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Wer hilft, wenn jemand in der Buchbranche in Not gerät?

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Podcast · Folge 136

Wer hilft, wenn jemand in der Buchbranche in Not gerät?

Das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels gibt es seit 1836. Carola Markwa führt es ehrenamtlich – und erzählt, wer sich meldet, wie schnell geholfen wird und warum die meisten nur um das Allernötigste bitten

3. Dezember 2025 · 48 Minuten · Ganze Folge hören ↓

Eine Frau, deutlich über achtzig, ruft an. Sie traue sich das eigentlich gar nicht, sagt sie – aber sie bräuchte dringend eine neue Gleitsichtbrille, und die schaffe sie so nicht. Vierhundert Euro. Für manche eine Rechnung, für andere drei Jahre Sparen. Genau für solche Fälle gibt es einen Verein, den viele in der Buchbranche nicht kennen, obwohl es ihn seit fast zweihundert Jahren gibt.

Carola Markwa

Carola Markwa

Ehrenamtliche Geschäftsführerin des Sozialwerks des Deutschen Buchhandels

Sie hat ihr Berufsleben in der Buchbranche verbracht: Ausbildung im Warenhaus, viele Jahre bei Karstadt, zuletzt bis 2003 fast zehn Jahre lang verantwortlich für den Bucheinkauf der Karstadt- und Hertie-Buchabteilungen. Danach arbeitete sie für mehrere Buchhandelsunternehmen und in ihren letzten sechs Berufsjahren als Geschäftsführerin des Börsenvereins-Landesverbands Nord. Seit zwei Jahren ist sie in Rente; die Aufgabe im Sozialwerk hat sie Anfang 2025 übernommen. Sie lebt im Landkreis Celle und engagiert sich außerdem im Kirchenvorstand ihrer Gemeinde.

Ein Verein von 1836

Das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels wurde nach Carola Markwas Angaben am 1. März 1836 gegründet. In der damaligen Satzung ging es um die »Buchhandelsgehilfen und deren Nöte«. Heute unterstützt der eingetragene Verein Menschen aus der gesamten Buchbranche: Buchhändler*innen, Verlagsmitarbeitende, Menschen aus dem Außendienst – und ausdrücklich auch Auszubildende, etwa wenn Fahrtkosten zur Berufsschule oder eine Zusatzausbildung nicht zu stemmen sind.

Geführt wird das Sozialwerk ehrenamtlich: ein sechsköpfiger Vorstand, dazu Carola Markwa als Geschäftsführerin, die das operative Geschäft macht. In allen Bundesländern gibt es außerdem Vertrauensfrauen und Vertrauensmänner, die man ansprechen kann, bevor man sich an die Zentrale wendet. Eine seelsorgerische Ausbildung haben sie nicht; es geht darum, die Hemmschwelle niedrig zu halten.

Alles, was besprochen wird, bleibt innerhalb des Sozialwerks. Und der Weg ist kurz: Wenn jemand Hilfe braucht, kann der Verein unbürokratisch und schnell entscheiden.

Die Hemmschwelle ist das größte Hindernis

Was Carola Markwa an ihrer Arbeit immer wieder betont, ist eine Erfahrung, die dem verbreiteten Vorurteil widerspricht, es gehe Menschen darum, etwas abzugreifen.

Meine Erfahrung ist, dass wenn Menschen sich an uns wenden und um etwas bitten, dann muss man da sehr genau hinhören und noch mal nachfragen. Meistens wird nämlich nur um das Allernötigste gebeten und gar nicht um das, was man eigentlich braucht.Carola Markwa

Wer sich meldet, hat sehr unterschiedliche Gründe: eine akute Erkrankung, die das Leben von einem Tag auf den anderen umwirft, während die Buchhandlung weiterlaufen muss. Ein Ruhestand mit einer Rente, die nie hoch war und für die nie angespart werden konnte. Manchmal ist es auch nur eine einmalige Hilfe – wie die Gleitsichtbrille.

Zwei bis drei Tage pro Woche – ehrenamtlich

Der Job ist größer, als sie ihn sich vorgestellt hat: im Schnitt zwei bis drei Tage pro Woche. Das lag auch an den Umständen. Ihr Vorgänger im Amt starb Ende 2024, bevor die für das Frühjahr geplante Übergabe stattfinden konnte – also musste sie sich vieles selbst erschließen, von den EDV-Systemen bis zu der Frage, welche Spendenquittungen schon geschrieben waren.

Dazu kam ein Jahr mit ungewöhnlich vielen Terminen: beide Buchmessen, Mitgliederversammlungen in mehreren Landesverbänden, Fachgruppen, das Zukunftsparlament. Das war Absicht – sie wollte wissen, was Menschen in der Branche mit dem Sozialwerk verbinden und wo anzusetzen ist.

Zwei Tage pro Woche arbeitet sie in Hannover, als Untermieterin beim Börsenvereins-Landesverband Nord. Sie sei mehr die Generation fürs Büro, sagt sie: Zu Hause am Küchentisch arbeite sie Dinge ab, im Büro sei sie kreativer.

Ihre Wahl für die Aufgabe war schnell getroffen. An eine Kasse hätte sie sich aus Langeweile nicht gesetzt – aber Zeit für eine gute Sache zurückgeben, das wollte sie.

Mitglieder, Spenden und ein Verein, der sich in Erinnerung bringen muss

Das Sozialwerk hat derzeit knapp 280 Mitglieder; in Hochzeiten waren es rund fünfhundert. Dreißig davon sind 2025 dazugekommen – das Ergebnis der aktiven Werbung, auf die Carola Markwa im Gespräch anstößt. Mitglied wird man ab fünfzig Euro Jahresbeitrag; nach oben ist alles offen.

Dazu kommen Spenden, und die Anlässe sind vielfältig: eine Kollegin, die zu ihrer Rubinhochzeit statt Geschenken sammelte, mit QR-Code auf Einladung und Tischkarten. Menschen, die in ihrem Testament oder zur eigenen Beisetzung um Spenden für das Sozialwerk bitten. Eine Buchhandlung, die Geschenke einpackt und dabei um eine Spende bittet. Eine andere, die über ein Jahr Leseexemplare sammelt und sie auf einem Flohmarkt zugunsten des Vereins verkauft. Und Ende November ein gemeinsamer Spendenaufruf mit dem Vorsteher des Börsenvereins im Börsenblatt.

Der Börsenverein unterstützt den Verein auch sonst – mit Rechtsberatung, IT und Spenden –, obwohl das Sozialwerk keine Tochter, sondern ein eigenständiger Verein ist.

Und was Carola Markwa immer wieder erlebt: Viele in der Branche haben noch nie vom Sozialwerk gehört. Deshalb muss sich der Verein regelmäßig in Erinnerung bringen – auch wenn Mitglieder, einmal gewonnen, meist bleiben.

Was das Ehrenamt zurückgibt

Die Frage, ob man sich Ehrenamt in jungen Berufsjahren überhaupt leisten kann, kam auch beim Zukunftsparlament auf. Carola Markwa nimmt sie ernst – und hält trotzdem dagegen: Man bekomme immer etwas zurück. Informationen aus erster Hand, Kontakte, andere Zugänge, Vorträge, die man sonst nie gehört hätte.

Sie selbst engagiert sich neben dem Sozialwerk im Kirchenvorstand ihrer Gemeinde und hat darüber in diesem Jahr eine Fundraising-Ausbildung gemacht – wovon nun beide Seiten profitieren.

Ihre eigene Aufgabe sieht sie als endliches Projekt: Für die Geschäftsführung, findet sie, sollte man noch nicht zu lange in Rente sein.

Was sie liest

Als Kind war sie Dauergast in der Stadtbücherei – so oft, dass ihre Mutter sie manchmal abfragte, weil sie nicht glauben konnte, dass die fünf Bücher nach einer Woche wirklich gelesen waren. Heute liest sie vor allem Krimis, gern britische, amerikanische oder skandinavische; regionale Krimis sind nicht ihr Fall.

Ein Buch verschenkt sie immer wieder: »Gute Geister« von Kathryn Stockett – für sie eine zeitlose Geschichte über starke Frauen im amerikanischen Süden der sechziger Jahre, die nichts von ihrer Aktualität verloren habe.

Die ganze Folge hören

Bücher aus dem Gespräch

Die Titel, die Carola Markwa als Leseempfehlungen genannt hat.

Buchcover »Gute Geister« von Kathryn Stockett

Gute Geister

Kathryn Stockett

Im Original »The Help«. Das Buch, das sie immer wieder verschenkt.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Kalt und still« von Viveca Sten

Kalt und still

Viveca Sten

Auftakt der Åre-Reihe um Ermittlerin Hanna Ahlander – die Winterkrimis, die sie im Gespräch empfiehlt.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Tödlicher Mittsommer« von Viveca Sten

Tödlicher Mittsommer

Viveca Sten

Aus der Sandhamn-Reihe, die als »Mord im Mittsommer« verfilmt wurde.

Bei Thalia ansehen *

*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Häufige Fragen

Was ist das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels?

Ein ehrenamtlich geführter, eingetragener Verein, der Menschen aus der Buchbranche unterstützt, die in Not geraten sind – unbürokratisch und finanziell. Gegründet wurde er nach Angaben der Geschäftsführerin am 1. März 1836. Er ist keine Tochter des Börsenvereins, wird von ihm aber unterstützt.

Wer kann Hilfe bekommen?

Menschen aus der gesamten Buchbranche – nicht nur Buchhändler*innen, sondern auch Verlagsmitarbeitende oder Menschen, die früher in der Branche gearbeitet haben. Ausdrücklich auch Auszubildende, etwa bei Fahrtkosten zur Berufsschule oder Kosten für eine Zusatzausbildung.

Wie meldet man sich?

Direkt beim Sozialwerk oder über die Vertrauensfrauen und Vertrauensmänner, die es in allen Bundesländern gibt – gedacht für alle, die erst einmal mit jemandem sprechen möchten. Alles bleibt innerhalb des Vereins. Über den Börsenverein gibt es eine Seite mit den Unterlagen zur Mitgliedschaft.

Wie finanziert sich der Verein?

Über Mitgliedsbeiträge ab fünfzig Euro im Jahr und über Spenden – von regelmäßigen Spender*innen bis zu Anlassspenden zu Jubiläen, Geburtstagen oder Beisetzungen. Dazu kommen Spenden des Börsenvereins, seiner Wirtschaftstöchter und der Landesverbände.

Wie viele Mitglieder hat das Sozialwerk?

Zum Zeitpunkt des Gesprächs knapp 280, davon dreißig neu im Jahr 2025. In Hochzeiten waren es rund fünfhundert.

Das ganze Gespräch zum Nachlesen

Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, maßgeblich ist die Aufnahme. Intro und Abspann sind herausgenommen.

Helen
Herzlich willkommen Carola. Ich freue mich sehr, heute mit Dir über das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels zu sprechen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?

Carola Markwa
Ja, also wir sind gerade mitten im Mitten. Eigentlich im ganz normalen Leben, sozusagen im Sozialwerk des deutschen Buchhandels. Ich stoße tatsächlich mit einem Glas Wasser.

Helen
Sehr gut.

Carola Markwa
Auf. Ähm, ganz aktive Mitgliederwerbung, die mir in diesem Jahr gelungen ist. Die Aufgabe, die ich habe, habe ich erst seit Anfang des letzten. Seit Anfang diesen Jahres. Und einer meiner Aufgaben und meiner Ziele war es auch wirklich Mitglieder aktiv neu zu werben. Das ist mir gelungen. Wir haben über dreißig neue Mitglieder für den Verein gewinnen können Und darüber freue ich mich. Das ist so was, was mich auch ganz glücklich macht. Es war viel persönlicher Einsatz, aber bringt mir auch persönlich sehr viel Freude und da stoße ich gerne mit dir drauf an, da freue ich mich.

Helen
Oh, das klingt gut. Ich merke das auch. Wir sind ja jetzt in so einer Zeit des Jahres, wo man mal Revue passieren lassen kann. Weil ich finde, da haben wir eben schon gesagt, wie verrückt schnell das immer alles geht, wenn die Folge online geht. Ist ja schon Anfang Dezember. Da kann man mal überlegen, was war zwei tausend fünf und zwanzig eigentlich für ein Jahr? Ja, herzlichen Glückwunsch. Klingt total gut. Dann würde ich sagen, stoßen wir darauf an! Ich habe hier meinen Mann. Bevor ich dich frage, Was ist das Sozialwerk? Vielleicht noch mal ganz kurz, wo wir uns kennengelernt haben. Ich glaube, ich habe das in irgendeiner anderen Folge schon gesagt. Vielleicht mit Karen Schmidt. Friderichs, dass ich beim Zukunftsparlament war. Ich hatte da vorher auch noch nie von gehört. Aber es ist für den Branchennachwuchs der Buchbranche. Zwei Tage in Frankfurt, auf dem sogenannten Mediacampus, wo auch die Buchhändlerinnen in der Ausbildung hinkommen. Oder teilweise nicht alle. Und da ging es auch ganz viel um das Thema Ehrenamt. Darüber hatte ich auch mit Karen Friedrichs gesprochen. Und in dem Zusammenhang hast du auch das Sozialwerk vorgestellt, weil ihr auch auf Ehrenamtliche angewiesen seid, auf Mitglieder angewiesen seid. Und das war irgendwie glaube ich so der Punkt, wo alle dann mal pitchen konnten. Und ich fand, es klang so spannend, dass ich dachte habe ich noch nie von gehört. Ich bin ja auch nicht ursprünglich aus der Buchbranche. Lass uns da mal drüber sprechen. Ich bin dann einfach danach zu dir und meinte Könntest du dir das vorstellen? Und das ist jetzt deine erste Podcastaufnahme, hast du eben gesagt.

Carola Markwa
Premiere.

Helen
Deswegen. Da freue ich mich sehr. Deswegen vielleicht jetzt so die Frage Was ist dieses Sozialwerk des deutschen Buchhandels.

Carola Markwa
Ja, also dieses Sozialwerk des Deutschen Buchhandels übrigens, gegründet am erste März achtzehn hundert sechs und dreißig.

Helen
Ist schon richtig lange her.

Carola Markwa
Richtig lange Genau ist ein eingetragener ehrenamtlicher Verein, der sich, wie das in der damaligen Satzung so schön heißt, um die Buchhandelsgehilfen und deren Nöte kümmert. Also wir unterstützen Buchhändler und Buchhändlerinnen und Menschen aus der Buchbranche ist nicht zwingend nur Buchhändler und Buchhändlerinnen. Das kann jemand aus dem Verlag sein, das kann jemand aus dem Außendienst ehemals sein, in Verlagsjobs gewesen sein. Das kann auch jemand sein, der einfach. Also es geht. Es kann jeden einfach treffen, dass er in Not gerät. Und darum kümmert sich das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels. Wir sind eben schon lange, lange aktiv und immer ehrenamtlich geführt. Es gibt einen sechsköpfigen ehrenamtlichen Vorstand und mich als ehrenamtlich tätige Geschäftsführerin, die praktisch das operative Geschäft managt, Das heißt im regen Austausch ist mit. Mit den Schützlingen, die wir heute schon betreuen, aber auch so wie heute auch. Heute habe ich auch mittags mit jemand telefoniert. Da gibt es jemand, der ist in Not geraten. Da haben wir jetzt die Unterlagen hingeschickt, damit es. Damit wir die entsprechenden Auskünfte bekommen. Also so ist man permanent eigentlich im Gespräch und in Not geraten. Kann jeder. Das sage ich immer wieder, können wir uns immer alle nicht vorstellen. Aber heute geht es uns gut und morgen sind wir vielleicht. Hoffentlich nicht, aber vielleicht todkrank. Das weiß keiner von uns. Und dann kann es tatsächlich einmal sein, dass trotz aller Hilfe, die es gibt, auch in Deutschland man einfach Hilfe braucht. Und zwar manchmal unbürokratisch und schnell. Und da ist so ein Verein, der sich das auf die Fahnen geschrieben hat, eben sehr schnell in der Lage, auch zu handeln und finanziell zu helfen. Und das tun wir. Das tun wir tatsächlich auch. Und deswegen war ich auch ganz im Besonderen auf dem Zukunftsparlament. Das tun wir auch, vor allen Dingen auch für junge Menschen in Ausbildung. Also uns geht es auch darum, Auszubildende zu unterstützen, wenn da Notsituationen auftreten, wo Fahrtkosten zu den Berufsschulen entstehen oder ähnliche Dinge oder jemand eine Zusatzausbildung macht, sich aber vielleicht den Kurs dann doch nicht ganz alleine leisten kann, solche Dinge, dann kann das Sozialwerk helfen. Und ich bin vor allen Dingen dieses Jahr sehr viel unterwegs gewesen. Deswegen auch seit vielen Jahren mal wieder auf dem Zukunftsparlament. Also vor vielen Jahren war ich da auch schon mal tatsächlich, als ich für den Börsenverein auch mal beruflich gearbeitet habe. Aber in diesem Jahr ging es mir besonders darum, noch mal darauf hinzuweisen, dass es uns gibt und dass man uns ansprechen kann. Also mir ist es immer ganz wichtig, den Menschen auch diese Hemmschwelle zu nehmen, um Hilfe zu bitten. Das fällt uns allen Nicht so leicht. Das hört sich immer so an, als würden alle Menschen gerne was abzocken, wenn man so ein bisschen Presse hört und was immer so diskutiert wird. Das ist aber gar nicht so! Meine Erfahrung ist, dass wenn Menschen sich an uns wenden und um etwas bitten, dann muss man da sehr genau hinhören und noch mal nachfragen. Meistens wird nämlich nur um das Allernötigste gebeten und gar nicht um das, was man eigentlich braucht. Und insofern ist das für uns eine ganz wichtige Sache und Aufgabe und ist auch etwas, was große Freude bringt. Also manchmal ist es auch ganz, sind auch harte Gespräche, wenn man so die menschlichen Schicksale erfährt, sozusagen. Aber es bringt sehr viel Freude, weil es einfach eine große Dankbarkeit auch gibt, dass Kolleginnen und Kollegen in der Buchbranche sich wirklich glücklich schätzen, dass die Branche sie nicht vergisst. Das ist etwas sehr Besonderes, was wir da haben.

Helen
Ich kann mir auch richtig vorstellen, dass das also mir war immer wichtig bei egal welchem welchen Beruf ich hatte, dass ich irgendwie so eine Sinnhaftigkeit spüre und das kann ich mir da so richtig vorstellen, weil man ja wirklich auch konkret jemandem dabei hilft.

Carola Markwa
Ja, absolut. Also das ist tatsächlich Wir alle, die wir uns da ehrenamtlich engagieren, sind alle schon im Ruhestand. Also ich bin auch seit zwei Jahren einfach richtig, ganz normal in Rente sozusagen. Habe mein Leben lang in der Buchbranche in den unterschiedlichsten Aufgaben und Tätigkeiten gearbeitet und hatte eigentlich und bin schon lange selber Mitglied im Sozialwerk, weil ich eben selber auch für eine wichtige Sache finde. Und hat es aber jetzt nicht wirklich auf der Rechnung, sozusagen mich noch mal mehr oder weniger dann doch viel mehr beruflich zu engagieren, als ich eigentlich mir vorgestellt habe. Aber als dann die Frage kam, ob ich mir vorstellen könnte, diese Aufgabe im Sozialwerk zu übernehmen, da war es für mich auch kein langes Nachdenken, weil es es geht. Also ich hätte mich jetzt nicht aus Langeweile an eine Kasse gesetzt und hätte gesagt Ach, ich will noch mal in einem Laden wirken oder so, was ich ja über viele Jahre gemacht habe oder Vertrieb gemacht. Nein, wenn ich jetzt meine, wenn ich jetzt was zurückgeben kann, dann gebe ich gerne Zeit zurück für eine gute Sache sozusagen. Das ist mir schon irgendwie wichtig.

Helen
Ja, ja, klar. Und wenn du auch den Bezug zu der Buchbranche hast und die dir am Herzen liegt, dann bist du ja wirklich hautnah dran. Ich finde es auch, weil du das eben meinst. So, es gibt ja vielleicht die Vorurteile, dass irgendwie Leute das ausnutzen würden oder so und du machst eher die gegenteilige Erfahrung. Das war auch ein bisschen. Also es passt so ein bisschen zu der Diskussion, die da auch teilweise ja auf dem Zukunftsparlament entstanden war, dass gerade für Berufseinsteigerinnen teilweise so schwer es auch gerade irgendwie in Zusammenhang mit dem Ehrenamt kam das auch auf so man hat eh schon so viele Verpflichtungen, wo soll man das noch unter bekommen. Aber da. Also ich kann mir das schon echt gut vorstellen. Also ich kenne das ja auch selber von mir. Ich finde sowas ist auch schambehaftet zu sagen ich habe Probleme und ich brauche Hilfe. Aber total schön einfach zu wissen, dass es solche Orte gibt, wo man wo man sich hinwenden kann. Und ich glaube auch, dass das bei diesem Wochenende da ankam, dass man gehört hat Okay, ähm, wir setzen nicht einfach voraus, dass ihr irgendwie alles auf die Reihe bekommt, sondern wir sind auch da, wenn es mal irgendwo Schwierigkeiten gibt. Das fand ich irgendwie echt. Das hat er gut auch reingepasst, finde ich.

Carola Markwa
Mhm. Mhm. Ja, das ist uns auch ganz wichtig. Die Buchbranche ist ja eine, eine wichtige Kulturbranche, gar keine Frage. Aber auch eine kleinere Branche sozusagen. Also man kennt viele Menschen, man begegnet sich auch immer wieder mit den Messen und mit vielen anderen Terminen. Und da, finde ich, ist es. Also, das muss ich sagen, zeichnet auch die Buchbranche aus, dass man so dass sich so ein Verein über so viele Jahre und Jahrzehnte auch trägt, auch immer wieder mal mit Schaffen wir es noch, unsere unseren Verpflichtungen nachzukommen? Also im Vorgang oder im Vorhinein? Zu unserem Gespräch habe ich mal eben so ein bisschen was hineingeschaut und habe eine Broschüre zum zum ein hundert fünfzig jährigen. Nein, nicht zum ein hundert fünfzig zum ein hundert jährigen. Also hat mal jemand Geschichte so ein bisschen rekapituliert Und dann gibt es halt immer wieder auch Situationen, wo es tatsächlich darum ging. Also man, man muss das Geld für die Schützlinge kürzen, weil man das gar nicht mehr aus den Mitteln bestreiten kann. Wie kann man werben? Soll man das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels umbenennen, weil vielleicht der Name nicht mehr schick genug ist, dass Menschen sich dafür engagieren? Also da gibt es ganz, ganz viele Ideen und Ansätze, was man über viele Jahrzehnte gemacht hat. Und ich finde, es spricht schon für die Buchbranche, dass es uns immer wieder gelingt, Menschen persönlich davon zu überzeugen, dass es gut ist, sich da zu engagieren, und dass wir das auch als Branche leben, sozusagen, dass man da ja nicht einfach untergeht. Also das finde ich schon, das zeichnet die Buchbranche aus. Absolut. Das macht sie neben den schönen Inhalten, die wir haben und vertreiben und verkaufen dürfen, sozusagen macht es das noch mal ganz besonders. Und auch Ja, ich finde, auch die Buchbranche hat einen ganz besonderen Charme. Das sollte man nicht unterschätzen. Das ist schon anders als in anderen Welten, in denen man unterwegs sein kann.

Helen
Ja, das stimmt total. Du hast jetzt eben gesagt, du bist die Geschäftsführerin vom Sozialwerk und du bist in Rente, machst das jetzt ehrenamtlich. Wie? Also wie viel Zeit verbringst du für das Sozialwerk. Also wie viel nimmt dieser Job auch in Anspruch?

Carola Markwa
Also unterschiedlich unterschiedlich. Tatsächlich muss ich sagen, ist es, ähm. Also im Durchschnitt sind es zwei bis drei Tage pro Woche, die ich doch.

Helen
Aber es ist ja schon einiges.

Carola Markwa
Ja, also es ist schon einiges. Das hatte ich mir auch nicht ganz so aufwendig vorgestellt, das gebe ich ehrlich zu. Ja. Aber tatsächlich ist das auch so ein bisschen den Umständen geschuldet, dass eben mein Vorgänger im Amt letztes Jahr Ende des Jahres verstorben ist. Dadurch, obwohl klar war, dass ich seine Nachfolge antreten würde. Wir hatten uns für dieses Jahr fürs Frühjahr verabredet, mit Übergabe und all diesen Dingen. Das war dann leider nicht mehr vergönnt. Mir auch nicht, das sehr traurig und das hat es natürlich gerade in der Startphase ein bisschen schwierig gemacht. Also wenn man alles ohne. Also ja, theoretisch weiß ich schon, was das Sozialwerk tut, aber was es dann wirklich im Einzelnen tut, das sieht man ja als Mitglied nicht. Und von EDV System bis wo ist eigentlich was hinterlegt? Welche? Welche Termine stehen jetzt an? Wo sind denn schon Spendenquittungen geschrieben worden, wo sind noch keine geschrieben worden? Also viele, viele Dinge. Und das hat, glaube ich, in diesem Jahr ein bisschen aufwendiger gemacht. Und ich habe mir eben in diesem Jahr auch Zeit für Reisetätigkeit genommen. Ich war eben auf dem Nachwuchsparlament. Ich war jetzt fünf Tage auf der Buchmesse in Frankfurt präsent. Ich bin in den Fachgruppen jetzt gerade im November in Frankfurt beim Börsenverein gewesen. Ich war auf Mitgliederversammlungen in Hessen, Rheinland, Pfalz, Saarland und in Norddeutschland auf der Tagung in Hamburg. Und so ergaben sich einfach ganz viele Termine. Die Buchmesse in Leipzig habe ich besucht, also immer gab es noch mal was on top sozusagen. Es ist nicht so das ganz Normale, was wahrscheinlich nicht jedes Jahr in diesem Umfang stattfinden wird. Was mir aber gerade zum Anfang noch mal ganz wichtig war, um auch noch mal was zurückgespielt zu bekommen, sozusagen Was verbinden die Menschen draußen mit dem Sozialwerk und wo müssen wir eigentlich ansetzen? Und das macht es, glaube ich, in diesem Jahr ein bisschen aufwendiger. Ich denke, im nächsten Jahr hat sich vieles schon ein bisschen eingespielt. Dann hat man mal, wenn man ein Jahr so alle Geschäftsabläufe mal durch hat, entwickelt man auch Routinen und wir verändern auch ein paar Abläufe. Da schaut man dann ja auch drauf, was kann man optimieren oder einfach anders gestalten. Insofern hoffe ich, dass es im nächsten Jahr ein bisschen weniger aufwendig wird. Aber so ist das eben. Wenn man sich für eine Aufgabe entscheidet, dann kriegt. Also das geht uns allen ja so, dann engagiert man sich da auch entsprechend für und sagt dann nicht Ach nee, ich hatte eigentlich gedacht, ich kann das mit einem Tag pro Woche abarbeiten, sozusagen. Und das geht ganz gut. Und das teilt sich eben auf zwischen Homeoffice. Auch jetzt im Moment bin ich ja zu Hause, habe den Laptop dabei, kann einiges auch von zu Hause erledigen und bin aber auch im Regelfall so zwei Tage die Woche wirklich im Büro. Was auch ein bisschen daran liegt, dass ich bin mehr so eine Generation fürs Büro. Ich gebe es ehrlich zu, mir gefällt das schon, morgens ins Büro zu gehen und dann da einen Kaffee zu trinken, meine Sachen auszupacken und dann loszulegen. Und wenn ich das am Küchentisch mache, bin ich nicht ganz so konzentriert, gebe ich ehrlich zu. Dann ist es eher. Dann arbeite ich Sachen ab. Aber ich. Also es gibt Menschen, die arbeiten zu Hause intensiver und finden das für sie kreativer. Ich bin im Büro kreativer. Tatsächlich? Also insofern fahre ich dann zwei Tage die Woche im Regelfall nach Hannover. Ich wohne ja selber in der Südheide im Landkreis Celle, sehr idyllisch in einem kleinen Dorf und bin aber sozusagen kleiner Untermieter beim Börsenverein Landesverband Nord in Hannover, bei den Kollegen, die mich da wieder aufgenommen haben sozusagen und mich da auch ganz toll unterstützen. Insofern ist das auch schön, wenn man sich da sieht und mal austauschen kann. Das ist dann auch immer so gute Gespräche, was auch gerade so draußen los ist oder wo Nachfragen sind, ist so ein kurzer Dienstweg. Finde ich auch immer ganz hilfreich. Und ja, das ist schon so ein Teilzeitjob im Moment. Das ist so ja krass.

Helen
Hast du also jetzt bist du ja ein drei viertel Jahr auf der Stelle. Ja, hast wahrscheinlich schon einiges durchlaufen und vielleicht so langsam das Gefühl. So, Ich weiß, was ich hier tue. Also hast du so einen Alltag? Gibt es irgendwie was, Was du, was du immer machst? Oder ist jeder Tag komplette Überraschungsbox?

Carola Markwa
Ja, also es ist schon immer ein bisschen eine Überraschung, weil es natürlich. Also es gibt einmal bestimmte Routinen, es müssen zu bestimmten Terminen bestimmte Dinge erledigt werden, die dann eben auch im Kalender stehen. Und dann ist es aber auch tatsächlich Es klingelt das Telefon oder es geht eine Email auf. Wir haben in der Organisation eben nicht nur sechs ehrenamtliche Vorstände, wir haben auch in allen Bundesländern Vertrauensfrauen und Vertrauensmänner, die angesprochen werden können. Also alles, was wir machen, bleibt sowieso innerhalb des Sozialwerks und geht nicht nach draußen. Aber manchmal möchte man ja vielleicht auch mit jemanden mal erst mal reden, bevor man sich wirklich offenbart. Und dafür gibt es eben Kolleginnen und Kollegen dort vor Ort. Und die melden sich dann natürlich auch. Das kommt eben immer ungesteuert, eben so, wie es passiert. Und dann klingelt das Telefon und das ist dann gerne auch auf Also wenn ich. Normalerweise ist das immer auf mein Handy umgestellt. Also ich bin immer erreichbar. Das klingelt nicht unentwegt. Deswegen macht mich das auch nicht nervös. Noch nie hat mich jemand nachts angerufen, brauchte Hilfe vom Sozialwerk. Insofern bin ich da ganz entspannt. Aber wir sind immer erreichbar. Und dann ist der Tag abhängig von dem, was anliegt an Routine to dos sozusagen. Oder aus dem, was ich jetzt aus den aktuellen Fällen ergeben hat Telefonate. Da muss was rausgeschickt werden, da muss was vorbereitet werden. Gespräche? Ja, jetzt im Moment kümmere ich mich um so Dinge. Wir hatten jetzt die Mitgliederversammlung auf der, Auf dem auf der Buchmesse in Frankfurt. Dann ist ein neuer Vorstand gewählt worden. Dann müssen eben auch das Vereinsregister muss dann, das muss angemeldet werden über einen Notar, dass wir einen neuen Vorstand gewählt haben. Wir haben eine Satzungsänderung gemacht. Also da gibt es ja viele Regularien, auch für eingetragene Vereine, die dann beachtet werden müssen. Solche Dinge laufen dann eben auch. Die sind aber eben nicht jeden Tag, wenn das dann jetzt abgearbeitet ist, Ende November haben wir den Notartermin, dann läuft das und dann ist das wieder durch. Dann sind es andere Dinge, um die man sich kümmern.

Helen
Hast du dich da im Vereinsrecht eingearbeitet oder hast du da jemanden, auf den du.

Carola Markwa
Also ja, also eingearbeitet habe ich mich da nicht. Tatsächlich hat, ähm, habe ich schon vorher als. Also die letzten sechs Berufsjahre in der Buchbranche habe ich als Geschäftsführerin für den Börsenverein für den Landesverband Nord gearbeitet, der ja auch schon ein eingetragener Verein ist. Und dadurch hatte ich da also learning by doing sehr viel durchlaufen sozusagen und habe das auch mitgebracht und habe auch. Bis vor kurzem habe ich mich fünf Jahre lang bei uns in einem Förderverein für unser kleines Schwimmbad im Nachbarort engagiert, als Schatzmeisterin und auch da waren viele so Vereins Dinge zu regeln und zu klären, Protokolle entsprechend zu schreiben und was da so zu machen ist. Und ähm, insofern begleitet mich Arbeit in einem Verein schon länger sozusagen. Und wer uns aber wirklich toll unterstützt, ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Dort gibt es ja eine Rechtsabteilung auch, die für uns jederzeit ansprechbar ist, wenn wir Fragen haben. Und dort werden wir, obwohl wir ja keine Tochter des Börsenvereins sind, sondern ein selbstständiger, eingetragener Verein, Werden wir vom Börsenverein wirklich unterstützt mit IT, mit EDV, also mein Laptop und alles, was wir brauchen, alles das kommt mit vom Börsenverein, der den, der traditionell das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels schon immer unterstützt hat.

Helen
Ja, wieder voll spannend. Und diese Vertrauenspersonen haben die dann so eine seelsorgerische Weiterbildung oder sowas in der Richtung. Ich stelle mir das vor wie so ein. Es gibt doch diese Hilfetelefon. Ja, ja.

Carola Markwa
Also so, ich glaube, so ganz so akut ist es bei uns nicht. Also ich denke, da müsste man tatsächlich. Aber ich habe jetzt heute gerade mit unserer Vertrauensfrau telefoniert, mit einer unserer Vertrauensfrauen, weil es gerade um jemanden geht, wo wir gerade die Unterlagen hingeschickt haben, den wir wahrscheinlich unterstützen werden, zukünftig und unterstützen müssen. Und das ergibt sich aus dem Doing sozusagen. Also die werden angesprochen, wenn sie vor Ort sind. Oder man kennt sich eben. Wie gesagt, die Buchbranche ist gar nicht so groß. Und wenn man dann schon länger in der Buchbranche tätig war, so wie ich das eben auch über viele Jahrzehnte war, dann kennt man wahnsinnig viele Menschen und die kennen einen auch und sprechen einen dann auch an und die eine solche Ausbildung haben wir nicht für unsere Vertrauensfrauen und Männern, sondern es geht eher darum, die die Hemmschwelle der Ansprache niedrig zu halten. So, ähm. Und dass der Mann ein Herz ausgeschüttet wird, Das kann schon gut sein, dass da jemand mal hilft oder sagt Mensch, was soll ich denn machen? Du hast doch auch so viel Erfahrung, das kann ich mir schon vorstellen. Aber so eine spezielle Schulung oder so haben wir dafür. Wir machen das nicht, wir machen es einfach alle mit unserem gesunden Menschenverstand, sage ich jetzt mal und mit Ja, mit dem, was mich sonst im Leben eben auch leitet. Ja, so wie ich mit Menschen umgehe, so wie ich mich sonst auch engagiere.

Helen
Ja, ich bin wahrscheinlich sind es häufig ja auch eher so finanzielle Sorgen und irgendwas anderes. Oder ist das auch manchmal, dass sie irgendwie so Vermittler zwischen Arbeitgeber und der Person, die sich an euch wenden, seid?

Carola Markwa
Also das haben wir noch nicht gehabt. Tatsächlich, da wären wir jetzt auch nicht die Anlaufstelle. Also.

Helen
So klar meldet man sich, wenn man irgendwie.

Carola Markwa
Also wenn man.

Helen
Tatsächlich alle nötigen sag ich mal also.

Carola Markwa
Wenn man genau. Wenn man irgendwie den Eindruck hat, man schafft das nicht mehr, was man schafft Oder wenn man tatsächlich auf einmal in einer akuten Notsituation krankheitsbedingt ist und auf einmal sein Leben komplett, ja komplett über den Haufen geworfen wird und man auf einmal da steht mit einer Buchhandlung, die irgendwie zu öffnen sein muss, die also, wo viele Dinge irgendwie organisiert sein müssen, dann dann wendet man sich an uns. Oder wenn man eben ja auch schon im Ruhestand ist, sehr krank ist, vielleicht sein Leben lang auch keine besonders hohe Rente bekommen hat oder oder nicht ansparen konnte für eine gute Rente also die unterschiedlichsten Situationen. Manchmal sind es auch einfach, ähm manchmal helfen wir einfach. Es braucht Ja. Ich hatte hatte ich dieses Jahr im Frühjahr eine Dame, so eine nette Dame, die mit der ich dann telefoniert habe und sagte Ach, ich trau mich ja irgendwie gar nicht. Aber eigentlich brauche ich unbedingt eine neue Brille und eine Gleitsichtbrille. Also gut, ich trage auch eine. Ich weiß, was die Dinger kosten. Deshalb braucht man ab einem gewissen Alter. Und die Dame war auch schon deutlich über achtzigste Und dann aber so ganz charmant am Telefon sagt Wissen Sie, ich trau mich das eigentlich gar nicht. Also ich. Ich schaffe das jedenfalls so nicht. Und da habe ich gesagt Na ja, aber Sie wollen doch noch am Leben teilnehmen. Ja, sehr gerne. Na, ich sag, dann muss man was sehen. So einfach ist es ja letztendlich. Und dann haben wir zusammen mit der. Also wir haben ja jemand im Vorstand, der für die Schützlinge zuständig ist, haben wir dann eben den Fall besprochen und dann haben wir natürlich geholfen. Also häufig sind es auch manchmal so kleine Einmalhilfen und das ist ja etwas, was man, also was ich ganz viele Menschen nicht vorstellen können, dass vielleicht vier hundert Euro ein Problem sind. Ja, für manchen ist es ein Problem, für manchen eben nicht. Und wenn man aber in einem gewissen Alter ist, wo man sagt okay, das kann ich mir, selbst wenn ich so sparsam lebe, wie ich bin, brauche ich da drei Jahre, bis ich mir das zusammengespart habe. Dann habe ich damit Anfang der achtziger Jahre eigentlich keine Chance mehr, das sinnvoll zu lösen. Und dann ist es schön, wenn wir da völlig unkompliziert sagen können Okay, das übernehmen wir. Schicken Sie uns die Rechnung und gehen Sie mit. Gehen Sie einfach mit wachen und guten Augen weiter. Noch selbstbestimmt in ein gutes Leben, so es denn möglich ist.

Helen
Ich Ja, das.

Carola Markwa
Ist so das was, was man ja eigentlich jedem Menschen wünscht. Also wenn wir schon alle alt werden, was schön ist, manchmal anstrengend ist, aber auch schön ist, dann finde ich, ist es schon. So lange es geht, sollte man es gut und aktiv erleben können. Eben. Und wenn wir.

Helen
Dazu.

Carola Markwa
Beitragen können, dann, ja dann ist das einfach. Ich finde der beste Job in einer Rente, die man sich wünschen kann, auch wenn es viel mehr Zeit kostet als gedacht. Aber das macht wirklich große Freude. Ja.

Helen
Ja, das ist irgendwie. Das kann ich mir auch richtig gut vorstellen, weil man halt wirklich so konkret was tut.

Carola Markwa
Ja.

Helen
Ich habe zum Beispiel mal bei der DKMS gearbeitet, deutsche Spenderdatei. Und ich glaube, je nachdem wo man da sitzt, ist man halt auch weiter weg von dem guten Zweck. Wenn man natürlich irgendwie diese so tatsächlichen Spendenaktionen hat, ist man krass nah dran, weil die Leute ja auch meistens für eine konkrete Person da hinkommen. Und woanders ist es dann irgendwie vielleicht schon so ein bisschen abstrakter, aber ich war im Fundraising bei denen, also eigentlich bei diesen minimalen Spenden, die kaum einen Unterschied machen. Aber das war so schön, weil da halt auch, also da bist du halt auch direkt an den Personen dran. Also da bist du halt mit den Schülern irgendwie zusammen, die den Kuchenverkauf organisieren oder irgendwie so und ich. Also das hat mir auch so viel gegeben. So dieses Gefühl. Ich. Also allein schon, dass denen das so viel Freude macht, die haben das Gefühl, hier total viel zu bewirken und ich muss nur irgendwie das zu bewerkstelligen, dass sie das machen können. Ich weiß nicht, Ich. Also ich kann das total gut. Ich glaube, es wäre auch ein Job für mich. Also ich will den auch nicht machen.

Carola Markwa
Bis ich selber mal einen ein bis ich selber zu alt bin sozusagen. Also ich. Für mich ist das ein ein Projekt für einige Jahre, aber auch ein endliches Projekt, weil ich schon finde, dass ich glaube. Also deswegen würde ich mich trotzdem immer ehrenamtlich engagieren. Aber ich glaube schon, dass für diese Aufgabe, speziell für die Geschäftsführung, da sollte man noch nicht so lange in Rente sein und sollte auch einfach wach und frisch und aktiv sein, weil es einfach vielfältige Anforderungen sind, die es da gibt. Insofern reden wir da gerne mal drüber, Helen. Du hast ja noch ein paar Jährchen Zeit und uns wird es auch noch ganz lange geben, gehe ich von aus. Insofern sprechen wir da gerne mal drüber. Und ich glaube, das ist schon ganz wichtig. So wie du das auch sagst Ehrenamtliches Engagement bringt einem selber immer etwas. Also es wird ja immer viel diskutiert, engagiert man sich ehrenamtlich und auch dem Zukunftsparlament kam ja auch die Frage jetzt bin ich so jung im Berufseinstieg? Ja, dann fällt das schwerer. Das glaube ich durchaus auch. Aber irgendwann gibt es die Möglichkeiten, sich ehrenamtlich einzubringen. Und ich persönlich habe viele Jahre auch ehrenamtlich früher für den Börsenverein des Deutschen Buchhandels gearbeitet. Im Sortimenter Ausschuss habe ich mich da eingebracht und ähm, mir war das immer ganz wichtig, weil es viele Informationen sind, die man im Ehrenamt auch immer aus erster Hand bekommt, aber das Wesentliche eigentlich ist Man nimmt für sich selber auch immer etwas mit, man knüpft Kontakte, man lernt Menschen kennen, man hat andere Information. Man hat anderen Zugang, man lernt, Dinge neu und anders zu sehen. Man kann Vorträge hören, die man so vielleicht nie gehört hätte. Also Ehrenamt gibt den Menschen auch etwas wieder zurück. Absolut. Und insofern finde ich es jetzt eben mit mit diesem Eintritt in die Rente auch gut, noch mal mich ehrenamtlich zu engagieren, weil ich es einfach schade fände, wenn ich nicht zurückgeben könnte von dem, was ich auch schon erlebt habe. Positives im Berufsleben, aber auch im familiären Umfeld. Und dann finde ich es einfach gut, wenn man sich engagiert und das tut und für sich selbst davon auch profitiert. Tatsächlich?

Helen
Ja. Na ja, und ich meine, es gibt ja unzählige Orte, wo auch wirklich händeringend Ehrenamtliche gesucht werden. Also wenn man auf der Suche ist nach etwas, was einem vielleicht im Alltag auch mal wieder so eine Sinnhaftigkeit gibt, da gibt es glaube ich genug.

Carola Markwa
Ja, absolut. Absolut. Ja, definitiv. Und ganz vieles davon macht auch, äh, absolut Spaß. Also ich engagiere mich auch noch ehrenamtlich in unserer Gemeinde, im Kirchenvorstand, unserer evangelischen Kirche. Und auch das ist eine hoch spannende und interessante Aufgabe, die ja die mir persönlich auch ganz viel noch mal an Input gibt. Unter anderem habe ich dieses Jahr darüber auch eine Fundraising-Ausbildung gemacht. Ausbildung gemacht. Tatsächlich, weil das bei uns auch eine der Aufgaben ist, für die ich mich interessiere und engagiere. Und davon profitiere ich sowohl jetzt hier für das Sozialwerk als auch für die evangelische Kirche. Also es gibt die vielfältigsten Möglichkeiten, wo man sich einbringen kann und die Menschen sind immer dankbar, wenn, wenn da jemand ist, der mithilft sozusagen.

Helen
Also ja voll und mit so einer Begeisterung dabei ist. Absolut. Wie viele Mitglieder hat das Sozialwerk?

Carola Markwa
Also das Sozialwerk hat jetzt etwas unter drei hundert Mitgliedern. Also Zwei hundert fünfzig plus dreißig. Neu in diesem Jahr. Wir sind so bei knapp zwei hundert achtzig. In den Hochzeiten waren es mal um die fünf hundert. Also ich habe mal so ein bisschen nachgeschaut, aber es ist natürlich schon immer sehr unterschiedlich, wie, wie aktiv man auch in Mitgliederwerbung geht. Das muss man auch sagen, weil natürlich, wenn jemand Mitglied ist, dann bleibt er auch meistens, der geht nicht nach einem Jahr wieder raus oder so, aber man muss sich einfach immer wieder in Erinnerung bringen, weil ja auch handelnde Personen wechseln. Und ja, so wie du das auch sagst, manche Menschen einfach auch noch nie von uns gehört hatten. Tatsächlich. Also da ist es ganz selbstverständlich. Ach ja, da gibt es das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels. Aber dann gibt es auch ganz viele Menschen, die sagen Ach ja, ach so, weiß ich nicht, habe ich noch nie gehört oder ist mir noch nie begegnet. Was machen Sie denn eigentlich ganz konkret so? Also insofern muss man da immer wieder am Ball bleiben und aktiv werben. Und wir leben eben einmal von den Mitgliedsgebühren, die aber. Also bei uns kann man ab fünfzig Jahre, ab fünfzig Entschuldigung, fünfzig Euro Mitgliedsbeitrag nicht mehr. Man muss.

Helen
Dabei bleiben.

Carola Markwa
Nein, man muss nicht dabei sein und auch nicht fünfzig Jahre alt sein. Aber man ist mit fünfzig Euro Mitgliedsbeitrag dabei und darf natürlich aber auch ein Vielfaches dessen als Mitgliedsbeitrag zahlen. Aber wir haben natürlich auch ganz viele Spender. Wir rufen auch aktiv zu Spenden auf. Jetzt, auch jetzt. Ende November, wird im Börsenblatt Gemeinsam mit dem Vorsteher des Börsenvereins wird für das Sozialwerk und für Spenden zu Weihnachten geworben. Natürlich auch. Und wir sind auch ganz aktiv unterwegs. Ich halte es mal in die Höhe. Wir haben da so eine schöne Broschüre.

Helen
Die mir auch mitgegeben.

Carola Markwa
Ja, genau.

Helen
Sieht man dann jetzt leider nicht als als Zuhörerin, aber die können wir vielleicht verlinken, vielleicht.

Carola Markwa
Können wir sie ja hinterher verlinken oder einblenden. Auf jeden Fall. Also darüber kann man Mitglied werden. Oder wir geben einen Link, wo man auch spenden kann. Also wir sind da jedenfalls ganz aktiv. Stimmt. Nur wir beide haben das gesehen. Wir sind ja da im Podcast. Da merkt man, dass ich Laie bin.

Helen
Alles gut. Aber wenn es digital gibt, können wir es gerne verlinken.

Carola Markwa
Da schaue ich mal, was ich dir geben kann. Auf jeden Fall. Und ähm, ja, es gibt eben viele Spendenanlässe, sehr unterschiedliche Anlassspenden. Einmal eine sehr reizende Kollegin hat gerade zu ihrer Rubinhochzeit gefeiert und hat gesammelt. Für uns sehr schön. Es gibt dann aber auch die traurigen Anlässe, was aber auch ganz toll ist, dass eben Kollegen aus der Branche, die versterben, explizit ihre Erben bitten, dass zur Beisetzung für das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels gesammelt wird. Das kommt auch ein paar Mal im Jahr auf jeden Fall vor. Und dann unterschiedlichste Spender. Wir haben Spender, die wirklich jeden Monat Spenden und Spender, die einmal jährlich dann auch einfach so eine Jahresspende machen, Ganz, ganz unterschiedlich. Dann spendet natürlich auch der Börsenverein und seine Wirtschaftstöchter die Landesverbände. Das ist ja eine föderale Struktur. Auch diesem Börsenverein gibt auch die Spenden in jedem Jahr und unterstützen unseren Verein großzügig.

Helen
Ja, da fällt mir gerade was zu ein. Also einerseits bei der DKMS hatten wir auch ein Team, oder? Aber das war ja glaube ich nur ein, zwei Personen, die das mit dem Testament spenden auch bearbeitet haben. Daher kenne ich das. Aber was mir gerade einfällt, ich glaube, das war vielleicht das britische Pendant für die DKMS oder so, Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf die gestoßen bin, aber ich finde so in Großbritannien ist sowieso auch das ganze Charity Thema einfach noch mal viel. Also es ist irgendwie einfach anders und da gibt es auch an jeder Ecke einen Charity Shop, wo man spenden kann und das für wirklich jeden Zweck. Irgendwie das. Da sind gesundheitliche Sachen dabei. Da sind aber auch so Tierheime und solche. Also da kann man irgendwie ganz anders auch noch mal im Alltag ähm spenden. Und auch noch nicht mal dadurch, dass man einfach nur irgendwie Geld gibt, sondern eben zum Beispiel, dass man in einem Charity Shop einkauft. Aber da habe ich das mal gesehen und ich dachte gerade so ähm, das könnte man vielleicht als Idee einfach jetzt übernehmen für alle, die zuhören. Also es gab dann irgendwie so ein Set, das man sich bestellen konnte, das habt ihr jetzt nicht, aber das kann man sich ja auch selber irgendwie zusammenstellen. Das war dann gezielt dafür, dass man den eigenen Geburtstag und andere Anlässe dafür nutzt, um zu sagen Hey, wir feiern das, aber wir. Ähm, also ich meine, da gab’s dann irgendwie, glaube ich Sachen, mit denen man dekorieren konnte oder so, Ich weiß nicht so ganz genau, was da drin war, aber ich fand das irgendwie. Ich fand das so total cool, dass das so, ähm, ja, so hervorgehoben, Also ich. So ist mir das in Deutschland zumindest noch nicht begegnet. Aber dass man halt wirklich sagt Hey, so, also ich habe die Einladungen waren da eingeblendet für den, für den guten Zweck und also es war alles so ein Paket und dass man dann gesagt hat, alle die kommen, geben halt Geld und das schickt man am Ende wieder an die Organisation. Und selbst wenn ihr dieses Geblendete seht, ich habe könnte man sich jetzt überlegen, dass man einfach so eine Party organisiert für Sozialwerk und am Ende irgendwie also so den eigenen Geburtstag oder was auch immer. Es gibt ja ein tausend Anlässe, dass man das wirklich als Spendenparty, sag ich mal.

Carola Markwa
Nutzt. Auf jeden Fall.

Helen
Also das ist nicht so verbreitet, habe ich das Gefühl hier.

Carola Markwa
Ne? Ja, ich glaube auch. Also wir haben eine andere. Ich glaube, wir haben eine andere Spender Spendenmentalität. Warum kann ich jetzt eigentlich auch nicht so genau sagen. Aber nein, das wird schon anders eigentlich Gehandhabt. Aber wir stellen eben das haben wir jetzt für die Kollegin, die da freundlicherweise ihre Rubinhochzeit genutzt hat. Die hat dann von uns einen QR Code bekommen und der war dann auf den Einladungen und auf den Tischkarten und hat eben für uns und auch für einen anderen kulturellen Zweck gesammelt. Und die Menschen haben dann über das Handy relativ unkompliziert sagen können, welche Summe sie spenden mögen. Und das funktioniert mittlerweile wirklich auch gut und bringt ja, das ist auch so ein bisschen spielerisches Element. Wenn man das mit dem Handy macht, macht auch Laune, das einfach so zu tun. Aber da sind wir, glaube ich, noch in den Anfängen. Aber jede kreative Idee. Also ich weiß, jetzt gerade hat mir eine Buchhändlerin eine Spende in bar übergeben. In der Buchhandlung wird natürlich alles ganz toll als Geschenk verpackt, aber immer mit dem Wunsch, doch für einen guten Zweck zu spenden. Und wir spenden hier für das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels. Und dann kommt da Das.

Helen
Ist ja auch.

Carola Markwa
eine schöne Idee zusammen. Dann habe ich eine andere Buchhändlerin, die verkauft. Dann einmal im Jahr macht sie dann mal so Lesepakete, also Leseexemplar Pakete. Die Buchhändler werden ja mit Leseexemplaren unterstützt. Und Buchpodcaster ja, glaube ich im Regelfall auch erhalten viel von Verlagen und die Buchhändlerin macht das sammelt dann meistens mal so ein Jahr lang oder anderthalb Jahre lang und dann macht sie mal so einen Flohmarkt, dann wird es verkauft und das auch eben alles für den guten Zweck und das wird dann an uns überwiesen. Also da gibt es schon viele kreative Ideen auch, aber eher im Kleinen und eher nicht so selbstverständlich. Das ist glaube ich, wahrscheinlich in Großbritannien oder auch in den USA glaube ich, ganz anders sozialisiert und auch verbreitet, glaube ich. Ja.

Helen
Ja, also irgendwie ist mir die das wieder eingefallen, weil ich damals ich glaube, ich hatte mir sogar dieses Set auch bestellt. Ich weiß gar nicht ganz genau. Ich fand es auf jeden Fall total faszinierend. Und jetzt, wo ich so drüber nachdenke, das sind ja wahrscheinlich irgendwie zehn Jahre Mindestens Mal her ist mir das nie wieder. Vor allen Dingen nicht in Deutschland begegnet. Und ich denke so warum eigentlich nicht? Schöne Idee. Es kostet jetzt auch nicht so wahnsinnig viel, aber vielleicht macht es dann einfach mit einem Link, wenn dir die Podcastfolge gehört hat, gefallen hat und du hast sie gehört, dann gehen wir auf den Link in den ShowNotes und spende an Sozialwerk.

Carola Markwa
Da würden wir uns riesig freuen. Ja, das wäre wunderbar. Das wäre super.

Helen
Ja, bist du denn selber auch Leserin?

Carola Markwa
Also ja. Ja, Tatsächlich? Ja, natürlich. Also, mein Weg in der Buchbranche kommt aus dem Handel. Ursprünglich. Also, ich habe meine Ausbildung tatsächlich im klassischen Warenhaus gemacht. Ich habe lange Jahre bei Karstadt gearbeitet und habe mal ganz zum Schluss bis zwei tausend drei für fast zehn Jahre den Bucheinkauf der Karstadt und Hertie Buchabteilung mal verantwortet und gesteuert. Aber so nach langen Jahren eines unterschiedlichen Karrierewegs und habe dann auch für mehrere Buchhandelsunternehmen noch gearbeitet, dann eben auch für den Börsenverein. Und tatsächlich hat mich mein Berufsweg dahin geführt, weil ich immer schon gerne und viel gelesen habe und als Kind so klassisch, ja unentwegt in der Stadtbibliothek oder bei uns hieß die Stadtbücherei. Wir waren nur so eine kleine Stadt, da hieß das nicht Bibliothek. Und da war ich eigentlich Dauergast. So sehr, dass meine Mutter mich dann manchmal abgefragt hat, weil sie sich eigentlich nicht vorstellen konnte, dass ich die fünf Bücher, die ich dann nach einer Woche wieder hin brachte, auch irgendwie durchgelesen hatte, sozusagen. Also das verändert sich ja dann im Laufe des Lebens. Aber ja, tatsächlich, ich lese immer noch gerne, aber ich bin eine hartnäckige Krimileserin, das gebe ich ganz ehrlich zu. Immer gegen. Auch gegen alle Trends sozusagen. Ich lese nicht so sehr Krimis mit regionalem Bezug oder so, mich interessiert eher britische oder amerikanische oder auch gerne skandinavische Autoren natürlich. Wie geht es Ihnen mit Ihrer neuen Winterserie? Die finde ich ganz cool, die Åre-Morde. Die kann man gut lesen. Also da gibt es die unterschiedlichsten. Ich bin da ganz breit aufgestellt, aber es geht eher um Spannung und Krimi. Ich gebe es ehrlich zu.

Helen
Ja, aber ich meine fair enough. Ich habe das auch richtig lange supergerne gelesen, aber irgendwie. Ich habe manchmal dann noch so eine Phase eher, wenn ich so eine Leseflaute habe, dann denke ich probiere es noch mal mit einem Krimi weniger. Aber so Thriller habe ich gelesen. Aber irgendwie weiß ich nicht. Das kriegt mich einfach nicht mehr so richtig. Ich weiß gar nicht so genau, woran das liegt, aber wahrscheinlich ändern sich da auch einfach. Ich glaube.

Carola Markwa
Da könnte ich auch Vorlieben ändern. Ja, also wenn wir was anderes Gutes begegnet. Also da freue ich mich immer über Kollegen. Tipps tatsächlich dann auch aus der Belletristik gute Tipps geben. Dann gibt es auch viele andere tolle Bücher, die mich interessieren. Aber ich bin nicht so der ganz literarische Leser, das gebe ich ganz offen zu. Sondern ich möchte mich einfach, wenn ich lese, einfach gut unterhalten. Oder? Oder einfach eine spannende Geschichte entdecken sozusagen. Das finde ich eben auch total spannend. Und das Buch, was ich eigentlich die letzten Jahre, also schon schon mehrere Jahre alt ist, was ich aber toll als Buch fand oder klasse berührend fand, mehrfach schon verschenkt habe, ist »Gute Geister«. Ähm, ja, ist ja auch wirklich toll verfilmt worden. Ähm.

Helen
Ich glaube, wir hatten das sogar mal in der Auswahl. Aber es ist schon sehr, sehr lange her. Es hat aber nicht gewonnen.

Carola Markwa
Ach, schade. Lohnt sich wirklich zu lesen. Kathryn Stockett ist die Autorin und ist, ich glaube zwei tausend zwei oder zwei tausend drei erschienen. Oder fünf. Irgendwie so in dem Dreh muss es gewesen sein. Und, ähm, das ist mir damals eher zufällig in die Hände gefallen. Und ich weiß, dass wir das dann aber auch in dem Weihnachtsgeschäft, als es damals Gebundene rauskam. Wirklich super damals in unserer Buchhandlung verkauft haben, eben aufgrund der persönlichen Empfehlung. Das ist ja immer die Stärke des unabhängigen Buchhandels, die persönlichen Leseempfehlungen zu geben. Das gibt es ja nun schon viele Jahre. Auch als Taschenbuch ist ja kurz danach, ich glaube zwei oder drei Jahre später auch wirklich verfilmt worden. Ganz toll. Und das habe ich schon mehrfach verschenkt. Immer noch, weil ich finde, es hat, das ist so eine zeitlose, tolle Geschichte von starken Frauen, die, die ihr Leben eben ganz anders meistern Und mit dieser Problematik im amerikanischen Süden, mit Rassismus und diesen Dingen aus den sechziger Jahren hat so ein Ja, ich finde Aktualität finde ich gerade in der jetzigen Zeit gar nichts verloren, finde ich. Es ist so ein Buch, was mich damals, als ich es gelesen habe, irgendwie sehr, sehr beeindruckt hat und was ich jetzt immer wieder noch mal verschenke, weil es gerät so ein bisschen in Vergessenheit, wie das immer so ist. Es erscheinen ja so viele neue Bücher, aber ich finde, es ist einfach ein Buch, Das muss man gelesen haben.

Helen
Ja, ja, für Buchtipps sind wir hier ja immer zu haben.

Carola Markwa
Ja, das denke ich mir.

Helen
Aber du musst, glaube ich, auch noch mal sagen, wie diese Krimireihe hieß, die du eben genannt hast. Ich kenne die nicht.

Carola Markwa
Ach so, das ist. Die Autorin ist Viveca Sten. Das ist eine skandinavische Autorin, die ist im läuft verfilmt. Auch Mord im Mittsommer ist vielleicht den Menschen bekannt. Das sind Mordfälle, die immer entsandt haben. Spielen in Schweden und dort immer im Sommer, spielen das immer Schöne, sind immer schöne Sommeraufnahmen sozusagen. Und ich glaube, vor ihr, ich glaube, jetzt ist Band vier gerade rausgekommen, habe ich irgendwie gesehen. Von vor drei oder vier Jahren ist der erste Krimi herausgekommen von ihr, der im Winter spielt und spielt in einem typischen schwedischen Skigebiet mit einer interessanten Kommissarin, die gerade eine Scheidung durchlebt und die Wohnung verliert und dann in dieses Skigebiet versetzt wird, wo ihre Schwester eine eine Ferienwohnung hat. Und diese Krimis sind einfach toll zu lesen. Ich Ich müsste jetzt leider nachgucken, wie ich kann. Die Autorin sagen, Ich kann dir gleich sagen, wie der Krimi heißt. Ich habe die Verfilmung noch nicht gesehen. Die ersten beiden Bücher sind aber schon auf Netflix verfilmt worden. Habe ich gesehen.

Helen
Sehr schnell.

Carola Markwa
Sehr schnell sogar. Ähm, ich.

Helen
Bin wieder mal. Ich lebe unter einem. Nee, ich lebe hinterm Mond. Heißt auf Deutsch weil auf Englisch ist Living under Rock irgendwie. Aber ich glaube, das lässt sich nicht übersetzen.

Carola Markwa
Die Ermittlerin heißt Hanna Ahlander.

Helen
Also kenne ich tatsächlich interessante Reihe.

Carola Markwa
Wirklich eine tolle. Also ich fand die die Kommissarin einfach irgendwie faszinierend. So. Und ich fand eben, dass die. Also ja, neben dem reinen Krimiplot. Letztendlich fand ich es einfach spannend, wie die Menschen dort geschildert sind, aber auch wie diese Natur dort ist, mit Eis und Schnee und ähm, es hat mir irgendwie. Also es hat mir gefallen, muss ich sagen. Ich habe Band eins und Band zwei noch gelesen, aber mittlerweile gibt es Band drei und Band vier, da bin ich auch noch nicht dazu gekommen. Also ich schaffe es dann auch.

Helen
Nicht die Weihnachtsauszeit dann.

Carola Markwa
Ja, ich hoffe, ich hoffe dann noch mal reinzuschauen. Auf jeden Fall.

Helen
Ja, danke auf jeden Fall für für die Buchtipps. Dafür sind wir immer offen. Und danke auch. Vor allen Dingen, dass du uns ein bisschen Einblick gegeben hast in deine Arbeit, in das, was das Sozialwerk macht. Vielleicht haben wir ja neue Mitglieder jetzt überzeugt oder neue Spenderinnen bin ich auf jeden Fall auch gespannt auf die auf die Rückmeldung. Und ich würde sagen, wir trinken Wasser und Tee jetzt zu Ende. Für dich geht es nämlich ja auch bald in den Urlaub und da ist wahrscheinlich auch noch einiges vorzubereiten. Deswegen noch mal extra Danke, dass du dir davor auch jetzt die Zeit genommen hast und uns aufgeklärt hast.

Carola Markwa
Sehr gerne! Danke dir für deine Zeit und für diese herzliche Einladung. Es hat mir große Freude gemacht. Ganz toll.

Helen
Ich finde es einfach irgendwie mal spannend, so ein bisschen was anderes zu zu erfahren, auch aus der Buchbranche. Bin gespannt, wie viele Leute sagen ich habe noch nie vom Sozialwerk gehört. Ja.

Carola Markwa
Das werden viele sein.

Helen
Deswegen danke dir Und tschüss an alle, die zugehört haben.

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