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Welche niederländischen Autor*innen sollten wir kennen?

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Podcast · Folge 60

Welche niederländischen Autor*innen sollten wir kennen?

Marie-Christine hat Niederlandistik studiert und liest fast alles auf Niederländisch – sie sagt, wo man anfängt und warum ein Krimi zuerst auf Deutsch erschien

22. Februar 2024 · 52 Minuten · Ganze Folge hören ↓

Stand heute

Dieses Gespräch entstand vier Wochen vor der Leipziger Buchmesse 2024, auf der die Niederlande und Flandern gemeinsam Gastland waren – unter dem Motto alles außer flach, organisiert von der Niederländischen Stiftung für Literatur in Amsterdam und Flanders Literature in Antwerpen. Die Messe ist längst vorbei, die Gastland-Website inzwischen abgeschaltet. Zwei Dinge haben sich seitdem bestätigt beziehungsweise geändert: Der Retter von Mathijs Deen ist tatsächlich zuerst auf Deutsch erschienen, am 12. März 2024, das niederländische Original erst am 25. April. Und der Klassiker, den Marie-Christine am wärmsten empfiehlt, kommt neu: Max Havelaar erscheint am 8. Dezember 2026 in einer Neuübersetzung von Ira Wilhelm bei der Anderen Bibliothek. Die von ihr empfohlene Übersetzung von Wilhelm Spohr aus der Zeit um 1900 gibt es gedruckt nur noch antiquarisch, als E-Book aber weiterhin.

Die Niederlande liegen näher als fast jedes andere Land, aus dem wir lesen – und trotzdem stand hier bis dahin kein einziges niederländisches Buch auf unserer gemeinsamen Leseliste. Vier Mal war eins in der Auswahl, gewonnen hat es nie. Marie-Christine hat Niederlandistik studiert, arbeitet als Museumspädagogin und liest heute vor allem auf Niederländisch. Wir haben sie gefragt, wo man anfängt.

Marie-Christine

Museumspädagogin und Bookstagrammerin, @tina_en_dewalvis

Marie-Christine ist grenznah aufgewachsen und hat Niederlandistik studiert – den Bachelor in Oldenburg, den Master in Münster und Nimwegen. Hauptberuflich arbeitet sie in der Kunstvermittlung eines Museums. Auf Instagram schreibt sie als @tina_en_dewalvis vor allem auf Niederländisch, ihre Follower*innen kommen größtenteils aus der niederländischen Bookstagram-Community. Sie gehört zur Schwob Young Community und schreibt seit Winter 2023 einen niederländischen Newsletter, Logboek van den lezer. Im Buchclub ist sie seit Oktober 2020 dabei.

Warum das Café Walvis heißt

Das Gespräch beginnt in einem Strandcafé auf Terschelling, bei heißer Schokolade mit Sahne und Blick übers Wattenmeer. Das Café heißt Walvis, ihr Instagram-Account tina_en_dewalvis – und beides hängt nicht zusammen. Der Name kommt von einer australischen Kinderserie, in der ein Mädchen mit einem Wal schwimmt, und von ihrem Lieblingsbuch: Moby Dick.

Der Weg zur niederländischen Literatur führte bei ihr über das Studium. Niederlandistik gibt es nur an wenigen deutschen Universitäten; sie hat in Oldenburg angefangen und für den Master in Münster und Nimwegen weitergemacht. Als Kind hatte sie ohnehin schon viele niederländische Bücher gelesen, ohne es zu wissen – in deutscher Übersetzung.

Bemerkenswert ist, was daraus geworden ist: Sie liest heute vor allem auf Niederländisch, dann auf Englisch, und Deutsch eigentlich nur noch für den Buchclub. Als Jugendliche war das genau umgekehrt – da hat sie fast nur deutsche Literatur gelesen, vor allem die Manns, hat das Literarische Quartett geguckt und Feuilleton gelesen. Mit dem Studium hat sich das schlagartig gedreht, weil sie im Niederländischen dasselbe Niveau erreichen wollte wie im Deutschen. Fragt man sie heute nach zeitgenössischen deutschen Autor*innen, sagt sie: keine Ahnung. Was sie dafür amüsiert: In den Niederlanden wird gerade sehr viel Juli Zeh gelesen.

Schwob: die Suche nach dem Vergessenen

Ein Teil ihrer Lesezeit hängt an einer Initiative, die hier kaum jemand kennt. Schwob gehört zur Niederländischen Stiftung für Literatur – auf Niederländisch Nederlands Letterenfonds – und ist nach dem französischen Schriftsteller und Übersetzer Marcel Schwob benannt, der Robert Louis Stevenson ins Französische übersetzt hat, mit Oscar Wilde und Rainer Maria Rilke befreundet war und sich für Literaturübersetzung über Ländergrenzen hinweg eingesetzt hat.

Die Initiative sucht Klassiker der Weltliteratur, die ins Niederländische nie übersetzt oder längst vergriffen sind. Verlage können dafür finanzielle Unterstützung beantragen; pro Quartal werden fünf bis sieben Titel gefördert und beworben. Und seit etwa einem Jahr gibt es die Schwob Young Community: rund sechzehn Bookstagrammerinnen aus den Niederlanden und Belgien, die diese Bücher an Leser*innen bis etwa dreißig weitergeben – über Instagram, aber auch mit Lesekreisen und Veranstaltungen, bei denen die Übersetzer*innen dabei sind. Organisiert wird das über einen Discord-Kanal, auf dem auch Buddyreads verabredet werden.

Was ein Gastland-Auftritt wirklich ist

Der interessanteste Teil des Gesprächs ist der, in dem Marie-Christine erklärt, was hinter so einem Auftritt steckt. Die Stiftung fördert Übersetzungen in beide Richtungen – aus dem Niederländischen heraus und ins Niederländische hinein – und ist weltweit auf Buchmessen mit eigenem Stand vertreten. Wenn die Niederlande und Flandern Gastland sind, organisieren sie das gemeinsam.

Und der Auftritt ist nicht auf die vier Messetage beschränkt. Schon ab Frühjahr 2023 lief ein Programm: ein Literaturfestival in Schleswig-Holstein, eine Ringvorlesung an der Universität Leipzig im Wintersemester, Lesungen, Theaterstücke. Auf der Website stand damals etwas von 37 Veranstaltungen im Vorfeld.

Dass das etwas bewirkt, weiß man aus Erfahrung: Die Niederlande und Flandern waren Anfang der Neunziger schon einmal Gastland in Frankfurt, und danach erlebte niederländische Literatur in Deutschland einen Boom. Deutschland war ohnehin immer einer der wichtigsten Absatzmärkte dafür.

Der Krimi, den es zuerst auf Deutsch gab

Die schönste Geschichte der Folge geht so: Der mare Verlag wollte einen eigenen Meereskrimi. Frankreich, England – alles schon vergeben. Aber die Deutschen haben ein besonderes Verhältnis zu den Niederlanden, also fragte man Mathijs Deen, der bis dahin Sachbücher und literarische Texte über das Wattenmeer und die Inseln geschrieben hatte. Im Verlag gab es Skeptiker: Der schreibt Literatur, keine Krimis.

Deen sagte zu, unter einer Bedingung – es musste im Wattenmeer spielen, weil dort durch die Tide alle Spuren verwischt werden. Weil der Auftrag vom deutschen Verlag kam, liegen die Rechte dort. Deshalb erscheinen die Bücher zuerst auf Deutsch, und die niederländischen Leser*innen müssen warten. Jeder Band spielt auf einer anderen Nordseeinsel: Borkum, Cuxhaven und Terschelling, dann Rottumerplaat.

Er sagt von sich selbst, dass er eigentlich nicht viel erfindet. Er recherchiert, hört Geschichten – und sagt, es sei alles abgeschrieben.Marie-Christine über Mathijs Deen

Cees Nooteboom und der Umweg über Deutschland

Ein ähnlicher Fall, nur andersherum: Cees Nooteboom, bekannt vor allem als Reiseschriftsteller, hatte in Deutschland zeitweise eine größere Leserschaft als in den Niederlanden – gerade Anfang der Neunziger, übersetzt von Helga van Beuningen. Der Erfolg war irgendwann so groß, dass die Niederlande wieder auf ihn aufmerksam wurden: Was ist das für ein Autor, wenn der da so gut funktioniert? Der Erfolg in der Übersetzung schwappte zurück.

Der Klassiker, den dort alle in der Schule lesen mussten

Max Havelaar von Multatuli, 1860 erschienen, gilt vielen als das wichtigste niederländische Buch – und hat dasselbe Problem wie alle Schulklassiker: In den Niederlanden ist es Pflichtlektüre, und entsprechend voreingenommen sind viele. König Willem-Alexander erzählte in einem Fernsehinterview zu seinem fünfzigsten Geburtstag, er habe nachts nicht schlafen können, sich das Buch aus dem Regal geholt in der Annahme, das helfe – und dann die ganze Nacht durchgelesen.

Der Roman spielt in den niederländischen Kolonien, in Indonesien, und prangert die Gewalt der Kolonialherren an; der Autor war selbst Kolonialbeamter. Erzählt wird nach dem Matrjoschka-Prinzip – Geschichte in Geschichte in Geschichte. Marie-Christine warnt ehrlich vor: Es braucht Durchhaltevermögen.

Ihre Empfehlung gilt einer bestimmten Übersetzung, und die Begründung dafür ist der Teil, den man sich merkt. Wilhelm Spohr war Sozialist und als politischer Gefangener im Kaiserreich inhaftiert. In der Gefängnisbibliothek fand er die französische Übersetzung des Romans und fing an, sie ins Deutsche zu übertragen. Später brachte er sich Niederländisch bei und übersetzte das Original. Marie-Christine hat im Studium mehrere Übersetzungen gelesen, von 1900 bis in die Neunziger – und sagt, Spohrs sei bis heute die beste und die einzige, die sich noch flüssig liest.

Dass ausgerechnet diese Fassung die verbreitetste war, hat einen Grund: Max Havelaar war unter anderem das Lieblingsbuch von Hermann Hesse und von Thomas und Heinrich Mann, und soll Karl Marx und Friedrich Engels bei ihrer Auseinandersetzung mit Kolonialismus beeinflusst haben.

Die flämische Autorin, die noch mit musste

Am Ende schmuggelt Marie-Christine noch eine Autorin hinein, weil sie nicht untergehen darf: Lize Spit. Nebenbei korrigiert sie dabei ein Wort, das viele falsch machen – es heißt nicht flandrisch, sondern flämisch.

An Spits Debüt Und es schmilzt hängt eine Geschichte über Buchmarketing: Der niederländische Verlag Das Mag war damals gerade erst als Start-up gegründet worden, die Leute kamen größtenteils aus dem Marketing – und kündigten das Buch vorab als das Buch des Jahrhunderts an. Marie-Christine, die sonst fast nie vorbestellt, hat es vorbestellt. Und dann nach hundert Seiten abgebrochen. Erst Jahre später, nach einer Rezension mit dem Hinweis, man müsse bis zu den letzten hundert Seiten durchhalten, hat sie es zu Ende gelesen. Großer Fan ist sie bis heute nicht.

Der zweite Roman dagegen, Ich bin nicht da, hat sie überzeugt: eine junge Frau, deren Partner von einer psychischen Krankheit verschlungen wird, erzählt aus einer einzigen Perspektive – sodass man als Leser*in irgendwann nicht mehr sicher weiß, wer hier eigentlich krank ist.

Der Podcast-Tipp zum Schluss: Kopje koffie, ein Gesprächspodcast zur Leipziger Buchmesse mit niederländischen und flämischen Autor*innen, in dem die Autor*innen selbst aus dem Original lesen und man danach eine Leseprobe aus der deutschen Übersetzung hört.

Wenn du nie wusstest, wo du bei niederländischer Literatur anfangen sollst: Das ist die Folge, nach der du es weißt.

Die ganze Folge hören

Die Bücher aus dieser Folge

Ein Debüt über eine ukrainisch-niederländische Familiengeschichte, drei Nordsee-Krimis, die auf Deutsch vor dem Original erschienen, und zwei Romane der flämischen Autorin, die am Ende noch mit hineinmusste.

Buchcover »Aleksandra« von Lisa Weeda

Aleksandra

Lisa Weeda · Kanon Verlag · 295 Seiten

Das Debüt der niederländischen Autorin mit ukrainischen Wurzeln: ihre eigene Familiengeschichte, als Roman mit fantastischen Elementen. Das Manuskript war vor Kriegsbeginn fertig und erschien in den Niederlanden genau zu dem Zeitpunkt. Aus dem Niederländischen von Birgit Erdmann.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Der Holländer« von Mathijs Deen

Der Holländer

Mathijs Deen · mare Verlag · 272 Seiten

Der erste Band um den Ermittler Liewe Cupido, der zwischen Deutschland und den Niederlanden hin- und hergerissen ist. Er spielt auf Borkum und im Wattenmeer drumherum. Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke.

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Buchcover »Der Taucher« von Mathijs Deen

Der Taucher

Mathijs Deen · mare Verlag · 320 Seiten

Band zwei, diesmal in Cuxhaven und auf Terschelling — samt einem Strandcafé, das Marie-Christine gut kennt. Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke.

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Buchcover »Der Retter« von Mathijs Deen

Der Retter

Mathijs Deen · mare Verlag · 384 Seiten

Der Band, auf den sie sich im Gespräch am meisten freut: Schauplatz ist unter anderem Rottumerplaat, eine unbewohnte Sandbank zwischen Borkum und Schiermonnikoog, auf die niemand darf. Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Und es schmilzt« von Lize Spit

Und es schmilzt

Lize Spit · FISCHER Taschenbuch · 512 Seiten

Das Debüt der flämischen Autorin, im Original »Het smelt«, erschienen beim damals frisch gegründeten Verlag Das Mag. Marie-Christine hat beim ersten Anlauf nach hundert Seiten abgebrochen und es Jahre später zu Ende gelesen. Ein düsteres Buch. Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Ich bin nicht da« von Lize Spit

Ich bin nicht da

Lize Spit · FISCHER Taschenbuch · 576 Seiten

Der zweite Roman, im Original »Ik ben er niet«, spielt in Brüssel und hat ein ganz anderes Tempo als das Debüt. Eine junge Frau sieht zu, wie ihr Partner von einer psychischen Krankheit verschlungen wird — und man weiß als Leser*in lange nicht, wem man glauben soll. Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen.

Bei Thalia ansehen *

Die mit »Bei Thalia ansehen« gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber, bekommen wir eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts. Den in der Folge empfohlenen Klassiker Max Havelaar haben wir hier bewusst nicht als Kachel: Die Übersetzung von Wilhelm Spohr, auf die es Marie-Christine ankommt, ist gedruckt nur noch antiquarisch zu haben. Wer den Roman trotzdem lesen möchte, findet die Spohr-Fassung als E-Book – oder wartet auf die Neuübersetzung von Ira Wilhelm *, die am 8. Dezember 2026 bei der Anderen Bibliothek erscheint.

Häufige Fragen

Warum war die Leipziger Buchmesse 2024 für niederländische Bücher besonders?

Die Niederlande und Flandern waren 2024 gemeinsam Gastland der Leipziger Buchmesse, unter dem Motto »alles außer flach«. Organisiert haben den Auftritt die Niederländische Stiftung für Literatur in Amsterdam und Flanders Literature in Antwerpen. Der Auftritt war nicht auf die vier Messetage beschränkt: Schon ab Frühjahr 2023 gab es Festivals, Lesungen und eine Ringvorlesung an der Universität Leipzig.

Mit welchem Buch fängt man an?

Marie-Christine empfiehlt drei Einstiege: »Aleksandra« von Lisa Weeda, wenn man sich für die Ukraine und ihre Geschichte interessiert; »Der Holländer« von Mathijs Deen, wenn man Krimis und die Nordsee mag; und »Max Havelaar« von Multatuli, wenn es der Klassiker sein soll.

Was ist Schwob?

Eine Initiative der Niederländischen Stiftung für Literatur, benannt nach dem französischen Schriftsteller und Übersetzer Marcel Schwob. Sie sucht Klassiker der Weltliteratur, die ins Niederländische nie übersetzt oder vergriffen sind, unterstützt Verlage finanziell bei der Übersetzung und bewirbt pro Quartal fünf bis sieben Titel. Die Schwob Young Community ist eine Gruppe von rund sechzehn Bookstagrammerinnen aus den Niederlanden und Belgien, die diese Bücher für jüngere Leser*innen bekannt machen.

Warum erschien »Der Retter« zuerst auf Deutsch?

Weil der mare Verlag den Roman in Auftrag gegeben hat. Der Verlag wollte einen eigenen Meereskrimi und fragte Mathijs Deen, der bis dahin Sachbücher und literarische Texte über das Wattenmeer geschrieben hatte. Damit liegen die Rechte beim deutschen Verlag. Der dritte Band erschien am 12. März 2024 auf Deutsch, das niederländische Original »De redder« am 25. April 2024.

Heißt es flandrisch oder flämisch?

Flämisch. Marie-Christine korrigiert das im Gespräch: Es heißt flämische Autor*innen, nicht flandrische.

Welche Übersetzung von »Max Havelaar« soll man lesen?

Marie-Christine empfiehlt die Übersetzung von Wilhelm Spohr, erschienen um 1900. Gedruckt ist sie inzwischen nur noch antiquarisch zu bekommen, als E-Book aber weiterhin erhältlich. Am 8. Dezember 2026 erscheint der Roman in einer Neuübersetzung von Ira Wilhelm bei der Anderen Bibliothek.

Die ganze Folge zum Nachlesen

Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme. Intro, Outro und der eingesprochene Hinweis auf die Schmökerrunde sind nicht Teil des Gesprächs und stehen deshalb nicht hier.

Helen
Herzlich willkommen, Marie-Christine. Ich freue mich sehr, heute mit dir über das Gastland der nächsten Leipziger Buchmesse zu sprechen — also über die Niederlande und ihre Literatur. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich: Wo sind wir gerade, und welches Getränk hast du uns beiden mitgebracht?

Marie-Christine
Wir sitzen gerade im Walvis, einem Strandcafé auf Terschelling am grünen Strand, mit wunderbarem Blick übers Wattenmeer. Und wir stoßen an mit — jahreszeitbedingt — einer warmen Chocomel, also heißer Schokolade mit Sahne.

Helen
Das ging richtig, richtig gut, und ich merke auf jeden Fall, dass ich vorher alles falsch ausgesprochen hatte. Hört sich super an, lass uns anstoßen. Was ich mich gerade frage: Das Café heißt ja ähnlich wie dein Instagram-Account. Dein Account ist tina_en_dewalvis, richtig?

Marie-Christine
Genau.

Helen
Magst du mal erzählen, ob das zusammenhängt? Wie ist der Name entstanden, was bedeutet er?

Marie-Christine
Das hängt tatsächlich nicht zusammen, das Strandcafé kenne ich noch nicht so lange. Aber ich liebe Wale und Delfine. Es gab, als ich kleiner war, diese super tolle australische Serie „Ocean Girl“, auch ein Mädchen, das mit einem Wal schwimmt — daran hat das ein bisschen angelehnt. Und mein Lieblingsbuch ist „Moby Dick“.

Helen
Ah, klasse. Ich habe das nicht gelesen, aber schon öfter gehört, dass es jemand zumindest versucht hat. Das Buch ist ja auch nicht gerade schmal — ich glaube, es war sogar mal im Rahmen eines Dicke-Bücher-Camps dabei. Ist das der Umfang?

Marie-Christine
Ja, das ist definitiv der Umfang. Und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass es für viele Leser*innen eine große Herausforderung ist.

Helen
Aber spannend, dass es zu deinen Lieblingsbüchern gehört. Heißt Walvis dann Wal auf Niederländisch?

Marie-Christine
Ja, genau.

Helen
Da merkt man schon die Liebe zu den Niederlanden. Dein Account ist ja auch viel auf Niederländisch — wenn ich in die Stories gucke, denke ich immer wieder: Ich verstehe kein Wort. Manchmal kann ich etwas erkennen. Ich hatte auch mal ganz kurz Niederländischunterricht, aber irgendwie scheint das nie zu reichen. Liegt es an der Nähe zu den Niederlanden, oder wo kommt das her, dass dich gerade dieses Land so begeistert?

Marie-Christine
Ich habe Niederlandistik studiert.

Helen
Auch spannend, dass es das gibt. Das war mir gar nicht bewusst.

Marie-Christine
Es gibt das auch nur an wenigen Universitäten in Deutschland. Ich habe in Oldenburg meinen Bachelor gemacht und bin für den Master dann nach Münster und Nimwegen. Ich bin aber auch grenznah aufgewachsen, das heißt, die Niederlande waren immer nah. Und ich habe als Kind tatsächlich unbewusst viele niederländische Bücher gelesen, in deutscher Übersetzung. Das ist irgendwie immer schon Teil von mir gewesen. Instagram habe ich auch erst auf Deutsch angefangen und bin dann relativ schnell in die niederländische Bookstagram-Community gekommen. Insofern sind das inzwischen meine Hauptfollower.

Helen
Voll spannend. Ich meine, du hättest auch mal gesagt, dass es in dem Museum, in dem du arbeitest, einen Lesekreis mit niederländischer Literatur gab. Habe ich mir das richtig gemerkt, oder hattest du das mal?

Marie-Christine
Ich habe keinen festen Lesekreis, aber ich hatte ein paarmal in der Pandemie ein digitales Angebot, bei dem ich niederländische Bücher mit der Ausstellung verknüpft habe.

Helen
Du bist Museumspädagogin, das stimmt doch? Und das bedeutet, dass du dir im Grunde die Ausstellung ausdenkst, also wie sie aufgebaut wird und was ihr überhaupt an Ausstellungen macht — oder wie kann ich mir den Job vorstellen?

Marie-Christine
Gar nicht.

Helen
Gar nicht.

Marie-Christine
Die Ausstellungen planen und umsetzen, das machen die Kurator*innen, in unserem Fall Kunsthistoriker*innen. Wir sind für die Vermittlung zuständig: Führungen, Angebote für Schulklassen und Kindergärten, Kunstvermittlung.

Helen
Ich glaube, ich habe das schon bei unserer Teatime gefragt und mir offensichtlich auch falsch abgespeichert. Ich hoffe, dieses Mal bleibt es hängen. Aber ich finde das total cool und voll spannend — vor allem, weil ich vor einer Weile dieses Literaturpädagogik-Weiterbildungsding entdeckt hatte und dachte, das ist eine spannende Herangehensweise. Bei der Museumspädagogik stelle ich mir das ähnlich vor: dass man versucht, die Inhalte, die in der Ausstellung stecken, richtig gut zu vermitteln. Und wahrscheinlich auch sehr abwechslungsreich, oder?

Marie-Christine
Total. Du hast ja mit ganz unterschiedlichen Zielgruppen zu tun, von Kindern ab zwei, drei Jahren bis zu Senior*innen. Du hast die Kunstaffinen, aber auch Besucher*innen, die vielleicht zum allerersten Mal in dein Museum kommen. Es ist super abwechslungsreich.

Helen
Das klingt richtig gut. Du hattest in dem Fragebogen vorab — irgendwie klingt das so hochprofessionell, dass wir einen Fragebogen haben — geschrieben, dass du schon seit dem „Fall Collini“ im Buchclub dabei bist. Das ist ja schon richtig lange.

Marie-Christine
Ja, zumindest bin ich über den Post auf euch gestoßen.

Helen
Ach so, du hast geschrieben: Oktober 2020. Kann auf jeden Fall gut sein.

Marie-Christine
Richtig aktiv eingestiegen bin ich mit „Little Women“.

Helen
Das war ein Buch, das im Podcast schon so oft vorkam. Und wie hat es dir gefallen?

Marie-Christine
Ich gehöre zu den Wenigen, die es echt toll fanden.

Helen
Ach, okay. Wenigstens eine andere Perspektive, nicht immer so viel Bashing für „Little Women“.

Marie-Christine
Man muss da einfach mit einer anderen Erwartungshaltung rangehen. Das ist erstens ein Kinderbuch und zweitens wirklich schon ein bisschen älter, und die Sprache ist einfach anders.

Helen
Freut mich, dass es dir gut gefallen hat. Du bist auf jeden Fall schon ein alter Hase im Buchclub.

Helen
Du hattest schon vor einer Weile mal vorgeschlagen, dass wir über niederländische Literatur im Podcast sprechen — und dass wir das auch mal als Motto für eine Leserunde machen. Das hatte ich, glaube ich, sogar mal abgefragt, und es wurde dann erst mal nicht so hoch gewählt. Aber jetzt, wo uns das als Gastland der Leipziger Buchmesse bevorsteht, und weil letztens noch mal der Vorschlag kam, unabhängig davon, welches Land es gerade ist, das für die Leserunden aufzugreifen, könnten wir das noch mal probieren und dafür Werbung machen, im Rahmen der Leipziger Buchmesse etwas Niederländisches zu lesen. Du kannst uns durch deinen Hintergrund ja einen super Überblick geben. Du hattest außerdem geschrieben, dass du Teil der Schwob Young Community bist — was ist das genau?

Marie-Christine
Schwob ist eine Initiative der Niederländischen Stiftung für Literatur. Kurz zur Stiftung: Auf Niederländisch heißt sie Nederlands Letterenfonds, das geht mir leichter über die Lippen. Sie möchte zur gesellschaftlichen Wertschätzung von Literatur beitragen und unterstützt vor allem auch die Wertschätzung von Schriftsteller*innen und Übersetzer*innen, auf ganz verschiedenen Kanälen. Der Namensgeber von Schwob war Marcel Schwob, ein französischer Schriftsteller und Übersetzer, der in Europa ein bisschen in Vergessenheit geraten ist. Er war unter anderem der französische Übersetzer von Robert Louis Stevenson und hat ihn wohl auch als Autor entdeckt, er war gut befreundet mit Oscar Wilde und Rainer Maria Rilke, also echt überall unterwegs — und hat sich sehr stark für Kulturaustausch über Ländergrenzen hinweg und für das Übersetzen eingesetzt. Genau das macht die Initiative Schwob auch: Sie geht auf die Suche nach Klassikern der Weltliteratur, die ins Niederländische entweder noch nie übersetzt worden oder vergriffen sind, und arbeitet dabei eng mit Buchhandlungen und Verlagen zusammen. Die Verlage können eine finanzielle Unterstützung anfragen, und Schwob promotet diese Titel dann auch. Pro Quartal wählen sie zwischen fünf und sieben Bücher aus, die sie fördern, und bewerben sie auf ihrer Homepage und durch Lesungen. Es gab vor ein paar Jahren auch einen sehr, sehr guten Podcast, den sie mit initiiert haben. Und seit knapp einem Jahr existiert die Schwob Young Community. Wir sind, glaube ich, 15 oder 16 Bookstagrammerinnen, die diese Bücher vor allem für Leser*innen bis rund 30 bewerben. Das machen wir ganz unterschiedlich, über die Instagram-Kanäle, aber wir organisieren auch Lesekreise oder Veranstaltungen, bei denen die Übersetzer*innen dabei sind und man ins Gespräch kommt.

Helen
Richtig spannend. Und wie bekommst du mit, welche Bücher ausgewählt wurden — magst du sie dir dann anschauen, oder wie läuft das genau ab?

Marie-Christine
Wir haben einen Discord-Kanal, auf dem wir regelmäßig im Austausch sind, uns über die Bücher unterhalten und Buddyreads organisieren. Pro Quartal wird uns mitgeteilt, welche Bücher beworben werden, dann können wir sagen, welche davon wir lesen möchten, bekommen sie zugeschickt, und dann ist es an uns: Wir besprechen sie in Form von Rezensionen, oder wir organisieren Lesekreise in unseren Regionen. Wir sind, wie gesagt, 16 Bookstagrammerinnen, über die Niederlande und Belgien verteilt.

Helen
Richtig cool. Und die Niederländische Stiftung für Literatur — ist das noch mal etwas anderes? Auf jeden Fall hängt die ja damit zusammen, dass das Gastland bei der Leipziger Buchmesse jetzt die Niederlande sind.

Marie-Christine
Richtig.

Helen
Da ist doch die Verbindung. Vielleicht erzählst du mal: Was bedeutet das überhaupt, dass eine Buchmesse ein Gastland auswählt? Und was bedeutet das in diesem Fall — erfahren wir da jetzt mehr über die Niederlande, wie kann man sich das vorstellen?

Marie-Christine
Die Niederländische Stiftung für Literatur fördert sowohl die Übersetzung niederländischer Bücher in andere Sprachen als auch Übersetzungen ins Niederländische. Gefördert werden können Schriftsteller*innen, Übersetzer*innen, Verlage, literarische Zeitschriften oder Festivals, also sehr divers. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite bewerben sie niederländische Literatur im Ausland sehr stark, und das machen sie vor allem auf Buchmessen: Sie sind weltweit auf allen Buchmessen mit einem eigenen Stand vertreten und im Austausch mit Verlagen und Literaturagent*innen. Und jedes Mal, wenn die Niederlande und Flandern — die beiden organisieren das immer zusammen — Gastland auf einer Buchmesse sind, sind diese beiden Stiftungen primär für die Organisation und Durchführung des Gastlandauftritts zuständig. Es sind natürlich auch noch andere beteiligt. Ich kann mir vorstellen, dass es bei anderen Ländern ähnlich läuft. In diesem Fall ist der Gastlandauftritt aber nicht nur an die vier Messetage gekoppelt, sondern fängt deutlich früher an. Seit April 2023 gibt es eine eigene Homepage, es gibt auch das Motto: alles außer flach.

Helen
Das finde ich richtig gut.

Marie-Christine
Und es gibt einen relativ guten Instagram-Account dazu. Wenn man den durchscrollt, hat man einen super Überblick über die aktuellen niederländischen Autor*innen, die gelesen werden, und von denen die meisten mittlerweile auch in deutscher Übersetzung lesbar sind. Im Sommer 2023 gab es schon ein Literaturfestival in Schleswig-Holstein, bei dem viele niederländische Autor*innen dabei waren, dazu andere Festivals und Lesungen, die die Stiftung mitorganisiert. Die Leipziger Universität hat für das Wintersemester 2023/24 eine Ringvorlesung zum Thema niederländische und flämische Literatur, zu der niederländische Professor*innen eingeladen werden, aber auch Künstler*innen und Übersetzer*innen sprechen. Das ist ein relativ langer Vorlauf mit sehr, sehr vielen Veranstaltungen — auf der Homepage stand irgendwas von 37 Veranstaltungen im Vorfeld.

Helen
Wow. Und dann ist die Buchmesse im März sozusagen der krönende Abschluss. Ich war bei der Frankfurter Buchmesse nur ganz kurz im Gastland-Pavillon, hatte aber schon den Eindruck, dass man sich dort vor allem Bücher anschauen kann. Es geht also darum, uns als Besucher*innen zu zeigen: Schau mal, es gibt auch niederländische Autor*innen, die könntest du doch auch mal lesen. So ist das wahrscheinlich gedacht.

Marie-Christine
Ja, einmal, um für die Besucher*innen eine besondere Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Niederlande und Flandern waren 1992 oder 1993 schon einmal Gastland in Frankfurt, und später, glaube ich 2016, waren sie noch einmal eingeladen. Aber die Buchmesse in Frankfurt in den Neunzigern war tatsächlich ein Moment, in dem die niederländische Literatur in Deutschland einen Boom erlebt hat — wo die Verlage wirklich auf die Autor*innen aufmerksam geworden sind. Deutschland war ohnehin immer einer der wichtigsten Absatzmärkte für niederländische Literatur, aber das war noch mal ein Schub, der durch den Gastauftritt ausgelöst wurde. Und es ist eben nicht nur der Pavillon auf der Buchmesse, sondern es sind auch all die Veranstaltungen drumherum: Lesungen, aber auch Theaterstücke von niederländischen Theaterautor*innen, die gezeigt werden. Es ist relativ viel, was man mitnehmen kann.

Helen
Das ist echt cool. Ich habe überlegt, als du das gefragt hattest, und dachte: Ich weiß gar nicht genau, ob ich schon mal bewusst eine niederländische Autorin gelesen habe. Ich hatte dann nachgeschaut, ob wir schon mal eine gelesen haben, und dir, glaube ich, geschrieben: nein, aber zumindest war mal etwas in der Auswahl. Ich glaube sogar mehr als einmal, aber auch nicht wahnsinnig viel mehr. Ach so, hier habe ich es: Das sind die gelesenen, da waren die Niederlande leider nicht dabei. Aber in der Auswahl hatten wir schon viermal ein Buch aus den Niederlanden — ich habe das, glaube ich, vom Geburtsort abhängig gemacht.

Marie-Christine
Viermal, immerhin.

Helen
Aber wenn man überlegt, wie nah das ist, ist es eigentlich schon ein bisschen verrückt. Vielleicht kann man an der Stelle einmal sagen: Das Hauptland bei uns ist Deutschland, danach vermutlich die USA und dann England.

Marie-Christine
Von den gelesenen Titeln?

Helen
Nein, von der Auswahl — aber es ist genau die gleiche Reihenfolge auch bei den Gelesenen. Das ist wahrscheinlich das, was wir am häufigsten mitbekommen. Wenn man aber überlegt, dass die Niederlande so viel näher dran sind, ist es eigentlich verrückt, dass wir das nicht viel mehr auf dem Schirm haben. Dafür kannst du ja heute sorgen. Was ich mich gerade frage: Was wäre der richtige Ausdruck — niederländische und flandrische Autor*innen, stimmt das?

Marie-Christine
Flämische.

Helen
Flämische. Das habe ich sogar schon mal gehört — ich dachte, flandrisch sagt mir gar nichts. Also flämische Autor*innen. Wir hatten sie leider noch nicht so häufig in der Auswahl. Du als Schmökerrunden-Mitglied schlägst, glaube ich, auch ganz häufig welche vor, und dann schaffen sie es nicht in die Auswahl. Und die vier Male, die wir sie in der Auswahl hatten, hat es auch nicht geklappt. Deswegen machen wir heute ein bisschen Werbung für das Nachbarland.

Marie-Christine
Ich fand es super schwierig, wir hatten einmal das Thema Debüt. Es gibt tatsächlich eine Reihe von Niederländer*innen, bei denen nicht das Debüt übersetzt ist, sondern der zweite oder dritte Roman. Das Debüt kommt dann irgendwann mal.

Helen
Woran ich mich auf jeden Fall erinnere: Das Buch hieß „Aleksandra“ und war von Lisa Weeda. Das war doch niederländisch, glaube ich. Aber ich weiß ehrlich gesagt gerade nicht mehr, was noch. Connie Palmen, glaube ich, war noch mal irgendwann. Und ich glaube, Margriet de Moor.

Marie-Christine
Ja.

Helen
Genau, das klang eigentlich auch total spannend. Es muss noch ein weiteres gewesen sein, weil es viermal war. Die sind aber auch schon ein bisschen länger her, bis auf „Aleksandra“, das war erst vor relativ kurzem. Ich habe es auf jeden Fall noch nicht gelesen. Aber wenn du es empfiehlst, schaue ich es mir noch mal genauer an.

Helen
Du hast Buchempfehlungen mitgebracht und wolltest, glaube ich, auch noch auf ein paar Klassiker eingehen. Erzählst du uns ein bisschen: Warum sollten wir mehr niederländische — und flämische — Autor*innen lesen?

Marie-Christine
Ich habe heute leider wenig flämische Autor*innen dabei. Vielleicht bleiben wir einfach mal bei Lisa Weeda und „Aleksandra“.

Helen
Ja, erzähl mir ein bisschen was davon.

Marie-Christine
Das ist tatsächlich das Debüt von Lisa Weeda. Sie ist eine junge niederländische Autorin mit ukrainischen Wurzeln. Ihre Großmutter ist als Zwangsarbeiterin aus der Ukraine nach Deutschland gekommen und dann später, nach Kriegsende, in die Niederlande gegangen. Lisa Weeda hatte wohl schon länger mit dem Gedanken gespielt, ihre Familiengeschichte aufzuschreiben beziehungsweise als Roman zu verarbeiten. Es ist ein fantastisches Buch, es sind also viele fantastische Elemente darin. Sie hatte den Roman, zumindest das Manuskript, glaube ich, noch vor dem Ukraine-Krieg fertig, und er ist in den Niederlanden dann wirklich zu dem Zeitpunkt herausgekommen, was die Aufmerksamkeit natürlich noch stärker auf dieses Buch gezogen hat — auch vollkommen zu Recht. Denn wenn man das Buch liest, bekommt man ein relativ gutes Gefühl für die Ukraine und ihre Geschichte: wie das Land eigentlich entstanden ist, welche Rolle die Krimtataren und die Kosaken spielen, wie sich das alles zusammensetzt. Insofern bekommt man ein viel besseres Verständnis für die jetzigen Ereignisse. Ich denke, das ist mit ein Grund, warum es relativ schnell in deutscher Übersetzung erschienen ist — übrigens in der Übersetzung von Birgit Erdmann im Kanon Verlag. Auf ein Buch, das 2024 herauskommt, freue ich mich aber besonders: „Der Retter“ von Mathijs Deen.

Helen
Erzähl mal.

Marie-Christine
Das erscheint in der deutschen Übersetzung von Andreas Ecke am 12. März 2024 im mare Verlag.

Helen
Also nicht mehr lang.

Marie-Christine
Nicht mehr lang, genau. Es ist der dritte Teil einer Krimiserie rund um den Ermittler Liewe Cupido. Und das Besondere an diesem Buch ist, dass es zuerst in der deutschen Übersetzung herauskommt, beim mare Verlag. Der niederländische Titel — Mathijs Deen schreibt auf Niederländisch — erscheint erst im Mai 2024.

Helen
Das ist ja verrückt.

Marie-Christine
Super verrückt, hat aber einen bestimmten Grund. Mathijs Deen schreibt sowohl Sachbücher als auch literarische Bücher über das Wattenmeer, über die Inseln oder über maritime Themen. Der mare Verlag hatte schon zwei seiner Bücher in deutscher Übersetzung herausgegeben und hatte wohl länger die Idee, einen eigenen Meereskrimi zu haben. Da war das Problem: Frankreich, England — das ist irgendwie alles schon vergeben, das gibt es alles schon. Die Deutschen haben aber ein besonderes Verhältnis zu den Niederlanden — fragen wir doch mal Mathijs Deen, ob er nicht für uns diesen Meereskrimi schreibt. Es gab ein paar Skeptiker im Verlag, die meinten: Den kannst du nicht fragen, der schreibt Literatur, der schreibt keine Krimis. Sie haben trotzdem gefragt. Dazu muss man wissen: Er ist ein Schriftsteller, der von sich selbst sagt, dass er in seinen Büchern eigentlich nicht viel erfindet. Er recherchiert sehr gut, er hält sich unter Menschen, hört Geschichten und verarbeitet das in seinen Romanen — er selbst sagt, es sei alles abgeschrieben. Wobei man so etwas natürlich auch mit einem Augenzwinkern nehmen kann.

Helen
Ja, klar.

Marie-Christine
Und ein Krimi ist natürlich eine komplett andere Herangehensweise: Man muss einen Plot ausarbeiten, man muss sich einen Mord ausdenken, man muss die Leser*innen bei der Stange halten. Es muss in einem der Lockdowns gewesen sein, als sie ihn angefragt haben. Dann hat er überlegt: Wenn, dann muss es im Wattenmeer spielen, weil dort durch die Tide alle Spuren verwischt werden. Und es liegt ihm nahe, er wohnt zeitweise auf Texel. Er sagte: Ich versuche es mal. Und weil der mare Verlag an ihn herangetreten ist und gesagt hat, schreib das doch für uns, ist das quasi der Mutterverlag — die Rechte liegen dort. Deshalb kommt das Buch zuerst in der deutschen Übersetzung heraus, und die niederländischen Leser*innen müssen ein bisschen mehr Geduld haben.

Helen
Das ist ja total verrückt und wahrscheinlich auch eher selten.

Marie-Christine
Es gibt noch einen anderen niederländischen Schriftsteller, bei dem es ähnlich ist: Cees Nooteboom. Er hat 1955 sein Debüt herausgebracht, das relativ zügig auch ins Deutsche übersetzt wurde. Bekannt ist er vor allem als Reiseschriftsteller, er schreibt aber auch sehr europäische Romane — europäische Geschichte, Philosophie. Mit deutscher Geschichte hat er sich sehr intensiv beschäftigt und hatte insofern in Deutschland teilweise eine größere Leserschaft als in den Niederlanden. Gerade Anfang der Neunziger hatte er hier eine große Fangemeinde, übrigens übersetzt von Helga van Beuningen. Und dieser Erfolg in Deutschland war irgendwann so groß, dass die Niederlande wieder auf ihn aufmerksam geworden sind und gesagt haben: Was ist das für ein Autor, wenn der da so gut funktioniert? Den müssen wir auch mal wieder lesen. Der Erfolg in der Übersetzung schwappt also wieder zurück in die Niederlande.

Helen
Das ist ja echt witzig. Ich habe eben gedacht, ich kenne Cees Nooteboom, und als du Reiseschriftsteller sagtest, dachte ich: Ich weiß es auch von vorher — obwohl mir trotzdem nicht einfällt, welches Buch. Ich lese generell gerne Reiseliteratur und habe das Gefühl, dass er vielleicht in meinem Weltreisebuch irgendwo erwähnt wurde. Da muss ich noch mal nachschauen. Oder ob ich ihn nur auf meine Wunschliste gesetzt habe — auf jeden Fall sagt mir der Name etwas. Kenne ich also doch niederländische Autor*innen. Muss man denn im Idealfall Teil eins und zwei gelesen haben von dem Krimi, der im März herauskommt?

Marie-Christine
Man kann gerne noch die ersten beiden Bände lesen. Das Besondere an der Reihe ist, dass er sich für jeden Band eine andere Nordseeinsel aussucht. Der Ermittler Liewe Cupido hat, glaube ich, eine deutsche Mutter und einen niederländischen Vater, ist in den Niederlanden aufgewachsen, wohnt jetzt aber in Deutschland und wird durch die Fälle hin- und hergerissen. Der erste Band spielt primär auf Borkum beziehungsweise im Wattenmeer um Borkum herum.

Helen
Also direkt vor deiner Haustür. Und auf jeden Fall für alle, die auf die Borkum-Reise mitkommen, eine ganz große Leseempfehlung. Da muss ich schon mal ein bisschen in Stimmung kommen.

Marie-Christine
Der zweite Teil, „Der Taucher“, spielt in Cuxhaven und auf Terschelling. Das Walvis kommt darin tatsächlich auch vor.

Helen
Witzig. So schließt sich der Kreis wieder.

Marie-Christine
Und „Der Retter“ wird unter anderem Rottumerplaat als Schauplatz haben. Rottumerplaat ist eine unbewohnte Insel beziehungsweise Sandbank zwischen Borkum und Schiermonnikoog, also direkt im Grenzgebiet. Das Spannende ist: Das ist komplettes Naturschutzgebiet, da darf wirklich niemand auf diese Sandbank.

Helen
Krass. Aber schön — ich mag das generell gerne, wenn man mit Büchern auch an andere Orte reist. Gerade als du Borkum sagtest, dachte ich: Ich war ja noch nicht auf Borkum, und wir fahren im März hin, und du bist auch mit dabei. Vielleicht kann ich mich damit vorher ein bisschen in Borkum-Stimmung bringen. Was ich mich gerade frage: Kommst du eigentlich auch mit auf die Leipziger Buchmesse? Ich habe heute meinen Aufenthalt dort ein bisschen vorbereitet und gemerkt, dass sie wirklich direkt im Anschluss an unser Borkum-Retreat ist.

Marie-Christine
Ja, ich muss gucken, ob ich das noch irgendwie reinschiebe.

Helen
Um dir „alles außer flach“ direkt selbst anzuschauen. Ich werde auf jeden Fall berichten, ich bin schon sehr gespannt und freue mich richtig darauf. Du hast auf jeden Fall Lust darauf gemacht. Ich glaube, du wolltest uns auch noch einen Podcast-Tipp geben, hattest aber auch etwas von Klassikern gesagt. Ich weiß nicht, ob das schon Cees Nooteboom war, oder gibt es noch mehr, was wir unbedingt gelesen haben oder zumindest kennen sollten?

Marie-Christine
Den Klassiker überhaupt, den ich wirklich jedem empfehlen kann, ist „Max Havelaar“ von Multatuli.

Helen
Das sagt mir gar nichts.

Marie-Christine
Das ist auch nicht schlimm. „Max Havelaar“ ist ein richtiger Klassiker und wird von vielen als das wichtigste niederländische Buch bezeichnet. Das Problem mit Klassikern ist: In den Niederlanden ist das Pflichtlektüre in der Schule, und insofern sind sehr viele Menschen voreingenommen. König Willem-Alexander hat zu seinem 50. Geburtstag mal ein Fernsehinterview gegeben und wurde da, glaube ich, nach Lieblingsbüchern gefragt. Er hat dann „Max Havelaar“ genannt, aber mit Einschränkungen: Er konnte kurz vorher irgendwie nicht schlafen, ist runter ans Bücherregal und hat sich gedacht, oh, „Max Havelaar“, das hilft — wenn ich da anfange zu lesen, schlafe ich wieder ein. Und hat stattdessen die ganze Nacht durchgelesen und quasi mit knapp 50 Jahren erst dieses Buch verstanden.

Marie-Christine
Es ist eben von 1860, und die niederländische Sprache verändert sich noch schneller als die deutsche. Das heißt, dass wirklich jede Generation ein anderes Niederländisch spricht. Wenn ich mit einer 70-Jährigen Niederländisch spreche, ist das ein anderes Niederländisch als mit einer 25-Jährigen. Wenn Schüler*innen dann Niederländisch von 1860 vorgelegt bekommen, ist das vielleicht so ähnlich, als müssten Brit*innen Shakespeare lesen.

Helen
Okay, von der Sprachentwicklung her.

Marie-Christine
Ich finde es ein wichtiges Buch. Frag mich aber nicht nach dem Inhalt, denn es ist nach dem Matrjoschka-Prinzip geschrieben: Geschichte in Geschichte in Geschichte, ganz viele verschiedene Erzählstränge. Im Grunde spielt es in den niederländischen Kolonien, also in Indonesien, und der Autor prangert die Gewalt der Kolonialherren an, beziehungsweise auch die Missstände innerhalb des Landes — er war selbst Kolonialbeamter zu der Zeit. Was ich spannend finde und deutschen Leser*innen deshalb empfehlen kann: Es gibt natürlich mehrere Übersetzungen davon, aber ich empfehle vor allem die von Wilhelm Spohr, die um 1900 herausgekommen ist. Das ist, gehe ich mal davon aus, die Übersetzung, die auch die deutsche Fangemeinde gelesen hat. Denn „Max Havelaar“ war unter anderem das Lieblingsbuch von Hermann Hesse und von Thomas und Heinrich Mann. Es soll außerdem eine Inspirationsquelle für Karl Marx und Friedrich Engels gewesen sein, um sich mit Kolonialismus und Imperialismus auseinanderzusetzen. Sigmund Freud hat das Buch geliebt — echt große Namen, die das gelesen haben, und ich denke, sie haben die Übersetzung von Wilhelm Spohr gelesen. Und Wilhelm Spohr selbst ist auch schon spannend: Er war Sozialist und deshalb im Kaiserreich politischer Gefangener. Im Gefängnis hat er in der Bibliothek die französische Übersetzung dieses Buches gefunden und dann, ich denke mal aus Zeitvertreib, angefangen, sie aus dem Französischen ins Deutsche zu übertragen. Irgendwann hat er sich Niederländisch beigebracht und dann das Original ins Deutsche übersetzt. Ich habe im Studium mehrere Übersetzungen lesen müssen, die gingen von 1900 bis in die Neunziger — und Spohr ist einfach der Beste. Er ist so gut, und vor allem: Ich kann mir wirklich vorstellen, dass das Originalbuch heute nicht mehr so lesbar ist, aber die Übersetzung von 1900 ist noch super lesbar. Er schafft es, eine Sprache zu finden, die man heute immer noch lesen kann.

Helen
Ich finde schön, wie begeistert du dich für diesen Klassiker einsetzt. Allein das macht schon Lust, da mal vorbeizuschauen. Sag noch mal den Titel — ich verlinke ihn auch in der Folgenbeschreibung.

Marie-Christine
Der Titel ist „Max Havelaar“, der deutsche Titel hat noch einen Untertitel: „Max Havelaar oder die Kaffeeversteigerungen“. Geschrieben von Multatuli. Und dann auf jeden Fall die Übersetzung von Wilhelm Spohr. Es braucht Durchhaltevermögen, das ist schon eine Herausforderung, weil man so viele Erzählstränge und Geschichten drin hat. Das ist schon Literatur.

Helen
Wenn man mal wieder in der Stimmung für Literatur ist. Liest du denn eigentlich fifty-fifty Deutsch und Niederländisch, oder überwiegt das eine?

Marie-Christine
Ich lese vor allem Niederländisch, dann Englisch, und für den Buchclub manchmal Deutsch.

Helen
Spannend. Reizt dich das dann gar nicht so sehr — deutsche Bücher?

Marie-Christine
Das Problem ist: Als Jugendliche habe ich fast ausschließlich deutsche Literatur gelesen, auch die Klassiker, vor allem die Manns, ganz viel. Und als Abiturientin war ich echt in dieser Bubble drin — ich habe das Literarische Quartett mit Marcel Reich-Ranicki geguckt, Feuilleton gelesen und so. Das hat sich dann aber schlagartig mit dem Studium geändert, weil ich Niederländisch studiert habe und das Niveau, das ich in der deutschen Literatur hatte, auch im Niederländischen haben wollte. Da hatte ich ganz, ganz viel Nachholbedarf. Wenn du mich heute nach zeitgenössischen deutschen Autor*innen fragst: keine Ahnung.

Helen
Spannend. Ich habe im Deutschen auch nicht die ganzen Klassiker gelesen, aber ich finde es total spannend, wenn man sich so dafür begeistert.

Marie-Christine
Ich finde es immer spannend, wenn niederländische Frauen kommen und mir deutsche Autor*innen empfehlen. Juli Zeh wird gerade unglaublich viel gelesen.

Helen
In den Niederlanden?

Marie-Christine
Ja.

Helen
Habe ich auch noch nicht gelesen. Ich fühle mich so exposed in dieser Podcastfolge. Aber wir sind ja hier, um mehr darüber zu lernen, und ich finde es total toll, dass du das so initiiert und gesagt hast, dass wir mal mehr über niederländische Literatur sprechen. Ich habe auch das Gefühl: Wenn man dazu eine Frage hat, kann man auf jeden Fall zu dir kommen und dich ausfragen. Deinen Account verlinke ich in der Folgenbeschreibung, man findet dich unter tina_en_dewalvis. Findet man dich noch irgendwo anders, oder bist du woanders besser zu erreichen als über den Instagram-Account?

Marie-Christine
Ich habe seit Winter 2023 noch einen Newsletter, allerdings auf Niederländisch: Logboek van den lezer. Der ist aber auch in meinem Instagram-Account verlinkt.

Helen
Ach, super. Du wolltest auch noch einen Podcast-Tipp geben, fällt mir gerade ein.

Marie-Christine
Den wollte ich noch geben. Und ich glaube, ich muss zumindest eine flämische Autorin noch reinschmuggeln.

Helen
Ja, unbedingt.

Marie-Christine
Sie dürfen nicht untergehen. Und zwar hast du vielleicht schon von Lize Spit gehört.

Helen
Nein.

Marie-Christine
Lize Spit. Sie schreibt auch wieder sehr dicke Bücher. Ich glaube 2013, 2016, ich weiß es nicht mehr genau, ist ihr Debüt „Het smelt“ herausgekommen, auf Deutsch „Und es schmilzt“, übersetzt von Helga van Beuningen. Ich bin jemand, der sehr, sehr selten Bücher vorbestellt — das habe ich vorbestellt, es war marketingtechnisch von dem Verlag echt super gemacht. Das ist ein Verlag, der um die Zeit erst als Start-up gegründet wurde. Die kamen, glaube ich, alle mehr oder weniger aus dem Marketingbereich und hatten diese junge flämische Autorin im Programm — das ist ein niederländischer Verlag, muss ich dazu sagen: niederländischer Verlag, flämische Autorin. Und sie hatten das vorher schon als das Buch des Jahrhunderts angekündigt, das müsse man einfach gelesen haben. Dann habe ich es gekauft, die ersten hundert Seiten gelesen und abgebrochen. Ich habe es echt nicht geschafft. Es ist vielleicht — Triggerwarnung — auch nicht für jede*n etwas, es ist ein relativ düsteres Buch. Es hat auch relativ lang gedauert, bis es ins Deutsche übersetzt wurde. Ich habe dann zwei, drei Jahre später zufällig eine deutsche Rezension gelesen, in der stand: Man muss durchhalten bis zu den letzten hundert Seiten, da entwickelt sich die Geschichte. Also habe ich es noch mal angefangen und auch beendet. Von dem Debüt bin ich selbst nicht so der große Fan. Ich weiß, dass es auch in Deutschland sehr kontrovers besprochen wurde und durchaus Anhänger*innen hat. Aber das zweite Buch — auf Niederländisch „Ik ben er niet“, in der deutschen Übersetzung „Ich bin nicht da“, auch von Helga van Beuningen: Hier geht es um eine junge Frau, die zusehen muss, wie ihr Partner von einer psychischen Krankheit quasi verschlungen wird. Es ist super spannend geschrieben und vom Schreibstil her komplett anders als das Debüt. Das Debüt spielt in Flandern, im ländlichen Raum, und dieses in Brüssel — dadurch hat es auch ein ganz anderes Tempo. Das fand ich richtig, richtig spannend, weil es immer wieder Momente gab, in denen ich dachte: Ist es wirklich der Partner, der psychisch krank ist, oder ist es die Ich-Erzählerin? Wir sehen ja eigentlich immer nur ihre Perspektive, und als Leser*in wird man da ein bisschen hineingezogen.

Helen
Voll spannend. Das verlinken wir auf jeden Fall auch in der Folgenbeschreibung. Dann jetzt noch der Podcast, den du empfehlen wolltest.

Marie-Christine
Genau, zur Leipziger Buchmesse gibt es nämlich auch einen Podcast: Kopje koffie. Da gehen die Moderator*innen mit niederländischen oder flämischen Autor*innen ins Gespräch und unterhalten sich über die Bücher, die auch in deutscher Übersetzung vorliegen. Die meisten Autor*innen sprechen, glaube ich, auch Deutsch, die anderen werden synchronisiert. Das Schöne ist: Die Autor*innen lesen immer selbst ein Stück aus dem Original vor, und dann bekommt man noch eine Leseprobe aus der deutschen Übersetzung. Da bekommt man echt gute Tipps.

Helen
Sehr gut. Das finde ich auch eine schöne Idee, zur Messe einen eigenen Podcast herauszubringen. Auch den verlinken wir in der Folgenbeschreibung. Da haben wir auf jeden Fall einiges vor, wenn man jetzt Lust bekommen hat. Und ich finde es richtig schön, weil du auf jeden Fall Lust auf niederländische und flämische Literatur machst. Vielen, vielen Dank dafür, dass du uns daran teilhaben lassen hast. Das ist noch mal ein neuer Horizont, und ich finde es eigentlich ein bisschen verrückt, dass das bei „Mädels, die lesen.“ noch nicht mehr Thema war — gerade für mich, die ich in Bonn wohne und so nah dran bin. Aber vielleicht ändert sich das jetzt ein bisschen. Deswegen danke für den Einblick. Ich würde fast sagen, wir trinken jetzt unsere Chocomel zu Ende und genießen noch ein bisschen den Blick aufs Meer. Und wünschen allen da draußen viel Spaß mit niederländischer Literatur. Vielleicht sehen wir uns ja bei der Leipziger Buchmesse — wir zwei auf jeden Fall auf Borkum.

Marie-Christine
Genau. Danke dir!

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