Startseite › Podcast › Roman statt Autobiografie
Podcast · Folge 146
Zwanzig Kapitel, zwanzig Gedichte
Sarah Lorenz über ihren Debütroman »Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken« – warum ein Roman und keine Autobiografie, und wie Mascha Kaléko ins Buch kam
Elisa erzählt ihr Leben – im Zug, in wenigen Stunden, entlang von Gedichten Mascha Kalékos. Wie viel davon ist Sarah Lorenz selbst? Zum Abschluss unserer Leserunde haben wir sie das gefragt, und noch einiges mehr: über den Weg vom Twitteraccount zum Verlagsvertrag, über den Titel und darüber, was das Schreiben mit ihr gemacht hat.
Sarah Lorenz
Autorin, Buchhändlerin, Sozialarbeiterin
Geboren 1984 in Eckernförde, lebt und schreibt sie in St. Pauli. Gelernt hat sie Buchhandel, studiert hat sie spät noch Soziale Arbeit. Seit 2023 schreibt sie für die taz, wo unter anderem ihre Kolumne »PMS-Ultras« erschien. Ihr Debütroman »Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken« erschien im März 2025 bei Rowohlt. Im Netz ist sie als buchischnubbel unterwegs.
Foto: Charlotte Schreiber
Achtzig Prozent – und trotzdem ein Roman
Die Frage, die in der Community am häufigsten gestellt wurde, lautete in vielen Varianten immer dasselbe: Wie viel Sarah steckt in Elisa? Ihre Antwort: »schon so achtzig Prozent«. Aber auch bei diesen achtzig Prozent sei fiktionalisiert worden – vereinfacht, verändert, und zwar so, dass niemand darin zu erkennen ist. »Das ist ja das Wichtigste, wenn man so was schreibt.«
Warum dann ein Roman und keine Autobiografie? Zum einen, sagt sie, wäre es »Autobiographie einer unbekannten Frau« gewesen. Zum anderen ginge es formal nicht auf: Wenn sie schreibt, das war so und so, dann müsste es für sie auch wirklich stimmen – und das tut es an manchen Stellen eben nicht. »Es ist ja so eine fiktionalisierte Version meines Lebens.«
Dass diese Frage überhaupt so oft kommt, führt sie auf zwei Dinge zurück: auf ihre sehr offene Präsenz bei Instagram, die die Hemmschwelle senkt – und darauf, dass sie eine Autorin ist. Sie verweist auf Kathrin Weßling, die das aufregt, weil ihr das Gefühl bleibt, ihr werde nicht zugetraut, sich etwas auszudenken.
Männer, sagt sie, bekämen relativ schnell einen gewissen Geniestatus zugesprochen. Frauen dagegen die Rückfrage, ob sie da mal ein bisschen therapeutisches Schreiben gemacht hätten.
Wie Mascha Kaléko ins Buch kam
Angefangen hat alles bei Twitter. Als die Pandemie begann, fing sie an zu twittern und erzählte Anekdoten aus ihrem Leben; irgendwann sagten Leute, sie solle doch ein Buch schreiben. Kathrin Weßling zeigte eine Seite von ihr ihrer eigenen Lektorin – die fand sie gut. Eine Freundin sagte: Du brauchst eine Agentur. Und die Agentin kannte ihren Account bereits.
Der erste Plan war ein Briefroman: Elisa erzählt ihr Leben einer Brieffreundin. Dass Mascha Kaléko hinzukam, ging auf eine Praktikantin der Agentur zurück, die aus den Gesprächen mitbekommen hatte, was für ein großer Kaléko-Fan Sarah Lorenz ist – und fragte, ob die beiden sich nicht an einem Abend zu Ehren Mascha Kalékos kennengelernt haben könnten. Von da an lag es nahe: Sie schreiben sich Gedichte, und von den Gedichten aus wird das Leben erzählt.
Die Reihenfolge war dabei umgekehrt, als viele vermuten. Im Exposé standen schon die zwanzig Kapitel – noch ungeschrieben, aber inhaltlich festgelegt. Erst danach hat sie die passenden Gedichte gesucht. In jedem Kapitel bezieht sie sich immer wieder kurz auf das Gedicht oder greift einzelne Wörter daraus auf. »Mein Gehirn funktioniert sehr assoziativ«, sagt sie – aus einem Wort werde eine Kette, und daraus kämen die Sätze.
Die Briefform blieb nicht: Ihre Lektorin mochte Briefromane nicht besonders, glaubte aber an den Text. Aus dem Nachdenken darüber entstand der Rahmen mit dem Zug – Elisa erzählt in wenigen Stunden ihr ganzes Leben.
Der Titel kam aus dem Kapitel über den Tod
Der Arbeitstitel war eine Zeile aus einem Gedicht Mascha Kalékos. Dann schrieb sie das Kapitel über den Tod, und darin stand der Satz: Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken, zückt den Kalender. Sie schickte ihn sofort ans Lektorat – und hatte kurz Sorge, das könnte nach einem ganz anderen Buch klingen. Heute mag sie ihn sehr: Das Verspielte, das Elisa auch hat, ist darin, und zugleich ist klar, dass etwas Trauriges vorkommt. »Sonst würde man ja nicht den Himmel schon erwähnen.«
Was Lyrik in einem Roman bewirkt
In der Leserunde war das der am häufigsten genannte Effekt: Viele kannten Mascha Kaléko vorher nicht, manche lesen sonst keine Gedichte – und haben sich nach dem Buch einen Gedichtband gekauft oder können es sich zumindest vorstellen. Sarah Lorenz beobachtet das auch bei ihren Lesungen, in beide Richtungen: Manche kommen über Kaléko zum Roman und lesen dann eine Geschichte, die sie sonst nicht gelesen hätten.
Wer bei den Lesungen sitzt, hat sie selbst überrascht. Als gelernte Buchhändlerin hat sie beim Schreiben versucht, sich das Publikum vorzustellen. Die jüngste Zuhörerin war sechzehn, die älteste Leserin einundneunzig.
Ein Jahr schreiben, anderthalb bis zum Druck
Geschrieben hat sie rund ein Jahr – nebenher lief das Studium mit einem Praktikum und die taz-Kolumne. Danach ist es aber nicht vorbei: lektorieren, Fahnen, Korrekturen. Bis das Buch in den Druck ging, waren es anderthalb Jahre. 224 Seiten.
Ob das Schreiben schmerzhaft war? Nein, sagt sie – sie habe so viele Therapien gemacht und diese Erlebnisse so oft besprochen, dass es beim Aufschreiben nicht schlimm für sie war. Etwas anderes hat sie dabei aber gemerkt: Ist der Text einmal da, wird das Aufgeschriebene zu einem Arbeitsinstrument. Man sitzt nicht jedes Mal davor und durchlebt es neu, man arbeitet damit.
Ich sag eigentlich immer, es hat keinen therapeutischen Mehrwert für mich gehabt, aber das vielleicht schon, dass man manchmal Worte für etwas findet, wo man eigentlich dachte, man findet keinen.Sarah Lorenz
Und noch etwas hat sich verschoben. Vor ihrer ersten Lesung wäre sie am liebsten weggerannt; inzwischen macht es ihr großen Spaß, besonders das Signieren danach – »eine sehr krasse Verbundenheit, die man so ein, zwei Minuten mit den Menschen da hat«. Unsicher sei sie weiterhin, sagt sie, aber ihr Fundament sei fester geworden.
Das Buch der Leserunde
»Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken« haben wir im Januar und Februar 2026 gemeinsam gelesen – 76 Mädels waren dabei.
Was als Nächstes kommt
Am 2. März 2026 ist eine Erzählung von ihr in einem Schuber des Lampe Verlags erschienen: »Niemand ohne das Meer«, aus der Sicht eines Kindes geschrieben und nicht autofiktional. Der Band heißt »Ebbe & Flut« und versammelt vier Erzählungen.
Und dann ist da der zweite Roman. Er erscheint wieder bei Rowohlt, geplant für das Frühjahr 2027, und enthält nichts Biografisches. Ein Kiosk wird eine große Rolle spielen; die Themen sind Freundschaft, Einsamkeit und die Frage, wo man Verbundenheit findet. Was sie an Kiosken interessiert, ist genau das: dass die unterschiedlichsten Menschen dort zusammenkommen und für einen kurzen Moment ein Gefühl von Verbundenheit entsteht – das sich fortsetzt. Oder auch nicht.
Die ganze Folge hören
Bücher aus dieser Folge
Drei Titel, die im Gespräch vorkamen.
Das lyrische Stenogrammheft
Mascha Kaléko
Ein Einstieg in die Lyrikerin, um deren Gedichte der Roman gebaut ist.
Sonnenhang
Kathrin Weßling
Von der Autorin, über die im Gespräch gesprochen wurde – ihr jüngster Roman.
Ebbe & Flut
Sarah Lorenz u. a.
Der Schuber mit vier Erzählungen – darin ihre »Niemand ohne das Meer«.
*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.
Häufige Fragen
Worum geht es in »Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken«?
Elisa erzählt ihr Leben – in einem Zug, in wenigen Stunden, entlang von Gedichten Mascha Kalékos. Der Roman von Sarah Lorenz erschien im März 2025 bei Rowohlt und hat 224 Seiten.
Ist der Roman autobiografisch?
Zu etwa achtzig Prozent, sagt Sarah Lorenz selbst – aber auch dieser Anteil ist fiktionalisiert: vereinfacht, verändert und so geschrieben, dass niemand darin zu erkennen ist. Eine Autobiografie ist es deshalb ausdrücklich nicht.
Wie kam Mascha Kaléko in den Roman?
Ursprünglich war ein Briefroman geplant. Eine Praktikantin der Literaturagentur hatte mitbekommen, wie sehr Sarah Lorenz Mascha Kaléko schätzt, und schlug vor, die Figuren könnten sich an einem Abend zu Ehren der Dichterin kennengelernt haben. Daraus wurde die Konstruktion, dass sie sich Gedichte schreiben und von diesen aus das Leben erzählt wird.
Wie lange hat sie an dem Buch geschrieben?
Rund ein Jahr, neben Studium, Praktikum und ihrer taz-Kolumne. Mit Lektorat, Korrekturen und Fahnen vergingen bis zum Druck insgesamt etwa anderthalb Jahre.
Gibt es ein neues Buch von Sarah Lorenz?
Am 2. März 2026 ist ihre Erzählung »Niemand ohne das Meer« im Schuber »Ebbe & Flut« des Lampe Verlags erschienen, zusammen mit drei weiteren Erzählungen. Ihr zweiter Roman ist für das Frühjahr 2027 bei Rowohlt geplant – ohne biografischen Bezug, mit einem Kiosk im Zentrum und den Themen Freundschaft, Einsamkeit und Verbundenheit.
Das ganze Gespräch zum Nachlesen
Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, maßgeblich ist die Aufnahme. Intro und Abspann sind herausgenommen.
Helen
Herzlich willkommen Sarah. Ich freue mich sehr heute mit dir über dein Buch, aber irgendwie auch unser Buch mit dir. Da möchte ich im Himmel Kaffee trinken sprechen. Bevor wir damit starten, habe ich aber noch zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?
Sarah
Wir sind in meinem kleinen Zimmer. Es ist wirklich klein. Ich kann immer nicht so gut Quadratmeter abschätzen. Aber ich muss es ja für die Steuer. Ich weiß es nicht. Sagen wir mal, fünf oder sechs Quadratmeter. Ich habe jetzt nicht vor, noch mal nachgeguckt. Es ist rosa gestrichen. In dem Zimmer hängen ganz viele Bilderrahmen, in denen immer so Postkarten sind, die alle irgendwie mit Büchern zu tun haben. Es sind Buchhandlungen oder Tierchen, die lesen. Oder Autorinnen. Genau. Und ich habe. Neben mir steht ein Bücher ist ein Bücherregal. Und in dem sind tatsächlich auch Bücher über Bücher oder über Schreiben und so und auch mein Buch genau ist da und. Ja, was habe ich denn noch? Ich muss auch aufräumen, weil ich war irgendwie einen Tag, eine Nacht nicht da und habe ganz viel Post Bücher bekommen. Also wir sind in einem Zimmer, in dem sehr viel mit Büchern zu tun hat und ich habe so Strickzeug vor mir. Ich kann eigentlich nur linke Maschen, glaube ich, und stricke immer so ein Schal. Und dann mache ich ihn wieder auf und stricke weiter, weil ich immer beim Reden oder Fernsehen was mit meinen Händen machen muss. Und das ist sehr beruhigend. Und ich trinke leider entkoffeinierten Kaffee. Ich vertrage mit meinen ADHS Medikamenten nicht mehr so gut Coffein und deshalb trinke ich entkoffeinierten Kaffee mit Milch und einem Teelöffel Zucker nicht Esslöffel. Auf der Tasse ist ein Hamster. Es gab mal so vor zwei Jahren oder so diesen melancholischen Hamster, der überall durchs Internet gegangen und habe.
Helen
Ich glaube ich verpasst.
Sarah
Du kennst den melancholischen Hamster nicht. Ich muss mal gucken. Siehst du die Tasse? Ja, das ist der melancholische Hamster mit der rosa Schleife im Haar. Und da steht offizielle Kaffeetasse, Kaffeetasse von Burri drauf. Hat mir eine Freundin geschenkt.
Helen
Ja, cool.
Sarah
Und eine Kerze brennt. Das habe ich so seit ein paar Wochen als Ritual, das ich mir immer dann am Schreibtisch gemacht. Das finde ich irgendwie schön. Vor allem jetzt in der Winterzeit. Und eine Wärmflasche habe ich auch noch am Bauch. Ja.
Helen
Das klingt irgendwie voll gemütlich. Ich habe tatsächlich mir auch. Also das mache ich in den letzten Wochen auch immer, dass ich mir eine Kerze anmache. Ich finde es irgendwie weiß ich nicht so der Winter Vibe. Deswegen klingt alles richtig gut, würde ich sagen. Stoßen wir einmal an Ich bin ja irgendwie nicht ganz so entkoffeinierter Kaffee Fan, muss ich gestehen. Für mich ist Kaffee. Also dann würde ich glaube ich eher einfach keinen trinken. So bin ich dann.
Sarah
Hast du schon mal einen Kaffee getrunken?
Helen
Nee, aber. Also, mir ist Kaffee einfach nicht so wichtig.
Sarah
Ach so, ja. Gut, dann da. Dann brauchen wir ja das Gespräch gar nicht.
Helen
Dann können wir jetzt hier abbrechen.
Sarah
Nein, aber das Gespräch über Kaffee. Bei mir ist Kaffee unglaublich wichtig und ich gehe auch gerne in Cafes. Und das gehört eigentlich auch echt zu meinem Alltag, so dass ich ins Cafe gehe. Und ich liebe das einfach, auch wenn es nur fünf Minuten sind, die ich kurz da sitze und so die Atmosphäre schnuppere. Aber ja und ja. Deshalb musste ich eine Lösung finden. Und Tee ist nicht das. Was? Also nein, ich brauche Kaffee.
Helen
Ja, für mich ist Tee. Also, bevor ich. Also, wenn ich mich für eins entscheiden würde, würde ich immer Tee nehmen. Also auch nur schwarzen Tee mit Milch. Aber. Also ich bin da jetzt auch nicht super flexibel bei Tee, Aber bevor ich Kaffee nehme, immer Tee. Aber okay. Ich lasse mich darauf ein. Auf das Experiment.
Sarah
Eins muss ich noch sagen zu der Cafete causa. Also wenn ich ins Cafe gehen und dann. Also wenn man sich so einen frischen Tee bestellt, so mit Minze, Ingwer, Zitrone, okay, aber ich zahle doch nicht für null Komma zwei Liter heißes Wasser und ein Teebeutelchen also. Und dann zahle ich da irgendwie drei Euro für. Da könnte ich mich dann zwei Tage drüber aufregen.
Helen
Ja.
Sarah
Ja.
Helen
Ja. Ich muss gestehen, wenn ich im Cafe bin, trinke ich glaube ich auch eher Kaffee. Ich bin auch sehr großer Kaffee, also Kaffeefan. Aber ich hätte jetzt auch kein Problem. Also wenn ich in England bin, bestelle ich mir auch, glaube ich immer eher Tee. Tatsächlich im Cafe. Witzig, wie wir wahrscheinlich eine ganze Folge damit füllen könnten.
Sarah
Noch eine letzte Frage, aber wirklich die letzte. Das wird aber in England wahrscheinlich eher so ein bisschen zeremoniell aufbereitet, oder? Oder? Da kriegst du ja nicht einfach.
Helen
Nur so gar nicht. Also tatsächlich gar nicht. Für mich ist das so ein Wohlfühl. Wahrscheinlich genauso wie für dich Kaffee. Für mich ist das so richtig auch ein bisschen so zu Hause und. Es gibt mir so eine gewisse Sicherheit. Klingt so ein bisschen albern, aber irgendwie. Ich also auch Wenn es mir schlecht geht, brauche ich erst mal Tee.
Sarah
Eigentlich klingt es gar nicht albern, weil ich meine, die Dinge, die uns Sicherheit geben, sind ja meistens eher Kleinigkeiten oder eine Ansammlung von Kleinigkeiten und man sagt ja auch nicht umsonst. Also habe ich letztens auch erst in einem Podcast darf ich auch für andere Podcast Werbung machen?
Helen
Ja, auf jeden Fall.
Sarah
In dem Podcast Gehirnerschütterung, den ich sehr gerne höre, da ist eine Psychologin und eine Sängerin ist es genau, die da zusammen eben immer ja über psychologische Themen sprechen. Und da die Psychologin gesagt ja auch privat, fragt sie dann immer, wenn es Leuten schlecht geht, eben erstmal warmen Tee trinken. Und in meinem neuen Buch zum Beispiel sagt die eine immer erstmal ein Käffchen und sagt, dass das so ein Satz ist, der sich wie eine Umarmung anfühlt. Und das ist ja jetzt auch. Da ist es dann schon egal, ob jetzt Kaffee oder Tee. Nicht ganz, aber sagen wir mal, es ist egal. Ja.
Helen
Ja, fühle ich voll. Also ich brauche das irgendwie auch, also kann ich Das finde ich sehr spannend Über dein nächstes Buch würde ich sagen. Das stell ich mir vielleicht noch ein bisschen zurück, aber es ist natürlich ein richtig guter Teaser. Also wir haben jetzt quasi zum Zeitpunkt der Aufnahme gestern dein Buch beendet mit der Buchbesprechung. Das Fazit hatten wir, glaube ich am Tag davor und haben das jetzt weiß ich gar nicht so einen Monat ungefähr gelesen aus allen möglichen Perspektiven beleuchtet. Wir haben ja immer Wir hatten Post zu dir, wir hatten Post zum Cover, zu den Gedichten, zu Mascha Kaléko hatten wir einen Post, also alles Mögliche und dann natürlich die Leseabschnitte und gestern die Buchbesprechung. Und ich habe ein bisschen Fragen daraus mitgenommen aus der Buchbesprechung. Und auch wir hatten das in der Story geteilt, dass man Fragen schicken kann. Da sind erstaunlich viele auch geschickt worden. Ich dachte, vielleicht fangen wir mit einem Punkt an, der am aller allerhäufigsten genannt wurde, In den Fragen kam.
Sarah
Ich komme bestimmt nicht darauf, was der Punkt ist. Ja.
Helen
Ich nehme auch an, dass dir die Frage sehr häufig gestellt wird. Also es ist unterschiedlich, wie es formuliert wurde, aber es war im Grunde wie viel Sarah steckt in Elisa? Also wie viel davon ist dir tatsächlich passiert?
Sarah
Genau. Also ich würde sagen schon so achtzig Prozent. Aber auch bei den achtzig Prozent tatsächlich tatsächlichen Anteil habe ich natürlich die Sachen trotzdem auch noch mal fiktionalisiert. Also es ist schon sehr, also es ist schon mein Leben, aber es wurden auch Sachen wirklich einfach verändert, auch vereinfacht natürlich und manches einfach auch sehr verändert und auf jeden Fall so, dass man niemanden erkennen kann. Also das ist, das ist ja das Wichtigste, wenn man so was schreibt.
Helen
Und eine Sache, über die wir da gestern auch gesprochen haben, war, warum es ein Roman. Dann ist. Und Also wir hatten so verschiedene Theorien. Einerseits hatte ich zum Beispiel letztes Jahr irgendwie ein Gespräch mit jemandem mit einer Lektorin, die mich gefragt hatte, ob ich was schreiben möchte, und irgendwie habe ich so ein bisschen Ich habe. Ich habe halt hin und her überlegt und ich dachte so okay, ich habe wahrscheinlich schon ein bisschen was zu erzählen. Aber sie meinte, im Grunde wäre die Voraussetzung, dass ich als Roman schreibe, weil solange ich jetzt nicht super berühmt bin, interessiert niemanden meine Geschichte. Und dann habe ich gedacht, das könnte natürlich ein Grund irgendwie sein. Aber wir hatten auch überlegt, ob es vielleicht auch leichter ist, das zu schreiben, weil es ja schon auch ich, also ich. Das fände ich halt total spannend, von dir auch zu hören. Wie war für dich auch der Schreibprozess, weil du damit ja auch Dinge irgendwie noch mal hervorholst, die bestimmt auch nicht nur leicht und schmerzfrei für dich waren. Also gut. Das sind dreißig tausend Fragen in einer. Im Grunde die Kernfrage Warum hast du dich für einen Roman entschieden?
Sarah
Ja, also ich glaube, es gibt ganz schön viele Romane, bei denen man nicht denkt, dass die irgendwie eigentlich auf. Also relativ deckungsgleich mit dem Leben der Autoren sind. Und ich glaube, bei mir wird es halt natürlich auch häufiger gefragt, weil ich eben diese sehr offene Instagram Präsenz habe, in der ich sehr offen über meine Probleme, meine psychischen Befindlichkeiten, meine psychischen Probleme usw spreche. Und eben ich glaube dadurch ist einmal so eine Hemmschwelle weg, das bei mir zu fragen. Also auch auf Lesungen und so und und. Es liegt natürlich auch näher, wenn man was von der Person weiß, dann denkt man, das hat sie mir erzählt und jetzt lese ich das in dem Buch. Jetzt will ich es aber wissen. Und bei anderen würde man deshalb gar nicht so fragen. Und es gibt viel. Genau. Also das ist das eine. Und dann ja, ist eben die Frage Ja, was ist ein Roman? Muss das immer was Ausgedachtes sein? Es ist ja, also es ist ja eine Geschichte, also es wird ja trotzdem eine Lebensgeschichte erzählt und wenn man sich Biografien anguckt, sind die ja schon oft. Ich überlege gerade, wie kann man das erklären? Biografien sind schon anders geschrieben, meistens. Also die haben schon immer irgendwie noch einen sachlicheren Unterton, würde ich sagen, oder?
Helen
Meistens ja, wahrscheinlich.
Sarah
Aber ich muss auch gucken. Ich habe lange keine Autobiografie. Ich lese zwar gerne Biografien, aber meistens jetzt auch, weil ich eben die Leute dann auch schon lange tot sind. Irgendwie eher dann Biografien zum Beispiel, Ja, also gelesen, die jemand über sie geschrieben hat und bei Autobiografien also. Aber ein Punkt ist natürlich, Also das haben wir jetzt gar nicht so besprochen, aber das ist schon was, was ich mir denke. Also wer? Wer? Wer hätte sich denn. Klar, ein paar Leute hätten sich wahrscheinlich interessiert. So, Aber ansonsten wäre das irgendwie Autobiographie einer unbekannten Frau gewesen. Und es ist ja auch keine Autobiographie, weil manche Dinge eben auch wirklich so verändert sind.
Helen
Ja, ja.
Sarah
Also auch wirklich verfälscht und. Aber dass das Gefühl oder das, was passiert ist, schon so passiert ist. Aber es wurde trotzdem so fiktionalisiert, also dass man rüberbringen konnte, was passiert ist, aber nicht eins zu eins so passiert ist. Und jetzt könnte ich ja jetzt. Also wenn ich es als Autobiographie verkaufe. Also ich kann es zumindest nicht, Wenn ich sage, das war so und so, dann muss das für mich auch wirklich stimmen. Und das stimmt ja nicht. Das heißt, es ist ja so eine fiktionalisierte Version meines Lebens.
Helen
Ja, wir hatten tatsächlich gestern auch den Punkt, da meinte eine, dass das. Da habe ich vorher auch noch nie so drüber nachgedacht. Aber ich finde, es würde Sinn machen, dass das vor allen Dingen Autorinnen gefragt werden. Das da?
Sarah
Klar.
Helen
Ja, klar.
Sarah
Ja. Ja. Also. Also, es ist ja so, also. Kathrin Weßling sagt ja. Zum Beispiel. Also die Autorin Kathrin Weßling, dass sie das aufregt. Dass sie, weil sie dann das Gefühl hat, irgendwie ich hoffe, ich gebe das jetzt richtig wieder. Sonst tut es mir leid, aber ich glaube, sie sagt irgendwie so ungefähr, dass sie so das Gefühl hat, als würde ihr einfach nicht zugetraut, dass sie sich was ausdenken. Und ja, das, das stimmt schon. Also bei bei Männern ist es eher direkt, also die bekommen relativ schnell so einen gewissen Geniestatus. Und ja, Frauen bekommen eben eher dieses ähm, ja. Hast du da mal ein bisschen therapeutisches Schreiben gemacht? Nee. So?
Helen
Ja, ich finde irgendwie. Also man kann sich auf jeden Fall sehr, sehr gut vorstellen. Ich weiß, dass ich auf jeden Fall auch schon, äh, ich. Ich hatte mal hier im Podcast. Daniel Speck und ich bin mir ziemlich sicher, dass ihm auch diese. Weil ich finde, ich merke das bei mir als Leserin einfach oft, dass es mir richtig schwer fällt, wenn ich die Person irgendwie halbwegs kenne, also die den Autor oder die Autorin. Die auszuklammern beim Lesen. Ich weiß nicht. Das scheint aber eher so ein Tick auch bei mir zu sein. Aber ja, ich kann mir schon vorstellen, dass da was dran ist, dass das vor allen Dingen Frauen auch gefragt werden. Irgendwie könnte man dazu ja meinen, so eine, so eine Studie auch machen. Eine Frage, die gestern auch noch aufkam, war, was zuerst da war. Also hast du beim Schreiben erst, das sag ich mal zum Beispiel das Gedicht ausgewählt und dann das Kapitel dazu geschrieben. Oder hast du das Kapitel geschrieben und dann geguckt, welches Gedicht dazu passen könnte?
Sarah
Nee, also ich hatte schon im Expose eben die zwanzig Kapitel, was da vorkommen soll. Und dann habe ich anhand der Kapitel also die habe ich noch nicht geschrieben, sondern wusste eben, was vorkommen soll und habe da dann die Gedichte gesucht, weil ich ja auch in jedem Kapitel irgendwie mich immer mal wieder kurz aufs Gedicht beziehe oder so einzelne Wörter aus dem Gedicht rauspicke und die immer wieder nutze. Und ja, das hat irrsinnig Spaß gemacht. Also das hat wirklich so totalen Spaß gemacht. Ja, sowas liebe ich einfach. Also, dass man sich dann immer wieder so auf was bezieht und das dann sich so rund anfühlt und und das gibt einem beim Schreiben ist es auch total. Das habe ich auch vorher gar nicht bedacht. Aber es gibt natürlich auch eine Sicherheit, Du hast da so ein Gedicht und mein Gehirn funktioniert sehr assoziativ. Also ich lese ein Wort und dann kommt da oft dann plötzlich so eine Kette an Dingen und dann kommen da einfach so Sätze und das hat ja, das hat richtig Spaß gemacht. Danke schön.
Helen
Ja, das ist echt irgendwie richtig cool. Und das, was irgendwie fast alle jetzt gesagt haben. Also ich habe auch noch mal in den Kommentaren geguckt und gestern eben auch bei der Buchbesprechung ist, dass sie dadurch Also entweder Sie kannten vielleicht Mascha Kaléko schon, aber viele eben auch nicht. Und viele auch, die gesagt haben, sie lesen sonst keine Gedichte, die sich aber jetzt zum Teil dann vielleicht schon mal ein Gedichtband gekauft haben oder irgendwie sich das zumindest auch vorstellen können. Das fand ich auch so besonders, dass das halt so einen ganz anderen Zugang irgendwie auch dazu gibt und dass ich finde auch, Also ich würde schon bei deinem Buch sagen, dass das thematisch auch oft noch mal anders ist als das, was wir sonst vielleicht schon so gelesen haben. Aber gerade diese Verknüpfung von Lyrik und deinem Romantext, was ich jetzt total besonderen Leseerlebnis gemacht. Also das war echt voll cool irgendwie. Also ich weiß nicht, weil ich habe das zumindest so auch noch nicht gesehen. Ich kenne jetzt auch nicht wahnsinnig viele Bücher, aber ich fand es eine total tolle Idee.
Sarah
Ja, mich freut das auch, dass dadurch glaube ich auch Leute das Buch lesen, die sonst Wenn man jetzt nur Elisas Liebesgeschichte, Liebesgeschichte, Liebesgeschichte Stimmt auch, aber Lebensgeschichte? Also da hätte, dann hätten glaube ich, viel weniger Leute und auch ganz andere Leute nach dem Buch gegriffen. Und ich sehe das halt auf die Lesung, dass das wirklich sehr, sehr unterschiedlich ist. Also die jüngste Zuhörerin war, glaube ich, sechzehn und die älteste Leserin habe ich letztens erfahren ein und neunzig.
Helen
Ach.
Sarah
Ne, das ist ja eine Bandbreite und das habe ich wirklich, das hätte ich niemals gedacht. Also ich konnte mir noch nicht genau vorstellen, wer das so. Weil ich habe natürlich auch als Buchhändlerin versucht, daran zu denken, also wer ich bin. Gelernte Buchhändlerin muss man dazu wissen. Genau. Und wer das so lesen wird. Und ja, die Bandbreite ist echt enorm und das finde ich total schön, weil dadurch würde so ein Zugang und irgendwie auch so wechselseitig ja anscheinend, also dass die einen kaufen, deswegen Mascha Kaléko und dann lesen sie das und lesen dann eine Geschichte, die sie sonst nicht gelesen hätten. Und ich habe halt sehr viel positive Rückmeldungen auch bekommen. Und dann. Und andere, wie du sagst, lesen halt dieses Buch. Und dann plötzlich sagen sie Ach Mensch, mit Lyrik, da könnte ich ja auch mal gucken, das ist ja gar nicht so trocken oder was auch immer man für Vorurteile hatte, weil man in der Schule die Glocke lernen musste oder so.
Helen
Ja, ja, ich. Ich finde es für mich persönlich auch echt schön, weil ich hatte eine Phase, wo ich viel so eher modernere. Es gibt ja auch viele, die bei Instagram irgendwie mittlerweile Gedichte teilen und so eher und eher auch englischsprachig gelesen habe. Und dann habe ich es irgendwie eine Zeit lang jetzt wieder, so hatte ich das Gefühl, das passt jetzt gerade nicht mehr. Aber nachdem ich das Buch gelesen habe, dachte ich auch Ach, könnte ich mir auf jeden Fall ganz gut vorstellen. Und ich liebe sowas halt generell bei Büchern, dass das jedes Mal Welten eröffnet. Und ich finde, das passt auch ganz gut. Das hatte jemand in den Kommentaren geschrieben, dass du uns, glaube ich, einfach dadurch natürlich auch total abgeholt hast, dass Elisa ein großer Bücherfan ist und irgendwie auch noch mal beschreibt, wie viel ihr das bedeutet, wie viel Halt ihr das in ihrem Leben gegeben hat und das ich glaube, das passt auch einfach sehr gut zu uns. Da haben wir uns sehr darin wiedergefunden. Eine Frage, die in dem Sticker kam war Hast du. Also war das ein längerer Prozess, das Buch zu schreiben oder war das wie so ein Schwall, der aus dir rauskam? Also ging das schnell oder eher nicht?
Sarah
Also es hat so ein Jahr gedauert ungefähr und ich habe halt währenddessen ich habe ganz spät noch studiert. Also meine Bildungsgeschichte ist deckungsgleich mit Elisa und habe ganz spät noch studiert und musste dann im Studium Soziale Arbeit eben auch so ein Praktikum machen. Das heißt, es war schon sehr viel. Ich hatte noch eine Kolumne in der taz. Also ich habe das alles so genau und weil ich manchmal dachte, oh ja, wenn ich immer sagen ja, das ist ja voll viel für so ne, sind zwei hundert zwanzig Seiten und deshalb habe ich immer das Gefühl, mich noch verteidigen zu müssen, dass ich noch so. Aber schon krass. Und ja, aber nach dem Jahr ist es natürlich auch nicht gegessen. Dann gibt es das ab und dann wird selektiert und dann noch mal lektoriert und dann die Fahne und so, also insgesamt ist es dann in Druck ging waren es ja schon anderthalb Jahre.
Helen
Ja, ja, das ist krass. Ich finde, das vergisst man auch total oft. Wie weit im Grunde für dich das Buch zurückliegt. Wenn wir, weil wir es ja tendenziell auch nicht zum Erscheinungsdatum lesen, bis wir dann mit den Autorinnen sprechen, ist das für die so, so richtig Schnee von gestern. Aber ja, irgendwie. Ich finde auch, dass es noch mal so eine andere. Also das jedes Mal noch mal zu hören gibt, auch noch mal eine andere Wertschätzung dafür. In so einem Text fließt halt schon auch viel Energie und da gucken viele Leute drauf. Ähm, ich schau mal ganz kurz, was hier noch für Fragen waren. Also wir haben finde ich, auch eine sehr witzige Mischung bekommen, weil zum Beispiel auch eine Person gefragt hat, weil ich glaube sie in der Gegend wohnt. Aber woher der Bezug der Reisetasche mit Schwäbisch Hall Aufdruck kommt, weil sie in Schwäbisch Hall irgendwie wohnt, wollte sie das unbedingt wissen.
Sarah
Das ist ja lustig.
Helen
Also ich dachte mir so, das ist vielleicht auch eine Frage, die du noch nicht bekommen hast.
Sarah
Habe ich wirklich noch nicht bekommen. Genau, die Reisetasche. In Wahrheit war da nicht Schwäbisch Hall drauf und ich glaube, das liegt einfach auch daran, was man so für Werbung gehört hat. Also ich bin Jahrgang vier und achtzig und irgendwie schwäbisch. Was war das? Ist das auf diesen Steinen? Können Sie bauen? War das das oder.
Helen
Oder war das dieser Fuchs?
Sarah
Eine Raiffeisenbank war, glaube ich, Fuchs.
Helen
Ach so, ja. Okay.
Sarah
Auf jeden Fall. Also, man hat genau der Fuchs und so, also, man hat ja so ein paar Werbeslogans irgendwie so im Kopf. Und irgendwie fand ich Schwäbisch Hall passend?
Sarah
Aber ich habe. Ich komme gar nicht aus der Gegend. Ja, aber.
Helen
Ja. Super witzig, aber. Genau. Also, vielleicht, weil. Hier ist so ein bisschen die Frage. Warum hast du die Gedichte von Mascha ausgewählt? Also, wie bist du darauf gestoßen? Aber auch, wie du auf die Idee kam, so eine Geschichte zu schreiben. Also vielleicht nimm uns mal mit an den an den Anfang, als du entschieden hast, ein Buch zu schreiben.
Sarah
Also da muss ich immer ausholen. Ich hatte halt einen Twitteraccount. Also ich habe, als die Pandemie begonnen hat, angefangen zu twittern und habe auch immer so Anekdoten aus meinem Leben erzählt Und irgendwann haben Leute auch gesagt Schreib doch mal ein Buch und so, das ist ja alles voll interessant. Und ich dachte ja, ich habe auch schon immer geschrieben, aber ich habe nicht gedacht, dass es jemanden interessiert. Und ja, nach und nach habe ich auch viel mehr Leute kennengelernt, auch die schreiben und so und ja und irgendwann ging es recht schnell, dass Kathrin Weßling die hat mal eine Seite, die ich geschrieben hatte, die ich ihr gezeigt hatte, wo wir darüber über was geredet haben, dass ich so gerne PMS Kolumne hätte und so und die hat sie dann ihrer Lektorin gezeigt. Und dann meinte sie, die fand sie sehr gut und ob sie uns verknüpfen kann. Und relativ zeitgleich kam auch wer anders auf mich zu und hat gefragt. Und dann meinte eine andere Freundin Du brauchst eine Agentur. Und dann habe ich der Agentin geschrieben, also ihre Agentin geschrieben. Die hatte dann sogar gesagt, sie kennt mich und sie kennt meinen Twitteraccount und so und dadurch hatte ich natürlich dann auch leichter das gesagt, weil ich hatte ja nur so zwanzig Seiten oder dreißig Seiten. Ja, und trotzdem, dadurch, dass ich eben diese Twitterpräsenz hatte und irgendwie da, ne, genau, haben sie da Potential gesehen und dann war aber wussten wir eben noch nicht, in welche Form wir das bringen. Und ich wollte erst einfach nur einen Briefroman. Also dass eine Frau, also Elisa, ihr Leben eine andere ihrer Brieffreundin erzählt. Und dann waren wir aber so am Überlegen und die Agentin hat zu dem Zeitpunkt eine Praktikantin. Und ich muss wohl in unseren Gesprächen sehr viel über Mascha Kaléko gesprochen haben, weil ich ja wirklich sehr großer Fan bin. Und dann meinte die kann man nicht irgendwie Mascha Kaléko mit reinbringen? Können die sich nicht an einem Abend zu Ehren Mascha Kalékos kennengelernt haben oder so? Und dann habe ich gesagt Ach, das ist ja eine gute Idee, Dann könnten die sich immer Gedichte schreiben und ausgehend von den Gedichten das Leben erzählen. Also man sieht aber eben nur er liest nur Elizas Leben. Und genau. Und so habe ich dann angefangen und dann habe ich den Vertrag gekriegt und meine Lektorin meinte auch schon vorab, also vor Vertragsschließung war das schon klar, dass sie meinte, sie mag Briefromane eigentlich nicht so gerne, aber sie würde es machen, weil sie glaubt an den Text. Und dann habe ich gesagt es ist relativ. Nee, ich mag das mit dieser Ansprache sehr, dass so schreibe ich einfach sehr gerne und habe Wir können aber gerne überlegen und dann habe ich halt rum überlegt und dann so ist dann das mit dem Zug entstanden. Ja.
Helen
Voll cool. Das ist mir auch gestern erst in der Buchbesprechung wieder aufgefallen, dass sie ja die Gans, also dass sie im Grunde während des. Also, während wir von ihr lesen nur so drei vier Stunden alt hat, sag ich mal irgendwie so hatte das jemand formuliert. Ich habe das, glaube ich total ausgeblendet zwischendurch, dass sie in einem Zug sitzt. Also für mich hat es sich eher so angehört, so sie in einem undefinierten Raum, sag ich mal, erzählt sie irgendwie ihre Lebensgeschichte.
Sarah
Genau. Aber dadurch, dass das so war, also ja auch beim Lesen dann anscheinend so ist, ist es ja wirklich relativ. Ob du das jetzt dann als Briefroman also das wäre ja dann genauso gewesen, aber so ist es natürlich. Also mir gefällt das jetzt so auch besser. Aber ja.
Helen
Aber da finde ich auch total spannend. So wie auch dann so die Konzeption im Grunde so von so einem Buch ist, das man dann vielleicht zu Ideen zusammenbringt und dann gemeinsam überlegt, wie könnte das rund werden. Ich sag mal im Grunde noch bevor du angefangen hast zu schreiben, weil dann ist das ja noch mal extremer, glaube ich, dass man so feilt und guckt, wie das irgendwie noch besser werden könnte. Aber ich finde es total spannend auch zu hören, dass das im Grunde schon bevor du angefangen hast zu schreiben, dass da die Überlegung gab so, wir haben irgendwie eine Grundidee, wie können wir das umsetzen? Irgendwie cool. Das sind ja oft Dinge, da macht man sich ja nicht so unbedingt immer Gedanken drüber, wenn man ein Buch liest, ein bisschen zu erfahren. Ja.
Sarah
Ich finde es auch gut ist. Ich finde es auch wichtig, dass es eben, glaube ich. Also wahrscheinlich ist es schon häufiger so, dass es nicht so der Geniestreich einer einzelnen Person ist, sondern das ja, dass eben mehr Menschen damit dran gedacht haben.
Helen
Ja, aber ich lese deswegen auch extrem gerne Danksagungen, aber ich habe irgendwie oft das Gefühl, dass die viele so weglassen. Ich glaube, das kann ich so, das ist mein innerer Monk. Ich könnte das auch gar nicht, weil ich ich lese auch diese bibliographischen Angaben und ich habe das Gefühl, ich muss ein Buch dann auch ganz lesen. Aber ich liebe halt vor allem die Danksagung, weil ich weiß, das berührt mich immer noch mal ganz anders. Ich habe dadurch auch das Gefühl, den Autor oder die Autorin hat irgendwie noch mal so wieso kennenzulernen? Irgendwie. Ich weiß nicht. Liest du gerne Danksagungen in Büchern?
Sarah
Ja, na klar. Also manche sind mir dann zu lang. Und wenn da wirklich nur was weiß ich das Verlagshaus und dann alle einzelnen Namen runtergerattert werden. Also so, das ist dann irgendwie. Ja, also wenn ich anfange und merke, die ist wirklich sehr individuell und persönlich geschrieben, lese ich sie schon. Aber viele sind ja auch sehr ähnlich und es ist auch einfach echt schwierig mit so Danksagungen, weil du immer denkst Oh Gott, hoffentlich habe ich nicht irgendwen vergessen. Wirklich? Also jetzt mache ich es zum Beispiel auch so beim nächsten Buch, das ich schon so in meiner Not sab Papier oder wie nennt man das dann? Naja, ist ja kein dabei. Egal, ich habe auf jeden Fall ein Blatt, auf das ich dann schon immer direkt. Wenn mir irgendwer zu irgendeinem Thema, das ich direkt reinschreibe in die. Also wenn ich in der Danksagung erwähne, weil das ist natürlich super verletzend. Aber wenn jemand vergessen wird oder man jemandem nicht so gerecht werden konnte. Und deshalb fand ich die Danksagung auch sehr herausfordernd. Also gerade beim ersten Buch ist glaube ich noch mal was anderes, weil da willst du wirklich jeden also.
Helen
Und ja, ich danke der ganzen Welt für diese Unterstützung existiert.
Sarah
Ich danke dem Urknall, dass ich dieses Buch schreiben durfte. Ja.
Helen
Ich habe irgendwie. Ich lese das mega gerne und ich lege es das auch ehrlich gesagt gerade dann super gerne, wenn ich so ein bisschen das Gefühl habe, dafür belohnt zu werden. Also wenn, dann vielleicht irgendwo gegen Ende so ein wie so ein Insiderwitz kommt oder so und ich denke so ach, das ist ja cool. Also ich weiß nicht, Ich habe irgendwie glaube ich einen Spleen mit mit Danksagung, aber ich finde das immer schön. Und da ich finde in den Danksagungen. Deswegen. Das war der Punkt, dass man dadurch merkt halt, wie viele Personen eben an einem, an einem Buch oder an diesem Prozess irgendwie auch beteiligt sind. Ich fand die Frage schön, die kam über den Sticker. Auch hatte ich das Schreiben dieses Buches verändert und ich würde, glaube ich auch vielleicht noch ergänzen, ob sich durch das Veröffentlichen vielleicht auch was verändert hat.
Sarah
Also durch das Schreiben. Also die Frage zielt ja wahrscheinlich so ein bisschen auch noch ab auf die erste Frage, die ja zwei Fragen waren, wo wir nur eine gestellt haben, wo ja auch das war mit diesem genau ob das mir wie wie das für mich war, diese Dinge so aufzuschreiben.
Helen
Ja.
Sarah
Und das ist wirklich so, dass es für mich nicht schlimm war. Also ich habe so viele Therapien in meinem Leben gemacht, ich habe so viel, diese ganzen schmerzhaften Erlebnisse besprochen und es war für mich nicht schlimm. Also. Genau das ist das eine. Also ich konnte wirklich über schlimme Dinge oder traurige Dinge schreiben. Und danach, ähm, ja.
Helen
Kaffee trinken gehen.
Sarah
Kaffee trinken oder was weiß ich. Also, das war wirklich nicht so und ob es mich verändert hat. Also. Naja, ich habe jetzt tatsächlich nach zwanzig Jahren Kontakt zu meiner Mutter aufgenommen und das ist schon auch mit dem Buch geschuldet, dass ich da natürlich auch noch mal so ganz andere Gefühle entwickelt habe und noch mal ganz anders über alles nachgedacht habe. Und natürlich einfach viel mehr. Also man muss sich vorstellen, wie gesagt, ein Jahr Buch schreiben, dann noch ein halbes Jahr, der gesamte Prozess, ja, dann ist es draußen, dann erstmal ganz viele Rückmeldungen und so und dann hatte ich ja unwahrscheinlich viele Lesungen auch für so ein Debüt. Das heißt, und da wurde ich, also ich so viel. So viele Fragen gestellt und so und das war ja und dann habe ich schon gemerkt, dass es nicht aufhört, dass ich schon jeden Tag an sie denke und mir auch klar war, ich werde das irgendwann machen und ja, also das hätte wahrscheinlich ohne das Buch wäre es irgendwann passiert, aber hätte wahrscheinlich noch länger gedauert. Das hat sich schon verändert. Und also einerseits, da haben wir ja schon. Und was mich generell verändert, ob ich mich generell verändert habe seit der Veröffentlichung. Wir haben ja schon vor Aufnahme so ein bisschen über so Unsicherheiten gesprochen. Da meinte ich eben, dass ich sehr unsicher bin, dass ich immer noch vor jedem Öffnen des Manuskripts irgendwie denke. So, also jetzt beim neuen Text Oh Gott, nein, ich kann das nicht und so und einerseits Andererseits merke ich schon, dass ich das mir dieses Jahr. Noch mal gezeigt hat, dass ich doch mehr kann, als ich dachte. Also das lag auch an den Lesungen, dass ich vor der ersten Lesung wäre ich am liebsten weggerannt. Ja, und jetzt? Mir macht es irrsinnig viel Spaß. Und danach beim Signieren. So, das ist so eine sehr krasse Verbundenheit, die man so ein, zwei Minuten mit den Menschen da hat. Und ja, wie soll ich sagen, irgendwie glaube ich schon, dass mein Fundament fester geworden ist. Dadurch, dass ich auch ja schon mehr. Obwohl ich eben noch so super viele Unsicherheiten habe, aber trotzdem mehr in mich vertraue. Und weil einfach so passiert ist, von dem ich nie gedacht hätte, dass es passiert. Und wer das Buch gelesen hat, wird ja auch sehen können, dass es auch relativ unwahrscheinlich ist bei dieser Biografie, dass das alles so kommt. Ja.
Helen
Ja, das ist richtig cool. Kann man dich jetzt noch bei Lesungen erleben? Bist du noch mit dem Buch unterwegs?
Sarah
Ja, ein bisschen. Ein bisschen. Also auf meiner Instagramseite ist so der erste Post, glaube ich, Der ist angepinnt. Also es sind jetzt vielleicht noch so acht Lesungen oder so, aber ja, ja.
Helen
Verlinken wir dann da auch noch mal hin. Irgendwas war mir eben noch durch den Kopf gegangen. Ach so, ja, ich finde das total beruhigend, dass du das gesagt hast mit. Es war nicht schwer, das aufzuschreiben, weil die Frage kam ja im Grunde von mir, weil ich auch unter anderem deswegen für mich entschieden habe. Ich will gerade nicht schreiben, weil ich irgendwie mich gerade erst übern Berg fühle und ich mache schon gefühlt ein hundert Jahre Therapie, aber das macht mir so ein bisschen Mut, dass das auch noch besser werden kann. Weißt du, ich habe bei vielen Dingen auch das Gefühl, ich habe kein Problem mehr darüber. Ich habe keine. Also ich habe so oft gesagt, dass ich ein Burnout habe. Das hat so keinerlei so, daran ist nichts mehr schwer für mich. Oder auch, dass mein Vater früh gestorben ist. Aber ich glaube, es gibt einfach immer noch genug Dinge, die sich unfassbar schmerzhaft anfühlen. Und ich finde, das macht total Mut, dass du sagst, das lässt auch nach. Also je mehr man sich damit beschäftigt und je öfter man vielleicht auch darüber spricht, weil ich glaube, jeder, der in einer schmerzhaften Situation steckt, findet wahrscheinlich den Spruch super ätzend. Zeit heilt alle Wunden. Aber das da ja doch irgendwie was dran ist, dass zumindest der Schmerz so ein bisschen nachlassen kann, nicht mehr ganz so stechend sein kann. Ich finde das voll voll ermutigend.
Sarah
Und was ja schon ist, also was vielleicht auch noch ermutigend für dich ist. Das heißt also, es gibt ja einige Dinge für die. Also bei mir war das zum Beispiel bei diesem Krebskapitel so, also das ist ja so, so ist es eben. Also mein Mann hat diesen Krebs, der da im Buch erwähnt wird und ich hatte vorher schon mal einen Artikel darüber geschrieben, aber ich dachte, bis ich diesen Artikel geschrieben habe, wirklich, es gibt in mir keine Worte, die ich aneinanderreihen kann, um irgendjemandem begreiflich zu machen, was das mit mir gemacht hat. Es geht jetzt um mich als Angehörige. Deswegen genau das kann ich niemandem begreiflich machen. Und als ich dann diesen Artikel geschrieben hatte und mir wirklich Leute gesagt haben, es war so gut für sie, dann dachte ich Hä? Ich habe diese Worte gefunden. Und jetzt war das natürlich im Buch noch mal länger und das ist schon was, Was dann? Ich sage eigentlich immer, es hat keinen therapeutischen Mehrwert für mich gehabt, aber das vielleicht schon, dass man manchmal ja Worte für was findet, wo man eigentlich dachte, man findet keinen. Und dann hat man einmal diese Worte gefunden und danach wird ja das Erlebte, was da auf dem Papier ist. Wird ja dann aber erstmal zu einem Arbeitsinstrument. Ja, weil dann hast du diesen, diese Seiten und dann feilst du daran und dann sitzt du ja nicht jedes Mal da und denkst Oh nein, mein Mann hat Krebs, oh Gott, sondern arbeitest damit. Ja.
Helen
Und das kann ich irgendwie gut verstehen. Auch gerade so dieses Wort dafür finden. Das ist ja oft schwierig, gerade für die eigene Gefühlswelt, anderen begreiflich zu machen, was da, was da in einem los ist. Auch, dass.
Sarah
Ich das anderen begreiflich zu machen, das ist das, dass man wirklich so, so an seine Grenzen stößt. Und das hat mich wirklich auch das war für mich schon so Teil. Was also ein Teil, der mich irgendwie so verzweifelt hat fühlen lassen. Manchmal auch, weil ich dachte, ich kann das nicht erklären. Und ja.
Helen
Elisa geht es ja im Buch auch so, dass sie sagt, ihre Freundinnen und Co haben das Gefühl na ja, es geht ja jetzt schon so lange, es ist jetzt auch mal gut, dann vielleicht so, es wird dann besser. Und das fand ich auch total. Ich weiß auch nicht. Also ich fand ich finde sowas gibt total viel. Wieso? Was heißt das denn so? Ich will Comfort sagen. Irgendwie finde ich, kann man das nicht so richtig eins zu eins ins Deutsche übersetzen. Aber so dieses ein gutes Gefühl. Vielleicht einfach zu wissen, dass das anderen auch so geht, weil damit habe ich gerade am Anfang auch total gestriegelt, dass für alle anderen natürlich die Welt weitergeht und alle anderen auch möchten, dass die Welt weitergeht und dass man eben das auch okay ist, wenn man da vielleicht ein bisschen braucht, bis für einen selber auch die Welt weitergeht. Also ich finde ganz vieles in dem Buch. Also ich habe total bewundert diese Offenheit, mit der auch echt krasse Themen angesprochen werden. Aber ich finde eigentlich immer, wenn sowas angesprochen wird, was man vielleicht sonst nicht so oft hört, dass das ja wie so ein. Also es gibt mir das Gefühl, einfach mit meinen Themen auch nicht alleine zu sein und das finde ich so besonders auch an dem Text.
Sarah
Ja, das ist ja voll schön, weil das ist ja auch das, was ich sage, was ich auch auf Lesungen spüre. Diese Verbundenheit, dass ich mich und das. Ja, also das denkt man nicht, wenn man da an so einem Text sitzt, dass man plötzlich, also dass man sich dann mit so vielen Menschen danach durch diesen Text in Kontakt kommt und sich verbunden fühlt. Und ich merke das ja. Also bei mir ist natürlich, dass dadurch, dass ich auf Instagram sehr aktiv bin, folgt mir mal rein, Wer das hört. Nein, genau.
Helen
Und Sag doch noch mal, wie der Account heißt. Da ist.
Sarah
buchischnubbel. Aber Sarah Lorenz. Und dadurch bekomme ich natürlich auch noch mal wahrscheinlich mehr Rückmeldungen als jetzt. Autorinnen, die kaum auf Instagram sind, weil da bei mir traut man sich dann eher mehr zu schreiben und ich finde das einfach so spannend, dass es auch wirklich ganz, also hauptsächlich Frauen, aber ganz unterschiedliche Altersgruppen auch sind, die sich irgendwo gesehen gefühlt haben und ja, also das ist, da bin ich schon, also das rührt mich sehr, da könnte ich jetzt nicht so bei den Texten oder so, da könnte ich, weil mich das einfach so rührt, dass da so eine Verbundenheit Raum geschaffen wurde dadurch, dass ich da saß und gedacht habe, jetzt schreibe ich das.
Helen
Ja, das finde ich auch total besonders. Und das ist auch etwas, was ich selber oft merke, dass wenn ich meine Geschichte erzähle, dass das anderen wie so eine Erlaubnis gibt, eben auch über, also das mit mir zu teilen. Und ich glaube, dass das einfach immer noch zu wenig auch passiert, dass zu wenig über gerade über schwierige Dinge gesprochen wird. Ich weiß nicht, ob du Brené Brown kennst, die über das Thema Verletzlichkeit spricht. Weil mir macht das oft auch Mut, dass sie sagt das ist halt auch wichtig, dass wir uns verletzlich machen, um für mehr Verbindung miteinander. Aber ich weiß nicht, ob du das ob dir das ähnlich geht. Ich habe manchmal Phasen, also ich habe ich vielleicht zyklusbedingt. Ich habe keine Ahnung, aber darauf.
Sarah
achten finde ich sehr interessant.
Helen
Ja, also ich vermute sehr stark, dass es zyklusbedingt ist, aber ich habe dann manchmal Phasen, wo ich am liebsten alles jedem erzählen würde. Oder auch ich liebe es auch Dinge zu empfehlen und keine Ahnung, dann fühle ich mich auch selber wie ein offenes Buch und in anderen Phasen denke ich so Ich wünschte, ich hätte nie irgendwas irgendwo öffentlich gesagt und bei einem Buch das ja schon. Wo du auch sagst, es ist vieles autobiografisch oder eben auch mit deinem Instagram Account, wo du vieles teilst. Hast du das auch manchmal, dass du dann denkst Ich wünschte, es müssten nicht alle so viel über mich.
Sarah
Also bei dem Buch habe ich das jetzt eigentlich nicht und bei Insta also ganz. Also ich bin halt auch super impulsiv. Also durch mein ADHS bin ich wirklich sehr impulsiv und dadurch teil dann manchmal Storys in Situationen wo ich eigentlich wo man eigentlich sagen sollte Handy jetzt mal weg. Tee trinken und mal kurz klarkommen und schauen, ob in zehn Minuten die Empfindung immer noch genauso ist wie jetzt. Und dann passiert es halt, dass ich mal Storys lösche, weil mir das dann denke Ich schon, meine Güte, die Leute, also ein bisschen, die sollen doch nicht denken, dass sie überhaupt nicht mehr klar kommt. Also. Ja. Aber bei dem Buch jetzt wahrscheinlich auch. Also es gibt schon vereinzelte Dinge, wo ich das mal gedacht habe. Und. Aber das wäre ja jetzt viel zu müßig. Also das wäre möglich, Ja.
Helen
Ja, aber das finde ich spannend. Also vielleicht war ja dann auch das Verbindende überwiegt, weißt du. Weil sich andere Leute auch damit gesehen fühlen. Und das ist ja auch total schön. Vielleicht kommt das auch bei mir mehr in Gleichgewicht, aber ich merke das oft, dass ich so denke irgendwie. Weil manchmal teile ich halt auch, wenn es mir nicht so gut geht und dann werde ich noch Monate später darauf angesprochen. Und bei mir ist das Gefühl eher eine Momentaufnahme. Ich habe vielleicht schon zehn Minuten, danach war schon vielleicht alles wieder fein.
Sarah
Genau das war bei mir auch. Storys löschen und bei mir wundert sich aber niemand mehr. Also ich glaube mittlerweile, man kann das auch wirklich schon, also auch an meinem Zyklus sowieso erkennen. Und nach Lesung ist es meist so, also die sind total schön, aber wenn ich dann zu Hause ankomme nach der Zugfahrt, nach allem bin ich halt unglaublich erschöpft und dann ist es auch so und ich glaube, mittlerweile wissen die Leute dann eben aber natürlich, wenn du das jetzt ganz selten machst, dann denkt man natürlich kennt ja jeder. Dann denkt man Oh mein Gott, was ist da los? Braucht sie Hilfe? Können wir was tun? Und du so? Ja, das.
Helen
Stimmt. Natürlich. Ja, Ja. Vielleicht müsste ich einfach noch mehr teilen. Vielleicht ist das die Lösung.
Sarah
Ja, Also, ich glaube schon. Weil dann wird es ja eher. Also. Ja, normal.
Helen
Ja, da ist was dran. Es gab die Frage. Also der Titel ist zart. Schreibt sie gleichzeitig stark? Was bedeutet er dir persönlich? Konntest du da mitwirken?
Sarah
Ja, wir hatten halt erst einen Arbeitstitel. Das war also eine Zeile aus einem Gedicht von Mascha Kaléko. Das war der Arbeitstitel. Und dann war aber klar so, wir nehmen den anderen. Und dann habe ich dieses Kapitel über den Tod geschrieben. Und dann kam dieser Satz, wo sie dann sagt Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken, zückt den Kalender. Und dann habe ich direkt meiner Lektorin geschrieben Na, was meinst du dazu? Und hatte kurz Angst, dass das irgendwie die Leute sehen und dann denken die dies ist sowas wie Café am Rande der Welt oder so. Das war kurz meine Angst, aber mein Lektor meinte sofort Nein, super. Und jetzt? Ich mag den total gerne, weil eben also einerseits dieses mit dir, da möcht ich im Himmel Kaffee trinken, da kommt schon mal dieses Verspielte raus, was Elisa ja auch hat, ne? Und es ist was, was erstmal sehr schön klingt, die Vorstellung. Und es ist aber auch klar, okay, irgendwie kommt wohl auch was Trauriges drin vor, weil sonst würde man ja nicht den Himmel schon erwähnen. Und deshalb finde ich, das stimmt. Der ist eigentlich ja sehr passend.
Helen
Und ich finde, durch das Cover entsteht halt gar nicht der Eindruck, dass es irgendwas mit Café am Rande der Welt sein könnte.
Sarah
Später nach dem Titel der Titel und das Cover. Aber genau da ist klar, obwohl mir eine Mail geschrieben hatte, weil ich. Ich wurde schon mal auch gefragt auf Insta und dann habe ich eben auch so ungefähr das geantwortet mit dem Café am Rande der Welt. Dann schrieb mir eine sogar, dass sie tatsächlich dachte, das wäre sowas also sich aber auch deshalb gekauft hatte. Aber gut, anscheinend mochte sie es ja, sonst wäre sie mir nicht gefolgt.
Helen
Ach, das finde ich verrückt, weil. Also ich. Ich finde irgendwie dadurch. Wie das auch wie das Cover generell gestaltet ist, hätte ich irgendwie gedacht, dass ich.
Sarah
Werde auch nicht.
Helen
Schon gar nicht aufkommt. Aber ja klar, wenn man nur den Titel hört, vielleicht schon schon eher. Da kann ja alles. Aber ich glaube, in der Kombination mit dem Cover könntest du alles dann daraus machen. Also wenn das irgendwie weiß ich, es könnte auch schnell was super esoterisches sein, wenn das Cover anders aussähe. Aber ich finde hier wird irgendwie klar, dass es vielleicht schon auch eher so ich würde. Also ich habe gestern zum Beispiel auch das Wort anspruchsvoll verwendet, auch für die Sprache und das würde ich irgendwie hier auch sagen. Ich weiß gar nicht, ob man jetzt behaupten kann, das Café am Rande der Welt wäre jetzt gar nicht anspruchsvoll, aber.
Sarah
Ich habe es tatsächlich nicht mal gelesen. Also ich habe es.
Sarah
Halt nur so in meinem Buchhändlerinnen Schubladen. Das empfehle ich Leuten, die gerne das und das Lesen.
Helen
Ja, ja, aber es ist irgendwie schon noch mal ein Text, der finde ich mehr so an einen selber so rankommt. Also der was mit dir halt macht, wo du dich mit dir auch beschäftigst und was du vielleicht erlebt hast und guckst, ob du damit leben kannst, was Elisa erlebt hat oder nicht. Und das finde ich irgendwie. Ich finde es irgendwie anders. Auf jeden Fall. Das wäre ja eine spannende Frage auch an alle, die zuhören, ob sie da zustimmen würden oder nicht. Ich glaube, wir haben die meisten Fragen jetzt hier abgedeckt, weil es waren viele auch, die in eine ähnliche Richtung gingen. Aber du hast es ja am Anfang angeteasert, dass du schon am nächsten schreibst. Ich weiß ja gar nicht, was du in der Richtung schon sagen kannst, aber so? Vielleicht gibt es irgendeinen Ausblick darauf, den du uns schon geben darfst.
Sarah
Ja, also man darf immer noch nicht so viel erzählen. Es wird auf jeden Fall auch bei Rowohlt erscheinen. Und geplant ist auch das Frühjahr sieben und zwanzig, und es wird ein Roman sein, der überhaupt nichts Biografisches enthält. Also das ist wirklich auch.
Helen
Keine Fortsetzung, denke ich. Das war nämlich auch irgendwo in den Kommentaren.
Sarah
Also das hat gar nichts. Ein Kiosk wird eine große Rolle spielen und das geht so, Ja, die Themen sind eher so Freundschaft, Einsamkeit und wo man Verbundenheit findet, so Gemeinsamkeit und ja und ich glaube, da war das letzte Jahr dann auch sehr hilfreich für mich. So, weil ich eben immer so in so kleinen Momenten mit fremden Menschen und das ist zum Beispiel auch was, was ich an Kiosken so spannend finde, dass die unterschiedlichsten Menschen zusammenkommen und sich so ganz kurz. Ja, so ein Gefühl der Verbundenheit entsteht, das sich dann fortsetzt. Oder auch nicht. Ja, genau und so, aber viel mehr darf man ja nicht sagen. Ja, ja, ja.
Helen
Aber das. Ich finde das ein guter Ausblick und vor allem, dass es jetzt so ein Jahr entfernt. Da kann man sich schon mal drauf freuen. Aber das heißt, du hast das Manuskript schon fertig und bist. Nee, nee, nee. Weil du eben meintest, das dauert dann noch mal anderthalb Jahre.
Sarah
Also beim Debüt hat es einfach sehr lange, da hatten wir viel mehr Vorlauf und so. Ich denke mal also keine Ahnung. Ich check die Planungsprozesse ja auch nicht alle. Und wahrscheinlich ist es bei Debüts auch so, dass man natürlich auch lieber noch mal mehr Vorlauf hat, weil da weiß man ja noch gar nicht, ist jetzt ab ein hundert Seiten plötzlich alles, muss ich mir nur noch die Haare raufen und wir wissen nicht mehr, wie wir das jetzt noch hinkriegen, oder? Und jetzt kennen Sie mich ja und haben dann vielleicht noch mal Vertrauen. Zumindest ist es schon irgendwie klappen wird. Ja und? Also ich muss am dreißigste Mai abgeben und ja.
Helen
Genau da drücken wir die Daumen.
Sarah
Danke.
Helen
Das wird. Und ich habe dir das vor der Aufnahme gesagt. Aber im Grunde hast du ja wirklich auch einige Beweise, dass wenn du das Manuskript öffnest, dass da eigentlich immer was rauskommt, dass du dir da keine Sorgen machen musst, dass dir dann vielleicht nichts einfällt. Und ansonsten denke ich gerade, du hast ja auch wirklich eine große Community auf Instagram, ob man nicht sonst auch sagen kann So Leute, ich komme heute nicht weiter. Was, was habt ihr für eine Idee oder so? Und dass sich daraus irgendwas entwickelt. Aber ja, wenn wir irgendwie helfen können, sag Bescheid. Ich fand es voll schön, mal wieder von dir jetzt so zu zu diesem Blog. Ich mag immer den Blick hinter die Kulissen, dass wir einfach jetzt noch mal so einen Einblick bekommen haben. Zum Abschluss der Leserunde danke ich dir sehr, dass du dir in der wahrscheinlich gerade heißen Phase der so Manuskriptfertigstellung die Zeit dafür genommen hast. Vielleicht erzählst du noch mal ganz kurz, auch wenn du es eben schon gesagt hast Wo findet man dich überall, wenn man jetzt mehr von Sarah Lorenz hören möchte, sehen möchte, lesen möchte.
Sarah
Also man findet mich auf Instagram als buchischnubbel oder Sarah Lorenz. Das könnt ihr. Unter beidem findet man mich. Ich hatte mal eine PMS Kolumne, die kann man immer noch finden. Und am zweite März erscheint eine Erzählung von mir in einem Schuber des Lampe Verlags. Die heißt Niemand ohne das Meer. Und die ist auch nicht autofiktional. Ja, die ist aus der Sicht eines Kindes geschrieben. Und genau. Was noch? Was könnte ich noch erzählen? Weiß ich nicht. Ich glaube, es war alles perfekt.
Helen
Verlinken wäre. Und ich vermute also du hast gesagt, bei Instagram in dem gepinnten Post findet man die Lesung meistens ja auch glaube ich auf der Verlagsseite dann noch auf der Verlagsseite.
Sarah
Ja sowieso auch. Ja, das vergesse ich immer. Ja, genau.
Helen
Ja, Okay. Perfekt. Alle, die zu einer Lesung von ihr gehen, sollen einmal Hallo von mir lesen ausrichten. Ja, vielen, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, würde ich sagen. Trinken wir den entkoffeinierten Kaffee jetzt zu Ende.
Sarah
Sonst wäre Ja, das wäre noch trauriger. Dann hätte ich den alten entkoffeinierten Kaffee. Aber ich danke auch. Also, dass ihr mein Buch gewählt habt, also die in den Abstimmungen und dass wir jetzt.
Helen
Ja hier.
Sarah
Sprechen.
Helen
Also ich habe wirklich das Gefühl, es haben super viele geschrieben. Ich bin total dankbar, dass wir das durch mehr lesen jetzt gelesen haben und das irgendwie voll voll schön. Es kam sehr gut an.
Sarah
Das freut mich.
Helen
Dann danke dir.
Sarah
Ja, danke euch.




