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Warum wir alle mehr Gedichte lesen sollten

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Podcast · Folge 63

Warum wir alle mehr Gedichte lesen sollten

Fabian Leonhard rief mitten im zweiten Lockdown dazu auf, Gedichte zu schreiben. Über 1000 Texte kamen zurück – und daraus wurde ein Buch, dessen Gewinn vollständig gespendet wird

22. März 2024 · 62 Minuten · Ganze Folge hören ↓

Stand heute

Dieses Gespräch ist ein Instagram-Livestream vom 21. März 2021, dem Welttag der Poesie – mitten im zweiten Lockdown, zehn Tage nach Erscheinen von #Lockdownlyrik. Als Podcastfolge kam es drei Jahre später heraus. Alle Zahlen und Pläne im Gespräch sind der Stand von damals. Was daraus geworden ist: #Lockdownlyrik ist inzwischen in der dritten Auflage. Und Fabian Leonhards Hoffnung, dass es keinen zweiten Lockdown-Band braucht, hat sich erfüllt – der nächste Community-Gedichtband hieß #Antikriegslyrik und entstand 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, nach demselben Prinzip.

Anfang Januar 2021 schrieb ein junger Berliner Lyriker auf Instagram: Schreibt doch mal Gedichte zum Lockdown. Es kamen über tausend Texte zurück – von Menschen, die sich teils extra dafür einen Account anlegten. Zwei Monate später lag daraus ein Buch vor. Zum Welttag der Poesie haben wir mit Fabian Leonhard darüber gesprochen, wie man aus tausend fremden Texten hundert auswählt, warum er keine Schreibroutine hat – und was es heißt, mit Ende zwanzig einen eigenen Verlag zu führen.

Fabian Leonhard

Lyriker und Verleger, Trabanten Verlag Berlin

Fabian Leonhard hat 2020 den Trabanten Verlag in Berlin gegründet, mit dem Ziel, Lyrik zurück in den Alltag zu holen. Zum Zeitpunkt des Gesprächs gab es den Verlag seit November, das Team bestand aus fünf Leuten, und er studierte nebenher noch Germanistik und Geschichte auf Lehramt. Sein eigener Gedichtband Glücksjäger war im November 2020 erschienen. Gedichte schreibt er erst seit ein paar Jahren – angefangen hat es während des Studiums, zusammen mit einem Kommilitonen.

Ein Buch aus tausend fremden Texten

Die Idee war kein Verlagsplan, sondern ein Satz auf Instagram: Schreibt doch mal Gedichte zur aktuellen Situation. Das war Anfang Januar 2021. Die Resonanz hat ihn nach eigener Aussage völlig erschlagen – und gleichzeitig hat er sich krass gefreut. Aus dem Aufruf wurde ein eigenes Projekt, aus dem Projekt ein Buch, und zwar in rund zwei Monaten von der Idee bis zur Auslieferung.

Die Community trug das Ganze mit: Es wurden Plakate in ganz Deutschland geklebt, er verschickte dicke Pakete mit Plakaten und Stickern. Menschen legten sich Instagram-Accounts an, nur um ein Gedicht einzureichen. Am Ende lagen über tausend Texte vor, hundert kamen ins Buch.

Die Auswahl traf eine Jury – alles im Videocall, teils mit einer halben Stunde Diskussion über einen einzigen Text. Genau das, sagt er, macht die Qualität aus: Hätten sie einfach reingepackt, was kam, wäre es nicht dasselbe Buch geworden. Neben vielen unbekannten Stimmen sind auch Sibylle Berg, Ulrike Almut Sandig und Thomas Gsella mit einem Text dabei – und der Journalist und Filmemacher Hubertus Koch.

Eine der Einsendungen kam von einer 96-Jährigen, die in einem Altersheim lebt; ihre Nichte hatte den Text eingereicht. Den Autorinnenvertrag hat sie selbst unterschrieben, in ihrer eigenen Handschrift. Es war, glaubt Fabian Leonhard, das erste Mal, dass etwas von ihr in einem Buch stand.

Bei Lyrik ist das Interessante, dass wirklich die unterschiedlichen Stile zusammenkommen und jeder eine andere Perspektive hat, aber halt auch ein Thema. Das schafft auch so Verbundenheit.Fabian Leonhard

Der Gewinn geht komplett weg

Das Buch ist ein Non-Profit-Projekt: Der gesamte Gewinn abzüglich Druckkosten geht an die Berliner Obdachlosenhilfe. Der Verlag verdient daran keinen Cent. Eine Woche nach Erscheinen waren tausend Exemplare verkauft – bei Lyrik, sagt er, ist alles über tausend in einer Woche schon ein Erfolg.

Im Gespräch rechnet er offen vor, was von den 12 Euro Ladenpreis übrig bleibt: Der Buchhandel bekommt 40 Prozent – und soll sie auch bekommen, weil Buchhändler*innen davon leben müssen. Sein Rat an die Zuhörenden ist entsprechend eindeutig: direkt beim Verlag bestellen oder beim Buchladen um die Ecke, der jedes Buch über die ISBN besorgen kann.

Wie man Gedichte schreibt, wenn man keine Routine hat

Auf die Frage nach Schreibübungen antwortet er entwaffnend ehrlich: Er nimmt sich immer wieder Routinen vor und kriegt sie nicht hin – und schreibt am Ende trotzdem. Für einen Roman, glaubt er, bräuchte man eine, wegen des Überarbeitens. Bei Gedichten schreibt er, wenn die Idee kommt: nach einem Film, in der Badewanne, in der U-Bahn. Ideen sammelt er in fünf Notizheften, das Bessere wandert in ein Word-Dokument.

Wie lange er an einem Gedicht sitzt? Zwischen zwei Minuten und mehreren Monaten – nicht in Arbeitsstunden gerechnet, sondern weil man einen Text weglegt, eine Woche später wieder rausholt und immer noch nicht zufrieden ist. Seine Erfahrung: Nicht selten sind die ersten Gedanken die besten.

Und die beste Tageszeit ist für ihn morgens oder abends – morgens, weil das Gehirn frisch und man noch halb in der Traumwelt ist, abends, weil man durch die Müdigkeit ein bisschen spinnerter ist. Mitten am Tag schreibt er kaum.

Man darf halt nicht zu hart mit sich selber sein, aber halt auch nicht zu wohlwollend. Diese Mitte, du musst diese Mitte finden.Fabian Leonhard

Was Instagram mit den Texten macht

Kürzere Texte, die tagesaktuelle politische Themen aufgreifen, werden deutlich öfter geteilt als ein Text über Seesterne – das weiß er. Trotzdem sei es nicht die Maxime, danach zu schreiben. Unterbewusst spiele es bei jedem mit, das könne ihm keiner erzählen. Aber wer sein Ziel komplett danach ausrichte, sei am Ende wie ein Unternehmen, das liefert, was gewollt ist.

Deshalb sind in seinem eigenen Gedichtband auch Texte, die nie auf Instagram erscheinen – und beim nächsten Band sollen es noch deutlich mehr sein.

Das kann ja nicht die Maxime sein, dass du überlegst, was der Algorithmus oder was die Leute cool finden. Dann ist es auch keine Kunst mehr.Fabian Leonhard

Lesen, ohne zu kopieren

Auf die Community-Frage, ob es hilft, Gedichte alter Meister zu lesen, sagt er klar ja – mit einer Einschränkung. Wer zu lange nur einen Dichter liest, fängt unbewusst an, so zu schreiben. Er hat Kumpels, bei denen sich am Ende alle Gedichte gleich anhörten. Sein Rezept: Gegenwartsliteratur und alte Lyrik mischen, von Frauen, von Männern, am besten auch Übersetzungen aus anderen Ländern – und daraus den eigenen Stil entwickeln.

Von Gedichten nach festen Mustern – Elfchen, Haiku, Rondell – hält er wenig: zu enges Korsett. Zum Einsteigen findet er sie aber gut.

Selbst liest er ungefähr ein Buch pro Woche. Sein Tipp im Gespräch ist Faserland von Christian Kracht, das er gerade las, weil der Autor damals einen neuen Roman veröffentlicht hatte.

Was Lyrik fürs Romanschreiben bringt

Dass aus ihm irgendwann ein Romanautor wird, will er nicht ausschließen – ein Datum nennt er nicht. Was ihm am Schreiben gefällt: Man hat keinen Druck. Rockbands, die sich mit 40 gründen und durchstarten, kennt er kaum; beim Schreiben sei es sogar gar nicht schlecht, ein bisschen älter zu sein, weil man etwas zu erzählen haben muss.

Über Gedichte, sagt er, lernt man das literarische Schreiben: den Blick für kleine Dinge, viel mit wenig sagen, metaphorische Sprache. Ein gutes Training für einen Romanstil, der poetisch ist.

Was ein junger Verlag alles ist

Der Trabanten Verlag war zum Zeitpunkt des Gesprächs vier Monate alt, fünf Leute. Dass deutlich mehr dazugehört, als er dachte, sagt er selbst: Vertrieb, Pressearbeit, ein richtig gutes Lektorat, Logistik, Design, Material, Haptik. Und vor allem das Rechtliche – Verträge mit Autor*innen, Verträge mit anderen Verlagen, Auslandsrechte, Lizenzen, dazu Buchhaltung und Steuern.

Auch ein Verlag mit sozialen Projekten muss wirtschaftlich funktionieren, sagt er – weil gute Lektor*innen und gute Pressearbeit ein faires Gehalt brauchen. Und genau deshalb sei es wichtig, dass junge Verlage überhaupt an den Start kommen und die Welt nicht nur aus den großen Häusern besteht.

Ein Gespräch, das Lust macht, mal wieder ein Gedicht zu lesen – oder selbst eins zu schreiben.

Die ganze Folge hören

Die Bücher aus dieser Folge

Die beiden Bücher, um die es im Gespräch geht – und der Roman, den Fabian Leonhard als Buchtipp nennt.

Buchcover »#Lockdownlyrik«

#Lockdownlyrik

Herausgegeben von Fabian Leonhard · Trabanten Verlag · 142 Seiten

100 Gedichte von 100 Autor*innen, ausgewählt aus über tausend Einsendungen. Der gesamte Gewinn geht an die Berliner Obdachlosenhilfe.

Bei genialokal ansehen

Buchcover »Glücksjäger« von Fabian Leonhard

Glücksjäger

Fabian Leonhard · Trabanten Verlag · 104 Seiten

Sein erster eigener Gedichtband, erschienen im November 2020. Texte über das Berliner Großstadtleben, die Liebe und die Zeit zwischen Studium und Arbeitswelt.

Beim Trabanten Verlag ansehen

Buchcover »Faserland« von Christian Kracht

Faserland

Christian Kracht · Fischer Taschenbuch · 165 Seiten

Der Buchtipp aus der Folge. Kurz, betrunken, mit politischer Dimension – Fabian Leonhard las ihn gerade, als das Gespräch stattfand.

Bei genialokal ansehen

Die mit »Bei genialokal ansehen« gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber, bekommen wir eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts. Über genialokal bestellst du bei einer unabhängigen Buchhandlung. Glücksjäger ist dort nicht gelistet und führt deshalb direkt zum Verlag – ohne Provision für uns.

Häufige Fragen

Was ist #Lockdownlyrik?

Ein Gedichtband aus dem Trabanten Verlag, entstanden aus einem Instagram-Aufruf von Fabian Leonhard im Januar 2021. Über tausend Menschen schickten Texte ein, eine Jury wählte hundert davon aus. Das Buch erschien am 12. März 2021, zwei Monate nach dem Aufruf.

Wohin geht der Erlös?

Der gesamte Gewinn abzüglich Druckkosten geht an die Berliner Obdachlosenhilfe. Der Verlag verdient an dem Buch nichts – es ist ausdrücklich als Non-Profit-Projekt angelegt.

Was ist der Trabanten Verlag?

Ein unabhängiger Berliner Verlag, den Fabian Leonhard 2020 gegründet hat. Am Anfang stand der Wunsch, Lyrik zurück in den Alltag zu holen; später kamen gesellschaftspolitische Sachbücher und Romane dazu.

Gab es das Projekt noch einmal?

Ja. Im Gespräch hofft Fabian Leonhard ausdrücklich, dass es kein #Lockdownlyrik 2 geben muss, sondern der nächste Band ein anderes Thema bekommt. So kam es: 2022 erschien #Antikriegslyrik nach demselben Prinzip – ein Aufruf kurz nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine.

Ich schreibe selbst Gedichte. Was rät er?

Einfach mal veröffentlichen, um zu sehen, wie es ankommt, und sich mit anderen zu vernetzen. Damit rechnen, dass es nicht allen gefällt – wenn es allen gefällt, wäre das eher eigenartig. Und beim Bewerten die Mitte finden: nicht zu hart mit sich sein, aber auch nicht zu wohlwollend.

Die ganze Folge zum Nachlesen

Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme. Die im Livestream vorgelesenen Gedichte stehen aus urheberrechtlichen Gründen nicht im Wortlaut hier.

Helen
Ich sage erstmal herzlich willkommen. Ich freue mich total, dass das so spontan geklappt hat. Ich habe dir ja erst, ich glaube genau heute vor einer Woche geschrieben und gefragt, ob du dir das vorstellen könntest zum Welttag der Poesie?

Fabian
Das ist echt krass, ich wusste halt nicht, jetzt bin ich mal ehrlich, dass heute der Welttag der Poesie ist. Also jetzt weiß ich es halt.

Helen
Ja, gern geschehen.

Fabian
Also Leute, heute ist der 21. März, jedes Jahr wirklich World Poetry Day.

Helen
Ja, anscheinend schon seit 2002, nicht 2002, sondern 2000, das habe ich eben nochmal nachgeguckt. War mir vorher auch nicht bewusst, aber ich dachte, genauso wie du, wahrscheinlich gibt es einen Tag dafür, weil es für alles einen Tag gibt. Und dann dachte ich so, du hast bestimmt schon längst was vor an dem Tag, weil du ja Gedichte schreibst.

Fabian
Ich sehe das hier gerade, weil es mich interessiert, ich bin so ein Wikipedia-Freak, der wurde wirklich von der UNESCO ausgerufen.

Helen
Ja, das ist schon offiziell. Ein höchst offizieller Tag.

Fabian
Vielleicht wäre es nicht schlecht, dass wir da irgendwelche coolen Veranstaltungen machen, mit Lesungen im Park oder so.

Helen
Ja, das wäre nicht schlecht. Hier hatte auch schon jemand gefragt, ob man vielleicht was vorlesen könnte. Also ich wurde gefragt, ob ich was vorlesen kann, aber vielleicht kannst du dir ja sogar vorstellen, nachher mal was vorzulesen. Vielleicht müssen wir kurz erklären, vielleicht kennt ja nicht jeder das Buch, vielleicht müssen wir das mal vorstellen hier.

Fabian
Ja, das ist halt relativ spontan entstanden eigentlich, dieses Buch. Ich hab am Anfang Januar, ich war wirklich, das war am 5. oder 10. Januar, hab ich irgendwann mal gesagt, Leute, schreibt doch mal Gedichte zum Thema, ja, zum Thema jetzt, zum Lockdown, zur aktuellen Situation. Und dann kamen da so viele Texte rein, da war ich völlig erschlagen, aber ich hab mich auch gleichzeitig auch so krass gefreut darüber, dass es dann irgendwie regelmäßig größer wurde und ein eigenes Projekt wurde und dann kamen immer mehr Texte. Und jetzt ist halt dieses Buch da. Und wir haben das halt echt schnell gemacht. Deswegen sind auch ein, zwei kleine Fehlerchen drin, die haben wir jetzt aber korrigiert. Die zweite Auflage kommt hier jetzt schon gleich, die erste ist bald weg. Und das sind jetzt, ja, 100 Gedichte von 100 Autoren. Wir haben halt tatsächlich auch ein paar etwas Bekanntere, Sibylle Berg kennt man halt, Ulrike Almut Sandig ist nicht so bekannt bei jedem, aber hat halt einfach coole Literaturpreise gewonnen. Thomas Gsella kennt man vielleicht auch noch. Hubertus Koch ist vielleicht auch dem einen oder anderen Begriff.

Helen
Ja, also das habe ich zumindest eben bei euch gesehen, dass er auch im Trabanten Verlag ein Buch veröffentlicht hat.

Fabian
Also wer Hubertus Koch nicht kennt, sollte Hubertus Koch mal unbedingt auschecken. Das ist einfach einer der realsten Journalisten und Filmmacher, die wir in Deutschland haben. Und der ist auch mit einem kleinen Text dabei. Und um es abzurunden, der gesamte Gewinn geht an die Berliner Obdachlosenhilfe. Das war uns wichtig, weil bei so einem Community-Projekt, wo ganz viele Texte eingereicht wurden, und das war natürlich auch schwierig, sich wirklich für 100 Texte zu entscheiden, weil wir hatten über 1000 und viele waren wirklich gut. Aber wir wollten ja halt so eine Mischung haben. Das sind alles Texte, die wirklich einfach den Alltag aufgreifen, die Situation. Aber hast du es mal komplett durchgelesen?

Helen
Ja, ich fand es halt total cool. Es ist ja zum Beispiel auch eine irgendwie über 90-Jährige dabei. Es sind auch ganz unterschiedliche Stimmungslagen drin. Ich hatte schon das Gefühl, relativ viel Frust – das liegt, denke ich, auch an dem Zeitpunkt. Vor einem Jahr wäre das vielleicht nochmal was anderes gewesen. Aber gerade das hattest du im Vorwort glaube ich auch so beschrieben, dass es gegen Ende schon irgendwie auch so ein bisschen hoffnungsvoller wird und ja auch viel was man so daraus ziehen kann.

Fabian
Wir müssen halt auch witzige Sachen drin haben. Wir haben auch schon ein paar lustige Sachen drin.

Helen
Ja absolut.

Fabian
Ich kann dann mal als Beispiel was lustiges.

Helen
Hast du ein Beispiel? Ich gucke gerade mal. Ja, ich habe eins mir markiert, was ich total gerne mochte, von Linda Krasenbrink auf Seite 118, eigentlich.

Fabian
Ja, fang mal aus.

Helen
Oh Gott, ich habe noch nie, glaube ich, so ein Gedicht richtig vorgelesen. Ich bemühe mich. [Helen liest das Gedicht von Linda Krasenbrink auf Seite 118 vor.] Irgendwie hat mir das sehr aus der Seele gesprochen. Ich fand das richtig.

Fabian
Ja, mich auch. Gut. Wir haben auch Texte wie der hier, der ist so ein bisschen, ich sag mal so ein bisschen salopper. Aber das ist halt auch wichtig, mal so ein Text, der so ein bisschen auflockert. Der heißt "Finale Corona-Fantasie". Ich lese es mal vor. [Fabian Leonhard liest ein Gedicht aus #Lockdownlyrik vor – ein Reim-Gedicht über das Desinfizieren der eigenen Wohnung.] Das ist halt auch mal so ein Ding, was so ein bisschen ist. Natürlich geht vielleicht nicht so in die Tiefe. Aber es ist halt wichtig, dass so eine Texte dabei sind.

Helen
Absolut. Es war ja auch, glaube ich, irgendwie so ein Tagesschaubezug. Ich fand, es gab relativ viele Texte auch, wo es auch aufs Homeschooling anspielt. Also ich hatte so das Gefühl, es war so die gesamte Bandbreite an Gefühlen vielleicht dabei. Hat mir sehr, sehr gut gefallen.

Fabian
Oder halt auch Texte, die mal anders sind halt auch, ne? Ja, das stimmt. Also hier ist alles dabei. Wir haben auch darauf geachtet, dass wir kurze Texte haben, wir haben so nett dabei, wir haben offener Sprache, sind die einfach sehr unterschiedlich.

Helen
Ja, das stimmt. Wie ist denn das Gedicht von der über 90-Jährigen eingereicht worden?

Fabian
Wie hieß sie denn? Ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Die ist 96 und die ist schon in einem, ja ich kann ja etwas dazu sagen, die ist in einem Altersheim. Und ihre Nichte hat es halt eingereicht. Aber die hat sich auch persönlich richtig gefreut, weil die ist, ich glaube die ist noch ziemlich fit, auch ziemlich klar am Kopf. Die musste ja auch den Autorinnenvertrag unterschreiben, hat sie auch gemacht, Original ihre Handschrift. Und die hat sich mega gefreut, weil das erste Mal auch glaube ich war, dass sie in einem Buch war und ja, das ist einfach cool. Also, das war mir auch persönlich schon sehr cool.

Helen
Ja, glaube ich. Ich finde das dann manchmal so verrückt, wenn man darüber nachdenkt, was man mit so einem Instagram-Ding auch erreichen kann. Also, wie viele Menschen du damit erreicht hast. Und ich meine, da sind innerhalb kürzester Zeit unfassbar viele Texte zusammengekommen.

Fabian
Vor allem, was immer noch cool bei dem Projekt ist, dass die Community wirklich gut funktioniert. Wir haben angefangen, Plakate zu kleben. Ich habe es im Vorwort versucht, so ein bisschen zu beschreiben. Wir haben Plakate geklebt in ganz Deutschland. Ich habe wirklich so dicke Pakete verschickt mit Plakaten, mit Stickern. Und da kamen wirklich viele Texte. Ich wollte echt keine Werbung machen für Instagram. Aber es haben sich Leute Instagram-Accounts gemacht, einfach nur, um ein Gedicht einzureichen. Das ist halt so, das kann man halt nicht ändern, das ist halt einfach so. Die Plakate sind Mittel zum Zweck.

Helen
Ja klar.

Fabian
Und jetzt ist es ja immer noch so, dass wir zusammen auch das Ding vermarkten. Der Gewinn geht da wirklich komplett, wir verdienen da wirklich keinen Cent dran. Also das Ziel ist wirklich, dass wir an Weihnachten dann 10.000 Euro, vielleicht sogar mehr, halt wirklich überweisen können. Und das bringt halt wirklich was. So mit 10.000 Euro können die halt wirklich was anfangen. Da könnte ich dann irgendwie mehrere hundert Schlafsäcke kaufen und noch nur Gulaschkanone dazu. Na ja, das bringt halt dann wirklich mal was.

Helen
Ja, echt cool. Ihr habt dafür ja auch einen eigenen Instagram-Account, also unter #Lockdownlyrik findet man das Buch und auch die Texte, die ich zum Beispiel nicht ins Buch geschafft habe, und hat Trabanten Verlag zusammengeschrieben, oder?

Fabian
Da ist kein Punkt dazwischen. Da findet man auch noch die anderen Bücher. Sind die auch in der Bio. Ihr könnt es aber auch ganz normal im Buchladen kaufen, bestellen. Das ist richtig cool. Also immer mehr legen es aus. Selbst in Berlin, hier Dussmann, ist der größte Buchladen. Der hat es jetzt auch vorne liegen und so.

Helen
Cool.

Fabian
Also wir nehmen das mit rein. Aber bestellen kann man es halt auch in jedem Buchladen, ne?

Helen
Ja klar. Ich kann die ISBN ja auch später mal teilen.

Fabian
Weil bei Amazon, also erstmal grundlegend, muss man Amazon nicht unterstützen. Gerade nicht, wenn es um Bücher geht. Kauf direkt beim Verlag oder halt wirklich beim lokalen Buchhandel. Das ist wirklich, macht's einfach.

Helen
Ja, sehr gut, dass du das nochmal ansprichst. Also ich mein irgendwie denke ich so, das fühlt sich wahrscheinlich ganz schön verrückt an, oder? Wenn da so im Dussmann, also ich war da selber tatsächlich noch gar nicht, ich kenne das, aber halt jetzt so durch Instagram halt, weil irgendwie tauchte ich ständig auf. Aber es ist ja wirklich eine große Buchhandlung. Wie fühlt sich das an, wenn da so das eigene Buch dann liegt?

Fabian
Naja, das eigene Buch ist ja, ich mein, das ist ja wirklich von 100 Autoren oder Autoren.

Helen
Trotzdem.

Fabian
Aber wir haben es irgendwie gemacht. Naja, ich werd da nächste Woche schon hingehen, mit einer Kamera und das find ich ein bisschen geil.

Helen
Glaub ich.

Fabian
Ja, natürlich. Also, wenn man das nicht geil finden würde, dann wär irgendwas falsch. Also da werde ich mich schon enorm freuen, wenn ich dahin komme und werde das auch aufnehmen.

Helen
Ja, sehr gut, bin ich schon gespannt. Ich hatte jetzt eben mal noch mal geguckt, seit wann du das mit deinem Account machst.

Fabian
Seit wann? Was ist das?

Helen
Ja, also auf jeden Fall seit 2019. Ich hätte gedacht, dass du das schon viel viel länger machst Und ich glaube, es fing auch direkt eigentlich an mit diesen Video-Gedichten. Also relativ alt.

Fabian
Ich war so skeptisch gegenüber.

Helen
Bist du ja auch immer noch.

Fabian
Ja, naja, so eine gesunde Skeptis ist ja nicht verkehrt. Ja, ich weiß noch, da war ich mit einem Kommilitonen. Der hatte ja auch das ganze Buch lektoriert und war mit in der Jury. Da haben wir immer so Texte geschrieben und haben gesagt, Ich kann ja auch jedem empfehlen, wenn er irgendwie Gedichte schreibt oder gerade so kürzere Sachen, einfach mal um zu testen, auch wie es ankommt und sich mit anderen zu connecten. Einfach mal was zu posten, weil das ist das Beste, was man machen kann.

Helen
Ja, das ist schon ein bisschen gruselig auch.

Fabian
Ja gut, du musst dich natürlich auch, keine Ahnung, du musst damit rechnen, dass vielleicht es auch jemand nicht so gut findet.

Helen
Ja, klar.

Fabian
Aber setz live. Also das ist ja auch nicht schlimm. Das ist ja auch nicht schlimm, wenn es allen gefällt, dann ist ja auch eigenartig. Ja, gut, das stimmt. Ich finde es auch voll okay, wenn jemand sagt, Nefabi, was ist denn das? Das soll ein Gedicht sein? Also, es ist auch voll okay. Also, muss ja nicht jeder gut finden.

Helen
Ja, wie bist du denn, also, hast du vorher schon Gedichte geschrieben oder fingst du quasi mit den Gedichten, die man auf Instagram findet, an?

Fabian
Ne, ich habe schon davor so ein paar. Die waren mir selber nicht gefallen. Weiß ich nicht, also jetzt so als Schüler, so mit 16, 17 war ich jetzt wirklich nicht, also war ich nicht bekannt so, Fabi, ahja, der schreibt Gedichte oder so. Also auch nicht, dass er die besonders liest, so war jetzt nicht so, das war irgendwie so, schon so deutsch leistungsgroß, aber ja, ich weiß nicht, ich war jetzt nicht irgendwie krass in der Poetry-Szene oder so in dem Alter, das kam eigentlich so.

Helen
Auch nicht so Poetry-Slams oder irgendwie so was?

Fabian
Nee, auch nicht. Auch nicht. Ich auch nicht. Einfach mal was veröffentlicht. Ich kam dann erst so als Student. So mit, naja, 2018 oder so? 19? Ich fing jetzt so langsam an, Brotsgeschichten schreiben und dann, und dann hat man auch selber mehr Gedichte gelesen und dann mal so ein bisschen probiert. Und das ist halt irgendwie so, ja, einfach so mal so eine Sache anfangen und dann weitermachen. Macht halt Spaß, wenn man auch merkt, dass man irgendwie besser wird. Und dann muss man sich halt auch fordern. Also dann muss man halt auch dann auch mal härter dann arbeiten und nochmal den Text irgendwie nochmal rausholen und nochmal rangehen und sich halt auch selber einfach immer wieder fordern, dann irgendwie auch alles rauszuholen. Aber das macht ja auch Spaß. Es ist wie bei Sport oder so. Warum mag es jemand, Fitness zu machen oder sowas, weil er dann so ein Ehrgeiz entwickelt und auch besser werden will. Das muss man, das gehört dazu.

Helen
Hast du dann auch irgendwas mit Literatur oder in der Richtung studiert?

Fabian
Naja, ich studiere also eigentlich immer noch, ich muss es mal jetzt fertig machen. Ich studiere Germanistik und Geschichte.

Helen
Also kam es vielleicht auch so ein bisschen dadurch, dass du damit mehr in Berührung kamst?

Fabian
Ja, weil vor allem mein Kommilitone, mit dem war ich auch gerade im sechsstündigen Videocall, der war halt auch so voll literaturbegeistert und wir haben zusammen so gegenseitig gepusht einfach, haben uns immer im Café getroffen, haben uns so gegenseitig so angestapelt, so komm, lass mal das Glied noch verfüllen und so. Aber es hat halt richtig Spaß gemacht. Und so hätte ich die nicht getroffen, hätte ich es wahrscheinlich auch gar nicht so gemacht, glaube ich.

Helen
Ja, cool, ne?

Fabian
Ich glaube, es ist gerade noch nicht sehr gut, jemanden zu haben, mit dem man das zusammen macht. Ja. Weil dann ist das nicht so, weiß ich nicht. Das ist irgendwie cooler.

Helen
Ja, ich finde es auch cool, wenn irgendwie so eine Zufallsbegegnung irgendwie zu sowas dann auch führt. Ich habe ja, ich weiß nicht, ob du das überhaupt gesehen hast, aber ich hatte vorhin ein Fragen bei den Mädels abgefragt und da kamen verschiedene, also ob du irgendwie zum Beispiel, also ich habe das Gefühl, das ist wahrscheinlich deine Schreibübung, wenn du einfach Texte schreibst und die verfeinert und so, aber Aber hast du Schreibübungen, indem du z.B. verschiedene Textarten oder Themen irgendwie bearbeitest? Und wie regelmäßig schreibst du?

Fabian
Also ja, es ist wirklich so, dass ich immer so denke, Mann, warum hast du denn keine Schreibübungen? Warum hast du denn keine? Ich frage mich das öfter und ich mache es aber einfach nicht. Also immer wenn ich mir was vornehme mit Routine und irgendwie, ich kriege es nicht hin. Und trotzdem schreibe ich dann am Ende doch immer irgendwie. Ich weiß nicht, ich glaube, da gibt es halt auch keine Formel. Ich glaube, für viele Leute ist Routine wichtig. Und ich glaube, gerade wenn man irgendwie einen Roman schreiben will und den auch zu Ende schreiben will, dann braucht man auch schon eine Routine. Weil, wegen dem Überarbeiten und so. Aber bei Gedichten, und das finde ich auch gerade so cool, ich schreibe die wirklich dann, wenn ich dann irgendwie die Idee habe. Das soll jetzt nicht so klischee-mäßig klingen, aber dann, ich weiß nicht, man guckt irgendeinen Film und hat dann eine Idee und dann Dann mache ich alles auf, aus, hole meinen Notizbuch und schreibe sofort auf. Oder in der Badewanne oder in der U-Bahn. Also ist es wirklich so. Also ganz, es ist relativ selten, da ich jetzt sage, okay, nö, jetzt wird von 11 bis 12 werden das Gedichte geschrieben. Also mache ich auch manchmal, aber eher selten. Also es ist wirklich so, dass es so nach Lust und Laune und keine Ahnung, so macht es mir auch am meisten Spaß. Darum geht es irgendwie auch. Also das ist halt so ein, dass man da Lust drauf hat einfach.

Helen
Ja, ich glaube auch. Also bei mir ist es tatsächlich auch so, dass eigentlich jede Kreativität in keinem ersteht, schon wenn ich sie versuche zu erzwingen und ich glaube, es geht wahrscheinlich jedem so. Ich habe mich irgendwie gerade daran erinnert gefühlt, wir lesen jetzt im Moment März City of Girls von Elizabeth Gilbert, ich kann das immer nicht aussprechen, und ihr habt ein Buch geschrieben, irgendwie Big Magic oder irgendwie sowas, wo es um Kreativität geht und sie sagt auch, man muss quasi das annehmen, wenn es zu einem kommt, kommt. Also wenn die Idee zu einem kommt, sofort loslegen. Und das hat mich gerade so ein bisschen daran erinnert, als würdest du das ganz ähnlich ansagen.

Fabian
Es gibt auch andere Sachen. Also wenn ich manchmal, da war ich auch so eine Woche, wo ich dann irgendwie so gar nicht geschrieben hat. Auch übrigens im Anverteidig so, oh Gott, oh Gott, Schreibkrise, ach du Scheiße, jetzt hast du ja bis jetzt eine gute Aufgabe, jetzt vorbei. Da hatte ich wirklich so die Angst. Und dann habe ich aber gemerkt, nee, das ist völliger Quatsch, man muss sich da gar gar keinen Kopf machen. Es ist sogar voll wichtig, dass man mal eine Woche lang auch gar nichts schreibt, sonst wird es irgendwann auch künstlich, also völlig in Ordnung. Und dann muss man sich aber sagen, okay, jetzt setze ich mal wieder hin und versuche, was zu schreiben, einfach um rein zu kommen. Also das ist schon wichtig. Das ist so auch wieder wie mit Sport. Also schon so eine gewisse Routine. Also man eine Routine haben, die aber trotzdem nicht so an so festen Terminen. Einfach, dass man sagt, ich versuche meistens so alle ein bis zwei Tage was zu schreiben. Und wenn man merkt, ja, das ist so, dass man halt einfach aufpasst, dass man das nicht so völlig einschlägt zum Beispiel. Wenn man merkt, okay, das habe ich eine Woche nach nicht geschrieben, dann merke ich es schon und dann habe ich aber auch Lust zu schreiben und dann so. Das kommt auch von alleine irgendwie wieder oder halb von alleine. Wobei, wenn man Phasen hat, die extrem stressig sind, dann kann es natürlich schon mal passieren, dass das dann irgendwie so ein Hintergrund gerät. Wenn man jeden Tag 10 Stunden arbeitet und die letzten Wochen waren es auch ziemlich manchmal anstrengend mit den ganzen Veröffentlichungen und Verlagsarbeit und so, dann kann es halt schon, ja klar, so ein bisschen Muße ist schon nicht schlecht.

Helen
Ja, ich mein, #Lockdownlyrik ist ja auch tatsächlich erst letzte Woche gewesen, oder vorletzte Woche, dass es veröffentlicht wurde.

Fabian
Ja, am 12.

Helen
Ja, also da waren wahrscheinlich jetzt die letzten Wochen wirklich sehr intensiv.

Fabian
Ja, vor allem ist ja dann auch das Cover und dann muss, hier ist halt so eine schöne Update, es muss halt auch eigen, es muss perfekt definiert werden, es ist alles, so diese Kleinigkeiten, das ist halt alles nicht so easy. Das muss wirklich alles noch so, damit es halt wirklich läuft, muss man immer mehr gemacht werden.

Helen
Ja, ich fühle gerade über Glücksjäger, da ist das nämlich.

Fabian
Da ist es nicht, aber währenddessen bei allen Gedichtbänden wird das so sein, dass wir das…

Helen
Ja, ich mag sowas total gerne. Ich finde das nämlich, also Haptik finde ich schon so ein bisschen gut.

Fabian
So werden wir jetzt alle Gedichtbände machen. Die werden immer so eine erhabene Struktur haben, weil es ist auch wichtig, dass man da so ein bisschen so ein Widererkennungswert, dass es irgendwie ähnlich ist und trotzdem halt anders. Das finde ich immer wichtig.

Helen
Ja, das finde ich auch schlecht.

Fabian
Ich finde immer weniger ist mehr.

Helen
Ja, ich finde es auch sehr ansprechend. Kommt aufs Buch immer an, aber ja. Obwohl, ehrlich gesagt, hier fand ich halt auch ziemlich cool, da sind ja so Illustrationen mit drin. Also zum Beispiel hier, ich habe jetzt vergessen, von wem die Illustrationen da…

Fabian
Die finde ich auch richtig toll und ich finde das macht das Buch auch nochmal so ganz besonders.

Helen
Aber was ich noch sagen wollte, weil das auch im Nachwort zu #Lockdownlyrik erstand, dass hier, ich weiß nicht ob es jetzt durch dieses Buch entstanden ist oder ob die Idee vorher schon da war, aber dass ihr sowas ja jetzt einmal im Jahr machen wollt. Also so ein Community-Gedichtband, der auch für soziale Projekte dann…

Fabian
Ja, ich finde das halt so spannend, dass man wirklich mit der Community und gerade bei Lyrik, es geht ja eigentlich auch nur bei Lyrik, weil, willst du einen Roman zusammenschreiben? Wird schwierig. Wird wirklich sehr schwierig. Und bei Lyrik ist es halt, ist ja das Interessante, dass wirklich die unterschiedlichen Stile zusammenkommen und jeder hat eine andere Perspektive, aber halt auch ein Thema. Und das ist halt, es schafft auch so Verbundenheit irgendwie, weil gerade jetzt, und das fehlt ja, du siehst halt, da sind andere Leute, die schreiben auch Texte zu einem Thema, dann hast du dieses Buch in der Hand und das ist einfach ein gutes Gefühl. Und wir brauchen das halt, weil so Gemeinschaft und Verbundenheit ist jetzt sowieso wenig, aber auch mal abgesehen von Corona ist unsere Gesellschaft ja nicht gerade nahe beieinander. Also das ist ja, wir brauchen ja genau sowas und wenn Kunst Literatur es schaffen kann, ja perfekt.

Helen
Ja, auch so aus dem Moment heraus, dass das jetzt so zeitnah auch veröffentlicht ist.

Fabian
Ja, das war ja klar. Wir müssen das jetzt machen. Wenn es im Sommer kommt, wenn alles wieder öffentlich, wenn es besser läuft, dann haben wir einen Doktor.

Helen
Ja, ja gut, das stimmt.

Fabian
Vielleicht will er dann noch gar nicht mehr lesen. Sondern erstmal feiern oder so.

Helen
Also ich stelle mir das vor wie so eine Mammut-Aufgabe irgendwie. Ich wüsste gar nicht. Also ich meine, jetzt ist das das dritte Buch, das ihr im Trabanten Verlag veröffentlicht habt. Aber ich wüsste mir jetzt momentan gar nicht, wo man überhaupt anfängt. Also gut, Texte sammeln. Und das ist ja auch so ein bisschen der Prozess, den du im Vorwort beschrieben hast, aber…

Fabian
Ja, also die Ausbildung, also da haben wir wirklich, das war schon ein ganz wichtig langer Prozess. Glaub ich. Das macht jetzt auch die Qualität aus, dass wir wirklich die Ausmacht so getroffen haben, wie wir sie getroffen haben. Hätten wir da einfach nur Texte reingepappt, die wir kamen, dann wäre das nicht so. Also da haben wir auch wirklich manchmal über einen Text irgendwie eine halbe Stunde diskutiert. Aber das macht uns auch Spaß. Weil, war es natürlich alles im Videocall, aber es hat Spaß gemacht einfach über diese Texte, also manchmal auch zu streiten, richtig? Weil der eine sich dann so voll für den einen Text eingesetzt hat und das andere Jury-Mitglied dann sagt, irgendwie gar nicht, und den richtig schlecht fand. Ja. Nicht schlecht, aber nicht so gut.

Helen
Ja, es ist ja auch sehr subjektiv. Da kann man wahrscheinlich wenig, also dafür kenne ich mich jetzt zu wenig mit Lyrik aus, aber ich behaupte, da kann man wahrscheinlich wenig irgendwie an objektiven Maßstäben festlegen.

Fabian
Naja, so ein bisschen schon. Also wenn es halt so richtig Haus-Maus-Reime sind, irgendwie so, ich gehe aus meinem Haus, heute sehe ich schön aus. Keine Ahnung, aber natürlich gibt es schon Texte, wo man sagt, na gut, hat er nicht die Tiefe, die Reime hat man schon überall gehört und der Titel ist auch nicht gut. Natürlich gibt es das schon. Ja, es gibt ja auch schlechte Songs und so, na klar. Aber es gibt halt auch richtig viele gute.

Helen
Ja, und bei über 1000 eingereichten Texten, und ihr müsst euch auf irgendwie 100 beschränken, ist natürlich schon einiges, was man da aussieben muss. Aber ich finde es ganz cool, weil man findet die ja dann trotzdem auf #Lockdownlyrik, also die gibt es noch zu lesen.

Fabian
Wir posten die auch weiter, also eigentlich jeden Tag zwei, drei neue.

Helen
Ja, das ist schon eine lange Arbeit gewesen, jeden Tag posten, dann gleichzeitig die Juryarbeit machen, das Coverdesign und so weiter.

Fabian
Man wird halt auch besser. Wir werden halt auch mal schneller, das Team wird größer und man wird halt einfach auch schneller. weil die Sachen laufen und dann wird es besser.

Helen
Ich fand ganz cool, hier steht ja, wir würden uns freuen, wenn auch ihr Teil dieser Lyrikbewegung werden würdet. Also falls jetzt jemand hier beim Zuschauen denkt, ich würde auch voll gerne mal ein Gedicht veröffentlichen, könnte man das über den Hashtag #Lockdownlyrik ja machen.

Fabian
Ja und am besten halt an #Lockdownlyrik, also an den Instagram-Account schicken. Dann können wir das posten und genau, wir werden es nicht noch ein zweites Buch machen, weil das Buch ist jetzt fertig. Klar, es geht ja einfach darum, auch neue Texte zu haben und die Situation ist ja nicht vorbei, es geht ja gerade schon wieder richtig los. Also wenn wir #Lockdownlyrik jetzt nicht einschlafen lassen, wäre einfach der falsche Zeitpunkt gerade.

Helen
Ja, absolut.

Fabian
Ja, nächstes Jahr machen wir dann vielleicht nicht, hoffentlich nicht, Lockdown Lyri 2. Also das hoffe ich wirklich, dass nächstes Jahr nicht Lockdown Lyri 2 kommt. Ich meine, also wenn das so ist, dann kommt's. Aber ich hoffe wirklich nicht. Ich hoffe, dass wir f-

Helen
Ich hoffe es auch.

Fabian
Außenlyrik oder sowas, Gedicht über das Meer. Und dann spenden wir halt Geld an, weiß ich nicht, irgendeine Organisation, die die Welt mehr von Plastik befreit. Das ist nun mal als- Ja. Oder, oder, oder. Da würden mir noch ganz viele andere Sachen einfallen. Aber die Grundidee, so wir schreiben halt so ein Thema Gedichte zusammen und dann werden die besten Texte rein gewählt und den Gewinn spenden wir. Das ist halt irgendwie so.

Helen
Ist halt cool. Also ja, ja, finde ich auch richtig gut.

Helen
Ich hatte auch noch die Frage bekommen, ich könnte mir vorstellen, dass du sagst, das muss man einfach spüren, aber vielleicht hast du ja Tipps. Wie merkt man beim Gedichte schreiben, dass das Gedicht fertig ist? Also ob das jetzt das letzte Wort oder der letzte Abschnitt war.

Fabian
Das ist tatsächlich schwierig. Ich weiß nicht, man braucht irgendwie so ein, ja, es geht ja um so viel, um Inhalt, um Ästhetik. Ich glaube, je mehr man schreibt, desto besser entwickelt man ein Gefühl dafür. Und aber natürlich ist es auch eine Geschmacksfrage. Also es ist ja immer eine Frage von der eine mag so, der andere mag es halt so. Der eine mag irgendwie lange Balladen, der andere mag ganz kurze Texte, die halt irgendwie sehr mit wenig auskommen zum Beispiel. Das mag ich auch irgendwie immer, also Texte, die einfach nicht so alles so krass aufbauschen, sondern die versuchen mit einer nüchternen, eigentlich mit einer einfachen Sprache halt irgendwie versuchen viel zu sagen. Das finde ich eigentlich immer spannender als das andere.

Helen
Ich finde das sieht man aber auch gut eben in diesem Gedichtband, weil hier sind ja auch ganz unterschiedlich lange Texte, also allein schon auf den zwei Seiten. Und ich glaube irgendwie die Seite davor, das hier ist deutlich länger zum Beispiel. Also hier hat man die komplette Bandbreite eigentlich drin.

Fabian
Ja, die meisten sind schon, die meisten passen auf eine Seite. Ja. Dann haben wir auch ein paar ganz kurze drinnen. Das ist auch cool, weil die sind so ein bisschen, die lockern das auf.

Helen
Ja, das stimmt. Wenn nur lange drin wären, ist es manchmal auch ein bisschen, ja.

Fabian
Ja, obwohl ich schon gemerkt habe, dass ich bei den langen Gedichten eher dann auch vielleicht so ins Thema reinkam. Ich glaube, ich brauche ein paar Worte, um so richtig erstmal zu verstehen, worum es gerade geht. Aber vielleicht ist das halt auch das Spannende an den Kurzen, dass man sich nochmal irgendwie zurücklehnen muss und ja, drüber nachdenken muss.

Helen
Man liest es halt ja auch jetzt nicht wie ein Roman einfach eins nach dem anderen weg, sondern macht sich ja im Idealfall zu jedem nochmal irgendwie so seine Gedanken.

Fabian
Ja, stimmt.

Helen
Schreibst du jetzt gerade auch an irgendwas oder erholst du dich jetzt einfach an den letzten Wochen?

Fabian
Ich hab eigentlich immer meine fünf Notizhefte. Ich schreib da immer irgendwas rein. Und dann hab ich immer so ein Worddokument. Und da kommen dann so die Sachen rein, die ich so ein bisschen besser finde.

Helen
Okay.

Fabian
Und dann schreib ich dann immer so rum und… Jetzt schreib ich grad an so drei Gedichten. Vielleicht hau ich zwei wieder raus, vielleicht irgendwie denke ich so, ne, doch nicht so gut. Jetzt hab ich grad eins, ich glaub, das ist jetzt fast fertig zum Beispiel. Also manchmal merkt man schon so, okay, das wird jetzt was. So. Und viele schaffen es halt auch nicht. Das muss man halt auch.

Helen
Das finde ich spannend. Ja, aber das ist ein wichtiger Punkt, finde ich, einzuschätzen, was ist gut, was nicht. Und man kann ja, man kann halt, wenn man so, wenn man alles schlecht findet, das gibt es ja auch, Leute, die so voll dann an jedem Text zweifeln und am Ende halt nie was gut finden und vielleicht sogar die Gedichte löschen, die richtig gut wären, halt voll schade.

Fabian
Also man darf halt nicht zu hart mit sich selber sein, aber halt auch nicht zu wohlwollend. Also diese Mitte, du musst diese Mitte finden.

Helen
Was ich mir irgendwie dann schwer vorstelle ist so völlig losgelöst von irgendwie Instagram jetzt. Also weil du veröffentlichtest nur, sag ich mal, auf Instagram jetzt nicht irgendwie noch. Obwohl, bei Twitter bist du ja auch noch, ne?

Fabian
Also, Glücksjäger zum Beispiel sind auch Gedichte drin, die sind nur hier drin. Die werden auch nie auf Instagram veröffentlicht werden. Und beim nächsten Gedichtband, an dem ich jetzt arbeite, da wird es sogar so sein, da sind deutlich mehr Texte drin als Glücksjäger, die werden auch nie veröffentlicht.

Helen
Ja, aber ich denke, dass du durch Instagram doch vielleicht schon irgendwie vielleicht spürst, kommt gut an und was irgendwie weniger. Und beeinflusst das dann nicht irgendwie auch das, was du so schreibst? Also dass du dann vielleicht bei manchen Texten das Gefühl hast, das ist jetzt gut, weil das mögen viele. Also das stelle ich mir dann schwer vor, dass so völlig losgelöst davon zu betrachten.

Fabian
Ja, das hat dann zu tun, welche Art besser ankommt. Und man hat dann schon so ein Gespür. Aber manchmal liegt man auch voll daneben. Und es ist total wichtig, sich davon freizumachen. Das kann ja nicht die Maxime sein, dass du überlegst, was der Algorithmus ist, was die Leute cool finden, dann ist auch keine Kunst mehr. Also mir würde es keinen Spaß mehr machen. Dass man so ein bisschen darauf achtet, was wollen die Leute dann auch lesen. Unterbewusst irgendwie wird es natürlich. Das macht jeder Romanautor irgendwie. Das kann mir keiner erzählen, dass es mir völlig egal ist. Das glaube ich einfach nicht. Aber man sollte nie anfangen, sozusagen sein Ziel nur danach anzupassen. Also hätte ich keine Lust drauf. Das mache ich auch nicht. Wenn ich jetzt, weiß ich nicht, einen Monat lang fahre auf so eine abgelegene Insel und schreibe dann einfach 40 Gedichte. Dann wird er wahrscheinlich nicht so erfolgreich, aber dann kommt er halt trotzdem. Wenn man das dann einfach fühlt, dann kommt er halt.

Helen
Ja, da muss man wahrscheinlich auch einfach so mit dem, was man schreibt, auch sehr sicher sein.

Fabian
Ja, das ist ein richtig wichtig Punkt, weil sonst bist du ja nur so ein, also wenn du dich komplett da so unterordnest, dann bist du ja wie so ein Unternehmen quasi, was so komplett im Kapitalismus irgendwie die Produkte liefert, die gewollt sind. Und das ist ja dann, das hat mit Kunst dann ja nichts mehr zu tun. Also das finde ich, das wäre extrem schade.

Helen
Ja, ne, also würde ich dir auch zustimmen, aber ich könnte mir vorstellen, dass das nicht leicht ist. Also zumindest nicht immer.

Fabian
Naja, guck mal, es ist halt so, dass kürzere Texte, die so on point sind und die gerade irgendwie so tagesaktuelle politische Sachen aufgreifen, die werden dann wahrscheinlich, die werden oft dann öfter geteilt. Wenn ich jetzt irgendwie ein Gedicht über Moria schreibe oder so was und dann das passt oder ich habe so ein Gedicht das heißt Geschichte, das steht auch hinten drauf. Wenn ich das dann irgendwie poste am, weiß ich nicht, wenn es halt auch passt, wenn ich halt finde, jetzt wäre das Gedicht passend, zum Beispiel am Holocaust-Gedenktag, ja natürlich wird das dann in der Regel viel öfter geteilt als jetzt irgendwie ein Text über Seesterne. Also klar. Und natürlich funktionieren kürzere Texte auf Instagram auch viel besser als irgendwie so, weiß ich nicht, so eine DIN A4-Seite, die ich hochlade.

Helen
Glaub ich.

Fabian
Die lade ich dann auch gar nicht hoch. Das sind vielleicht ein Text, der nur im Buch ist, zum Beispiel. Ist ja auch voll okay.

Helen
Ja, ich habe hier gerade gesehen, dass jemand aus der Community gefragt hat, ob es hilft, wenn man selber Gedichte alter Meister liest, so als Inspiration? Also machst du das oder? Also liest du selber viele Gedichte?

Fabian
Ja, mehr oder weniger. Aber auf jeden Fall klar. Also erst mal auch abgesehen von Inspirationen macht es ja auch einfach Spaß, weil es gibt einfach richtig gute Gedichte. So Rilke war schon gut und Goethe war halt auch gut. Aber ich habe immer so ein bisschen Angst, wenn ich zu viel so eine Gedichte lese, dass man dann anfängt, so zu schreiben, aber dann kopiert man halt, und das will ich halt nicht. Und wenn man zu sehr dann irgendwie einen Dichter liest, dann kann das schon passieren. Also ganz unbewusst, das ist einfach so. Wenn du jetzt nur Romane von einem Autor liest, die ganze Zeit, und dann versuchst du selber einen zu schreiben, also die Wahrscheinlichkeit, dass du dann genauso schreibst wie der, liegt bei 95 Prozent, würde ich sagen.

Helen
Ja, das kann ich mir gut vorstellen.

Fabian
Deswegen, also wenn Gedichte lesen, würde ich einfach, das ist ganz wichtig, weil ich habe auch Kumpels, die dann so eine Art von Lyrik gelesen haben, naja, was passiert? Dann haben sich alle Gedichte genauso angehört wie die Gedichte. Deswegen, ja, dann, weiß ich nicht, Gegenwartsliteratur lesen, alte Lyrik, alles gemischt, von Frauen, von Männern, am besten noch aus anderen Ländern, Übersetzungen, einfach mal so komplett Inspiration sammeln und dann aber seinen eigenen Stil irgendwie entwickeln.

Helen
Also du liest aber auch sonst relativ viel, zumindest hatte ich das bei deinem, also da hast du hin und wieder mal Bücher geteilt, ich weiß nicht, ob das jetzt auch…

Fabian
Ja, ich würde mal sagen so pro Woche ein Buch, würde ich sagen.

Helen
Hast du da irgendwelche Tipps? Ich frage immer super gerne nach Buchtipps.

Fabian
Jetzt gerade lese ich Christian Krachts Faserland, weil es gerade ein bisschen hochkam, weil er gerade seinen neuen Roman rausgebracht hat und ich hatte den mir nie gelesen und gefällt mir richtig gut.

Helen
Okay. Ja, das gefällt mir richtig gut.

Fabian
Das ist halt ein richtig kurzes Ding auch und geht halt um so einen Mann, der irgendwie immer so betrunken oder halt betrunken durch die Stadt läuft. Es hat auch eine politische Dimension. Kommt halt immer drauf an, was man mag.

Helen
Ja, klar. Aber ist halt immer irgendwie spannend zu hören, was andere Leute halt lesen, ne? Also du hattest jetzt auch schon gesagt, du schreibst schon an dem nächsten Gedichtband, ne? Also da können wir uns wahrscheinlich zu Ende des Jahres oder so drauf freuen.

Fabian
Ja, tue ich, aber keine Ahnung, ich würde das jetzt nicht sagen. Weil wenn ich merke, oh nee, der muss ja mindestens genauso gut. Also mein Anspruch ist einfach so, dass der mindestens genauso gut für mein Verständnis ist wie der letzte. Und wenn ich merken würde, nee, ich brauche noch ein bisschen Zeit, dann würde ich mir die auch nehmen. Also, das lohnt sich nicht, das ein halbes Jahr früher rauszuhauen, nur um ihn rauszuhauen.

Helen
Nee, absolut.

Fabian
Also würde ich nicht machen.

Helen
Hier schreibt jemand: Christian Krachts Faserland war im Deutsch-LK unsere Lektüre, die mussten wir damals komplett auseinandernehmen.

Fabian
Okay, das ist nicht die beste Werbung, aber naja, ich lese es gerade und ich find's gut.

Helen
Okay, ich hab's notiert, gebe ich dann gerne weiter. Also aber jetzt, wo ich nicht so sicher war, hast du eben gesagt, dass du nur Gedichte schreibst? oder schreibst du dann schon auch andere, also du schreibst glaube ich gerade nicht an deinem nächsten Roman, aber schreibst du andere Texte?

Fabian
Ja, also ich schreibe jetzt immer mehr, immer längere Sachen. Ich glaube, es ist auch voll oft so, dass man irgendwie, es ist nicht selten so, dass Leute, die dann auch irgendwann Romane schreiben, erstmal Gedichte, es ist nicht selten, wenn man sich so, wenn man mal so ein paar Wikipedia-Artikel liest – ich lese ja immer richtig gerne Wikipedia-Artikel -, dann sieht man relativ oft erst mal so Gedichte, weil du hast durch Gedichte, lernst du so ein bisschen auf dieses, ich würde sogar sagen, so ein bisschen Literarisch schreiben kann man dadurch gut lernen, weil du halt den Blick schärfst für so kleine Sachen und dass du auch so wenig Sachen was ausdrücken kannst. Es ist oft eine sehr metaphorische Sprache, du hast viele Vergleiche und so. Und das ist natürlich ein gutes Training, um am Ende auch einen Romanstil zu haben, der halt sehr, naja, also sehr poetisch ist einfach. Es gibt ja auch Romane, wo man sagt, ja, das ist ein Roman mit einer sehr poetischen Sprache. Und wenn man ein paar Jahre Gedichte schreibt, hilft das, würde ich sagen.

Helen
Also könnten wir schon damit rechnen, dass es irgendwann vielleicht doch mal ein Roman oder sowas von dir gibt.

Fabian
Ich werde jetzt da kein Datum raushauen. Und auch da, das ist ja das Coole beim Schreiben, dass man da einfach nicht so einen Druck hat. Ich glaube, bei Musik oder Sport, wenn du da irgendwas machen willst, ich weiß nicht, Aber irgendwann wird es schwierig, glaube ich. Also ich kenne nicht viele Rock-Bands, die sich so mit einem Alter von 35 oder 40 gegründet haben und dann irgendwie krass durchgestartet sind. Weiß ich nicht, weißt du, was ich meine? Also…

Helen
Ja, also dass sich das entwickelt dann, ne?

Fabian
Beim Schreiben, glaube ich, ist es sogar gar nicht so schlecht, wenn du ein bisschen älter bist. Weil du erst mal so ein bisschen… Ja, du musst ja auch irgendwas zu erzählen haben. Du musst ja auch irgendwie, weiß ich nicht, so ein bisschen ein paar Sachen erlebt haben. Ja, oder?

Helen
Ja, klar. Also stelle ich mir so vor, ich habe selber jetzt noch nichts geschrieben, aber kann ich mir vorstellen.

Fabian
Und jemand kauft das und widmet sich wirklich mehrere Stunden seines Lebens, da musst du dem was geben, da hast du eine Verantwortung, fände ich einfach. Dann kannst du sie nicht irgendwie, natürlich kannst du sie einfach gut unterhalten und zum Lachen bringen. Aber das ist ja auch dein Wert. Du musst sie zum Lachen bringen, du musst ihnen irgendwas geben. Und erst, wenn man das kann, würde ich sagen, okay, hier ist er. Weißt du? Und wenn es halt, ja, so lange es dauert, so lange dauert es halt.

Helen
Ja. Ich hatte doch jemand aus der Community gefragt, was hältst du von Gedichten nach vorgegebenen Mustern? Also zum Beispiel Elfchen, Haiku, Rondell und so weiter. Ja, nur Haiku sagt mir was. Ich kenne mich da wirklich gar nicht aus.

Fabian
Also mir persönlich macht das irgendwie keinen Spaß, das ist irgendwie so ein enges Korsett und ich finde das irgendwie unkreativ. Aber ich glaube tatsächlich, wenn man noch gar keine Gedichte geschrieben hat, das ist glaube ich eine gute Sache um einzusteigen, um mal so ein bisschen so zu probieren. Und auf Dauer fände ich es zu eng, immer nur in so einer Form zu schreiben.

Helen
Ja, genau. Und es gibt ja auch Themen, da kann es mal passen.

Fabian
Aber das ist nicht so mein Ding, muss ich ehrlich sagen. Das ist einfach so.

Helen
Hier fragt jemand: Welchen sozioökonomischen Hintergrund hast du?

Fabian
Ja, kann ich sagen. Ich bin gerade bei meinem Papa im Arbeitszimmer. Und der ist Lehrer.

Helen
Ach, also die ganzen Bücherregale im Hintergrund.

Fabian
Und Erzieherin im Kindergarten. Also ich bin eigentlich so ein richtiges Pädagogenkind. Ein richtiges Pädagogenkind bin ich.

Helen
Und hier war aber irgendwie noch die Frage, das fällt inspirationsmäßig zu oder ein Roman zu erzählen mit eigenen Worten und Geschichten? Ich glaube, das war bezogen auf, worüber haben wir denn jetzt gerade. Also wir hatten ja über, ob du einen Roman schreibst oder ob du auch andere Textarten schreibst. Das kann ich mir auch nicht gerade so ganz zuordnen. Ich bin hier nicht schnell genug mit den ganzen Kommentaren.

Fabian
Auf jeden Fall ist es so, dass ein Roman schreiben ist halt schon was komplett anderes als ein Gedicht. Also erster Punkt ist, es ist halt viel länger. Naja, das ist schon echt ein wichtiger Punkt, weil manchmal ist man ja auch so ein bisschen faul und Romane machen dann einfach auch handwerklich Arbeit, weil du musst einfach mal diese zwei, dreihundert Seiten, die musst du halt einfach mal erst mal schreiben.

Helen
Ja, klar, halt vor allen Dingen zu einem Thema, also mit deinen Gedichten, gerade hier auch bei Glücksjäger deckst du ja auch super viele unterschiedliche Themen ab, und bei einem Roman legst du dich ja wahrscheinlich schon erstmal auf ein, zwei, drei Themen fest.

Fabian
Eine gute Geschichte kann natürlich auch ganz viel so anschneiden.

Helen
Ja klar, aber es ist irgendwie trotzdem was anderes.

Fabian
Jaja, es ist was anderes. Aber das ist das Coole, dass man sich das aufheben kann. Und dann kann man ja auch switchen. Obwohl, es gibt nicht so viele Leute, die wirklich Romane schreiben und wirklich richtig regelmäßig Gedichtbände.

Helen
Gibt's nicht so viele.

Fabian
Also gibt's schon, gibt's schon, aber mir fallen nicht so viele ein, glaube ich. Bin ich jetzt auch nicht so sicher.

Helen
Hier ist jetzt noch die Frage, wie lange du ungefähr an einem Gedicht sitzt. Wahrscheinlich auch nur durch die verschiedenen Stufen, die das geht, wahrscheinlich schwer einzuschätzen.

Fabian
Also ich glaube, es ist eine blöde Antwort, aber es ist so, zwischen zwei Minuten und mehrere Monate war alles dabei. natürlich nicht mehrere Monate jetzt in Zeit, in Stunden gemessen, aber dass man halt wirklich einen Text dann eine Stunde dran arbeitet und dann weglegt und dann eine Woche später rausholt, immer noch nicht zufrieden, kommt schon vor. Also ich muss sagen, meine Erfahrung ist, dass oft so diese ersten Gedanken oft, also nicht selten sind die am besten.

Helen
Hast du denn dann schon konkrete Sätze im Kopf oder nur irgendwie eine Idee worüber du schreiben willst?

Fabian
Beides. Also oft habe ich so eine Idee und dann habe ich das so im Kopf. Und dann fängt man im Kopf schon an, man kann im Kopf auch schreiben. Also wenn ich irgendwie in so einer Höhle gefangen wäre oder mich jemand entführen würde, dann würde ich glaube, oder wenn ich irgendwie im Gefängnis, wenn ich irgendwo in einem Land wäre, wo ich nicht mal einen Stift bekommen würde, dann würde ich glaube ich versuchen im Kopf Gedichte zu schreiben.

Helen
Ja, kann ich mir auch vorstellen. Ich glaube, ich würde dann nur meinem Kopf auch nicht genug vertrauen, weil ich es wahrscheinlich vergessen hätte, bis ich tatsächlich mal zu einem Stift käme. Also, ich könnte mir schon vorstellen, das so zu schreiben, aber nicht mehr komplett dann wiedergeben zu können. Weißt du, was ich meine?

Fabian
Ja.

Helen
Hier gibt es noch einige Fragen. Wann ist die beste Zeit zum Schreiben und ob du was zum Verlegen erzählen kannst?

Fabian
Ich finde tatsächlich morgens und abends. Ich finde, dazwischen ist es nicht so gut. Ich finde morgens gut und abends irgendwie auch. Ich weiß auch nicht. Weil morgens ist das Gehirn noch so voll frisch und man ist gleichzeitig, wenn man direkt aufsteht, noch so ein bisschen nicht so ganz am Start und man ist so ein bisschen noch in einer Traumwelt. Und das ist ein guter Zustand einfach. Und abends ist man auch so ein bisschen vom Tag so ein bisschen müde, aber gerade durch diese so ein bisschen Müdigkeit ist man manchmal auch ganz gut drauf. Und so mitten am Tag ist irgendwie, schreibe ich es nicht so oft.

Helen
Ja irgendwie hat man wahrscheinlich dann auch immer irgendwas um die Ohren. Und ich habe eigentlich mitten am Tag auch meistens mein größtes Tief. Also bei mir kommt es auch abends dann erst wieder. Aber hier war noch die Frage zu deiner quasi Verlagserfahrung. Den Verlag gibt es seit November, den Trabanten Verlag. Ob du dazu was erzählen kannst?

Fabian
Mit einem Satz beantworten? Also es ist ja wirklich so, es war ja sehr spontan, ist er so entstanden, und da sind wir jetzt wirklich fünf Leute und ich kann es ja mal droppen. Also im Herbst wird auch der erste Roman kommen, nicht von mir, von jemand anderem. Und mit jeder Woche wird man halt irgendwie besser und professioneller. Also, das gehört schon doch auch deutlich mehr dazu, als ich dachte. Also du musst Vertrieb machen, du musst gute Pressearbeit machen, du brauchst ein richtig gutes Lektorat und das muss alles halt funktionieren. Du brauchst eine Logistik, es muss alles funktionieren. Und, aber es geht. Dann, das Design, es muss immer alles besser werden, das Design, das Material, die Haptik. Du musst, es ist riesig. Was zum Beispiel auch richtig viel Arbeit macht, sind so, ist so rechtliche Sachen einfach. Also Verträge machen, weil du ja nicht nur mit Autoren, sondern unter Umständen auch Verträge mit anderen Verlagen, dass du vielleicht auch Auslandsrechte einkaufst, dass du Bücher übersetzt. Du verkaufst Lizenzen, also es geht auch viel um Rechtliches. Buchhaltung, Steuern letztlich ist ein Unternehmen, auch wenn wir das anders machen wollen und wirklich sagen: Wir machen soziale Projekte, wir wollen Geld spenden und unterstützen halt Sachen wie Lyrik und solche Sachen, was ja viele Verlage gar nicht machen in Deutschland. Muss man ja trotzdem zusehen, das ist halt auch ein Unternehmen, das sich… Oh Gott, da ist ein Licht ausgegangen. Es muss auch wirtschaftlich funktionieren, weil gute Lektorinnen und Lektoren, jemand, der gute Pressearbeit macht, braucht halt ein gutes Gehalt, was fair ist. Du musst dir irgendwie irgendwann auch ein Büro leisten können und es muss natürlich, ja klar, es muss halt auch Geld reinkommen einfach. Sonst, viele Verlage müssen ja auch schließen oder sind halt pleite irgendwann. Deswegen musst du halt schon gucken, dass es halt alles funktioniert. Aber ich glaube, es ist möglich und es ist halt wichtig, finde ich, dass halt junge Verlage einfach auch an den Start kommen und dass halt nicht immer nur die Welt aus Fischer Verlag, Rowohlt Verlag, Hanser Verlag und Co. besteht. Das ist ja auch alles okay, aber wir brauchen ja einfach so neue Sachen. Man muss ja auch was Neues designen, neue Autorinnen und Autoren. Ich finde das extrem wichtig.

Helen
Absolut, aber das ist zum Beispiel so etwas, worüber ich jetzt hier beim Schreiben gar nicht nachgedacht hatte, dass du da mit jedem Autor und jeder Autorin ja auch Verträge abschließt.

Fabian
Genau, ja. Also es ist ja unglaublich.

Helen
Und das dann halt in den paar Wochen, ne?

Fabian
Also ja. Deswegen waren die letzten Wochen so.

Helen
Zwei Monate, sind das ja eigentlich nur von der quasi Idee bis zum, unglaublich.

Fabian
Genau. Und da waren auch Phasen dabei, wo ich dann am Tag so 14 Stunden Arbeitszeit gehabt habe manchmal. Aber hey, es ist halt da. Also das hat sich gelohnt.

Helen
Hier kam auch die Frage, also hier kommt gerade die Frage, was machst du neben dem Schreiben, das hattest du eben schon gesagt, aber eben war die Frage, jetzt finde ich gerade nicht, aber wie du das noch neben deinem Studium schaffst.

Fabian
Ja also momentan sind ja Semesterferien und ich war tatsächlich im November, Dezember war ich an der Schule, weil ich studiere auf Lehramt, aber ich weiß halt auch nicht, ob ich jetzt, ob ich jemals komplett Lehrer werde. Also wenn es mit dem Verlag klappt, dann habe ich auch gar keine Zeit, irgendwie noch einen anderen Job zu machen, weil das ist ja ein kompletter Job. Dann auch noch schreiben, bin ich ja komplett eingebunden. Und eigentlich ist es auch das, was ich machen will. Aber ich muss das Studium jetzt zu Ende machen. Ich habe auch nur noch irgendwie zwei, drei Kurse offen und muss den Master dabei schreiben. Aber das werde ich schon machen. Das wäre ja dumm, das nicht zu machen.

Helen
Ja, da hat man zumindest was, worauf man immer zurückgreifen kann.

Fabian
Ja, vor allem wenn man es halt schon fast hat. Also so auf den letzten Metern. Also das werde ich jetzt auf jeden Fall fertig machen. Aber klar, man hat so viel um die Ohren und dann noch Lockdown, noch eine Videokonferenz mit dem Professor.

Helen
Ja, klar.

Fabian
Aber dann wird es irgendwann geschafft.

Helen
Ihr werdet noch gefragt, wie viele #Lockdownlyrik-Bücher ihr schon verkauft habt. Kannst du das überhaupt sagen?

Fabian
Ich habe gerade vor einer Stunde oder so reingeguckt. Wir haben jetzt, es ist ja eine gute Woche jetzt draußen, jetzt haben wir tausend Stück weg. Die erste Auflage hatte 1500 und also bei Gedichten, alles, was über 1000 innerhalb von einer Woche ist, ist bei Lyrik schon ein Erfolg und vor allem ist es halt so, ja, also wir können jetzt schon sagen, dass wir deutlich, also ein paar tausend Euro spenden können, können wir jetzt schon. Ich hab das nicht im Kopf, weil das ist eine dicke Rechnung, wir müssen Produktionskosten abziehen. Ich kann jetzt keine Summe nennen. Da geht natürlich eine Menge ab, zum Beispiel auch der Buchhandel kriegt ja 40 Prozent. Also wenn du jetzt ein Buch im Buchladen kaufst, dann kriegt der 40 Prozent von den 12 Euro, kostet 12 Euro übrigens, der Buchhändler. Und das soll er auch bekommen, weil der muss ja auch von etwas leben. Thalia kriegt 50 Prozent, das ist nochmal eine andere Sache. Deswegen würde ich nicht bei Thalia kaufen, lieber beim Buchhändler um die Ecke. Ja, nicht bei Amazon, nicht bei Thalia. Aber genau, man kann es ja auch direkt bei euch bestellen, wenn es der Buchladen um die Ecke nicht hat. Oder eben über eine ISBN-Nummer kann man es auch einfach ordern. Das funktioniert ja wirklich bei jedem Buchladen und die liefern es eigentlich auch. Also das funktioniert ja wirklich einwandfrei.

Helen
Aber ich fand, beide Bücher habe ich super gerne gelesen, alle Gedichte. Aber gerade hier lohnt sich natürlich nochmal mehr, weil ihr das an die Obdachlosenhilfe spendet. Die Erlöse finde ich total klasse. Vielleicht magst du zum Schluss noch, weil das hast du jetzt eben nicht, auch mal was hier draus lesen.

Fabian
Ja, heute ist ja auch, wie gesagt, Welttag der Poesie.

Helen
Genau. Und nicht vergessen. Das würde man ja nie vergessen. Ich habe jetzt gesehen, so Musiker, die dann irgendwann ihre Songs nicht mehr spielen wollen. Und das ist bei dir nicht ganz so schlimm, weil du hast ja mehr Gedichte als Songs in einem Album. Aber ich weiß jetzt gerade gar nicht, welches. Also, warte mal, ich gucke mal.

Fabian
Das ändert sich. Manchmal hat man so ein Gedicht, das man gut findet. Eine halbe Stunde später findet man es gar nicht mehr gut. Also was ich auf jeden Fall sagen kann, was ich irgendwie ziemlich lustig fand, was jetzt zu lang wäre, um das vorzulesen, aber es gibt ja das Liebesgedicht in vier Akten quasi. Fand ich mega witzig, wie sich das so weiterentwickelt. Das habe ich nie auf Instagram gezeigt zum Beispiel.

Helen
Okay.

Fabian
Naja, aber es ist auch nicht nur witzig, das Gedicht, ne? Und auch so ein bisschen so ein ernster Kern.

Helen
Ja, absolut. Aber irgendwie finde ich dadurch kann man da so ein bisschen, also ich konnte darüber schmunzeln. Vielleicht habe ich auch einfach kein Herz.

Fabian
Doch, doch, doch. Aber, ja komm, boah, jetzt kann ich mich ja nicht entscheiden. Und dann neigt man dazu, immer die gleichen vorzulesen. Das ist auch nicht gut.

Helen
Ich glaube, hier wird schon was vorgeschlagen sehe ich gerade. Nimm Seite 27. Okay, warte, ich gucke mal, was da drauf steht. Ja, da sieht man, 27 ist eine Grafik. Genau. Aber wer das vorgeschlagen hat, meinte wahrscheinlich das Gedicht daneben. Okay. Wahrscheinlich. Das heißt "Angst / Freiheit / Leben". [Fabian Leonhard liest sein Gedicht von Seite 27 aus Glücksjäger vor – vier Zeilen über die Angst vor der Freiheit und die Angst vor dem Scheitern.]

Fabian
Ja, das habe ich auch schon oft vorgelesen. Ich meine, man entscheidet sich immer für die gleichen.

Helen
Hier war es ja jetzt ein Wunsch. Ach so, jemand aus der Community hatte das vorgeschlagen und kannte das Buch noch gar nicht, hat einfach eine Seitenzahl genannt. Sehr gut.

Fabian
Aber das finde ich richtig gut, gerade hier ist irgendwie echt alles an Themen dabei, Ich glaube, einfach Themen, die uns heutzutage bewegen.

Helen
Ich glaube, da wird jeder was für sich so finden.

Fabian
Ja, manche Sachen sind politisch, manche sind eher emotional. Also es ist wirklich eine Mischung. Und ich mag auch Gedichte, wenn sie gemischt sind. Also ich weiß nicht, so ein Gedichtband mit irgendwie 38 Gedichten über die Schorfheide, das ist halt ein bisschen eintönig. Aber sorry, ich wollte hier kein Beef anzetteln.

Helen
Okay, aber ich finde es schön, dass du noch mal was zum Ende vorgelesen hast. Zum Welttag der Poesie. Und ich bin gespannt, was du nächstes Jahr alles auf die Beine stellst zum Welttag der Poesie, weil den wirst du jetzt nie wieder vergessen.

Fabian
Vielleicht nie wieder, ja. Und ich hoffe, dass das dann halt auch offline stattfindet.

Helen
Ja.

Fabian
Mit Lesungen und keine Ahnung, man kann halt so viel machen. Und vielleicht am Ende nochmal, weil ich brauche auch gleich mal eine Pause, wenn man so lange im Videocall sitzt.

Helen
Leute, schreibt ein Gedicht heute noch und schickt es noch an #Lockdownlyrik, wir posten das.

Fabian
Kann sein, dass das erst in den nächsten Tagen gepostet wird, weil da ja auch viele zusammenkommen.

Helen
Aber ja, würde ich mich freuen, wenn da ein oder andere, gerade vielleicht jemand, der noch nie ein Gedicht geschrieben hat, sich einfach mal hinsetzt und das uns schickt.

Fabian
Ich bin 28, falls das jemand gefragt hat.

Helen
Ja, alles klar. Ich glaube, die Frage war auch eben schon mal da, deswegen kam das noch mal.

Fabian
Sehr gut. Haben wir das auch geklärt?

Helen
Ich bin gespannt, welche Gedichte da jetzt noch eingereicht werden. Man kann die, wie gesagt, bei #Lockdownlyrik nachschauen, zusammengeschrieben.

Fabian
Bestellt beide Bücher oder alle drei Bücher, die es im Trabanten Verlag mittlerweile gibt. Die Gedichtbände kosten immer 12 Euro, weil ich finde 12 Euro ist ein guter Preis, für weniger kann man es einfach schwer machen. Es geht um Romane. Manche Romane sind ja 20, 24 Euro. Die haben sich ja schon gut gesteigert. Und ich finde die schon auch manchmal ganz schön teuer. Also gerade für Schüler, Studenten. Deswegen 12 Euro ist, finde ich, ein guter Deal.

Helen
Absolut. Und vor allem, weil man damit ja auch noch ein tolles Projekt unterstützt.

Fabian
Einen tollen Verlag unterstützt.

Helen
Gestern war ja auch Indie Book Day.

Fabian
Ja, und nochmal kurz am Ende ist es wirklich so, wir zwacken uns ja nicht irgendwie so ein Euro ab, es ist wirklich so. Also es ist ein komplettes Non-Profit-Projekt und der gesamte Gewinn, also abzüglich Druckkosten und so, klar. Sonst würden wir ein dickes Minusgeschäft machen, dann würde es den Verlag nicht mehr geben. Aber wirklich, also was an Gewinn reinkommt, wird gespendet. Genau.

Helen
Ja, klasse. Ich danke dir sehr, dass du dir Zeit genommen hast, vor allem nach deinem 6-Stunden-Zoom-Meeting.

Fabian
Ja, das war jetzt auch ein bisschen entspannter, weil das vorher war ja so businessmäßig und so. Ja.

Helen
Vielleicht sprechen wir uns einfach nochmal, wenn das nächste Buch rausgekommen ist oder zum nächsten Welttag der Poesie. Vielleicht dann auch nicht mehr über Instagram Lives und Co. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was da noch so kommt. Von dir und euch.

Fabian
Bin ich auch. Man weiß es ja noch nicht. Das ist ja immer so.

Helen
Gut, eins weißt du ja schon, ein Roman kommt ja anscheinend noch dieses Jahr.

Fabian
Ja, das weiß ich. Und es werden auch neue Gedichtbände kommen. Genau, ich kann auch mal verraten, es werden dieses Jahr noch andere Gedichtbände erscheinen. Es werden zwei Essaybände erscheinen, die ein bisschen politischer sind. Und es wird ein Roman im Herbst erscheinen. Das kann ich schon mal sagen.

Helen
Ja, cool. Ich bin gespannt.

Fabian
Ich auch.

Helen
Dann wünsche ich dir noch einen schönen Abend und ich sage mal bis bald.

Fabian
Bis bald. Ciao.

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