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Podcast · Folge 128
Mut trainieren: warum Angst mit jeder Wiederholung kleiner wird
Tanja Peters hatte soziale Ängste, lange bevor sie vor 800 Leuten auf einer Bühne stand. Ihr Weg dorthin war kein großer Sprung, sondern Wiederholung
Der Einstieg ist bei uns immer eine gedankliche Reise: Wo sitzen wir gerade zusammen, und welches Getränk hast du uns mitgebracht? Tanja Peters setzt uns auf eine Friedhofsbank – nicht wegen des Friedhofs, sondern weil es dort so viele Bänke und so schöne Parkanlagen gibt – und bringt koffeinfreien Kaffee mit. Es ist ein passender Ort für eine Folge, in der es darum geht, was am Ende wirklich zählt.
Tanja Peters
Speakerin · Trainerin · Mentorin · Autorin
21 Jahre lang war sie im Einkauf und als Führungskraft für größere und kleinere Unternehmen tätig, zuletzt in der Geschäftsleitung eines Einkaufsverbunds. Seit über zwölf Jahren arbeitet sie von Köln aus selbstständig als Trainerin, Speakerin und Mentorin. Sie hat drei Bücher veröffentlicht, macht die Podcasts »entspannt erfolgREICH« und »MUTmuskeltraining« und bietet Speaker-Seminare für Frauen, Mentoring und Retreats an.
Ein Zettel in der Tasche, und darauf lauter Sachen, vor denen sie Angst hatte
Mut wurde ihr Thema, weil sie das Gegenteil gut kannte. »Ich hatte viele soziale Fragen, Ängste, Sorgen«, sagt sie – das Gefühl, nicht dazuzugehören, anders auszusehen, bewertet zu werden. Das hat sie lange davon abgehalten, Dinge zu tun.
Mitte dreißig saß sie in der Geschäftsleitung eines kleinen Einkaufsverbunds. Karrieretechnisch lief es, aber es gab Situationen, die sie mit ihren Ängsten konfrontierten: ein Fehler, der passiert war, ein Termin vor Gericht. Erst da fiel ihr auf, wie viel Angst sie eigentlich ständig hatte. Heute sieht sie das anders: Sie hat im Vorstand gesehen, wie viel Geld auf dieser Ebene auch mal an die Wand gefahren wird – und dass das dazugehört.
Danach begann sie eine Coaching-Ausbildung. Und sie fing an, sich selbst kleine Aufgaben zu stellen. Auf einem Zettel in ihrer Tasche stand, was sie sich vorgenommen hatte. In Prag ging sie auf jeden Kirchturm, obwohl sie Höhenangst hatte. Sie ging allein essen, obwohl sie sicher war, dass alle sie anstarren – und legte gleich noch eine Stufe drauf, indem sie nur auf Tschechisch bestellte, statt ins Englische auszuweichen. »Ich habe halt so Sachen gemacht, vor denen ich Angst habe, und habe dann gemerkt: Das wird besser.«
Warum Mut Wiederholung ist und keine Entscheidung
Der Gedanke dahinter ist unspektakulär und genau deshalb brauchbar: Was wir als Komfortzone erleben, sind Programme, die schon angelegt sind. Vor Corona hat niemand sich gefragt, ob er zur Arbeit fährt – das war einfach angelegt. Im Lockdown ist das Programm verblasst, und danach mussten viele erst wieder lernen, in Menschenmengen und auf Veranstaltungen zu gehen.
Genauso funktioniert es in die andere Richtung. In ihren Speaker-Seminaren sagt sie: Wer fünf bis zehn Vorträge gehalten hat, für den wird die Bühne irgendwann ein sicherer Ort – »so wie morgens Kaffee trinken«. Sie selbst war nach eigener Beschreibung ein totaler Angsthase, was Bühnen angeht. Heute erzählt sie dort Dinge, die sie vorher noch niemandem erzählt hat, vor 800 Leuten.
Was ich als sicher empfinde, sind halt die Dinge, die ich auch regelmäßig tue.Tanja Peters
Helen kennt den Gedanken aus einem alten YouTube-Video: Die Komfortzone schrumpft, je weniger man sich traut – man muss sie ständig ein Stück ausweiten, damit sie überhaupt ihre Größe behält. Im Alltag fühlt sie sich selten mutig, im Rückblick sieht sie aber, was sie sich alles getraut hat.
Die alte Geschichte, die man aus Versehen weitererzählt
An dieser Stelle wird es unangenehm konkret. Helen fällt auf, dass sie ständig sagt, sie sei ängstlich – und dass das vielleicht gar nicht mehr stimmt. Tanja Peters nennt das eine Selbsthypnose: eine Autobahn, die man irgendwann angelegt hat und jeden Tag fährt. Hört man auf, sie zu fahren, wächst sie zu.
Ihr Werkzeug dafür heißt Gedankenhygiene und dauert zwei bis drei Wochen: sich beobachten, und jedes Mal, wenn der Satz kommt, kurz stoppen. »Nee, sorry, stimmt nicht mehr. Das ist eine alte Geschichte.« Nicht, weil das Wiederholen allein etwas ändert, sondern weil man es bewusst macht – und was bewusst ist, lässt sich schlecht auf Autopilot weiterlaufen lassen.
Wie das erste Buch zustande kam – und warum sie fast abgesagt hätte
Ihr Vortrag bei GEDANKENtanken wurde veröffentlicht, und eine Lektorin von dtv sah ihn. Sie schrieb eine Mail: Sie finde das sensationell, ob Tanja Peters Lust hätte, ein Buch mit ihnen zu schreiben.
Deren erste Reaktion war: völlig überfordert. Sie saß gerade an einer schmalen E-Book-Fassung, die sie schnell selbst herausbringen wollte, und ein Jahr Vorlauf war ihr zu lang. Sie sagte am Telefon fast ab. Dann ging sie mit ihrem Mann spazieren, erzählte ihm den Fall – und der fragte nur, was sie an dem Angebot eigentlich nicht verstehe. Am Sonntag schrieb sie ein Exposé, am Montag rief sie zurück. Aus dem einen Buch wurden zwei: »Mutmuskeltraining« und direkt danach, in sechs Wochen geschrieben, das Arbeitsbuch dazu.
Das dritte Buch, »Schließ Frieden mit deinem Körper!«, war etwas anderes. Sie beschreibt es als Herzenswunsch: ein Thema, das sie ihr Leben lang begleitet hat und mit viel Scham verbunden war. Und ein viertes ist in Arbeit – als Episodenbuch, rund vierzig unabhängige Kapitel, die man abends einzeln lesen kann wie eine Podcastfolge.
Was passiert, wenn Erfolg aufhört, wichtig zu sein
Zwölf Jahre lang hat sie sich stark daran ausgerichtet, wie erfolgreich sie ist und auf welchen Bühnen sie steht. In den letzten beiden Jahren hat sich das gedreht. Sie hat entschleunigt, sich von Formaten verabschiedet, an denen Geld und Sichtbarkeit hingen, und sagt heute Dinge wie: »Es tut mir leid, wenn ich dir früher Positionierung verkauft habe, ich sehe das heute ein bisschen anders.«
Was sie dabei über Erfolgsgetriebenheit sagt, ist der harte Kern der Folge: Dahinter stecke oft das Gefühl, noch nicht genug zu sein – und man arbeite weiter, bis der Beweis da ist. Der Beweis kommt nie, weil immer das nächste große Ding wartet.
Brené Brown und die Frage, warum man etwas erzählt
Auf die Frage nach prägenden Büchern nennt Tanja Peters ohne Umweg Brené Brown. Deren Forschung zu Scham und Verletzlichkeit hat sie am Anfang ihrer eigenen Entwicklung gelesen, und was sie daran gepackt hat, ist nicht die Wissenschaft: »Auch wenn sie eine Wissenschaftlerin ist, schreibt sie aus meiner Sicht nicht aus dem Kopf.« Es sind Bücher, die sie nicht gern verleiht.
Daran hängt der Rat, mit dem die Folge endet. Helen kennt den Vulnerability Hangover – das Gefühl am Tag danach, zu viel geteilt zu haben. Tanja Peters hat früher zwischen privat und persönlich unterschieden. Heute stellt sie eine andere Frage: Warum erzähle ich das gerade? Wer eine peinliche Geschichte erzählt, die einen am Ende gut aussehen lässt, merkt das – und das Publikum auch. Wer etwas teilt, weil es gerade da ist, liegt fast immer richtig. Was sie ausdrücklich nicht unterrichtet: die schwere Geschichte als Technik einzusetzen, um Betroffenheit auszulösen.
Wenn du dir selbst zu oft sagst, dass du ängstlich bist, ist das eine gute Folge zum Mithören – mit einer Übung, die du noch am selben Tag anfangen kannst.
Die ganze Folge hören
Die Bücher aus der Folge
Zwei von Tanja Peters selbst und eines, das sie als das prägendste nennt.
Mutmuskeltraining – Das Arbeitsbuch
Tanja Peters
Das Arbeitsbuch zu ihrem ersten Buch, in sechs Wochen geschrieben. Die lieferbare Ausgabe erscheint bei Junfermann.
Schließ Frieden mit deinem Körper!
Tanja Peters
Ihr drittes Buch und ihr Herzensprojekt – über Körper, Scham und sieben Prinzipien für mehr KörperMUT.
Verletzlichkeit macht stark
Brené Brown, aus dem Amerikanischen von Margarethe Randow-Tesch
Im Gespräch die Autorin, die sie durch die Bank weg empfiehlt – ihre Forschung zu Scham und Verletzlichkeit.
*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. Ihr erstes Buch »Mutmuskeltraining« ist bei dtv erschienen und im Handel derzeit nicht mehr gelistet – deshalb steht es ohne Link.
Häufige Fragen
Was ist mit Mutmuskeltraining gemeint?
Die Idee, dass Mut kein Charakterzug ist, sondern etwas, das sich durch Wiederholung verändert. Tanja Peters hat sich dafür über Jahre kleine Aufgaben gestellt – auf einen Kirchturm steigen trotz Höhenangst, allein essen gehen – und daraus ein Konzept gemacht, aus dem ein Buch, ein Arbeitsbuch und ein Podcast entstanden sind.
Kann man Mut wirklich trainieren?
Ihre Erklärung: Was wir als sicher empfinden, sind die Dinge, die wir regelmäßig tun – im Gehirn angelegte Programme. Wer fünf bis zehn Vorträge gehalten hat, für den wird die Bühne ein vertrauter Ort. Umgekehrt verblasst ein Programm, wenn man es nicht mehr nutzt; nach den Lockdowns mussten viele das Unter-Menschen-Gehen erst wieder anlegen.
Was hilft gegen den Satz »Ich bin halt ängstlich«?
Sie nennt das Gedankenhygiene: zwei bis drei Wochen lang beobachten, wann du den Satz sagst oder denkst, und ihn im Moment zurücknehmen – »stimmt nicht mehr, das ist eine alte Geschichte«. Der Punkt ist nicht das Gegenmantra, sondern dass dir der Automatismus bewusst wird.
Welche Bücher hat Tanja Peters geschrieben?
»Mutmuskeltraining« und das dazugehörige Arbeitsbuch, beide ursprünglich bei dtv, sowie »Schließ Frieden mit deinem Körper! 7 Prinzipien für mehr KörperMUT«. Ein viertes Buch ist geplant: ein Episodenbuch mit rund vierzig unabhängigen Kapiteln.
Was macht Tanja Peters heute beruflich?
Sie arbeitet als Trainerin, Speakerin und Mentorin, gibt Speaker-Seminare für Frauen, macht Mentoring und Retreats und ist weiterhin in Unternehmen als Beraterin und Trainerin unterwegs. Sie hat zwei Podcasts: »entspannt erfolgREICH« und den älteren »MUTmuskeltraining«.
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Die ganze Folge zum Nachlesen
Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.
Helen
Herzlich willkommen Tanja. Ich komme mich sehr heute mit dir über das Thema Mut und wahrscheinlich ganz viele andere Dinge zu sprechen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?
Tanja Peters
Also ich bin ganz unspektakulär. Ich habe koffeinfreien Kaffee. Das ist mein Signature-Getränk tagsüber. Und ich sitze gerne auf Friedhofsbänken rum. Und das will ich direkt sagen, eigentlich weil es einfach schöne Parkanlagen sind. Also gar nicht so viel mit dem Friedhof zu tun, eher mit dem, dass es da viele Bänke gibt. Und zunehm mag ich aber auch die Atmosphäre auf Friedhöfen.
Helen
Ja, kann ich total nachvollziehen. Und die sind ja oft auch wirklich ausladend. Ich weiß nicht, ob du bei dir in Köln dann auf den Melaten-Friedhof gehst, weil der ist ja wirklich riesig. Aber selbst wenn es nicht so solche Ausmaße hat, sind das ja oft wirklich große Parkanlagen. Also kann ich gut nachvollziehen. Ich würde sagen, lassen wir uns nieder und gucken mal, wer so vorbei stromert und stoßen mit unserem koffeinfreien Kaffee an. Vielleicht einmal als irgendwie Einleitung, wie wir uns kennengelernt haben. Ich glaube, ich hatte dir das ja schon mal erzählt. Also, vielleicht denkst du jetzt im ersten Moment an das Speaker-Seminar, aber ich denke noch an einen Schritt davor, weil ich hatte mich für dieses Gründerinnenprogramm. Genau. Also angemeldet, ich habe mich dafür beworben und wurde genommen, CoCo, Frauen gründen. Ich habe auch ein paar Termine mitgemacht, aber ich kam dann irgendwie nicht mehr mit, weil bei mir so viel los war. Aber dieser allererste Termin oder einer der ersten Termine war deiner. Ich kann dir noch nichtmals mehr so 100 Prozent sagen, worüber du gesprochen hast, Shame on me. Aber irgendwie, ja, wahrscheinlich über Mut. Aber damals glaube ich Mut dann zur Gründung und ich glaube es war immer anders, glaube ich, irgendwie so. Ja, es war vor allen Dingen auch gut, so als Einstieg, das weiß ich noch. Es war irgendwie ein gutes Anfangsthema. Aber es war vor allen Dingen deine Art, die ich mega fand. Ich weiß, ich habe direkt so ge-googelt, so was macht die Tanja, was kann ich bei der irgendwie vielleicht buchen oder so. Ich fand es irgendwie, also einfach deine, ich dachte so, ich brauche ein bisschen mehr Tanja in meinem Leben. So, ich weiß, so bin ich aus diesem Termin rausgegangen. Und dann hatte ich bei dir auf der Webseite gesehen, dass du ein Speaker-Seminar anbietest und dachte direkt mega. Weil ich hatte irgendwie eh auch schon mal so in die Richtung gedacht, dass ich das interessant fände. Ich hatte dir glaube ich auch mal erzählt, dieses von Greator, was da angeboten wird, fand ich an sich interessant, aber ich mag Greator nicht. Aber irgendwie stand bei dir dann glaube ich auch so mit drin, dass du mal da auch mitgewirkt hast. Und so, also es war alles so, dass ich dachte, okay, da sollte ich dabei sein. Und dann war der nächste Termin aber am 18. Januar, wo wir den fünften Geburtstag gefeiert haben. Und ich hatte dir irgendwie geschrieben, ich möchte auf jeden Fall gerne dabei sein, aber da stehe ich selber auf der Bühne. Ich bin so merk mich gerne für den nächsten Termin vor. Und das war jetzt halt im Juni, Anfang Juni Mitte Juni ungefähr, glaube ich. Und wir haben jetzt im Podcast ja auch schon Tina Herz gehabt, irgendwie während des Seminars, hast du von ihr erzählt, dass sie das auch gemacht hat und soll sie deswegen, wir haben schon viel von dir geschwärmt. Ich denke, es ist jetzt ein guter Zeitpunkt, dass man dich auch mal kennenlernt. Ich freue mich total, dass du heute hier bist, weil es ist noch mal eine neue Dosis dann ja für mich und auch für alle, die zuhören. Vielleicht erzählst du mal einmal so, also wer bist du so, was machst du überhaupt?
Tanja Peters
Genau, wer bin ich, was mache ich das? Ich versuche es jetzt nicht zu groß zu machen. Also ich bin seit zwölf Jahren als Trainerin, Speakerin, Mentorin, Autorin unterwegs. Man hat ja oft so ein Potpourri an Dingen gemacht, wenn man so in der Persönlichkeitsentwicklung ist und es gab ein Leben davor. Da war ich viel im Einkauf tätig für große und kleinere Unternehmen, bei Einkaufsleitungen, also habe ganz viel Business und ganz viel Verträge gemacht und denkt manchmal so spannend, dass ich das so durchgestanden habe. Also irgendwas hat mir an dem, glaube ich, der Interaktion und dem Verhandeln mit den Menschen gefallen, sonst hätte ich das nicht 21 Jahre gemacht. So und in dem zwölf Jahre selbstständig sein, habe ich halt gerade einen großen Change-Prozess selber mitgemacht, weil ich in der Zeit lang sehr stark mich ausgerichtet hatte, wie erfolgreich bin ich, welche Bühnen, also ich habe große Bühnen besprochen. Ich war gut gebucht als Speakerin und ich sage jetzt auch mittlerweile war, weil sich mein Business wirklich auch verändert hat und habe auch sehr viel zum Thema Positionierung gemacht und habe sehr viele Gründerinnen auch unterstützt immer wieder und habe aber in dem wirklich einen großen Change, jetzt gerade die letzten zwei Jahre mitgemacht und ich glaube, das hast du bei CoCo auch so ein bisschen erlebt. Ich glaube, das Jahr vorher hatten die mich gebucht und da habe ich noch so gesagt, so geht es hier mit Positionierungen und so machst du das und so und ich bin jetzt gar nicht so, dass ich sage, es gibt gar nichts, woran du dich festhalten kannst, wenn du gründest, aber ich glaube, das war dann auch der Termin, wo ich gesagt habe, ja, kann man immer alles machen oder du machst halt dich selber. Also bei mir gab es halt diesen Change wirklich nochmal mich zurück zu erinnern, wer bin ich, warum bin ich eigentlich wirklich hier, deswegen hänge ich auch so viel auf Friedhofsbank um und habe mein Leben sehr entschleunigt, sehr entstresst und eben rennen nicht mehr so der Möhre, Geld und Umsatz hinterher, wie ich das noch vor, ich sag mal, zwei, drei Jahren gemacht habe. Das heißt, du hast ja auch so genau diese Tanja erlebt in diesem CoCo Call, die ich auch so befreit habe die letzten Jahre, also die jetzt raus darf zum Spielen, die raus darf in die Calls, die eben sagt, es tut mir leid, wenn ich dir früher Positionierung verkauft habe, ich sehe das heute ein bisschen anders. Genau und das mache ich, also ich versuche mit meinem Wirken, ich unterstütze sehr viele Frauen irgendwie so, ich bin eine Frauenliebhaberin, bin privaten Mann zusammen, aber ansonsten bin ich eine Frauenliebhaberin, dass ich viel mache für die Frauen und in dem aber auch gerne die Männer einlader, aber oft passt es irgendwie nicht so und ich mache eben die Speakerseminare, ich bin auch noch viel in der Unternehmenswelt, das finde ich auch spannend, ich bin noch kompatibel, also ich schaff es noch da zu beraten und zu trainieren, ohne zu sehr aufzufallen, bin auch noch auf Bühnen unterwegs, aber so eines meiner Forschungsprojekte ist dieses Entspannterfolgreich, da habe ich auch ein Podcast zu, wo ich immer regelmäßig auf der Friedhofsbank ein bisschen sitze und heule und gerade Leute, also mitnehme in so ein Prozess von mir und das ist so ein bisschen dieses Wie geht eigentlich Entspannt leben und arbeiten, was hat das vielleicht auch mit Mut zu tun, was hat das mit Selbstliebe zu tun, also das sind so Themen, die mich interessieren und ja, ich bin sehr vielfältig unterwegs und ich versuchte halt auch keinen Label mehr drauf zu machen, sondern wie du gesagt hast, ist halt Tanja, wenn man das mag, kann man gerne mit mir arbeiten, wenn man das irgendwie schreckfindet und eher so einen Kastenbrauch oder so ein Label braucht, dann bin ich halt die falsche mittlerweile.
Helen
Ja, ich habe jetzt gerade während du erzählt hast auch mich erinnert, dass ich nach diesem CoCo Call, LinkedIn-Post, geteilt habe, dass ich wie du, weil du das in diesem Termin gesagt hast, in Pippi Langstrumpf leben möchte, weil das bei mir so voll hängen geht, das war so irgendwie dieser Moment, wo ich so dachte, oh mein Gott, ich finde das so genial, auch dass du das in so einer Runde sagst und ich meine, es war jetzt nicht steif oder so, aber es ist halt schon vielleicht einfach so ein bisschen abseits von dem, was man oft auch hört, auch im Unternehmertum oder als so für Gründer und so und ich fand das so genial, ich dachte ja, genau, ich will auch ein Pippi Langstrumpf leben.
Tanja Peters
Ich weiß noch, dass ich das auf LinkedIn wahrscheinlich dann bei dir gelesen habe und erst mal so gedacht habe. Das habe ich gesagt. Genau, das habe ich gesagt. Ach ja, stimmt, weil man hat ja immer im Kopf, ich weiß nicht, ob es dir auch so geht, so eine LinkedIn-Instarschere, dass ich auf Instagram so mit meinen Tarokarten und so meine spirituelle Seite zeige und dann poste ich das auf LinkedIn und denk mal so kurz, da gucken wir jetzt ja die ganzen Business-Leute zu und dann entspann ich mich wieder und denke so, ja, dann ist es halt so. Aber das hatte ich damals auch, dass ich das mal kurz so hatte. Und dann dachte ich aber, nee, es ist ja weder gelogen noch, glaube ich, also noch glaube ich, dass es nicht geht. Ich glaube halt, wir könnten alle ein bisschen mehr Pippi Langstrumpf in Form von uns von der Leine lassen gebrauchen. Wir sprachen eben vorab auch kurz darüber, dieses mit der Energie zu arbeiten, freundlich zu uns zu sein. Wenn man Tage hat, wo man nicht produktiv ist, eben zu sagen, ja gut, kann ich heute noch die Steuer abheften, geht das noch? Und dann gehe ich halt raus spazieren, anstatt mich durch den Tag zu prügeln. Und das ist für mich auch Pippi Langstrumpf, dieses Ach so, ich könnte ja noch ein paar Kekse backen, dann back halt Kekse. Ja, wir machen tun ja immer so, als wäre Business. Ich finde, das ist auch das Problem der heutigen Zeit, dass wir mal so tun und Business und Leben ist aus anderes. So nein, wenn du selber nicht bist, sollte das möglichst irgendwie eine ähnliche Qualität haben, weil du bist ja immer du. Du bist ja keine andere, nur weil du jetzt heute Morgen, ich weiß gar nicht, bist du in dein Büro gegangen oder über das Hiermeinarbeitszimmer.
Helen
Dann bewegt mich nicht sehr weit.
Tanja Peters
Genau, also du hast irgendwo eine Tür auf, kümmer wir rein, warum solltest du dann eine andere hellen sein, als wenn du da wieder aus der Tür rausgehst? Das ist ja so eine Idee, die wir oft haben.
Helen
Ja, total. Aber ich finde das irgendwie auch witzig, was du zu linked entsagst, weil das merke ich auch manchmal, dass ich dann denke, kann man das hier machen? Aber irgendwie kann ich mich auch da so schlecht verstellen und denke so, das finde ich auch langweilig. So lese ich selber ja auch nicht so gerne. Diese total ernsten Sachen.
Tanja Peters
Und ich glaube auch, das ist also das macht es ja letztendlich auch aus. Also ich glaube auch den Mut zu haben, dieses wirklich sich zu zeigen und eben nicht mehr zu zucken, wenn wir dann jetzt ist aber Business Kontext. Weil ich bin ja immer ein freundlicher, netter Mensch, höflich. Also so ich mache ja nicht irgendwas total seltsames, wenn ich jetzt mit Freunden unterwegs bin oder mit meiner Familie oder so und so zu denken. Es ist so unterschiedlich. Das glaube ich auch nicht. Und ich mache mittlerweile im Coaching, da geht man mir echt einen Pling an, wenn Leute sagen, ja, ich trenne das komplett. Enki immer so, ja, da haben wir schon das erste Thema. Also warum glaubst du, warum glaubst du, dass du das komplett trennen musst und dass das irgendwie gesund ist, so zu tun, als wärst du auf der Arbeit jemand komplett anderes und wirst deine Emotionen und so an der Tür abgeben? Warum glaubst du, dass das irgendwie eine gute Idee ist? Da habe ich direkt ein Coaching Thema, was wahrscheinlich über mehrere Stunden Möglichkeiten zur Entfeindung gibt, sozusagen. Ja. Du hast ja.
Helen
Du hast Bücher zu dem Thema geschwungen, du hast in deinen Podcast. Damit bist du auf Bühnen. So dieses Thema Mut in allen Facetten treibt dich ja um. Warum? Warum ist das dein Thema?
Tanja Peters
Also ich muss sagen, dass jetzt andere Themen dazugekommen sind. Vorher war das ja also zehn Jahre lang, war das wirklich mal ein absoluter Fokus. Und dann hat sich das so aufgereicht. Aber warum hat mich das angetrieben? Ich glaube, also die erste Antwort ist sicher, weil ich selber einfach Ängste kenne und weil ich selber oft mich Sachen nicht getraut habe. Also viele Sachen, wo ich so soziale Ängste hatte. Ich bin eine kleine dicke Frau. Ich hatte immer das Thema Passigierein, optisch. Wie finden mich die Menschen? Bin ich so anders? Ich habe ja auch so Locken. Ich habe immer so grause Haare auch. Das heißt, das war auch immer so irgendwie was, was mich anders gemacht hat. Also ich hatte viele so soziale Fragen, Ängste, Sorgen. Dieses Passig dazu gehöre ich rein. Und das hat mich oft abgehalten, Sachen zu machen. Und dann ist das ja oft so, dass so ein Selbstwert Thema, so nenne ich es jetzt mal, sich auch so dann in andere Bereiche niederschlägt. Und dann habe ich das so bemerkt bei mir, wie sehr mich das auch einschränkt in meinem Leben und ich habe gemerkt, das war letztendlich so der Punkt, wo ich bei mir gedreht habe. Ich war ja in der Geschäftsleitung von einem kleinen Einkaufsverbund. Also war karrieremäßig ganz gut, somit Mitte 30 unterwegs. Und dann gab es ja da so, also da gab es einige Situationen, wo ich viel auch mit Ängsten konfrontiert worden bin, Rüge vor Gericht. Als Abteilungsrat drin, da war ein Fehler passiert. Also musste ich mir mit vielen Themen auseinandersetzen. Und da habe ich gemerkt, wie viel Angst ich auch vor solchen Sachen habe. Also Versagen, Design, die ein Fehler gemacht habe, wo ich so denke. Also heutzutage würde ich denken, ich habe doch bei meinem Vorstand gesehen, wie viele Millionen die versenken, wenn du auf der Ebene auch Entscheidungen triffst und auch mal eine Fehlentscheidung triffst, dass das so normal ist, auch wenn du ein großes Business hast, dass du dann auch mal Geld vor die Wand fährst. Aber das hat mir alles so eine Angst gemacht. Und damals hatte ich ja dann so eine Erkrankung, so einen Kreisrundenhaarausfall. Da sind mir alle Haare ausgefallen innerhalb von zwei Monaten. Und da habe ich das so zum ersten Mal ist mir das so bewusst geworden, wie viel Angst ich eigentlich ständig habe. Und als ich da mich so rausentwickelt hatte aus dieser Erkrankung, dann habe ich die Coaching-Ausbildung angefangen. Dann habe ich mich so ein bisschen angefangen, selber zu entwickeln und mal so zu gucken. Und da ist das im Grunde genommen entstanden, dass ich dann angefangen habe, so wie Mutmuskeltraining, so habe ich das dann auch damals dann genannt und hatte immer so ein Zettel in der Tasche. Da stand dann so drauf so, ich habe meinen Prag gelebt. Dann bin ich da auf alle Kirchtürmen hoch, weil ich so hohen Höhlenangst hatte. Oder dann alleine essen gehen, weil dann ich mal dachte, alle starben mich an. Dann habe ich mir auch noch die Challenge gemacht, alleine essen gehen und nur auf Tschechisch bestellen und nicht auf, sprechen, also sollen wir das auf Englisch machen, sondern nein. Also ich habe mich dann immer so rausgefordert und habe halt so Sachen gemacht, vor denen ich Angst habe und habe dann gemerkt, so, das wird besser. Das ist ja interessant. Das ist ja gar nicht so, wir haben Angst davor, ja oder nein, sondern aha, wenn wir uns öfter dieser Situation aussetzen, wenn wir an der Stelle trainieren, dann merken wir auf einmal, ich überlebe das, ich überlebe das noch mal. Ach, guck mal, das fühle ich ganz gut an. Und so habe ich mich einfach selber verliebt, sozusagen in diesen Moment des Wachstums und dann habe ich das irgendwie zum Thema gemacht. Also ich habe auch so ein Positionierungsprozess gemacht damals. Da kam dann irgendwie aus mir dieser Satz, also wenn ich alles machen kann, was ich will, so als Trainer und dachte damals schon, vielleicht will ich auf die Güne, dann mache ich Menschen mutiger. Das kam so raus. Und dann habe ich das wirklich zehn Jahre lang gemacht und habe so geforscht für mich und eben auch geguckt, wie kriege ich das hin im Seminarraum, dass Leute sich was trauen. Wie kriege ich das in Coaching hin, dass Leute wirklich die Schritte gehen und so. Und ja, wahrscheinlich, also es ist immer, glaube ich, die persönliche Geschichte, die uns letztendlich da so reinzieht in so ein Thema und dass man dann so Spaß dran hat, weil man eben immer wieder bei sich selber testen kann und dann mal mit den Kunden testen kann, ob es wirklich funktioniert so.
Helen
Ja voll. Deswegen mag ich, glaube ich, auch den Gedanken von einem Mutmuskeltraining, weil ich das selber halt auch merke, du wirst nicht in der Theorie mutiger, du wirst halt mutiger, wenn du irgendwas machst. Und irgendwie hatte ich damals vor Jahren so ein, ich glaube, ich habe das vielleicht ja auch schon mal im Podcast gesagt, aber es ist ein Refresher, schadet ja nie. Ich habe mal vor Jahren so ein YouTube Video geguckt, da hat jemand erklärt, so deine Komfortzone, die schrumpft im Grunde, je weniger du dich traust. Und du musst die im Grunde immer so ganz bisschen ausweiten, damit die halt auch allein schon damit die die Größe behält. So, aber natürlich auch damit sie wächst. Und das hat mir irgendwie total eingeleuchtet. Und ich merke, dass bei mir halt auch ich habe so im Alltag vielleicht nicht unbedingt das Gefühl, mutig zu sein. Aber ich weiß schon, dass ich eigentlich quasi täglich Dinge tue, die mir Angst machen. Und vor allem so im Rückblick siehst du dann krass, was ich mich alles getraut habe. Und ich glaube, es ist wirklich so ein Muskel, den man trainiert.
Tanja Peters
Und also letztendlich, wenn man sich auch ein bisschen mit Gehirn beschäftigt, dann weiß man dann irgendwas, das, was wir als Komfortzone erleben, sind im Grunde alle Programme, die schon angelegt sind. Das heißt, wenn du halt jeden Tag rausgehst, zur Arbeit fährst und dich damit Menschen auseinandersetzt, dann ist das ja irgendwann ein Programm. Also Leute fragen sich ja nicht mehr, also sagen wir mal vor Corona, hat man sich ja nicht gefragt, feiert zur Arbeit oder nicht. Das hast du halt einfach gemacht. Dann haben wir alle gemerkt unter Corona, da waren wir ganz viel zu Hause. Auf einmal war so wie jetzt wie auf eine Party alleine, vielleicht. Weißt du, da gab es auch so eine Phase. Ich weiß nicht, wie das mir ist das gegangen nach Corona, dass ich gemerkt habe, ich muss wieder so in auch in so Menschenmengen zurückfinden, Veranstaltung und so. Dass wir alle dann erst mal so Sorge und Angst hatten. Und wir haben halt auch verlernt, auf solche Sachen zu gehen. Du musst das Programm wieder anlegen. Und das habe ich halt auch irgendwann mal zu tiefs verstanden, dass sozusagen, was ich als sicher empfinde, sind halt die Dinge, die ich auch regelmäßig tue. Deswegen ist ja auch beim Speaker-Seminar immer dieses, wenn man regelmäßig auf Bühnen steht und so eine Grundangst bearbeitet hat, dass man da gut stehen kann. Dann ist es halt so, wenn du dann fünf bis zehn Vorträge gehalten hast, dann ist das irgendwann ein sicherer Ort. Weil dann wie ein Programm angelegt, so wie morgens Kaffee trinken. Ja und dann deswegen merke ich, ich war in totaler Angsthase, was die Bühne betrifft. Und jetzt ist so, dass ich ganz oft auf der Bühne auch wirklich geheim. Also Sachen, die ich vorher noch keinem erzählt habe, die erzähle ich dann vor 800 Leuten, denkst du auch, guck mal, jetzt ist es auch raus. Weil ich das als sicheren Ort empfinde, weil ich das halt dauernd mache. Ja, das kann ich auch machen. Das ist wirklich was, was man verstehen darf. Und du hast es so wunderbar gesagt, also in Theorie wirst du nie mutig. Wirst du immer in dem Moment mutig, wo du dir sagst, OK, ich gehe jetzt aus dem Haus, so ich mache das jetzt, egal ob das sich daufühlt, egal ob Leute bewerten oder so. Und das zu machen, das führt am Ende dazu, dass wir dann wirklich auch ein freies und buntes Leben haben, weil wir immer wieder bereit sind, sozusagen zu merken, es ist unwohlig und ich gehe den Schritt trotzdem so. Das ist das Geheimnis von Mut. Also so geht sozusagen.
Helen
Ja, bin ich mega spannend und einleuchtend bei dem Speaker-Seminar. Ich bin da so ja auch gemerkt, dass ich sehr viel Angst habe, obwohl ich es auch hilfreich fand, dass du meintest, dass ich da im Grunde wahrscheinlich an so einer alten Version auch noch von mir festhalte. Seitdem achte ich viel mehr darauf und mir fällt es auf, dass ich das andauernd sage, dass ich ängstlich bin. Ich bin noch nicht so ganz an dem Punkt, wo ich das ablegen kann. Aber zumindest fällt es mir jetzt auf, wie oft ich das sage. Und wahrscheinlich stimmt, dass das eigentlich gar nicht mehr so unbedingt so ist, sondern irgendwie. was ich mir selber entzelt habe.
Tanja Peters
Genau. Und es ist eine Selbsthypnose, ne? Also immer wieder so dieses, das ist halt wie eine Selbsthypnose. So, ich bin ja da auch so engstig, blablabla, so, das sagen wir. Ja. Das ist halt eine Autobahn, die du gehören irgendwann mal angelegt hast und die du halt jeden Tag fährst. Und wenn du auch hörst, das auszusprechen und den Gedanken zu haben, dann wächst das halt irgendwann wieder zu. Und dann nackt man noch einmal, ach so, das ist einfach nur eine alte Geschichte, die ich aus Versehen, die Platte habe ich noch nicht ausgestellt. Upsi. Upsi, genau. Und lief noch im Hintergrund so, ne? Ja.
Helen
Ich finde das irgendwie gerade super etwas. Ich frag mich noch so ein bisschen, wie ich das abgescheite bekommen habe, aber seitdem halt zu…
Tanja Peters
Entscheiden, klar, entscheiden. Und dann Gedankenhygiene ist auch eines meiner Tools, ne? Dass du wirklich ein bisschen, einfach manchmal zwei Wochen, dass du dich beobachtest. Und dass immer, wenn du das sozusagen merkst, du denkst das oder du willst das gerade sagen oder du sprichst es aus, dass du kurz das nehmen und man stoppt. Ich nehme das zurück, so das stimmt nicht mehr. Also, dass du dir bewusst darüber wirst, weil nur wenn wir uns bewusst darüber werden, ah, jetzt sage ich es wieder, ne? Oder jetzt ist es wieder mein Goto-Point. Also, ich fange an ein Interview oder ich lerne jemanden kennen und dann sage ich, ah ja, ich bin ja auch so ein bisschen ängstlich. So, ich würde mich selber unterbrechen und sagen, nee, sorry, stimmt nicht mehr. Das ist eine alte Geschichte. Ich bin gar nicht ängstlich. Ich bin gar nicht ängstlich, ne? Aber dass du sozusagen, wenn du bewusst wirst, je bewusster du wirst, umso mehr kannst du das irgendwann nicht mehr aufrecht halten. Wir können es nur auf Autopilot aufrechterhalten. Ja, das stimmt. Und wenn irgendwann bei Fyte Linder gehört, da gesagt, wenn wir wirklich bewusst sind, können wir uns eigentlich nicht schaden. Wir schaden uns nur, weil wir so oft auf Autopilot sind. Wenn ich schon mal auf Autopilot sind, zieh ich mir noch die Chips rein oder gucke hier bei Instagram, ja? Und Dopamin, Dopamin, Dopamin, oh Gott, ich bin Dopamin. Danke. Dann läuft, ja? Und dann kann ich halt weiter Blödsinn machen. Sobald du bewusst wirst, dann haben wir eben auch so was normalerweise wie eine Eigenliebe oder so, dass wir dann nicht so so schlimmen Spöges machen. Also das geht halt eher auf Autopilot. Also deswegen immer bewusst machen, mach dir irgendwas, kannst ja auch irgendwie mit dem Fingern schnippen dann oder so und sagen, ach nee, stimmt nicht, alte Geschichte. Dann wirst du merken nach zwei, drei Wochen, ist das durch, dann lachtst du das nicht mehr.
Helen
Ja, okay. Alle hören hierzu, also eigentlich dürft ich quasi zu dem Zeitpunkt, wo der Podcast ausdrückt, schon nicht mehr sagen.
Tanja Peters
Genau.
Helen
Du hast ja auch Bücher veröffentlicht. Ich finde das irgendwie, vielleicht auch, weil ich heute jetzt schon irgendwie darüber gesprochen hab mit einer Autorin. Das hat mich dann irgendwie interessiert. Warum eigentlich? Also bei ihr war das so der große Traum. Also warum schreibst du Bücher? Ich weiß ja auch, dass du dir gerade wieder ein neues Projekt vorschwebt und dass du Bücher geschrieben hast. Also warum?
Tanja Peters
Also ich glaube damals, das hat sich jetzt auch noch mal verändert. Damals war es schon so, schau mal, ich werde fürs Reden bezahlt. Also schlaberum und dann besser bezahlt. Das heißt, das ist natürlich auch nichts Festes zum Anfassen so, ne? Dann hat man schon irgendwie auch so ein Bedürfnis, das ja vielleicht mal in so ein Buch zu gießen, dass das auch so was Haptisches bekommen und dass das so was ist, wo du auch deiner Oma sagen kannst, guck mal, das mach ich, weil das ist immer so. Also es gab schon so ein Ding in mir, ich will mal ein Buch schreiben und dann gab es natürlich auch die Rampensau. Die gibt es auch schon immer in mir, die Tanja, die auch schon als kleines Kind irgendwie so, ich kann vorne was tanzen, dann mach ich das jetzt mal so, weil ich irgendwie schon immer, das heißt, da gab sowieso schon eine Anlage zu und dann muss ich ganz ehrlich sagen, dann hab ich es damals, hab ich gedacht, ja ich mach jetzt auch ein Buch, weil das ist gut als Speakerin, ne? Also wegen Tagesätzen und so, da war ich ganz strategisch pragmatisch und ich hab ja wirklich das große Glück gehabt, dass mein damals GEDANKENtanken-Vortrag veröffentlicht wurde, ich hab zum ersten Mal bei GEDANKENtanken damals gesprochen, die ja dann später zu Greator wurden und das war noch dieses große Ding, da musstest du nicht eine Ausbildung machen, sondern du durftest halt da sprechen, wenn du halt gut bist und Erfahrung hast. Das war wirklich so ein Prädikat wertvoll, dann wusstest du als Speaker, dass du dann auch das geschafft hast, du hast die O-Blöte an, aber das war halt eine Kraft. Und dann ist mein Vortrag veröffentlicht worden über Mut und dann hat denen eine Lektorin vom dtv verlag, die hatte, war da damals im Newsletter und bekam den und guckte sich den Vortrag an und hat mir so vor dem E-Mail geschrieben, Mac, sagt, hallo, ich bin Lektorin beim dtv, Frau Peter, ich hab ihren Vortrag gehört, ich finde das sensationell, was Sie machen, hätten Sie Lust, ein Buch mit uns zu schreiben?
Helen
Und was war deine Reaktion?
Tanja Peters
Ja, meine Reaktion war, ich war völlig überfordert, also völlig abgearbeitet, saß ich gerade auch im Sommer war, das war glaube ich auch im August, saß ich im Büro und war gerade so an so einer schmalen Version des Mutmuskeltraining so als E-Book, das wollte ich mal schnell schreiben und dann hab ich mit der telefoniert und hab gesagt, ja das ist ja alles total schön, aber wann würden das rauskommen? Ja, dann so in einem Jahr mit Buchvortrag und Schreiben und so und bis das dann in einem Jahr dann hab ich gesagt, nee, das ist mir viel zu lang, da mach ich das lieber im Eigenverlag, man muss hier auch die Kuh melken, wenn es so fett ist, also ich bin ja gerade da ganz groß, komme ich ja jetzt raus mit Gedanken, das war damals dann so 2017, ich dachte, ich bin ja morgen berühmt, jetzt brauch ich ja dtv nicht mehr und dann hab ich gesagt, nee, und dann hat die mir auch erklärt, wie Buch geht, also dass man diese ganze Arbeit hat und alles und dann kriegste da irgendwie 8 oder 10 Prozent von so, also ich weiß ja nicht deine Hörer werden das wahrscheinlich wissen, aber man verdient ja als Autor an so einem Buch 80 Cent bis 21, wenn es gut läuft, ja, also das ist ja auch wirklich völlig absurd im Grunde und dann war mir das alles zu doof und dann hab ich gesagt, ohne mal ist das total nett, aber wahrscheinlich eher nein und dann hat sie gesagt, ja sie können ja nochmal drüber nachdenken, ich sagte, ja es ist Freitag nach dem Tag, ich gehe jetzt mit meinem Mann gleich spazieren, ich denke drüber nach und da mich mein Mann in den Wald gegangen, hab dem so den Case erzählt und mein Mann ist ja auch so ein totaler Business Typ eigentlich, der so, sag mal, hast du mal geguckt, wer dtv ist? Ich so, nee, ich glaub die sind schon nicht, also auch so gar keine Ahnung, weißt du, dann hat der gesagt, sag mal, was verstehst du eigentlich nicht an dem Angebot und dann hab ich gesagt, ach so, soll ich das machen? Der hat gesagt, ja, aber natürlich soll du das machen und dann hab ich Sonntag, Sieße und Öre so ein Exposé zusammen geknüppelt, fast wo Andrija sich Monate Zeit nehmen, hab ich dann so zusammen genommen und dann hab ich die Montags Anrufe abgesagt, Frau Prokop, ich würde das gerne machen, ich hab ihnen Exposé geschickt und dann hat die und wir sind auch heute befreundet, also mittlerweile, dann hat sie gesagt, Frau Peters, ich war völlig entsetzt, ich hab gedacht entweder die Saukuhl oder sie schnallt es nicht, ich war froh, dass es sie schnallt es nicht war und so sind wir zusammengekommen, haben dann halt zwei Bücher gemacht, also das Mutmuskeltraining und direkt das Arbeitsbuch, also ich hab dann innerhalb von, ich hab dann halbes Jahr an dem Einbuch geschrieben und dann war klar, die wollen auch sofort das Workbook mit mir machen und dann hab ich in sechs Wochen dann das zweite Buch aus dem, aus der Höfte geschossen sozusagen, das war die Geschichte dazu. Also das heißt, es war so eine Mischung aus, ja, ich will das irgendwie machen, ich halte das auch für sinnvoll und dann war es ebenso zu mir gekommen und mein drittes Buch dann Schließ Frieden mit deinem Körper, das war so ein persönliches Anliegen, weil ich einfach dadurch, dass ich mein Leben lang immer ein Thema mit Übergewicht habe und wie sehe ich aus und das ist viel mit Scham verbunden, da hatte ich auch so ein Gefühl, da habe ich eine Message für die Menschen, wie das vielleicht auch anders gehen kann. Das war so, das war glaube ich auch noch mal so ein Herzenswunsch, dieses Buch zu schreiben, weil ich hoffe damit, den ein oder anderen zu erreichen, wirklich mit sich da in Frieden zu kommen, so eine Maro. Das ist die lange Antwort jetzt auf die Frage warum hast du geschrieben?
Helen
Ja, aber ich finde es voll spannend, weil ich glaube es auch schon, wahrscheinlich gibt es oft ja Parallelen, aber ich glaube es ist schon auch sehr individuell, warum man das eigentlich sich auch so wünscht und ich glaube, dass wahrscheinlich dieser Podcast auch manchmal eher dazu beiträgt, dass man vielleicht ein bisschen desillusioniert wird. Also ich hoffe nicht ganz so doll, aber ich glaube, hier merken wir dann schon auch, dass das vielleicht nicht immer diese ganz krasse Traumvorstellung ist, die wir so im Kopf haben, von diesem AutorInnen da sein und so, aber ich finde es total cool, wenn man sich damit eben auch selber irgendwie was ermöglicht oder irgendwie sich damit auch so ein bisschen verwirklicht und ich finde es auch cool, dass du sagst am Anfang war es auch wirklich ein strategischer Gedanke, auch das finde ich total sinnvoll.
Tanja Peters
Ja, wollte ich sagen und jetzt, also jetzt will ich auch sagen mit dem 4. Buch vielleicht, das ist ja auch so spannend, da hatte ich dir letztens ja auch noch mal beschrieben, dass ich so sagte mit dem 4. Buch, das ist halt jetzt wirklich ganz anders und da tasste ich mich gerade so an, dass ich wieder in der Situation bin, dass im Grundeum Verlagtschef mir gesagt hat, ich habe Bock, so wenn du Bock hast, das ist der Traum für jeden und ich merke aber, meine Seele will das nächste Buch schreiben und da kann ich mich nicht einem Erfolgthema unterordnen. Also heißt nicht, dass ich nicht das Buch mit dem schreibe, aber das heißt, dass ich sehr kompromisslos bin, dass ich so merke, ich glaube meine Seele will jetzt wirklich auch über diese Zeit schreiben, über diesen Change, den ich hatte, da bin ich es gerade selber ein bisschen berührt, kommen gerade bei mir, kommen ja manchmal auch so Tränen, dass ich so richtig merke, das ist wirklich da will was aus mir raus. Also das wirklich dieses mal, da will was raus und da werde ich sehr vorsichtig sein, ob ich das wirklich einem Verlag anvertraue im Sinne von, weil die wollen ja Bücher verkaufen, was ich total verstehe, die wollen Erfolg mit so einem Buch haben und dann muss man eben manchmal auch sagen, ach nee, komm doch ein bisschen in die Richtung oder doch der Titel so und da muss ich wirklich gucken, ob ich das möchte oder ob ich dann das Risiko eingehe, dass das so ein Selbstverlagsbuch wird, was dann einfach nur von den Menschen, die in meinem Dunstkreis sind und irgendwie begeistert sind oder von mir hören, weil das kann man wahrscheinlich auch sagen, also im Selbstverlag ein Buch verkaufen, da muss man schon auch viel Marketing machen, viel Reichweite generieren so. Das ist nicht so easy. Es gibt Leute, denen macht das totale Freude, die können das gut, die machen das sehr erfolgreich. Aber das ist dann schon auch ein Job, das zu tun. Deswegen, da bin ich noch so ganz unschlüssig, aber ich merke nur einfach, dass da irgendwann was geschrieben werden will über diese Zeit jetzt und über diese Transformation und wie das geht, auch so auszusteigen aus diesen ganzen, was uns so erzählt wird und wirklich bei sich selber anzukommen. Und das halte ich eben auch für was ganz, ganz Wichtiges, was ich teilen möchte. Ja.
Helen
Ja, die Sprachnachricht, die du mir geschickt hattest, da ging es ja irgendwie auch um die Frage, oder nee, also du hast irgendwie erzählt, du wirst es, also du hast glaube ich gesagt, du wirst es schreiben wie ein Podcast. Und ich war so, ich versteh es noch nicht ran, sie muss es mir noch mal erklären. Ich dachte gerade so, wenn das immer noch deine Idee ist und du immer noch Feedback suchst, kannst du es auch einfach hier mal erzählen, mal gucken, was so ein Feedback kommt, was Leute davon halten.
Tanja Peters
Oh ja, das hat ich mir ganz total gerne. Genau, also die Idee ist im Grunde genommen, dass es eben, ich sag jetzt mal 40 Folgen sind, die unabhängig voneinander sind. Also es ist nicht ein Buch, was so einen roten Faden so die ganze Zeit mit sich nimmt, sondern ist eher so einzelne Episoden. Das war halt diese Podcast-Idee, dass man eben so abends auch, wie man vielleicht sonst ein Podcast hört, eben sich dieses Buch nimmt und eine Episode daraus liest. Dass das Buch schon irgendwie eventuell eine Klammer hat und vielleicht aber auch eben keine Klammer hat. Also so wie dein Podcast ja auch eine Klammer hat, dass es irgendwie um Bücher geht. Und gleichzeitig aber ja so frei ist, dass du eben auch mit Menschen über unterschiedliche Themen sprichst. Diese Freiheit hätte ich gerne und ich hätte gerne nicht mehr dieses, dass ich so an einem Thema schreibe, was man dann immer so weiterschwimmen. Das ist halt auch für mich anstrengender vom Schreiben her gewesen. Und ich würde mich da auch gerne pippilangstrumpfmäßig von der Leine lassen und einfach mir erlauben, ein Thema mir anzuschauen und dann mir das nächste Thema anzuschauen. Das war die Idee, also so ein Episodenbuch und eventuell mich sogar zu trauen, das einfach auf der Friedhofsbank zu nennen. Also in Form von, es ist einfach wirklich, die Idee, wie gelingt ein bewusstes Leben. Und es sind einfach immer wieder Reflektionen zu unterschiedlichen Themen, zu Geschichten. Letztendlich so wie ich mein Podcast auch mache. Da spreche ich ja auch, da passiert mir irgendwas im Supermarkt. Und ich denke, das ist doch ein Sinnbild fürs Leben. Lass uns das mal unter die Lupe nehmen und dann das zu setzieren und daraus eben wirklich zu verstehen, worum geht es im Leben. Oder weiß ich nicht, mir sind letzten so Phänomene passiert, da habe ich auch in meinem Podcast drüber erzählt. Da ging es ganz viel um das Thema Bewertung. Und dann anhand von so einem Beispiel einfach sich so ein Thema anzugucken und dann eben in der nächsten Episode weiß ich nicht, geht es halt wieder um was anderes. Also das war die Idee. Und wie gesagt, das Buch hat schon so diese Ausrichtung bewusst sein, selbstliebe, also dieses Bei mir selber ankommen. Also diese Reise hier möglichst gut zu gestalten. Das wäre so das große Überthema. Ja, also wenn jetzt hier schon alle völlig begeistert, der Helden schreiben, dass sie das auf jeden Fall, ich nehme schon mal Vorbestellungen an. Ja. Ich weiß ich ja schon mal, das schon mal. Gibt eine Warteliste. Gibt eine Warteliste. Aber genau, also das ist so die Idee und das will irgendwann geschrieben werden. Aber irgendwie das merke ich auch manchmal ist es dann noch nicht so weit.
Helen
Ja, ich glaube es ist ein Reifungsprozess.
Tanja Peters
Genau, genau. Es ist wirklich ein Reifungsprozess und auch dieses wieder zu wieder stehen, will ich sagen, also auch jetzt da so drauf zu springen und zu sagen, ach ja, da liefere ich da was ab, weil ich kann auch was anderes produzieren, weißt du. Ich kann da auch vom Kopf dran gehen und sagen, es ist ein Verlag, die machen einen Bestellern am anderen. Dann steige ich jetzt ein und dann habe ich endlich mein Besteller, von dem ich früher immer geträumt habe. Und meine Seele will was anderes. Und das ist halt der Disclaimer für dieses Pippi Langstrumpfleben. Wenn du dich halt wirklich auf dem Weg machst und mal hier vom Außen, den ich so viel reinreden lässt und wirklich nach innen gehst, das ist halt wirklich dann das Thema, dass du dann manchmal auch merkst all die Dinge, die du dir vorher so gewünscht hast, weil wir in diesem Leben hier sind und hier mitspielen und so, die sind auf einmal gar nicht mehr so relevant. Und dann merkst du auf einmal so, ach so, ich bin da diesen ganzen Sachen hinterher gelaufen, auf einmal werden die total, haben die keinen Peel mehr. Also das finde ich dann auch manchmal ein krassen Prozess, dann denke ich so, also das ist auch spannend, dass dann alles wirklich überhaupt nicht mehr element, also wichtig ist für mich. Und dann frage ich mich manchmal schon, wo geht es denn damit hin jetzt? Also sitze ich irgendwann nur noch auf der Friedhofsbank so, gar nichts mehr, ich brauche gar nichts mehr. Aber das finde ich schon auch spannend, das ist dann auch so ein Abschied nehmen von vielen Dingen. So ich habe mich dieses Jahr zum Beispiel von Greator verabschiedet, weil ich gemerkt habe, meine Seele will weiter so. Ich habe da immer noch das Festival mit motiviert, so eine kleine Sache habe ich immer noch gemacht. Und ich bin auf die Bühne gegangen zum Greator Festival und ich habe da morgens guten Morgen gesagt, meine Seele hat gesagt, that's it, so, jetzt einmal. Ja und da ist dann schon krass, dass du dann so merkst, ja, dann gehe ich jetzt weiter.
Helen
Ja, vor allen Dingen, ich glaube oft ist es schwierig, dann spürt man es vielleicht, aber dann auch dazu zu stehen und das durchzuziehen. Da hängen ja auch irgendwie Sachen dran, da hängt dran irgendwie vielleicht, wie du wahrgenommen wirst. Ja, du verdienst damit Geld, also so 1000 Sachen. Und dann aber zu sagen, ja, und dann zu merken, wenn du dich aber einmal den so verschrieben hast, du übertöhnst halt dann auch nicht mehr das Innere.
Tanja Peters
Ja, ja, ja, ja, auch gespürt, aber ich hätte das dann irgendwie weggedrückt, weißt du so. Ja. Und heute stehe ich halt da und denkst so, shit, ja gut, dann ist es halt so. Ja, aber das ist…
Helen
Ich glaube, du hattest das eben anders genannt, aber im Grunde dieses Hinsehen und du kannst nicht mehr wegsehen, du kannst es nicht mehr nicht wissen, dieses Video. Klar, du kannst es irgendwie so verdrängen, aber ich glaube, wenn du einmal… Also auch so selbst, self aware, ich weiß grad nicht, wie man das nennt auf Deutsch, aber so, ne, wenn du so da drauf acht gibst, ich glaube, es ist super schwer, überhaupt wegzuschauen.
Tanja Peters
Und das kann ich glaube ich mittlerweile auch nicht mehr. Und ich glaube, wir hatten im Vorgespräch so ein bisschen auch über das so ein bisschen mehr Stress und so was gesprochen. Und je mehr ich so das Tempo bei mir rausnehme, und bei dir ist es ja anscheinend genau so, desto schwieriger ist es auch, wieder Tempo reinzunehmen, weil man es irgendwie auch nicht mehr will, irgendwie. Wir merken, also ich glaube, wenn wir so bei uns ein bisschen mehr ankommen, merken wir wie absurd das manchmal da draußen ist. Ja.
Helen
Was für uns auch.
Tanja Peters
Ich habe gerade irgendwie auf Instagram, weil ich ja heute auch nicht so produktiv auf Instagram so ein Ding gesehen von so einem Podcast. Ich glaube, das waren ein bisschen… Erst dachte ich, die meinen, das ernst, und dann habe ich gemerkt, ach nee, das ist das Tiere. Dass er sagt, ja, wenn ich da morgens um 5 aufstehe und sie so, ach du stehst erst um 5 auf, ich stehe um 3 auf. Nee, nee, um 5 ist mein 2. Lauf. Und dann, ja, ich habe dann schon Eisbad gemacht und dann bla bla bla und dann hat sie gesagt, ja vor 8 Uhr habe ich schon 3 Kinder zur Welt gebracht. Und eher so vor 8 Uhr habe ich schon 4 Kinder gezeugt. Und dann sagt sie, um 8 bin ich gestorben, um 9 bin ich reinkarniert und dann direkt ins Eisbad. Das war so eine Satire quasi. Aber dann habe ich so gedacht, uns wird das ja so erzählt da draußen, wie wir produktiv, wie Unternehmertum aussehen sollen. Wir würden mir auch denken, alle denken, Autoren sein ist so wie Carrie Bradshaw. Irgendwie, also wer das jetzt kennt aus den 90ern, wer so alt ist wie ich vielleicht, ja. Also dieses irgendwie, man sitzt in coolen Cafés, man schreibt da, man verdient da wahnsinnig viel Geld, weil die ja auch immer wahnsinnig viel Geld hat und toller Abwarten. Ja. Wir kriegen von außen so viel, wie das alles ist. Und so, und das ist dann so krass, wenn du dann auf einmal merkst, du hast das sogar alles mitgemacht. Ich war ja in der Branche, ich habe da überall, ich kenne die großen, ich habe auf den großen Bühnen gestanden und so. Aber das entzaubert sich auch so. Und dann kannst du eben irgendwann dich entscheiden, ich behalte es aufrecht, dass das wichtig ist oder eben wie du gerade gesagt hast, ich erkenne auf einmal, was das Spiel dahinter ist. Und das ist da auch bei den meisten Leuten, die so wahnsinnig erfolgsgetrieben sind. Was steckt denn dahinter, wenn man ehrlich sagt? Ja. Und dann steckt dahinter, ich fühle immer noch nicht, dass es genug ist, ich fühle immer noch nicht, dass ich genug bin. Und ich acker so lange weiter, bis ich endlich den Beweis habe, dass ich gut genug bin. Und der Beweis kommt aber nie, weil das nächste große Ding wartet. Und da kannst du dich total mit erschöpfen und der Ausstieg ist eben irgendwann zu erkennen, du warst immer gut genug. Unabhängig von dem, was die Welt dir erzählt, unabhängig von deinen Erfolgen. Und wenn du da immer bist, dass du wirklich merkst, ich bin einfach so wie ich bin, nie ein Fehler. Ich war nie kaputt, ich bin so wie ich bin perfekt mit den Talenten, mit den Themen, die ich habe. Und ich darf das zur Verfügung stellen oder nicht, also ne, jeder wie er so mag. Und es braucht keinen Beweis im Außen, dann wirst du natürlich ein Stück frei und unabhängig. Und gleichzeitig eben ist der Zirkus auch nichts mehr für dich. Und dann merkst du so, wie wenig… mich dann auch aus dem Haus lockt. Auch so Leute dann sagen, ja, dann kannst du hier kommen und dann Marketing und dann kannst ja noch mit den wichtigen Leuten reden und ich denke so ja oder halt auch nicht. Oder ich gucke mir irgendwie was Nettes an. Oder ich gucke die neue, ich gucke Dallas, falls es jemand kennt aus den 80ern, sehr cool. Oder ich sitze auf einer Friedhofsbank rum und dann, ja, dann denkt man manchmal echt, das ist schon krass, wie wichtig mir vor drei Jahren noch was war und wie unwichtig ich das jetzt empfinde.
Helen
Ja, ist echt verrückt. Ich hatte ja deine Nachricht erst falsch verstanden, weil ich dachte irgendwie, du willst das so erzählen ihr irgendwie, so dass das so auf den Schreibprozess gemünzt ist und hatte dann, ich hab das auch irgendwo nur mal gehört, ich weiß gar nicht, ob das wirklich stimmt, aber dass Brené Brown bei einem ihrer Bücher so ihre Freundin irgendwohin eingeladen hat und denen das erzählt hat, was sie schreiben will und da hat irgendwer mitgeschrieben und das meinte auch zu dir, dass das vielleicht was sein könnte. Und das fand ich witzig, weil du im Fragebogen fragst, welches Buch hat dich irgendwie geprägt und du meinst, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall alle von Brené Brown und ich finde ja auch irgendwie immer, da hast du man sie so durch die Bank weg empfehlen kann. Magst du mal erzählen, was dich, also warum liest du gerne ihre Bücher?
Tanja Peters
Ich glaube, das waren damals die Bücher, die ich am Anfang gelesen habe, als ich mich selbst schon nicht gemacht habe und das hat mich total gekriegt, ihre Forschung über Scham, das war damals so Verletzlichkeit, Scham und dann gibt es ja auch diese wahnsinnig gute, finde ich, also Sprecherinnen, also wenn sie, wenn sie Vorträge hält oder so, und ich hab die mir einfach angeguckt und das war für mich so ein Idol, also jemand, der über solche Themen spricht öffentlich, das fand ich krass. Und die hat ja auch so ein TED Talk gehabt, wo sie so erzählt hat, dass sie einen Zusammenbruch hatte und Therapie macht und hat auch danach mit einer Freundin, da gibt es auch diese Geschichte, dass der so viel geguckt wurde und sie hatte, hatte total eine Scham-Attacke am nächsten Morgen, hat mich telefoniert und wollte bei YouTube einbrechen und quasi die Kassette klauen, wo das auch ist. Und mich hat das einfach total fasziniert, weil die hat das so, das hat das so in mir berührt, was ich immer so empfunden habe, diese Scham und dieses, dass ich auch so dachte, also ich, was mache ich, wenn ich mich so zeige, wie ich wirklich bin, was passiert dann und so, das hat mich einfach immer total berührt. Also ich finde, sie berührt da wirklich so was zutiefst menschliches und sie macht es eben nicht über den Kopf. Also viele Bücher, ich hab auch gerade, weiß gar nicht, mit irgendjemandem heute Morgen besprochen, mit der Jana hatte ich heute Morgen, mit der hatte ich heute Morgen eine Session. So und da hab ich gesagt, wenn ich Bücher manchmal lese, auch ich kochen mir viele spirituelle Bücher, ich bin ja so eine Spiritante und da gibt es Bücher, da steht dann drauf ein, und da denk ich so, ach, das Gefühl zu haben, wir sind alle miteinander verbunden, toll. Und dann blätter ich das auf und dann merke, es hat jemand komplett aus dem Kopf geschrieben. Ich hab nicht raus, das kann ich nicht lesen, aber ich finde es völlig uninteressant. Und Brené Brown, auch wenn sie eine Wissenschaftlerin ist, schreibt aus meiner Sicht nicht aus dem Kopf. Also die Quelle ist eine andere und das berührt mich bei ihr wahnsinnig. Auch wenn manchmal die Bücher auch ein bisschen wissenschaftlich und mit Dings und Forschung und Tritratrolala, aber es ist aus der Quelle aus der Menschsein, also aus einer anderen Quelle als aus dem Kopf, das ist das, was mich, glaube ich, bei ihr so gekriegt hat. Und das Buch ist ganz viel ange, das habe ich dann auch mal jemanden verliehen, hab gesagt, du, also höchstens zwei Wochen, da musst du mir das wiedergeben, weil ich möchte das gerne… Es gibt ja so Bücher, die will man nicht verleihen, wo ich dann so denke, ja kannst du mal aus der Ferne angucken, möchte ich aber bei mir haben so. Da gibt es halt ein paar von und Brené Brown, auf jeden Fall gehört dazu für mich.
Helen
Ja, voll spannend. Ich hatte irgendwie so vor, also halt in der Adventszeit habe ich wie so ein Video Adventskalender gemacht und Hörwuch-Tipps gegeben und da war, ich weiß nicht mehr, welches ich genau empfohlen habe, vielleicht Daring Greatly oder so, aber ich habe in dem Atem zugesagt, alle sind empfehlenswert von ihr. Und ich dachte auch gerade, weil sie ja wirklich viel auch so über diese Thema Verletzlichkeit spricht und du hast ja auch gesagt, du machst dich oft auch verletzlich mit dem, was du so teilst. Und da ist mir ja wieder so eingefallen, dass ich in dem Speaker-Seminar dich auch gefragt habe, so gibt es dann zu viel, weil ich habe voll oft diesen, ich kann es halt nicht aussprechen, aber diesen Vulnerability Hangover, dass ich ja denke, oh Gott, das habe ich da gesagt und mir das superunangenehm ist, aber es ist ja oft das, womit andere sich dann ja auch irgendwie identifizieren können, die das irgendwie besser sich da auch reinfühlen können und mir dann gespiegelt wird es total toll, dass du es mal ausgesprochen hast oder so, aber ja, das macht mir auch Mut, dass sie das so mal klar auch ausgesprochen hat, dazu Studien hat und all solche Sachen, weil ich oft gedacht habe, Bonnie, vielleicht ist das nicht so gut, dass ich so viel teile.
Tanja Peters
Ist genau gut und ich glaube, was man sich fragen darf, wenn man sich so fragt, früher habe ich mal gesagt, das war aber auch in den Zeiten, wo ich noch gesagt habe, Positionierung ist wichtig, dieses, was ist privat und was persönlich, das habe ich früher als Unterscheidung gemacht und heute würde ich eher sagen, guck mal, warum du es erzählst. Ich glaube eben, dass wenn wir irgendwas erzählen wollen, weil wir jetzt doch irgendwie zwar eine Geschichte haben, die peinlich ist, aber die uns am Ende gut aussehen lässt oder so, oder die wir toll geregelt haben, dann merkt man das oft, dass wir damit irgendwo hin wollen, aber wenn du wirklich auf einmal merkst, oh, das kommt jetzt gerade, ich habe das Gefühl, das könnte gut sein, das mit dem Raum zu teilen oder du merkst gerade, du bist selber berührt oder sowas, das so zuzulassen und zu merken, die Geschichte will gerade erzählt werden, vielleicht weiß ich auch gar nicht warum, aber dann ist jemand im Raum, der sie hören muss. Also ich würde mich eher immer fragen, warum habe ich das erzählt und wenn wir es eben machen, eine Umwert herzustellen, also besser auszusehen, so wie wir das auch mit Strategie machen, dann ist es eben oft auch, dass es schief hängt und das merken wir dann manchmal auch, wenn jetzt Leute sagen, oh ja, das war ein bisschen unangenehm, der hat da sowas persönliches erzählt, dann spür nochmal rein, ob es nicht eher das war, es gibt ja auch Leute, die nehmen das als, wie soll ich sagen, als Strategie. An der Stelle erzähle ich die Geschichte, dass der Papa Alkoholiker war und dann merkst du, oh, irgendwie will ich das nicht wissen oder das fühlt sich komisch an, aber geht darum, dass jemand sagt, oh mein Vater war Alkoholiker, sondern es geht eher darum, dass wir spüren, dass der das nutzt, ja, also eine gemacht in so einer Keynote ist das so eine, so eine Story, die wir nutzen, um bestimmte Emotionen auszulösen, das wird dir ja auch teilweise beigebracht, deswegen bringe ich das ja genau Leuten nicht bei, zu sagen, oh, dann nimm mal schön die Krebsgeschichte, weißte, dann sind alle schwer betroffen und in die Betroffenheit rein, machst du dann das? Das finde ich ganz so scheiße, das wird ja so oft bei so Speaking Seminaren vermittelt, wo ich so denke, nein, erzählt doch die Geschichte, die dich selber berührt hat und die selber was mit dir gemacht hat, weil du die Idee hast, vielleicht ist das auch für die Leute genau die Geschichte, wo sie irgendwie denken, ach ja, das könnte ich mal ausprobieren oder mit dem Mut, dass man dann so merkt, ach, wenn da jemand vorne eine Geschichte erzählt, wie er selber seine Angst überwunden hat, dann motiviert mich das ein bisschen, das zu probieren so. Also aus welcher Quelle, aus welcher Idee, aus welchem, ist das geboren, so, das ist eher die Frage und deswegen kann das verscheinert sein, dass du denkst, oh Gott, aber du hast es so, wie ich dich kennengelernt habe, wahrscheinlich wirklich geteilt, weil es einfach da war, weil die Geschichte gerade kam, weil du gerade an der Tellen warst und dann kam die Geschichte vom Scheitern oder vom Uuh, da ist was schief gelaufen, ja. Und dann ist sie immer richtig aus meiner Sicht, ne, so.
Helen
Ja, ja, total. Ich finde das irgendwie, ich weiß nicht, ich finde diese Themen so, Scham, Verletzlichkeit, Mut und so, das wäre alles so was, wo wir echt noch mehr so besprechen sollten. Aber ich finde es total cool, einfach auch nochmal von dir ein bisschen mehr dazu zu hören. Wenn jetzt andere auch denken, ich brauche auch ein bisschen mehr Tanja in meinem Leben, wo findet man dich denn?
Tanja Peters
Also erstmal möchte ich meine Bücher empfehlen an dieser Stelle. Ja. Die gibt es alle zu kaufen, ja, in deinem Lieblingsladen. Also erstmal das würde ich über, das ist glaube ich die kleinste Möglichkeit, ja, dann gibt es ein Podcast von mir, entspannt erfolgreich. Es gibt noch einen alten Mutmuskeltraining, den kann man sich auch noch anhören, der ist bestimmt auch noch da, da gibt es irgendwie noch 140 Folgen im Netz, die einfach noch irgendwo rumliegen. Aber da will ich sagen, das war die andere Tanja, also das ist noch mal aus einer anderen Zeit entstanden. Und dann gibt es meine Webseite und auf der ist eigentlich, gibt es so eine Highlight-Seite, da stehen meine aktuellen Termine und so, ich mache jetzt auch nicht so viel, also wenn jetzt, dass im Oktober jetzt hier ausgesendet wird, dann ist mein Retreat und das Speaker-Seminar auch schon vorbei. Also deswegen kann ich da nur aufs nächste Jahr, also ich mache jetzt endlich das das Wolken-Retreat. Ja, ich bin echt gespannt, wie es wird. Ja, ich freue mich auch schon drauf. Und ansonsten eben auf der Webseite und ich glaube, ich würde sagen, Instagram ist so mein Lieblingskanal. Also wenn Leute Bock auf Social Media haben, würde ich immer sagen, kommen, kommen nach Instagram, da machen wir mal Stories und so, also wenn man das so ein bisschen erleben will, wer ich bin und was ich so mache und wie wenig ich auch aufmache, dann ist Instagram der gute Kanal.
Helen
Sehr gut, verlinken wir alles auch nochmal in den Show Notes. Ich würde sagen, dass wir unseren koffeinfreien Kaffee auf der Friedhofsbank zu Ende trinken und ein bisschen in die Wolken gucken wahrscheinlich. Ja, ich bin voll gespannt. Und uns an der Stelle von den Mädels verabschieden. Ich danke dir sehr für die Zeit, die du dir genommen hast und für die Einblicke und ich wünsche uns allen ein bisschen mehr Pippi-Langstrumpf-Leben.
Tanja Peters
Bin ich dabei.
Helen
Danke dir.
Tanja Peters
Total gerne, vielen Dank fürs Einladen.




