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Podcast · Folge 88
Wie ein Buch zu seinen Bildern kommt
Magdalena Fournillier illustriert Kinder- und Jugendbücher – über Agenturen, Deadlines, sechs Wochen für ein Bilderbuch und das erste Buch, das ganz ihres ist
Der Einstieg ist bei uns immer eine gedankliche Reise: Wo sitzen wir gerade, und welches Getränk hast du uns mitgebracht? Magdalena Fournillier setzt uns in ein Café am frühen Morgen, wenn noch nicht viel los ist, und stoßt mit einem Kaffee an. Sie stand auf der Wünsche-Liste, die wir vor einem Jahr in der Community geteilt hatten – ihr Name ist aus dem Team gefallen.
Magdalena Fournillier
Illustratorin und Autorin
Magdalena Fournillier hat als Kind viele Stunden im Künstlerbedarfsladen ihrer Großeltern verbracht. Nach dem Abitur hat sie sich an mehreren Hochschulen für Illustration beworben und in Offenbach studiert. Danach arbeitete sie zunächst als Grafikerin in Agenturen und zeichnete medizinische Befunde für Forschungsarbeiten; seit 2022 illustriert sie vor allem Kinder- und Jugendbücher, vertreten von einer Agentur. Im Herbst 2024 ist bei Gräfe und Unzer ihr erstes eigenes Buch erschienen, »Geborgen«, das sie geschrieben und illustriert hat; im Oktober 2025 folgte »Geliebt«.
Wie ein Auftrag entsteht
Anfragen kommen über ihre Agentur oder direkt von Verlagen, und zwar meistens mit dem Manuskript im Anhang und dem Satz, man könne sich das gut in ihrem Stil vorstellen. Sie liest, schaut sich den Zeitraum an und prüft, ob sie ein Gefühl für die Geschichte hat. Erst dann geht es in die Verhandlung.
Wie viel Zeit sie hat, entscheidet dabei selten sie selbst. Der Verlag hat ein Veröffentlichungsdatum und daraus eine Deadline, und ob sie ein Buch anders angehen würde, ist nicht gefragt. Sie würde sich immer mehr Zeit nehmen – sie kann sich in Details hineinsteigern, in eine Farbpalette, in eine Stimmung, und fängt gern noch einmal von vorn an, wenn sie das Gefühl hat, es wird der Geschichte nicht gerecht.
Ein Bilderbuch hat oft zwölf Doppelseiten. Bei einem Projekt musste es besonders schnell gehen: Ein Heidi-Kinderbuch lag beim Verlag und sollte ins Weihnachtsprogramm – sie hatte die Sommerferien, also sechs Wochen. Knapp, sagt sie, aber es hat Spaß gemacht, weil sie daran arbeiten musste, nicht alles zu zerdenken: eine Farbpalette, nicht die dritte und vierte. Und am Ende fand sie das Ergebnis gar nicht schlechter. „Ganz viel Kopfsache.“
Was sie neben den Büchern macht
Von der freien Illustration allein ginge es finanziell nicht, sagt sie offen – deshalb läuft die Agenturarbeit weiter nebenher. Der Mittwoch ist ihr Agenturtag, und an dem sitzt sie meistens bis abends. Ansonsten richtet sich ihre Arbeitsroutine nach den Betreuungszeiten ihrer Kinder; gegen halb drei ist Schluss.
Dazu kommt ein eigener kleiner Versand: Postkarten, Kunstdrucke und einmal im Jahr ein Wandkalender mit den beliebtesten Illustrationen des Jahres, den sie nach Vorbestellungen drucken lässt und regelmäßig nachdrucken muss. Das ist logistisch ihr anstrengendster Monat – und im Jahr des Buches kam das Signieren noch obendrauf.
Ich bin auch so ein Opfer meiner eigenen Begeisterungsfähigkeit. Ich denke dann so: Das ist die beste Idee aller Zeiten, das muss ich jetzt auf jeden Fall machen.Magdalena Fournillier
Das erste Buch, das ganz ihres ist
»Geborgen« hat sie selbst geschrieben und illustriert. Die Hauptfigur ist ein Pinguin, der außerhalb seines gewohnten Umfelds gelandet ist und im Park mit verschiedenen Tieren ins Gespräch kommt, bis er weiß, wohin er möchte. Wie man das nennt, war lange offen: Am ehesten eine illustrierte Novelle, sagt sie, der Verlag hat es von 0 bis 100 Jahren ausgezeichnet.
Ungewöhnlich war für sie vor allem die Technik. Sonst arbeitet sie mit Gouache, also mit stark pigmentierten Wasserfarben und sehr bunten Bildern – dieses Buch ist in reiner Tusche gezeichnet und bewusst reduziert. Gemeinsam mit ihrer Lektorin hat sie es wie ein Skizzenbuch angelegt: manche Bilder ausgearbeitet, manche roh, dazu Briefe und getrocknete Blumen. Es sollte nicht zu fertig, nicht zu glatt aussehen, damit man Lust bekommt, selbst etwas hineinzuschreiben oder hineinzulegen.
Aufgeregt war sie trotzdem. Bei so einem Projekt ist man sehr lange mit sich allein – ihr einziger Kontakt war die Lektorin, die alle Gespräche im Verlag geführt hat. Dass am Ende jemand anderes darauf schauen würde, konnte sie sich während der Arbeit gar nicht vorstellen.
Bei den Lesungen zeigt sie deshalb die Originale und ihr riesiges Skizzenbuch. Das fühle sich für sie selbst wie das echte Buch an, sagt sie – und die Leute wollten die echten Arbeiten sehen, gerade weil so vieles digital ist.
Das Buch dazu
»Was man von hier aus sehen kann« war unser Monatsbuch im Juni 2020, 89 Mädels haben mitgelesen. Magdalena Fournillier hat es erst Jahre später gelesen – weil so viele aus unserer Community davon geschwärmt haben. Auf der Buchseite kannst du die Leserunde nachholen. Dort steht auch, wie die Community das Buch bewertet hat und wo es das Buch und das Hörbuch gibt.
Ein Cover, das sie jahrelang abgelehnt hat
Sie ist ein visueller Mensch, sagt sie, und beim Leky-Cover hat es einfach nicht funkt: dieses Okapi, was soll das? Wie ein Giraffenprint oder ein Zebrakissen. Als das Buch bei uns zur Auswahl stand, war es nicht ihr Favorit. Gelesen hat sie es erst Jahre später, weil ihr so viele davon erzählt haben – und dann hundert Seiten gebraucht, um zu verstehen, was das Buch von ihr will. Danach war es eine Achterbahnfahrt.
Was sie daran mag: dass das Buch nie auflöst, was Realität ist und was Fiktion, sondern dieses Balancieren beibehält.
Bei »Little Women« ist sie diejenige, die es verteidigt. In unserer Community kam es nicht bei allen gut an; sie mag Klassiker und Bücher, die aus dem üblichen Erzählrahmen fallen. Heute gebe es ja ein ziemlich festes Raster, sagt sie: alle fünf bis sechs Seiten ein Szenenwechsel, Schnitttempo, Spannungskurve. »Little Women« erzählt an manchen Stellen bewusst langsam – und genau das mochte sie. In ihrem Shop gibt es dazu einen Print.
Wenn alle dasselbe Buch empfehlen
Zum Schluss wird es grundsätzlich. Helen erzählt, dass sie skeptisch wird, wenn sie ein Buch hundertmal am Tag in der Bookstagram-Bubble sieht – während sie einer Freundin sofort glauben würde. Fournillier ordnet das ein: Reichweite entscheidet inzwischen mit darüber, was veröffentlicht wird. Das habe eine gute Seite, weil es Wege demokratisiert und nicht mehr allein die alten weißen Männer in den Verlagen entscheiden, wer verlegt wird. Es verzerre aber auch: Wer 150.000 Follower mitbringt, ist für einen Verlag ein geringes Risiko – und das Buch dann vielleicht eher ein Fanartikel.
Sie selbst hat davor Respekt, wenn auch aus einem anderen Grund. Ihre bisherigen Bücher waren für einen speziellen Markt; von einem Heidi-Buch, das sie für einen Schweizer Verlag illustriert hat, bekam sie erst durch Fotos von Followerinnen mit, wie groß die Sache dort war. »Geborgen« erscheint nun bei einem großen Publikumsverlag, der dafür sogar eine neue Rubrik gegründet hat. Ein breites Publikum, sagt sie, das loszulassen macht ihr auch Angst.
Wenn du dich schon mal gefragt hast, wie die Bilder in ein Buch kommen – wer sie beauftragt, wie viel Zeit dafür bleibt und wovon eine Illustratorin eigentlich lebt –, dann hör dir diese Folge an.
Die Bücher aus dieser Folge
Zwei Bücher, an denen sie mitgearbeitet hat, und zwei, über die wir mit ihr gesprochen haben. Wo wir gemeinsam gelesen haben, kommst du über die Buchseite zur ganzen Leserunde und kannst sie in deinem Tempo nachholen.
Geborgen
Magdalena Fournillier
Ihr erstes eigenes Buch, geschrieben und illustriert: die Reise eines kleinen Pinguins, der weit weg von seiner Herde gelandet ist und unterwegs mit den Tieren im Park spricht, bis er weiß, wohin er möchte. In reiner Tusche gezeichnet, bewusst wie ein Skizzenbuch angelegt.
Heidi und das Weihnachtswunder
Tim Krohn
Das Buch, für das sie sechs Wochen hatte: eine Weihnachtsgeschichte nach Johanna Spyri, erschienen im Schweizer Atlantis Verlag. Illustriert hat es Magdalena Fournillier.
Little Women
Louisa May Alcott
Der Klassiker, den sie gegen unsere Community verteidigt – weil er sich Zeit lässt. In ihrem Shop gibt es dazu einen eigenen Print. Aus dem Englischen von Monika Baark, in der Reclam-Ausgabe illustriert von Kera Till.
Leserunde nachholenMonatsbuch Oktober 2020
Was man von hier aus sehen kann
Mariana Leky
Das Buch, das sie zuletzt am meisten begeistert hat – nachdem sie das Cover jahrelang abgelehnt und für die ersten hundert Seiten gebraucht hat.
Leserunde nachholenMonatsbuch Juni 2020
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Häufige Fragen
Wie kommt eine Illustratorin an einen Buchauftrag?
Meist über eine Agentur oder direkt über Verlage. Magdalena Fournillier bekommt das Manuskript mitgeschickt und die Ansage, dass man es sich in ihrem Stil vorstellen könnte. Sie liest, prüft den Zeitraum und ob ihr die Geschichte zusagt – und erst danach geht es in die Verhandlung.
Wie lange dauert es, ein Bilderbuch zu illustrieren?
Das entscheidet meist die Deadline des Verlags, nicht die Illustratorin. Ein Bilderbuch hat oft zwölf Doppelseiten. Für ein Buch, das schnell gehen musste, hatte sie sechs Wochen – die Sommerferien.
Was ist eine illustrierte Novelle?
Ihre eigene Einordnung für »Geborgen«: eine Geschichte, die illustriert wurde, ohne ein Comic zu sein. Der Verlag hat das Buch von 0 bis 100 Jahren ausgezeichnet. Vergleichbar findet sie Bücher wie »Der kleine Prinz« oder »Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd«.
Wo finde ich ihre Prints und Kalender?
Über ihre Website, dort hängt der Shop mit dran. Den Jahreskalender mit den beliebtesten Illustrationen des Jahres macht sie jeweils zum Jahresende, und im Shop gibt es auch den Print zu »Little Women«.
Haben wir die Bücher aus der Folge gemeinsam gelesen?
Zwei davon: »Little Women« war unser Monatsbuch im Oktober 2020, »Was man von hier aus sehen kann« im Juni 2020. Beide Leserunden lassen sich über die Buchseiten nachholen.
Kann ich die Folge noch hören?
Ja, sie ist am 22. November 2024 erschienen und weiter überall verfügbar, wo es Podcasts gibt – und hier auf dieser Seite direkt im Player.
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Transkript der Folge
Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.
Helen
Herzlich Willkommen Magdalena. Ich freue mich heute sehr mit dir darüber zu sprechen, was du so in der Buchbranche machst, also was du dafür einen Beruf sag ich mal ausgewählt hast über dein Illustrator in da sein, aber jetzt eben auch über dein Autor in da sein, also das ist irgendwie auch sehr spannend. Bevor wir aber damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?
Magdalena
Hallo, schön, dass ich da sein darf. Ich dachte, wir sind in einem Kaffee. Frühmorgens, wenn noch nicht so viel los ist und wir stoßen mit einem Kaffee an.
Helen
Das sind sehr, sehr gut. Ich habe mir tatsächlich eben auch noch ein Kaffee gemacht. Ich habe es nie nach zwölf. Und jetzt hier schon fast vier. Aber ich dachte so, oh, heute wird ein länger Tag. Deswegen stößt mir mal an.
Magdalena
Genau. Schön.
Helen
Ich finde irgendwie auch, das hat dann direkt sowas einfach gemütlich ist. Und vor allen Dingen, wenn das Café auch noch leer ist, natürlich ist das schön.
Magdalena
Ja, das stimmt.
Helen
Ich habe eben noch mal richtig überlegt, wie das so zustande gekommen ist. Also ich bin mir relativ sicher, wir hatten letztes Jahr im Dezember Da hatten wir eine Wunschliste geteilt: Wen hättet ihr gern im Podcast? Ich bin mir ziemlich sicher, dass es da auch schon mal genannt wurde. Vielleicht so Cover-Illustratorin oder irgendwie sowas. Oder ich hatte dich auf meine persönliche Liste gesetzt. Da bin ich nicht mehr ganz sicher. Aber du warst explizit gewünscht worden. Ich meine sogar aus dem Team direkt. Aus dem medizinären Team. Und ich finde es halt einfach mega geil, du so teilst auf deinem Account, weil du ja auch diese, das glaube ich, das Buch der Woche, wo du dann eine Stimmung nachmalst, also du malst ja nicht das Cover nach, sondern eher wahrscheinlich wie du das Buch so für dich…
Magdalena
Ja, ich sag immer eine Szene aus dem Buch.
Helen
Okay. Und da waren auch schon einige dabei, die wir gelesen haben und das finde ich halt mega cool, aber es ist auch sonst einfach super schön, was du so machst. Du bietest die ja auch teilweise als Print an. Aber du bist tatsächlich auch Buchillustratorin, richtig?
Magdalena
Genau, ja.
Helen
Was machst du da so?
Magdalena
Ja, also meistens illustriere ich Kinder- und Jugendbücher, weil das ja die Bücher sind, die hauptsächlich illustriert angeboten werden. Das heißt, ich kriege entweder über meine Agentur, bei der ich bin oder über Verlage direkt anfragen zu Manuskripten. Also dann kriege ich meistens schon das Manuskript mit und die sagen dann schon, dass sie sich das gut vorstellen könnten in dem Stil, den ich habe und dann lese ich mir das Manuskript durch und schaue mir den Zeitraum an, den ich habe. Guck, ob das passt, ob mir die Geschichte zu sagt, habe ich schon so ein Gefühl für die Geschichte habe und dann je nachdem ob ihr das vorstellen kann oder nicht geht es meistens dann in die Verhandlung für das Buch und dann je nachdem illustriere ich das dann.
Helen
Spannend. Also und wie, also wie, ich meine du wirst jetzt Erfahrungswerte haben, aber wie schätzt du so ab, wie lang du für ein Projekt, also du musst ja das Buch leben, du musst illustrieren, irgendwelche nacharbeiten, ja wahrscheinlich irgendwie auch noch. Wie schätzt du das so ein? Weil es wird ja auch wahrscheinlich unterschiedlich sein, wie viel man pro Buch dann illustrieren muss.
Magdalena
Ja, das ist sehr unterschiedlich, obwohl die Bilderbücher sind ja meistens 12 Doppelseiten, also 24 Seiten und oft ist das dann so ein ähnliche Menge an Bildern, aber tatsächlich habe ich jetzt so unterschiedliche Projekte gemacht. Also eigentlich hatte ich im Kopf ja, ich mache ganz klar Bilderbücher. Aber ist das jetzt doch eine gute Mischung geworden aus ganz vielen unterschiedlichen Sachen. Und je nachdem der Verlag hat ja meistens eine feste Zeitspanne oder so ein Veröffentlichungsdatum und eine Deadline für mich. Und dann muss ich das halt auch meistens in dieser Zeit schaffen. Und da ist dann gar nicht so gefragt, ob ich das so angehen würde. Ich würde mir wahrscheinlich immer mehr Zeit nehmen, weil ich mich auch sehr in Details reinsteigern kann, wie Farbpalette oder welche Stimmung. Und ich fange auch gerne nochmal von vorne an, wenn ich jetzt das Gefühl habe, nie, das trifft es nicht oder es wird der Geschichte nicht so würdig. Von daher würde ich mich wahrscheinlich immer so ein bisschen vertrödeln und auch immerhin dran sein. Aber ich bin auch froh, dass Bücher sind ja nichts, was hauruckproduziert wird. Also ich hatte jetzt einen Buch, was sehr schnell gehen musste. Das war das Heidi Kinderbuch. Das lag einfach auch schon einen Moment beim Verlag und er wollte das dann gerne. Letztes Jahr war das zum Weihnachtsprogramm rausbringen. Also hatte ich dann die Sommerferien, Also es waren sechs Wochen, hatte ich Zeit. Für das Buch, das fand ich schon knapp. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Weil ich auch so an mir arbeiten musste, nicht alles zu zerdenken. Ich hatte dann eine Farbpalette und dann war es halt die Farbpalette. Dann habe ich jetzt nicht noch eine dritte und eine vierte probiert. Und irgendwie habe ich jetzt Skizzen groß gemacht, sondern dann musste ich immer mich halt schneller zufrieden geben. Und das war aber auch gut. Und ich fand gar nicht, dass es am Ende dann so viel schlechter geworden ist. viel so Kopfsache. Ja, und daher reicht die Zeit eigentlich meistens nicht, aber ich denke mal, ich möchte gerne mal ein Jahr lang nur ein Projekt machen, aber das lohnt sich ja finanziell auch gar nicht.
Helen
Ja, das kann ich mir vorstellen. Das ist wahrscheinlich auch dann immer so eine Abwägungssache, aber also vermutlich entscheidest du dann anhand der Deadline, die ihr schon gewetzt ist, ob das gerade bei dir reinpasst.
Magdalena
Ja, genau. Ja.
Helen
Also hast du so ein Überblick, wie viele Bücher du schon illustriert hast?
Magdalena
Ja, also manchmal mache ich hier nur so Kapitelbilder auch, die habe ich jetzt nicht so gut gemacht. Oder mal, jetzt hatte ich letztens, was war das, so ein Stammbaum? Oder dann für Impressum die Bilder der AutorInnen oder so Kleinigkeiten, die dann in den Büchern sind. Das habe ich dann nicht groß im Portfolio oder was ja ganz das Buch ist. Ich glaube, es waren jetzt… Oh, ich weiß gar nicht. Reine Bücher, die ich illustrierte waren es jetzt vier oder…
Helen
Vier? Wir verlinken am einfachsten wahrscheinlich zu dem Portfolio, dann können wir uns jetzt nochmal anschauen, ne? Ja. Aber total interessant, dass das auch so abwechslungsreich ist, wofür du so angefragt wirst. Weil ich glaube, das ist wie so oft bei solchen Berufen, Dass man vielleicht manche Dinge hat man dann so im Kopf oder denkt sich so, so wird das ungefähr laufen oder so wird das ungefähr aussehen. Aber dass da ja oft noch ganz viele andere Sachen so mit dranhängen. Und ich meine, du hast dich ja auch ein bisschen breiter aufgestellt, du bietest ja auch eigene Prints an. Jetzt bringst du ein eigenes Buch auch raus. Hast du dir dafür ein Jahr genommen?
Magdalena
Ja, das war tatsächlich, das hat länger gedauert, Ja, weil ich es auch geschrieben habe.
Helen
Sehr gut. Magst du erzählen, was für ein Buch das ist??
Magdalena
Also wenn die Folge rauskommt, ist es schon erschienen. Für uns sind es quasi noch ein bisschen in der Zukunft am 7. Oktober raus. Genau, das scheint es. Also das ist… Jetzt ist es auch schwierig für mich zu sagen, in welche Sparte es fällt. Der Verlag führt es unter… Ich hatte immer so Schwierigkeiten, weil es ist letztendlich, es ist ein Graphic Novel, aber man hat ja hier im Deutschen oft im Kopf, dass ein Graphic Novel ein Comic ist. Jeder Comic ist ja auch ein Graphic Novel, aber nicht jeder Graphic Novel ist ein Comic. Da komme ich immer noch total durcheinander. Von daher ist es eigentlich eine illustrierte Novelle, also eine Geschichte, die illustriert wurde, aber die Geschichte ist jetzt nicht spezifisch für Kinder. Also Kinder sind auch mitgedacht und es sagt Kindern bestimmt auch zu, aber es ist schon auch für Erwachsene. Also der Verlag hat es offen von 0 bis 100 Jahre ausgezeichnet. Es ist so ein Bewusstwerdungsprozess. Also das ist das Hauptthema von dem Buch. von dem Buch ist ein Bewusstwerdungsprozess. Anhand von so Kurztexten, das fällt so ein bisschen in dieser Schiene wie damals die Winnie-Pooh-Bücher oder der kleine Prinz oder wie heißt das, der Junge, der Maulwurf, das Pferd oder der Fuchs, genau so etwas ist das eher oder gab auch, glaube ich, Die Hauptfigur ist ein Pinguin, der außerhalb seines Habitats und seiner Herde versucht, einen Weg zu finden, wo er sich geborgen oder wohlfühlen kann, weil er deutlich aus seinem gewohnten Umfeld draußen ist. Und dann führt er so verschiedene Gespräche mit Tieren, die er in einem Park trifft und findet dann so den Weg aus dem Park und zu sich zurück und weiß dann, wo er hin möchte, am Schluss, das ist eigentlich jetzt ein Spaziergang von diesem Pinguin. Und das sind Dialoge hauptsächlich, die er führt, die in diesem Buch dann aufgeführt sind. sind und das ist auch für mich ungewöhnlich gewesen vom Zeichner her, weil ich es in reiner Tusche gezeichnet habe. Sonst benutze ich ja immer gerne gouache, also sehr stark pigmentierte Wasserfarben und habe sehr bunte Bilder und das war sehr reduziert. Also es war dann auch im Konzept, da haben wir uns das so erarbeitet, ich und die Lektoren, dass wir die Bilder ein bisschen reduziert haben wollen. Das ist auch ein bisschen so sein soll wie ein Skizzenbuch, was man sich durchguckt, wo man merkt, das sind mehr ausgearbeitete Bilder, aber auch welche, die sehr roh und rudimentär sind und da sind Briefe drin, getrocknete Blumen, es soll ein Buch sein, das einem Lust macht, reinzuschreiben oder selbst Briefe hineinzustecken oder selbst Blumen drin zu trocknen, das sollte so was sehr Haptisches und Einladendes haben von der Gestaltung her und dann haben wir uns entschieden, Okay, das darf nicht zu fertig aussehen von den Illustrationen her. Es darf nicht zu glatt sein, damit die Leute Lust haben, das so als Wegbegleiter zu haben. Genau, deswegen haben wir uns dann für einen anderen, ein bisschen anderen Stil entschieden, als ich ihn sonst habe. Cool.
Helen
Und ist das jetzt anders aufregend, weil es so komplett dein eigenes Projekt ist? oder bist du nie aufgeregt bei so was, wenn du etwas veröffentlichst?
Magdalena
Ja, total. Schlimm aufgeregt. Ich war die ganze Zeit, hatte ich extreme Schwierigkeiten, einzuschätzen, was und wie das Projekt für mich ist und das auch im Kontext vom Buchmarkt zu sehen, weil man ist ja sehr lange bei so Projekten mit sich alleine. Ich hatte nur Kontakt zu meiner Lektorin, die alle Gespräche im Verlag geführt hat und die da auch diese Vorstandssitzung uns was mitgemacht hat und ja eigentlich immer auch das Projekt kommuniziert hat, an den Verlag, an das Marketing Team und ich hatte nur Kontakt zu ihr und war ansonsten sehr mit mir beschäftigt und mit meinen Gedanken zu dem Buch und dann fällt es einem sehr schwer raus zu treten und das so der Öffentlichkeit preiszugeben. Weil das war ja lange einfach nur mit mir. Und ich konnte im Prozess auch gar nicht denken, dass irgendwann mal jemand außer meiner Lektorin draufgucken wird. Diesen Gedanken, diesen Transfer habe ich nicht geschafft. Ja.
Helen
Und freust du dich aber jetzt dann auf den Moment, wenn, wenn am 7. ganz viele das Buch in den Händen halten?
Magdalena
Ja, ich bin schon sehr aufgeregt, muss ich sagen. Das ist schon… Also ich bin jedes Mal aufgeregt, auch wenn ich nicht die Autorin selbst bin. Auch wenn ich nur illustriert habe, aber jetzt ist es schon besonders aufregend. Ja, ist schon so.
Helen
Voll cool, voll der tolle Meilenstein auch. Also ich dachte, ich habe schon mal herzlich gratuliert. Es wird ja sowieso rauskommen auf jeden Fall.
Magdalena
Ja, ja. Das ist ja jetzt absehbar. Cool. Ja. Voll schön.
Helen
Kann man zu solchen Büchern eigentlich auch Lesungen machen? Also ist da irgendwas in der Richtung geplant?
Magdalena
Also wer hat jetzt quasi schon, aber ich bin natürlich auch offen für weitere Lesungen. Also im Oktober sind zwei Lesungen angesetzt in Frankenberg und in Marburg. Das ist bei mir näher in der Nähe. Nicht so weit. Da sind Lesungen angesetzt und auch Ausstellungen von den Originalen. Also die sind dann auch in den Buchläden ausgestellt, weil ich das ja alles handillustriert hab. Und dann gibt's natürlich auch Originalen, die man sehen kann. Genau, den nehm ich mit und ich hab so ein riesiges Skizzenbuch, was ich geführt hab, weil ich ja immer geguckt hab, sollte ja nah an einem Skizzenbuch sein so ein bisschen und dann hab ich parallel eins geführt und immer geguckt, welche Seite fühlt sich gut an, welches ist toll, welche Texte gefallen, ja und dann hab ich sie in das richtige Buch gepackt und hatte aber dabei immer mein Skizzenbuch und das hab ich, also Das fühlt sich für mich auch an wie das echte Buch davon. Das ist das Original für mich und dann, genau, das zeige ich auch auf den Lesungen, weil ich gemerkt habe, dass die Leute gerne auch die echten Arbeiten sehen, weil das ja viel jetzt inzwischen digital ist und aber so eine Affinität noch besteht für das Haptische. Also das merke ich beim Feedback, dass die Leute da totales Interesse haben. mögen auch gern, wenn ich so den Weg zeige von den Zeichnungen oder von den Illustrationen, wie die entstehen. Da das ja noch sehr viel Handarbeit ist, gibt es ja auch viel zu zeigen. Ich merke immer beim Feedback, also es ist natürlich nicht immer das gleiche Gefühl, aber ich merke schon, dass die Leute das gerne sehen. Zum ersten Mal sehe ich mir das.
Helen
Nein, ich kann mir das total gut vorstellen. Ich war mal, das ist so ein Bilderbuchmuseum nicht so weit davon entfernt, wo ich das vielleicht schlage ich denen das einfach mal vor, dass das doch eine perfekte Location wäre. Weil die hatten eine Ausstellung über eine Illustratorin. Und das ist immer, finde ich, ziemlich cool gemacht, weil es so wohl, es gibt irgendwie immer eher so eine Ebene, die spricht dann die Kinder an, dann gibt es irgendwelche Spielecken und Sachen, die man ausprobieren kann. Es gibt aber auch immer die Ebene für die Erwachsene, die ja zwangsläufig irgendwie mit dabei sind. Und für die war dann zum Beispiel auch die Zeichnung und so ausgestellt und das wäre doch irgendwie perfekt. Ich schreibe dir das einfach mal. Das wäre doch richtig gut. Ja, auch nicht ganz so weit, dann denke ich für dich. Also ich wohne in Bonn und das glaube ich noch überschaubar. Also nicht in Bonn, aber nicht weit von hier. Voll cool. Also ich kann mir das richtig gut vorstellen. Ich glaube, das fühlt sich immer einfach ein bisschen mehr so an, als würde man so hinter den Vorhang gelassen. Also so ist es schon, finde ich generell auch mit Lesungen, du bist halt näher dran, als wenn du nur das Buch da hast, man liest dich und wenn du grad dann auch ein bisschen was teilst, von dem wie das Ganze entstanden ist, das wäre schon toll.
Magdalena
Ja, finde ich auch, ich mag das auch gerne. und dann auch dieser direkte Austausch.
Helen
Was ich mich gefragt habe, war dir das, also wusstest du immer, dass du diesen Weg einschlagen willst? Weil was ich oft schade finde ist, also zumindest bei mir war es so, dass ich von gefühlt so vielen Berufen gar nicht erfahren habe. Also ich glaube, ich hätte wahrscheinlich, selbst wenn ich jetzt das Gefühl gehabt hätte, ich bin künstlerisch – ich weiß gar nicht, ob mir bewusst gewesen wäre, dass mir so eine Richtung überhaupt einfallen könnte. Also war dir das immer klar oder ist das später gekommen?
Magdalena
Nee, tatsächlich wollte ich, als ich ganz klein war, so, ich glaube, da war ich fünf, da habe ich mir mal den Kopf aufgeschlagen und mir so eine Verletzung, es musste genäht werden, es war eine Platzwunde. Und dann wusste ich, das war so trubelig und so viel los und es war auf Korsika Wir waren in so einem kleinen Notaufnahme, meine Oma hat es in der Zeit in Korsika gelebt. Es war sehr trubelig, da musste ich, ich werd darüber, weil ich wollen Roman schreiben, habe ich gesagt. Das war ja ganz aufregend, da mache ich auf jeden Fall ein Buch darüber. Dann, wenn mich bestes ich Bücher machen möchte. Aber dann zeigte sich, wie das im Leben so ist, in der Grundschule schon sehr früh, dass ich Legasthenie habe. Und das war dann so ein: oh Gott, ich werde das nie machen können. Und ich habe gerne Geschichten erzählt, aber ich merkte, wie schwierig es war. Also Lesen war für mich kein Problem. Dyslexie habe ich jetzt nicht. Also das Lesen geht flüssig und gut. Aber das Schreiben war für mich ganz schwierig zu lernen, auch eine saubere Handschrift zu kriegen. Und ich habe lange probiert und es war in der Zeit, wo das einfach noch nicht so richtig eingeordnet wurde und erforscht war. sondern es hieß: Du musst dir mehr Mühe geben, das verwächst sich mit der Zeit und es war ja noch nicht anerkannt als Behinderung. Also es ist jetzt eine offizielle Behinderung und eine Teilleistungsstörung und man kann das besser zuordnen, aber damals war es noch nicht so. Und dann war ich schon ein bisschen heartbroken, weil ich dachte, okay, das ist es nicht und es ist auch wirklich eine Pein durch die Schule zu gehen mit so einer Behinderung, Weil man ganz vielen Lehrern begegnet, die das auch so als Faulheit oder Dummheit abtun. Man sei halt ungebildet oder dumm. Und dann habe ich ganz automatisch und instinktiv angefangen, Berufe für mich auszuschließen, in denen ich viel schreiben muss. Und habe natürlich als Kommunikationsform dann einen Weg gewählt, der weniger schriftlich ist, aber dadurch, dass ich gerne Geschichten erzählt habe und mich gerne mit Geschichten beschäftigt, und auch sehr viel gelesen habe, war natürlich das Illustrieren dann das Mittel der Wahl, weil ich da nicht schreiben musste und trotzdem eine Sprache hatte. Ich habe mich für Geschichten begeistert und war dann sehr viel am Zeichnen. Ich war auch eine sehr unruhige und unkonzentrierte Schülerin. Meine Lehrer haben schnell gemerkt, dass wenn ich das Skizzenbuch dabei habe, dann bin ich ruhig und mache den Unterricht mit. Und daher durfte ich das auch im Unterricht machen. Ich habe mich dann direkt nach dem Abitur auch an mehreren Hochschulen für Illustration beworben, also für Design und Illustration, Kommunikationsdesign hieß es damals, ich glaube inzwischen weiß ich gar nicht mehr, ob es den Studiengang so noch gibt. Und bin dann auch an mehreren Hochschulen angenommen worden und konnte mir dann eigentlich aussuchen, wo ich hin wollte, das war ganz schön, die Wahl zu haben und habe mich dann für Offenbach entschieden, weil es am freisten war und weil es ein Diplom hatte und weil man eben Hausarbeiten einreichen konnte, aber keine schriftlichen Prüfungen machen musste und ich ja immer noch die Legasthenie hatte.
Helen
Das ist echt krass oder wie man dann auch die Auswahlkriterien darin anpasst.
Magdalena
Ja, natürlich. Also ich hatte es bis dahin auch diagnostiziert bekommen, also eine offizielle Diagnose und von den Hochschulen hätte es ja auch einen Nachteilsausgleich gegeben, anders als Ich war auf einer Waldorfschule, die haben das nicht anerkannt. Da habe ich dann leider immer volle Punktzahl abgezogen bekommen in allen Fächern für die Rechtschreibung im Deutschen, das kam ich sogar auf fünf Notenpunkte, also es war ziemlich… Sorry viel. Und dann an der Hochschule auf einmal wurde es so befreit war davon und ich habe natürlich auch die Hausarbeiten und so was geschrieben, aber ich merkte, wie leicht es mir viel dann gut zu sein in den Fächern und es war so ein richtiges Aufblühen für mich und ich wusste ja jetzt da bin ich eigentlich richtig und hab dann illustriert aber leider gab es kein Literatur Illustration weil der Markt einfach so umkämpft es und weil man so wenig verdient in der Branche als Illustratorien also der ist extrem umkämpft, man kriegt wenig und die wollen eher, dass man ins editorial, also in die Werbung geht mit Illustration. Das haben sie meist in meiner Kommilitoninnen auch gemacht. Und ich war dann auch erst mal Illustratorin für medizinische Befunde. Also ich habe mir eine schöne Nische gesucht und habe medizinische Befunde von Ärzten gezeichnet, deren die eine Arbeit über bestimmte Operationstechniken geschrieben haben oder die Sachen geforscht haben, also in der Forschung waren und jemanden brauchten, der das visuell verständlich macht, die Schritte, die notwendig sind, weil es sich schlecht fotografieren lässt, weil auf dem Foto das Gewebe ja recht zweidimensional wird und man Sachen nicht so präzise rausstellen konnte. Manchmal ging es mit Kontrastmitteln, aber meistens war es einfach nicht so richtig nachvollziehbar für den Betrachter eines Buches und dann habe ich das gemacht, neben dem Studium schon damit angefangen und ich habe den Agenturen gearbeitet als Grafikerin. Und dann habe ich mit Kinderbuchillustration eigentlich erst 2022, glaube ich, angefangen, Da habe ich mich dann spezialisiert. Ja.
Helen
Okay. Ich dachte irgendwie, du machst das schon viel, viel länger.
Magdalena
Ich habe immer nebenher illustriert. Genau, aber tatsächlich in dem reinen Buch, hat es sich gesagt, okay, ich mach jetzt nicht mehr so viel Agenturarbeit. Also ich mach immer noch nebenher Agentursachen, weil es einfach vom Geld her sonst nicht reichen würde, sodass ich noch so ein paar Designprojekte nebenher führe.
Helen
Also und ich meine zum Beispiel so Elizabeth Gilbert sagt das auch in diesem Big Magic Buch irgendwie, dass man dann, wenn man sich irgendwie einen Hauptberuf sucht, dass der dann zumindest seine Kreativität so ein bisschen entlastet. Ich gehe das irgendwie immer so ein Stück weit mit. Auf der anderen Seite wäre es ja schon einfach schön. Man könnte von dem, was man am liebsten macht, auch leben. Deswegen ist es wahrscheinlich auch da immer so ein bisschen abwägen. Ob man das jetzt toll findet. Aber zumindest hast du wahrscheinlich dadurch immer noch viel Abwechslung auch in deinem Alltag. Hast du so einen typischen Alltag? Also hast du bestimmte Routine auch?
Magdalena
Ja, ich habe ja zwei kleine Kinder, von daher, also so klein bin ich gar nicht mehr, aber eigentlich habe ich ziemlich Routine. Ja und die spielt sich so hauptsächlich in den Betreuungszeiten ab, meine Arbeitsroutine unter. Also jetzt gerade guckt mein Mann nach den Kindern, deswegen kann ich dann auch so eine Aufnahme gut machen, wir sind ja am Nachmittag. Aber ja, Ja und ich bin ein sehr routinierter Mensch. Also ich liebe Routine und ich bin auch immer sofort dabei, mir direkt einer aufzubauen. Möglichst strenge Regeln baue ich mir auf. Und dann schaffe ich es nicht, sie einzuhalten. Doch, da bin ich schon. Ich habe so meine festen Tage, die ich immer probiere, dass ich sage zum Beispiel, Mittwoch ist mein Agenturtag, da arbeite ich dann die Sachen für die Agentur, aber natürlich wenn ich jetzt ein Meeting habe oder einen Kundentermin, dann muss ich halt einfach dahin, wenn der Kunde das zeitlich schafft, dann muss ich kundenseitig das irgendwie eingerichtet bekommen. Ansonsten habe ich mit meiner Agentur Sachen immer den Mittwoch und da sitze ich dann auch mehr Stunden, also meistens bis abends den ganzen Tag, ansonsten habe ich meistens schon um 15 Uhr auch auf die Kinder halt da, 14.30 Uhr. Ja, ich räume mich dann den Schreibtisch und guckt an, macht ein Haus auf Gaben und so.
Helen
Ja, ich kann mir auch wirklich vorstellen, dass man einfach noch mal anders Routine auch vielleicht braucht, wenn man älter wird. Ich, ich, bei mir ist das immer so eine Sache. Eigentlich glaube ich, wünsche ich mir oft Routinen und ich brauche auch auf jeden Fall Struktur, weil ich habe halt auch einen Teilzeitjob und ich muss halt schon, Ich lebe sehr stark nach meinem Kalender und so. Aber ich krieg's auch oft einfach echt nicht so. Da bin ich irgendwie eher wie so ein wandelndes Chaos. Ich bewundere das sehr. Was ich mich frage, ist so was wie das Buch lesen, das du dann illustrieren wirst. Machst du das während der Arbeitszeit oder denkst du so, nee, das kenne ich auch heute Abend einfach so, dann, das wird dann, was ich dir so in die Freizeit reinfließen.
Magdalena
Ja, meistens ist das so, dass ich dann denke, ich lese das abends noch mal oder ja, so was. Also da, wenn ich, manchmal stecke ich auch so sehr in so einem Fokus, wenn mich ein Projekt komplett einnimmt, dann kann ich auch gar nicht so gut die anderen Dinge machen. Also wenn ich dann weiß, oh nein, da Mittwoch kommt, dann fühlt es sich auch an wie oh nein. Sonst freue ich mich oft auf die Abwechslung, seit so jetzt freue ich mich alle mal Sachen weg, heute ist mein Agenturtag. Aber wenn ich gerade so ein richtig tolles Projekt habe, wo ich eigentlich einen Stopp dran arbeiten möchte, dann denke ich, oh, schon wieder Mittwoch. Und wenn ich dann nicht aufpasse, wenn ich eigentlich, muss ich das heute gar nicht machen, das ist ja eine Regel, die ich mir gegeben habe, das mache ich morgen. Dann merke ich schon, wenn es dann zu frei wird, würde ich auch sofort alles irgendwie schieben, um dieses einem Projekt weitermachen zu können. Und dann muss ich sehr streng mit mir werden und sagen, Nein, sonst kippt es auf der anderen Seite.
Helen
Sonst hast du Stress und machst jetzt deinen Agenturtag.
Magdalena
Genau, da muss ich mir sehr streng sein. Aber … Auf jeden Fall. Ich hatte das bei dem Buch manchmal lief es gut und ich hatte so einen richtigen Flow. Auf jeden Fall. Und dann fiel es mir sehr schwer, was anderes zu machen und daraus zu kommen. Ja, auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Weil man ist so dankbar, wenn es leicht geht. Manchmal geht es auch einfach nicht leicht. Auf jeden Fall. Ja. Dann ist man an einer Textstelle oder dann kommen Korrektur voran und man denkt, Auf jeden Fall. was soll ich daraus nehmen, warum streicht die mir das? Es fällt einem richtig schwer, das so zu überwinden und dann weiter zu machen, obwohl man es nicht fühlt. Ja, genau. Es ist schon schwierig, wenn man frei ist, richtig zu priorisieren und auch vernünftig zu handeln, weil man entscheidet, man sich einfach so nach Fokus. Ich denke, ich fühle es jetzt, jetzt muss das halt passieren. Ja, ich bin auch so ein Opfer meiner eigenen Begeisterungsfähigkeit. Ich denke dann so, wo die beste Idee aller Zeiten. Das soll es mir jetzt auf jeden Fall machen. Doch egal, was ich das dann gesagt habe. So, und? Dann denke ich, am nächsten Tag mehr ist gar keine Zeit dafür. Und wer hat das eigentlich alles hier in diesem Kalender gepackt? Das finde ich so mit den größten Struggle. Echt? Also.
Helen
Ich glaube, wenn ich so in so einem Fokus drin bin, Das ist schon fast eher was, wo ich mich auch… also zu zwingen ist jetzt irgendwie aufhaltsch. Aber das ist eher was, was ich bewusst herleite. Und das habe ich zum Beispiel echt seltener, weil ich wahrscheinlich so zerstreut, dass ich wirklich oft oder lange Fokuszeiten habe. Aber was mir eher in die Quere kommt, ist halt wirklich, dass ich denke, das ist ja eine richtig tolle Idee. Das sollte mir auf jeden Fall sofort angehen und so. und dann so alles über den Haufen werfen, was ich mir an tollen Strukturen überlege.
Magdalena
Ja, das kenne ich auch.
Helen
Ja, das kann mir sehr bekannt sein. Das hast du schon beschrieben.
Magdalena
Ja, doch sowas gibt es auch. Also alles mit allem würde ich sagen, ich bin sehr organisiert, aber oft kommt eben die Leidenschaft und der Fokus dazwischen, dass man sich selbst dann irgendwie was vormacht. Aber ja, als ich arbeite auf jeden Fall dran, Ich glaube auch, das ist ja einfach ein bisschen, was ich, Übungssache. Man lernt sich selber besser kennen.
Helen
Du bist jetzt auch schon eine ganze Zeit lang so zumindest ja irgendwie wahrscheinlich halb selbstständig.
Magdalena
Ich war schon immer selbstständig. Also auch die Agentur arbeiten. Ja, genau. Das ist die letzte. Ja, okay.
Helen
Und dann denke ich krieg man ja auch so ein bisschen mehr. Man versteht sich selber besser, wie man selber so arbeitet und so. Da hab ich das Gefühl, da versuche ich mich immer noch reinzufinden. Und ich hab halt auch ein bisschen, ich find das nicht so leicht mit diesem Halb-Halb, weil ich dann die Hälfte der Zeit irgendwie ja schon sehr klare Vorgaben und so was hab und die andere Hälfte so gefühlt machen kann, was ich will. Ich glaub, ich war irgendwie nicht so ganz so klar.
Magdalena
Ja, ich find das auch schwierig, mir das selber mit der Ernsthaftigkeit zu begegnen, wie ich es mache, wenn ich fremdbestimmte Arbeiter. Also mir eigene Projekte wünsche ich mir schon auch, dass ich sie ernst nehmen könnte und mich dann auch besser verkaufen könnte. Oder die Projekte. Weil ich merke, dass ich dann immer sage, ach, das ist ja nichts, weil es eben noch nicht monetarisiert ist oder weil da kein fremder Auftraggeber dahinter sondern weil es so was intrinsisches ist und ich dann dazu neige es zu verharmlosen oder zu runter zu spielen und das mache ich auch vor mir mit der Arbeitszeit wenn ich dann eben wie gesagt das Manuskript abends zu lesen also ich nehme es auch nicht als Arbeitszeit war oder die email zwischendurch nochmal und wenn ich dann denke heute habe ich eigentlich ja gar nicht gearbeitet und war nur verstreut und irgendwie unkonzentriert und dann Wenn ich dann aber mal zusammenfassen würde auf einer To-do-Liste, was ich eigentlich doch gemacht habe, ist es dann eigentlich eine ganze Menge. Aber so in dem Prozess kommt es mir dann oft nicht so vor, weil ich eben denke, es ist ja nur eine Kleinigkeit.
Helen
Das kenne ich gut. Ich glaube, da würde eher so eine Done-Liste helfen, dass du wirklich so ein bisschen für dich so notiert, was du so gemacht hast.
Magdalena
Ja.
Helen
Weil manchmal bin ich richtig auch überrascht, weil ich das nicht so wahrgenommen habe, wie viel das war. Weil ich glaube, weil sich jede einzelne Sache wahrscheinlich wie so eine Kleinigkeit anfühlt, aber das sind ja oft eben die Zeitfresser.
Magdalena
Ja, das stimmt. Ja.
Helen
Was die Hörerinnen jetzt nicht sehen können, aber was ich schon die ganze Zeit bewundere ist, weil dir sieht das richtig aus wie so ein kreatives Atelier. Das ist wahrscheinlich jetzt dein Arbeitszimmer. Ja. Und von der einen Seite kommen auch die ganzen Pflanzen rein. Ja. Und es sieht irgendwie aus, wie man sich das so künstlerisch vorstellt. Ist das so dein eigenes Space, wo du dich austobst? Oder ist das generell das Arbeitszimmer?
Magdalena
Das Arbeitszimmer, also du guckst eigentlich sogar auf die Seite von meinem Mann. Ja. Wir haben ein großes Büro, weil mein Mann auch im Homeoffice arbeitet. Also der Softwareentwickler und der arbeitet hier direkt hinter mir. Wir teilen uns das Büro. Und ich habe hier auf der anderen Seite auch noch so meine Packstationen. Wenn Leute Postkarten und Drucker bei mir stellen, dann kann ich die da packen. Und da ist auch die ganze Verpackungsmaterial und das ganze Chaos. Jetzt gerade, also das glaube ich im Dezember auch noch aktuell, habe ich ja ein Jahreskalender, den mache ich immer so Ende des Jahres. Ja, ich mache so einen Zusammenfass von den beliebtesten Illustrationen von dem Jahr, die ich frei gemacht habe und die pack ich zusammen in so ein Wandkalender, der so jahreszeitlich auch irgendwie so ein bisschen passt. Und dann lasse ich den Drucken nach Vorbestellungen meistens, aber oft muss ich dann auch noch nachdrucken. Also das war jetzt die letzte Mal, wenn man so, dass es dann doch noch mal so viele geholt haben gegen Ende, dass ich dann mehrmals noch nachgedruckt habe. Und das ist immer eine ganz logistische Herausforderung für mich, weil das sind dann eine ordentliche Menge Bestellungen. Ansonsten kommt hier und da mal eine Bestellung rein und die mache ich in das kleine Päckchen Postkarten oder Kunstdruck. Aber so ein Wandkalender dadurch, dass da eben in so einem kurzen Zeitfenster verkauft wird, weil er ist ja nach Dezember, ist das schon durch. Und dass ja auch von dem Jahr die Illustration sein soll, fällt es immer so ans Jahresende und dann ist es extrem viel, das alles abzuwickeln für mich. Und da bereite ich mich gerade drauf vor, das geht ja nicht anders. Ich habe dieses ganze Verpackungsmaterial besorgt und ich habe die ganzen Portokosten. Und dann muss die Post das holen, weil das dann zu viel ist. Und das ist für mich immer so ein bisschen stressig, das dann verschickt zu kriegen. Wir machen es sich vergessen. Oder kriegt das nicht so organisiert. Aber genau, das ist dann ein riesen Chaos in der einen Ecke. Deswegen haben wir ein ziemlich großes Arbeitszimmer, weil das eben da auch noch reinfällt. Und es kommt ja jetzt sogar noch das Buch. Es gibt so eine Signieraktion der Autorenwelt. Genau. Und da kommen wir auch noch mal, wie ich die signieren muss. Genau. Deswegen werde ich mich… Und wohin mit den ganzen Sachen? Und da stimme ich mich jetzt darauf ein, dass mein Oktober ein ganz schönes Pack-Chaos wird und ich gar nicht so viel Schreibtischarbeit und illustrieren kann, sondern viel packen und verschicken muss, Ja.
Helen
Meinst du, das wird es auch noch im Dezember geben,
Magdalena
Ich glaube die Signieraktion der Autorenwelt, das müsste man dann nochmal gucken, ob es das irgendwie, ich habe auch mehrere Anfragen aus Schweiz und Österreich bekommen, die gerne auch ein Buch hätten signiert, aber die Autorenwelt schickt nicht in die DACH-Länder, sondern nur in der innerhalb Deutschlands. Und vielleicht gibt es da irgendwas, ich müsste mal mit dem Verlag reden, ob es die Möglichkeit gibt, das nochmal zu machen. oder… irgendwie… ansonsten vielleicht bin ich auch unterwegs. An der Seite. Kann man…
Helen
Wenn es irgendwelche Sachen gibt, ich würde sagen, wir verlinken auf jeden Fall am einfachsten, wahrscheinlich sowieso zum Instagram-Account, aber auf unserer Website und dann findet man da wahrscheinlich alle wichtigen Infos. Aber voll cool, weil was… Also ich denke, wir werden auf jeden Fall den Shop verlinken, weil eben habe ich nochmal gesehen, dass du diesen Little Women-Print auch da anbittest. Und der ist natürlich auch richtig süß. Wir haben Little Women zusammen gelesen. Es ist gerade im Podcast immer viel Thema gewesen, weil viele das Buch nicht so ganz mochten. Aber die Stimmung da drin ist ja schon sehr… In der Filmkam irgendwie besser weg. Ich glaube, man muss sich halt immer vor Augen führen. Es ist halt erstens ein recht altes Buch. Und ein Kinderbuch ist halt schon einfach anders, als das, was wir sonst so lesen. Aber ich meine, du kannst natürlich sonst jetzt einmal Werbung für dieses Buch machen, wenn es dir gut gefallen hat, weil es ist schon oft irgendwie nicht so gut weggekommen im Podcast.
Magdalena
Ich mag es total gerne, aber ich lese auch gerne Klassiker und ich lese auch gerne Bücher, die aus dem klassischen Erzählrahmen fallen. Also man gibt, man hat ja so ungefähres Erzähltempo, so dass man zum Beispiel sagt, alle fünf bis sechs Seiten sollte es einen Szenenwechsel geben, wie im Film so Schnitttempo, Erzähltempo, Anstieg der Spannungskurve und so was. Da gibt es ja ein ziemlich festes Raster, wie heute viele Bücher funktionieren und ich mag generell Bücher. Die sind ein bisschen langsamer und entschleunigter. Ich mag auch Bücher, die aus diesem Rahmen herausfallen, vom Erzählstil her. Oder generell, da habe ich eine Schwäche für. Daher gefällt es mir auch gut, so Klassik zu lesen. Das war bei dem auch so, dass er ziemlich langsam erzählt war an gewissen Stellen. Und ich mochte einfach diese ganze Stimmung, die entstand, so dieses… Es halt auch eigentlich so ein Coming-of-Age. Ja, und ich finde, es hat halt auch so diese winterliche, weihnachtliche, so das, da passt es halt schon perfekt rein. Das stimmt, ja.
Helen
Ja, du hättest bei der Leserunde dabei sein müssen, dass du ein bisschen verteidigen musst. Obwohl ich weiß gar nicht mehr so genau, ich glaube bei der Leserunde, ich kann mich nicht erinnern, ich glaube es kam jetzt nicht nur schlecht weg, aber im Podcast fällt es immer so auf, weil da wurde es schon öfter mal event.
Magdalena
Aber ja, ich fand auf jeden Fall den Film toll und ich mochte es, und mochte, wie die Schwestern miteinander umgehen.
Helen
Aber ich finde den Print halt total schön, weil ich hab damals auf jeden Fall auch so Instagram-Posts geteilt mit Zeichnungen dazu. Ich glaube es waren vielleicht nicht deine, weil ich glaube deine kam auch erst später. Aber ich mag das halt, weil das ist ja so ein bisschen dieses, wo die so zusammen sind und irgendwie ein Weihnachtszeit irgendwie verbringen und dieses Gemeinsame, was total schön abgebildet wird.
Magdalena
Den Print gibt es unter anderem im Shop. Ja, schön.
Helen
Also falls noch jemand ein Weihnachtsgeschenk sucht zum Beispiel.
Magdalena
Zum Beispiel, genau, ja. Genau.
Helen
Arbeitet ihr in diesem Arbeitszimmer dann auch zu, also zur selben Zeit? Ja, ich weiß gar nicht, ob ich das so könnte, aber wahrscheinlich so mit Kopfhörern auch oder so, ne?
Magdalena
Ja, also es geht ganz gut, weil wir beide sehr ruhig sind. Für mich stresst das ein jetzt, mein Mann zum Beispiel viele Konferenzen hat. Dann, wenn ich es anstrengend, weil ich alles mithöre, dann gehe ich manchmal auch an den Ess-Tisch, wenn es mich sehr stört. Aber ich habe natürlich mein ganzes Mal Zeug her, das ist dann immer schwierig. Wenn ich jetzt Schreibphasen hatte für das Buch zum Beispiel, das konnte ich ja auch gut im Esszimmer machen. Das war überhaupt kein Problem. Da habe ich einfach Notebook im Moment. Wenn dann ein Konzentrierter übershält, mir dann auch schwer, mich zu konzentrieren, wenn er spricht. Aber meistens geht es gut, weil wir sehr ruhig arbeiten und man hat so das Gefühl. Ich glaube alleine würde ich dann zerstreuter sein, sogar noch. Ja? Ja, weil er so eine Ernsthaftigkeit ist wie so ein Kollege, den man hat. Dann verliere ich mich nicht so in Quatsch. Ja, okay. Und machen wir nicht so den 10. Kaffee oder sowas. Und dann doch noch mal raus im Garten und dann sehe ich doch noch mal das oder gehe ich noch mal in den Buchladen oder sowas. Sondern dann merke ich, er gibt dem Ganzen noch mal so einen Halt und so eine Struktur. Und dann kann ich mich auch dann irgendwie ernst daneben, so die Arbeit, weil er nimmt seine Arbeitszeit so ernst und so. Und dann mache ich das automatisch auch. Und alleine neige ich ja dazu eben zu sagen, ach komm, ob ich jetzt hier sitze oder draußen, das ist eigentlich egal. Und wie der das dann flöten gehen würde. Ich war viel, viel unstrukturierter ohne meinen Mann.
Helen
Ich überlege gerade, ob mir das auch hält. Aber irgendwie habe ich mein Gefühl dadurch, dass ich so trubelig auch im Kopf irgendwie bin. Ich genieße das Völlige stille um mich herum zu haben. Bei meinen Freund arbeitet er im Büro. Ich kann das immer gar nicht nachverziehen, der geht frei, um mich hinterher zu kommen. Und ich liebe es so viel, wie ich im Homeoffice zu arbeiten und dann wirklich stille zu haben. Wahrscheinlich brauche ich das als Ausgleich zu meiner eigenen Persönlichkeit.
Magdalena
Ja, das kann ich gut verstehen auch. Aber wie gesagt, mein Mann ist eigentlich ruhig. Ich habe nicht das Gefühl, dass es laut ist, aber ich habe auch den Kontrast mit den Kindern. Da kann ich nichts mehr machen eigentlich. Ja, da kann ich machen. Von daher bin ich immer froh, wenn Sommerferien merke ich richtig, wie meine Arbeitszeit so dezimiert auf einem Minimum.
Helen
Ja, das hört man ja echt oft. Das muss man eigentlich auch irgendwie nicht mit einplanen.
Magdalena
Ja, eigentlich. Manchmal geht es nicht.
Helen
Also, liehst du tatsächlich eher abends oder gibt es irgendwie so Zeitfenster, die du dir nimmst, um in Ruhe lesen zu können? Oder ist das auch so was, weil es persönliche Zeit ist, schnell über den Haufen gerusten?
Magdalena
Nee, ich lese eigentlich recht regelmäßig. Also ich habe abends, wenn ich meine Kinder hin lege, also je nachdem, wie ich gerade hin lege, aber meistens lese ich dabei bei der Einschlafsbegleitung Und das kann auch manchmal eine Stunde dauern, da habe ich schon eine Stunde gelesen. Und dann lesen wir beide recht viel, auch so nebeneinander auf der Couch danach. Und ja, jetzt gerade zum Beispiel gucke ich ja gerne die Wahl in USA. Dann lese ich nicht mehr so viel, weil ich mir viel Nachrichten anguckele. Viel Late Night darüber und das sehr spannend finde, was ich da tut. dann bin ich so ein bisschen abgelenkt und manchmal bin ich auch müde von oder manchmal habe ich aus Gefühl Bücher, die heilen so nach und dann kann ich noch nicht in Neues einsteigen. Dann gucke ich zum Beispiel eine Serie oder ein Film, aber meistens lese ich tatsächlich abends, weil es mich runter bringt, Richtig. Und ich mache anders Denker als nur in Projekten und das ist dann dahin und genieße to-du-lister und anders dann auf einmal so richtig entspannt.
Helen
Ja, kann ich sehr gut nachvollziehen. Gibt es ein Buch, was dich zuletzt total begeistert hat?
Magdalena
Ja, ich habe jetzt recht spät, was man von hier aus sehen kann gelesen.
Helen
Und?
Magdalena
Und das war so schön. Ich habe mich lange irgendwie das Cover nicht angeschaut. Ich dachte, da bin ich so. Ich weiß nicht, was das soll. Da sehe ich das Cover und denke mir so, ach, ich weiß nicht. Ja, einfach weiß nicht so. Das ist ja kein hässliches Cover, aber es spricht nicht zu mir. Ich bin so ein visueller Mensch und ich, das ist eigentlich ein visueller Mensch, was ich so machen muss. Das muss ich gar nicht schon reden, das ist Quatsch, wenn ich das mache. Aber dann stehe ich da und ich weiß nicht. Und dann ist so ein Okapi, das ist auch nicht so richtig. richtig meint, was für ein komisches Tier. Warum ist das da drauf? Das ist wie so Giraffenprint oder so ein Leo-Deko oder so ein Zebra-Kissen. Äh, wie fühle ich es nicht? Ja, aber ich glaube tatsächlich nicht, ich hätte es vielleicht, also vielleicht hätte ich es dann irgendwann gelesen, aber zu dem Zeitpunkt, also das fand ich ganz am Anfang von der Buch-Auswahl, da wurde das ausgewählt. Ja. Und ich war auch so, nee, ich weiß jetzt nicht so, das war irgendwie Ich weiß gar nicht mehr, was noch zur Auswahl stand, aber irgendwie war das auf jeden Fall nicht mein Favorit. Und ich habe richtig so hundert Seiten gebraucht, um klarzukommen. Also ich habe irgendwie echt lange gebraucht, um zu verstehen, was dieses Buch eigentlich genau von mir will. Und dann war ich so drin, dann war es voll die Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich weiß noch, wie ich geweint habe, gelacht habe und so was auch so. Ja, weil sie hat so eine humorvolle Art zu schreiben und es ist ja so zwischen Fiktional und Realität. Man denkt, sie veräppelt einen – und dann spielt dieser Aberglaube mit hinein, den eine Figur hat. Man braucht eine Zeit, um es einzuordnen, wo man steht. Ist es jetzt Realität oder ist es jetzt Fiktionale? Ich finde, dass eigentlich am Ende fand ich es schön, dass das Buch das nie richtig auflöst. Dass es immer dieses Balancieren ist, diese Ambivalenz zwischen Realität und Fiktion. und dass man eigentlich fühlt es sich immer an wie eine echte Geschichte. Das könnte ja auch autobiografisch sein, denkt man dann und dann denkt man wieder, nee, das ist kompletter Humbug, was erzählt die da? Und das ist aber eine schöne Spielerei, die mir auch Spaß gemacht hat. Ich habe aber gebraucht, um reinzukommen.
Helen
Was haben wir, weil ich ja dieses Buch der Woche, das ich gerade gar nicht jede Woche schaffe, weil ich gerade einfach zu viel zu tun habe mit der Buchveröffentlichung und dem Kalender, aber hoffentlich im Dezember wieder regelmäßiger schaffe. Das haben mir so viele empfohlen und haben auch gesagt, Sie haben bei der Leserunde bei dir mitgemacht, zum Beispiel.
Magdalena
Genau, das kriege ich immer wieder, habe ich das gesagt bekommen, wie toll diese Leserunden sind. Und ich sollte mal… Es kam immer wieder viel Werbung für euch. Und dann habe ich gedacht, ja, dann muss ich mir das ja auch mal so eine Leserunde angucken und dann… Genau, und das Buch wurde auch erwähnt, dass ihr das gelesen habt. Und dann habe ich gesagt, okay, es schreiben so viele, dass das so toll ist, dann muss ich es auch mal lesen. Ja, und dann habe ich… Ich habe auch immer so ein bisschen Resistance innerlich, also selbst wenn ganz viel auch mir das persönlich empfehlen. Ja. Ich weiß es auch nicht, ich denke dann schnell. Aber ob es mir wirklich gefällt, so. Also brauche dann auch immer eine Weile, um mich darauf einzulassen. Aber ich finde, das ist so ein Buch, das kann man schon mal wagen. weil es irgendwie halt doch wirklich viele dann überzeugt, egal wie skeptisch man vorher ist.
Helen
Ich finde, das kommt am nächsten an ein Wohlfühlbuch dran, was wir bisher bei Mädels, die lesen. haben.
Magdalena
Ich mag das eigentlich ganz gerne, wenn es viele empfehlen, weil ich das Gefühl habe, es ist irgendwie auch schön, wenn Menschen Bücher machen, die für eine größere Masse gemacht sind und nicht nur für so einen kleinen, intellektuellen Kreis, vielleicht. ein bisschen. Also dann bin ich schon neugierig, wenn die große Masse etwas mag. Davor habe ich nämlich auch selbst Angst und seitdem denke ich da auch so offen darüber, weil wenn ich merke jetzt die Bücher, die ich bisher illustriert habe, die sind schon auch für einen speziellen Markt gewesen. Ich habe jetzt viel für die Schweiz gemacht und die sind ja kulturell auch irgendwie so traditioneller, die haben auch eine andere … im Deutschen ist das natürlich schwierig mit der eigenen Kultur, da stolz drauf zu sein. Das ganze Buch-Szenen und so was angeht, das ist ja einfach ein schwierigeres Mithil. Und da Da habe ich gemerkt, es kam gar nicht so im deutschen Markt rüber. Also Heidi war zum Beispiel in der Schweizer Bestsellerliste, das habe ich hier gar nicht so mitbekommen und habe es auch gar nicht in so vielen Buchläden gesehen in ein paar Läden stehen sehen, aber nicht so. Dann habe ich Fotos geschickt, gekriegt von Followerinnen, die in der Schweiz leben und da war das riesig aufgemacht. Da stand es in jedem Buchladen und die Schaufenster waren dekoriert und dann stand es so im Zentrum und dann habe ich auch gesehen, auf der Bestsellerliste, dass da der Verlag dann rumgeschickt ist, dass wir auf die Bestsellerliste gekommen sind. Da habe ich erst begriffen, welche Größe das da hat. Das habe ich hier natürlich nicht verstanden. Und hier haben wir auch einfach nicht so viele. Ich habe das Feedback gar nicht so mitgekriegt zu dem Buch, muss ich ehrlich sagen. Da war nicht so viel. Und jetzt ist das natürlich mit dem GU Verlag, der natürlich in allen möglichen Buchläden vertreten ist. Hat das einfach, das ist nicht so ein Nischenverlag, sondern es ist ein großer Verlag, der auch ein großes Publikum anspricht. Eine größere Bandbreite und ich denke mir immer, ob man, es ist halt einfach ein anderes Werk, ob man schreibt für eine kleine Nische, die sich damit ohnehin gern auseinandersetzt, oder wenn ich für meine Followerinnen zeichne, dann weiß ich, es wird generell wohlwollend aufgenommen, weil wir ja ein ähnliches Interesse haben und sie das auch anders einordnen als die große Masse. Und jetzt so was, so ein breites Publikum, das loszulassen, das macht mir schon auch Angst, muss ich sagen.
Helen
Das kann ich gut nachvollziehen und ich finde auch total spannend, was du da so eingeschoben hast, weil ich habe dann während du das so erzählt hast, habe ich gedacht, Ich bin ja jetzt nicht unbedingt skeptisch, wenn Freundinnen oder so mir etwas empfehlen. Aber ich glaube dadurch, dass ich bei Instagram eher auf diese Bookstagram-Bubble und so sehe. Das sind dann schon häufig diese sehr neuen Bücher und dann irgendwie sehe ich die dann überall. Und da bin ich dann schon schnell so, dass ich dann, nee, ich habe da jetzt irgendwie nicht so Lust drauf. Ich glaube, ich weiß gar nicht so ganz genau, woran das liegt. Ich glaube, es ist so ein bisschen, dass ich vielleicht nicht mehr dann so ganz daran glaube, in dem Moment, wenn ich das so 100 mal an einem Tag gesehen habe, dass ich denke, ob die das wirklich alle so sehen Also ich glaube, es liegt eher da dran, weil wenn ich, also wenn ich es vielleicht einfach irgendwie zum Beispiel auch auf der SPIEGEL-Bestsellerliste sehe, dann denke ich so, es sind dann auch andere Menschen überzeugt davon. Ich weiß nicht, es klingt jetzt irgendwie so ein bisschen gemein, aber ich habe dann irgendwie so gedacht weiß gar nicht warum ich da so skeptisch bin, weil wenn mir eine Freundin Buch in die Hand drückt, würde ich auf keinen Fall sagen, nein, das ist nichts für mich. Die kennen mich ja.
Magdalena
Ja, ich denke es gibt da natürlich auch immer diese Hypes, die das so ein bisschen verzerren und ich denke es ist auch verzerrt dadurch, dass durch Social Media und einer gewisse Reichweite, sich das, was Kultur ist, also das merkt man ja auch im Kunstmarkt, dass sich das ein bisschen verzerrt und verändert. Das heißt, es kriegen ja auch Leute, also es ermöglicht ja Leuten erstmal demokratisiert es ja gewisse Wege, was ja gut ist. Das ist nicht mehr nur jetzt die alten weißen Männer in den Verlagen, sondern die Bücher verlegen und aussuchen, wer verlegt werden darf, sondern es gibt es so ein bisschen in die Bevölkerung zurück oder in die Gesellschaft zurück, diese Entscheidung. Aber es sind natürlich auch inzwischen Menschen oder viele, die Bücher machen, die gar nicht die Quereinsteiger sind, was eigentlich kein Thema ist, aber es verzerrt so ein bisschen das Bild, weil auch Reichweite inzwischen entscheidet, was wir öffentlich machen und wie die Sachen eben dort diskutiert werden auf Social Media, was ein Hype wird und was ein Trend. Das habe ich schon auch gemerkt, dass ich dann nicht so mitgehe, weil ich denke, okay, ist das jetzt gehypt? Und dann lese ich es und denke irgendwie fühle ich es aber trotzdem leider nicht. Und hättest du jetzt vielleicht auch gar nicht gekauft, hätte ich das nicht dauernd über euch gesehen oder ich habe es gar nicht gelesen. Und das macht natürlich verändert, das auch so eine Kultur-Szene.
Helen
Ich meine, das ist für den Buchmarkt ja auch total lukrativ, wenn da jemand kommt und der hat einfach schon seine Kundschaft dabei und dann kann der ja einschätzen, okay die haben jetzt 150, 200.000 Follower, wenn da nur zwei, drei Prozent das Buch kaufen, ist das schon ein Bestseller.
Magdalena
Das ist je nach Szene natürlich unterschiedlich, das ist ein Sachbuch, ist es ein Kinderbuch oder ein Roman, das ist noch mal anders. Aber es ist natürlich ein geringes Risiko diesen Schritt dann zu wagen und zu sagen, gut, dann publizieren wir das, da ist ja einfach schon das Publikum da und dann ist es eher, denke ich, das ist vielleicht eher ein Fanartikel, als ein tatsächliches, aber ist auch okay.
Helen
Ja, das ist mal ein super spannendes Thema auch, darüber schreiben gerade auch einige Abschlussarbeiten und so drüber geschrieben, wie das alles irgendwie verändert. Aber also insofern ich finde es klasse, ich kann mir vorstellen, dass es so ein bisschen aufregender für dich ist, wenn es so eine breitere Masse zugänglich wird, aber ich finde es eigentlich total schön. Ja, gerade auch wenn das ja eigentlich gar nicht so ganz 100 Prozent irgendwo zuordbar ist, irgendwie wenn man dann vielleicht Ich sag, es ist genauso viel Erwachsene wie für Jugendliche oder Kinder irgendwie interessant. Wenn das dann einfach viele in die Hand nehmen, ist das auch total cool. Ich weiß nicht, wahrscheinlich brauchst du irgendwie schon eine Strategie, wie du auch mit dem Feedback oder so dann umgehst. Aber erstmal finde ich es total klasse. Und ich glaube auch, dass, wenn man diese erste Aufregung abgelegt hat, das ist wahrscheinlich auch einfach eine richtig coole Welle, die man so mitnehmen kann.
Magdalena
Ja, mal gucken wie es aufgenommen wird und ob es eine zweite gibt oder nicht. Aber für den Verlag ist es halt auch ein ganz neues, ganz neues, Rubrik, ganz neue Bereich. Also die haben diesen Bereich neu gegründet. Das ist das erste Buch für die aus dieser, deswegen sind wir alle aufgeregt.
Helen
Das ist ja richtig cool, du machst ja einfach deine eigene Story.
Magdalena
Ja, genau. Ja, die stellen sich neu auf, so ein bisschen. Der G.U. hatte jetzt auch das erste Mal so Young-Adult-Sachen und die wollen sich neu aufstellen und haben neue Rubriken gegründet dieses Jahr. Und eine davon ist dann eben auch diese illustrierten Bücher. Richtig. Das ist das erste illustrierte Buch. Also ich glaube generell, was Sie verlegen. Von daher haben die weder die einfach noch weiß ich, wie es ist, so einen großen Markt zu bespielen. Also wir sind für alle sehr… Ich glaube, das Ding ist auch so Schwieriges einzuordnen für uns alle zu sein. Okay, wie gut ihr jetzt anguckt. Mal gucken, wie es ankommt. Voll cool. Also
Helen
ich drücke dir auf jeden Fall alle Daumen. Ich finde es total inspirierend auch an, was du so machst und wie du dir deinen Weg bahnst. Wir verlinken auf jeden Fall zu dem Buch in den Show Notes. damit man es sich angucken kann. Vielleicht jetzt noch mal kurz, wo man dich so im Internet findet, wenn man jetzt mehr von dir sehen will.
Magdalena
Ja, eigentlich auf meiner Instagram-Seite bei madgen.fou, das ist einfach mein Name abgekürzt. Genau, da habe ich die aktuellsten Sachen, ansonsten auf meiner Webseite, die ist einfach magdalena.fournillier.de Und da habe ich mein Portfolio und da ist auch der Shop drunter. Manchmal schreibe ich auch einen Blogbeitrag, alle zwei Jahre mal. Und ab Januar gibt es auch einen Newsletter, den man dann auf der Seite abonnieren kann. Genau. Da muss ich aber noch ein bisschen Vorarbeit leisten. No, ist nicht ohne. Ja, ja, ich weiß. Deswegen brauche ich ein bisschen Anlaufzeit, damit ich das vorbereiten kann. Aber cool. Schön.
Helen
Ich fand es auf jeden Fall mega spannend. Ich glaube, wir hätten auch irgendwie fünf weitere Themen aufmachen können. Also richtig cool. Und danke auch so, dass du so ein bisschen den einen Blick… in die Welt der Illustration gegeben hast. Total spannend. Danke auch noch mal für die Vorschläge, die da kamen. Ich bin nicht mehr ganz sicher, wie es entstanden ist, aber dein Name ist auf jeden Fall gefallen. So bist du zu mir gekommen, über die Empfehlung.
Magdalena
Ich freue mich auch.
Helen
Dann würde ich sagen, wir trinken unseren Kaffee zu Ende, bevor sich dieses Café hier füllt. Und verabschieden uns an der Stelle von den Mädels. Danke dir.




