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Freundschaftsbücher 2.0 – und was ein Ein-Frau-Verlag über den Buchhandel lernt

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Podcast · Folge 132

Freundschaftsbücher 2.0 – und was ein Ein-Frau-Verlag über den Buchhandel lernt

Hannah Habertag ärgerte sich über die Freundschaftsbücher im Handel, machte kurzerhand eigene – und gründete daraus einen Verlag. Im Gespräch erklärt sie, warum ihre Bücher trotz ISBN nicht in jeder Buchhandlung stehen

6. November 2025 · 48 Minuten · Ganze Folge hören ↓

Lieblingsfarbe, Lieblingstier, was hast du gestern gegessen? Hannah Habertag fand die Freundschaftsbücher, die es zu kaufen gab, langweilig gestaltet und schlecht gemacht – viel zu wenig Platz für die große, gerade erst gelernte Schrift ihrer Kinder. Also machte sie selbst welche. Heute hat sie einen eigenen Verlag. Und weil eines ihrer Bücher gerade durch die Community von Mädels, die lesen. wandert, sitzt sie hier – und erzählt nebenbei sehr genau, wie der Buchhandel eigentlich funktioniert.

Hannah Habertag

Hannah Habertag

Gründerin des Verlags maauwikids · Hamburg

Sie kommt aus München, lebt in Hamburg und hat fünf Kinder. Angefangen hat alles mit selbst gemachten Freundschaftsbüchern für die eigenen Kinder, dann kam ein Etsy-Shop mit einer ersten Auflage von zehn Exemplaren. Heute umfasst ihr Programm neben mehreren Freundschaftsbüchern auch ein Kunstbuch für Kinder ab zehn, ein Baby- und ein Schwangerschaftstagebuch sowie ein Bullet Journal für Teenager. Alles wird per Hand illustriert und gestaltet.

Warum es überhaupt ein neues Freundschaftsbuch brauchte

Der Ärger kam von der Sorte, die man nur als Mutter am Küchentisch hat. Die Bücher im Handel waren entweder mit Lillifee oder mit Bob dem Baumeister bedruckt – und im Format so gebaut, dass Kinder gar nicht richtig hineinschreiben konnten. »Viel zu wenig Platz für die eigene Schrift«, sagt Hannah. Ihre Kinder wollten gerade so gern mit ihrer frisch gelernten Schrift in diese Hefte schreiben, ganz stolz – und meistens klappte es nicht.

Also entstanden eigene Bücher: große Buchstaben, ein übersichtlicher Aufbau, viel Platz. Und Fragen, die nicht langweilig sind. Nicht Lieblingsfarbe, nicht Telefonnummer. Der Nebeneffekt: Die Bücher funktionieren dadurch auch für Erwachsene richtig gut.

Aus der ersten Auflage von zehn Stück im Etsy-Shop wurde ein Verlag. Das Design blieb bewusst reduziert – ein Freundschaftsbuch mit sehr viel aufwendigeren, selbst gezeichneten Illustrationen verkaufte sich schlechter und ist inzwischen aus dem Programm. »Dann hat man nicht immer nur die, die man am allerschönsten findet, im Programm«, sagt sie dazu, »sondern natürlich die Sachen, die sich am besten verkaufen.«

Wie das Buch zu Mädels, die lesen. kam

Über Tanja aus Ilshofen, die selbst schon einmal im Podcast war und seit Jahren zur Community gehört. Sie hatte die Bücher entdeckt, fand die Idee gut für die Leserunde Plus und fragte bei Hannah an. Seitdem wandert ein Exemplar durch Deutschland: Wer möchte, trägt sich ein, füllt eine Seite aus und schickt es weiter. Beim Leseretreat auf Borkum hatte Dorit einen kleinen Fotodrucker dabei – seitdem kleben Fotos mit drin.

Getroffen haben sich die beiden erst später, auf einer Buchmesse in Kirchberg an der Jagst. Tanja hatte das Buch dabei und zeigte es ihr. »Das hat mich total gefreut«, sagt Hannah. »Ich kenne ja jetzt diese ganzen Mädels nicht, aber es war wirklich total schön.«

Warum ein Buch mit ISBN trotzdem nicht überall steht

An dieser Stelle wird das Gespräch zu einem kleinen Crashkurs Buchbranche. Denn theoretisch sind alle Bücher von maauwikids über ihre ISBN in jeder Buchhandlung bestellbar. Praktisch scheitert es oft an einer Zwischenstation, die man von außen gar nicht sieht: dem Zwischenbuchhandel.

Buchhandlungen bestellen ihre Bücher meist nicht bei jedem Verlag einzeln, sondern über ein großes Zwischenlager. Davon gibt es in Deutschland drei große – und viele kleinere Buchhandlungen arbeiten nur mit einem davon. Ist der Verlag dort nicht gelistet, wird es kompliziert. Hannah ist bei Umbreit gelistet, wo man kleine Verlage aufnimmt: »Wir probieren es mal aus. Wenn es nicht läuft, können wir dich immer noch rausschmeißen.« Bei Libri, dem größten, kommt sie bislang nicht unter. Sie schreibt regelmäßig an, hört nichts zurück, und von Kolleg*innen hört sie: dranbleiben.

Verständnis hat sie trotzdem. Ein Zwischenhändler hält Regalplatz vor und rechnet mit Umschlag – fünf Bücher eines Mini-Verlags sind da nicht attraktiv. Einer der drei hat im Jahr davor viele kleine Verlage aus dem Sortiment genommen. Was bleibt, ist die Bestellung direkt beim Verlag: Porto, E-Mail, Buchhaltung außer der Reihe. Für eine Buchhandlung rechnet sich das kaum – viele machen es trotzdem, als Service für Stammkund*innen.

Kurz erklärt: Zwischenbuchhandel

Zwischen Verlag und Buchhandlung sitzt in Deutschland ein Großhandel – im Wesentlichen drei große Häuser. Sie lagern die Bücher und liefern Buchhandlungen oft über Nacht. Das ist der Grund, warum ein bestelltes Buch am nächsten Tag da sein kann. Wer dort nicht gelistet ist, ist für viele Buchhandlungen praktisch schwer zu bestellen – auch mit ISBN.

Was einem kleinen Verlag wirklich hilft

Danach gefragt, was am meisten bringt, antwortet Hannah ehrlich: Im eigenen Onlineshop bleibt am meisten hängen, auf Messen und Märkten sogar alles. Aber sie schiebt sofort nach, dass ihr das nicht das Wichtigste ist. »Ich liebe auch meine Händlerinnen und mein Netzwerk«, sagt sie – und gibt ihre Prozente gern ab, wenn ein kleiner Laden ihre Bücher ins Regal stellt, obwohl sie nicht Carlsen oder Oetinger heißt.

Ihre Bitte ist deshalb eine andere, als man erwarten würde: erst mal im lokalen Lädchen nachfragen – und wenn das nicht klappt, direkt im Onlineshop von maauwikids. Denn jede Nachfrage zählt doppelt – die Buchhandlung erfährt, dass es den Verlag gibt, und stellt die Bücher vielleicht beim nächsten Mal von sich aus hin. Helen fasst es im Gespräch so zusammen: »Also die Strategie ist klar, Mädels. Wir wissen, was zu tun ist.«

Die Buchbranche von außen betrachtet

Beide erzählen an dieser Stelle, wie lange sie gebraucht haben, um die Strukturen zu verstehen. Helen hat über den mediacampus eine Weiterbildung zur Buchbranche für Quereinsteiger*innen gemacht – und wurde dort als jemand vorgestellt, der die Branche längst kennt. »Ich habe immer noch das Gefühl, gar keine Ahnung zu haben«, sagt sie. Erst dort hat sie den Zwischenbuchhandel richtig verstanden.

Was beide verbindet: Sie mögen diese Branche. Hannah beschreibt sie als überraschend offen – keine Ellenbogenmentalität, kein Zurückhalten von Informationen, auch nicht bei den Großen. »Ich liebe einfach diese Buchbranche. Ich will da gar nicht mehr raus.« Auf der Frankfurter Buchmesse steht sie nicht mit eigenem Stand – das ist zu teuer –, sondern über den Börsenverein auf einem Gemeinschaftsstand.

Selbständig sein, wenn das Geld knapp ist

Vom Verlag leben kann Hannah noch nicht. »Es geht auf jeden Fall in die richtige Richtung«, sagt sie – und solange das Finanzamt ihr nicht den Hahn zudreht, macht sie weiter. Helen kennt das Gefühl: Mädels, die lesen. ist gerade so kostendeckend, und die ständige Sorge ums Geld ist anstrengend. Was beide trägt, ist dasselbe: Es gibt noch zu viele Ideen, die sie nicht ausprobiert haben.

Helen erzählt in diesem Zusammenhang von ihrer eigenen Entscheidung: Bis Ende des Vorjahres hatte sie noch eine Teilzeitstelle, und es gab oft Momente, in denen sie dachte, sie schaffe das alles nicht mehr. Aufgegeben hat sie am Ende den Job, nicht die Community.

Was 2026 ansteht

Drei Dinge nennt Hannah. Zuerst das Bullet Journal für Teenager, das noch im Dezember erscheinen soll – gemacht mit vierzehn Kreativen, die Aufgaben von Fotografie über Lyrik und Kochen bis zu Marmoriertechnik und Siebdruck beigesteuert haben. Dann vielleicht ein eigener Podcast, weil sie mit ihren sehr unterschiedlichen Zielgruppen auf Instagram an eine Grenze stößt: Schwangerschaft, Grundschule, Kunst ab zehn, Teenager – das passt schwer in einen Feed.

Und schließlich das, was sie selbst als unspektakulär bezeichnet und was trotzdem das Größte wäre: eine Verlagsauslieferung. Bislang packt und verschickt sie jedes Paket selbst. Deshalb war sie seit Jahren nicht länger als eine Woche im Urlaub – einen Etsy-Shop länger auf Urlaub zu stellen, kostet Sichtbarkeit. »Nie wieder Kisten kaufen, nie wieder Porto ausrechnen, nie wieder Paketklebeband.« Die personalisierten Bestellungen will sie behalten: Die packt sie gern, mit Seidenpapier und Sticker.

Die ganze Folge hören

Häufige Fragen

Was macht der Verlag maauwikids?

maauwikids ist der Verlag von Hannah Habertag. Im Programm sind Freundschaftsbücher, ein Kunstbuch für Kinder ab zehn, ein Baby- und ein Schwangerschaftstagebuch sowie ein Bullet Journal für Teenager, dazu Karten und Geschenkideen. Alles wird per Hand illustriert und gestaltet. Zu finden ist der Verlag unter maauwikids.de und auf Social Media unter demselben Namen.

Was ist an diesen Freundschaftsbüchern anders?

Drei Dinge: viel Platz für die eigene Schrift, große Buchstaben und ein übersichtlicher Aufbau – gedacht für Kinder, die gerade schreiben lernen. Und Fragen, die lustiger sind als Lieblingsfarbe oder Telefonnummer. Deshalb funktionieren die Bücher auch in Erwachsenen-Runden gut.

Warum kann meine Buchhandlung das Buch nicht bestellen?

Weil zwischen Verlag und Buchhandlung meist der Zwischenbuchhandel sitzt: drei große Großhändler, von denen viele kleinere Buchhandlungen nur mit einem zusammenarbeiten. maauwikids ist bei Umbreit gelistet, bei Libri bislang nicht. Direkt beim Verlag bestellen geht immer – ist für die Buchhandlung aber aufwendiger.

Wo kauft man am besten, wenn man einen kleinen Verlag unterstützen möchte?

Im Onlineshop des Verlags bleibt am meisten hängen, auf Messen alles. Hannah Habertag selbst empfiehlt aber, zuerst in der lokalen Buchhandlung nachzufragen – das macht den Verlag dort bekannt und hilft ihm langfristig mehr.

Was ist eine Verlagsauslieferung?

Ein Dienstleister, der Lager, Verpackung und Versand für einen Verlag übernimmt. Für sehr kleine Verlage lohnt sich das anfangs nicht – deshalb packen viele ihre Pakete selbst. Genau das ist der Grund, warum Hannah Habertag seit Jahren keinen längeren Urlaub gemacht hat.

Die ganze Folge zum Nachlesen

Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.

Helen
Bist du eigentlich schon Teil der Community von Mädels, die lesen bei Instagram? Nein? Dann sollten wir das schnell ändern. Lies gemeinsam mit uns Bücher, beleuchtet diese während einer Leserunde aus allen möglichen Perspektiven und tausche dich mit uns darüber aus. Bei uns steht der Spaß am Lesen im Vordergrund. Es soll sich weder nach Schulunterricht noch nach angestautem Literaturzirkel anfühlen. Du findest uns bei Instagram unter dem Account maedelsdielesen, alles zusammengeschrieben oder über den Link in der Folgenbeschreibung. Liebe diese Freundschaftsbücher,

Hannah Habertag
also ich habe auch meine von früher noch und ich liebe es durch diese Seiten zu blättern und dann die verschiedenen Antworten auf die immer gleichen Fragen zu lesen. Ja. Ich kenne ja jetzt diese ganzen Mädels nicht, aber es war wirklich total schön und hat mich super duper gefreut.

Helen
Hi, ich bin Helen, Tagträumerin, Frohnatur und überzeugt davon, dass ein gutes Buch alles verändern kann. Kurz vor meinem 30. Geburtstag hatte ich ein Burnout und während meiner Gedanken rasten wollte mein Körper nur noch Ruhe. Geholfen haben mir damals Bücher, denn mit den Geschichten, die ich gelesen habe, konnte ich in andere Welten abtauchen und mich gleichzeitig ausruhen. Ich würde also sagen, Lesen hat mir aus einem Burnout geholfen. Inzwischen sind Bücher aber auch einfach mein Mittel der Wahl, um zu entspannen, meinen Horizont zu erweitern und mich mit angenehmen wie unangenehmen Gefühlen auseinanderzusetzen. Hashtag reading is my therapy. Weil ich meine Gedanken aber nicht nur mit mir teilen, sondern auch mit anderen über die gelesenen Bücher sprechen wollte, habe ich die Community Mädels, die lesen gegründet, wo wir uns seit dem täglich über Gelesenes und unsere Gefühle dazu austauschen. Dieser Podcast geht quasi noch einen Schritt weiter. Auch über die Bücher, die wir gemeinsam lesen, hinaus möchte ich herausfinden, welche Rolle Bücher und Lesen im eigenen Leben spielen können. Dazu lade ich Mädels aus der Community und andere spannende Gäste ein oder teile meine eigenen Gedanken zu Themen wie Selfcare und Persönlichkeitsentwicklung. Also herzlich willkommen beim Podcast von Mädels, die lesen. Herzlich willkommen, Hannah. Ich komme mich sehr heute mit dir über Freundschaftsbücher und wer weiß was noch zu sprechen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?

Hannah Habertag
Hallo auch. Ich freue mich auch sehr hier zu sein. Vielen Dank für die Einladung. Genau, ich habe gedacht, wir treffen uns am Elbstrand, weil ich ja hier im schönen Hamburg wohne. Und wenn die Sonne scheint, dann liebe ich den Elbstrand. Und da sitzen wir ganz entspannt, bare Fuß, und haben so eine, ja, oder? Und haben eine Apfelschorle oder eine Maracuja-Schorle oder so was aus der Flasche dabei.

Helen
Ich muss ja sagen, ich bin ein riesiger Fan von Maracuja-Schorle. Ich glaube, ich entscheide mich dafür. Aber richtig gut finde ich, gut, dann schloss mir einmal damit an. Ich finde es auch irgendwie witzig, weil ich habe dich in den Süden Deutschlands verortet, weil ich dich ja über Tanja kenne und Tanja irgendwo im Süden Deutschlands. Also ich weiß nicht, ob sich selber als Süden, aber so, alles was unter Bonn liegt, ist für mich immer so Süden. Deswegen habe ich gar nicht in Hamburg verortet, irgendwie auch manchmal lustig, wie man so halb Infos zu irgendwas verarbeitet. Also ich habe halt auch nicht weiter nach recherchiert. Es wäre wahrscheinlich nicht so schwer gewesen, das rauszufinden. Aber kennst du das, was man sagt, einfach so abspeichert als irgendwas und dann irgendwann merkt, das hat überhaupt keine Hand und Fuß. Ich weiß nicht, wo das herkommt.

Hannah Habertag
Total, aber in dem Fall ist es gar nicht so weit weg. Ich komme eigentlich aus München und ich wohne jetzt nur in Hamburg. Also vielleicht hat Tanja dann auch, weiß ich gar nicht, da irgendwas gesagt oder so, vielleicht hast du das noch im Kopf gehabt.

Helen
Genau. Ich glaube, weil ihr euch auch gesehen habt und da dachte ich, irgendwie musst du ja in der Nähe gewesen sein, keine Ahnung, weiß ich wo das herkommt. Aber ich weiß auch gar nicht so genau eigentlich, wo Tanja dich kennengelernt hat, vielleicht auch über Instagram oder so. Für alle, die jetzt zuhören und sich fragen, Tanja war auch schon mal im Podcast, ist aber schon eine Weile her, muss man ein bisschen nach hinten scrollen, können wir aber noch mal in den Show Notes verlinken. Und Tanja ist schon lange Teil von Mädels, die lesen, lange auch Teil der jetzt Leserunde Plus, früher Schmökerrunde und hat irgendwann mal mir geschrieben oder mir das irgendwie erzählt, dass sie diese Freundschaftsbücher entdeckt hat und das irgendwie cool findet für Mädels, die lesen, für die Community, für die Mädels aus der Leserunde Plus, damals Schmökerrunde. Und ich meine, so ja klar, kannst du gerne mal machen, schreib ihr gerne irgendwie so, und dann hat sie dir wahrscheinlich geschrieben, ich weiß nicht, ich bin da gar nicht so involviert, ich kriege das immer nur irgendwie mit, das dann gefragt wird, hier soll ich das mal an jemanden weiter schicken. Aber vielleicht erzählst du erst mal, was hat so mit diesem Freundschaftspuch auf sich, was genau machst du da?

Hannah Habertag
Ja, also ich habe einen kleinen Verlag gegründet, maauwikids heißt der und da habe ich angefangen mit Freundschaftsbüchern, weil die Freundschaftsbücher, die es so im Handel gab, die fand ich irgendwie doof, die waren immer entweder mit Lilly Fee oder mit Bob der Baumeister und in einem Format, in dem die Kinder gar nicht selber reinschreiben können, mit viel zu, ja, mit so einem komischen Aufbau, viel zu wenig Platz für die eigene Schrift und zumindest meine Kinder fanden das halt am Anfang total toll, mit ihrer eigenen gerade selbst gelernten Schrift ganz stolz in diese Hefte reinzuschreiben und meistens hat das nicht so gut geklappt. Also habe ich angefangen für meine Kinder selber diese Freundschaftsbücher zu machen und es ist gut angekommen, dann habe ich von Freundenverwandten, Bekannten keine Ahnung, immer gehört oh, kannst du uns auch so eins machen und irgendwann habe ich dann so ein Etsy Shop aufgemacht und habe mal die erste Auflage von zehn Büchern mal verkauft und das hat irgendwie geklappt, ja, und dann ist das so eins zum anderen gekommen. Inzwischen habe ich nicht nur Freundschaftsbücher, sondern auch ein Kunstbuch und jetzt bald ein Bullet Journal für Teenager im Verlag und auch mehrere Freundschaftsbücher. Genau, und die haben immer das gleiche Konzept, dass ich viel Platz für die eigene Schrift lasse, sodass es hauptsächlich für Schreib- und Leseranfänger gedacht ist mit großen Buchstaben einer übersichtlichen, einem übersichtlichen Aufbau und die Fragen sind lustig und nicht so langweilig wie zum Beispiel, was ist deine Lieblingsfarbe oder was ist deine Telefonnummer, das finde ich immer nicht so spannend und entsprechend funktionieren sie tatsächlich auch gut für Erwachsene und deswegen fand ich das sehr lustig, als dann Tanja auf mich zukam über Instagram war das und mich anschrieb, ob ich eines von meinen Freundschaftsbüchern zur Verfügung stellen würde für Mädels, die lesen und sie würde das dann durch Deutschland schicken und jedes Mädel, das Lust hat, kann sich da eintragen. Es fand ich eine sehr schöne Idee und habe da gerne mitgemacht.

Helen
Ich glaube auch, dass als das gestartet ist, hatten wir wahrscheinlich noch die Chatgruppe bei Instagram oder so, mittlerweile sind wir in eine WhatsApp-Community umgezogen und da sehe ich das auf jeden Fall auch immer noch, dass dann immer wieder der Aufruf ist, so wer, wer soll, ich glaube mittlerweile hat Tanja auch eine Liste, wer alles noch so irgendwie als nächstes das geschickt bekommt. Letztens habe ich auch gelesen, dass es hieß für die Zahl, die da noch Interesse daran hat, wird es auf jeden Fall nicht mehr reichen, wir brauchen Nachschub und ich weiß auf jeden Fall auch, als wir auf Borkum waren und unser Leseretreat hatten, dass es da auch im Restaurant rumgegeben wurde bei Dorit aus der Leserunde Plus dann einen so einen, wie heißt es denn, so einen Fotodrucker, also so einen kleinen dabei hatte, ja das war total perfekt. Wollte man vielleicht die Fotos einkleben. Das war richtig, richtig gut und ich dachte, wie schlau irgendwie, also auf so eine Idee wäre ich gar nicht gekommen, aber seitdem hat, also wir machen jetzt im November auch wieder ein Retreat in Hamburg auch übrigens und da wurde Dorit schon beauftragt, habe ich gesehen, den wieder mitzubringen. Also ja irgendwie schon total süß, vor allen Dingen, also klar an so einem Abend hat das irgendwie auch was Lustiges, wenn man sich da irgendwie gemeinsam mit befasst, aber ich merke das halt vor allen Dingen, dadurch, dass wir ja eine digitale Community sind, dass das irgendwie voll schön so verbindet, wenn man ein bisschen Gefühl dafür bekommt, wer sind die anderen eigentlich und eben durch die Fragen auch mal ein bisschen andere Sachen erfährt. Also so war das hier auch am Anfang im Podcast, hatte ich eigentlich nur Community mit Glieder, weil ich halt so dachte, bei den meisten Buch-Accounts sieht man halt wirklich fast nur Bücher, nicht mal irgendwie ein Gesicht von der Person und das macht das so ein bisschen unpersönlich, man weiß gar nicht, mit wem man da ständig irgendwie hin und her schreibt und ich finde, das kennen so einen Freundschaftsbuch total schön auflockern. Also das wäre jetzt wahrscheinlich einfach so ein bisschen mein Aufruf an alle digitalen Communities, die an sowas Interesse haben, aber wahrscheinlich generell an alle, die irgendwie auch als Gruppe so zusammenkommen. Irgendwie ist das nochmal so ein anderer Gebrauch von einem Freundschaftsbuch, den ich total schön finde. Vielleicht auch für ein spezielles Event als Erinnerung. Wer kam da alles zusammen und wie haben die die Fragen zu dem Zeitpunkt beantwortet? Weil sowas ändert sich ja mit den Jahren wahrscheinlich auch.

Hannah Habertag
Total, es ist ein totaler Momentaufnahme und ich habe zum Beispiel auch mal an meinem, ich glaube es war mein 40. oder so Geburtstag, da habe ich dann zu späterer Stunde, ist mir das erst eingefallen. Das war aber ganz gut, weil da waren schon einige Gläser alkoholischen Getränke geflossen und wir hatten eine Polaroid Kamera für den Abend irgendwie extra organisiert und das war dann sehr lustig und dann ging das rum. Manchmal sind die Leute ja auch so schüchtern und wollen dann nicht reinschreiben, aber weil es eben schon ein bisschen später war, war das dann irgendwie lustig und dann haben sich alle um dieses Buch geschlagen und haben gleich Fotos eingeklebt, sehr lustige und sehr lustige Antworten gegeben. Das ist echt eine total schöne Erinnerung. Das ist eigentlich ein Geburtstag.

Helen
Ich denke gerade so irgendwie wäre sowas ja auch cool in so einer digitalen Variante, aber wahrscheinlich nicht dasselbe.

Hannah Habertag
Ich glaube schon so ein bisschen von der eigenen Schrift auch und von diesem Händisch da eintragen, weil es auch total viel über die Menschen sagt, wie sie es aufschreiben und auch ob man noch was reinklebt oder genau. Dann können wir noch ein bisschen dodeln und noch ein bisschen was dazuschreiben. Das haben ja auch, habe ich gesehen, einige von den Mädels, die dieses Freundschaftsbuch ausgefüllt haben, haben auch Sachen weggestrichen oder dann die Frage so ein bisschen verändert, wie es für sie besser gepasst hat und so. Das sagt ja auch schon total viel aus. Also ich finde, ich bin da ein totaler, haptischer Mensch und brauche da immer noch das echte Buch und den.

Helen
Ja, das stimmt. Wir können sich wahrscheinlich auch alle mit identifizieren, die sich noch so ein bisschen sperren gegenüber e-Books. Ich denke, ich brauche auch das haptische Buch. Aber ja genau, du hast jetzt vor kurzem, also vor kurzem, aber vor einer Weile hast du dann Tanja auch in echt getroffen und sie hat dir das Buch gezeigt, wie es dann zu dem Zeitpunkt ausgefüllt war. Voll die süße Idee

Hannah Habertag
Ja, das hat mich total gefreut. Ich hatte das auch gar nicht auf dem Schirm, dass ich sie da treffen werde. Das war für mich eine totale Überraschung. Das war in Kirchberg an der Jagst an so einer Buchmesse und dann kam sie und hat mir das Buch gezeigt und es hat mich total gefreut. Ich liebe sowieso eher komisch, aber ich liebe diese Freundschaftsbücher. Also ich habe auch meine von früher noch und ich liebe es, durch diese Seiten zu blättern und dann die verschiedenen Antworten. Es sind auf die immer gleichen Fragen zu lesen und ich kenne ja jetzt diese ganzen Mädels, die lesen nicht, aber es war wirklich total schön und hat mich super duber gefreut.

Helen
Ja, das ist echt cool. Ich habe auch die Freundschaftsbücher von früher, habe ich auch noch. Irgendwie ist das schon eine coole Erinnerung. Selbst wenn du Teilwisse gar nicht mehr so genau weißt, wenn die Leute sind, bist du, wenn du es um Kindergarten rumgegeben hast und okay, sorg mir jetzt nicht direkt was. Aber irgendwie finde ich das witzig und ich weiß, dass ich selber zum Beispiel bei Berufswunsch oder so habe ich immer Teeverkäuferin reingeschrieben.

Hannah Habertag
Was Teeleverkäuferin?

Helen
Teeverkäuferin. Ach Teeverkäuferin. Bin ich nicht ganz geworden. Ich bin aber Tee Trinker. Okay.

Hannah Habertag
Ja, ich weiß nicht. Also ich glaube es ist darin gescheitert, dass ich dann irgendwann gemerkt habe als Teeverkäuferin müsste ich auch andere Tee Sorten als schwarzen Tee verkaufen. Aber so in meiner Vorstellung war das natürlich total toll, weil ich immer also ich weiß nicht, ob das überhaupt so beziehungsmäßig okay ist, aber wir haben irgendwie schon in der Flasche hab ich schon schwarzen Tee mit Milch bekommen. Und also ich war immer schon ein Tee Fan und ja, ich fand irgendwie die Vorstellung wahrscheinlich total toll so in so einem Laden. Ich habe mir jetzt wahrscheinlich so vorgestellt, ich sitze im Laden und trink halt die ganze Tee und manche haben da jemand vorbeilen will ein. So, naja und der ist auch eingerichtet und hat auch schöne Bücher irgendwie rechts und links in den Regalen stehen und doch das doch schön so einen kleinen Laden haben. Voll, also ich finde es auch immer noch eine schöne Vorstellung. Aber so Früchte-Tees verkaufen, da müsste ich mir noch jemand dazu einstellen haben.

Helen
Die will ich auch gar nicht testen ehrlich gesagt. Okay.

Hannah Habertag
Aber ich bin auch in der Nachbarschaft rumgelaufen und habe so selbst getrocknete Brennnessenblätter oder so als Tee verkauft. Ich war auch schon unternehmerisch unterwegs wie ich jetzt so feststelle. Aber ja, da ist irgendwie nichts rausgeworden, aber an diese Frage erinnere ich mich immer sehr, weil ich jetzt irgendwie lustig finde, dass ich da sehr selbstbewusst immer Tee Verkäuferin reingeschrieben habe. Ich wollte nicht so Astronautin oder so.

Helen
Ja, ich glaube, ich habe einfach immer, wahrscheinlich habe ich immer so wie alle anderen entweder Tierärztin oder Lehrerin reingeschrieben. Ich glaube, das waren so die Standards und da ich keinen Schimmer hatte, was ich machen will, habe ich quasi immer geguckt, was haben die anderen reingeschrieben und das dann abgeschrieben.

Hannah Habertag
Ja, ich glaube so, alles rund um medizinische Berufe war mir ziemlich früh klar, das mag ich nicht. Das möchte ich nicht machen. Lehrerin weiß ich gar nicht, warum. Aber ich glaube, es liegt daran, ich habe mich nicht so wohlgefühlt in der Schule. Also dann ist ich da, glaube ich, einfach auch wusstig, wie ich in irgendeiner Form zurück an die Schule.

Helen
Aber es ist schon lustig, eigentlich müsste man das so vielleicht jedes Jahr neu beantwinden, also eine Neu ausführen und dann so ein bisschen miteinander vergleichen. Kennst du, da gibt es so ein Buch? Ist das Leuchtturm vielleicht? Ich überlege, ich glaube, wie das heißt Five Lines a Day, dachte ich gerade, aber eigentlich geht es irgendwie darum, dass du fünf Jahre lang immer auf einer Seite für den selben Tag das ausfüllt, glaube ich. Und da stelle ich mir auch total, also ich habe es noch nie getestet, aber ich stelle mir das eigentlich cool vor, wenn du dann siehst, was du die letzten Jahre an dem Tag gefühlt hast. Wenn man sowas mit dem Freundschaftsbuch machen würde, einfach jedes Jahr vielleicht, wenn man zum Beispiel einmal im Jahr mit den Freundinnen unterwegs ist oder so und das dann jedes Jahr ausfüllt, oder?

Hannah Habertag
Ja, so schön.

Helen
Und dann miteinander so ein bisschen vergleichen, was man im Jahr davor geschrieben hat. Aber irgendwie mag ich so was, ich finde es cool, dass du das auch einfach gemacht hast. Und ich meine, das ist bestimmt auch spannend, so zu sehen, so von irgendwie selber ein bisschen was basteln, über für andere was basteln und dann wirklich das als Verlag veröffentlichen. Und im Grunde, ja jetzt auch eine wild fremden Menschen deinen Buch zu schicken oder zu sehen, dass es irgendwo in der Welt ist schon cool, oder?

Hannah Habertag
Ja, doch, das ist tatsächlich, war ja nicht so richtig geplant, das ist so gekommen und das ist schon sehr cool. Es ist dann aber natürlich auch so, man muss ja dann auch versuchen, Geld zu verdienen mit so einem Verlag. Und ich hatte ursprünglich noch ein ganz anderes Freundschaftsbuch, was ich sehr viel aufwendiger produziert hatte, wo ich ganz viele Illustrationen auch selber gemacht habe und das verkaufte sich nicht so gut. Das heißt, ich habe jetzt dieses Buch wieder rausgeschmissen aus dem Programm oder als es dann abverkauft war, jetzt nicht nochmal neu produziert. Und da habe ich jetzt relativ schlichte Bücher im Programm, die aber total gut ankommen. Und das verstehe ich auch, weil die Bücher auch so bisschen für die Zielgruppe sind von, ja, von Eltern, die eben keinen Bock mehr haben auf diese total überlasteten und total knalligen, immer mit diesen Merchandise Figuren aus irgendwelchen Themen, sondern mal in Büchern so das Gegenteil und deswegen ist auch diese reduzierte, dieses reduzierte Design, glaube ich, dann ganz gut. Aber so ist das dann, dann hat man nicht immer nur diesen, die man am Allerschönsten findet im Programm, sondern natürlich die Sachen, die sich am besten verkaufen.

Helen
Ja, voll. Aber ich glaube, das ist ja eigentlich immer, wenn man irgendwie so was macht, ich mache oder Mädels, die lesen es auch ganz viel so entstanden, was die Mädels wollten und nicht unbedingt was ich wollte, sondern es waren dann so eine Community Entscheidung und das ist ja im Grunde bei dir auch deine Community entscheidet. Meine Community meldet zurück. Ja, ja, genau. Und machst du das jetzt hauptberuflich?

Hannah Habertag
Genau, also momentan mache ich nur den Verlag in Anführungszeichen. Genau. Und ich kann noch nicht wirklich davon leben finanziell, aber es geht auf jeden Fall in die richtige Richtung und ich habe noch tausend Millionen Ideen im Kopf und ich hoffe, dass ich noch ein paar davon ursetzen kann. Genau. Mal gucken.

Helen
Das kenne ich aber auch total gut. Also, weil es irgendwie, also mittlerweile würde ich sagen, so willkommen klar zumindest bei Mädels, die lesen, so ist irgendwie gerade so kostendeckend. Aber es ist trotzdem natürlich oft so, dass ich denke, poh, irgendwie, es ist halt auch echt anstrengend und sich ständig Sorgen um Geld zu machen, ist anstrengend und so. Und dann denke ich aber ganz oft, aber ich habe noch echt viele Ideen und es gibt viel, was ich noch nicht ausprobiert habe. Ich bin noch nicht bereit aufzugeben. Ich glaube, da könnte man noch irgendwie, da könnte noch was funktionieren und ich finde, das trägt einen dann auch so ein bisschen durch diese schwierigen Phasen, was man denkt, aber das könnte ich noch testen.

Hannah Habertag
Ja, und dann finde ich, geht es auch so schnell, dann ist ja schon wieder schwupps irgendwie ein Jahr rum und genau, also da kommt man so gar nicht so schnell hinterher, wie dann die Ideen umgesetzt oder einfach nur Schritt für Schritt irgendwas abgearbeitet und schon ist wieder ein Jahr rum und solange mir jetzt das Finanzer quasi nicht den Hahn zudreht, mache ich einfach weiter.

Helen
Ja, irgendwie das, also das kenne ich, ich habe irgendwie so oft auch vor der Entscheidung gestanden, so mache ich, höre ich auf, weil es zu viel zu machen, also bei mir war hauptsächlich immer das Problem, es ist grad zu viel. Also so, ich habe bis zu Ende des letzten Jahres noch eine Teilzeitstelle gehabt und es gab super oft in den Moment, wo ich dachte, das schaffe ich alles nicht mehr. Und dann war natürlich immer die Option, dass ich mir jetzt die Lesen aufgebe, weil irgendwie dachte ich auch immer so, ich könnte wahrscheinlich sehr viel leichter auch durchs Leben gehen, wenn ich das lassen würde. Ja, das geht gar nicht. Dann hast du lieber den Teilzeitjob gehen lassen. Ja, ja, dann ist viel mir nicht leicht, ich fand es echt schwer die Entscheidung zu treffen, aber es viel mehr leichter oder es war für mich klarer als Mädels, also Mädels, die lesen aufgeben, oh mein Gott, ich glaube da müsste echt noch einiges passieren, bis ich dafür bereit wäre. Aber ja, irgendwie finde ich so was schön, wenn man sich so was aufgebaut hat und ist natürlich auch eine total schöne Belohnung, wenn das dann funktioniert. Wo bekommt man denn die Freundschaftsbücher? Du bist manchmal auf solchen Märkten, aber wahrscheinlich hauptsächlich online, oder?

Hannah Habertag
Genau, so eine Mischung außer allem möglichen. Also man kriegt alle Bücher auch im Buchhandel, wobei der Buchmarkt, wer sich mit dem Buchmarkt ein bisschen auskennt, der weiß, dass es nicht so leicht reinzukommen als so ganz kleiner Verlag. Das heißt, ich bin theoretisch durch die ISBNn in allen Buchhandlungen gelistet oder man könnte sie in Buchhandlungen kaufen. Tatsächlich ist es dann aber so, dass auch viele, vor allem kleinere Buchhandlungen, nur mit einem bestimmten Zwischenbuchhändler zusammenarbeiten und es gibt drei große und ich bin nur bei einem von diesen drei und dann ist es manchmal ein bisschen nicht überall zu erhalten, aber ganz oft bestellen dann auch die Buchhandlungen direkt bei mir, was ich auch total schön finde. Das geht auch. Ich habe natürlich auch einen Online-Shop und bei Etsy gibt es momentan auch noch einen kleinen Shop, da bin ich noch am überlegen, ob ich den jetzt dann mal einstelle und bei Amazon kann man die Sachen kaufen. Genau, und dann gibt es auch noch ein kleines Netzwerk an Händlern und die, die so zum Beispiel Concept Stores sind, Klamottenläden, Babyläden, Schreibwarenläden, die eben auch so im Wald sind, solche Geschenkbücher verkaufen. Ich habe da zum Beispiel auch ein Schwangerschaftstagebuch und die sind dann in solchen Babyläden zum Beispiel zu finden.

Helen
Ich finde das, also erst mal habe ich irgendwie mir keine Gedanken darüber gemacht, dass das ja ein Buch ist, was eine ISBN hat. Also das finde ich total faszinierend gerade, weil ich so denke ja klar, dann kann man das ja auch echt überall hin bestellen. Aber dann finde ich total faszinierend, weil das haben wir hier glaube ich noch gar nicht so sehr, also ich bin ja auch vergesslich, aber ich glaube es hat mir hier noch gar nicht so besprochen, weil das glaube ich außerhalb jetzt von der Buchbranche auch die wenigsten so wissen, dass habe ich zumindest irgendwie erst jetzt so nach und nach gecheckt mit diesen ganzen Zulieferern. Aber ja, im Grunde, es gibt diese Lager, sag ich mal, wo die Bücher dann irgendwie sind und wo Buchhandlungen, also es ist wie so ein, das nennt sich doch glaube ich auch, zwischen Buchhandlungen oder so, genau. Und die versorgen die Buchhandlungen wiederum mit den Büchern. Also ich habe das zum Beispiel bei Jana Brammer, die hier auch schon mal im Podcast war, mitbekommen, dass wir irgendwie ein Buch ausgewählt hatten und sie dann zu mir meinte, ich kann das gerade irgendwie nicht bestellen bei meinem Buchhändler oder beim meinem Zwischenbuchhändler dass das irgendwie nicht lieferbar oder sowas. Genau. Und da habe ich das erst gecheckt, weil sie glaube ich auch nur mit einem oder sowas zusammenarbeitet, dass das manchmal echt ein Thema sein kann. Also ich glaube sie hätte dann wahrscheinlich immer die Möglichkeit das Buch irgendwie noch anders zu beschaffen, aber es ist vielleicht teurer oder…

Hannah Habertag
Ja, ich glaube es ist hauptsächlich für alle Beteiligten super nervig in der Abwicklung, vor allem in der Buchhaltung, weil wenn du natürlich ein bestimmtes System benutzt und über das System wird alles gebucht und du hast da deine Bestellung und das wird alles abgerechnet, dann ist es auch super einfach in der Buchhaltung. Wenn du dann aber den Verlag anrufst oder eine E-Mail schreibst und sagst, könntest du mir mal bitte dieses oder jenes Buch schicken? Dann geht es erst mal darum, wer bezahlt das Porto dafür? Und dann ist es außerhalb deiner Buchhaltung und das ist natürlich, also es rechnet sich natürlich für so eine Buchhandlung glaube ich eigentlich nie, einen so ein Buch für einen Kunden oder eine Kundin extern zu bestellen, allerdings machen das trotzdem einige Buchhandlungen einfach als Service, weil sie wissen, das ist der Kunde, eine gute Kundin und ich will der oder demjenigen das als einfach besorgen. Ich habe aber auch schon von den einigen Leuten gehört, die dann sagen, Hannah, ich kann da in dem Bücher in meiner lokalen Buchhandlung nicht bekommen. Die Buchhändlerin hat gesagt, ich soll es doch auf Amazon kaufen,

Helen
wo ich denke, okay, das ist irgendwie ein witziger Hinweis. Aber ich glaube, dass das gar nicht so schlecht ist, dass hier auch noch mal so halt zu teilen, dass man da vielleicht auch dann, also weil ich glaube oft ist dann ja vielleicht nicht klar, warum geht das jetzt nicht, man geht irgendwie davon aus, wenn ich in die Buchhandlung gehe und ich will ein Buch, dass das so grundsätzlich erst mal möglich sein müsste, aber das ist die Theorie. Genau, dass da oft noch was anderes hintersteckt. Also auch natürlich so ein Thema wie ich glaube, dass jetzt gerade auch wieder so akut mit den Buchpreisbüchern, die gelistet sind, wo dann die Nachfrage höher ist und gerade ist es sehr schwierig, aufgrund irgendwie der wenigen Druckereien, die es nur noch gibt, irgendwie Nachdrucke zuordern und so. Und dann kann das halt auch sein. Ich glaube, auch da ist mit Amazon irgendwie die bestellenden Sachen und dann haben die das, dann haben die das bei sich lagern und dann kann das sonst niemand bestellen und so. Aber also so, ich glaube einfach, da steckt oft viel mehr hinter, was man gar nicht so mitbekommt. Also einfach dann auch, vielleicht verständnisamt, wenn die Buchhandlung tatsächlich vielleicht nicht so einfach ist. Aber was würde es denn für dich, also was bräuchte es oder was muss man dafür tun, dass du auch bei den anderen gelistet werden würdest? Was kostet ich das?

Hannah Habertag
Ja, also erstens nimmt die natürlich Provision, also ich glaube die nehmen alle ungefähr 50 Prozent, das muss man sowieso…

Helen
50 Prozent! Deswegen sind die auch so teuer.

Hannah Habertag
Genau. Aber die nehmen halt nicht jeden. Also es gab mal, oder es gibt drei und der eine davon hat vor allem letztes Jahr sehr viele Kleinverlager rausgeschmissen. Auch total verständlich aus deren Sicht, die haben natürlich solche riesigen Lager und die nehmen jetzt nicht von jedem kleinen Self-Publisher und jedem kleinen Mini-Verlag fünf Bücher, für die sie dann irgendwie einen eigenen Regalplatz vorhalten müssen, sondern logischerweise nehmen die lieber riesengroße Verlage, die dann da gleich ganz im Meter Lagerplatz haben und auch sicher ist, okay, die verkaufen ab. Wir wissen, Verlag XY, der dreht wie bescheuert Bücher. Das ist natürlich ein sehr interessanterer Kunde als jetzt ich, die ich da mit ein paar kleinen Büchern komme und es nicht so ganz gewiss ist, wie schnell oder wann oder ob überhaupt diese Bücher verkauft werden. Das verstehe ich natürlich total aus deren Sicht. Das Problem ist nur, dass es dann eben schwierig für so kleine ist, überhaupt reinzukommen. Und der Zwischenhändler, bei dem ich jetzt bin Umbreit, die sind eben sehr, ja ich sag mal sehr offen für die kleinen Verlage. Da war das kein Problem. Die haben einfach gesagt, wir probieren es mal aus. Wenn es nicht läuft, können wir dich immer noch ausschmeißen. Bei Libri, was eben der größte Zwischenhändler ist, ist es super schwer. Ich schreib die immer wieder an. Ich höre nie irgendwas zurück und von KollegInnen höre ich einfach dranbleiben, dranbleiben, dranbleiben und irgendwann, wenn man eine bestimmte Menge auch angeben kann, wenn die auch sehen können, auf Amazon wird was verkauft, da kommen Bewertungen rein und so weiter. Man muss sich so einen, ja einfach so einen Sockel aufbauen an Vertrieb und dann sehen die das auch irgendwann und irgendwann werden sie dann sagen, okay du darfst jetzt bei uns auch Listen.

Helen
Auch das finde ich super spannend. Also einerseits dafür, dass es sich irgendwie lohnt, dran zu bleiben und das kannst du ja auch nur als, also so wie so eine, wie heißt denn diese Kugeln, so eine Wahrsagerkugel, so irgendwie vorher sagen, das weißt du ja stand jetzt von der Aufnahme nicht, dass sich das auszahlen wird. Das ist einfach die Hoffnung. Aber auch häufig hört man ja eher von Leuten, wo es dann irgendwie funktioniert hat, die dann den schlauen Ratschlag geben einfach dranbleiben. Deswegen ist das irgendwie total cool. Aber auch da denke ich so, ich finde, das trägt so ein bisschen zum Verständnis bei, warum vielleicht, also weil vielleicht fragt man sich so, warum machen das nicht alle irgendwie, so warum kann man nicht alles irgendwie in der Buchhandel kaufen, wäre doch viel schlauer, aber das ist halt nicht so leicht ist. Und am besten würde man dir dann helfen, wenn man es bei dir direkt im Online-Shop bestellt oder was würde dir am meisten bringen?

Hannah Habertag
Genau, also wenn man es bei mir im Online-Shop kauft, muss ich natürlich am wenigsten abgeben. Auch dem Shop muss ich ein kleines bisschen was zahlen, aber wirklich nur ganz wenig. Und auf Messen, wenn ich es verkaufe, habe ich natürlich ohne irgendeine Abgabe. Also Messen und Märkte sind immer super und da macht man natürlich dann, also jeder, der auf Messen verkauft, weiß, dass da gibt man da noch 100 Goodies noch dazu, damit die Leute nicht sagen, ja, ich nehme mal die Karte mit, ich bestelle dann danach. Nee, nee, kauf mal jetzt, weil das natürlich einfach der, ja, da muss ich gar nichts abgeben. Alle Bücher, die ich auf der Messe verkaufe, sind eins zu eins mein Gewinn oder mein Umsatz. Genau. Und ansonsten der Online-Shop ist super, aber ich bin ehrlich gesagt, ich liebe auch meine Händlerinnen und mein Netzwerk, das ich da aufgebaut habe und ich bin immer dafür, die lokale Buchhandlung zu unterstützen. Also ich gebe da auch total gerne meine Prozente ab, weil ich das total schön finde, wenn so ein kleiner Laden sagt, ja, du bist zwar jetzt nicht der Carlsen Verlag oder der Oetinger Verlag, aber wir stellen deine Bücher hier ins Regal. Das finde ich total unterstützenswert und deswegen, da bin ich auf jeden Fall immer dafür, dass man erstmal in seinem lokalen Lädchen nachfragt und da die Bücher, wie gesagt, eine ISBN haben, kann man sie theoretisch überall bestellen. Also jeder kleine Laden kann sie bestellen.

Helen
Und das ist vielleicht sogar noch die bessere Strategie, wenn man jetzt in die lokale Buchhandlung oder andere Länder, die du auch schon genannt hast, die vielleicht passen könnten, geht, fragt, ob die das haben oder fragt, ob die das bestellen können, weil dann die Wahrscheinlichkeit ja auch steigt, dass die das halt bei sich vielleicht noch nach dem weiteren Bücher hinlegen. Also die Strategie ist klar, Mädels. Wir wissen was zu tun. Genau, klare Arbeitsauftrag. Ich mag immer so ganz, also erstens, ich möchte das immer gern verstehen, wie das irgendwie alles funktioniert oder warum gewisse Dinge vielleicht nicht gehen oder so, aber dann mag ich vor allen Dingen klare Handlungsanweisungen. Was kann ich tun, um zu helfen? Und das geht natürlich irgendwie auch wahrscheinlich auch fürs Selfpublisher und also was generell hilft ist, wenn es einfach eine Nachfrage gibt und wenn Buchhandlungen und so davon erfahren, dass es das gibt. Deswegen ja cool, finde ich irgendwie verspannend.

Hannah Habertag
Ja, das sind alles so Sachen, die ich auch zum Beispiel gar nicht wusste. Also alles ist wirklich so Dinge, die habe ich nach und nach gelernt. Und ich finde es auch total spannend, wieder diese ganzen Strukturen zusammenlaufen und was es da alles für Player gibt. Und es ist manchmal frustrierend als so kleiner, weil man ganz gerne auch belächelt wird, aber es gibt auch ganz viele, ganz, ganz tolle und ganz viele Menschen auch, die uns kleine unterstützen in dieser Branche. Also es gibt von allem alles. Ja. Ich liebe einfach diese Buchbranche. Ich will da gar nicht mehr raus. Also egal, was ich irgendwann mache, aber ich will nicht mehr raus. Das ist der Buchbranche.

Helen
Voll. Ich glaube, die Folge kommt zu spät für die Frankfurter Buchmesse, aber bist du auch bei den großen Buchmessen? Bei diesen doch eigentlich recht teuer, um da auszustellen, ne?

Hannah Habertag
Genau. Also ich bin da nicht mit einem eigenen Stand. Das kann ich mir noch ganz lange wahrscheinlich nicht leisten. Aber ich bin über den Börsenverein auf so einem Gemeinschaftsstand dabei.

Helen
Ach cool. Ich fahre auf jeden Fall hin und besuch mein Buch.

Hannah Habertag
Ja. Und ein Foto von mir mit meinem Buch.

Helen
Genau. Ja, das ist echt cool. Ich habe über den Börsenverein, also über den mediacampus letztens, so eine Weiterbildung gemacht. Buchbranche für QuereinsteigerInnen oder so. Und ich meine, ich wurde am Anfang da irgendwie schon so vorgestellt. Also weil die, die das geleitet hat, sag ich mal, die kannte mich und ich wurde dann im Grunde so vorgestellt, als die die Buchbranche ja schon total perfekt kennt, weil ich das jetzt hier fünf Jahre mache und ich dachte so, ich habe immer noch das Gefühl, gar keine Ahnung zu haben. Und da habe ich das auch nochmal mit diesem Zwischenbuchhandel zum Beispiel nochmal genauer gelernt und so. Und ich habe echt danach gedacht, es ist so faszinierend. Ich habe jetzt so langsam das Gefühl, irgendwie so halb diese Struktur zu verstehen. Aber es gibt jetzt zum Beispiel auch das Wurst ich irgendwie, aber auch noch nicht so richtig, auch über den Verlangen gibt es ja noch mal so Gruppen und so. Also so wie das alles aufgebaut ist so verrückt und wenn man da halt auch nicht, ja, das nicht irgendwie von Anfang an so gelernt hat, also wenn man jetzt zum Beispiel eine Ausbildung oder so in dem Bereich gemacht hat oder in einem Verlager arbeitet, ich glaube, das ist einfach wie auch in anderen Branchen. Erstmal dauert es nur, weil du wirst man das wirklich durchdrucken hat. Und ich finde es auch echt spannend, weil es an sich ja eine kleine Branche ist. Also man kann da irgendwie, wenn man einmal drin ist, dann ist es jetzt auch nicht so schwer irgendwie Kontakte zu knüpfen. Aber von außen habe ich ganz lange gedacht, hä, wie genau funktioniert das hier alles? Deswegen, also das kann ich auch sehr empfehlen. Sehr, sehr spannend.

Hannah Habertag
Ja, genau. Was ich besonders schön finde an der Branche, dass bisher alle Menschen, die ich kennengelernt habe, aufmessen oder auf irgendwelchen Veranstaltungen oder was auch immer, die sind einfach alle total nett. Also da ist irgendwie wenig, oder ich habe bisher wenig davon mitbekommen, dass irgendwie Ellenbogenmentalität oder versuchen jetzt nicht zu viele Details preis zu geben, damit man ja nicht irgendwie was rausgibt, was der anderen dann zu seinem Nutzen verwenden kann. Gar nicht. Also die waren alle bisher super offen und herzlich und die meisten können auch gut nachvollziehen wie ein Anstrengender, manchmal ist als Kleiner selbst irgendwelche großen Händler, Händlerinnen oder auch Buchhändlerinnen oder Menschen, die in großen Verlagen arbeiten. Die sind ja, also ich bin bisher sehr positiv von diesen Menschen einfach angetan und ich glaube, das liegt auch an diesem tollen Produkt, weil Bücher sind einfach, also wer für Bücher brennt, glaube ich, ist einfach schon mal irgendwie netter Mensch. Das ist überhaupt nicht der Fall.

Helen
Das wäre eine gute Zitatkachel, glaube ich. Es gibt bestimmt auch ganz schreckliche Menschen, die gerne Bücher lesen, aber die haben weniger. Es wird unwahrscheinlich. Also was sind jetzt so deine Pläne? Weil du hast auch gesagt, du hast viele Ideen. Ich strecke damit sehr, sehr viel gerade im Moment aus, dass ich merke, ich kann nicht jeder Idee nachgeben. So, ich verzette mich voll schnell, ich verliere schnell den Fokus. Hast du das Problem auch? Und wenn nicht, wie kann ich von dir lernen? Aber was, also was steht für dich so an? Also was hast du noch so im Blick? Wo möchtest du hin? Mir geht's,

Hannah Habertag
mir geht's tatsächlich genauso wie dir. Ich verzettle mich gerne, ich habe immer viel zu viele Ideen, die dann im echten Leben nicht umsetzbar sind. Bei mir ist es meistens die Zeit, die fehlt. Und ich habe jetzt aber so ein paar Favorites für mich, so beim Beschlossen für nächstes Jahr, die ich gerne angehen möchte. Vielleicht muss ich mir das jetzt selber hier irgendwo aufschreiben und dann in einem Jahr mal gucken, was daraus geworden ist. Aber ich bringe jetzt dieses Jahr noch dieses Bullet Journal raus. Es kommt Ende des Jahres. Das möchte ich auch richtig toll bewerben und hoffe, dass das richtig gut geht. Das wird ganz großartig. Dann möchte ich aber super gerne auch nächstes Jahr vielleicht mit einem Podcast starten, weil ich dieses Format Podcast sehr gerne mag. Und immer wieder in der Vermarktung meiner Produkte merke, dass ich so einen Knoten im Kopf habe, wie ich all meine verschiedenen Produkte vermarkte, weil ich habe so verschiedene Zielgruppen. Und wenn ich jetzt auf Instagram zum Beispiel, ich habe ja Baby- und Schwangerschaftstagebuch, also für die Zielgruppe, wir starten eine Familie. Dann habe ich die Freundschaftsbücher, die sind eher so Zielgruppe Grundschule. Dann habe ich dieses Kunstbuch, das ist für Kinder ab 10, die eben gerne Kinder, die gerne kreativ sind. Das ist aber auch total gut für Menschen, die kreativ mit Kindern arbeiten. Also da ist dann die Zielgruppe Kunsterzieherin oder Kunsterzieher. Und dann habe ich jetzt eben bald dieses Teenie-Buch. Und das sind verschiedene Zielgruppen. Und ich habe manchmal das Gefühl, dass Instagram oder auch generell so in der Vermarktung fällt mir das schwer, das alles so unter einen Hut zu bringen. Und ich habe so ein bisschen Angst, aber meine Community zu verwirren. Oder auch es gibt natürlich welche, die die Freundschaftsbücher toll finden, die aber kein Baby mehr haben und dann langweil dann vielleicht quasi der Content über die Babys. So und da habe ich gedacht, ich mache ein Podcast, weil Podcasts sind irgendwie, weiß ich nicht, da kann man so andere Schwerpunkte setzen. Und da kann ich dann auch noch mal so ein bisschen über die Werte von maauwikids und was so dahinter steht. Reden. Genau. Das habe ich so gedacht, das ist vielleicht ein gutes Format. Und dann habe ich noch ein großes Ziel. Das ist jetzt aber nicht so spannend oder nicht so aufregend. Das ist, dass ich eine Verlagsauslieferung habe nächstes Jahr, weil momentan mache ich noch die ganze Verpackung und den Versand alleine. Das ist auch noch so ein Aspekt. Und ich habe jetzt seit Jahren keinen Urlaub mehr gemacht quasi, also nicht länger als eine Woche, weil dann müsste ich ja immer meine Shops, also das geht gar nicht. Ich kann die Shops nicht komplett schließen. Irgendwann, wenn man das macht bei Etsy geht das, da kann ich sagen, ich bin im Urlaub. Dann gehen aber deine Ratings komplett runter und danach kannst du wieder von vorne anfangen. Also das habe ich die letzten Jahre.

Helen
Das ist auch doof, weil dann du weißt nicht 100 Prozent, ist der Shop geschlossen oder ist der nur vorübergehend irgendwie nicht erreichbar? Also ich finde, aus Kundensicht sieht das nicht so eindeutig aus.

Hannah Habertag
Ja, es ist also marketingtechnisch, glaube ich, wirklich so ein bisschen Selbstmord. Und deswegen habe ich jetzt in den letzten Jahren immer nur maximal eine Woche am Stück Urlaub gemacht und das ist jetzt auf Dauer ein bisschen zu wenig. Also ich hoffe, dass ich nächstes Jahr dann so eine Verlagsauslieferung habe. Das heißt, die würden komplett meine ganze Logistik übernehmen. Das wäre nicht großartig. Nie wieder Kisten kaufen, nie wieder Porto ausrechnen, nie wieder Paketklebeband. Das ist so das kurzfristige Ziel und dann möchte ich natürlich noch ein paar schöne Bücher rausbringen, logischerweise. Und mal gucken, was da noch kommt.

Helen
Ja, das klingt cool. Ich finde das manchmal auch total spannend. Also ich weiß nicht, ob das jetzt nur mir so geht, aber ich finde gerade auch diese aus deiner Sicht unspannenden Details total interessant. Weil erstens macht man sich ja dann manchmal gar nicht so Gedanken darüber, was sind vielleicht Dinge, die belasten können oder was sind auch Dinge, die entlasten können. Also was gibt es da auch für Möglichkeiten? Und ich merke das halt auch gerade selber. Gerade habe ich auch das Gefühl, ich mache nur total uninteressante Dinge im Hintergrund. Aber manche denke ich so, wahrscheinlich wäre es gar nicht so schlecht, dass einfach mal irgendwo auch so ein bisschen zu teilen. Weil damit man einfach ein Gefühl dafür bekommt, wenn nach außen hin sieht, sonst jetzt wahrscheinlich gerade so aus, als würde ich halt einfach nichts machen. Und dann kann man halt auch so ein bisschen so eine Reise mitverfolgen. Was ich übrigens eben dachte mit den verschiedenen Zielgruppen. Also ich denke, es ist ja auch ein Stück weit normal bei einem Verlag. Also das ist ja glaube ich jetzt nicht so total ungewöhnlich ist, dass man verschiedene Zielgruppen anspricht. Aber eigentlich dachte ich so, ist doch voll schlau. Weil im Grunde kann man bald ja einsteigen mit der Schwangerschaft und hat dann bis zum Jahrhundert. Das war die Idee. Ich weiß, ein Produkt. Also muss man glaube ich einfach anderes betrachten. Das ist eigentlich super schlau. Ja und dann die Idee war so,

Hannah Habertag
wer bei mir schon das Schwangerschaftstagebuch kauft, das Kind wird dann irgendwann in die Grundschule kommen und dann irgendwann wird es größer und so weiter. Genau, dann könnte man theoretisch über viele Jahre bei mir fündig werden mit schönen Produkten.

Helen
Ja voll gut. Irgendwie spannend. Ja und ich glaube, was auch echt halt nach außen nicht so sichtbar ist, ist sowas wie du fährst nur eine Woche am Stück im Urlaub, weil es gibt die irgendwie daranhängen. Ich glaube man stellt sich natürlich schon vor bei einem kleinen Unternehmen, dass da irgendwie viel dranhängt. Ich mag immer nicht so dieses selbst und ständig, aber es ist natürlich irgendwie etwas dran. Aber ich glaube oft romantisiert man, also man stellt sich dann die tollen Sachen vielleicht vor, so wie schön es ist irgendwie, wenn du keine Ahnung, wenn eine Tanja auf dem Markt vorbeikommt und dir das Buch zeigt und es aber auch noch vieles andere dranhängt. Ich finde es wichtig, das auch immer wieder mal nochmal so hervorzuheben, warum es auch so unterstützenswert ist. So kleine Verlage, kleine Unternehmen, einfach ja in irgendeiner Form zu unterstützen. Also ich meine, die Folge wird zumindest relativ gut so vor Weihnachten erscheinen, wo jetzt langsam vielleicht Leute über Weihnachtsgeschenke nachdenken. Also schaut doch mal beim Online Shop vorbei, wir verlinken das auch nochmal in den Show notes. Aber ja, ich finde es, also ich finde sowas immer inspirierend, weil man doch irgendwie sieht, man kann das alles schaffen. Es gibt immer irgendwie auch eine Lösung. Also anscheinend gibt es ja sogar Verlagsauslieferung, die das für einmal nehmen.

Hannah Habertag
Ja, die kosten nur Geld.

Helen
Ja klar. Oder also das gibt, ich finde das cool. Ja, auf jeden Fall.

Hannah Habertag
Genau. Also es lohnt sich wahrscheinlich eben noch nicht ganz am Anfang. Deswegen habe ich es ja auch gemacht und ich liebe es tatsächlich auch, diese Pakete zu packen und dann schlage ich das immer noch schön in so ein Seidenpapier ein, dann kommt noch so ein Sticker drauf und so. Das ist ja auch total schön. Aber ich habe jetzt so eine kleine Zwischenlösung, dass ich eben, ich habe auch ganz viele personalisierte Produkte im Shop, wo man dann irgendwie seinen Namen noch draufdrucken kann auf eine Tasche oder auch auf das Buch direkt und die werden weiterhin über mich laufen. Das heißt, ich werde immer noch ein paar Pakete packen dürfen, die personalisierten schönen und die ganzen anderen einfach nur Buchbestellungen, die gehen dann eben über diese Verlagsauslieferung. Das ist jetzt gerade der Plan. Ja. Da freue ich mich, weil das tatsächlich eine große Entlastung wird. Und ich dann eben auch hoffentlich wieder ein bisschen mehr Zeit für so kreative Sachen habe, die jetzt in letzter Zeit überhaupt nicht mehr gepasst haben. Ja. Und die mir eigentlich natürlich am meisten Spaß machen. Ich denke mal, ich bräuchte noch ich so eine Kollegin, die hier mitmacht und die diesen ganzen Papierkram für mich macht. Das wird toll.

Helen
Aber ich glaube, das ist aber auch so eine Lernkurve. Also das muss ich mir manchmal auch so vor Augen führen. Es gibt einfach total viel, wo ich finde, das macht am Anfang voll viel Spaß, weil es dann in dem Moment ist es irgendwie noch kreativ. Du musst irgendwie erst rausfinden, wie willst du das alles verpacken? Wie irgendwie, wie stellst du das am besten alles an und so? Und dann macht das noch Spaß. Und dann kommt irgendwann ein Punkt, wo du das halt einfach sehr häufig gemacht hast und wo du dann irgendwie merkst, es nimmt immer mehr Zeit in Anspruch und keine Ahnung und wo dann vielleicht einfach der Punkt ist, wo es auch nicht mehr so diese so Challenge für dich ist. Also ich merke das ganz häufig und ich verurteile mich dann auch dafür, weil ich so denke, es ist doch nicht so schwer, jetzt mach einfach mal. Aber ich glaube, es liegt daran, dass ich dann irgendwie doch mich wieder nach was Neuem Kreativen sehe und einfach der Punkt gekommen ist, wo ich das vielleicht abgebe. Und die Aufgabe ist nicht schlechter dadurch geworden, nur ich habe sie jetzt vielleicht einfach so häufig gemacht, dass sie mir nicht mehr so viel Spaß macht.

Hannah Habertag
Ja, ich glaube, das ist vielleicht so ein bisschen etwas, was wir kreativen Menschen, so als ich sage jetzt mal nicht schlechte Eigenschaft, aber es gehört halt dazu zu diesem Kreativsein, dass ich zumindest will immer ganz viele verschiedene Sachen ausprobieren und ich habe das im angestellten Verhältnis immer so ein bisschen vermisst, dass man einfach mal was ausprobieren kann und manchmal ist es halt totaler Blödsinn und es funktioniert nicht, aber dann kann ich zumindest sagen, okay, ich habe es probiert, es funktioniert nicht, ich mach es nicht nochmal, aber jetzt mache ich was anderes. Das finde ich so toll jetzt im Selbstständig sein, dass ich ganz viele Sachen ausprobiere, ungefähr jedes Zehnte funktioniert nur, aber ich habe es alles mal gemacht und ich kann mir so eine eigene echte Meinung darüber bilden, ob das jetzt gut war oder nicht oder warum, was ich noch ändern kann und das macht mir Spaß. Und wenn eben die Sachen zu oft, wie du schon gesagt hast, immer wieder das gleiche, dann verlier ich das Interesse. Da muss wieder was Interessanteres her. Neuer Input.

Helen
Ja, das kann ich total sehen. Input-Junkie. Ja, es ist wirklich so, es ist irgendwie ganz verrückt. Aber ich versuche es auch für mich als was Positives zu werden. Ja, also ich bin es auf jeden Fall spannend und ich denke, also ich bin gespannt einfach auch, was da jetzt ein Feedback kommt. Ich habe mir so ein bisschen nicht hofft, dass wir so hier Inspiration auch bieten können für alle, die sich vielleicht auch irgendwas in den Kopf gesetzt haben und da noch irgendwelche Gründe haben, die dagegen sprechen, einfach mal ausprobieren. Man findet es ja nur da, da und dadurch raus. Ja, ich würde sagen, wir trinken unsere Maracuja oder Apfelschorle am Strand jetzt zu Ende und verabschieden uns an der Stelle von den Mädels. Aber bevor wir das machen, erzähl noch mal, wo man dich findet, wenn man jetzt mehr erfahren möchte.

Hannah Habertag
Genau, also ich habe eine Webseite, die heißt maauwikids.de und maauwikids wird etwas seltsam geschrieben. Deswegen buchst du ein bisschen mal kurz, es ist maauikids, also mit zwei A, U, W, I. Genau, und dann habe ich noch ein Instagram Account und überall eigentlich auf Social Media bin ich immer unter maauwikids zu finden. Da das so ein seltener Name ist, braucht ich auch keine anderen irgendwie schnörksligen Namen, sondern es ist einfach immer maauwikids.

Helen
Ja, sehr gut. Verlinken wir auch noch mal, genau, schaut euch mal durch das Sortimentpödel, die Weihnachtsgeschenke, die jetzt vielleicht so anstehen.

Hannah Habertag
Genau, wenn ich noch ganz kurz sagen kann, wenn es jetzt so kurz vor Weihnachten kommt, genau, es wird im Dezember das Bullet Journal für Teenager rauskommen, dass ich zusammen mit 14 Kreativmenschen gemacht habe und die haben ganz viele tolle Kreativaufgaben da reingepackt. Da geht es dann von Fotografie über Lyrik, über Kochen, Marmoriertechnik, Siebdruck, also gibt es alles Mögliche und richtig cool. Das wird tolle, also wer noch ein schönes Weihnachtsgeschenk für ein Teenager sucht.

Helen
Ja, bestimmt. Kann man dann wahrscheinlich auch vorbestellen jetzt, ne?

Hannah Habertag
Genau, wird man ab demnächst vorbestellen können, noch nicht, aber meine Illustratorin ist dran und hoffentlich ist es dann ab November tatsächlich vorbestellbar und dann ab Dezember im Handel erhältlich.

Helen
Voll cool. Ich danke dir auf jeden Fall sehr für diese Einblicke in die Verlagswelt. Ich habe irgendwie mir auch gar nicht so darüber Gedanken gemacht, dass man für einen Freundschaftsbuch ja auch einen Verlag braucht. Ich finde es immer wieder irgendwie faszinierend, wie viel ich doch immer noch einfach nicht weiß. Deswegen danke dir fürs Aufklären und danke dir fürs zur Verfügung stellen von diesem Freundschaftsbuch, was irgendwo in der Community gerade unterwegs ist und wahrscheinlich auch noch eine Weile unterwegs ist. Ja und dann vielleicht sehen wir uns ja sogar auf der Buchmesse. Ich würde auf jeden Fall sagen, dass wir uns an der Stelle jetzt verabschieden und zu Ende trinken.

Hannah Habertag
Super, vielen, vielen Dank. Hat sehr viel Spaß gemacht.

Helen
Danke dir. Das war es für heute. Ich habe mich unglaublich gefreut, dass du eingeschaltet hast und vor allem bist du im Ende dran geblieben bist. Falls dir die Folge gefallen hat, dann abonnier den Podcast am besten, damit du auch in Zukunft keine Folge verpasst. Bis zum nächsten Mal.

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