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Jedes Buch gibt dir etwas – vielleicht nur hundert Seiten lang

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Podcast · Folge 77

Jedes Buch gibt dir etwas – vielleicht nur hundert Seiten lang

Nicole Chmielorz über Ratgeber, Finanzen und die Erlaubnis, ein Buch beiseitezulegen

22. August 2024 · 55 Minuten · Ganze Folge hören ↓

Es gibt eine Sorte Bücher, die viele von uns früher nicht angefasst hätten: Ratgeber, Selbsthilfe, alles mit »Mindset« im Titel. Nicole Chmielorz hat über solche Bücher zurück zum Lesen gefunden – nach einer Phase, in der Lesen für sie vor allem anstrengend war. In dieser Folge geht es darum, was ein Buch leisten kann, wenn man es nicht zu Ende lesen muss.

Nicole Chmielorz

Arbeitet im Finanzbereich, Host des Podcasts »Gedankencircus«

Nicole Chmielorz hat Wirtschaftspsychologie studiert und ihren Master nach einigen Modulen abgebrochen – belegt hatte sie vor allem Rhetorik, Coaching, Kommunikation und Mediation. Seit rund fünf Jahren ist sie selbstständig und arbeitet täglich mit Finanzen; sie sagt von sich, sie kenne die Blockaden, die Menschen beim Thema Geld haben. 2024 hat sie den Podcast »Gedankencircus« gestartet, in dem es um Persönlichkeitsentwicklung, Selbstständigkeit, mentale Gesundheit und Finanzen geht. Kurz vor dieser Folge war Helen bei ihr zu Gast.

Erst verschlungen, dann versandet

Gelesen hat Nicole Chmielorz, seit sie lesen kann. Als Jugendliche hat sie Romane verschlungen und war in den Geschichten »total drin«. Und dann kam das, was viele kennen: Schule vorbei, Studium, Arbeit – und Lesen wurde zu etwas, das anstrengend klang. Man liest ja ohnehin schon den ganzen Tag. Es gab eine Phase, in der sie kaum noch ein Buch aufgeschlagen hat.

Zurückgeholt hat sie ein Umweg: Sie fing an, sich mit Psychologie zu beschäftigen, begann ein Wirtschaftspsychologie-Studium und stand vor der Frage, woher sie das Wissen eigentlich bekommt, das sie wirklich interessiert. Bloggen und Googeln war nichts für sie, E-Book-Reader hat sie ausprobiert und wieder weggelegt. Blieb das Buch in der Hand.

Wissen ohne Zertifikat

Im Master merkte sie, dass sie nur bestimmte Module wirklich wollte: Rhetorik, Coaching, Kommunikation, Mediation. Den Rest – Statistik zum Beispiel – wollte sie nicht. Sie hat den Studiengang abgebrochen und sich die Themen stattdessen über Bücher erarbeitet. Das war für sie das größte Learning der ganzen Zeit: dass sie sich in ein »Zertifikatsding« gedrängt hatte, obwohl sie eigentlich nur ein paar Themen daraus wollte.

Natürlich gibt’s ja da kein Zertifikat, aber ich habe ja das Wissen.Nicole Chmielorz

Dahinter steckt eine Beobachtung, die beide teilen: Wir sind darauf trainiert, nach jedem Lernschritt etwas vorweisen zu können – einen Abschluss, einen Lehrgang, ein Zertifikat. Sobald das auch für Selbstentwicklung gilt, wird sie anstrengend. Und dann verliert man die Lust auf genau die Bücher, die einem eigentlich helfen würden.

Die ersten hundert Seiten reichen manchmal

Früher galt für sie: angefangen heißt zu Ende lesen. Heute sieht sie es anders. Wenn ein Buch nach hundert Seiten den Input gegeben hat, den sie gerade gebraucht hat, dann hat es seinen Dienst getan – und darf zurück ins Regal, bis sie es wieder braucht. Fünfzehn halb gelesene Bücher liegen bei ihr herum, und sie ist damit völlig im Reinen.

Helen kennt dieselbe Praxis, nur mit anderer Bewertung: Auch bei ihr wandern Bücher vom Nachttisch zurück ins Regal – aber sie verbucht das innerlich als etwas Negatives, als hätte sie versagt. Dass beide dasselbe tun und es so unterschiedlich einordnen, ist einer der Momente, an denen das Gespräch hängen bleibt.

Nicoles Argument dagegen ist ein zeitliches: Solange du an dem alten Buch hängst, liest du das neue nicht – und kommst mit beiden nicht weiter.

Ein Buch kostet weniger als ein Onlinekurs

Beide sprechen darüber, wie viel in der Businesswelt über Onlinekurse und Fernstudien läuft – und was ein Buch dagegen kostet. Jemand hat viel Zeit investiert, um sein Wissen kompakt zusammenzupacken, und man bekommt es für vergleichsweise wenig Geld. Man kann in ein Thema hineinschnuppern, ohne sich vorher für mehrere hundert Euro zu entscheiden. Und man muss es nicht einmal kaufen: gebraucht, geliehen, aus der Bücherei.

Besonders bei Geld findet Helen das hilfreich. Es sei genau das Thema, bei dem sie unentspannt ist – und ausgerechnet dort wirkt ein Kurs für mehrere hundert Euro wie ein Widerspruch in sich. Ein Buch ist der niedrigschwelligere Einstieg, auch wenn es beim Lesen genauso etwas auslöst.

Nicole beschreibt aus ihrem Arbeitsalltag, dass viele Menschen beim Thema Finanzen eine innere Blockade haben, weil sie nie einen entspannten Umgang mit Geld gelernt haben. Über ein Buch lässt sich das langsam angehen – auch die Frage, was finanzielle Unabhängigkeit für einen selbst eigentlich heißt. Das muss keine Million sein.

Sich ein Buch gönnen

Helen erzählt von einem Satz, der bei ihr hängen geblieben ist: Der Finanz-Autor Ramit Sethi spricht davon, dass jeder sein eigenes »Rich Life« definieren soll – und für ihn gehört dazu, ein Buch einfach zu kaufen, wenn es ihn interessiert, ohne über den Preis nachzudenken. Seitdem erlaubt sie sich das auch, selbst wenn im selben Monat schon fünf Bücher dazugekommen und erst drei gelesen sind.

Nicole hat dazu ein Buch gelesen, das genau davon handelt: »Happy Money« von Ken Honda. Die Idee dahinter: Geld, das man mit gutem Gefühl ausgibt, ist etwas anderes als Geld, das man widerwillig loswird. Sie ordnet das selbst als sehr spirituell ein – und genau an dieser Stelle wird im Gespräch klar, wie weit beide sich von ihrem früheren Blick auf solche Bücher entfernt haben.

Nicole beschreibt hier ihre eigene Sicht auf den Umgang mit Geld, keine allgemeingültige Regel. Das Buch ist ein Ratgeber, keine Finanzberatung.

Vom rationalen Menschen zur Meditation

Dass sie heute solche Bücher liest, hätte sie sich selbst lange nicht zugetraut. Sie beschreibt sich früher als sehr rational getrieben – nicht umsonst sei sie in den Finanzbereich gegangen, weil BWL und Zahlen etwas Handfestes waren. Bücher über Energie und Universum hätte sie nicht angefasst; ihr Bild davon waren Menschen, die Bäume umarmen.

Helen geht es ähnlich, mit einer eigenen Bremse: Sie wollte nicht auffallen, wollte in der Norm bleiben. Heute geht sie ihren Interessen offener nach – mit dem Gedanken, dass es ja niemand erfahren muss. Was sie im selben Atemzug ad absurdum führt, weil sie es im Podcast erzählt.

Das Buch, um das es dabei geht, ist »Magnetic Mindset« von Gala Darling – Untertitel: »How to Make Love to the Universe and Manifest Anything«. Selbst für sie sei das sehr spirituell gewesen, sagt Helen, aber sie habe es geliebt. Im deutschen Buchhandel ist der Titel nicht gelistet; es gibt ihn nur auf Englisch, zum Beispiel bei Amazon*.

Und dann sind da noch die Romane

Nicole liest inzwischen wieder beides – und hat sich dafür eine Routine gebaut: morgens, wenn der Kopf frisch ist, zwanzig Minuten Sachbuch, fest im Kalender eingetragen. Romane kommen mittags oder abends, wenn sie runterkommen will. Gerade liest sie »Eragon«, weil eine Freundin es ihr empfohlen hat, und ärgert sich fast, dass sie es als Jugendliche nicht gelesen hat – es hätte gut zu ihrer Harry-Potter-Zeit gepasst.

Ihre These: Jedes Buch macht etwas mit einem. Auch ein Fantasyroman hat einen moralischen oder wertbasierten Kern, und man vergleicht sich beim Lesen automatisch mit den Figuren. Was sie schade findet, ist, dass Romane im Business-Kontext oft abgewertet werden – als wäre das nur Luxus, für den man keine Zeit hat. Dabei können sie mehr auslösen als ein Ratgeber, weil man nicht von außen draufschaut, sondern mitten in der Geschichte sitzt.

Warum ein Buch liegen bleibt

Zum Schluss erzählt Helen von einem Buch, das sie vor Jahren abgebrochen und viel später wieder aufgenommen hat: »Darm mit Charme« von Giulia Enders. Sie wusste noch, wo das Lesezeichen steckte – und an der Stelle war ihr sofort klar, warum sie damals aufgehört hatte. Es lag nicht am Buch, sondern an einer einzelnen Passage, die für sie persönlich schwierig war. Beim zweiten Anlauf konnte sie darüber hinweglesen.

Beide finden den Gedanken nützlich: Vielleicht gibt es für jedes abgebrochene Buch einen Grund – manchmal einfach Desinteresse, manchmal etwas, das man selbst erst später versteht. Als Aufgabe für alle, die zuhören: einmal ins Regal schauen, wo genau die Lesezeichen stecken.

Wenn bei dir halb gelesene Bücher herumliegen und du ein schlechtes Gewissen deswegen hast, hörst du in dieser Folge zwei Menschen, die genau das anders sortiert haben.

Die ganze Folge hören

Die Bücher aus dem Gespräch

Vier Titel, die in dieser Folge vorkommen – drei Ratgeber und ein Drachenroman.

Cover von Happy Money von Ken Honda

Happy Money

Ken Honda

Nicoles Beispiel für einen anderen Umgang mit Geld: Ausgeben darf sich gut anfühlen. Aus dem Japanischen von Sonja Hauser.

Bei Thalia ansehen*

Cover von Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter von Christopher Paolini

Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter

Christopher Paolini

Der Roman, den sie zum Zeitpunkt der Aufnahme gerade liest – nachgeholt aus der Harry-Potter-Zeit. Aus dem Englischen von Joannis Stefanidis.

Bei Thalia ansehen*

Cover von Darm mit Charme von Giulia Enders

Darm mit Charme

Giulia Enders

Helens Beispiel für ein Buch, das jahrelang liegen blieb und beim zweiten Anlauf funktionierte.

Bei Thalia ansehen*

Cover von Das Kind in dir muss Heimat finden von Stefanie Stahl

Das Kind in dir muss Heimat finden

Stefanie Stahl

Im Gespräch als Beispiel dafür genannt, wie selbstverständlich Selbsthilfe-Titel inzwischen auf Bestsellerlisten stehen.

Bei Thalia ansehen*

*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. Das gilt auch für den Link zu »Magnetic Mindset«* weiter oben im Text – den Titel gibt es nur auf Englisch und nicht im deutschen Buchhandel.

Häufige Fragen

Wie finde ich zurück zum Lesen, wenn ich lange nicht gelesen habe?

Nicole Chmielorz’ Weg lief über ein Thema, das sie ohnehin interessierte, nicht über ein bestimmtes Buch. Sie hat sich gefragt, worauf sie gerade Lust hat, und dann danach gesucht – und sich erlaubt, nach Gefühl zu entscheiden statt nach dem, was man gelesen haben sollte.

Muss ich ein Buch zu Ende lesen?

Nein. In der Folge sagt sie, dass ein Buch seinen Dienst getan haben kann, sobald es den Input gegeben hat, den man gerade brauchte – auch nach hundert Seiten. Es wandert dann zurück ins Regal und darf später wieder herausgezogen werden. Bei ihr liegen etwa fünfzehn Bücher halb gelesen herum.

Was bringen Ratgeber gegenüber einem Onlinekurs?

Vor allem den Einstieg: In einem Buch steckt kompaktes Wissen für vergleichsweise wenig Geld, man kann in ein Thema hineinschnuppern und danach entscheiden, ob man tiefer einsteigen will. Und man muss nicht kaufen – gebraucht, geliehen oder aus der Bücherei geht auch.

Warum fällt der Umgang mit Geld vielen schwer?

Nicole Chmielorz arbeitet täglich mit Finanzen und beschreibt, dass viele Menschen eine innere Blockade haben, weil sie nie einen entspannten Umgang mit Geld gelernt haben. Über Bücher lässt sich das schrittweise angehen – auch die Frage, was finanzielle Unabhängigkeit für einen selbst bedeutet.

Was ist der »Gedankencircus«?

Der Podcast von Nicole Chmielorz, gestartet 2024. Es geht um Persönlichkeitsentwicklung, Selbstständigkeit, mentale Gesundheit und Finanzen, in Solofolgen und Gesprächen. Kurz vor dieser Folge war Helen dort zu Gast.

Machen Romane weniger mit einem als Sachbücher?

Im Gegenteil, sagen beide. Weil man in der Geschichte drin ist statt von außen draufzuschauen, lässt sich schwerer entscheiden, dass einen etwas nicht berührt. Dass Romane im beruflichen Umfeld oft als Luxus abgetan werden, findet Nicole Chmielorz schade.

Die ganze Folge zum Nachlesen

Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht, und bei Orts- und Eigennamen. Maßgeblich ist die Aufnahme.

Helen
Herzlich willkommen, Nicole. Ich freu mich sehr heute mit dir über … Ich nenn's jetzt einfach mal Bücher als … vielleicht Form der … Persönlichkeitsentwicklung oder zumindest so, als tatsächliches Tool zu sprechen. Aber bevor wir damit starten, hab ich zwei Fragen an dich. gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?

Nicole Chmielorz
Also ich habe Holunderblütenschorle auf Eis mitgebracht und wir sitzen bei Sonnenuntergang in den Bergen am See und genießen die zusammen.

Helen
Richtig, richtig gut. Ich finde es irgendwie auch cool, dass echt oft so Sonnenuntergänger oder so was kommen, irgendwie habe ich immer das Gefühl, das ist sowas, was alle total romantisieren, was man aber eigentlich ein bisschen zu wenig in den Alltag integriert. Deswegen zumindest gedanklich sitzen wir ständig und beobachten Sonnenuntergänge. Was ich mich mit der Holunderblütenschorle gefragt habe, ist das mit Eiswürfel oder richtig mit Kugel-Eis?

Nicole Chmielorz
Nee, mit Eiswürfel. Also tatsächlich Holunderblütensirup, aufgegossen mit Mineralwasser, Sprudelwasser und schön kalt, damit in dem Wein herrscht das schön klingt nachher.

Helen
Ach, sehr gut. Ja, okay, dann lass uns mal anschließen. Ich hab's schon so ein bisschen ja angeteasert. Also, vielleicht für alle, die zuhören. Wir haben vor einer Weile eine Podcastaufnahme für deinen Gedankencircus gemacht. Und wenn diese Folge hier online geht, ist deine Folge auch schon online. Also kann man sich die mal anhören. Und da hast du quasi mir Fragen zu Büchern, zu Lesen, und solche Sachen gestellt. Ich fand unser Gespräch einfach super interessant. Also unbedingt auch mal reinhören. Aber ich dachte so ein bisschen, das können wir, glaube ich, hier auch noch mal fortführen, weil du, glaube ich, schon noch mal eine andere Perspektive aufs Lesen mitbringst. Eine, die wir vielleicht so in der Form auch noch nicht so sehr hier im Podcast hatten. Was aber eigentlich auch sehr dementspricht, was ich mache. Also ich lese ja auch viel, um Neues zu lernen. Und ich hatte den Eindruck, das machst du auch. Also in welcher Form spielen Bücher bei dir eine Rolle? Was liest du so und genau, welchen Stellenwert haben die bei dir?

Nicole Chmielorz
Ja, das ist eine super spannende Frage, weil ich komme ja so auch aus dem, also ich lese ja mein Leben lang schon, gefühlt, seit ich lesen kann, habe ich irgendwie Bücher in der Hand und habe natürlich so im Jugendalter ganz viel Romane und hier klassisch Harry Potter und so weiter gelesen und habe ja wirklich Bücher verschlungen und war wirklich in diesen Geschichten immer total drin und als ich dann irgendwann in den ja Business-Alter gestartet bin, nach der Schule, man studiert und man arbeitet und dann war irgendwie lesen immer so, oh, es ist anstrengend und es ist so viel und muss sowieso schon den ganzen Tag lesen, jetzt musste irgendwie auch noch privat dir irgendwie Bücher zu legen, da war das immer sehr anstrengend und da gab es eine Phase, wo ich echt wenig gelesen habe und dann habe ich mich irgendwann in die Richtung Persönlichkeitsentwicklung entwickelt und habe mich auch selbstständig gemacht, dann vor circa fünf Jahren und ich habe davor dann angefangen, mich mit vielen Themen rund um Psychologie zu beschäftigen, hatte dann auch mein Wirtschaftspsychologie-Studium begonnen Und dann war irgendwie so dieses Thema, wo kriege ich eigentlich dieses Wissen her, was mich wirklich interessiert. Und das, ich bin, hab dann auch zwischenzeitlich festgestellt, ich bin halt einfach nicht so diese Blog- und Google-Leserin. Ich mag es einfach, ich hab auch ebook-Reader ausprobiert, ich mag es einfach, ein Buch in der Hand zu haben. Und hab dann festgestellt, dass es einfach so viele tolle Bücher gibt, wo wir uns selber hinterfragen können, selber reflektieren können, wo es nochmal über diese Roman- und Fantasy-Welt hinweg geht, sondern wo es wirklich ganz, ganz tolle Bücher gibt, die dir sagen, wie du Tipps und Tricks in deinem Alltag integrieren kannst. Und selber dann auch hinterfragen kannst, wo stehe ich eigentlich im Leben, was kann ich vielleicht noch in meinem Leben vielleicht ein bisschen besser machen. Und so habe ich angefangen, mich mit den ganzen Sachbücher, ist es ja gar nicht mal nur unbedingt, aber so im Business-Kontext mit Lesen zu beschäftigen. Und dann werde ich voll drinnen wieder im Lesen. Und ja, mittlerweile lese ich auch wieder Romane und habe einfach auch wieder dieses Gefühl für Bücher gewonnen, weil mittlerweile verschlinge ich einfach wieder einen Buch nach dem anderen.

Helen
Ja, das ist richtig cool, weil ich glaube, wichtig ist vor allen Dingen, dass man was findet, was einem selbst gefällt, wo man selber Lust drauf hat. Und ich glaube, wenn man einmal wieder drin ist, dann, wie du sagst, dann könnt es ja auch wieder andere Genres werden, aber dass man erst mal weniger danach schaut, was man denkt, was man lesen sollte oder so was oder wie Lesen auszusehen hat und wirklich aufs Bauch. Also ich denke, man das Bauchgefühl ist da auch echt wichtig. Ich habe gerade gedacht, wahrscheinlich ist, ich frag nicht gerade, wie das eigentlich sortiert würde, aber vielleicht sind das immer eher so die Ratgeber oder so?

Nicole Chmielorz
Ja, es wird auch meistens… Ja, es wird meistens unter Ratgeber geparkt und dann dann guckt man einfach, was einen anspricht. Also ich bin ein totaler Bauchgefühlsmensch und ich gucke auch gerade immer, wenn ich irgendwie einfach ein Thema ansprechen finde, ich gucke Scroll dann einfach durch, auch wenn ich irgendwie bei Amazon gucke oder ich kriege ganz viele Buchempfehlungen und dann merke ich mir das immer schon in meinem Warenkorb und dann gucke ich immer, wenn ich wieder eine neue Bestellung irgendwo aufgebe oder durch einen Buchladen laufe und gucke einfach, was mich anspricht und dann merkt man eigentlich schon welches Thema es ist eigentlich und das kann vor einer Woche ein ganz anderes gewesen sein als mich heute wirklich anspricht und ich habe mir wirklich angeschafft wie so eine kleine Bibliothek und dann immer wenn ich ein neues Buch haben will, ich habe ja auch Vorrat, kauf ich ja bei einem kleinen Sammlerin. Ja, wir alle, glaube ich. Genau. Und dann geht man einfach wirklich ans Regal und guckt, was ist eigentlich gerade das, was ich überreffig Bock hab? Und dann merkt man, wenn man nicht nur… Ja, und dann ist es gar nicht nur immer ein Roman, sondern man kann es halt wirklich auch mal, wenn man diese Bücher im Regal dann verstehen hat, aus dem ich irgendwie habe, ich habe heute Bock mehr über das Thema XY zu erfahren und dann oder wie kann ich mich besser strukturieren? Ich bin ja nicht unbedingt die strukturierteste Person immer. Da darf ich noch ein bisschen was lernen und dann ziehe ich vielleicht gerade das Buch weil mich das gerade irgendwie bewegt.

Helen
Ja, das also bei mir ist das immer so ein Wechselgefühl. Ich habe manchmal, dass ich dann in meinen Regal gucke und denke, weil das was du jetzt auch im Hintergrund bei mir siehst, das sind eigentlich alles, wo ich ja dich nicht gelesen habe, dass ich dann manchmal denke, oh mein Gott krass, wie soll ich das jemals schaffen. Aber die meiste Zeit gehe ich so an meinen Regal und denke so, ich hab voll viel Auswahl. Ich kann wirklich einfach gucken, worauf ich jetzt Lust habe. Und ich hab das zum Beispiel gestern Abend, hab ich kurz überlegt, ob ich noch ein neues Buch anfange, obwohl da irgendwie schon so zehn auf meinem Nachtisch liegen. Weil ich gemerkt hab, gerade komme ich bei keinem dieser Bücher so richtig in so ein Flow. Dann dachte ich vielleicht, Hesse, ich setze nochmal mit einem neuen. Ich habe mich letztendlich dagegen entschieden, aber ich finde es dann total wertvoll, einfach wirklich mich vor Regalzustellen. Ich ziehe dann auch einzelne raus und höre wirklich so in mich rein. Habe ich da jetzt Lust drauf? Glaube ich, dass es jetzt gerade vielleicht der richtige Zeitpunkt dafür ist. Und ich kann natürlich auch mal falsch liegen. Aber ich habe das wirklich oft, dass ich dann in dem Moment so on fire bin, wenn ich das richtige Buch finde und das dann auch in ein paar Tagen so weggeatmet habe im Grunde. weil ich dann dieses Thema oder so, und es muss bei mir auch nicht immer ein Sachbuch sein. Es kann wirklich auch oft ein Roman sein, dass ich einfach gerade denke, genau das rauche ich gerade oder das möchte ich gerade lesen.

Nicole Chmielorz
Ja, und das kann, wie du schon sagst, das kann jetzt heute ein ganz anderes sein als irgendwie letzte Woche. Und ich habe auch ganz viele Bücher mal angefangen, weil, und das habe ich auch gelernt früher war es wirklich so, dass ich ein Buch, wenn ich angefangen, musste das zu Ende gelesen werden. Also kann ich nicht sein, dass ich irgendwie zehn Bücher offen habe. Und das habe ich gelernt, weil wenn ein Buch vielleicht einfach nach 100 Seiten seinen Dienst getan hat, weil du vielleicht den Input, den du gebraucht hast, einfach schon rausgezogen hast, dann ist es vielleicht jetzt auch an der Zeit ein neues anzufangen, weil du jetzt vielleicht einen anderen Input brauchst und dann kannst du das andere irgendwann wieder ranziehen. Und das habe ich gelernt, gerade bei Sach- und Fachbüchern, weil wir uns dann oft zwingen und dann verlieren wir vielleicht auch die Lust an diesen Ratgebern, weil wir uns zwingen, dieses Buch fertiglesen zu müssen, weil wir vielleicht nicht mehr im Flow sind. Und dann verlieren wir grundsätzlich an Ratgebern vielleicht die Lust. Und deswegen … Ich habe übergegangen, zu sagen, wenn ich die ersten 100 Seiten richtig geil fand und ich habe den Input, den ich gebraucht habe, daraus gezogen, dann hat es den Dienst aktuell getan und steht in meiner Bibliothek und ich kann es wieder ziehen, wenn ich es wieder brauche. Deswegen finde ich es gar nicht mal so schlimm. Ich habe 15 Bücher nur halb gelesen und liegen noch auf meiner Lesenliste oder auf meinem Lesestapel und ich bin völlig feiner mit. Ich weiß, es ist so genau richtig.

Helen
Ich finde das voll spannend, weil ich habe schon öfter hier im Podcast auch gesagt, dass mir das schwerfällt Bücher so richtig abzubrechen, weil ich glaube in meinem Kopf ist es dann abbrechen und irgendwie weggeben oder so, weil ich gelesene Bücher weggebe. Aber eigentlich mache ich es genauso wie du, nur bewertig anscheinend anders, weil diese ganzen Bücher, die da auf meinem Nachtisch jetzt gerade liegen, liegen da zum Teil auch schon länger. Und teilweise mache ich dann eben auch so, dass ich die dann zum Beispiel wieder zurück ins Regal oder in ein anderes Fach oder sowas stelle. Also auch so ein bisschen rotiere und mir denke, das ist jetzt gerade irgendwie nicht. Ich glaube, was bei mir nur immer noch ist, dass ich es dann irgendwie für mich bewerte als schlecht oder sowas oder irgendwie dem ganzen weiß ich gar nicht. irgendwie auf jeden Fall einen negativen Wert bei. Warum auch immer? Und ich glaube, das könnte ich vielleicht noch mal angehen, weil ich finde es eigentlich auch. Also ich sehe das genau so wie du. Wenn es jetzt gerade halt auch einfach nicht passt, so warum sollte ich mich auch dazu zwingen? Genau. Ich denke immer nur so, oh keine Ahnung, ich kann das jetzt nicht weggeben. Aber wenn ich zum Beispiel dann ja jetzt irgendwie, Das hat dann erst mal bei mir, ist es auch nachtisch versauert, dann habe ich es ins Regal geräumt. Und da habe ich es aber auch nicht wieder rausgeholt. Dann zum Beispiel fällt es mir schon leicht, auch zu sagen. Nee, also ich glaube, das werde ich nicht mehr in die Hand nehmen. Aber so glaube ich einmal diese Entscheidung am Anfang zu treffen. Dieses Buch kommt potenziell auf die Abschussliste. fällt mir dann manchmal noch schwer. Aber ja, ich glaube, wichtig ist ja vor allen Dingen erst mal in dem Moment zu schauen, was möchte ich jetzt lesen. was du mit diesen anderen Sachen machst, . Das kann man ja noch entscheiden. Aber dass man vor allen Dingen nicht sich zu irgendwas zwingend auf man einfach keine Lust hat.

Nicole Chmielorz
Ja, und es ist ja so viel Zeit, die dann irgendwie ins Land geht, wo du nichts Neues lesen kannst, weil du ja in der Zeit irgendwie noch an diesem Alten hängst, was eigentlich ausgedient hat. Und ich habe tatsächlich einen Teampartner, der jetzt letzte Woche zu mir gesagt hat auch ich habe das Buch noch nicht fertig gelesen ist. Wegen kann ich das andere leider nicht anfangen, wo ich immer auch gesagt habe, du vergeudest doch gerade wertvolle Zeit, wo du das andere wahrscheinlich schon verschlungen hättest. Weil du das eine an dem einen jetzt hängst, aber du kommst ja de facto nicht weiter. Also irgendwie bringt die ja gerade nichts das alte. Denn ich nutze das neue einfach an.

Helen
Ja, voll. Eine Sache, die mir eben durch den Kopf gegangen ist und da fände ich verspannend auch von dir zu hören. Weil früher, weiß ich, auf jeden Fall hätte ich so manche der Bücher, die ich jetzt lese und die ich jetzt auch mit wirklich totaler Begeisterung lese, gar nicht erst in die Hand genommen, weil ich glaube, ich gedacht hätte, das ist so, ich weiß nicht, ob es das vielleicht früher auch eher noch die Kategorie war, ob es die jetzt so gibt, aber da waren das eher so Selbsthilfebücher. Ich glaube, das wurde so Selbsthilfe genannt. Und da hatte ich irgendwie einen negativen Blick drauf, dachte ich so … keine Ahnung. So fand ich komisch auf jeden Fall. Und wenn ich jetzt teilweise auf die Bücher gucke, das ist sogar wahrscheinlich noch Next-Level-Selbsthilfe, wo ich dann auf jeden Fall die Nase rümpft hätte. Ich hab jetzt was zu »»Magnetic Mindset«« gelesen. Dann steht da das Untertitel »»Make Love to the Universe««. Da denk ich halt auch so, oh, das ist selbst für mich bisschen auch sehr spirituell, aber irgendwie habe ich es geliebt, dieses Buch. Aber ich meine, so was wie was jetzt ja auch auf Bestseller Listen ist. Ich glaube, so Stefanie Stahl mit diesem, »Das Kind in dir muss Heimat finden«, das wäre ja wahrscheinlich die Kategorie Selbsthilfe. Und das hätte ich früher einfach nicht in die Hand genommen, weil ich das komisch gefunden hätte. Bin nur ich so oder ging dir das auch so?

Nicole Chmielorz
Das ging mir auch so, weil ich früher, also so ein bisschen zu meiner Person, ich habe mich in den letzten zehn Jahren, glaube ich, extrem weiterentwickelt und ich war früher ein sehr rational getriebener Mensch. Also das heißt, nicht umsonst bin ich auch so in diesen Bereich Finanzen reingekommen, weil ich damals natürlich gedacht habe, da BWL und Finanzen, das ist halt irgendwie so was Handfestes, da hast du was. mittlerweile liebe ich es aber auf eine andere Art und Weise und ich lebe es auch auf eine andere Art und Weise und früher war ich wirklich so ein sehr rational verstandenes getriebener Mensch und habe in den letzten seit ich Persönlichkeitsentwicklung eigentlich so in meinem Leben implementiert habe so in den letzten fünf sechs Jahren wirklich auch sehr sehr viel Spiritualitätswissen dazu bekommen und sehr, sehr viel Verständnis zu diesem Thema. Energiefluss und Universum und wie kann ich, das was ich ausstrahle, empfange ich auch und deswegen ist es tatsächlich, ob bei mir ein super krasser Wandel gewesen, weil früher hätte ich solche Bücher niemals angefasst und hätte gedacht, boah, also die umarmen alle ihre Bäume und so und da kann ich gar nichts mit anfangen und Und mittlerweile habe ich ein ganz anderes Verständnis, ein ganz anderes Feeling dafür, weil es vielleicht auch mit der Selbstständigkeit gekommen ist und du natürlich irgendwann auch lernst, dass du das Leben selber in die Hand nehmen kannst und nicht mehr irgendwie von außen getrieben bist, sondern es selber gestalten kannst. Und dann kriegst du vielleicht ein anderes Verständnis auch dafür. Und deswegen liebe ich diese Bücher mittlerweile und ich verschlinge die. Und habe auch sehr, sehr viel mit Meditation mittlerweile zu tun und habe eine ganz andere Verbindung dazu. Und ich hatte früher, geht es mir genau wie dir, diese Bücher niemals angefasst und hätte gedacht, ach Gott, dieses abgefahrene Zeug. Und heutzutage ist es für mich selbstverständlich, dass es irgendwie zum Leben dazugehört, weil das Leben für mich genau so funktioniert.

Helen
Ja, mega spannend.

Nicole Chmielorz
Also ich weiß nicht, ob man es heute aber jetzt gerade unten irgendwie die Hecke gemählt, glaube ich. Super. Sehr gut.

Helen
Richtig gute Fenster anscheinend und ein gutes Mikro. Ich weiß auch nicht, was das bei mir veränderte. Ich glaube bei mir war es eher so auch sehr, ein sehr schleichender Prozess. Also das Buch, was ich jetzt irgendwie letzte Woche beendet habe. Das hätte ich jetzt vor vier Jahren, wo ich dann vielleicht eher auch schon mal Ratgeber oder was ist das auch, wie ich in die Hand genommen habe, trotzdem noch nicht angefasst. Ich glaube, es steigert sich vielleicht auch einfach. Aber was bei mir, glaube ich, echt eine Rolle gespielt hat, war, dass ich immer so ein bisschen, ich wollte irgendwie nie richtig auffallen. Ich wollte halt immer so in der Norm bleiben. Und ich hatte bei vielen solchen Sachen vielleicht einfach das Gefühl, dass es nicht die Norm. Das ist irgendwie komisch. Und mittlerweile gebe ich aber so einfach meinen Interessen auch viel mehr nach und denke mir halt so, ja, aber wenn ich das jetzt gerade spannend finde, es muss doch auch echt niemand erfahren, Helen. Du musst ja nicht der ganzen Welt im Podcast erzählen, dass du einen Buch über irgendwie »»Make Love to the Universe«« gelesen hast. Das haben wir trotzdem gerade. Genau. Mittlerweile bin ich dafür sehr offen und ich denke so cool, werden ja vielleicht auch andere Leute denken, ha, das klingt witzig, das will ich auch lesen. Aber mir hat das geholfen, dass ich dann dachte, das weiß doch kein Mensch. Mach jetzt einfach so, dann wenn sie nicht gefällt, kannst du es weglegen. Aber wenn du immer darüber nachdenkst, dass du so was interessant findest und dir es so selber verbietest, irgendwie wem bricht das so was, also da hat doch niemand irgendwie was von. Und da, ich glaube, das hat mir so ein bisschen geholfen, einfach dem auch mehr nachzugehen. Und was ich eben aber auch noch dachte, ist halt, weil so wenn du in der Business-Welt dann so ein bisschen ankommst, das gibt ja auch irgendwie zu allem Online-Kurse oder ich meine selbst, du musst ja nicht mal Online-Kurse, aber du kannst ja auch keine Fernstudium irgendwie noch, also kannst ja so viel machen, was halt deutlich mehr Geld, eine größere Investition wäre. Das finde ich zum Beispiel supergeil an Büchern. Du hast da auch sehr kompaktes Wissen, da hat jemand sehr viel Zeit investiert, um das alles da reinzupacken. Du bekommst aber vergleichsweise für wirklich ein kleines Geld. Und vor allem, gerade wenn ich denke, weiß nicht, ob »»Magnetic Mindset«« jetzt das Richtige für mich ist, aber ich kann erst mal in dieses Thema reinschnuppern und mal gucken, ob es mich wirklich so begeistert. Und wenn nicht, dann such ich mir halt irgendwie vielleicht doch noch mal ein neues Thema. Und das finde ich auch mega geil an Büchern. Du hast irgendwie eine Welt an Wissen für eigentlich… Und selbst… also du musst das ja nicht mal kaufen, du kannst es… oder du kannst Gebrauch kaufen, du kannst leihen, du kannst dich in einer Bücherei anmelden. Du hast da wirklich so viel Mehrwert auf ganz wenig Raum und für wirklich erschwingliches Geld.

Nicole Chmielorz
Absolut. Und das ist so cool, dass du das sagst, weil ich glaube, dass wir, also gerade in jungen Jahren oder wir werden halt irgendwie auch so erzogen, dass wir versuchen, immer möglichst ein Zertifikat nach dem nächsten so was Offizielles zu haben, weil wir in unserer Karriere irgendwie immer was vorweisen müssen. Wir haben dann den Studiengang gemacht und dann haben wir das gemacht und dann haben wir den Lehrgang abgeschlossen und so weiter und so fort. Dann wird es natürlich für uns immer anstrengend. Gerade wenn wir uns mit solchen Themen wie Selbstentwicklung beschäftigen, dann denken wir, da müssen wir jetzt ein Zertifikat für machen. Wir müssen uns ja weiterentwickeln. Dann wird es für uns immer anstrengend, weshalb viele die Lust auf solche Bücher verlieren. Das war auch ein Prozess, wo ich in der Selbstständigkeit war. Ich hatte schon gesagt, ich habe Wirtschaftspsychologie, und hatte in den Master begonnen. Auch in dieser Spirale war es, wenn du jetzt was lernst, du kennst ja gleich noch einen Master machen und so. Als ich in diesem Studiengang drin war, Da ist ja viel mit so Statistik und so und das magst du ja überhaupt nicht. Und hab dann eigentlich nur die Module belegt, die ich richtig geil fand, so das Thema Rhetorik und Coaching, Kommunikation, Mediation und so diese ganzen Themen hab ich gemacht. Und hab dann den Studiengang abgebrochen. Ja. Und das war für mich das größte Learning, wo ich dann angefangen hab zu sagen, wieso dräng ich mich eigentlich in so ein Zertifikatsding rein, obwohl mich ja nur bestimmte Themen aus diesem Studiengang eigentlich interessieren. Und dann habe ich halt angefangen, mir diese ganzen Themen über Bücher zu erarbeiten und hab dann gesagt, okay, ich fand Coaching total geil, ich fand Mediation, ich finde Kommunikation total gut. Wieso lese ich da nicht einfach Bücher für? Natürlich gibt's ja da kein Zertifikat, aber ich habe ja das Wissen. Ich habe das, was ich eigentlich haben möchte, dann in mir und damit werte ich ja mein Leben auf. Damit werte ich meinen Umgang mit anderen Menschen auf und so weiter und so fort. Und das war für mich dann so dieser Change, wo ich dann wieder den Weg gefunden habe, weg von diesen ganzen gezwungenen Zertifikats vor Zeigen lesen, hin zu dem, worauf habe ich eigentlich richtig Bock. Und dann habe ich mir auch die Themen entsprechend rausgesucht. Und dann wird es, wie du es auch sagst, immer tiefer, . Genau, es ging so mit Kommunikationen an und dann willst du halt verstehen, wieso So kommunikation eigentlich so funktioniert und dann wird es halt einfach immer immer tiefer und immer spiritueller tatsächlich auch.

Helen
Ja, ich habe direkt so 30.000 Gedanken dazu. Ich denke so, wir könnten wahrscheinlich eine ganze Folge damit füllen. Aber das du gerade auch mit dem Studium meintest, bei mir war das auch so ich, ach keine Ahnung, ich habe glaube ich eine lange Findungsphase hinter mir, aber ich hatte eine Ausbildung gemacht und gemerkt Ich möchte jetzt noch nicht in die Arbeitswelt starten. Also studiere ich jetzt. Und dann habe ich richtig, und das war, glaube ich, echt das erste in meinem Leben, wirklich einfach geschaut mit dem, was ich an Möglichkeiten habe, weil ich hatte zu dem Zeitpunkt ein Fachabitur. Also ich wusste, ich kann an die, also die heißen jetzt ja nicht mehr Fachhochschule, aber ich konnte an eine Fachhochschule, nicht an die Unis. Das filtert ja schon mal viele raus. Es sind aber immer noch echt viele, wo du dich bewerben kannst. Und dann habe ich mir jede Ich habe ein Wikipedia-Artikel mit allen Fachhochschulen Deutschlands angeguckt. Also warum ich im Kopf Deutschland gefiltert habe, weiß ich nicht. Aber so war es auf jeden Fall. Und dann habe ich mir jede einzelne angeguckt und bei jeder einzelne geguckt, was die an Studiengängen hat. Und dann richtig einfach nur geguckt, worauf habe ich Lust. Und letztendlich das Studium, was ich gemacht habe, habe ich geliebt über alles. Ich fand es so geil. Es gab ein paar Kurse gegen Ende. Die haben mich ein bisschen abgeschreckt. Die fand ich dann so sehr theorielastig. Ich bin nicht so der Theorie-Mensch, glaub ich. Fand ich dann nur noch so halb cool, aber wirklich so 90 Prozent beim Studium, fand ich richtig geil. Und gleichzeitig denkst du, ja, weiß jetzt nicht unbedingt, ob das jetzt noch so viel eigentlich mit dem zu tun, was ich heute mache. Aber das war mir, glaube ich, dann auch einfach in dem Moment nicht so wichtig. Ich wollte einfach wirklich was machen, was mir gefällt, weil ich mich auch schon jahrelang durch die Schule so ein bisschen gequält hat. Das war nicht so richtig meins, nicht das richtige Umfeld vielleicht auch einfach. Und einfach mal auch so aufblühen zu können und sehen, ich hab was drauf, ich muss nur halt das finden, was mir gefällt. Das war total cool. Und ich glaube, ich hatte oft, wenn ich mir das, sag ich mal gestattet hab, dann habe ich ganz oft eher danach geschaut, was ich denn lernen möchte, zum Beispiel. Also wer mir jetzt nicht in den Sinn gekommen zum Beispiel ein Jurastudium anzufangen, weil da wusste ich von vornherein, ist ja schön und gut, Aber ich glaube, ich tendenziell verliere das oft aus dem Blick und denke dann so, ja, aber kannst du doch jetzt nicht machen, warum auch immer. Also daran musste ich gerade denken. Aber auch an so Punkte wie, Also, ich glaub, bei mir kommt's immer wieder dahin zurück, mit diesem … sich das gönnen. Das scheint für mich ein Thema zu sein. Und das find ich halt auch spannend. Weil ich weiß nicht, ob ich das … , dann so sage ich, breche das ab. Das ist wahrscheinlich wie mit Büchern. Wenn ich einmal drin häng, find ich's schwer, zu sagen, nein, das ist nicht das Richtige. Deswegen find ich cool, dass du das gemacht hast. Weil das ist ja auch immer eine Entscheidung für dich. Wo es aber um dieses Thema gönnen geht. Ich weiß nicht, ob du den kennst. Der heißt, glaub ich, Ramit Sethi oder so. Wahrscheinlich falsch ausgesprochen. Ist auf jeden Fall, glaub ich, mehr so in Richtung Finanzen. Coach weiß ich nicht, was er eigentlich macht. Informiert auf jeden Fall zum Thema Geld. Und in irgendeinem Interview hatte der mal gesagt, der spricht immer so davon, was ist so dein Rich Life? Und das sollst du dir so vorstellen. für jeden anders aus. Und er sagte zum Beispiel für ihn, wer es so, dass wenn er ein Buch interessant findet, dann kauft er sich das und denkt nicht darüber nach, ob wie teuer das jetzt ist. Und natürlich muss man sich das auch mal leisten können. So alles, ne? Aber ich fand das trotzdem voll spannend spannend auch bei etwas vergleichsweise günstigem wie einem Buch. Dann trotzdem ständig dachte, ja, weil das kann ich doch jetzt nicht machen. Also so Ich habe mir doch jetzt nicht am laufenden Band hier Bücher kaufen. Und seit ich das so bei ihm gehört habe, habe ich gedacht, nee, wenn ich Lust auf ein Buch habe und ich habe gerade das Geld dafür, dann kaufe ich mir das. Auch wenn ich vielleicht jetzt in diesem Monat schon, weiß ich nicht, fünf Bücher gekauft habe und nur drei davon gelesen habe, dann mache ich das jetzt einfach. Und das finde ich auch total befreiend. Ich glaube, für mich ist es echt wichtig, diese nach dem Gefühl gehen. Und ich weiß gar nicht, warum ich das oft, Warum ist das nicht mein Go-to? Ich glaube, ich muss mir wie so ständig die Erlaubnis dafür selber geben, dass das jetzt okay ist. Dass ich irgendwie diese Wünsche sage ich mal habe. Ich weiß nicht, geht dir das auch so? Wenn ich hier selbst rede, denke ich so, oh mein Gott, das stimmt doch nicht mit dir.

Nicole Chmielorz
Nein, das ist so krass, weil du genau das sagst, was glaube ich, 95 Prozent der Menschen bewegt da draußen, aber keine Rede drüber. Weil wir sind halt in, das ist so krass, weil Gedankencircus, habe ich auch dieses Thema permanent, weil dieses Ding der Intuition folgen, das können, also es wird uns ja abtrainiert in der Schulzeit und in der Erziehung. Also als Kinder sind wir ja schon so unterwegs und gehen unter unserer Intuition nach und machen das, worauf wir irgendwie Bock haben. Und dann kriegen wir über das Umfeld ja immer gesagt, nee, du kannst das jetzt machen, weil du musst jetzt irgendwie das machen und du musst jetzt das und kriegen vielleicht auch irgendwie von der Erziehung her Angst gemacht und werden halt so ein bisschen eingeschränkt. Also wir kommen irgendwie frei auf die Welt und dann kommt ja so was wie Erziehung und wickelt uns so ein bisschen ein und wir verlieren eigentlich das aus den Augen, was wir eigentlich so richtig wollen. Und Persönlichkeitsentwicklung ist ja eigentlich, dass wir das, wie wir eingewickelt wurden, auswickeln, weil wir ja da wieder hinkommen, was wir eigentlich sind und wollen und wo unser Gefühl eigentlich hingeht, nur das kriegen wir abtrainiert und wir müssen halt aktiv da dran gehen und diese Schicht für Schicht, die uns irgendwie angelegt wurde, wieder so ein bisschen abzutragen und da müssen wir aufs Gefühl hören, nur wir kennen es eigentlich nicht mehr aufs Gefühl zu hören, weil wir immer rational an Entscheidungen rangehen und sagen, wir werden ja auch immer gefragt, warum hast du jetzt diese Entscheidung getroffen? Warum machst du jetzt das? Und wir müssen uns ja immer rechtfertigen in der Gesellschaft. Und wenn man, also bei mir war es zum Beispiel so, ich habe irgendwann entschieden, aus meiner Heimatstadt wegzuziehen, es hatte einfach keinen Grund. Ich hatte einfach Bock drauf. Ich möchte einfach. Genau. Und jeder sagt, Ja, aber was ist denn das gemacht? Und ich so … Also, einfach so. Einfach so, weil ich bin in diese Wohnung gegangen, fand die geil und hab sie genommen. So. Und genau das Thema, was du nämlich jetzt auch meintest, mit diesem Du gönnst dir was. Ich hab »Happy Money« jetzt gelesen. Also letztens oder vor letztens.

Helen
Das kenne ich nicht.

Nicole Chmielorz
Ja, geiles Buch. Weil da geht es nämlich genau darum, sich den Umgang mit Geld einfach anders zu lernen. zu lernen und da wirklich zu sagen, hey, wenn, wenn dir dein Gefühl sagt, das tut dir gut, dann ist es Happy Money, dann ist es glückliches Geld, was du ausgibst, dann ist es nicht irgendwie, ich muss eine Rechnung bezahlen, sondern es ist einfach was Gutes, dass das Geld von dir weg fließt, weil dann darf wieder auf der anderen Seite Geld zu dir fließen. Das ist jetzt auch sehr spirituell.

Helen
Ja, ich denke auch, wir verlieren bestimmt an dieser Stelle.

Nicole Chmielorz
Aber ich glaube, dass man, wenn man da das Verständnis dann irgendwann so ein bisschen mehr für bekommt und da in diese Welt so ein bisschen eintauchen darf und da sein Gefühl einfach folgt, ist es genau richtig und dann ist es auch kein schlechtes Geld, was irgendwie verteilt wird, sondern es ist was, was dich glücklich macht und dann ist es automatisch Happy Money weil es dich glücklich macht in dem Moment

Helen
Ja. Interessant. Also wo du das jetzt gerade sagst, fällt mir halt auch ein Gerade das Thema mit Geld. Ich hab schon von der Weile gemerkt, da bin ich irgendwie super unentspannt, warum auch immer. Da nutze ich hauptsächlich Bücher oder Hörbücher, um da dran oder Podcast oder so. Aber vor allen Dingen, das ist jetzt so was, wo ich nicht mir einen Onlinekurs oder so rausgesucht hab, sondern da hab ich mich irgendwie weniger jetzt wahrscheinlich bewusst, aber unterbewusst, einfach für Bücher und Hörbücher entschieden. Und ich glaube auch, hauptsächlich immer von Leuten, die zumindest signalisiert haben, sie hatten damit auch mal ein Thema, so dass ich dann mich da eher widergespiegelt drin finde. Aber da fand ich es halt total gut, gerade wenn du halt so das Gefühl hast, ich habe aber kein Geld, dann finde ich manchmal, dass mit diesen, ich sehe dann auch so Onlinekurs oder so, die dann mehrere hundert oder tausend Euro kosten, Dann denk ich so, ja, nee, also, der fühl ich mir eigentlich nicht wohl mit, weil ich habe ja offensichtlich ein Thema damit. Da finde ich halt zum Beispiel ein Bücher total super, weil das fühlt sich für mich irgendwie gut an so. Aber ich kann trotzdem mich damit auseinandersetzen. Ich merke trotzdem, dass dann Dinge, die da drin gesagt werden, mir unangenehm sind oder so, es löst ja trotzdem was aus. Aber vielleicht erst mal niederschwellig. So was, wenn man so ein Thema für sich findet, find ich das mega gut, weil es gibt ja 30 Milliarden Bücher zum Thema Geld. Also da kann man wahrscheinlich noch die nächsten Jahrzehnte lesend verbringen. Und wenn man das selber aber jetzt vielleicht zum Beispiel, weiß ich nicht, man hat zum Beispiel vielleicht Schlafstörung. Es gibt unendlich viele Bücher zum Thema Schlaf, wo man einfach erstmal sich ein bisschen reinlesen kann, ein bisschen vielleicht versteht, wo kommt das her, was kann es für Ursachen haben, was kann man dagegen tun und so. Ich find es so wertvoll, weil es doch einfach tiefer geht, als dann zum Beispiel Podcasts oder so. Da, finde ich, kann man sich oft Inspiration holen und man kriegt vielleicht irgendwie erste Anhaltspunkte. Aber Tendentel, finde ich, in Büchern kann man tiefer eintauchen und das Thema wirklich besser erst mal verstehen.

Nicole Chmielorz
Ja, und was du gesagt hast, ich find es auch, du kriegst einen anderen Zugang zu einem Thema vielleicht auch. Also, weil du musst ja nicht immer gleich das Wissenschaftsbuch zum Thema Schlaf lesen. Ja, ja, genau. Wo irgendwie biologisch erklärt wird, wie funktioniert Schlaf und so, wo du denkst, boah, das interessiert mich jetzt aber gerade gar nicht. Ja. Und das Gleiche ist… Ja, genau. Und du willst aber vielleicht einfach, weil dich das Thema Stress und Schlaf dich vielleicht an, dann gehst du ja über das Thema in das Thema Schlafen rein. Das stimmt, ja. Und das ist ja bei Finanzen genau das Gleiche. Weil viele denken sich, oh, Finanzen… Also ich meine, ich hab da ja tagtäglich mit zu tun. Ich weiß ja, wo die Blockaden bei den Menschen so liegen. Und ich glaube ganz viele denken immer, boah, das muss aber dann so fachlich und ich muss ja dann auch mathe und ich hab ja eben selber gesagt, Statistik liegt mir nicht. Und trotzdem arbeite ich jeden Tag mit Finanzen zusammen. Ja. Und das ist, glaube ich, dann einfach ein anderer Punkt und ich glaube, die meisten Menschen haben beim Thema Finanzen einfach so eine innere Blockade, weil sie keinen gesunden Umgang mit Geld auch gelernt haben und dann kann man ja über diesen Weg einfach sich damit beschäftigen, was bedeutet eigentlich finanzielle Unabhängigkeit, weil das ja für jeden auch wieder was anderes und dann muss es nicht mit einer Million verknüpft sein, wenn man vielleicht eine Million völlig absurd betrachtet. Ja. Und dann findet man einfach irgendwo einen Weg zum Thema Finanz und dann geht es halt immer tiefer, so wie wir den Weg zur Spiritualität irgendwo gefunden haben. Das haben wir ja auch nicht gleich. Das haben wir ja auch nicht gleich irgendwie, das haben wir ja auch nicht gleich irgendwie den Hardcore-Meditationscoach gelesen, sondern sind ja auch über leichtere Wege reingekommen. Ja. Und dann wird es einfach immer tiefer und dann kriegt man irgendwann vielleicht auch so dieses Verständnis zum Thema Zahlen und Geld und wie kann ich eigentlich dann richtig in die Umsetzung gehen und besser mit Geld umgehen. Aber das muss ja nicht gleich von heute auf morgen passieren.

Helen
Ja, und halt, weil es ja wirklich einfach zu jedem Thema so viele verschiedene Man wird selten was finden, wo es einfach nur ein Buch drückt. Vielleicht findet man es nicht direkt. Aber es gibt ja eigentlich tendenziell immer sehr viele. Das ist halt cool, weil es auch jeder anders verpackt, jeder hat vielleicht einen anderen Stil. Es wird eins geben, was dich anspricht, was du cool findest und was irgendwie zu dem passt, wo du gerade auch bist. Also, das finde ich halt super wertvoll. Was ich mich aber gerade noch frage, weil wir jetzt ja schon eher bei den zumindest nicht fiktiven Sachen sind. Du hattest aber ja gesagt, dass du mittlerweile auch Romane und so was liest. Wann kommen die denn zum Tragen und was liest du da so?

Nicole Chmielorz
Ja, also ich hab mir tatsächlich so in den letzten Monaten auch, also das ist jetzt aber auch noch nicht so jahrelang her. Aber so eine neue Routine irgendwie in meinem Leben reingebracht, dass ich morgens tatsächlich so diese, wenn ich noch frisch im Kopf bin, so in der Morgenroutine, so 20 Minuten Lesen immer eintrage, oder habe ich mir in meinen Kalender eingetragen und das mache ich eigentlich auch jeden Tag. Dass ich da dann tatsächlich solche Themen lese, sodass ich in den Tag in das Business reinkommen wirklich in diesen Business-Kontext, Ratgeber, Selbsthilfe, Spiritualität, wie auch immer wir das nennen möchten. Und dann den ganzen Tag über, wenn ich dann halt irgendwie mittags in der Mittagspause oder gerade abends, wenn ich dann runterkommen will, dass ich dann Romane lese und dann auch wirklich was, was ja irgendwie auch entspannend sein kann und einfach wo man den Kopf ausschalten kann. Und auch da nimmt man ja dann trotzdem immer irgendwas mit. Und da ist es auch einfach manchmal leichte Kost. Ich tatsächlich aktuell muss ich ja sagen, lese ich ja, einfach, meine Freund hat mir gesagt, du, wie du hast »Eragon« nicht gelesen, ich hab »Eragon« nicht gelesen. Und aktuell lese ich tatsächlich »Eragon«.

Helen
Ja voll gut. Und? Wie ist es so?

Nicole Chmielorz
Ja voll geil.

Helen
Ich finde halt das Geile ist ja dann, das ist wahrscheinlich das klassische, wo man eher vielleicht bei Büchern drüber nachdenkt, dieses in andere Welten abtauchen. Das ist halt ja auch richtig geil, das Bücher, das können, dass du dann wirklich in dem Moment, wo du, also ich habe »Eragon« nicht gelesen, deswegen ist jetzt wirklich, also das denke ich mir einfach bei dem Buch, aber wenn du in so eine Drachenwelt dann abtaust, einfach auch komplett in dem Moment wahrscheinlich das vergisst, was dich den Tag über beschäftigt hast oder woüber du dir gerade Sorgen gemacht hast oder so. Und das finde ich halt so cool auch, dass das geht.

Nicole Chmielorz
Ja, absolut. Und deswegen liebe ich auch solche Bücher und wieder, sagen wir es mal so, also ich erlaube es mal wieder diese Bücher zu lesen. Ja, und ja, ich finde es total schade, dass ich das damals irgendwie nicht als Jugendlicher auch gelesen habe, weil es hätte eigentlich total gut zu dieser Harry Potter Welt gepasst, die habe ich ja auch verschworen. Hätte ich eigentlich damals auch schon lesen können, habe ich irgendwie nicht gemacht. Und hole ich jetzt halt einfach nach.

Helen
Ja voll, echt. Never too late. Richtig gut. Hast du denn auch, weil das ist so was, was ich, was mir manchmal dann wiederum in der Businesswelt so ein bisschen fehlt, weil da hab ich das Gefühl, alle sind sehr offen für Sachbücher und so und alle irgendwie erkennen den Mehrwert an. Was ich aber ganz oft extrem cool an Romanen finde, ist also natürlich dieser Faktor, Man kann abschalten und so. Das ist dann aber auch vielleicht noch mal eine andere Art von Buch. Ich glaube, das, was wir bei Mädels, die lesen., lesen ist ja oft auch eher dieses, das macht was mit mir. Da werde ich vielleicht auch mit Dingen konfrontiert, die nicht immer nur cool sind oder die ich auch unangenehm finde. Also natürlich nicht jedes Buch bei uns, aber häufiger. Das finde ich wiederum super wertvoll. Ich glaube, das war das, was bei mir überhaupt den ganzen Prozess ausgelöst hat, warum ich Mädels, die lesen. gegründet habe. Dass ich gemerkt habe, da passiert was bei mir, wo ich vielleicht eigentlich lieber nicht hingeschaut hätte. Aber gut, weil wir schon dabei sind, dann beschäftige ich mich damit. Heute vielleicht auch ein bisschen seltener hab, weil ich glaube ich sehr viel schon aufgearbeitet habe, aber was ich immer noch mega cool und wertvoll finde. Also kennst du dieses Gefühl und nutzt du das vielleicht manchmal auch oder ist es dann bei dir eher der Wechsel zwischen wirklich einem klassischen Thema, sag ich mal, dass du bearbeitest, durch einen Sachbuch sagen wir mal und dem reinen abschalten?

Nicole Chmielorz
Ja, also ich glaube jedes Buch macht was mit einem. Also ich glaube, dass selbst wenn ich jetzt »Eragon« lese, ich bin ja jetzt noch nie so weit, irgendwie 150 Seiten oder so, aber selbst da ist es ja so, dass es irgendwas mit dir macht. Also sei das irgendwie die Familienverhältnisse, weil du irgendwie siehst, okay, irgendwie hat er anders reagiert, als ich jetzt reagiert hätte. Warum und so, ne? Also ich glaube jedes Buch, wenn man eine eine gewisse Selbstreflektion hat, . Aber jedes Buch kann etwas in dir auslösen.

Helen
Ja, davon bin ich auch überzeugt. Ich finde es so toll, dass du das jetzt sagst.

Nicole Chmielorz
Ja, weil dann ist es nämlich unabhängig, weil ich meine, es ist ja, auch wenn es Fantasie ist, hat es ja jemand geschrieben aus einem Grund oder mit irgendwelchen Erfahrungen, die diese Person hatte. Und die möchte ja trotzdem irgendetwas mitteilen. Und selbst wenn es irgendwie völlig fantasy ist und irgendwie völlig abwegig, hat es trotzdem irgendeinen moralischen oder wertbasierten Kontext. Und von daher macht es ja immer etwas mit dir und dann muss es gar nicht mal immer auch ein spezielles Thema sein, worum es jetzt irgendwie geht oder auch ich verfolge auch welche Bücher bei Mädels, die lesen., habe ich auch schon einige davon gelesen. Und Ich lese halt meistens nicht in dem Plan mit, weil ich ja nach Gefühl lese. Aber auch da ist es ja so, dass es muss nicht immer ein Aufhänger-Thema geben. Weil selbst wenn es wie gesagt ein Fantasy-Buch ist, hat es meistens eine Aussage. Und es macht immer etwas mit dir. Es ist immer etwas, wenn du völlig abtaust. Du vergleichst dich immer automatisch mit der Hauptfigur, oder mit irgendeiner Figur aus den Büchern oder mit den Aussagen, die getroffen werden. Und dann macht man ja immer ein Checkup. Bin ich eigentlich da, mache ich irgendwie gerade was in meinem Leben falsch oder mache ich in meinem Leben eigentlich gerade alles richtig und im Buch ist es einfach so, dass es mich gerade triggert oder so. Von daher, wie gesagt, selbst wenn du abschaltest, dann unterbewusst, dann liest du ja immer mit und dann unterbewusst, dann arbeitet immer mit dem Buch mit.

Helen
Ja, das finde ich mega gut. Also vor allen Dingen, weil wenn jetzt zum Beispiel auf einem Buch irgendwas mit Trauerverlust oder sowas steht, dann weiß ich, also das sind auch Bücher, die ich gerne mal von mir her schiebe, weil ich dann zumindest davon ausgehe, dass das was mit mir macht. Das ist ein Thema, ich glaube, ich habe mich da sehr intensiv mit auseinandergesetzt. Ich würde doch nicht sagen, dass ich das vermeide. Aber ich glaube, ich brauche auch für den richtigen Moment dafür. Aber bei den meisten anderen Büchern ist es ja eigentlich eher so, dass es mich unvorbereitet trifft, dass ich jetzt nicht unbedingt weiß, da kommt jetzt Thema XY vor und damit muss ich mich dann auseinandersetzen. Und das finde ich eigentlich gut, weil vielleicht wäre es ja sogar gut, ich würde mehr trauer Bücher lesen, weiß ich nicht. Aber ich finde es halt gut, weil es oft eben diese Gefühle anspricht, die ich sonst, wenn mich jemand danach fragen würde, vielleicht eher so ausklammern würde, weil ich dann Ich würde mich heute einfach gerne auch mal nur gut fühlen. Also ich hab das halt im Rahmen der Therapie dann auch viel gemerkt, dass ich dann … Ja, ich kam an Gefühle ran, die ich sehr sicher irgendwo verstaut hatte. Und das finde ich schon ziemlich cool, dass das so geht. Ich hatte natürlich auch den sicheren Rahmen dafür mit der Therapie. Aber ich glaube, dafür muss man jetzt nicht in Therapie sein, um vor allen Dingen, um beim Ende des Lesen mitlesen zu können. Das klingt jetzt so. Aber es gibt dann halt vielleicht, wir hatten mal ein Buch gelesen, da ging es irgendwie um eine, die war schwanger. Und ich glaube, sie war einfach sehr unglücklich in dem Leben, in dem sie sich befand. Und hatte, glaube ich, dieses Gefühl, jetzt aber ja keine Option zu haben. So, ne? Also, da nicht ausbrechen zu können. Es hat super viel mit mir gemacht. Ich hab irgendwie gemerkt, ein paar andere Entscheidungen, und ehrlich gesagt, wär ich da genau so gewesen. Und auch bei der Buchbesprechung hat man es gemerkt, gab es ganz viele, die gesagt haben, das ist aber meine Realität. Und für die war es natürlich auch nicht so leicht, das zu lesen. Aber ich find's so wertvoll, sich damit auseinanderzusetzen und dem irgendwie Raum zu geben, zu bemerken, warum … Warum ärgere ich mich vielleicht auch darüber, dass sie nicht ausbricht oder so? Oder warum beschäftigt mich das so nach? Warum ich da eigentlich immer noch darüber nach? Das glaube ich super wertvoll.

Nicole Chmielorz
Ja, absolut. Und deswegen glaube ich, das sehe ich auch im Business-Kontext, wenn du dich dann natürlich immer irgendwelche Bücher austauschst oder so mit Kolleginnen und Kollegen, dann kommt da natürlich immer diese Fachratgebersachen. Sachen. Aber die Romane machen halt auf einer ganz anderen Ebene was mit dir, weil du dich halt, du springst halt in die Geschichte ja rein und du guckst halt nicht von außen jetzt auf das Fach- und Ratgeberbuch, sondern du springst dir direkt rein und dann kannst du manchmal ja auch so die Kontrolle verlieren, weil du ja in der Geschichte drin bist und dann macht es automatisch was mit dir und du kannst es nicht abkoppeln und jetzt entscheiden so, nee das macht jetzt nichts mit mir. Und deswegen finde ich das tatsächlich schade, dass genau solche Dinge oft dann im Business Kontext abgewertet werden, so von wegen, ja es ist nur ein Roman. Wie du liest jetzt nur ein Roman. Hast du da überhaupt Zeit für? Ja, das ist ja Luxus. Dabei kann es halt sehr, sehr viel mehr mit dir machen und ich bin mittlerweile also deswegen deswegen finde ich Ratgeber ist immer so ein bisschen diese Idee bekriegt. Wir brauchen andere Worte. Ja, weil Ratgeber ist für mich auch immer dieses wissenschaftliche wo du irgendwie nicht so rein gehst. Ich lese ja wirklich meistens so Bücher wo du irgendwie drinnen bist, wo du selber dich dann halt mit connecten kannst und wo du wo du ein bisschen geschichtlich auch aufgebaut hast, sei das dann das ist ein bisschen autobiografisch ist oder wie auch immer, wo du halt eintauchst, wo du dich halt nicht von entfernen kannst, weil das ist ja der Sinn eines Buches, dass du eintauchst und mitgenommen wirst und dann halt auch durch alle Emotionen durchlaufen musst du das irgendwie bei dir auslöst. Ja. Deswegen hört man ja auch auf irgendwann, weil es vielleicht gerade irgendwie ein Thema ist, wo du vielleicht eine Blockade hast oder weil es vielleicht gerade nicht das Thema ist, was dich packt oder wo du sagst, nee, das geht nicht weiter. Das ist aber okay. Das wahrzunehmen und zu sagen, okay, an der Stelle habe ich es aufgehört, weil es ja auch eine Erkenntnis ist.

Helen
Ja, und das ist was, was ich irgendwie vor zwei Jahren oder so, glaube ich, mal gemerkt habe. Das ist auf jeden Fall schon ein bisschen her. Da hatte ich nochmal, weil diese Bücher kann ich ja offensichtlich nicht weggeben, da hatte ich nochmal ein Buch wieder neu angefangen, was ich schon mal, weiß ich, nicht vor fünf Jahren abgebrochen hatte. Und ich habe halt, ich hatte das abgespeichert als, keine Ahnung, ich habe es halt einfach abgebrochen. Ich habe nicht mehr abgespeichert habe, habe es mir grundabgebrochen. Aber ich wusste ja noch, wo das Lesezeichen war. An dem Punkt war, wusste ich ganz genau, warum ich das abgebrochen habe. Und es war auch so ein bisschen so ein Gefühl von Stolz, dass ich das jetzt normal lesen konnte, weil zwar »Darm mit Charme«, wo es um Darmgesundheit geht. Und sie schreibt super witzig und so, das finde ich auch super cool, wenn man ein wissenschaftliches Thema auch so einfach erklärt und lustig erklärt und so. Aber es ging an einer Stelle halt irgendwie in irgendeiner Form um das halt um Erbrechen. Also ich glaube, es wurde der Vorgang beschrieben und das ist im Grunde meine Hauptthema in der Therapie. Ich habe total, also auch nach wie vor, ich glaube das bin mich vielleicht nie ganz verlassen, aber ich bin zumindest etwas als Spannter geworden damit. Das ist ganz schlimm für mich. Und dann war für mich völlig klar, warum ich das damals abgebrochen habe, aber das habe nicht so abgespeichert. Ich dachte halt einfach, ja, keiner mochte das Buch dann nicht. Ich fand es vielleicht langweilig, was auch immer. Aber als ich dann über diesen Punkt hinaus gelesen habe und das auch lesen konnte, ohne dass ich das schlimm fand, dachte ich so cool, auch zu sehen, wie sich das jetzt in den letzten Jahren verändert hat, aber auch cool und spannend zu sehen, dass es wahrscheinlich doch einen sehr klaren Grund gab, warum ich das damals nicht wieder in die handgenommen habe. Fand ich mega spannend irgendwie. Das können wir uns ja jetzt alle mal als Aufgabe nehmen. Noch mal reinschauen und alle Bücher nochmal angucken, an welcher Stelle haben wir die eigentlich abgebrochen und Rückblicken betrachtet hatte, ist eventuell ein Grund. Ja, ich finde es mega spannend. Also ich will trotzdem so jetzt auch nicht sagen, man muss das immer alles zu analysieren. Ich würde mir auch wirklich für mich wünschen, dass ich da das besseren Umgang mit finde, aber ich fand es in dem Fall halt wirklich… Das lag gar nicht am Buch. Es liegt ja nie am Buch. Jedes Buch hat auch seine Berechtigung. Aber es hatte einfach so mit meiner Angst vor einem ganz bestimmten Minitema in der Gesamt-… Also das Buch geht ja nicht insgesamt um Erbrechen. Ja, genau. Und das fand ich einfach irgendwie total interessant im Nachhinein dann nochmal so zu sehen. Deswegen ja wahrscheinlich ist es wertvoll. Wahrscheinlich gibt es immer irgendeinen Grund, warum wir das in dem Moment dann nicht lesen wollen. Vielleicht auch einfach weil es uns nicht interessiert, aber es kann auch irgendwie vielleicht noch mehr dahinter stecken. Ich habe so ein bisschen das Gefühl, wir könnten wahrscheinlich noch 30 Stunden weiter darüber sprechen. Ich finde es voll angenehm, ich finde es halt auch gar nicht mehr richtig. Ich bin dann so on fire, weil ich denke, geil, endlich mal jemand, der das nachsagt, das ich nicht kann. Ich hab mit morgen erst zu Christian gesagt, irgendwas wollte ich ihn fragen. Und wenn ich das jetzt lautsage, dann denke ich auch, oh mein Gott, wie bist du mittlerweile drauf, Helen. Aber ich hab es mir vollem ernst gesagt, glaubst du, das gibt dem Universum ein schlechtes Signal oder irgendwie so was in der Richtung? Und er war so, Helen, das ist ein bisschen sehr esoterisch. Und ich direkt, okay, dann frage ich Wenke, das ist meine wöchentliche, gründerin Austauschpartnerin, weil wir sind also voll auf einer Welt länger. Aber ich habe richtig gemerkt, ja okay, wenn ich nicht die ganze Zeit auch so teile, wie weit ich bin, dann klingt es vielleicht ab einem gewünschten Punkt für die Außenwelt auch so ein bisschen, als wäre ich wirklich voll abgedriftet. Bin ich vielleicht auch, aber ich liebe es. Und ich liebe, dass ich damit dir jetzt auch einfach mal so drüber sprechen konnte.

Nicole Chmielorz
Ja, also ich weiß, ich kenne das Gefühl ja total, weil ich bin ja super in dem Thema drin. Und dann werde ich dann halt irgendwie sage ja Kraft der Gedanken und das was du auch strahlt ziehst du an. Man wirst du halt irgendwie in einem gewissen Umfeld, wenn du dich, wenn du dann halt einfach so was raus haust. Was denkst du, sagt das Universum zu dieser Entscheidung? Genau. Das kann man halt nur in einen bestimmten Umfeld bringen.

Helen
Ja, das habe ich heute morgen auch gemerkt.

Nicole Chmielorz
Ja und ja, meine Aufgabe ist ja ja so ein bisschen zu missionieren. Ich habe mir das ja so ein bisschen auf meine, meine Fahne geschrieben. Weil ich halt wirklich glaube, dass es das Leben viel einfacher macht, wenn man sich mit solchen Themen beschäftigt. Und deswegen habe ich dann irgendwann gemerkt, okay, wenn die Leute darüber nicht sprechen wollen, oder dass es irgendwie völlig abgefahren wird, dann muss ich halt Aufklärungsarbeit leisten.

Helen
Christian, da musst du mal hinschauen bei dem Thema. Genau. Was löst das Wort Universum in dir aus? Also ich finde es auf jeden Fall richtig, richtig spannend. Wo man ja auf jeden Fall schon mal mehr hören kann, ist in der Gedankencircus-Podcastfolge, die wir zusammen aufgenommen haben, aber eben auch in den anderen Folgen, weil du dich damit ja auseinandersetzt. Und ich finde einfach auch, du hast so eine super entspannte Art, über viele verschiedene Themen zu sprechen. Ich finde es super angenehm, dir zuzuhören, deswegen unbedingt da mal reinschnuppern. Wo findet man dich sonst noch? Wo kann man noch vorbeischauen?

Nicole Chmielorz
Sonst findet man mich eigentlich so auf jeglichen Social Media Plattformen sei das Instagram Facebook ist glaube ich jetzt irgendwie nicht mehr so. Also da bin ich halt aber. Kann man mich auch finden. Kann man muss man aber nicht. Pssst. Ja LinkedIn und ansonsten glaube ich in den Show Notes kannst du vielleicht das ein oder andere dann noch verlinken was mir jetzt irgendwie gerade nicht einfällt.

Helen
Ja verlinkt ihr auf jeden Fall sagt nochmal gerade deinen Accountnamen wahrscheinlich hauptsächlich bei. Ich könnte mir vorstellen, dass wir vor allen Dingen viel bei Instagram sind, wahrscheinlich vor allen Dingen denen.

Nicole Chmielorz
Genau, also vor allem unter meinem Namen Nicole Chmielorz. Da findet man mich eigentlich immer. Und Gedankencircus, da ist dadurch, dass der relativ neu ist, der Podcast, hat er ja nicht so ganz viele Follower, also kennt ihr gerne dann Follower? Ja, normal, vorbei schaut. Genau, aber da sieht man halt genau, was geht gerade im Podcast ab und welche Themen werden behandelt und genau auf meinem anderen Account geht es dann halt eher um mein Leben und Finanzen und solche Themen.

Helen
Super, super spannend. Ich finde es total cool, dass du das Spektrum noch mal so ein bisschen erweitert hast, was Lesen auch alles noch so sein kann und dass wir uns vielleicht auch einfach noch mal mehr Bücher gönnen können, habe ich daraus gezogen.

Nicole Chmielorz
Absolut.

Helen
Ich würde sagen, wir trinken unsere Holunderblütenschorle auf Eis zu Ende. Gleich geht ja auch schon die Sonne unter und verabschieden uns an der Stelle von den Mädels. Vielen, vielen Dank, ja. Ich danke dir.

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