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Wie baut man einen Verlag auf, Lisa?

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Podcast · Folge 109

Einen Verlag aufbauen, ohne je einen aufgebaut zu haben

Lisa Menzel über ruach.jetzt, über Netzwerken als Handwerk statt Strategie – und darüber, warum ihr Verlag bewusst kein Frühjahrs- und Herbstprogramm macht

29. Mai 2025 · 69 Minuten · Ganze Folge hören ↓

Der Einstieg ist bei uns immer eine gedankliche Reise: Wo sitzen wir gerade zusammen, und welches Getränk hast du uns mitgebracht? Lisa Menzel wählt Janas kleine Buchhandlung in Cadolzburg – den Ort, an dem sich die beiden zum ersten Mal in echt getroffen haben – und dazu eine Club-Mate am frühen Nachmittag. Aufgenommen haben wir digital.

Porträt von Lisa Menzel

Lisa Menzel

Verlagsleiterin bei ruach.jetzt

Zwei-Fach-Bachelor in Medienwissenschaften und Komparativer Theologie in Paderborn, danach Master in Religionswissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt. Zwischendurch freiberufliche Journalistin und Online-Redakteurin, sechs Jahre Jugenddelegierte der Kirchensynode in Hessen und Nassau, seit 2022 Lehrbeauftragte in Frankfurt. Bei ruach.jetzt hat sie 2021 angefangen und leitet seit 2023 den Verlag – als Quereinsteigerin, ohne Volontariat und ohne vorher je einen Verlag aufgebaut zu haben.

Kennengelernt beim Young Excellence Award

Die beiden waren 2024 gemeinsam für den Young Excellence Award des Börsenblatts nominiert – und wurden dort, wie Lisa Menzel es beschreibt, ziemlich schnell in Speed-Meetings geworfen. Aus dem Wochenende, an dem sich die Nominierten trafen, bevor die Nominierung öffentlich wurde, ist eine Freundschaft geworden; das erste Treffen in echt fand in eben jener Buchhandlung in Cadolzburg statt, deren Inhaberin Jana Brammer damals ebenfalls nominiert war.

Was beide daran am meisten schätzen, ist nicht der Preis, sondern das, was das Börsenblatt damit aufbaut: ein Netzwerk aus Nominierten. Man kann sich selbst bewerben, auch mehrfach in aufeinanderfolgenden Jahren, und die Altersgrenze liegt bei 39.

Wie aus einer Freiberuflichkeit ein Verlag wurde

ruach.jetzt war ursprünglich keine Verlagsgründung. Tobias Sauer, Theologe, hatte sich nach dem Studium gegen eine Stelle bei der Kirche und für die Freiberuflichkeit entschieden und arbeitete als Berater für Glaubenskommunikation und Kirchenentwicklung. Aus den Beratungsprojekten entstanden kleine Hefte und Produkte – und irgendwann Ideen, für die sich niemand fand. Also setzte er sie selbst um: 2019 ging ein Online-Shop online, das erste Produkt ein Heft auf Basis von Exerzitien im Alltag.

Kennengelernt haben sich die beiden, weil Lisa Menzel ihn für ihre Masterarbeit interviewt hat. Nach dem Abschluss fragte er sie, ob sie einsteigen will – zunächst in die Beratung. Schnell war klar, dass das nicht passt: unterschiedliche Kompetenzen, unterschiedliche Orte (Firmensitz Trier, sie im Rhein-Main-Gebiet, komplett im Homeoffice). Also teilten sie die Firma anders auf, dachten sie viel mehr als Medienunternehmen – und seit Anfang 2023 ist der Verlag ihr eigener Bereich, während er die Beratung und die Geschäftsführung macht.

Verlagsaufbau als Gespräch

Ihre Antwort auf die Frage, wie man einen Verlag aufbaut, wenn man das noch nie gemacht hat, ist bemerkenswert unspektakulär: Sie zieht sich nicht mit einem Fachbuch in ein Kämmerchen zurück, sondern redet mit vielen Menschen. Sehr schnell landete sie beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, ging auf Veranstaltungen und fragte, wie andere die Branche wahrnehmen und was man wirklich braucht.

Besonders wichtig wurden ihr die Interessengruppe Unabhängige Verlage – viele kleine Verlage, die zusammenhalten, um nicht unterzugehen – und die IG Digital, in der sie bis heute aktiv ist. Dazu hat sie mitgenommen, was der Börsenverein an Beratung anbietet, etwa die betriebswirtschaftlichen Beratungstermine für Mitglieder auf den Buchmessen.

Man muss einfach auch immer geben, um irgendwann etwas zurückzubekommen.Lisa Menzel

Auf Helens Beobachtung, sie sei die größte Cheerleaderin, die man sich wünschen kann, antwortet sie mit einer Einschränkung: strategisch sei daran nichts. Sie schreibe sich keine Liste, mit wem sie auf welcher Veranstaltung reden muss. Netzwerken heißt für sie, im Gespräch zu sein und durch Zufall auf Verbindungen zu kommen – wenn zwei Dinge zusammenpassen, kostet es sie nichts, sie zusammenzubringen. Ihr Chef weist sie gelegentlich darauf hin, dass sie das auch mal für sich selbst tun dürfte.

Zwei Kooperationen, die keiner allein hätte machen können

Das Buch 40 Dinge, die du ausprobieren musst, bevor du aufhörst zu glauben ist eine Kooperation mit dem Herder Verlag, einem der großen Häuser im religiösen Buchmarkt. Entstanden ist sie aus einer Zufallsbekanntschaft. Die Rechnung ging für beide Seiten auf: ruach.jetzt kommt als kleiner Verlag kaum in die großen Buchhandelsketten, Herder war auf der Suche nach modernen, frischen Inhalten.

So haben wir zusammen ein Produkt geschaffen, was keiner von uns alleine so hingekriegt hätte.Lisa Menzel

Die zweite Kooperation hat sich buchstäblich aus der Nachbarschaft ergeben: Zwei, drei Jahre stand ruach.jetzt auf der Buchmesse neben der Deutschen Bibelgesellschaft. Daraus wurde eine gemeinsame Sonderausgabe der BasisBibel – einer modernen Bibelübersetzung – unter dem Titel BasisBibel. Themenwege *, mit Bibelle-Plänen von 21 christlichen Creator*innen, die ihre persönlichen Zugänge zur Bibel zeigen. Auch hier gilt: Die Bibeltexte hätte ruach.jetzt nicht allein herausgeben können, die Kontakte zu den Creator*innen hatte die Bibelgesellschaft nicht.

Den Hintergrund benennt sie nüchtern: Der religiöse Buchmarkt ist rückläufig, christliche Buchhandlungen schließen, wenige Monate vor der Aufnahme hatten die Alpha-Buchhandlungen Insolvenz angemeldet. Umso mehr lohne es sich zu schauen, wo man sinnvoll zusammenarbeitet, statt sich als Konkurrenz zu sehen.

Warum es kein Frühjahrs- und Herbstprogramm gibt

Der Punkt, an dem sie am deutlichsten wird: ruach.jetzt verweigert sich bewusst dem Halbjahresrhythmus der Branche. Ihre Begründung ist praktisch – Programme nützen vor allem dem Buchhandel und den Verlagsvertreter*innen, die damit auf Reisen gehen. ruach.jetzt bewirbt seine Bücher stark über Instagram und über die eigenen Autor*innen und braucht diesen Takt deshalb nicht.

Was sie stattdessen beobachtet: Alle müssen weit vorausdenken, dann kommt es doch anders, Termine werden verschoben – gerade bei kleineren Verlagen – und ein Titel wird dreimal angekündigt, bevor er erscheint.

Da sehe ich irgendwie den Mehrwert nicht hinter. Warum stressen wir uns damit so als Branche?Lisa Menzel

Helen ergänzt die Leserinnen-Seite davon: Sie wird dafür schief angeschaut, wenn sie ein Buch aus dem laufenden Jahr noch als neu bezeichnet, während im Mai alle schon in den Herbst schauen.

Zwei Bücher über Scham

Zum Zeitpunkt der Aufnahme waren zwei Titel angekündigt, die zeigen, wohin der Verlag will. Wo ich (nicht) sein sollte – Meine Schamorte erschien im Juli 2025 und handelt von Scham und Klassismus: Die Autorin fragt nicht mehr, warum sie sich schämt – weil man sich dann noch dafür schämt, dass man sich schämt – sondern wo. Ihre Schamorte sind Geld, Arbeit, Heimat, Glaube; fast alle haben mit ihrer sozialen Herkunft zu tun und damit, sie scheinbar verlassen zu haben. Den Begriff Bildungsaufstieg mag sie nicht, weil er immer als Erfolgsgeschichte erzählt wird – die innere Zerrissenheit kommt darin nicht vor.

Feucht & fromm – Die schmutzigen Geheimnisse der Purity Culture folgte im September 2025. Purity Culture beschreibt Lisa Menzel als ein Umfeld, in dem Sexualität aktiv als etwas Schlechtes dargestellt wird, vor allem außerhalb einer Ehe zwischen Mann und Frau – ein System, das man dekonstruieren kann.

Die Buchtipps

Ihre Empfehlungen kommen aus einer bestimmten Perspektive, die sie selbst benennt: Als Religionswissenschaftlerin fällt ihr in Büchern auf, was andere überlesen. Bei Sally Rooney zum Beispiel – auf die sie gekommen ist, weil sie geschaut hat, was »Mädels, die lesen.« bisher gelesen hat, und sich Normale Menschen * in der Bibliothek ausgeliehen hat.

In Schöne Welt, wo bist du geht eine Figur in die Kirche, und die anderen fragen sie aktiv, warum eigentlich. In Intermezzo führen die Figuren anderthalbseitige Gespräche darüber, wie man sich Gott und die Welt vorstellt. Ihr Punkt: Das dominiert die Geschichte nicht, es macht die Figuren interessant. Und dass zwei Leserinnen dasselbe Buch mit ganz unterschiedlicher Brille lesen, ist genau das, was beide an Buchbesprechungen schön finden.

Aus dem Programm von ruach.jetzt

Buchcover »40 Dinge, die du ausprobieren musst, bevor du aufhörst zu glauben«

40 Dinge, die du ausprobieren musst, bevor du aufhörst zu glauben

Herausgegeben von Lisa Menzel und Tobias Sauer

Die Kooperation mit dem Herder Verlag, geschrieben im Team von ruach.jetzt. Für Leute, die neue Impulse suchen – und ausdrücklich auch für die, die eigentlich schon länger austreten wollen.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Wo ich (nicht) sein sollte« von Sara Mari Blom

Wo ich (nicht) sein sollte

Sara Mari Blom

Zum Zeitpunkt der Aufnahme für Juli angekündigt: kein religiöses Buch, sondern eines über Scham und Klassismus – und über Schamorte statt Schamgründe.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Feucht & fromm« von Nana Myrrhe

Feucht & fromm

Nana Myrrhe

Der zweite angekündigte Titel, inzwischen erschienen: über Purity Culture und darüber, wie man sie dekonstruiert. Thalia führt ihn derzeit nur als E-Book.

Bei Thalia ansehen *

Lisas Buchtipps

Buchcover »Gott in Game of Thrones« von Thorsten Dietz

Gott in Game of Thrones

Thorsten Dietz

Ihr Tipp für alle, die eine religiöse Brille auf Popkultur aufsetzen wollen: In Game of Thrones kommen Religionen nicht unterschwällig vor, sondern ganz explizit – samt Religionskritik.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Bible Bad Ass« von Edith Löhle

Bible Bad Ass

Edith Löhle

Ein zutiefst feministisches und zugleich zutiefst religiöses Buch: Die Protagonistin landet in einem Chat mit biblischen Frauenfiguren. Zwischendurch sehr witzig.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Die Spur des Bösen« von Fabian Maysenhölder

Die Spur des Bösen

Fabian Maysenhölder

Für alle, die sich kritischer mit Religion befassen wollen: wahre Sektenverbrechen und die Frage, wann Religion einer Gemeinschaft oder einem Menschen nützt und wann sie schadet.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Gott ist Feministin« von Mira Ungewitter

Gott ist Feministin

Mira Ungewitter

Geschichten aus dem Leben einer Pastorin, verbunden mit Bibelgeschichten – ein Kapitel etwa zum Thema Menstruation, ein anderes darüber, warum Maria ein gutes Argument für Pro Choice ist.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Schöne Welt, wo bist du« von Sally Rooney

Schöne Welt, wo bist du

Sally Rooney

Der Rooney-Roman, in dem eine Figur in die Kirche geht und aktiv gefragt wird, warum eigentlich – ohne dass es die Geschichte dominiert.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Intermezzo« von Sally Rooney

Intermezzo

Sally Rooney

Der jüngste Roman: Hier reden die Figuren auf anderthalb Seiten darüber, wie man sich Gott und die Welt vorstellt. Genau die Stellen, an denen sie hängen bleibt.

Bei Thalia ansehen *

*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Eine Folge für alle, die schon mal gedacht haben, dass man für etwas eine Ausbildung braucht, die es gar nicht gibt: Hier erzählt jemand, wie man einen Verlag aufbaut, indem man mit Leuten redet – und warum sich das Ergebnis dem Branchentakt verweigert.

Die ganze Folge hören

Häufige Fragen

Was ist ruach.jetzt?

Ein kleiner christlicher, ökumenischer Verlag mit Schwerpunkt christliche Spiritualität und Achtsamkeit, verbunden mit einem christlichen Content-Creator-Netzwerk. Entstanden ist er aus der Beratungstätigkeit von Tobias Sauer; seit Anfang 2023 ist der Verlag ein eigener Bereich unter der Leitung von Lisa Menzel. Der Name kommt vom hebräischen Wort ruach.

Wie baut man einen Verlag auf, ohne Verlagserfahrung?

Lisa Menzels Weg war, mit sehr vielen Menschen zu reden: über den Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Interessengruppe Unabhängige Verlage und die IG Digital, dazu die Beratungsangebote für Mitglieder auf den Buchmessen. Vorerfahrung hatte sie nur aus Praktika – in einer Bibliothek und einem Verlag.

Warum macht ruach.jetzt kein Frühjahrs- und Herbstprogramm?

Weil der Halbjahresrhythmus nach ihrer Einschätzung vor allem dem Buchhandel und den Verlagsvertreter*innen dient. ruach.jetzt bewirbt seine Bücher stark über Instagram und die eigenen Autor*innen. Ihr Argument: Der Takt zwingt alle, weit vorauszuplanen, Termine verschieben sich trotzdem, und Titel werden mehrfach angekündigt.

Wie kommt ein kleiner Verlag in den großen Buchhandel?

In diesem Fall über Kooperationen: mit dem Herder Verlag für »40 Dinge, die du ausprobieren musst, bevor du aufhörst zu glauben« und mit der Deutschen Bibelgesellschaft für eine Sonderausgabe der BasisBibel. Dazu kommen Gemeinschaftsstände auf der Buchmesse, etwa die der konfessionellen Medienverbände und der IG Unabhängige Verlage.

Was ist der Young Excellence Award?

Eine Auszeichnung des Börsenblatts für Menschen bis 39 aus der Buchbranche. Man kann sich selbst bewerben, auch mehrfach. Helen und Lisa Menzel waren 2024 gemeinsam nominiert und haben sich dort kennengelernt; nach Lisa Menzels Einschätzung geht es dem Börsenblatt vor allem darum, ein Netzwerk aus den Nominierten aufzubauen.

Wo findet man ruach.jetzt?

Bei Instagram unter ruach.jetzt für den Verlag und seine Produkte sowie unter netzwerk.ruach.jetzt für das Creator-Netzwerk, dazu im eigenen Online-Store.

Die ganze Folge zum Nachlesen

Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.

Helen
Herzlich willkommen Lisa. Ich freue mich sehr heute mit dir über unser Kennenlernen. Dein Weg in die Buchbranche, der genauso wie bei mir so ein Quereinstieg war. Deine Tätigkeit jetzt in der Buchbranche und wahrscheinlich auch über Gott und die Welt zu sprechen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?

Lisa Menzel
Hallo Helen, erst mal wunderschön, dass wir uns hier treffen. Bei Jana in der Buchhandlung in Cadolzburg, ja. Zufall, weil dort haben wir uns zum ersten Mal in Real Life getroffen. Und ich dachte mir, das wäre ein netter Ort. Außerdem liebe Grüße an Jana. Hallo. Ist schön da. Also Cadolzburg ist auch so schön. Kann man, glaube ich mal, so einen Städtetrip nennen, aber kann man mal einen Trip hinmachen. Wenn man mal in der Nähe von Nürnberg unterwegs ist, dann kann man da einen Abstecher machen. Das ist schon süß. Und wo mit Stoßen war an? Ja, auch da einfach an Erinnerung an das Trip, was wir dort hatten, würde ich sagen wir stoßen heute mit einer Club-Mate an. Weil es bei Jana. Ja bei Jana gab es eine breite Aussage, sicher auch Kaffee also perfekt. Das klingt sehr gut. Es ist ja auch noch, guck grad auf die Uhr vor 15 Uhr, ich glaub danach würde ich wahrscheinlich keine Club machen, da trinken wir, vielleicht sind wir schlafen. Ich wollte sagen, nach dem Mittagspause sind wir gerade im Mittagstief, da kann man durchaus ein bisschen Koffein vertragen. Ja. Dann würde ich sagen, stößt mit unserer Club-Mate einmal an.

Helen
Ich habe gerade gedacht, dass es ja eigentlich wirklich auch ein witziger Zufall war. Es war wahrscheinlich so ziemlich genau ein Jahr. Vielleicht noch so ein Monat, vielleicht so was das dann elf Monate mehr ist. Und gerade wurden ja auch die haben wir das schon gesagt, in welchem Zusammenhang wir bei Jana waren.

Lisa Menzel
Nein, also wir haben uns über den Young Excellence Award kennengelernt, weil wir nominiert waren und jetzt sind auch gerade wieder die Nominierung für diese bekannt gegeben worden. Also perfekta Zeitpunkt für diese Aufregung. Ja, genau. Also auch wieder sehr spannende Menschen dabei. Ich finde es sehr spannend, dass diesmal deutlich mehr Leute aus dem Buchhandel drin sind. Das war wohl in den Ganzen vorher auch so. Und bei uns war es ja irgendwie gar nicht so. Ne, Thomas. Ja, aber Thomas auch nicht nur. Genau. Und ich glaube, die Lea war auch eher so aus dem Buchhandel heraus. Die hat ja dann meinen Job angefangen. Genau, aber sonst nicht so viel Buchhandel. Das stimmt.

Helen
Hast du jemanden nominiert oder jemanden vorgeschlagen?

Lisa Menzel
Ich habe nicht direkt jemanden für dieses Jahr vorgeschlagen. Ich habe aber mehrere Leute angeschrieben, ob ihnen jemand einfällt, den sie nominieren können.

Helen
Ja, ich hatte in der Enge-Freunde-Story das erzählt, so hey irgendwie, wir wurden auch gebeten, jemanden zu nominieren, wenn hier jemand dein Interesse daran hat, meldet euch, das hat sich einigermeldet, die habe ich auch vorgeschlagen, hat aber leider nicht geklappt. Also vielleicht aber auch nochmal ein ganz gutes Zeichen dafür, dass das nicht irgendwie unfair läuft und unsere Stimmen besonders hoch gewertet werden, sondern entscheidet irgendwie eine Jury unabhängig von Gefälligkeiten.

Lisa Menzel
Genau. Und man muss ja dazu sagen, man kann sich ja auch selber bewerben. Und man kann sich auch mehrere Jahre hintereinander bewerben, wenn es nicht geklappt hat. Also vielleicht ja dann die Zeit einfach noch nicht reif. Man hat ja Zeit bis 39. Und ich glaube, das sind ja ein paar Jahre, wo man ja gleich auch Zeit hat, sich zu bewerben. Ja, bei mir war das auch die zweite Servom. Jetzt habe ich mich beide mal selbst beworben. Und beim zweiten Mal hätte es dann geklappt. Ich glaube, wenn mein Arme nominiert wurde, kann sich wahrscheinlich nicht nochmal beworben. Nein, aber… Ich meine, du hast ja letztes Jahr dann auch das Publikums-Voting gewonnen. Aber ich glaube, dem Börsenblatt geht es vor allen Dingen auch darum, einen Alumni-Netzwerk aus diesen Nominierten aufzubauen. Und deswegen geht es eigentlich denen ja vor allen Dingen auch um die Nominierung. Ja und ich habe auch das Gefühl, um neue Gesichter bekannt zu machen. Es gibt wahrscheinlich schon immer viele, die man irgendwie kennt, aber es ist einfach eine große Ehre. So haben wir uns letztes Jahr kennengelernt. Unsere Freundschaft ist jetzt ein Jahr alt, voll schön. Weil wir wurden jetzt ziemlich schnell in solche Speed-Meetings reingeworfen. Ich glaube, da habe ich das erste Mal gesehen. Ich wüsste nicht, in welchem Zusammenfängen wir vorher kontakt hatten. Ich kannte Mädels, die lesen, vorher gar nicht, war aber direkt sehr hyped. Ich weiß nicht, wie es dir ging, mir ging es auf jeden Fall so. Ich hatte das Gefühl, dass wir direkt so krass gevibt haben. Das war richtig cool. Und spätestens beim zweiten Treffen in Cadolzburg. Da haben wir auch so ein Selfie gemacht, das habe ich letztens mal gesehen.

Helen
Ja, das ist schön. Doch, doch, habe ich noch. Ja, wir Cuties. Und alle denken, hören uns zu und denken so, wir schwärmen gerade voneinander. Also, das war für uns auf jeden Fall ein schöner Abend. Wir haben uns als nominierte alle getroffen. Das war das Wochenende, bevor das bekannt gegeben wurde. Und an so einem coolen Ort, in einer Buchhandlung. War eine gute Zeit. Ja, auf jeden Fall.

Lisa Menzel
Und es war ja auch alles so aufregend. Also, von… Diese Nominierungen wurden bekannt gegeben und dann sind die Porträts im Börsenblatt online gegangen. Und es wurde ein Artikel im Börsenblatt gedruckt veröffentlicht über uns, dass wir jetzt nominiert sind. Und ja, es ging schon irgendwie eine größere Öffentlichkeit damit auch einher. Voll. Und dann dieses ganze Publikums-Voting. Also es war schon alles ziemlich aufregend. Wir waren echt aufregend. Und ich glaube, uns allen war am Abend anzumerken, dass wir ein bisschen platt waren. Ich glaube, wir haben das alle vielleicht noch nicht so ganz kommen sehen. Diese Aufmerksamkeit, die da war und so. Und wie viel doch das vielleicht auch an Kraft erfordert. Es war irgendwie schön, das so teilen zu können. Ja. Und ich sehe auch mal auch die Dankbarkeit, dass man einfach so, erstmal mit den anderen mitnominierten so nette Menschen kennengelernt hat und nicht nur nette Menschen, sondern auch einfach sehr coole Menschen, die richtig coole Sachen tun in der Branche. Ja. In dem Zusammenhang habe ich aber dann überhaupt erst, wir haben alle irgendwie kennengelernt, was machen die anderen so und das war ja wirklich, also das muss man Ich sage, bei unserer Gruppe war die ganze Bandbreite dabei.

Helen
Und ich fand halt bei dir total cool, weil es hieß, du bist Verlagsleiterin. Und ich weiß gar nicht so ganz genau, wie alt du bist. Aber du bist auf jeden Fall ja noch jung. Und ich dachte, wie krass ist das? Und dann bist du als Quereinsteigerin in die Branche gekommen. Erzähl mal so, was machst du und wie ist das so passiert? Oh je, das ist natürlich jetzt so. So soll ich anfangen.

Lisa Menzel
Genau, wo soll ich anfangen? Also erstmal, ich bin 30 und habe, ja, ich leite einen Verlag. Den habe ich aber auch nicht selber gegründet, sondern ich baue einen Verlag auf oder habe einen Verlag aufgebaut innerhalb einer Firma, die heißt ruach.jetzt. Wir haben einen Fokus auf christliche Spiritualität und Achtsamkeit. Es ist ein kleiner christlicher ökumenischer Verlag, arbeiten mit einem christlichen Wir haben ein großes Content-Creator-Netzwerk. Ja, genau. Also das machen wir. Wir können später noch ein bisschen ausführlicher reden, aber wichtig ist erst mal, ich bin für den Verlag zuständig. Ich bin da auch als Quereinsteigerin in die Branche gekommen.

Helen
Gab es also erst die Firma und dann die Idee, den Verlag innerhalb der Firma zu machen?

Lisa Menzel
Genau. Also ruach.jetzt ist entstanden, in die mein Kollege und Chef, Der Tobias Sauer eine, ja, eigentlich eine Freiberuflichkeit gemacht hat. Der ist halt, hatte nach dem Studium halt gesagt, nee, ich fange jetzt nicht bei Kirche anzuarbeiten, als Theologe, sondern ich möchte freiberuflich unterwegs sein und ist dann als Berater für Glaubenskommunikation und Kirchenentwicklung unterwegs gewesen, einfach freiberuflicher Basis. Und irgendwann hat er angefangen, halt auch, ja, aus diesen Beratungsprojekten heraus dann auch manchmal so kleine Hefte und Produkte mit den Leuten zu bauen. Und irgendwann hatte er aber auch Ideen, die jetzt nirgendwo mituntergekommen sind oder wo er gute Ideen hatte. Und ja, niemand wollte das mit ihm umsetzen. Und dann hat er das einfach mal selber umgesetzt und hat dann eben so ein Online-Shop gestartet. Das ist ein erstes Produkt, war so ein Heft. Das ist so ein, ja, eigentlich so auf Basis von Exerzitien im Alltag. Das heißt alles außer Beten. Und da geht es halt, ja, es ist eigentlich eine Achtsamkeits-Challenge. Ja. Und genau, damit hat es eigentlich, hat dieser Shop angefangen. Ich glaube, das war 2019, dass das dann online gegangen ist. Und dann hatte er, also er hatte dieses christliche Content-Creator-Netzwerk initiiert, das dann natürlich auch Corona total mit in diese Zeit reingefallen, wo ja auch in Kirche sich ganz, ganz, also dieses Thema digitale Kirche, gab es vorher schon. Es gab auch so Barcams und so. Aber mit Corona wurde das dann ganz, ganz doll, dass Kirchen sich natürlich auch überlegt haben, wie können und müssen wir jetzt irgendwas Digitales tun. Und das war eigentlich ganz gut. Da war Tobias auch dann ganz viel unterwegs als Berater. In dem Zusammenhang haben wir beide uns kennengelernt gehabt. Ich hatte ihn damals für meine Masterarbeit interviewt. Und so haben wir uns kennengelernt. Gelernt und nach meinem Masterabschluss habe ich dann, also wir sind in Kontakt geblieben, auch über das Netzwerk und ja, dann hat er mich nach meinem Masterabschluss halt gefragt, ob ich Lust habe für ihn zu arbeiten und eigentlich war das erst, also weil er gemerkt hat, er schafft das alles gar nicht mehr so. Er hatte dann auch schon das erste Buchprojekt gemacht, das war so ein Buch mit modernen Heiligengeschichten. Das hat er ja schon so gemacht Und genau hat er aber gemerkt, er hat die Firma gegründet, weil er gemerkt hat, sie übersteigt langsam diese Freiberuflichkeit. Und genau hatte mich dann gefragt, ob ich da mit einsteigen mag. Und zuerst dachten wir eigentlich auch, dass ich ihm in dieser Beratungstätigkeit unterstütze. Und weil das ja so das Hauptding war. Und dann haben wir aber auch gemerkt, na ja, nee, wir haben ja zwei Bereiche und unterschiedliche Kompetenzen. Auch gar nicht an einem Ort. Also der Firmensitz ist in Trier, da ist auch der Tobias und ich wohne im Rhein-Main-Gebiet und ich arbeite eigentlich komplett aus dem Home Office. Das heißt, wir sind ja gar nicht an einem Ort, wir mussten gucken, wie können wir das irgendwie aufteilen auch und dann haben wir gemerkt, dass es auch sinnvoll ist, die Firma viel mehr als Medienunternehmen zu denken oder eben als Verlag. Und das ist jetzt so meine Sache. Und seit Anfang 2023, also knapp anderthalb Jahre, nachdem ich bei Tobias angefangen habe zu arbeiten, haben wir das dann auch wirklich nach außen hin so gemacht, dass ich für den Verlag zuständig bin als Verlagsleitung und er eben diesen Beratungsaspekt macht, also den Beratungsanteil in der Firma und er ist halt Geschäftsführer und so. Aber seitdem bin ich wirklich Verlagsleitung und wir denken den Verlag als eigenen Bereich.

Helen
Es ist irgendwie so sehr spannend, weil ich meine es ist ja wahrscheinlich schon auch richtig so inhaltlich das also zu kennen, irgendwie sich da irgendwie auch mit verbunden zu führen, aber es ist ja trotzdem einfach ein Bereich, der dir aus dem Studium wahrscheinlich nicht bekannt war. Wie fängt man an, einen Verlag aufzubauen, wenn man das noch nie gemacht hat?

Lisa Menzel
Ja, also tatsächlich waren da so ein paar Sachen, die dann so glückliche Zufälle waren. Ich habe tatsächlich ein paar Praktika im Bereich Buchbranche gemacht. Also schon in der Schule hatte ich mal ein Praktikum in der Bibliothek gemacht und fand eigentlich so das ganze Bibliothekswesen ganz interessant. Das ist natürlich was ganz anderes. Ich hab dann Medienwissenschaften studiert, weil ich das halt breiter haben wollte, aber hatte eigentlich so das … Irgendwas mit Büchern im Hinterkopf, das ja auch Medium. Und … Dann … Hab ich auch irgendwann mal … Ich hab nicht nur Medienwissenschaften studiert, sondern auch Religionswissenschaften. Beziehungsweise komparative Theologie in so einem Zweifach-Bachelor mit Medienwissenschaften. Und da hatte ich dann eigentlich mal die Idee, vielleicht habe ich gar keinen Bock, irgendwas mit Kirche oder Religion zu machen. Ich will jetzt noch mal was ganz anderes machen und habe dann ein Praktikum bei einem Verlag gemacht. Und … Hatte da dann schon mal ein bisschen Einblicke ins Verlagswesen bekommen. Und das waren dann so Zufälle, die dann … Ja, am Ende mir auch so ein bisschen geholfen haben dabei. Oder wo wir gesagt haben, ach so krass, du hast ja schon Erfahrungen, so ein bisschen zumindest, in einem Verlag, ich mein, das war natürlich nur ein Praktikum. Genau, ich hab mal einen Verlag von innen gesehen. Ähm, und äh, also das waren, ja, ich rückblickend, fühlt sich das irgendwie so an, als hätte ich voll den Plan gehabt und hätte voll gewusst, worauf ich's irgendwie hin arbeite. Ähm, ich muss aber gestehen, Ich hatte zwischendurch überhaupt keinen Plan, was ich da mache. Oder ich hatte zumindest das Gefühl, ich hab überhaupt keinen Plan, was ich mache. Ich hab immer mal Sachen ausprobiert. Oder mich einfach davon leiten lassen, was mir viel Spaß macht. Ja, toll. Oder worauf ich jetzt Lust hätte, das noch mal auszuprobieren. Also auch eben in dem Verlag war ich eigentlich danach, an dem Punkt, dass ich gesagt hab, nee, das ist voll die Verschwendung, wenn ich nichts mache, was mit Religion zu tun hat. Sind, dem ich mich gut auskenne. Jetzt hast du beides. Genau. Ich wusste ja, diese Stelle gab es ja nicht. Ich wusste nicht, dass ich darauf hinarbeite, in einer Schnittstelle so krass zu sein. Und dass mir jetzt beides so viel nutzt. Voll gut. Aber ich glaube, es ist menschlich dabei nicht so schlecht, wenn man im Grunde nicht weiß, wie man das so in der Theorie machen sollte. Also ihr habt ja auch schon Kirche neu denken wollen, warum dann nicht auch Verlag neu denken. Also irgendwie wahrscheinlich nicht verkehrt und ich würde sagen der Erfolg gibt euch ja recht. Also das hat ja funktioniert. Ja und hier existieren noch. Also total. In den letzten Jahren sind glaube ich nicht so viele Leute auf die Idee gekommen christlichen Verlag zu gründen. Ja schon lief so. Ja und eine gewagte vielleicht auch. Aber ich möchte aber nochmal kurz bei dir fragen. Ich meine, du machst da jetzt auch was, was jetzt nicht so als Jobbeschreibung feststand, als du dir überlegt hast, was du mal machen willst. Genau. Ich meine, wie war das denn bei dir? Hattest du das Gefühl, dass du immer einen Plan hast, wo du mal hin willst?

Helen
Oh, ich hatte so viele Pläne. Also während der Schutzeil bei mir dann glas klar, ich werde total frau. Und dann habe ich so verschiedene Praktika aufgemacht und fand es mega geil. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich es irgendwie nicht mehr geil fand. Auf jeden Fall rückglitten, weiß ich, ich fand es einfach nur in der Schule nicht so gut und es war eine gute Abwechslung. Ich glaube, ich hätte jedes Praktikum machen können, das hätte es gut gefunden, aber ich hatte mich dann halt versteift. Auf jeden Fall habe ich irgendwie, ich glaube es hat auch einfach nicht geklappt, so wie ich das vielleicht wollte. Irgendwie kann ich mich in so einer ausberingungsstelle rein, ich weiß auch nicht. Also irgendwie ab da habe ich ein bisschen das Gefühl, ich bin sehr viel durch meinen Leben gestolpert. Ich hatte Tage, ein Interview mit dem Alumni-Beauftragten von meiner Hochschule. Und auch bei dem Porträt fürs Börsenblatt ist mir das immer ein bisschen unangenehm, wenn es um mein Leben zu auf geht, bei dem roten Faden. Sieht man jetzt eher nicht. Also das Einzige, was es sehr bewusst ausgewählt hat, war das Studium tatsächlich. Also das habe ich wirklich geliebt, das war toll. Da hatte ich dann, also ich habe so ein paar Twist and Turns in meinem Leben drauf gehabt, aber da hatte ich dann plötzlich das Gefühl, euer ist passt. Aber da musste ich auch nichts damit mitmachen. Ich habe, glaube ich, auch viel einfach so im Moment das mitgenommen, was irgendwie gerade ziemlich passt und ich glaube, das ist auch jetzt so. Also auch jetzt, also letztes Jahr habe ich in Frankfurt zum Beispiel den getroffen, der das Ganze betreut mit dem Young Excellence Award. Der meint auch sei ruhig auf strategisch, das kriegen ganz viele Leute aus Verlagen und was weiß ich mit, so kannst ruhig auch streuen, wenn du irgendwas Bestimmtes machen willst und so und nicht so. Aber ich weiß ja überhaupt nicht, was es für Jobs gibt in der Buchbranche und ich weiß gar nicht, was ich will, im Moment bin ich dann happy. Ich glaube, ich war das den größten Teil meines Lebens, dass ich nicht so eine Vorstellung davon hatte, wo es hingehen soll. Ich glaube, mit Zeit lang habe ich das vielleicht auch negativ bewertet und mich gefragt, ob ich mein Leben so ein bisschen vergeulacht habe, aber es hat irgendwie gepasst und jetzt bin ich ganz happy. Ich weiß es nicht. Ich hatte auf jeden Fall niemals vor, mich selbstständig zu machen. Das stimmt. Ja, es ist irgendwie dann wild, was so passiert. Voll wild. Und wer weiß, was noch so passiert? Ich mein, du hast inzwischen ja sogar ein Buch aufgeschrieben oder veröffentlicht, wie nennt man das, herausgegeben?

Lisa Menzel
Wir haben das Buch herausgegeben und da steht auch mein Name auf dem Cover, genau. Also du hast auch Texte dafür geschrieben? Ich hab auch Texte dafür geschrieben, genau. Aber ich hab vor allen Dingen viel Arbeit im Hintergrund damit gemacht. Genau, wir haben das als Team von ruach.jetzt geschrieben. Also das sind nicht nur Tobias und ich, sondern da waren auch noch ein paar andere beteiligt. Svenja Stella und Marco vor allem und dann noch eine Creatorin aus dem Netzwerk, die Katharina. Und da haben wir halt die, also wir haben ein Buch geschrieben, das heißt, 40 Dinge, die du ausprobieren musst, bevor du aufhörst, zu glauben. Wo wir so ein bisschen…

Helen
Ich glaube, das kommt zur richtigen Zeit, oder? Oder kam zur richtigen Zeit?

Lisa Menzel
Ja, ich glaube schon. Es war auf jeden Fall eine gute Idee und auch… Also ich meine, es war unsere Idee. Deswegen finde ich die natürlich gut. Natürlich, super. Aber ich glaube, es war auf jeden Fall eine richtig gute Kooperation, sowohl für uns als auch für den Herder. Also es ist eine Kooperation von… … Ruach.jetzt mit dem Herder-Verlag, … … Der ja auch im religiösen Buchmarkt relativ groß ist. Also wenn man irgendwie … Ja … … In irgendeinem Teil hier geht, dann steht da auf jeden Fall … … Ein Herderbuch so.

Helen
Ich habe aber das Gefühl, Herder irgendwo anders … … Ja noch zu kennen oder verwechsel ich das da?

Lisa Menzel
Ja, ich glaube also … … Herder ist halt ein großer Player im religiösen Buchmarkt. Die machen aber auch … … Viel im Bereich Pädagogik. Ja, vielleicht ist das wegen dem. Ja, auf jeden Fall war das, was wir jetzt schon, aber da sind wir eigentlich auch schon wieder bei der Frage, die du mir eigentlich gestellt hast, nämlich auch, wie geht denn so Verlagsaufbau? Bei uns war das tatsächlich dann viel, weil ich ja eben, ich hab zwar mal einen Praktikum gemacht, aber da kann man ja jetzt nicht direkt einen Verlag gründen. Und meine Herren gehen zwar anders, als das Ganze war dann. Also ich bin jetzt nicht so ein Mensch, dass ich mich in ein Kämmerchen zurückziehe und mir ein Buch reinziehe und das dann mache. Sondern meine Herangehensweise war eher, ich rede halt mit ganz vielen Menschen. Ähm, und … Wenn dann, ja, hab … Also, bin relativ schnell dann irgendwie beim Börsenverein gelandet. Also Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Und bin da dann auf Veranstaltung gegangen und bin mit Leuten … Ja, hab einfach mit Leuten darüber gesprochen, wie die so die Buchbranche wahrnehmen, was man so braucht. Und also insbesondere die unabhängige Verlage, also Interessengruppe Unabhängige Verlage. Da sind ganz viele Menschen, die meistens kleinere Verlage haben und da eben auch ganz viel Erfahrung mitbringen in wie macht man, also wie geht man als kleiner Verlag in der Branche nicht unter oder die zumindest auch zusammenhalten, um nicht unterzugehen. Und ja, darüber oder auch eben dann die IG Digital, wo ich ja jetzt immer noch auch sehr aktiv bin und wo ich einfach ganz, ganz viel von ganz vielen tollen Menschen aus der Branche gelernt habe und auch ganz viel Feedback bekommen habe immer für das, was wir gemacht haben. Wo man einfach im Gespräch darüber war, was kann man noch machen, was braucht man unbedingt, was kann man sich vielleicht auch sparen. Ich hab einfach vom Börsenverein auch immer alles Mögliche mitgenommen, was man an Beratungen mitnehmen kann. Also die bieten zum Beispiel immer an, eben für Mitglieder auf den Buchmessen, betriebswirtschaftliche Beratungstermine und da hab ich auch ganz viel mitgenommen.

Helen
Ja, also ich finde auch halt auch, dass es mir letztes Jahr sofort auch schon wie krass gut wie gut du vernetzt bist und wie gut du das kannst. Ich habe mir nicht so ein Gefühl, dass das mein Talent ist. Ich rede halt schon gerne mit Leuten. Aber selten mache ich das irgendwie strategisch. Die Person wäre auch da gewesen, wäre vielleicht ganz schlau gewesen, auch mal mit herzusprechen. Das fand ich total cool. Ich habe dich gestern in der Enge-Freunde-Story, als Frage abgefragt hat, auch als die größte Cheerleaderin, die man sich wünschen kann, vorgestellt oder angekündigt. Weil das fand ich halt total krass. Also ich meine, ich erinnere mich noch zu einem Gespräch, wo ich dann dir gesagt habe, frag doch mal die örtliche Zeitung, ob du nicht da irgendwie gefietscht werden kannst, weil es ging ja darum, viele Stimmen zu sammeln in dieser Abstimmungsphase. Und ich habe aber das Gefühl seitdem auch und wahrscheinlich auch schon davor, schlägst du mir am laufenden Band irgendwas vor, was ich machen könnte oder du hast mich bei irgendwem irgendwie erwähnt oder so und das finde ich halt schon krass. Es waren wahrscheinlich so viele Leute kennen wie du, aber auch so dahinter sein. Und es wirkt ja nicht wirklich gestellt. Es wirkt total natürlich. Also ich finde, das ist auch ein Supertalent, weil das können halt nicht viele und also du hast das drauf. Danke. Nimm's einfach an. Ja, danke.

Lisa Menzel
Ich muss aber auch sagen, es ist jetzt nicht so, dass ich da jetzt super strategisch dran gehe und mir irgendwie eine Liste schreibe, ich bin der Veranstaltung X, ich muss mit Personen 1, 2 und 3 reden, um das und das zu erreichen, sondern ich glaube, dass es beim Netzwerken ja auch gerade darum geht, auch einfach mit Menschen im Gespräch zu sein und durch Zufälle zum Beispiel auch auf Ideen zu kommen. Also keine Ahnung. Wenn ich mit dir rede und du erzählst mir was, und ich weiß dann, ah, okay, ich hab ja vorgestern mit irgendeinem anders geredet auf so einer Buchmesse oder so. Das wär doch voll spannend, hey, das ist volles Match. Ähm, dann, also, das kostet mich ja nichts, euch irgendwie vernetzen. Ja. Und gleichzeitig, also, ich glaub, man muss einfach auch immer geben, um irgendwann was zurückzubekommen. Toll. Und ohne das jetzt so kalkuliert zu sagen. Also das ist so in… Genau, es geht nicht darum so, hey, du schuldest mir jetzt was oder ich schulde dir irgendwas, weil irgendwas passiert ist, sondern oder weil wir einen Kontakt ausgetauscht haben oder sonst irgendwas, sondern es geht eher so darum zu sagen, naja, es geht also, ich finde einfach, dass es so wichtig ist, ein gutes Miteinander zu haben und warum soll, also was, was ich auch nicht selber machen kann. Warum sollte ich da nicht jemand anderen dann vermitteln?

Helen
Aber ich glaube, dass du da schon besonders, also das manche auf keinen Fall so, dass du das strategisch irgendwie machst und so, irgendwelche Ziele damit verfolgt. Aber ich glaube, du hast einfach so ein natürliches Talent für und siehst irgendwie auch Verbindung. Also wenn mir so was einfällt, dann mache ich das auch, aber ich habe irgendwie auf das Gefühl, da komme ich dann vielleicht so drei Wochen später auf und dann denke ich so, ich hätte ja vielleicht das vorschlagen können oder so was oder die Person vorschlagen können und ich habe schon das Gefühl, dass dir das sehr liegt und dass es dir auch wichtig ist andere irgendwie zu promoten und so was und das glaube ich ist auch nicht total gängig. Also sehr schön, was so wäre.

Lisa Menzel
Ich glaube es geht auch und da geht es für mich glaube ich auch viel einfach um Authentizität. Also wenn ich von der Sache wirklich überzeugt bin und das muss auch nicht mal was sein, was ich jetzt selber mache. Also ich bin natürlich auch sehr überzeugt von dem, was ich selber mache. Aber keine Ahnung, ich finde zum Beispiel, mir das zu lesen, finde ich einfach eine coole Sache. Und ich mag dich als Person total gerne und ich weiß, dass du irgendwie deine Sachen gut machst. Und dann habe ich natürlich auch überhaupt kein Problem damit. Ganz im Gegenteil, dann empfehle ich dich ja total gerne weiter, weil ich denke, dass du anderen Mehrwert bieten kannst. Also, dass er so, dass ich manchmal von meinem Chef direkt meine Nimmel komme, so Hey, hast du mal darüber nachgedacht, dass du das auch selber machen kannst, bevor du hier wieder irgendwelche anderen Leute vorschlägst? Oder irgendwelche anderen Leute miteinander vernetzt? Oder irgendwie irgendwelche Möglichkeiten aufzeigst? So, hey, das können wir doch auch selber machen. Lammau. Und das ist dann eher was, was ich manchmal gar nicht so sehe, wo ich mich selber dann eher klein mache und denke so, ach krass, nie, andere Leute sind doch gerade so gut und so. Andererseits fand ich es jetzt auch mega gut. Das ist für mich ein ähnliches Thema. Ich glaube einfach, dass es für mich in der Buchbranche, andere Branchen kenne ich jetzt nicht so gut, aber vielleicht kann man es auch auf andere Branchen übertragen. Dass es einfach so wichtig ist, auch als Player, dass man kooperiert mit anderen, weil wir einfach auch gemeinsam wachsen können. Und dann geht es gar nicht mehr darum, also zum Beispiel jetzt diese Kooperation mit Herder. Das ist auch entstanden, über eine Zufallbekanntschaft, wo einfach zufällig man am Ort war und dann eine Verbindung hergestellt wurde. Und diese Kooperation wäre dann aber nicht zustande gekommen, wenn Herder dann auch nicht überzeugt gewesen wäre von dem, was wir machen. Und wir beide hera… Also beide… Wir haben uns über die großen Parteien herausgefunden, dass eine Kooperation eine sinnvolle Sache sein könnte. Für uns natürlich, Herder hat noch mal eine ganz andere Reichweite als wir das haben. Wir sind so ein kleiner Verlag, es ist so schwierig überhaupt in den Buchhandel zu kommen und dann gerade in die großen Buchhandelsketten, wie zum Beispiel Thalia oder so. Also wir wussten, so was können wir gar nicht leisten alleine. Und die waren aber total auf der Suche nach was modernem, frischen Aninhalten und die konnten wir halt bieten. Und so haben wir halt zusammen ein Produkt geschaffen, was keiner von uns alleine so hingekriegt hätte. Ja. Und ja, ich habe neulich von jemandem gehört. Also, weil das ist natürlich der andere Punkt. Ich habe in der Buchbranche ganz viel genetzt, aber ich habe natürlich auch geguckt, für Strukturen gibt es dies auch so, ja, dies für den religiösen Buchmarkt oder halt auch im tierlichen Bereich gibt. Und es gibt zum Beispiel auch konfessionelle Medienverbände, also den katholischen Medienverband, die Vereinigung evangelischer Buchhändler und Verleger und den evangelischen Medienverband. Die haben zum Beispiel immer einen Gemeinschaftsstand auf der Buchmesse. Wir hätten uns natürlich alleine niemals einen Stand auf der Buchmesse leisten können. Aber durch so Gemeinschaftsausstellungen, glaube ich, sind wir da jetzt schon auch ganz gut in der religiösen Buchbranche positioniert. Also wir mussten uns da jetzt nicht verstecken mit unseren Sachen. Und jetzt dieses Jahr probieren wir mal die Gemeinschaftsausstellung der IG Unabhängige Verlage aus. Aber trotzdem, weil wir eigentlich gar nicht so doll auf diesen religiösen Buchmarkt festgelegt werden wollen, weil wir eigentlich ja gar nicht nur den religiösen Buchmarkt erreichen wollen. Aber es war für uns trotzdem erst mal ein Superstart, auch dort uns etablieren und da auch mit Menschen zu sprechen und einfach zu sehen, okay, was haben denn andere auch für Probleme? Oder vor welchen Herausforderungen stehen die? Und ich glaube, da sind wir, ich sag mal, zumindest mal ein bisschen positiv aufgefallen und wir wurden auch schon sehr krass beäugt. Was wir denn da jetzt eigentlich so Neues machen in der Branche? Weil das ist also, ich glaube in der religiösen Buchbranche war jetzt in den letzten Jahrzehnten nicht mehr so viel Bewegung.

Helen
Ich habe euch ja da auch besucht an dem Stand und ich fand ehrlich gesagt ihr habt nicht so richtig reingepasst, weil ihr habt halt wirklich eher coole, moderne Sachen und zwar ein bisschen angestaubt die Ecke, aber ich fand es irgendwie immer weil Tobias ja dann noch mal so meinte, hey, mit so einem Kaffee, ich habe dafür extra hier, wir haben das alles irgendwie mit bezahlt, so kommen wir jetzt. Ja, das gehört halt dazu. Ja, genau. Also, und wir haben ja auch einfach… Es war ein schöner Ort irgendwie, aber ich glaube, ich könnte mir vorstellen, dass ihr vielleicht in diese andere Ärzte noch besser passt.

Lisa Menzel
Ja, wir probieren es jetzt einfach mal aus. Es war auch total schön, da mit den Leuten aus der religiösen Buchbranche, also Zum Beispiel, wir standen jetzt zwei oder drei Jahre auf der Buchmesse jetzt immer neben der Deutschen Bibelgesellschaft. Und mit denen machen wir jetzt auch eine Kooperation. Wir haben jetzt für Herbst angekündigt. Das ist noch gar nicht so… Also jetzt zu dem Zeitpunkt der Aufnahme, noch gar nicht so offen kommuniziert. Also, es ist aber schon öffentlich deswegen. Könnte ich das jetzt erzählen? Weil ich hab den Zeit, ne? Ja, ja. Also wir haben auch schon… Auf dem Kirchentag waren wir jetzt auch dann auch schon so Flyer-Falt teilt und so was. Aber das ist jetzt noch nicht so mega groß öffentlich angekündigt, aber zum Beispiel in der Buchvorschau von der Deutschen Bibelgesellschaft ist es schon drin. Wir machen eine Sonderausgabe der BasisBibel zusammen. BasisBibel ist halt eine moderne Bibelübersetzung und wir bringen eben eine Sonderausgabe raus, die heißt Themenwege und da gibt es nicht nur den Bibeltext sondern eben auch Bibel-Lese-Pläne, die gestaltet sind von 21 Menschen aus, ja, die christliche Influencer-Innen sind, Creator-Innen, die eben ihre ganz persönlichen Zugänge zur Bibel über verschiedene Themen zeigen. Also zum Beispiel macht Tobias Sauer was zum Thema Glaube und ja, so ein Liesendahl, der hat den Podcast Schöner Glauben und hat bei uns ein Buch geschrieben, das heißt, Gott kann auch nicht alles, der macht da was über Gottesbilder in der Bibel und was das für ein Bibelleseplan sein könnte. Und das ist aber zum Beispiel auch eine Kooperation, die so, also die keine Partei ohne die andere hätte machen können. Also wir hätten nicht einfach so eine Bibel rausgeben können, weil diese Bibel, also diese Bibeltexte einfach, das können wir nicht ohne die Bibelgesellschaft oder irgendein anderes Bibelwerk machen. Und da sind wir aber dran an den Creatern und können da eben sagen, ja, hey, hier haben wir alle Kontakte und das ist total sinnvoll, dass wir das zusammen machen und in Kooperation. Und daher glaube ich, dass es eine ganz gute Kooperation auch ist. Und das ist auch für den religiösen Buchmarkt, glaube ich, ein Mehrwert, wenn wir da einfach miteinander arbeiten statt gegeneinander. Und auch wenn man natürlich merkt, also im Gespräch mit den, also mit vielen aus dem Bereich, die erzählen immer, dass das ja schon alles rückläufig ist und auch immer mehr christliche Buchhandlungen zumachen und so was. Jetzt gerade vor ein paar Monaten hat, haben die Alpha-Buchhandlungen Insolvenz angemeldet. Also es ist irgendwie so, es ist jetzt schon kein super florierender Bereich und umso mehr muss man aber auch gucken, wo wir sinnvoll zusammenarbeiten, anstatt uns gegenseitig als Konkurrenz zu sehen, zumal. Das ist jetzt ein Punkt, das wäre völlig aus Ufwand, aber muss jetzt hier auch gar nicht Platz finden, dass auch christlich nicht gleich christlich ist. Da gibt es ja total unterschiedliche Fräumigkeiten. Und … Ja, konfessionellen Hintergründe. Themen, die gerade oben auflegen. Ja. Und ich glaube, da gibt es gerade nichts. Wir versuchen ja eben gerade nicht die Sachen so zu machen, wie alle anderen sie machen.

Helen
Ja, das finde ich auch erfrischend. Also wenn wir noch ganz so gebacken hatten, war das ja auch in der Gudi-Bag beim Geburtstag dieses achtsame Reisetagebuch im Runde drin. Ich finde es zeigt auch nochmal so ein bisschen die Bandbreite. Weil für meinen Geschmack hört sich es schon sehr religiös gerade so an. Vielleicht einfach so als Kontext. Ich war das früher, ich weiß nicht, wie sie es erzählt hat, ich war früher auch so beim Kirchentag um solche Sachen. Meine Mama war jetzt auch wieder beim Kirchentag. Ich wusste nicht. Krass. Ich habe mir nachhin wieder gedacht, ich bin da langsamer, ich hatte die ja mal zu euch schon. Ja, aber ich war früher… Nächstes Mal beim Kirchentag, Helen. Nächstes Mal. Ich war da voll drin, aber… Kein Ange. Meine Mama behauptete immer, ich hätte den Glauben verloren, als mein Vater gestorben ist, weiß ich nicht. Richtig was für mich. Ich mochte dieses Gemeinschaftsgefühl, aber ehrlich gesagt nicht so viel darüber hinaus. Aber ich finde einfach, dass man an manchen eurer Bücher ja auch einfach wirklich merkt, es geht und auch… Also ich habe damit toviert, glaube ich, auch bei der Buchmerzei drüber gesprochen, irgendwie mehr darum, dass man überhaupt an was glaubt. Und da bin ich ja total bei, das finde ich auch Ich glaube, wenn man an gar nichts glauben kann, wirds Leben auch einfach schwer. Aber das wollte ich nochmal kurz dazusenden und vielleicht um das Thema auch so Netzwerken abzurunden. Wir hatten uns ja gegenseitig vorgeschlagen bei diesem Five to Watch der BücherFrauen. Sind vielleicht auch weiter nicht genommen worden. Nächstes Jahr also wieder. Aber da höre ich das rein. Ich darf das auch geben, Helen.

Lisa Menzel
Da habe ich das reingeschrieben, dass ich das so krass bei dir finde, Also ich hab's auch von gerade auch anderen Frauen irgendwie so promoteist und irgendwie so dieses, ja, dass man irgendwie so füreinander einsteht und das wir nur Gemeinsamheit weiterkommen. Das war so mein Schwerpunkt in der Bewerbung so für dich und das sehe ich auch total bei dir. Also ich finde wirklich, ich glaube, es ist wirklich so, weil man nicht auf der engen Seite hat, hat man so einen krassen Cheerleader an der Seite. Also irgendwie finde ich das immer. Wenn wir miteinander sprechen, ich danach so, boah, das ist total nett. Wie kann ich mich dafür bedanken? Ja, aber einfach schön zu kennen, Lisa. Danke, danke.

Helen
Ich muss diesen Dank jetzt aber auch mal zurückgeben. Ich finde es nämlich auch einfach total schön, dich zu kennen, weil ich dich einfach auch alte Personen so inspirierend finde. Also erst mal mit dem, was du machst, ich finde zum Beispiel nämlich auch, dass du hast es zwar gerade vorhin, als du darüber geredet hast, was du irgendwie in dein, wie dein Werdegang so ist, dass du irgendwie auch keinen Plan hast, aber was dass ich z.B. Bei dir total cool finde, dass du immer wieder Pläne machst und dir quasi Ziele setzt, auf die du hinarbeitest. So wo ich manchmal gar nicht … Also ich stecke dann so drin in dem, was ich gerade tue und sehe manchmal den Weltvorbeil lauter Bäume nicht. Und ich hab das Gefühl, du hast … Auch wenn sich das Ziel häufiger immer ändert, das ist ja auch vollkommen okay, aber du hast immer so Ziel, auf das du hinarbeitest und du denkst manchmal so viel größer als ich. Will ich hin und ich versuche das jetzt einfach mal und dieses einfach mal machen das fehlt mir manchmal dann so. Also wie gesagt ich vernetze dann Leute und beim Großdenken da komme ich dann ins Spiel. Genau, also deswegen das finde ich bei dir so cool und was ich auch mega mega cool finde und deswegen bin ich…

Lisa Menzel
Ich bin auch so begeistert von Mädels, die lesen. Es ist einfach auch, dass du, ein Mensch, bist der einfach in der Buchbranche ganz klar dazu sagt, so, ey, wir müssen nicht immer, das muss nicht immer mehr wert in dem Sinne haben, dass irgendjemand sagt, oh, jetzt habe ich was dazu gelernt und ich lese, um mich zu bilden. Und ja, wenn ich jetzt dieses Buch lese, dann weiß ich das und das, oder dann hat mir das um das gebracht, sondern dass man das auch einfach machen kann, weil es eine schöne Unterhaltungstätigkeit ist oder weil es Spaß macht. Es darf einfach Spaß machen. Genau, es darf Spaß machen, es darf einen entspannen. Man muss nicht immer mit einem Ziel irgendwo hinkommen, sondern es kann einfach was sein. Oder ich glaube du wirst auch so jemand, die sich vor das Bücherregal stellt und denke, aber habe ich denn jetzt gerade mal Bock drauf zu lesen? Und dass man nämlich, ja, einfach mal guckt, worauf habe ich jetzt gerade Lust und was, was bringt mich jetzt gerade in diesem Moment? Das, was ich jetzt brauche. Genau. Und das zum Beispiel finde ich total wichtig, dass es in der Branche gibt. Ja, das fehlt mir manchmal auch so. Das geht halt schon.

Helen
Also einerseits sind es immer neu, neu, neu finde ich manchmal irgendwie auch echt schwierig. Also so, ich meine allein schon, dass ich dafür ausgedacht werde, dass ich sage, ich finde in Buch das Jahr ist noch neu und alle sind aber eher so, jetzt, wir haben, was haben wir jetzt Mai und jetzt sind alle schon in den Herbst verschauen und es denkt mir so, irgendwie. Aber eben auch dieses Thema ist da, man darf auch einfach nur zum Spaß präsentieren.

Lisa Menzel
Ja, ja das ist zum Beispiel, also da hast du jetzt gerade Ich hab mich an Punkt angesprochen, den ich auch schwierig finde, gerade auch als kleiner Verlag, der ja jetzt nicht 20.000 Novitäten im Jahr macht. Ich weiß nicht, ob es irgendein Verlag gibt, der 20.000 Novitäten im Jahr macht. Das ist eine beliebig eingesetzte Zahl, die für eine große Anzahl an Neuveröffentlichungen stehen soll. Und das ist ja auch was, wo wir uns gerade auch so ein bisschen verweigern, dass wir nämlich nicht sagen, wir machen ein Frühjahrsprogramm und ein Herbstprogramm, weil das eigentlich nur den Buchhandel was bringt. Also, wenn man direkt an Endkund in einem Geschäft denkt, was wir ja viel auch machen. Wir machen ja viel Bewerbung über Instagram und über unsere AutorInnen. Und das ist einfach … Also, es stresst alle nur, so ein Buch dann … Also, diese Herbst- und Frühjahrsprogramme zu machen. Ich hab auch das Gefühl, dass alle in der Branche davon gestresst sind. Also, ich weiß auch nicht … Also, ich glaube, man macht das … Für den Buchhandel. Und damit diese Verlagsvertreterinnen, damit man noch mal so einen Update machen kann, hey, das sind unsere neuen Sachen. Und dann gehen die Verlagsvertreterinnen auf ihre Reisen und zu den Buchhandlungen und erzählen dann allen was davon. Und dafür muss man halt irgendwie das zu einem Termin X Fertig haben. Aber ich finde zum Beispiel, wie gesagt, in den Verlagen stresst ist alle eh nur, Man muss dann immer so mehr weit vorausdenken. Und dann kommt es ja auch total häufig dann doch anders. Oder Sachen werden verschoben. Also, gerade kleinere Verlage, die gar nicht wissen, ob sie das so einhalten können, werden dann immer die Veröffentlichungstermine immer weiter nach hinten verschoben, obwohl sie schon dreimal so angekündigt wurden. Und da sehe ich irgendwie den Mehrwert nicht hinter. Warum stressen wir uns damit so als Branche? Das ist auch nicht richtig. Das muss mir echt noch auch mal jemand erklären, warum. Hat es das einfach so entwickelt und keiner kommt noch aus der Nummer raus? Also weil ich das sehe, ist es irgendwie nicht. Ich glaube schon, ich glaube schon. Und… Irgendwann wird mal aussteigen aus dem Ganzen. Wir haben jetzt auch mal… Wir haben jetzt auch zwei Titel gerade angekündigt, wo wir jetzt auch ein bisschen Vorlauf für hatten, aber das war jetzt nicht so unser Frühjahrsprogramm oder sowas. Das muss übrigens ein Titel, der ist gar nicht so religiös. Ich weiß gar nicht, ob ich dir davon schon erzählt habe. Im Juli geben wir ein Buch aus, das heißt, Wo ich (nicht) sein sollte – Meine Schamorte. Und das geht Scham und Klassismus.

Helen
Ja, spannend. Also das Thema Scham finde ich immer irgendwie so interessant. Habe ich die Tage erst gesagt, ich finde, dass Scham so viele Türen schließt. Weil also ich habe das zum Beispiel in der Therapie gemerkt. Klar, vielleicht war ich ein bisschen daran gewöhnt, aber über Trauer konnte ich super easy reden. Also es war nicht schön und schmerzhaft. Aber irgendwie war es leicht, da dran zu kommen. Als ich dann irgendwann nach ein paar Jahren gemerkt habe, okay Trauer bin ich eigentlich irgendwie durch. Ich habe aber relativ viele Themen, für die ich mich einfach schäme. Da war wie so dicht. Ist so eine Wand hochgefahren. Ich habe jetzt ein Stückchen für Stückchen runtergenommen, aber es ist so schwer. Und ich merke, dass halt auch das schwer mit anderen darüber zu sprechen ist. Irgendwie, du denkst alle anderen finden das vielleicht genauso unangenehm oder so. Und was für dich schambehaftet ist, kann für jemand anstehen, so irrelevant sein. Aber ich bin der Meinung, dass es irgendwie macht das ganz viel kaputt. Geht es darum bei dem Buch?

Lisa Menzel
Auch, also im ersten Teil zumindest geht die Autorin sehr doll darauf ein, was ist eigentlich Scham und was macht es auch mit einem? Weil das ja zum Beispiel auch krasse körperliche Reaktionen auslöst, sich zu schämen. Und aber auch eben psychische Konsequenzen ja auch krass hat. Und ja, die Autorin macht dann so ein bisschen den Punkt, dass sie irgendwann zu dem Punkt kommt, dass sie sagt, naja, ich frag jetzt nicht mehr, warum schäme ich mich, warum schäme ich mich, warum schäme ich mich so doll? Und dann schämt man sich noch mehr, weil man sich schämt. Und sie guckt dann, also sie hat so ein bisschen den Törn gemacht, dass sie geguckt hat, wo schäm ich mich denn eigentlich? Deswegen kam sie dazu, Schamorte zu sammeln. Schamorte sind aber auch sowas wie Geld und Arbeit und Heimat und eben auch Religion oder Glaube. Und da, die hat sie gesammelt und hat dann halt festgestellt, dass fast alle diese Schamorte irgendwas auch mit ihrer sozialen Herkunft zu tun hat und damit, dass sie diese scheinbar verlassen hat. Also wir reden hier mit einem Stichwort, also einem Stichwort zu nennen, der sogenannte Bildungsaufstieg, wo die Autorin, also die Autorin mag das Wort nicht so gerne, weil sie sagt, dass es, es wird immer als so eine Erfolgsstory erzählt, aber Bildungsaufstieg heißt ja auch, man kann ja auch absteigen und Und vor allen Dingen aber auch, dass das immer so als unangeschränkt positiv dargestellt wird, aber da kommen natürlich auch Probleme mit. Also eben zum Beispiel so eine innere Zerrissenheit, Konflikte, sich noch mehr zu schämen, wenn man in anderen Kontexten unterwegs ist. Und genau, dann kommt sie eben zu dem Punkt, dass einfach ja auch die Gesellschaft aktiv beschämt und das einfach System hat, andere zu beschämen. Und ich kann auch wieder zu dem Punkt, ich glaube auch Frauen gerne. Auch, auch. Ganz genau. Ja, genau. Das ist tatsächlich auch Thema in einem anderen Buch, was wir jetzt im Sommer rausbringen, zum Thema Purity Culture. Das ist mit einer anderen Autorin und natürlich dann doch nochmal etwas mehr im religiösen Bereich verortet. Also für alle, die das nicht wissen. Purity Culture ist ein Umfeld, in dem sehr aktiv Sexualität als was Schlechtes dargestellt wird, vor allen Dingen außerhalb einer Ehe zwischen Mann und Frau. Genau und auch das ist ja ein System, was einfach da ist und real alles und was man auch dekonstruieren kann. Das haben wir jetzt angekündigt für September, also das Das über Scham und Klassismus, wo ich nicht sein sollte, kommt im Juli schon. Und das andere haben wir jetzt für September angekündigt, das heißt Feucht & fromm – Die schmutzigen Geheimnisse der Purity Culture.

Helen
Und ich finde so was zeigt ja auch, dass ihr wirklich modern denkt. Also ich weiß nicht, ob die anderen Stände da in diesem Gang, wo ihr bei der ob die so nicht in Regal stellen würden. Ich weiß es nicht. Aber ich freu mich auf jeden Fall sehr drauf.

Lisa Menzel
Wir waren auf dem Kirchentag ja mit einem Stand auch und hatten da dann auch schon Flyer verteilt. Für uns die bierenden Bücher, die ich jetzt genannt habe. Und da kam auch ganz gutes Feedback, bevor ich mich traue. Es macht auch Spaß, ne? Man merkt mir an, ich habe Spaß an meiner Arbeit. Und es ist schön, mit so krassen Menschen zu arbeiten wie die Autorin, mit denen ich arbeiten darf. Das ist echt cool.

Helen
Ich finde, das ist vielleicht ein ganz guter Abschluss auch. Vielleicht kann man das auch sonst mit, also dir gesagt, dass auch die Frage nach irgendwie religiösen Büchern jetzt, wenn man sich jetzt gerade unsicher fühlt in diesen Zeiten. Ich fand deine Antwort auf die Frage, also wir haben so eine Frage, warum den wir vor der Podcast-Fall gefaschen haben. Welches Buch hatte ich bisher am meisten beeindruckend? Ganz viele schreiben immer so, boah, da kann ich mich nicht festlegen. Und deswegen greif ich das nicht so auf, aber ich fand es cool, was du da geschrieben hast. Ich weiß gar nicht mehr, was ich da geschrieben habe. Ich lese das mal vor. Ich mag Bücher, die mir was mitgeben und mich zum Nachdenken anregen. Oder welche, wo ich mich einfach gut mitfühle. Da können wir wieder auch zum Thema, man kann auch einfach nur zum Spaß lesen. Zuletzt habe ich die… Ich habe eine Romane von Sally Rooney gelesen, die wir uns beim letzten Mal unterhalten. Sally Rooney. Ja, Frau.

Lisa Menzel
Mich fasziniert, wie das Gespräch über Wortwörter, Gott und die Welt drin vorkommen, obwohl es ja absolut kein religiöses Buch ist. Und gleichzeitig auch Platz für Themen wie Einsamkeit, psychische Probleme, vielfältige Beziehungsmodelle oder auch schwierige Themen. Wie Seitenspringer, Familien, Drama, häusliche Gewalt und selbstverletzten Verhalten vorkommen. Und das ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Helen
Und ich finde, in dem Zusammenhang passen wir, glaube ich, auch einfach irgendwie so gut zusammen, weil dieses Thema, das irgendwie… Also ich finde es jetzt so heute, wenn ich heute meine Story erzähle, finde ich manchmal komisch, dass ich nicht so zu klassischer Wohlfühllektüre gegriffen habe. Aber ich glaube, dass für mich das von Anfang an irgendwie unterbewusst wichtig war. Also ich glaube ein Buch war an sich für mich dann schon wohlfühlort. Ich konnte mich irgendwie entspannen und mich auf etwas anderes konzentrieren. Aber ich wollte innerhalb des Buchs dann einfach irgendwie was haben, was mich zum Nachdenken anregnen und das, was du jetzt so beschrieben hast. Und das finde ich irgendwie total spannend jedes Mal aufs Neue, wie ein Buch das auch kann. Und ich fand ja, wir haben hier gemeinsam bei Mädels, die lesen normale Menschen von Sally Rooney gelesen und ich finde es irgendwie auch einfach ein super cooles Buchen. Ein Buch, was super polarisiert, aber was mir auch mega gut gefallen hat. Aber vielleicht hast du in der Hinsicht irgendwie noch so ein bisschen zum Abschluss Buchtipp für uns, Bücher, die dich bewegt haben.

Lisa Menzel
Genau, also da muss ich tatsächlich sagen, da bin ich einfach Mädels, die lesen auch super dankbar, weil ich glaube, ich bin auf Normal People gekommen, weil Okay. Also, weil ich angeguckt habe, was hat denn Mädels, die Lesen bisher so gelesen? Dann hab ich einfach mal geguckt, welche von den Büchern bei euch, die alle auf der Seite stehen, welches bei mir an der Bibliothek zum Ausleihen gab und was sich interessant angehört hat. Dann hab ich mir einfach mal Normal People ausgeliehen in der Bibliothek und das gelesen. Ich war so hype davon. Jetzt ist ja Normal People gerade das, wo jetzt am wenigsten … Die reden zwar auch über Gott und die Welt, dass sie sich Zeit nimmt, dass die Leute miteinander reden. Über Themen, also, häufig passiert in Büchern ganz viel. Und viele Leute kritisieren auch, dass in Sally Rooney Bücher nicht so viel passiert. Weil sie sich dafür Zeit nimmt, dass man auch versteht, was denken die Leute, wie reden die miteinander. Aber ich find das bei ihren anderen Büchern sehr krass. Es schreit mich als Religionswissenschaftlerin oder jemand, die diesen religiösen Bereich eher sensibler ist, an, wenn sie zum Beispiel in Schöne Welt wo bist du, da geht es ja auch total drum, dass der, ich weiß nicht ob du das gelesen hast. Ich habe nur glaube ich normale Menschen gelebt. Okay, ja also bei Schöne Welt wo bist du, da geht es auch darum, dass der eine Charakter halt in die Kirche geht und die reden dann auch hakt euch darüber, was ist das eigentlich schon ein komischer Typ, dass der so in die Kirche geht und dann fragt halt die eine Protokolle, Also, fragt die eine Figur, halt ihn dann auch so mal aktiv danach. Warum machst du das eigentlich? Die kommen da so drüber ins Gespräch, aber das ist jetzt nicht so … Also, wie gesagt, ich sage aus mich schreit das aus religiös … Als religi- … Alt Person, die diesen religiösen Bereich interessant findet, hat natürlich total an, aber ist es jetzt dominiert nicht die Geschichte. Sondern es ist halt einfach ein Wesenszug von dieser Person, oder nicht Wesenszug, aber halt irgendwas, was die Person interessant macht. Und bei dem Neuesten von ihr jetzt ist Intermezzo. Da geht's jetzt gar nicht so drum, dass es so aktiv, als da geht jemand in die Kirche. Da, zum Beispiel, finde ich's krass, dass Gespräche über Gott und die Welt drin vorkommen. Und so wie stelle ich mir eigentlich Gott vor, die Welt? Und dass manchmal dann so anderthalb Seiten darüber, die einfach die Charaktere darüber reden. Also, das finde ich einfach super krass. Ja. Ich finde das so cool, weil es bestimmte Leute gibt, die beide oder einst so Bücher gelesen haben. Und weil sie mit einer ganz anderen Brille drauf schauen, so ich so denke, hat das wirklich eine Rolle gespielt. Und das finde ich halt so cool, dass wir es so unterschiedlich lesen. Wir haben eine unterschiedliche Brille dann. Und wie das, das finde ich auch jedes Mal geil an den Buchbesprechungen. Weil dann, es kommt manchmal so ein bisschen, glaube ich, weil gerade die vielleicht neu dabei sind, Ich habe das Gefühl, so wasch heißt, habe ich das nicht genau genug gelesen, weil irgendwie sie sagten, sie haben alle ganz viele Erinnerungen geblieben. Und ich glaube, es liegt wirklich eher daran, dass wir unterschiedlich in den Mehrbedeutungen beimessen. Ja, ich glaube auch, und deswegen ist es ja so wichtig, miteinander im Gespräch zu sein und aus ganz uneingländiger Perspektive für einen selbst sinnvoll mit anderen zu reden, weil man selber hat immer das Gefühl, dass was man selber macht, ist total langweilig, wenn man sich jeden Tag mit sich selbst beschäftigen muss. Also meistens. Und deswegen ja, dass überhaupt nicht spannend findet, was man so macht. Aber für anderes ist ja was total Besonderes. Weil die einen ganz anderen Blick auf die Welt haben. Ja. Aber du hattest mich nach Buchtipps gefragt. Ja. Ich fand zum Beispiel, weil wir gerade beim Thema religiöse Brille sind, was ich sehr faszinierend fand, ist von Thorsten Dietz Gott in Game of Thrones. Ist auch schon ein etwas älteres Buch, also im Rahmen der Branche, ich schau grad mal kurz, wann das erschien, ne? Ja, schon 2020. Also das war vor dem Ende, vor dem Ende der Branche, ist das ja schon, ist das ja schon alt, ja? Antiquar. Man muss muss dazu sagen, es ist vor der 8. Staffel erschienen. Aber ich bin nicht so froh. Ja, aber auf jeden Fall finde ich da total spannend, dass Thorsten Dietz, der auch Theologe ist, eben ganz viel erklärt, also weil in der Welt von Game of Thrones ganz viele Religionen einfach auch vorkommen, die ganz explizit als Religionen da sind. Also, ganz häufig, wenn wir in irgendwelche Popkultur gucken, dann kommt Religion unterschwellig vor. Also, keine Ahnung, so dieses … Der Retter- und Erlöser … Als Motiv. Ja. Ähm … Wie jetzt zum … Also … Ja, aber auch … Also, das ist halt zum Beispiel sehr, sehr explizit. Dass es ja verschiedene Religionen gibt, die auch wirklich sehr ausformuliert sind. Ja, ganz viele Religionskritik drin. Ähm … Von Georgia … Ähm … Aramati. Genau. Und das fand ich total cool, weil Thorsten Dietz das sozusagen als Beispiel nimmt so, hey, schau dir das mal an und denk mal über deine eigene Religiosität auch nach oder was du damit verbindest oder nicht. Also, wenn wer sich dafür interessiert, nochmal so eine religiöse Brille auf irgendwas zu bekommen, ist ganz cool. Und was ich aber auch total cool fand, das ist auch ein Buch. Also einfach, guck mal, wie schön Da hab ich eben dran gedacht.

Helen
Das hab ich mal nicht gelesen, aber ich hab das überall gesehen.

Lisa Menzel
Genau, also ich habe gerade Bible Bad Ass in die Kamera gehalten, das im Leykam Verlag erschienen. Ich muss grad gucken, wann. Aber das ist auch relativ neu. Ich find auch, also das ist ein… Ja, 24 erschienen. Ja, das ist neu. Genau, okay. Das ist auf jeden Fall auch ganz spannend, weil es einfach ein zutiefst feministisches Buch ist, finde ich, was aber einfach auch zutiefst religiös ist. Also die Protagonistin hat eigentlich mit, glaube ich, gar nicht so viel zu tun und landet dann aber in einem Chat mit biblischen Frauenfiguren. Also da muss ich zum Beispiel dass ich das aus Religionsperspektive teilweise schon ein bisschen drüber fand. Ich kannte natürlich viele dieser Frauenfiguren schon. Ich glaube, dass das überraschender ist für Leute, die dann noch nicht so viel drüber wissen. Aber es ist einfach richtig gut und auch zwischendurch sehr, sehr witzig und deswegen das kann ich auf jeden Fall auch empfehlen. Und, ähm, was ich, wäre, wäre sich bisschen kritischer mit Religion auseinander, als ich habe noch zwei Sachen. Wer sich noch ein bisschen kritischer mit Religion auseinandersetzen möchte, ähm, ich, die Spur des Bösen, wenn Fanatismus tödlich endet, wahre Sektenverbrechen, warte, so sieht es aus, von Fabian Maysenhölder, der ist auch Host des Sekten-Podcasts und der Podcast über sogenannte Sekten und neue religiöse Bewegungen Und zufällig auch einer unserer Creator aus dem Netzwerk. Hat das Buch es aber erschienen?

Helen
Ich wollte die Frage schon sagen, was du wie hast wahrscheinlich die Krise kriegst, weil du nicht hier laut versachtest, aber aus anderen Verlagen verschlägtest. Dann ist es zumindest ein bisschen mehr dran.

Lisa Menzel
Ja, also Bible Bad Ass kann man auch bei uns im Store kaufen und auch die Spur des Bösen hatten über uns im Store. Ich weiß nicht, ob das noch kam, ich glaube schon. Auf jeden Fall Fabian Maysenhölder erzählt halt von wahren Sektien verbrechen und die Frage, der ja sich im Podcast und auch in diesem Buch immer wieder stellt ist, wann ist Religion förderlich oder hinterlich für die Gemeinschaft, die Gesellschaft und oder das einzelne Individuum? Also er versucht dann so auch so ein bisschen nachvollziehbar zu machen, warum sind Leute denn so fasziniert von diesen Sekten und wie lassen die sich da reinziehen, welche Manipulation? Es gibt aber auch Funktionen, weil Menschen darauf anspringen, wie es zu den Verbrechen gekommen ist. Und es deckt aber auch den Fanatismus auf, der da vorkommt. Also schon sehr kritisch, aber man lernt auch ganz viel über Religion. Und dann, das finde ich, man merkt schon, ich lehre viel feministische Literatur auch, weil was ich noch empfehlen kann, ist von Mira Ungewitter, auch jemand aus unserem Netzwerk, Pastorin in Wien, Gott ist Feministin, mein Leben mit Eva Maria und Lady Gaga. Und das ist im Herder erschienen kann man auch bei uns im Store kaufen.

Helen
Praktisch. Den verliegen wir mal in den Show Notes.

Lisa Menzel
Ja. Und da erzählt Mira eben Geschichten aus ihrem Leben als Pastorin bzw. Einfach als religiöse Frau, als Frau überhaupt. Also so. Und verbindet das aber immer mit erstens Bibelgeschichten und dann aber auch einfach Themen, die spannend sind. Da nicht zum Beispiel hat ihr Thema, wo sie, also ein Kapitel ist es so ein bisschen zum Thema Menstruation und so. Das fand ich total spannend. Oder sie redet dann zum Beispiel auch über Pro Choice und warum Maria eigentlich ein gutes Beispiel ist, warum man für Pro Choice sein sollte. Ja, also wirklich auch ein sehr gutes Buch. Ansonsten ist natürlich eine Empfehlung, den Buchtyp, den wir hier herausgebracht haben, 40 Dinge, die du ausprobieren musst, bevor du aufhörst zu glauben. Für Leute, die einfach mal Sachen ausprobieren wollen, nicht nur, weil sie wirklich aktiv aufhören wollen, zu glauben. Es ist auch für Leute geeignet, die sagen, ich glaube schon, ich brauche aber irgendwie, oder ich bin 2 in der Kirche, ich will aber mal neue Impulse haben oder eben auch wirklich für Leute, die sagen, ja, also ich bin noch, ich bin zwar noch Kirchenmitglied, will aber eigentlich schon seit ewig austreten.

Helen
Willkommen auf der Abschiedstour. Ja, vielleicht sollte ich das mal durchblättern. Ich bin tatsächlich noch mitglied irgendwie. Aber weißt du, warum eigentlich eher? Weil meine Schwestern, ich weiß gar nicht mehr, also meine eine Schwestern ist auf jeden ausgetreten und ich habe mich damit auch noch viel beschäftigt. Aber das ist eigentlich ein komischer Grund. Aber ich finde es extrem schade, so ein Großbisannien sieht man das total viel, dass Kirchen halt dann verlassen sind und ich meine teilweise sind sie nicht hier weiter und werden in Pubs umgewandelt oder so, aber man sieht das halt da total stark, dass dann eben das Geld dafür fehlt und ich hasse es generell, wenn Gebäude einfach, also ganz schöne alte Gebäude und ich würde schon sagen, das klingt meistens auch dazu. Wenn die einfach so verkommen und irgendwie nur noch zusammenfallen und das ist für mich immer so ein bisschen so ein Grund. Das klingt jetzt echt ein bisschen unangenehm, aber irgendwie da denke ich immer so, ah nee, das wäre doch irgendwie schade, aber ja, vielleicht wäre doch ein Buch für mich. Was ich auf jeden Fall spannend finde und was ich gestern auch quasi in dieser Story angefindet hatte, war so ein bisschen, obwohl wir da eigentlich wahrscheinlich ja unterschiedlich, also unterschiedlich einfach glauben, finde ich total angenehm, dass wir immer, also ja auch teilweise Stunden lang sprechen können. Also wir haben, glaube ich, beim letzten Mal hat mein Calle-Angesetz für eine Stunde und haben drei Stunden gekommen. Upsi! Und ich habe dem vorhin gesagt, dass ich mir so eine Uhr gekauft habe, auf der die Soelle abläuft. Und wenn die Zeit kommt, ist dies längst abgelaufen. Deswegen würde ich sagen, auch wenn wir wahrscheinlich noch ganz viele Themen finden würden, hören wir hier auf, aber vielleicht sagst du einmal noch mal, wo man dich online findet, wo man irgendwie den Store findet, also solche Sachen.

Lisa Menzel
Genau, also ich arbeite bei ruach.jetzt. Wir sind auf Instagram mit verschiedenen Accounts. Einmal haben wir den Store-Account ruach.jetzt. Das ist wirklich unser Verlag. Und da kriegt man auch Infos zu unseren Produkten und was neue Erscheinungen sind. Genau, also wenn man sich explizit jetzt für die Sachen, die wir auch verkaufen und vertreiben interessiert. Und wir haben aber noch ein Account, der heißt netzwerk.ruach.jetzt und da teilen wir auch viel, was eben die Menschen aus unserem Netzwerk ja noch so machen. Also erstens machen wir nicht mit allen Bücher oder irgendwelche anderen Produkte und da gibt es aber, also da geht es wirklich einfach darum, wie wir reden, Menschen über Glaube, wie Leben, Menschen, ihren Glauben. Also es ist aber auch manchmal einfach nur, also für mich ist Glaube halt auch ganz viel damit zu tun, so über diese großen Fragen des Lebens nachzudenken. Und wir verstehen auch, um jetzt hier nochmal so bisschen Dropping, Begriff Dropping zu betreiben, wir verstehen halt Spiritualität allgemein als Haltung in die Welt zu schauen und davon auszulehnen, dass da noch mehr ist. Und ich glaube, das ist was, wo viele unserer Creator im Netzwerk auch mit übereinkommen, dass es gar nicht immer darum geht, ganz explizit, also doch, dass es schon explizit, aber auf einer anderen Ebene explizit, ja, über Spiritualität oder eben auch über das Christsein oder auch den eigenen Glauben unabhängig von irgendeiner Konfession nachzudenken. Da findet man da auch.

Helen
Ja genau, und ich glaube, das waren auch unser Gemeinsamkeiten, weil ich bin mittlerweile sogar wahrscheinlich relativ spirituell dabei, einfach auf einer anderen Sphäre, bin ich mit euch. Ich fand das auf jeden Fall ein sehr, sehr cooles, spannendes Gespräch, hat wie immer sehr viel Spaß gemacht. Ich würde sagen, wir trinken unsere, jetzt gerade so ein Club-Mate zu Ende. Ja, stöbern ein bisschen bei Jana in der Buchhandlung. Vielen Dank dir!

Lisa Menzel
Ja, sehr gerne. Ich habe mich total gefreut, mit dir zu reden. Es macht mir immer Spaß, mit dir zu reden. Aber ja, das ist jetzt schön, dass andere Menschen da jetzt auch dran teilhaben können, wie viel Spaß wir hier zusammen haben. Das muss er eigentlich immer so mitlaufen lassen. Oh, es ist wieder ein 3 Stunden Podcast geschehen, ne? Ups, also mach es gut, Helen. Ich hab 3 mal die Uhr neu gesteilt.

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