ig.
Helen
Hast du denn auch in London geschrieben oder kennst du London einfach gut? Und hast du es aus dem Gedächtnis geschrieben?
Melanie Raabe
Ich habe es aus dem Gedächtnis geschrieben, weil ich London tatsächlich gut kenne und sehr, sehr gerne mag. Du hast aber einen total guten Instinkt, denn tatsächlich ist der Ort diesmal ein viel größeres Thema gewesen als sonst. Ich habe nämlich ursprünglich, als ich angefangen habe, das Buch zu konzipieren, gedacht, dass Mara in New York ist. Dass sie an der NYU. Ich war in New York. Ich bin oft in New York, weil es eine meiner absoluten Lieblingsstädte ist. Ich habe da zusätzlich noch mal so ein paar Dinge recherchiert und gedacht, oh, vielleicht pack ich da noch ein paar andere Orte rein und so. Und dann habe ich mich ins Buch gesetzt und ich kann mir gar nicht so genau beschreiben, woran das lag. Aber als ich die Hauptfigur besser kennengelernt habe und gemerkt habe, welche Atmosphäre ich für das Buch haben möchte. Habe ich gemerkt, New York ist die falsche Stadt dafür. Und ich habe die ganze Recherche weggetan und habe gedacht, welche Stadt ist es? Wo würde Mara hingehen? Melanie würde nach New York hier bei Mara nicht. Und dann dachte ich, du musst ehrlich sein mit dir und dem Buch. Du kannst es nicht reinpressen, eine Form, die nicht die richtige dafür ist. Und dann war ich ganz, ganz schnell bei London. Und dachte, ja, das ist der richtige Ort. London ist der richtige Ort. London im Spätsommer. Und dann habe ich meine ganzen Fotos aus London von meinen letzten London-Trips rausgeholt und mich an Orte versetzt an denen ich war. Und das war auch wieder so ein bisschen full circle. Ich kriege es auch so ein bisschen gänzer hat, wenn ich daran denke. Aber weil das so geklickt hat, es war genau der richtige Ort für diese Figur. Und es passte dann alles viel besser. Und dann kam mir ganz, ganz viele Ideen, die mir gar nicht gekommen wären, wenn ich nicht nach London verpflanzt hätte. Und dann klickte das so ineinander. Und dann war es London. Und ich dachte, ja, das ist klar. gehört nach London. Das ist jetzt ein Neubritin. Ja.
Helen
Richtig gut. Ja, es war schön. Hat mir auf jeden Fall auch echt gut gefallen. Das fand ich als Einzige total, total schön. Ich habe noch ein paar Fragen zum Abschluss, weil ich das einfach, das habe ich mir immer so zwischendurch so notiert. Ich dachte, ich muss dich auf jeden Fall fragen. Auf der einen Seite, was hast du zuletzt geträumt. Es geht ja viel um Träume im Buch.
Melanie Raabe
Ja, ich habe tatsächlich zuletzt geträumt und es ist gut, dass ich mich daran erinnern kann, weil ich nämlich häufig meine Träume vergesse. Also ich bin niemand, der ganz, ganz oft sagen kann, was der Wilde geträumt hat. Ich habe eine gute Freundin, zum Beispiel, die wahnsinnig wilde Träume hat sich immer erinnern kann. Da bin ich total neidisch drauf, das wäre mir nicht so. Aber ich erinnere mich, dass ich, und ich glaube, Das war ein Stress-Traum und es ist ein Traum, den ich tatsächlich wiederholt habe. Vielleicht können die Community von Mädels, die lesen. auch mal zurückspiegeln, ob ich da mit alleine bin oder ob es auch andere Menschen gibt, die das träumen. Aber ich träume ganz, ganz oft, dass ich versuche, irgendwo hinzugelangen und es nicht schaffe, da anzukommen, dass ich zur Bahn hätte und ich komme da nicht an. Ich mache eine Tür auf und bin zu spät und renne dadurch. Und hinter der Tür ist nicht das, was hinter der Tür sein sollte. Ich komme ganz woanders raus an einem ganz anderen Ort. Ich versuche irgendwo hin zu gelangen und ich schaffe das einfach nicht. Das freue mich tatsächlich häufig, das habe ich auch zuletzt wieder geträumt. Und vielleicht sollte ich mehr meditieren und mehr Yoga machen und meinen Terminkalender ein bisschen frei machen. Aber auf jeden Fall habe ich ganz, ganz oft das Gefühl von ich muss irgendwo hin und ich gelange da nicht an.
Helen
Ist das die Haustelle? Also ist das auch schon mal? Ich überlege, also es kommt mir super bekannt vor, als hätte ich erst ein paar Tage von jemandem davon gehört. Und jetzt habe ich gerade überlegt, ob es im Buch auch. Es ging schon auch einmal, glaube ich, um so ein Traum, wo sie nicht die Person, die sie sieht, erreicht. Aber ich habe das Gefühl, ich hätte vielleicht meine Mutter auch so was erst vor ein paar Tagen erzählt. Also ich denke nicht, dass das so ein… Also ich denke, es ist ein gängiger Traum. Aber ist das so die Traumdeutung, dass es damit zusammenhängt, dass man irgendwie zu viel zu tun hat?
Melanie Raabe
Habe ich nie so richtig nachverfolgt in der Traumdeutung. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es schon damit zu tun hat von… Ich krieg nicht alles, was ich auf die Reihe kriegen will. Es scheint mir relativ offensichtlich aus meinem persönlichen Erleben. Weil ich diesen Traum auch noch nie im Urlaub hatte. Weißt du so? Aber das find ich krass. Weil ich überhaupt nicht das Gefühl habe, dass ich super super gestresst bin. Und alles, was auf meinem To-do-Zettel steht, sind total gute Dinge. Und ich gehe relativ freutvoll durchs Leben. Aber vielleicht ist das so ein Signal von meinem Unterbewusstsein, dass ich gerne noch mehr schaffen würde und mich da ein bisschen mehr entspannen müsste. Da sitzt du in meiner total küchenpsychologischen Deutung. Ja, keine Ahnung. Ich lebe. Ich war immer so an. Nee, ich kenne mich also nachwürdig. Ich habe das ganz oft, dass ich denke, wie zu schaffen andere Erwachsene das eigentlich. Oh, voll. Danke. Ihr Leben zu organisieren.
Helen
So entlasten, dass du das sagst. Vielen, vielen Dank dafür. Es geht mir ganz genau so. Ja. Also, wer weiß, vielleicht war es auch einfach mein Traum. Und deswegen kam es nicht so bekannt. Dann wollte ich natürlich unbedingt wissen und eigentlich hoffe ich so ein bisschen auf die passende Antwort, aber ich will nicht unter Druck setzen. Aber magst du Rosenkohl?
Melanie Raabe
Ich liebe Rosenkohl.
Helen
Nein, das ist nicht die richtige Antwort.
Melanie Raabe
Ich weiß. Du spielst an auf den allerersten Satz auf den Anfang des Buches, wo sich herausstellt, dass Mara keinen Rosenkohl mag und wo ich sie so bisschen direkt charakterisieren und es poppt auch später in in einem Gespräch mit ihrem vielleicht Love Interest Matteo nochmal auf das Thema Rosenkohl. Bei mir ist es so, ich mochte jahrelang gar keinen Rosenkohl, ich fand Rosenkohl widerlich wie sehr sehr viele Menschen und wie auch Mara, aber das hat sich bei mir tatsächlich gewandelt. Also mit Zubereitungsarten und mit fortschreitendem Alter mag ich plötzlich Rosenkohl, was ich beachtlich finde, wo ich mir auch so denke, Ich war mir sicher, dass ich Rosenkohl nie mögen würde. Wo hatte ich noch alles unrecht? Also ich bin tatsächlich jetzt die ich liebe Rosenkohl-Fraktion, aber Mara nicht. Und in den ein paar Dingen musste ich sie zumindest anders gestalten als mich selber, weil sie sonst wirklich ein paar Züge von mir abbekommen hat, die sich das so eingeschlichen haben.
Helen
Vielleicht in so fünf Büchern, also so fünf Bücher weiter in der Zukunft, könnte die Protagonistin oder der Protagonist, das sind aber glaube ich immer Protagonistinnen. Bisher ja. Ja. Könnte vielleicht irgendwo auch zu einem Essen eingeladen werden und da ist dann eine Mara dabei, die das erste Mal sich an Rosenkohl herantraut.
Melanie Raabe
Ja, das wäre toll. Also schon mal ein Easter Egg für die Zukunft. Das ist doch so eine gute Idee. Absolut, die hat dann so einen richtigen Björk-Moment einfach. Das wäre total gut. Björk-Momente nenne ich immer Momente, in denen ich merke, dass ich etwas bei mir verändert habe. Ich fand früher, Björk hat ja so eine eigenartige Art zu sehen. Und als ich irgendwie ein Teenager war oder in meinen frühen 20ern, habe ich nie verstanden, was Leute an Björk finden. Und dann irgendwann, ohne meinen Zutun, dachte ich plötzlich, oh, I get it, es ist super interessant. Es ist nicht plötzlich schön, aber es ist super interessant. Und dann plötzlich Björk toll. Und seither nenne ich es so, was meine Björk-Momente. So einen werde ich auf jeden Fall in fünf Büchern von hier auf jeden Fall mal einbauen für eine Mara.
Helen
Gute Idee. Ich freue mich schon drauf. Aber es ist ja tatsächlich so, weil das hatte ich jetzt die Tage erst bei dir in der Story gesehen und du hast ja jetzt auch gesagt, in Venedig hast du schon an was anderen geschrieben. Also du schreibst einfach immer, oder du bist jetzt irgendwie schon, du schreibst schon weiter oder wie?
Melanie Raabe
Ja, ich schreib weiter. Ich schreibe eigentlich meistens oder mache irgendwas an einem Text, ob es jetzt Recherche ist oder wirklich schreiben oder was Korrektur lesen, überdenken. Zum einen käme ich mir auf jeden Fall super, super faul vor, wenn ich das nicht machen würde, weil es ja mein Beruf ist. Also so, ich weiß nicht. So viel zu der To-do-Liste. Ja und es ist aber auch wirklich so, ich habe ja so ein Umfeld, dass das ganz normal morgens ins Büro geht oder irgendwelche wirklich anstrengenden Jobs hat und ich komme eh immer schon so ein bisschen faul vor, weil ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe und irgendwie schon dieses… du schwirtest recht den Kopf an. Und dann habe ich da immer so ein bisschen das Gefühl, dass ich den ganzen Tag meinem Hobby nachgehe. Das ist natürlich harte Arbeit und wahrscheinlich würden jetzt ganz ganz viele Autore in Autoren die Augen rollen, dass ich wieder die Schäbediene, dass wir den ganzen Tag Spaß haben. Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich schon, wenn ich an meinen super hart arbeitendes Elternhaus denke, an verwandte Denke, die in der Pflege arbeiten oder auf dem Bau. Das sind halt harte Jobs und deswegen habe ich so ein bisschen ein schlechtes Gewissen, wenn ich meinen nicht harten Job nicht auch wirklich sehr, sehr ernst nehme und jeden Tag irgendwie ausübe. Aber Having Set That gibt es natürlich auch viele Phasen, wo ich Inspiration sammle oder auch einfach auf Lesenreise mal 5 Grad sein lasse und mich da nicht zwinge, irgendwie im völlig überfüllten ICE auch noch zu schreiben oder so. Das gibt es schon auch.
Helen
Ja, das verstehe ich voll. Aber da geht es ja jetzt wahrscheinlich jetzt irgendwie schon los. Wahrscheinlich hast du jetzt schon jede Menge Interviews und Einladungen und so was und Ich meine, 18. September sind jetzt auch noch zwei Wochen. Also wahrscheinlich ist jetzt auch eher wieder die Zeit, wo du auf Lesereise gehst und mehr im Außen bist und mehr über dein Buch jetzt erst mal sprichst.
Melanie Raabe
So schön. Ich kann es wirklich auch nicht erwarten. Ich bin auch so aufgeregt. Ich meine, wenn der Podcast läuft, ist das Buch hier schon erschienen. Aber Helen, wir können jetzt auch einfach ein bisschen kurz zur Therapiestunde umfunktionieren. Ich bin so aufgeregt. Du kannst es dir nicht vorstellen, weil ich lange daran gearbeitet habe. Dann liegt es lange und der Verlag macht so sein Ding. Und das erzeugt jetzt bei mir gar nicht so was wie Druck. Ist eine freudige Aufregung, aber aktuell platt sich fast vor vorfreudig. Ich will jetzt einfach, dass es raus kann. Und Gott sei Dank Zukunfts-Melanie an dem Tag, an dem der Podcast erscheint, ist wahrscheinlich wahnsinnig happy, weil es dann raus ist. Aber ich bin auch super, super angespannt und super vorfreudig und nervös.
Helen
Das kann ich voll nachvollziehen. Und wahrscheinlich eigentlich nicht, weil ich habe ja noch nie ein Buch veröffentlicht, aber irgendwie… Ich stelle mir das schon auch krass vor, weil dann lesen es Leute und dann kriegst du Feedback und keine Ahnung. Aber ich bin total gespannt, was so ein Feedback auch kommt, weil ich fand es wirklich so, als kann es wirklich sehr empfehlen. Ich meine, man muss natürlich so ein bisschen dazu sagen, ich habe immer das Gefühl, ich bin jetzt auch nicht super objektiv, bisschen Melanie Raabe-Fangirl und so, aber ich fand es wirklich sehr, sehr spannend. Ich fand es wirklich sehr toll. Man wird einfach auch mal in, muss man ja ganz andere Welt hinein gezogen und ich umgefinde ich halt auch, man lernt auch so ein bisschen was dazu. Also das ist nämlich zum Beispiel was, was ich jetzt vergessen habe, anzusprechen. Ich fand auch das Thema mit den Rucksackorten total interessant. Da wird man ja auch einfach ein bisschen vielleicht mit was konfrontiert, was man selber vielleicht nicht so kennt und macht sich darüber auch noch mal Gedanken. Aber die Rucksackorte können wir ja jetzt einfach mal als Easter Egg noch so lassen, da kann man sich mal einlesen. Aber ich finde das total cool. Es ist ja überhaupt nichts, was einfach nur an der Oberfläche bleibt. Es macht ganz viel mit den Leser-Innen. Es hat viel mit mir gemacht. Man beschäftigt sich mit Themen, mit denen man sich sonst vielleicht nicht so beschäftigt und Es ist jetzt wirklich, es ist ein sehr spannendes Buch, aber es ist jetzt einfach, finde ich wirklich nicht einfach nur ein klassischer Thriller, sondern es ist ein Buch somit tiefer und ich kann es dir empfehlen. Es ist jetzt draußen, man kann es jetzt bestellen, man kann es ja glaube ich sogar auch immer noch. Gibt es das noch bei dir da in der Buchhandlung, dass du sogar ein signiertes Exemplar bekommen kannst?
Melanie Raabe
Ja, ja, oh, danke, dass du das ansprichst. Das ist nämlich total schön, finde ich. eine Buchhandlung bei mir um die Ecke der Buchladen Neusser Straße in Köln-Nippes, bietet ein Signierservice zu meinem Buch an und man kann einfach, wenn man das bei denen bestellt, über den Link, dann klickt man halt nicht nur das, das an, dass man das Buch haben will, sondern es gibt auch einen Formular in das man die Wunschsignatur eintragen kann. Also voll schön, also so wie man mir am Signiertisch, wenn man es in der Lesungsschaft sagen würde, kannst du bitte das und das reinschreiben, was ich dann immer super gerne mache? kann man das da einfach eintragen, auch für wen das Buch sein soll, falls ein Geschenk ist oder so. Und dann schreibe ich das da rein. Also ich gehe dann im Buchlager, die sammeln das für mich, ich gehe da vorbei, schreibe das da rein und dann abgeht die Post. Und dann kriegt man ein signiertes Buch, das ja auch immer, ich sage immer scherzhaft, bald ist Weihnachten, aber langsamer Stimmstfast schon wieder.
Helen
Ja, ich finde das auch, ich verschenke es mir auch total gerne, immer wenn ich nicht nur das Buch verschenke, sondern es wirklich gewidmet ist an die Person, der ich was zum Geburtstag oder zum Weihnachts-Schenk möchte. Das finde ich total schön, was ein individuelles Geschenk ist.
Melanie Raabe
Und genau, und diese Buchhandlung macht das möglich, was ich sehr, sehr nett von Ihnen finde. Ich blitz da, ich würde es vorgesehen auch wieder anhaben, Schwung von die Kunst verschwinden signiert. Also fortlaufend gehe ich da einfach immer mal vorbei, wenn jemanden signiert, das Buch haben möchte. Ich liebe das.
Helen
Das finde ich total schön. Echt toll. Ja, also das ist richtig toll, denn den Link packen wir einfach auch mal in die Folgenbeschreibung. Es ist ja dann also immer natürlich super gerne die lokale Buchhandlung unterstützen, aber das ist jetzt natürlich noch ein kleines Extra. Das ist auch in die Buchhandel. Also es ist jetzt kein großer Filialist oder so, sondern es ist auch dann halt meine lokale Buchhandlung. Ja, das ist echt schön. Und ich gerade als Geschenk oder so, man kann sich auch selber natürlich was Schönes schenken. Aber bald geht es eben los mit Weihnachtszeit und überlegen was was kann man verschenken, das finde ich eine richtig gute Option, weil es einfach auch wirklich spannend ist. Ich hatte dir im Vorfeld geschrieben, ich habe ein bisschen Sorge, dass ich es nicht mehr rechtzeitig schaffe, das zu beenden und dann war ich viel früher, also viel viel früher fertig, als ich das dachte, weil ich einfach nicht mehr aufhören konnte. Ich kann es also tatsächlich sehr empfehlen und ich wünsche dir ganz ganz viel Freude, Ganz viel Erfolg und ja alles Gute einfach für alles was jetzt kommt. Du bist jetzt viel unterwegs und ja, finde ich dir alles Gute für.
Melanie Raabe
Dankeschön. Du ich dir auch, du fleißiger Mensch, der so viele Leute ans lesen bringt. Ich finde es ganz ganz toll, was du aufgebaut hast an Community und durfte ja auch auf meiner letzten Leserei sehr ganz viele Mädels aus deiner Community kennenlernen, am signiertisch dir an gesagt haben. Ich bin hier, weil wir bei Mädels, die lesen., in dein Buch gelesen haben. Das ist ganz ganz ganz viele ganz ganz viele immer bezaubernd. Es hat mich so gefreut und deswegen Kompliment an dich und ganz ganz viel Erfolg weiterhin bei dem was du so machst, weil es voll die große Sache ist. Super super schön hellen.
Helen
Dankeschön. Ich würde sagen wir trinken den endkoffinierten Kaffee zu Ende. Genießen ein bisschen die Aussicht. Ich stelle mir so vor vom Garten in den Wald wahrscheinlich irgendwie.
Melanie Raabe
Ja genau. Es ist natürlich auch der Garten hinter dem Herrenhaus, das habe ich am Anfang gar nicht aufgelöst, aber da gibt es auch so ein paar Textstellen, die da spielen und das stelle ich mir da sehr schön vor.
Helen
Ja, das könnte ich mir auch sehr, sehr gut vorstellen. Und ich meine, vielleicht kommen ein paar Käferchen vorbei oder ein Rieh.
Melanie Raabe
Ja, das ist schön.
Helen
Danke dir. Danke dir.




