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Podcast · Folge 126
Ein Buch zu dritt schreiben: 30 Kapitel, drei Autorinnen, zehn Wochen
Christina Calaminus hat mit zwei Freundinnen ein Buch geschrieben, das Tabus aufbricht – und dabei genau die Aufgabenteilung gefunden, die dem Text guttat
Der Einstieg ist bei uns immer eine gedankliche Reise: Wo sitzen wir gerade zusammen, und welches Getränk hast du uns mitgebracht? Christina Calaminus setzt uns an ihren Lieblingsplatz der Welt – ein einfaches Café auf Formentera, Blick auf türkisblaues Wasser, dazu ein Café con leche. Aufgenommen haben wir Ende Juli 2025, zweieinhalb Monate vor dem Erscheinungstermin ihres ersten Buches.
Christina Calaminus
Journalistin · Podcasterin · Gründerin · Autorin
Ausgebildete Redakteurin, hat live Nachrichten moderiert. Clare Devlin und Katrin Feuerstein lernte sie 2012 im Journalistik-Studium in Dortmund kennen; 2019 gründeten die drei die Social-Media-Beratung folgerichtig, 2022 kam der Podcast »dreißig.« dazu. Sie lebt in Hamburg.
Warum eine der drei ein Kapitel schreibt und die anderen beiden nicht
Das Buch hat 30 Kapitel, jede der drei hat zehn davon geschrieben – Essays von zehn, elf, zwölf Seiten. Aufgeteilt wurden sie nicht nach Fairness, sondern danach, wer die These überhaupt vertreten kann. Ein Kapitel heißt »Du musst nicht in einer Beziehung sein, um glücklich zu sein«. Christina Calaminus ist seit 15 Jahren mit ihrem Mann zusammen, Clare war zu der Zeit Single – also schrieb Clare es. »Ich hätte ja überhaupt keine Legitimation und auch keine Erfahrung, dieses Kapitel zu schreiben.«
Ihr eigenes Kapitel ging in die andere Richtung: dass man kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn man keine Lust auf sein Kind hat. Sie sagt selbst, dass sie sich damit angreifbar macht, weil es nicht die Mehrheitsmeinung ist. Genau das war der Punkt.
Erst zu dritt denken, dann allein schreiben
Vor dem Schreiben gab es zu jedem Kapitel ein gemeinsames Brainstorming: Eine erzählte, was sie vorhat, die anderen beiden ergänzten, welche Aspekte ihnen dazu einfallen. Erst danach ging jede allein in den Text.
Der größte Vorteil daran war ein sehr praktischer: Schreibblockaden hielten selten lange. Man konnte das Handy in die Hand nehmen, das Problem schildern – und weil die drei seit zehn Jahren zusammenarbeiten und ähnlich ticken, war die Sache oft nach einer halben Stunde gelöst. Fertige Kapitel gingen an die anderen beiden, und zwar zum harten Gegenlesen: Ein Kapitel bekam sie zurück und hat es zwei Wochen lang komplett überarbeitet. »Wir sind auch gegenseitig unsere größten Kritikerinnen.«
Zehn Wochen, und die Erkenntnis, dass geblockte Zeit nicht reicht
Eigentlich wollte der Verlag das Buch im Frühjahr 2026 bringen. Die drei einigten sich mit ihm auf Oktober 2025 – und hatten damit rund zehn Wochen, in denen sie konzentriert schreiben konnten. Vorbereitet war das gut: Sie legten sich Inseln von drei Tagen, an denen sie für ihre Mitarbeiterinnen nicht erreichbar waren und keine Workshops gaben.
Was sich dabei zeigte: Geblockte Tage sind nicht automatisch gute Tage. Manchmal war man krank, müde, nicht kreativ. Christina Calaminus hat daraus gezogen, sich stattdessen an ihren kreativen Phasen zu orientieren – an einem Tag mit sechs geblockten Stunden nur eine Seite, am nächsten dafür zehn.
Warum sie über Tabus reden, seit sie beim WDR angefangen haben
Angefangen hat das lange vor dem Podcast, mit einem Instagram-Format beim WDR für Frauen um die 20: das erste Mal, Geschlechtskrankheiten – Themen, über die im Netz damals kaum jemand sprach. Aus diesen Themen wächst man heraus, die Haltung bleibt.
Interessant ist, was sie über sich selbst sagt: Auch in einer Bubble, in der man alles besprechen kann, stolpert sie regelmäßig über Themen, bei denen sie kurz denkt, das sei zu krass. Das sind die Momente, in denen sie sich ermahnt, es trotzdem zu sagen.
Am Ende stellt sich meistens heraus: Es betrifft so viele, ganz viele fühlen das Gleiche, aber keiner traut es sich zu sagen.Christina Calaminus
Die Rückmeldungen aus ihrer Community bestätigen das, aber anders als erwartet: Die Hörerinnen sind oft gar nicht ihrer Meinung – und schreiben trotzdem, wie wertvoll es war, die Perspektive zu hören. Ohne diese drei Jahre Rückmeldungen, sagt sie, wäre das Buch nicht annähernd so tief geworden.
Vom Hobbyprojekt zur Medienmarke
Der Podcast entstand spontan, in eben jenem Café auf Formentera, bei einem Café con leche. Katrin wurde angerufen und hatte keine Chance, etwas dagegen zu sagen. Vier Wochen später saßen die beiden anderen im Wohnzimmer und die ersten Folgen waren aufgenommen – jahrelang neben dem eigentlichen Job, ohne Geld damit zu verdienen.
Die Anfrage fürs Buch kam schon ganz am Anfang, von einer Hörerin der ersten Stunde, die Literaturagentin ist. Die drei sagten ab, weil sie keine Zeit hatten. Sie fragte jedes Jahr nach. Im Sommer 2024 war die Antwort dann: we try.
Aus dem Podcast ist inzwischen mehr geworden – Newsletter, Live-Tour, Lesungen, Merch. Und ein paar Ideen kamen direkt aus der Community: Weil Leute schrieben, sie würden gern zur Tour kommen, träuten sich aber nicht allein, gab es Come-alone-Tickets. Daraus sind Freundschaften entstanden und Stammtische, die sich bis heute treffen.
Was am Verlag überrascht hat
Am meisten die Kleinteiligkeit. Sie ist die Verbindungsperson zwischen »dreißig.« und dem Verlag und schreibt nach eigener Schätzung fünf Mails am Tag an fünf verschiedene Ansprechpartner: Veranstaltungen, Lektorat, Marketing. Und dass zum Fertigstellen eines Buches noch so viel gehört – Cover, Innendruck, Farben, Schriften.
Beim Design hatten die drei ungewöhnlich viel Mitsprache: Der Vorschlag kam von ihnen und wurde übernommen, das Cover greift das Branding von »dreißig.« auf. Die Begründung des Verlags war schlicht, dass sie ihre Community am besten kennen. Herausgekommen ist ein Hardcover ohne Schutzumschlag: vorn und hinten das Cover, innen im Buchdeckel die drei als Illustration mit Steckbrief, hinten im Deckel Stimmen aus der Community.
Wenn du selbst an einem Buch sitzt oder dich fragst, wie so ein Projekt neben einem Job organisiert wird, nimm dir die Folge für einen Spaziergang mit – sie erzählt sehr offen, was funktioniert hat und was nicht.
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Das Buch aus der Folge
Zum Zeitpunkt der Aufnahme war es noch nicht erschienen – inzwischen ist es da.
30 Dinge, die du mit 30 nicht erreicht haben musst
Christina Calaminus, Clare Devlin, Katrin Feuerstein
30 Kapitel gegen den Druck der Rush Hour des Lebens – für alle, die das Gefühl haben, gesellschaftliche Erwartungen nicht erfüllen zu können. Erschienen am 15. Oktober 2025 bei Penguin, 320 Seiten.
*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.
Häufige Fragen
Worum geht es in »30 Dinge, die du mit 30 nicht erreicht haben musst«?
Um den Druck, der in den Jahren um die 30 entsteht – selbst gemacht und von außen. Das Buch richtet sich an alle, die das Gefühl haben, in der Rush Hour des Lebens zu stecken und gesellschaftliche Erwartungen nicht erfüllen zu können. In 30 Kapiteln nehmen die drei Autorinnen diesen Druck auseinander und zeigen, dass es auch anders geht.
Wie schreibt man ein Buch zu dritt?
Bei diesem Buch so: 30 Kapitel, jede schreibt zehn. Aufgeteilt wurde danach, wer eine These aus eigener Erfahrung vertreten kann. Vor dem Schreiben gab es zu jedem Kapitel ein gemeinsames Brainstorming, danach schrieb jede allein – und die fertigen Texte gingen zum kritischen Gegenlesen an die beiden anderen.
Wer steckt hinter dem Podcast »dreißig.«?
Christina Calaminus, Clare Devlin und Katrin Feuerstein. Die drei haben sich 2012 im Journalistik-Studium in Dortmund kennengelernt, 2019 gemeinsam die Social-Media-Beratung folgerichtig gegründet und 2022 den Podcast gestartet. Inzwischen gehören auch ein Newsletter, Live-Auftritte und das Buch dazu.
Wie lange haben die drei am Buch geschrieben?
Rund zehn Wochen konzentrierte Schreibzeit, organisiert in Blöcken von drei Tagen, in denen sie für ihr Unternehmen nicht erreichbar waren. Der Verlag hätte das Buch ursprünglich erst im Frühjahr 2026 gebracht; man einigte sich auf Oktober 2025.
Was sind Come-alone-Tickets?
Tickets für alle, die allein zu einer Veranstaltung kommen. Die Idee kam aus der Community: Menschen schrieben, sie würden gern zur Live-Tour kommen, träuten sich aber nicht allein. Wer so ein Ticket hat, trifft sich vorher mit anderen, denen es genauso geht – daraus sind Freundschaften und feste Stammtische entstanden.
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Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.
Helen
Herzlich willkommen, Christina. Ich freue mich sehr, heute mit dir darüber zu sprechen, wie es so ist, ein Buch zu dritt zu schreiben. Aber bevor wir damit starten, nämlich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?
Christina Calaminus
Ja, hi, ich freue mich auch hier zu sein. Ich mache es ganz kurz. Wir sitzen an meinem allerlieblingsplatz der Welt, nämlich auf Formentera, eine kleine Insel im Mittelmeer. In meinem Lieblingscafé, was sehr einfach ist, gucken auf türkisblaues Wasser. Die Sonne ist ein bisschen auf unserer Haut, da kommt eine kleine Windböe hin und wir trinken ganz klassisch ein Café con leche.
Helen
Boah, das klingt richtig gut. Und irgendwie habe ich auch gerade so gedacht, dass man da auch merkt, dass du darin geübt bist, so eine Geschichte zu, also auch so zu konstruieren und zu erzählen. Also echt gut. Und das ist auch tatsächlich, glaube ich, ein Ort, wo du jedes Jahr hin fährst. Wenn ich das hier richtig…
Christina Calaminus
Ja, schon immer, seit ich geboren bin. Mein zweites Zuhause, könnte man sagen.
Helen
Richtig toll. Ja, okay, dann würde ich sagen, stoßen wir mit dem Café con leche einmal an. Ich habe ja vor ein paar Wochen, vielleicht ist es jetzt auch schon Monate her, ich weiß gar nicht mehr, mich endlich mal getraut und euch angeschrieben bei dreißig. Podcast, wo du zusammen mit Clare und Katrin quasi hintersteckst, weil ihr gerade ein Buch schreibt und ich dachte, das ist jetzt eine gute Gelegenheit und da ist irgendwie auch eine gute Connection zu Mädels, die lesen. Und jetzt war das irgendwie, ihr habt gesagt, dann sind wir im Lektorat, glaube ich, das ist jetzt wahrscheinlich ungefähr der Zeitpunkt, ihr habt alle Kapitel fertig geschrieben. Und bei mir hatte sich dann zwischenzeitlich die Aufregung schon wieder gelegt. Und jetzt bin ich doch wieder sehr nervös und dann habe ich gedacht, vielleicht eine gute Einstiegsfrage, habt ihr das manchmal auch noch, dass ihr oder dass du irgendwie nervös bist, weil ihr habt ja manchmal im Podcast auch recht bekannte Gäste.
Christina Calaminus
Ja, selten muss ich sagen, aber ich glaube, das ist auch wirklich was, was ich mir über die letzten 15 Jahre einfach mich sehr daran gewöhnt habe, weil ich bin ja auch Journalistin und ausgebildete Redakteurin und stand oder für den Job auch immer wieder vor Mikros. Also ich habe live Nachrichten moderiert und ich würde sagen, das war, bin ich durch die harte Schule gegangen, da war ich so aufgeregt, dass mir das herzlich in die Hose gerutscht, ich habe kein Luft mehr gekriegt. Und deshalb bin ich jetzt einfach immer so ganz vorfreudig, könnte man eher sagen.
Helen
Das ist echt cool und macht mir irgendwie auch Hoffnung. Also ich würde auch sagen, es ist bei mir auch schon besser geworden, aber ich habe immer das Gefühl, meine Standard-Einstellung ist irgendwie nervös. Aber es ist ja die Hauptsache, dass man es irgendwie trotzdem macht. Ich hatte so dich im Vorfeld auch nochmal ge-googelt, weil ich folge euch schon seit folgerichtig. Deswegen hatte ich so das Gefühl irgendwie, mir ist vieles auch schon bewusst, aber ich fand es total spannend, je nachdem auch wo man schaut, wie viele Titel es im Grunde für dich schon oder so Jobbezeichnung ist schon gibt. Du hast gesagt, Journalistin, ausgebildete Redakteurin, aber du bist ja auch Gründerin, Geschäftsführerin. Und jetzt ganz neu, relativ weit oben jetzt auch in den Suchanzeigen, bist du Autorin. Ich sehe das da schon.
Christina Calaminus
Oh, das haben wir gar nicht gemobelt.
Helen
Du hast so ein Autorin-Profil, also ihr alle drei, also von Penguin halt. Und weil man ja dann quasi, also ich glaube, das funktioniert immer so, dass euer Buch wird da vorgestellt und dann kann man aber auch auf die einzelnen Autor in klicken. Und die haben dann so ein kleines Profil. Und da bist du natürlich dann jetzt auch dabei. Mit eurem Ersten ist doch für euch alle drei das erste Buch.
Christina Calaminus
Ja, erstes Buch. Und es fühlt sich jetzt auch noch ganz super aufregend. Das fühlt sich ganz komisch an, auch diese Jobbezeichnung Autorin. Also ich glaube, da muss ich einfach noch reinwachsen.
Helen
Hast du das Gefühl, dass das sich vielleicht erst so anfühlt, wenn du das Buch auch in der Hand hast?
Christina Calaminus
Ja, definitiv. Also das ist gerade natürlich noch so abstraktig. Meine Klavier und das Manuskript abgegeben. Wir haben jetzt hier gerade, saß ich auch heute dran, an dem Layout, um alles durchzulesen. Die 320 Seiten für die Korrektur und so. Aber es ist halt immer noch ein PDF auf meinem Laptop. Und ich glaube, bis ich wirklich so denke, ich bin eine Autorin. Und das wirklich bis das Buch dann auch. Bis ich vielleicht mal in meine Lieblingsbuchhandlungen gehe und das da sehe.
Helen
Ja, das kann ich mir irgendwie richtig gut vorstellen. Ich meine, ich dachte gerade, bei Clare, weil ja zumindest in der Buchhandlung hat es schon vorbestellt. Ob sich das fühlt sich ja wahrscheinlich auch super so.
Christina Calaminus
Ja, das war auch ein witziger Moment, das stimmt. Aber klar, es ist irgendwie auch in der Hand zu halten, dass ich das in der Buchhandlung zu sehen. Kann ich mir schon vorstellen, dass das noch mal was anderes ist.
Helen
War das was, was für dich auf der Bucketlist stand? Also was du immer schon vor hattest?
Christina Calaminus
Nein. Also und ich glaube, da unterscheide ich mich ein bisschen zu Katrin und Clare, die immer gerne geschrieben haben. Und ich muss sagen, also ich habe mit den beiden zusammen Journalistik studiert. Wir haben uns 2012 im Studium kennengelernt und sind seitdem befreundet. Und so kam halt eins dem anderen, dass wir das erste Unternehmen gegründet haben. Dann kam eine Podcast dazu und so weiter. Und ich habe da schon gemerkt, schreiben ist eigentlich nicht mein Genre. Also ich liebe auditive Medien, Radio, Podcast und Co. Und trotzdem hatte ich ganz, ganz, ganz der Lust, dieses Buch zu schreiben, weil mir da jetzt auch so der Unterschied klar geworden ist zu, ich schreibe einen Zeitungsartikel oder eine Reportage oder was ist ich, weil es nämlich so ein krasses Herzensthema ist und diese Arbeit an dem Buch, also dieses wochenlange oder monatelange schreiben, das hat so viel Spaß gemacht. Und deshalb würde ich sagen, schreiben ist jetzt schon auch eine große Leidenschaft geworden von mir, zumindest über mein Herzensthema.
Helen
Voll cool. Inwiefern würdest du sagen, unterscheidet sich das von den Newsletters, also von dreißig. per Post, weil da schreibst du ja auch über ein Thema dann irgendwie.
Christina Calaminus
Genau, das ist witzigerweise. Das macht mir auch total viel Spaß, das Schreiben. Also das ist der, unser Newsletter ist so sehr, sehr klein. Also wir geben dem immer ein Überthema. Zum Beispiel ist das jetzt das Thema Entscheidungen oder irgendwie so was. Also was uns gerade bewegt und dann schreiben wir da drei alle einen Text drüber, der uns gerade beschäftigt zu diesem Überthema. Und die sind aber relativ als im Vergleich zu einem Buch relativ kurz gehalten. Das ist eher so ein Impuls. Und bei dem Buch war das jetzt wirklich so, dass wir das Buch hat 30 Kapitel und der Titel des Buches ist ja 30 Dinge, die du mit 30 nicht erreicht haben musst. Und diese 30 Punkte, die da quasi drunter fallen, die haben wir drei uns aufgeteilt. Dass so, dass jede von uns 10 Texte Essays geschrieben hat, würde ich jetzt mal sagen, die ungefähr 10, 11, 12 Seiten lang sind. Und da habe ich einfach gemerkt, wie selbstreflexiv diese Themen auch waren. Also ich wusste, ich habe dann eine Meinung zu. Aber wie tief das dann bei mir auch noch geht und arbeitet. Und das hat sich wirklich angefühlt jetzt endlich ein bisschen wie so eine Selbsttherapie. Auch haben wir alle am Ende gesagt. Und deshalb gehen die Texte im Buch viel mehr in die Tiefe, als das jetzt in unserem Newsletter der Fall ist, die einfach mal so zum Nachdenken so ein bisschen im Alltag anregen sollen. Aber das Buch, ich glaube, wenn man das liest, dann kann das manchmal auch wehtun, was gewollt ist. Und man muss auch nicht unsere Meinung vertreten. Aber wir finden es schon wichtig, einfach auch andere Meinung abzubilden.
Helen
Ja, total. Und ich meine, das macht ihr ja auch im Podcast. Also da ist es ja vor allen Dingen auch so, dass ihr da über ein Thema gemeinsam sprecht und da schon unterschiedlicher Meinung seid. Und auch da kannst du ja mal auch als Tu-Hörerin vielleicht wehtun. Wenn man also vor allen Dingen, weil ich finde, dass ihr ja Themen ansprecht, über die man sonst vielleicht auch oft nicht so spricht.
Christina Calaminus
Genau, über Tabuthemen. Das ist uns total wichtig. Und das ist was, womit wir auch schon vor vielen Jahren an den Start gegangen sind. Damals noch beim WDR mit dem Insta-Format, da war die Zielgruppe 20-Jährige, um die 20-Jährige, Mitte 20-Jährige Frauen und da haben wir auch über viele Dinge geredet, erstes Mal Geschlechtskrankheiten, über die man im Internet noch nicht so geredet hat. Und natürlich ist man irgendwann aus Themen wie das erste Mal rausgewachsen und so kam eben dann auch die Idee für unseren Podcast für 30 und letztendlich auch für unser Buch und da geht es ja ständig um Tabus. Also ich finde das auch immer Wahnsinn, dass wir irgendwie denken oder ich auch das Gefühl habe ich lebe in der Bubble, da kann man alles besprechen. Aber trotzdem stolpere ich regelmäßig über Themen, wo ich dann selber für mich denke, ah, kann ich da jetzt, kann ich das wirklich sagen oder ist das zu krass? Und das sind dann die Momente, in denen ich mich ermahne, es trotzdem zu sagen und das sind auch die Dinge, die in dem Buch stehen, weil sich am Ende meistens herausstellt, es betrifft so viele und ganz viele fühlen das gleiche, aber keiner traut es sich zu sagen und deshalb ist es immer noch unnötigerweise ein Tabu.
Helen
Hast du das Gefühl, dass Scham leichter wird oder irgendwie abnimmt, wenn man die Erfahrungen macht, dass es auch anderen helfen kann und dass man damit irgendwie nicht alleine ist oder ist es jedes Mal, dass du denkst, Boah, will ich das jetzt veröffentlichen?
Christina Calaminus
Nee, überhaupt nicht. Also wir haben natürlich eine total wohlwollende und nette Community bei Instagram, an Hörerinnen, die uns zurückschreibt und auf unsere Folgen, auf unsere Podcast-Folgen reagiert, aber da merkt man schon auch, die sind gar nicht immer unserer Meinung, aber die schätzen das total, dass wir auch über diese Tabus reden und vielleicht auch mal so ein bisschen Unpopular Opinions da reinbringen und dass das gar nicht was Schlechtes sein muss und davor hat man ja Angst, wenn man ein Gefühl hat, von dem man denkt, damit bin ich jetzt alleine, dass man dafür bewertet wird, wenn man nicht der Mehrheitsmeinung angehört, aber so oft machen wir auch das Learning, dass die Leute oder die vor allem Frauen unschreiben krass, ich fühle das eigentlich genauso, aber ich habe es mich bis jetzt auch nicht getraut zu fragen oder ich bin zwar anderer Meinung, aber es war jetzt voll wertvoll, auch mal diese Perspektive zu hören und dass es gar nicht immer so ein Bewerten ist und so ein Gegeneinander, sondern dass es auch viel miteinander ist.
Helen
Ja, das finde ich halt auch echt total cool, dass ihr wirklich ja eine Community aufgebaut habt. Also das ist so ein Thema, mit dem ich mich relativ viel beschäftige, weil ich mit Mädels, die lesen eine Community aufgebaut habe und dadurch jetzt irgendwie oft zu dem Thema angefragt werde und mich das oft frustriert, weil ich das Gefühl habe, alle werfen mit diesem Begriff um sich, aber es ist auch eher eine Followerschaft. Ja voll. Aber ich finde bei euch merkt man wirklich, es ist eine Community und ich habe auch das Gefühl, das habt ihr von Anfang, ich weiß nicht ob es geplant war, aber ihr habt das von Anfang an irgendwie zumindest den Raum dafür geöffnet.
Christina Calaminus
Ja, total. Das war auch unser Ziel, weil wir wollten den Podcast nicht machen um was einfach nur so rauszusenden, sondern uns war schon wichtig auch die Meinung der Menschen, die uns zuhören einzufangen und dieses Buch hätten wir vielleicht schreiben können, aber es wäre auf jeden Fall nicht ansatzweise so tief geworden und so gut geworden, hätten wir, also ich lehne mich jetzt aus dem Fenster und sage, ist das gut, hätten wir nicht diese 3 Jahre Podcast-Erfahrung da drin gehabt, in dem Sinne, dass wir so viele Rückmeldungen bekommen haben, dass wir ein ganz gutes Gefühl dafür haben, was auch so ganz andere Bubbles über Themen denken. Und das ist halt, das ist das Spannende, was wir dann auch mal mit aufgegriffen haben und was uns auch jedes Mal hilft, Themen neu zu reflektieren und zu bewerten. Und ich glaube auch, dass diese 3 Jahre Podcast durch die Rückmeldung und durch diesen Austausch mit der Community dazu geführt haben, dass wir teilweise auch ganz andere Meinungen mittlerweile zu Themen haben. Von daher würde ich sagen, wäre 30 nicht das, was es ist ohne diese wirkliche Community.
Helen
Ja, das glaube ich tatsächlich auch. Und was ich gerade eben irgendwie so dachte, als du über das Buch gesprochen hast. Weil ich kurz dachte, ist das ein Buch zum Podcast, aber eigentlich habe ich eher das Gefühl, 30 ist mittlerweile wie so ein, ja, wie halt eine Marke, also wie so ein Überbegriff irgendwie, was für viel mehr steht als nur den Podcast.
Christina Calaminus
Total. Also es zu 30, das war am Anfang der Podcast, aber mittlerweile ist es so ein bisschen Richtung Medienmarke, würde ich fast sagen, worunter auch andere Dinge fallen, du hast gerade gesagt, es gibt den Newsletter, wir gehen ja auf Live-Tour, die werden natürlich auch Lesungen machen. Wir haben jetzt das Buch geschrieben, also dazu gehört mittlerweile viel mehr, was total schön ist, unsere Social Media Auftritte natürlich, weil wir dieses Thema über, ja, über einfach Themen zu sprechen, die vor allem ja Frauen um die 30 bewegen, Beschäftigen belasten ja teilweise auch. So wichtig finden, dass wir das möglichst breit streuen wollen und gerade zum Beispiel auch auf der Tour, wenn wir jetzt nochmal bei diesem Community Gedanken sind, da merkt man einfach, wie krass alle am gleichen Punkt sind. Also natürlich beschäftigt die eine vielleicht gerade eher das Kindertema, die andere vielleicht gerade eher das Singlethema, aber am Ende geht es immer um dieses Thema, ich bin jetzt 30 und ich verspüre in irgendeiner Form Druck, Druck, den ich mir selber mache, Druck, bei den ich irgendwie von der Gesellschaft spüre. Also gerade Clare hatte das ja auch, die mit 29 wieder Single geworden ist. Frau mit 30 Single, was soll das? Damit können wir gar nichts anfangen. Also das, genau. Und da, deshalb ist 30 mittlerweile wirklich mehr als dieser Podcast, sondern glaube ich einfach ein Ort, an dem man sich über ganz verschiedene Kanäle aufhalten kann, um vielleicht das Gefühl zu kriegen, ich bin mit meinen Sorgen, mit dem Druck nicht alleine und genau auf das Thema Druck zieht ja auch das Thema oder Druck rausnehmen, zieht ja auch unser Buch ab.
Helen
Ja, ich finde das total verrückt eigentlich, weil ich gerade so dachte, ich weiß gar nicht unbedingt, ob ich den Druck verspüre, weil ich hatte einfach pünktlich zu meinem 30. Ein Burnout und da war irgendwie dann alles erstmal auf null gesetzt. Aber ich kann mich halt trotzdem total mit den Themen natürlich identifizieren, weil die irgendwie einfach auch so in diesen Lebensabschnitt glaube ich, gehören so vom Alter her. Und was ich gerade noch zur Tour dachte, weil das finde ich auch so besonders, also das hatte ich zumindest bei der Podcast-Tour, bei dem Live-Podcast, die ihr ja so gemacht habt gesehen, dass ihr auch diese Come-alone-Tickets verkauft habt. Und das finde ich halt auch was Besonderes, weil das sehe ich auch oft, wenn wir Events machen, also da ist es irgendwie nochmal, glaube ich, von Vorteil, dass viele das Gefühl haben, sie kennen sich, weil die sich wirklich so untereinander auch viel austauschen, aber es ist ja trotzdem einfach eine Hürde, irgendwie allein aufzukreuzen und total schön, wenn man dann weiß, die anderen, die jetzt hier sich vielleicht 15 Minuten vorher treffen, sind auch alleine hier. Ich finde, das sind alles so auch viele so kleine Sachen, die wirklich dieses Community-Gefühl auslösen, was ihr total cool macht.
Christina Calaminus
Ja, voll. Und das sind natürlich auch Ideen, die wir aus der Community bekommen haben, weil uns irgendwann Leute geschrieben haben, hey, ich würde so gerne zu eurer Tour kommen, aber irgendwie traue ich mich nicht, weil ich bin alleine und dann dachten wir so, ach ja, krass, stimmt, das wäre ja worst case, wenn du jetzt nicht kommst, weil du alleine bist. Dann machen wir diese Come-alone-Tickets und das war total schön, auch auf der Tour zu sehen, dass dadurch auch richtige Freundschaften entstanden sind und Stammtische. Also das kriegen wir immer mal wieder ein Foto von so einem Stammtisch, die sich jetzt regelmäßig seit diesem Podcast event treffen und das ist natürlich super schön.
Helen
Das ist echt mega schön. Ihr habt ja auch Merch, das hattest du eben noch gar nicht gesagt, bei eurem kleinen Universum. Also ich finde irgendwie einfach, ich weiß nicht, ihr macht das sehr, ich habe ja eben gesagt, ich folge euch seit folgerichtig und da habt ihr Social Media, da macht ihr so Social Media Beratungen, also ich finde, man merkt hier auch, das habt ihr auch raus, weil ich ja jetzt viel auch mittlerweile so in dieser Buchbranche irgendwie mit drin bin und da oft sehe, dass Bücher irgendwie doch immer auf die selbe Art und Weise beworben werden, fällt mir das, glaube ich, bei euch einfach auch noch mal so extrem auf, jetzt allein schon der gesamte Schreibprozess, wie ihr das geteilt habt und aber auch so was wie die Buchpartys, glaube ich, die Release-Party. Da habt ihr so ein Reel geteilt, man sieht irgendwie, ich glaube, wie Clare tanzt und wie irgendwie mit Bier angestoßen wird, also sieht so einfach nach einer lässigen Party aus und irgendwie halt so komplett anders als Buchpremieren, wie ich sonst so kenne und das finde ich halt total cool, wie man das auch einfach noch mal komplett neu definieren kann, weil da habt ihr wahrscheinlich auch irgendwie zusammengesessen und ein bisschen gebrainstormt, worauf hättet ihr Lust, worauf hättet die Community Lust? Das echt cool.
Christina Calaminus
Ja, voll weil das war, also wir machen das ja auch alles zum ersten Mal, wir wissen nicht, wie klassischerweise eine Buch-Release stattfindet und es war nur wichtig, dass das irgendwie auch zu uns passt und dieses Buch ist ja einfach auch sehr eng an der Community ausgerichtet oder wir haben das einfach für diese Community geschrieben und deshalb war es uns auch wichtig mit möglichst vielen Menschen aus der Community diesen Tag zu feiern, ohne die das Buch halt nicht so wäre, wie es jetzt ist und dann dachten wir, naja, dann machen wir halt eine Party daraus, weil wir feiern super, super gerne Partys halt in der 30er Version. Also ich glaube, wir machen um 23 Uhr Schluss fangen, damit man einfach am nächsten Tag auch nicht so kaputt ist, weil man ja eh um 7 oder halb 8 aufwacht. Es gibt auf jeden Fall Pommes, waren es auch sehr wichtig. Wir machen einfach am Anfang eine Lesung und haben da auch eine Freundin, die das Ganze moderiert und da geht es natürlich um das Buch, aber haben dann zum Beispiel auch so dult ja sch… Self-Stationen, wo man Lesezeichen basteln kann. Also wir machen so, das soll einfach eine total nette Abend werden und man kann auch tanzen. Wir haben eine DJ, die All Female Playlist macht uns also es wird ganz, ganz, ganz, ganz toll, glaube ich. Und wir sind einfach auch Freunden davon, Dinge unkonventionell zu machen und so ein bisschen das zu machen, worauf wir Lust haben. Und dann gucken wir erst mal so, wo sind die Grenzen? Und bis dahin gehen wir dann.
Helen
Ja, richtig gut. Ich habe mich tatsächlich total geärgert, weil ich hatte dieses Reel, ich glaube, quasi gesehen in dem Moment, wo es online ging. Und dann habe ich gedacht, ah cool, da frage ich mal meine Schwestern, ob die mitkommen, die wohnen beide in Köln, aber wir sind alle nicht weit auseinander vom Alter. Und kennst du das, wenn du zu lange zögert, also ich glaube, ich habe noch nicht mal ins Ewig gezögert, aber nach zwei Stunden oder so, war der ausverkauft. Und ich dachte, den hätte ich einfach mal gekauft, irgendwer hätte ich schon gefunden, der mitgekommen wäre.
Christina Calaminus
Oder alleine halt. Ja, bei der nächsten Buch. Aber genau, vielleicht, also wir testen das Konzept mal, dann gucken wir mal, ob wir auch solche Parties vielleicht nochmal machen können.
Helen
Ja, voll. Also aber zeigt ja auf jeden Fall, dass es total gut ankommt, dass die Leute da Lust drauf haben. Also vielleicht auch für alle Autor*innen, die hier zuhören, glaube, ist eine ganz coole Idee. Was ich mich gefragt habe, es ist, also ihr habt jetzt fertig geschrieben, ihr hattet jeder, jede zehn Kapitel, die habt ihr für euch alleine wahrscheinlich geschrieben. Also so sah es zumindest in den Stories aus. Habt ihr die dann nochmal denn jeweils anderen geschickt? Oder wie? Also wie seid ihr genau vorgegangen, tatsächlich beim Schreiben, was ja eigentlich was, was man alleine macht und ihr habt es aber zu dritt gemacht.
Christina Calaminus
Genau. Also das ist, darf ich auch einfach die große Besonderheit an diesem Buch, dass wir es halt zu dritt geschrieben haben und was für uns auch eine große Erleichterung war. Wir haben diese Kapitel tatsächlich einfach den Interessen nachaufgeteilt bzw. auch die Person, die diese These am besten vertreten konnte. Also ein Beispiel ist ein Kapitel oder ein Essay, ein Text in dem Buch heißt, du musst nicht in einer Beziehung sein, um glücklich zu sein. Jetzt bin ich seit 15 Jahren mit meinem Mann zusammen. Clare war halt Single, deshalb war es klar, sie schreibt dieses Kapitel, weil ich ja überhaupt keine Legitimation hätte und auch keine Erfahrung dieses Kapitel zu schreiben. Ich habe natürlich ein Kind und erzähle ich auch in meinem Podcast, dass ich gerne auch noch ich selbst bin. Deshalb war zum Beispiel total klar, dass ich ein Kapitel dazu schreibe, du musst kein schlechtes Gewissen haben, wenn du keine Lust auf dein Kind hast. Und das ist tatsächlich auch so ein Kapitel, es liegt mir so sehr am Herzen und gleichzeitig habe ich natürlich extrem die Hosen runtergelassen und machen mich extrem angreifbar, weil ich weiß, dass es nicht die Mehrheitsmeinung ist und man das nicht sagt. Also wir wollen ja genau da, aber reingehen uns sagen, doch man kann es doch sagen. Genau, dann haben wir diese Kapitel einfach aufgeteilt und haben aber immer, bevor wir angefangen haben, zu schreiben ein gemeinsames Brainstorming zu dritt gemacht. Also jeder hat sich so überlegt, was sind meine Gedanken dazu? Hat die den anderen präsentiert? Und die anderen beiden haben dann gesagt, ah ja, wenn ich so an dich und das Kapitel denke, dann fällt mir auch noch der und der und der Aspekt ein. Das heißt, wir hatten da erst mal schon so ein sehr ganzheitliches Bild, würde ich sagen. Und dann ist jede für sich, wie ich in den Schreibprozess gegangen. Und das war wirklich ein Riesenvorteil daran, dass wir zu dritt waren. Es gab einfach selten Schreibblockaden. Also die gab es schon, aber man konnte halt direkt das Handy in die Hand nehmen und sagen, du kannst drin. Ich komme jetzt hier bei diesem Gedanken überhaupt nicht weiter und wir drei ticken ja auch total ähnlich. Und wir arbeiten ja auch schon wirklich seit zehn Jahren zusammen. Deshalb sind wir da auch sehr auf einem Track, würde ich sagen und konnten uns seit innerhalb von ein paar Minuten oder mal von einer halben Stunde diese Schreibblockaden lösen und sind einfach weitergekommen. Genau und dann haben wir diese Kapitel, wenn sie dann fertig waren, die haben auch ganz unterschiedlich lange gedauert. Je nachdem wie viele Studien auch so drin waren oder wie viele Gedanken man sich selber dann noch so machen musste, haben wir das dann an uns alle drei geschickt. Also alle, also wenn ich jetzt ein Kapitel geschrieben habe, dann haben Clare und Katrin das nochmal gelesen, aber auch wirklich sehr kritisch. Also wir haben teilweise diese ganzen Kapitel, ich habe auch ein Kapitel zurückgekriegt, das habe ich komplett überarbeitet, zwei Wochen lang. Weil wir sind auch gegenseitig unsere größten Kritikerinnen und das hat unsere Arbeit glaube ich auch extrem bereichert an diesem Buch. Also wir sind da super, super, super ehrlich miteinander und auch extrem uneitel. Das macht unsere Zusammenarbeit auch aus und deshalb haben wir glaube ich immer so das Maximum aus dem, aus den Texten rausgeholt. Und ja, deshalb sind wir sehr in Bilder, was alle geschrieben haben. Also es fühlt sich jetzt nicht so an, als wenn jeder einfach nur ihre zehn Kapitel geschrieben hat und was die anderen machen, I don't care, sondern es ist auf jeden Fall ein absolut gemeinschaftliches Projekt. Genau und so ist das Buch letztendlich entstanden.
Helen
Voll cool, ich habe irgendwie auch immer den Eindruck, dass ihr, vielleicht ist es auch eine Notwendigkeit. Katrin und du, ihr habt Kinder und ihr habt diese Unternehmen und so, aber das super diszipliniert auch einfach seit, also hattest du jetzt zum Beispiel ganz fixe Schreibzeiten oder hast du das ein bisschen danach davon abhängig gemacht, wann du es auch fühlst?
Christina Calaminus
Erst dachte ich, oder haben wir alle so, wir hatten uns lange darauf vorbereitet, wie genau wir das machen, weil wir auch wenig Zeit hatten das Buch zu schreiben. Also eigentlich sollten wir das im Frühjahr 26, sollte das erst rauskommen, das wollte zumindest der Verlag. Letztendlich haben wir uns dann doch geeinigt, dass wir es dann im Oktober 25 rausbringen und dadurch hatten wir aber letztendlich, also wirklich, dass wir Zeit hatten, das Buch konzentriert oder so Fokus hier zu schreiben, zehn Wochen, würde ich sagen. Und da hatten wir das vorher echt organisiert, wir haben uns so Inseln gemacht, wo wir auch für unsere Mitarbeiterinnen nicht erreichbar sind, wo wir keine Workshops mit unserer Social Media Beratung geben und da werde ich drei Tage am Stück dran zu arbeiten. Wir haben dann aber auch gemerkt, wenn dann diese drei Tage kamen zum Beispiel, dass das vielleicht Tage waren, an denen man total fertig war, an denen man krank war, an dem die Kreativität einfach nicht so da war. Und deshalb hat jede von uns dadurch so ein bisschen in eigenen Weg gefunden, wann sie das Buch schreibt. Ich habe einfach dann irgendwann gesagt, okay, ich bin super effizient, wenn ich eine kreative Phase habe. Und ich habe aber auch, wenn ich mir jetzt sechs Stunden für einen Tag geblockt habe, habe ich manchmal nur eine Seite hingekriegt, weil ich das einfach in dem Moment nicht gefühlt habe und kein Kopf dafür hatte. Und dann habe ich mir das eingestanden und habe dann einfach am nächsten Tag geschrieben und hat man dafür zehn Seiten geschafft oder so. Also da bin ich so sehr danach gegangen, wann ich wirklich den kreativsten Moment habe.
Helen
Ja, weil ich glaube, mittlerweile ist bei mir auch echt so, ich musste es mir glaube ich ein bisschen auch angewöhnen. Meine Therapeutin meinte irgendwann mal so, sie wissen ja jetzt, dass sie sich zwingen können, also probieren sie vielleicht in etwas anderes. Und ich fand es aber irgendwie schwer, da so ein bisschen loszulassen, aber ich merke das auch. Wenn ich halt, wenn ich sage mal so in der Stimmung bin, komme ich sehr viel weiter. Aber ich glaube, wir sind so ein bisschen darauf trainiert worden, dass wir jeder Zeit irgendwie performen müssen. Deswegen, das fand ich total spannend, weil so in den Storyings und so rückt es auf jeden Fall alles sehr gut organisiert.
Christina Calaminus
Ja, ich meine, mussten wir dann auch, weil zehn Wochen waren dann auch recht übersichtlich. Und das stimmt, ich kann das schon nachfühlen, wenn man dann weiß, man hat jetzt drei Tage, dann und man denkt sich morgen so, puh, ich weiß nicht, ob ich heute in Stimmung bin und dann setzt man sich aber doch, weil man merkt, okay, diese Deadline rückt näher und dann kommt ja manchmal auch durch diesen Zeitpunkt dieser kreative Prozess. Also diese Phasen oder diese Tage gab es auf jeden Fall auch.
Helen
Das ist jetzt so ein kleiner Sprung, habe ich nicht so gut vielleicht geplant. Da arbeite ich noch an meinen Journalisten. Aber ich fand das total spannend, weil ihr, zumindest das war so mein Eindruck, dass nicht so geplant hatte, dass 30 so riesig auch wird. Also ihr hattet folgerichtig und ich hatte den Eindruck, das war euer Fokus und 30 war eine spontane Idee, die ihr jetzt bestimmt auch nicht nur total spontan irgendwie gemacht habt. Also ich denke, ihr hattet schon irgendwie auch ein Konzept und alles. Aber ich habe so den Eindruck gehabt von außen, dass ihr zumindest nicht mit diesem krassen Erfolg gerechnet habt und jetzt habt ihr ja folgerichtig auch eher so ein bisschen zurückgefahren. Wie war das? Also war das wirklich so überraschend für euch? oder was was ihr einkalkuliert habt und wie hat sich das auch so zwischendrin angefühlt gab es Wachstumsschmerzen.
Christina Calaminus
Also es war so, dass diese Idee zu dem Podcast tatsächlich ziemlich spontan entstanden ist in dem besagten Kaffee auf Formentera. Ja, da waren Clare und ich wir und haben dann bei einem Café con leche das besiegelt und haben Katrin angerufen. Wir haben mir voll schon, wir haben folgerichtig der Social Media Beratung zusammengearbeitet und deshalb war Clare Katrin, gehört natürlich dazu, wir machen das wieder als Dreierteam und naja, sie hatte auch keine Chance, irgendwas dagegen zu sagen. Ich war ziemlich schwanger mit meinem ersten Kind und dann haben wir gesagt, nee, okay, obwohl das Kind war schon da, fällt mir gerade ein. Das waren ein paar Monate, es war elf Wochen alt, so war das genau. Und dann hatte ich gerade das Wochenbett hinter mir und dann waren wir so, nee, komm, lass das doch jetzt einfach probieren. Lass doch einfach mal eine Folge aufnehmen und vier Wochen später saßen die beiden dann bei mir im Wohnzimmer und dann haben wir einfach die ersten Podcast Folgen aufgenommen und es war wirklich ganz lange, also wirklich, ich kann es gerade gar nicht mehr jahrelang ein absolutes Hobbyprojekt. Eigentlich genau, so auch bis zur ersten Tour und dann, wir haben das immer nebenher gemacht, also folgerichtig war unser Job, wir haben zum Beispiel auch mit 30 kein Geld verdient am Anfang, wir haben das einfach neben, also nach unserer Arbeitszeit gemacht, weil sonst wahnsinnig viel Spaß gemacht hat, haben aber natürlich schon gemerkt und damit haben wir auch ehrlich gesagt gerechnet, dass es da auch eine Community zu geben kann, weil wir das auch eben durch die Arbeit im Journalismus an diesem Thema gemerkt haben. Frauen, Frauen Themen, es sind ja nicht mehr Frauen Themen, Kinder, Karriere und Co., aber es wird halt, es gibt da ja immer so diese Unterscheidung gerade in unserem Alter und wir wussten, dass es da einfach eine große Community gibt und in Interesse und das ist dann aber so schnell, so groß wird, das hätten wir nicht gedacht und witzigerweise kam die Anfrage, unser Buch zu schreiben, auch direkt am Anfang. Also eine höheren der ersten Stunde ist unsere Literaturagentin, die uns da, ja und ihr habt uns direkt gefragt, boah, ich finde euren Podcast toll, ich höre den jede Woche, könntet ihr euch vorstellen, dein Buch draus zu machen, wir waren immer so, also Prinzipier cool, aber wir haben gar keine Zeit, weil wie gesagt, wir waren ja zu dem Zeitpunkt auch noch im Journalismus tätig, plus hatten unser, unsere Social Media Beratung folgerichtig und dann hat sie aber nicht locker gelassen und jedes Jahr nachgefragt und letztes Jahr waren wir dann im Sommer okay, we try und folgerichtig ist aber ganz, ganz lange einfach 30 ist bis dahin ganz lange einfach nur nebenher gelaufen und die Unternehmen hatten tatsächlich, also irgendwann wurde 30, der Podcast natürlich auch ein Unternehmen, weil wir auch Werbung schalten und da natürlich Einnahmen haben, aber das ist immer so in der Freizeit gelaufen, wir haben unsere Jobs bei folgerichtig auch nicht reduziert und dann völlig unabhängig auch von 30 kamen auch natürlich durch diese wirtschaftliche Entwicklung, hatten wir auch wirtschaftliche Herausforderungen bei folgerichtig, weswegen wir da umstrukturiert haben, genau und parallel, das, ja, das war irgendwie, das hat sich dann so gefügt, kam das Buch und so ist das jetzt gerade, dafür brauchten wir natürlich dann auch jetzt Kapazitäten, wir hätten das eigentlich komplett nebenher geplant, aber weil sich damit folgerichtig viel umgebaut hat, ja, hatten wir dann, ist das jetzt quasi 30 so unser Schwerpunkt im Moment.
Helen
Voll cool, oder? Wie sich das entwickeln kann.
Christina Calaminus
Ja, doch, also das, also auch mit Sachen, was man einfach gar nicht plant, aber das lieben wir auch an unseren Jobs, dass da immer wieder was Neues kommen kann und ja, das 30 einfach so ein extremes Herzensthema ist, also diese einzelnen Themen über die besprechen.
Helen
Ja, ich finde das halt auch total inspirierend, also ich folge euch dran, also bei euren Instagram Kanälen, aber auch bei LinkedIn und so und ich finde immer total inspirierend, was ihr da auch so teilt, also ihr seid halt irgendwie, ihr seid auch einfach dadurch, was ihr so macht, totale Vorbilder, fand ich auch schon davor, weil ihr auch davor ja einfach schon so euren eigenen Weg gegangen seid, also ihr hattet irgendwo auch, glaube ich, mal geteilt, dass es im Journalismus ja nicht so üblich ist, so Marketing zu betreiben, dass ihr aber der Meinung seid, das ist super wichtig, also da auch irgendwie vielleicht schon Tabus gebrochen habt und einfach zu sehen, was ihr so erreicht, weiß ich nicht, finde ich total inspirierend und bin ich bestimmt nicht die einzige, deswegen voll cool, also ich weiß nicht, das freut mich auch so mit, weil das so toll ist, so was zu sehen, so eine Erfolgsgeschichte.
Christina Calaminus
Ja und ich glaube, da muss man auch fairerweise sagen, dadurch, dass wir zu dritt sind, haben wir auch den Mut, das alles zu tun. Also wenn man jetzt immer nur alleine wäre und so alleine die Verantwortung für alles tragen würde, alleine das Risiko hätte, alleine hätten wir ja auch überhaupt nicht die zeitlichen Kapazitäten, unsere ganzen Ideen umzusetzen, also da hilft uns diese Dreierkonstellation extrem.
Helen
Ja gut, das stimmt natürlich und trotzdem müsst ihr jede Einzelnähe auch irgendwie bestimmt auch mal kritisches Feedback oder so abpuffern und das ist vielleicht an manchen Tagen auch gleich da jetzt an anderen, also sehe ich total, aber ich denke trotzdem, es ist also nicht jede Dreierkonstellation geht so dann durch die Decke.
Christina Calaminus
Ja das stimmt.
Helen
Das Buch kommt ja am 15.10. raus, die Party macht ja am 11. Jetzt haben wir gerade, weiß gar nicht, Ende Juli, wo wir das aufnehmen. Wie bereitet ihr euch darauf vor? Also habt ihr auch jetzt eingeplant zum Beispiel in der Zeit weniger zu arbeiten, weil ihr seid ja wahrscheinlich dann auch irgendwie mehr unterwegs vielleicht als sonst vorher. Du bist ja auch gerade mit dem zweiten Kind schwanger, also wie bereitet ihr euch vor auf diesen großen Tag?
Christina Calaminus
Ja, Terminplanung ist tatsächlich bei uns sehr wichtig, also ich hoffe ja, dass ich diese Buch-Release-Party mitkriege, denn ungefähr zwei Wochen später habe ich mein Entbindungstermin, aber gut, wir gucken, was da alles möglich sein wird. Aber klar, wir haben auf jeden Fall vor Monaten angefangen diese Zeitplanung zu machen, das ist für uns total wichtig und im Grunde genommen passt das auch alles total gut. Also ich werde dann aberscheinen, natürlich einige Sachen verpassen, also zum Beispiel auch die Frankfurter Buchmesse, super schade, wäre gerne dabei gewesen und gleichzeitig war mir von Anfang an bewusst, dass mit dem Kind da kriegen ist ja nicht so wahnsinnig planbar und deshalb bin ich da für mich auch so total fein mit und freue mich voll, dass Katrin und Clare da die Stellung halten und das ganz toll machen werden. Aber diese Termine voneinander zu kriegen, wir haben natürlich ganz enge Absprachen mit dem Verlag, also mit Penguin und ja, also in der Zeit setzen wir auf jeden Fall den Schwerpunkt so aus Buch und auf die Buchmesse und die ganzen Lesungen, die drumherum stattfinden werden und das haben wir auf jeden Fall immer schon so ein halbes, dreiviertel Jahr im Voraus geplant, wann wir inhaltlich dann im Unternehmen welchen Schwerpunkt setzen auch zeitlich.
Helen
Ja, krass. Und jetzt ist aber dann erst mal noch so ein bisschen Sommer genießen und entspannen oder geht das gar nicht, je nachdem wo ihr gerade steckt.
Christina Calaminus
Ja, wir dachten auch diese Phase würde länger des Sommer genießen. Jetzt ist der doch viel verdichteter als wir dachten. Also gerade, ja, es ist jetzt Ende Juli sitzen wir wirklich an der Korrektur der Fahnen sagt man ja, wir lernen ja so viele neue Vokabeln. Keine Ahnung. Genau und korrigieren jetzt quasi so das finale Layout. Dafür haben wir jetzt noch bis Anfang August Zeit und dann geht das Ganze in den Druck. So, dann können wir natürlich sowieso nichts mehr machen und gleichzeitig startet dann haben wir so ein Übergangszeit ungefähr von zwei Wochen und dann startet halt die ganze PR-Maschine auch. Also nicht nur von uns, sondern auch vom Verlag, die dann alle Medien anschreiben, die Interviews organisieren und dann im September ist so die heiße Phase was so die Medienarbeit angeht. Naja und ehrlich gesagt ist dann ja auch schon Oktober. Ja krass. Es ist wirklich viel kürzer als wir selber auch gedacht haben.
Helen
Krass. Gibt es irgendwie, also was hatte ich so am meisten jetzt überrascht bei dem gesamten Buchprozess, wo du mit du vielleicht gar nicht, also abgesehen von allen möglichen Begriffen, die du vorher nicht kannte, gab es irgendwas, wo du so dachtest, hä jetzt hätte ich mir anders vorgestellt.
Christina Calaminus
Ja also einmal, wie kleinteilig es ist, also ich kenne jetzt natürlich nur den Penguin und das ist natürlich auch ein sehr großer Verlag mit ganz vielen Abteilungen, was super cool ist, ne, weil es gibt eine Veranstaltungsabteilung mit denen wir so über die Lesungen sprechen, dann haben wir natürlich unsere Lektoren, dann haben wir natürlich auch das Marketing. Also ich bin gerade die Verbindungsperson zwischen 30 und dem Verlag und schreibe ich weiß nicht jeden Tag fünf Mails und bin mit fünf verschiedenen Ansprechpartnern im Gespräch und das ist schon richtig cool, was da parallel stattfindet. Es ist natürlich auch wahnsinnig viel. Auch was es dann wirklich heißt ein Buch so zu finalisieren, also Textabgeben ist das eine, aber dann auch so Thema Cover, Thema wie sieht denn der Indruck aus, welche Farben benutzt man, welche Schriftarten und Co. Also das war mir jetzt auch alles nicht so bewusst, was ich aber super spannend finde die Arbeit daran und ein extrem positives Learning, was ich hatte war, dass ich schon am Anfang so ein kurz bisschen Sorge natürlich hatte, schaffen wir das. von der Deadline her. Ich weiß, ich für Müssen das schaffen. Wir hätten es auf jeden Fall auch geschafft, wenn es knapp geworden wäre. Aber dass es am Ende so wenig knapp geworden ist, das fand ich richtig cool. Also, das … Ich weiß nicht, das ist natürlich auch ein bisschen mit hängtem Disziplin zusammen. Dadurch, dass wir zu dritt waren, hatten wir keine Schreibblockaden, haben wenig Zeit verloren, konnten uns gegenseitig motivieren oder aufbauen, wenn man an einem Text zwei Wochen saß und dachte, ich krieg dir nicht rund. Das war schon richtig cool. Und das war so ein krasser Spiritmoment diese zehn Wochen.
Helen
Das kann ich mir echt cool irgendwie auch vorstellen. Ich denke auch so die ganze Zeit, dass das auch einen anderen Spaß bringt, als wenn man das irgendwie alleine macht. Ja. Ich glaube, ich hab hier häufiger AutorInnen auch im Gespräch, glaub ich, auch schon ein bisschen … was Einsames sein kann.
Christina Calaminus
Ja, das kann ich mir auch vorstellen.
Helen
Weil man da viel mehr auf sich gestellt ist. Was ich gerade zu dem Cover auch dachte, weil ich weiß jetzt nicht … Also, ich kenne halt so von Beletristik auch viel die Cover. Und ich weiß zumindest, dass AutorInnen häufig keinen Mitsprache reicht haben. Aber mir ist dabei gerade aufgefallen, dass euer Cover ja auch viel diese Elemente enthält, die ihr im Branding von 30 habt. Also vermutlich durftet ihr da Mitsprechen. Ich weiß nicht, ob das bei solchen … Ja, bei Büchern irgendwie vielleicht von Influencern oder so, ob das ähnlich ist. Ich weiß aber auch gar nicht, ob die immer einen Branding haben. Aber es ist mir zumindest aufgefallen, dass ich das so noch nicht gesehen hab. Und dass das total cool ist, dass das so aufgegriffen wird. Weil auch das passt ja dann wieder in euer Universum.
Christina Calaminus
Ja, total. Also, da muss man auch sagen, das war auch richtig cool, wie viel Vertrauen uns Penguin hintergegeben hat. Das war unsere liebe Mitarbeiterin Pauline, die einfach auch eine absolute Design-Expertin ist. Design-Profi. Und die hat das … Ja, einfach Design. Wir haben das vorgeschlagen, die fanden es gut. Und so sind wir auch in diesem Design-Prozess extrem involviert. Was für uns Schönes, weil Design macht uns Spaß. Das ist natürlich aber auch, wie du gerade gesagt hast, für unsere Marke natürlich auch wichtig. Wir wollen, dass das so reinpasst. Wir kennen unsere Community total gut. Und Penguin zu uns gesagt hat, ihr kennt eure Community im besten. Ihr wisst, was am besten ankommt. Daher kam dieses große Vertrauen in unsere Ideen. Und das ist mega schön. Aber ich hab natürlich auch keinen Vergleich, wie das sonst in anderen Genre läuft. Oder wenn Autorinnen und Autoren keinen großen Instagram-Auftritt haben, das weiß ich. Ja.
Helen
Also, zumindest bei den Beispielen, wo ich das mitbekomme, weiß ich nur, dass das meistens wirklich ohne Mitsprache läuft. Aber das find ich irgendwie total toll, weil sich das dann wirklich sehr, sehr gut einfügt. Und jetzt hab ich so eine kleine Nerdy-Frage, weil mir das gerade, wo du darüber spielst, eingefallen ist. Das ist ja häufig … Das ist ja, glaub ich, ein Paperback, was ihr jetzt habt. Es wird kein Hardcover sein. Was man vorstellt.
Christina Calaminus
Es ist ein Hardcover ohne Umschlag.
Helen
Also, das irgendwie dann trotzdem so weich, oder wie ist das? Super, kenne ich mich dann auch nicht auf.
Christina Calaminus
Nee, es ist ein Hardcover.
Helen
Das heißt also nicht, wenn man das Buch öffnet hinten, ist die Autor in Vorstellung, sondern wahrscheinlich ganz hinten drauf oder so. Weil ich mich gerade gefragt hab, dafür braucht ihr viel mehr Platz. Wie läuft das bei drei Autorinnen?
Christina Calaminus
Ja, wir haben da, glaub ich, eine gute Lösung gefunden. Darunter fallen wir auch in den … SPIEGEL-Bestsellerlisten.
Helen
Ah, okay, ja.
Christina Calaminus
Aber es ist so, dass wir keinen Umschlag haben, was man klassischerweise von Hardcover kennt. Das heißt, die Vorderseite und die Rückseite sind mit unserem Cover bedruckt. Und wenn du das Buch aufschlägst, dann ist auf der Innseite von diesem Hardcover, also von diesem Buchdeckel. Siehst du dann uns drei in Form von Illustration mit einem kleinen Steckbrief?
Helen
Das ist ja cool.
Christina Calaminus
Und auf der Rückseite … Auf der Buchrückseite ist dann auch gedruckt die Inhaltsangabe, worum es geht. Und wenn du das quasi von der Rückseite her ausschlägst, dann haben wir da noch ein paar Community-Stimmen eingebaut. Natürlich, wie soll das anders sein?
Helen
Das ist total toll. Ich hab gerade so gedacht, es ist wirklich nerdy, aber weil ich mich gefragt hab, wie ihr das macht, oder ob das ein Dreierfoto ist. Aber es wird eigentlich nicht jeder einzeln gerecht. Genau.
Christina Calaminus
Da hab ich auch ganz viele neue Vokabeln gelernt. Nachsatzseiten und Vorsatzseiten. Ich war auch so … Okay, die Kanzler-Schnasatz-Schein. Ja. Okay, ja.
Helen
Spannend auf jeden Fall. Ähm … Ihr habt ja jetzt einfach auch schon mega viel erreicht. Ich weiß nicht, ob die Buchparty so ein Moment ist. Oder ob ihr auf andere Weise auch feiert, was ihr so erreicht. Oder geht das im Alltag manchmal auch unter?
Christina Calaminus
Ja, da muss man sagen, im Feiern sind wir sehr schlecht. Das können wir super schlecht. Wir haben ganz viele neue Ideen immer. Und lieben das, die umzusetzen. Und ich glaube, in der Umsetzung dieser Ideen finden wir schon so viel Erfüllung, dass wir am Ende oft vergessen, das Ganze auch mal zu zelebrieren. Und mal anzustoßen. Oder irgendwie sowas zu machen. Deshalb wollten wir jetzt auch unbedingt diese Party haben. Weil es ist ja schon total krass, ein Buch zu schreiben. Aber manchmal vergessen wir das dann. Dass das ja auch krass ist, dass wir das jetzt so geschafft haben. Und deshalb ist die Party für uns ein ganz bewusster Moment, da auch einen Punkt hinterzumachen. Beziehungsweise ist es ja vielleicht auch der Beginn von was. Das wissen wir noch gar nicht, wie das alles läuft. Aber dass wir da wirklich dann auch mal … Wie sagt man, auf die 12 hauen oder so. Und dass wir uns da alle zusammen in einem Party-Kontext treffen und zusammen feiern. Das ist echt schön. Und ich glaube, das wird ein schöner Abend.
Helen
Ich mein, das ist natürlich immer auch witzig, was Reels in einem erzeugen, weil ich so grad dachte, das sind keine Eindrücke von eurer Buchparty. Aber so stell ich es mir halt vor.
Christina Calaminus
So ist es auch geplant.
Helen
Das ist irgendwie witzig, was solche Videos und so auch für Emotionen auslösen können. Dass ich schon das Gefühl hab, ich weiß schon im Vorfeld, wie eure Party abläuft. Worauf freust du dich jetzt am meisten? Also so … auf die Buchparty oder … Ich mein, irgendwie … für dich steht natürlich auch eine megaaufregende Zeit an. Worauf freust du dich am allermeisten?
Christina Calaminus
Ich glaube, also die Buchparty wird natürlich ein Highlight, bei der ich einfach hoffe, dabei sein zu können. Aber ich glaube, worauf ich mich jetzt wirklich am meisten freue, ist der Moment, in eine Buchhandlung zu gehen und dieses Buch da liegen zu sehen. Weil das ist so eine surreale Situation oder Vorstellung für mich, was mich, glaube ich, noch mal so richtig krass flasht. So oftlich. Aber genau, da bin ich … Ich kann mir das gar nicht vorstellen, wie der Moment sein wird, wenn ich in diese Buchhandlung gehe. Du merkst, ich habe eine große Vorfreude auf diesen Moment.
Helen
Ja, was ist halt auch was Besonderes? Ich denke, wahrscheinlich auch schon in der Moment, ich glaube, man kriegt es vorher auch immer noch mal so eine Zugeschicht. Das bestimmt auch total verrückt. Aber klar, so Out in the wild zu sehen ist natürlich was anderes. Ich könnte mir auch vorstellen, dass vielleicht die Frage, ob du das dann live miterlebst, aber es bestimmt auch schräg, das erste Mal so ein Buch zu signieren für jemanden, oder?
Christina Calaminus
Ja, das stimmt. Das kann ich mir auch vorstellen.
Helen
Ich war neulich auf einer Lesung von einer Bekannten. Und die hat wirklich, ich weiß nicht, die hat mir dann noch was Persönliches reingeschrieben. Da dachte ich mir, ach, Kras, darüber muss man sich auch Gedanken machen, wie viel man schreiben will, wie persönlich das werden will.
Christina Calaminus
Da habe ich erst mal Clare und Katrin gesagt, wir brauchen erst mal gute Stifte. Weil ich weiß nicht, ob wir damit zum Kuli einfach ankommen können. Ja, stimmt. Das sind echt auch so Kleinigkeiten, die dann uns sehr kurzfristig einfallen werden. Aber die natürlich auch voll aufregend sind, in einer solchen Situation haben wir gar nicht in unserem bisherigen Job leben, irgendwie erlebt. Und das sind richtig aufregende erste Male. Voll.
Helen
Ich glaube, das wäre der Moment, das habe ich schon lange vor, mir mal so eine richtige Signatur zuzulegen. Ich schreibe im Grunde so Druckschrift. Ich habe schon angefangen, wenn der Postbote klingelt irgendein Krikelkrakel hinzuholen, wie sind die auch total gehänselt irgendwie. Aber das wäre der Moment, wo ich mir vorher vielleicht mal überlegen würde, aber trotzdem irgendwie, dass ich das auch reproduzieren kann. Das stimmt.
Christina Calaminus
Ja, wir haben neulich so ein paar Postkarten in unsere Community geschickt und dann habe ich unterschrieben und mein Name, ich schreibe den wie in der Grundschule, wie so ein Schreibschrift. Und dann waren Clare und Katrin so, boah, du musst dir echt noch mal was überlegen, weil es dauert so lange. Meine These ist, mein Name ist einfach viel länger als die Namen von den beiden. Aber ja, das ist vielleicht auch was, was einem dann erst einfällt. Das weiß ich noch nicht. Aber es ist irgendwie schon witzig mit was für neuen Fragen, man überhaupt konfrontiert.
Helen
Ihr habt ja auch ganz offen gesagt, dass ihr, also auch das habe ich so ein bisschen das Gefühl, schon so ein leichter Tabu-Bruch, dass ihr ganz offen sagt, ihr wollt, dass es ein Bestseller wird. Mhm. Und da ist, glaube ich, mit am entscheidendsten auch, wie viel es vorbestellt wird. Deswegen pitcht doch vielleicht einfach noch mal, für wen ist das Buch was, was erwartet ein, und wo kann man das überall vorbestellen?
Christina Calaminus
Ja. Also das Buch ist für alle, egal ob Frauen oder Männer. Die Ende 20 sind in den 30ern, können aber auch in den 40ern sein und das Gefühl haben, boah, ich befinde mich irgendwie in der Rush Hour des Lebens. Frage mich, wie zur Hölle soll ich das alles unterbringen? Ich spüre irgendwie gesellschaftliche Erwartungen an mich und hab das Gefühl, ich kann die gar nicht erfüllen oder ich pass da irgendwie nicht so rein und ich würde gerne meinen Weg gehen, traue mich das aber nicht, vielleicht so und möchte vielleicht auch mal wissen, wie könnte man es alternativ tun. Und für diese Menschen haben wir unser Buch geschrieben, 30 Dinge, die du mit 30 nicht erreicht haben musst und einfach auch wirklich diesen Druck aus der Rush Hour des Lebens zu nehmen, weil am Ende weißt du am besten, wie du dein Leben gestalten willst, was dich glücklich macht. Das Schwierige ist es nur unabhängig der Erwartungen der Gesellschaft oder keine Ahnung deiner Familie oder wem auch immer, das dann auch wirklich durchzuziehen und dabei macht dieses Buch Mut, würde ich sagen. Und ja, es kommt am 15. Oktober raus. Man kann es auf ganz unterschiedliche Wege vorbestellen, also natürlich bei Amazon, aber natürlich auch bei den großen Buchhändlern, Thalia, Hugendubel und so weiter und so weiter, aber auch in eurer Lieblingsbuchhandlung vor Ort. Da könnte einfach hin gehen und sagen, ich würde das gerne bestellen und das wird uns natürlich wahnsinnig freuen.
Helen
Ja, vielleicht kann man dann auch noch dazu sagen, hey, ladet die drei doch für eine Lesung ein.
Christina Calaminus
Klar, kann man natürlich auch immer mal sagen. Das schadet alles nicht.
Helen
Genau. Hatt ich auch gesehen, dass ihr da auch ein Community-Post hatte, das ist auch so wie es schlau, weil dann viele ja auch schon in den Kommentaren direkt die Buchhandel verlinkt haben.
Christina Calaminus
Ja, ist so voll gut.
Helen
Ihr habt wirklich gute Ideen. Mir hat das voll viel Spaß gemacht, vor allem irgendwie so ein bisschen so einen Blick hinter die Kulissen zu bekommen. Was ich bin nosy ganz oft. Erzähl doch mal vielleicht, wo findet man euch, euren Podcast, wo findet man dich, wo kann man überall mal nachschauen, wenn man jetzt Lust auf mehr hat?
Christina Calaminus
Ja, also wenn ihr Lust auf mehr habt, dann kommt doch am besten bei Instagram vorbei, 30. Podcast heißt unser Kanal. Ihr könnt natürlich auch direkt zu unserem Podcast gehen, den man überall da hören kann, wo es Podcasts gibt. Die meisten Hörerinnen und Hörer haben wir bei Spotify natürlich ganz klassisch. Da heißt der Podcast 30 ausgeschrieben. Also das Wort halt ausgeschrieben, keine Zahl. Und ihr erkennt uns, weil wir auf dem Cover sind. Genau, also drei Frauen um die 30 würde ihr dann da sehen. Und ansonsten findet ihr eigentlich von da aus zu allen unseren anderen Profilen. Mich gibt es halt immer im Kontext von 30.
Helen
Ja, wir verlinken auch noch mal alles in den Show notes. Genau, ich bin irgendwie total gespannt, was ihr für uns auch noch so bereit halten werdet. Was jetzt noch so kommt. Gerade wenn diese PR-Maschine anläuft, bin ich irgendwie gespannt, was da noch so passiert.
Christina Calaminus
Absolut, das stimmt.
Helen
Ich würde sagen, dass wir unseren Café con leche jetzt zu Ende trinken mit dieser wunderschönen Aussicht und uns von den Mädels verabschieden. Ich danke dir sehr für die Zeit und für die Einblicke. Das war wirklich spannend und das finde ich manchmal auch so ein bisschen verrückt, wenn man selber so Fangirl ist. Aber ich habe versucht es ein bisschen auch auszublenden.
Christina Calaminus
Cool. Die hatten mir sehr viel Spaß gemacht. Ja, ich bin ganz gespannt und freue mich natürlich, wenn die ein oder andere Zuhörerin ist, das ist wahrscheinlich hier. Schon zu einem großen Teil. Ja, da sind wir ja in dem Podcast dann sehr ähnlich in der Zielgruppe. Wenn die ein oder andere vielleicht vorbestellt, denn wie du ja gesagt hast, das würde uns extrem helfen.
Helen
Das denkt man ja immer gar nicht. Hatt ich auch nicht so auf dem Schirm.
Christina Calaminus
Verrückt, ne? Das werde ich die Vorbestellungen einfach so relevant sind, weil diese Bücher, die in die SPIEGEL-Bestsellerliste dann gezählt werden, halt alle Vorbestellungen umfassen bis zum Erscheinungstermin plus die erste Woche nach der Erscheinungstermin. Und je nachdem, wie viele andere Bücher es da gibt, die natürlich zu Frankfurter Buchmesse viel veröffentlicht werden, ist das eine hart umkämpfte Markt.
Helen
Ja. Und ist es da, jetzt beschließe ich da noch eine Frage an, ist es da relevant, wenn du das eben meintest mit Hardcover und so ist das relevant, dass ihr irgendwie als Hardcover gewertet werdet, weil das eine andere Liste ist?
Christina Calaminus
Ja, es ist eine andere Liste genau und das ist schon auch die schwierigste. Also das ist, was ich weiterersteigert. Schallend. Aber gut, dass das hat Penguin so entschieden. Ja, nee, deshalb bestell doch gerne vor. Bestell.
Helen
Genau. Danke dir auf jeden Fall.
Christina Calaminus
Ja, danke dir.




