Startseite › Podcast › Warum Glück nicht aufs Wochenende gehört

Podcast · Folge 84
Warum Glück nicht aufs Wochenende gehört
Anjana Gill über ihr Ziel, Glück zum Schulfach zu machen, kleine Aufträge ans Universum – und Rituale, die in einen ganz normalen Montag passen
Zustande gekommen ist diese Folge, weil zwei Menschen in derselben Stadt wohnen und es lange nicht wussten: Anjana Gill hatte einen Artikel über Helen im Bonner General-Anzeiger gelesen und sich gemeldet. Der Einstieg ist wie immer eine gedankliche Reise – sie sitzt auf ihrem Sofa, mit einem Glas Hugo in der Hand. Und stellt gleich ihren Namen richtig, den viele anders betonen. Danach geht es um ein Thema, das im Podcast bis dahin nicht vorkam: Glück, Manifestation und die Frage, was das mit einem Dienstagnachmittag zu tun hat.
Anjana Gill
Autorin, seit 25 Jahren zu Glück und Wunscherfüllung unterwegs
Anjana Gill hat deutsch-indische Wurzeln – ihr Vater kam aus Indien, ihre Mutter ist Deutsche – und ist in Bonn geboren und aufgewachsen, wo sie bis heute lebt. Nach dem Abitur studierte sie Textilbetriebswirtschaft und führte von 1987 bis 1999 ein Modegroßhandelsunternehmen; seit Ende der Neunzigerjahre schreibt sie. Inzwischen hat sie über zwanzig Bücher veröffentlicht, darunter »Danke, liebes Universum« (2019) und »Der kleine Elefant, der den Menschen das Glück brachte« (2022), mehrere davon in den SPIEGEL-Bestsellerlisten. Sie betreibt den Podcast »Danke, liebes Universum«.
Warum sie bei diesem Thema gelandet ist
Der Ursprung liegt bei ihrem Vater. In Indien, erzählt sie, erzählen Eltern und Großeltern ihren Kindern oft Geschichten und Gleichnisse – und die handeln von Glück, vom Sinn des Lebens, davon, was zwischen Universum und Mensch möglich ist. Ihr Vater hat ihr solche Geschichten jeden Tag erzählt. Wirklich jeden Tag, sagt sie. Damit ließ es sich kaum vermeiden, dass ihr Fokus dorthin ging.
Die Diskrepanz zu dem, was sie in Deutschland erlebte, fiel ihr früh auf. Ihre Diagnose: Wir sind hier viel zu kopfgesteuert, alles muss logisch erklärbar sein. Am Ende der Schulzeit seien wir vollständig auf den Verstand trainiert – Kinder hätten die Verbindung zur Intuition noch, dann setze die Sozialisierung ein.
Helen erkennt sich darin wieder. Sie hat sich als Kind halb im Scherz als Tagträumerin bezeichnet und erinnert sich, dass das eher belächelt wurde. Rückblickend, sagt sie, sei ihr eingeredet worden, ihre Vorstellungen seien unrealistisch: träumen ja, aber bitte nicht daran glauben.
Glück als Schulfach
Daraus ist ihr aktuelles Projekt geworden, mit dem sie sich intensiver beschäftigen will: Glück soll ein Schulfach werden. Ihr Argument ist eine simple Analogie.
Wir haben jede Woche Sport in der Schule, weil die körperliche Gesundheit so wichtig ist. Stimmt ja auch. Aber unsere mentale Gesundheit ist nun mal mindestens genauso wichtig.Anjana Gill
Mindestens eine Stunde Glück, an allen Schulen, damit man das von klein auf lernt. Sie sagt selbst, dass sie damit noch nicht richtig angefangen hat und nicht die Einzige ist, die dafür kämpft.
Auf Helens Frage, ob sie dafür einen Plan hat, beschreibt sie ihre Arbeitsweise: Sie schaut vom Ende aus. Sie stellt sich vor, das Ziel sei erreicht, und fragt von dort aus zurück – sie nennt es ein Gespräch mit ihrem Zukunfts-Ich: Was hast du damals, also heute, getan, damit du das geschafft hast? Kombiniert wird das mit der Schritt-für-Schritt-Methode.
Als Helen nachhakt, ob sie denn wissen muss, wie man ein Schulfach einführt, kommt der Teil, der ihre Haltung am besten zusammenfasst: Das »Wie« lässt sie bewusst weg. Ihre Begründung ist erstaunlich nüchtern – der Verstand urteilt immer aufgrund von Erfahrung, also nur aus dem heraus, was er schon kennt. Wer das »Wie« vorab klären will, begrenzt sich auf die Lösungen, die er heute schon sieht.
Kopf und Herz
Das Bild, mit dem die Folge eröffnet, stammt aus diesem Abschnitt. Der Verstand habe durchaus seine Aufgaben, sagt sie – er kann den Keller aufräumen, die Steuer machen, eine Reise planen.
Unser Verstand, der kann einen Reiseplan. Aber das Reiseziel, das suchen wir uns mit unserem Herzen aus.Anjana Gill
Zweifel kenne sie heute nicht mehr, sagt sie auf Nachfrage – früher schon, aber nach 25 Jahren Arbeit an dem Thema, davon fünf sehr intensive, habe auch ihr Verstand die Erfahrung gemacht, dass es für sie funktioniert. Helen ordnet sich selbst ehrlich dazwischen ein: Sie hat noch Training vor sich, mag aber die Frage »Wie könnte das klappen?« deutlich lieber als »Kann das klappen?« – bei der komme bei ihr sofort das Nein.
Was Helen an dem Ansatz gefällt, formuliert sie unabhängig vom Überbau: Es ist empowernd, das Gefühl zu haben, das eigene Leben selbst in der Hand zu haben, statt dass es einem passiert.
Das persönliche Glück ist nichts Passives. Das passiert uns nicht, das ist aktiv.Anjana Gill
Was man am Montag tun kann
Der praktischste Teil der Folge, und der, in dem ihr eigentliches Anliegen steckt: Diese Themen werden gerne aufs Wochenende verlegt – unter der Woche wird gearbeitet, samstags ist man dann glücklich oder bucht ein Seminar. Sie hält das für den falschen Weg. Es gehöre ins Heute, zwischen Mails, Wäsche und Einkauf.
Vier Dinge, die sie im Gespräch konkret vorschlägt:
Den geistigen Müll rausbringen. Ein Bild, das sie von einem indischen Guru übernommen hat: Ihr bringt jeden Tag den Müll aus eurer Küche, aber um euren geistigen Müll kümmert ihr euch nie. Einmal die Woche schauen, was sich an Sorgen angesammelt hat – und es symbolisch wegwerfen, notfalls wirklich an der Tonne. Ihr Argument gegen aufwendigere Varianten wie Aufschreiben und Verbrennen: Die Hürde ist zu hoch, dann macht man es nicht.
Die Glücksskala. Eine Skala von 1 bis 10 auf einem Blatt Papier, jeden Abend beim Zähneputzen ein kurzer Check: Wie waren meine Gedanken heute? Die meisten Menschen, sagt sie, landen bei 5 oder 6.
Drei schöne Momente. Jeden Abend beim Essen überlegen, welche drei Momente des Tages besonders schön waren. Der Effekt liegt für sie nicht am Abend, sondern tagsüber: Man achtet unterwegs schon darauf, ob gerade einer davon passiert. Das ist die Übung, die Helen sich im Gespräch direkt vornimmt – weil sie an die drei Jahres-Highlights erinnert, die wir im Team am Jahresende zeigen.
Die Herz-Sprechstunde. Eine Viertelstunde am Tag ohne Handy und ohne Geräusch. Sie beschreibt es als Übung, bei der sie den Verstand in Gedanken zur Tür hinausschickt, die Tür schließt und dann hört, was übrig bleibt. Das passt zu ihrer Beobachtung, dass wir ständig etwas hören – Helen gibt zu, beim Spazierengehen fast immer einen Podcast laufen zu haben.
»Die anderen sind besser«
Zum Schluss kommt sie auf das Thema, das sie zum Aufnahmezeitpunkt am meisten beschäftigt: alte Glaubenssätze. Sie hatte auf Instagram danach gefragt und wurde von den Antworten überrollt. Der häufigste – und der, der sie erschüttert hat: Die anderen sind besser.
Ihre Übung dagegen ist eine Visualisierung: sich vorstellen, man sei mit diesem Satz durch eine Schnur verbunden, und diese Schnur mit einer gedachten Schere durchschneiden. Und noch eine, die sie ihre eigene nennt: ein Schloss mit Zimmern, die ineinander übergehen, und vor jeder Tür öffnet sich diese wie von selbst, kurz bevor man ankommt.
Anjana Gill spricht in dieser Folge über ihren eigenen Weg und ihre Erfahrungen. Was sie beschreibt, sind ihre Sichtweise und ihre Übungen – kein medizinischer oder therapeutischer Rat. Helen sagt im Gespräch selbst, was aus unserer Sicht der beste Umgang damit ist: schauen, was sich für einen gut anfühlt, das ausprobieren, und den Rest liegen lassen.
Die Bücher aus dem Gespräch
Vier Titel, die in der Folge vorkommen – von dem Buch, das sie Einsteigerinnen selbst empfiehlt, bis zu der Erzählung, die sie hier ankündigt und die kurz danach erschienen ist.
Danke, liebes Universum
Anjana Gill
Ihre eigene Empfehlung für alle, die neu im Thema sind. Es war das erste Buch, das sie in diese Richtung geschrieben hat, und enthält die kleinen »Aufträge ans Universum«, von denen sie im Gespräch erzählt.
Liebes Universum, was willst du mir sagen?
Anjana Gill
Das Buch hinter dem Abschnitt über Träume: Es geht um die Bedeutung von Zahlen, Träumen und anderen Zeichen. Helen kommt darauf, weil sie sich seit einigen Monaten wieder an ihre Träume erinnert.
Der kleine Elefant, der den Menschen das Glück brachte
Anjana Gill
Die Erzählung, zu der sie im Jahr vor der Aufnahme schon einmal in Bonn gelesen hatte – im selben Kuppelsaal, in dem im November die nächste Lesung stattfinden sollte.
Das kleine Hotel, wo Wünsche wahr werden
Anjana Gill
Das Buch, das sie im Gespräch ankündigt, ohne den Titel zu nennen: eine Erzählung über die Kraft der Gedanken, erschienen kurz nach dieser Folge am 6. November 2024.
*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.
41 Minuten über Kopf und Herz, ein Schulfach, das es noch nicht gibt – und vier Übungen, die in einen ganz normalen Wochentag passen.
Die ganze Folge hören
Häufige Fragen
Was meint Anjana Gill mit »Glück gehört nicht aufs Wochenende«?
Dass Themen wie persönliches Glück und Sinn häufig auf Samstag und Sonntag verlegt werden – unter der Woche wird gearbeitet, am Wochenende wird ein Seminar gebucht. Ihr Ansatz ist das Gegenteil: kleine Rituale, die zwischen Mails, Wäsche und Einkauf in den Montag, Dienstag und Mittwoch passen.
Was ist die Glücksskala?
Eine Skala von 1 bis 10 auf einem Blatt Papier. Jeden Abend beim Zähneputzen schaut sie darauf und checkt kurz ab, wie ihre Gedanken an dem Tag waren – überwiegend positiv, negativ oder in der Mitte. Ihr geht es dabei vor allem um das Bewusstmachen; die meisten Menschen landen laut ihrer Erfahrung bei 5 oder 6.
Was sind die drei schönen Momente?
Jeden Abend beim Essen überlegen, welche drei Momente des Tages besonders schön waren. Der eigentliche Effekt liegt für sie nicht am Abend, sondern tagsüber: Man achtet schon während des Tages darauf, ob gerade einer davon passiert. Helen nimmt sich diese Übung im Gespräch direkt vor.
Warum lässt sie das »Wie« weg?
Weil der Verstand immer aufgrund von Erfahrung urteilt – also nur aus dem heraus, was er schon kennt. Wer vorab klären will, wie ein großes Ziel zu erreichen ist, begrenzt sich damit auf die Wege, die er heute schon sieht. Sie arbeitet stattdessen vom Ende her: sich vorstellen, es sei geschafft, und von dort zurückfragen.
Wie kam es zu ihrem Thema?
Über ihren Vater, der aus Indien kam. Dort erzählen Eltern und Großeltern ihren Kindern oft Geschichten und Gleichnisse über Glück und den Sinn des Lebens – ihr Vater tat das täglich. Hauptberuflich beschäftigt sie sich seit 25 Jahren damit.
Was ist die Übung mit dem Glaubenssatz?
Sie hatte auf Instagram nach alten Glaubenssätzen gefragt; der häufigste war »Die anderen sind besser«. Ihre Visualisierung dagegen: sich vorstellen, man sei mit diesem Satz durch eine Schnur verbunden – und diese Schnur mit einer gedachten Schere durchschneiden. Der erste Schritt ist für sie ohnehin das Bewusstmachen.
Mehr von Anjana Gill
Die ganze Folge zum Nachlesen
Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.
Helen
Herzlich willkommen, Anjana. Ich freue mich sehr, heute mit dir über die Themen Glück, Wunscherfüllung und Manifestation zu sprechen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich: Wo sind wir gerade, und welches Getränk hast du uns mitgebracht?
Anjana Gill
Also ich sitze gerade auf meinem wunderschön gemütlichen Sofa und habe ein Glas Hugo in der Hand. Und ich heiße Anjana Gill – ganz viele betonen den Namen anders, aber so ist er richtig.
Helen
Okay, ich bin richtig gut darin, direkt zu Podcast-Beginn in so ein Fettnäpfchen zu treten. Also haben wir das zumindest schon mal geschafft. Anjana, okay. Voll spannend. Ist das ein indischer Name?
Anjana Gill
Ja, das ist ein indischer Name.
Helen
Okay, finde ich klingt auf jeden Fall sehr, sehr schön. Hugo bin ich auch erst mal pro – würde ich sagen, stoßen wir damit einmal an.
Anjana Gill
Ja, zum Wohl. Freu mich. Zum Wohl.
Helen
Du hattest mich angeschrieben, weil wir witzigerweise in derselben Stadt wohnen. Es ist ja oft so, dass man das bei Instagram gar nicht mitbekommt, zumindest in dem Kreis, in dem wir uns bewegen, aber du hattest den Artikel im General-Anzeiger gesehen und gefragt, ob wir nicht was zusammen machen wollen. Und ich fand, was du mit deinen Büchern machst – du bist Bestsellerautorin und Glücksexpertin – finde ich super spannend für den Podcast, und dachte, lass uns einfach mal im Podcast darüber quatschen – weil das für mich noch eine relativ neue Welt ist. Ich habe mich erst langsam dafür geöffnet. Du bist aber schon lange mit dem Thema unterwegs und hast viele Bücher dazu geschrieben. Erzähl mal, wie bist du überhaupt zu den Themen Glück, Manifestation und Affirmation gekommen? Also ich beschäftige mich tatsächlich
Anjana Gill
Ich beschäftige mich schon mein ganzes Leben damit, aber hauptberuflich seit 25 Jahren. Wow. Das kam durch meine Wurzeln, sage ich mal: Mein Vater kam aus Indien, meine Mutter ist Deutsche, und ich bin hier in Deutschland geboren, in Bonn geboren und aufgewachsen, lebe noch hier. Und in Indien ist es so, dass Eltern und Großeltern ihren Kindern ganz oft Geschichten und Gleichnisse erzählen. Die handeln immer von Glück, davon, was zwischen Universum und Mensch alles möglich ist, und vom Sinn des Lebens. Und diese Geschichten hat mein Vater mir auch jeden Tag erzählt – und zwar wirklich jeden Tag. Na ja, und da ließ es sich gar nicht vermeiden, dass ich in diese Bahn gelenkt wurde und dass mein Fokus darauf gerichtet wurde.
Helen
Voll spannend. Und dir ist wahrscheinlich schon früh aufgefallen, dass da eine Diskrepanz ist zu dem, was du in Deutschland erlebt hast.
Anjana Gill
Das stimmt. Wir sind hier im Westen viel zu kopfgesteuert. Unser gesamtes Leben dreht sich nur darum, was unser Kopf sagt und dadurch entsteht diese Diskrepanz, die du gerade angesprochen hast und dadurch entsteht auch so eine Leere. Man macht und tut den ganzen Tag, und trotzdem hat man das Gefühl, da fehlt etwas. Diese Lücke kann man schließen, indem man nicht nur dem Kopf folgt, sondern auch dem Herzen und wie das genau geht, das hört sich erst nach einem Kalenderspruch an, aber die Weisheit dahinter ist ganz Und es gibt tausende von Tricks, wie wir das in den Alltag integrieren können. Und das ist mein Anliegen: Wir neigen hier dazu, diese Themen – Manifestation, Sinn des Lebens, persönliches Glück – aufs Wochenende zu verlegen. Nach dem Motto: In der Woche arbeite ich, und am Wochenende darf ich mal glücklich sein. Oder: Am Wochenende buche ich ein Seminar, in dem ich lerne, was zu tun ist. Das ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg. Der richtige Weg ist, dass wir diese Sachen ins Jetzt holen, ins Heute, in den Alltag, zwischen dem Mails-Beantworten, dem Wäschemachen, dem Einkaufen, in den Montag, in den Dienstag, in den Mittwoch. Da gehören diese Themen hin und nicht nur aufs Wochenende.
Helen
Ja, super wichtig. Ich weiß auch gar nicht, woher das so kommt, aber ich finde, uns wird auch echt ausgedrückt oder abtrainiert, auch auf die Intuition zu hören, aufs Bauchgefühl. Es muss irgendwie immer logisch erklärbar sein.
Anjana Gill
Kinder haben ja noch diese Verbindung, aber dann fängt die Sozialisierung an, und es wird uns abtrainiert: Kind, hör auf zu träumen. Dabei sind Tagträume und Träume ja auch Visualisierung, und die ist ganz wichtig. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – aufs Zwischenmenschliche gesehen vielleicht oft richtig. Aber Vertrauen in die Dinge, die möglich sind, ist das Allerwichtigste. Na ja, und am Ende der Schulzeit sind wir dann absolut kopfgesteuert.
Helen
Ich habe das in letzter Zeit stark gemerkt, weil ich mich schon früh als Tagträumerin bezeichnet habe – eher scherzhaft. Aber ich weiß, dass das als Kind, wenn es gut lief, belächelt wurde. Also so von wegen: Die hat immer irgendwelche verrückten Ideen. Rückblickend kann ich sagen: Mir wurde eingeredet, dass das unrealistisch ist, was ich mir vorstelle. Dass ich zwar träumen darf, aber bloß nicht daran glauben soll.
Anjana Gill
Genau, bloß nicht dran glauben. Und das ist es, was uns am Ende von unserem persönlichen Glück abtrennt. Das stellt sich wie eine Mauer zwischen uns und unser Glück. Deshalb finde ich persönlich etwas ganz wichtig, mit dem ich mich gerade intensiver beschäftige: dass Glück ein Schulfach wird. Und das ist ganz interessant: Wir haben jede Woche Sport in der Schule, weil die körperliche Gesundheit so wichtig ist. Stimmt ja auch. Aber unsere mentale Gesundheit ist nun mal mindestens genauso wichtig. Deshalb plädiere ich dringend für mindestens eine Stunde Glück, und zwar an allen Schulen, damit wir das von klein auf lernen. Stell dir mal vor, wir beide hätten Glück als Schulfach gehabt. Da wäre uns vielleicht so mancher Umweg erspart geblieben.
Helen
Das stimmt. Und ich finde genau das so inspirierend, dass du dieses Ziel hast. Rein logisch könnte man ja sagen: Wie willst du das machen? Aber ich glaube, man braucht solche großen Ideen, um etwas zu verändern. Hast du einen Plan, wie du das machen willst? Oder gehst du Schritt für Schritt und vertraust darauf, dass sich der nächste Schritt ergibt?
Anjana Gill
Ich fahre da, sagen wir mal, zweigleisig. Alle Leute, die Ziele verwirklichen, gehen zweigleisig vor: Einmal stellen sie sich vor, sie hätten es bereits geschafft, und schauen vom Ende aus, wie es gelaufen ist und was sie getan haben. Und das kombiniert man dann mit der Schritt-für-Schritt-Methode. Ich schaue also vom Ende aus, wie werde ich mich fühlen, wenn es das Schulfach Glück überall gibt? Ich bin ja auch nicht die Einzige, die dafür kämpft. Ich habe ja noch gar nicht richtig angefangen. Das ist jetzt mein Ziel. Ich habe drei neue Bücher geschrieben, und nächstes Jahr werde ich mich ganz intensiv damit beschäftigen. Also insofern habe ich, gucke ich, schaue ich vom Ende aus, wie fühlt es sich für mich an, wenn ich das geschafft habe, dass Glück in Deutschland ein Schulfach ist – und ich weiß, dass ich das schaffe. Und dann denke ich mir, was hast du damals, also heute, getan, damit, damit du das geschafft hast. Es gibt da auch eine schöne Vorstellung: Ich treffe mich quasi mit meinem Zukunfts-Ich und frage das Zukunfts-Ich: Was hast du damals, also heute, getan, damit du das geschafft hast? Und musst du dafür wissen, wie das geht? Nee, oder? Was? Wie was geht?
Helen
Also musst du dafür wissen, wie man deutschlandweit ein Schulfach einführt?
Anjana Gill
Ach so, ich weiß, was du meinst. Ich bin wieder in der Logik. Genau, dein Kopf sagt: Ja, aber wie soll das denn gehen? Das Wie lasse ich komplett raus. Weißt du, warum? Das Wie begrenzt uns. Weil das, was ich mir vorstellen kann, kann ich mir ja nur mit meinem Kopf von jetzt vorstellen. Und der Verstand, der handelt immer aufgrund von Erfahrungen. Also was er schon kennt. Aber vielleicht gibt es ja ganz andere tolle Möglichkeiten, um das zu schaffen. Deshalb frage ich nie, wie ich das schaffe, sondern ich weiß, dass ich es schaffe. Und das Wie zeigt sich dann. Man muss ein bisschen auf die Zeichen achten, schauen, welche Türen offen sind und welche verschlossen. Verschlossene Türen zeigen mir: Dieser Weg ist vielleicht nicht so gut für dich, geh lieber den anderen. Durch die offenen Türen gehen – und dann ergibt sich eins nach dem anderen.
Helen
Das finde ich super spannend. Ich habe das Gefühl, vielleicht bin ich noch in der Vorstufe. Ich habe mich schon langsam geöffnet, und ich mag total gerne die Frage: Wie könnte das klappen? Denn wenn ich mich frage: Kann das klappen? – dann denke ich ganz schnell: nee.
Anjana Gill
Da kommt der Zweifel. Wir haben ja so zwei Seiten: Sagen wir, rechts sitzt der Verstand und links die Intuition. Und du hast dein Ziel. Bei mir zum Beispiel Glück als Schulfach: Du hast diesen Traum und fühlst aus deinem Herzen heraus, das ist es, was ich machen will. Da kommt der Verstand und sagt: Schaffst du sowieso nicht. Das kann so gar nicht klappen, und überleg mal, was da alles schiefgehen kann. Und dann kommt die Intuition und sagt: Der Weg ist aber doch richtig, das weiß ich, das spüre ich. und du bist irgendwie zwischen deinem Verstand und deiner Intuition und weiß nicht genau was du machen sollst Wir müssen liebevoll daran arbeiten, den Verstand ein bisschen zu beruhigen und kleiner zu machen. Denn der kann uns sagen, wie wir den Keller aufräumen, wie wir die Steuer machen und eine Reise planen. Unser Verstand kann eine Reise planen – aber das Reiseziel suchen wir uns mit unserem Herzen aus. Wir müssen viel stärker auf unser Herz hören, weil das ist die Verbindung zu unserem Lebensplan.
Helen
Und hast du das nie, dass bei dir Zweifel aufkommen?
Anjana Gill
Früher hatte ich das oft, aber ehrlich gesagt habe ich das jetzt nicht mehr. Aber wie gesagt: 25 Jahre Arbeit. Ich arbeite seit 25 Jahren an diesem Thema, die letzten fünf Jahre absolut intensiv, und das bestimmt mein ganzes Leben. Ich habe jetzt keine Zweifel mehr, weil ich erlebt und erfahren habe, dass es klappt – und das tut dem Verstand auch gut. Ich weiß jetzt, wie ich damit umgehe, wenn ich einen Zweifel oder eine Sorge habe. Und dadurch weiß mein Verstand inzwischen: Stimmt, das haben wir ja schon gesehen. Der Verstand beurteilt immer aufgrund der Erfahrung.
Helen
Okay, ich habe auf jeden Fall noch ein bisschen Training vor mir. Aber ich finde es super spannend, weil es einfach empowernd ist, wenn man das Gefühl hat, man hat das eigentlich selbst in der Hand. Zumindest ja auch, wie man auf sehr eine Situation reagiert, aber auch wie man das eigene Leben plant und so. Und das ist ein tolles Gefühl, weil ich bis vor ein paar Jahren eher das Gefühl hatte: Mir passiert mein Leben.
Anjana Gill
Das persönliche Glück ist nichts Passives. Das passiert uns nicht, das ist aktiv. Wir müssen das in unserer eigene Hand nehmen, denn nur da gehört es hin. Niemand anderes auf dieser Welt kann dafür sorgen, dass wir persönlich glücklich sind. Das können nur wir selbst.
Helen
Und hast du Tipps, wo man anfangen könnte, um das – wie du sagst – auch in den Montag, Dienstag, Mittwoch zu packen und nicht nur ans Wochenende?
Anjana Gill
Ganz viele Leute haben Ängste in sich – Ängste vor künstlicher Intelligenz, vor dem Klimawandel, vor Kriegen, vor Katastrophen. Berechtigte Ängste, das ist keine Frage. Entscheidend ist aber, dass wir nicht zulassen, dass diese Ängste unser Inneres verschmutzen. Wenn wir die reinlassen, zerstören die unsere gute Energie. Ich bin überzeugt: Menschen mit einer guten Energie finden viel bessere Lösungen für Krisen, und deshalb ist es so wichtig, dass wir unser Inneres schützen Das können wir machen, indem wir die Hände vor den Körper halten, wenn wir merken, der negative Input wird zu groß: Stopp, bis hierhin und nicht weiter, dafür stehe ich nicht mehr zur Verfügung. Und dann gibt es einen ganz tollen Trick, zwei eigentlich, zwei ganz tolle Tricks. Einmal kannst du dir vorstellen, dass du diese Ängste nimmst und einfach in den Mülleimer wirfst. Wie Müll. Ein indischer Guru hat das mal so erzählt, das fand ich total toll: Ihr bringt jeden Tag den Müll aus eurer Küche heraus und sorgt dafür, dass eure Küche sauber ist. Aber um euren geistigen Müll kümmert ihr euch nie. Und da hat er total recht: Wir müssen mindestens einmal in der Woche gucken, was hat sich denn eigentlich in der letzten Woche bei mir für Schrott angesammelt? Welche Ängste, welche Sorgen und so weiter. Und dann nimmst du die und kannst sogar wirklich zur Tonne gehen und sie da reinwerfen. Das befreit augenblicklich. Diese alltäglichen Tricks wirken Wunder. Da brauchst du kein Seminar zu machen nach dem Motto: Wie werde ich meine Ängste los, woher kommen die? Du wirfst sie einfach in die Tonne. Und jedes Mal, wenn du merkst, da sammelt sich wieder viel an, nimmst du sie symbolisch und wirfst sie weg.
Helen
Spannend. Man hört ja auch manchmal, man solle sie aufschreiben und verbrennen. Das dauert wieder alles viel zu lange.
Anjana Gill
Die Hürde ist zu hoch. Genau, wir haben ja alle noch andere Dinge im Leben. Deshalb bin ich ein Fan davon, dass die Dinge schnell gehen – dass wir uns schnell befreien.
Helen
Ich finde das super spannend. Ich grätsch mal kurz dazwischen, weil ich dir unbedingt von etwas erzählen möchte. Du hast ja verschiedene Bücher zu dem Thema geschrieben, und ich hatte gesehen, du hast auch etwas zum Thema Traumdeutung. Eben hattest du das schon kurz angerissen mit den Träumen und das auch, so was, was sich bei mir verändert hat, dass ich plötzlich, also wahrscheinlich habe ich halt immer geträumt, aber nein, ich konnte mich nie an irgendwas erinnern. Ich habe mich eigentlich als Nicht-Träumerin bezeichnet – eher am Tag, nicht nachts. Und jetzt habe ich seit einigen Monaten das Gefühl, ich träume jede Nacht etwas – teilweise klingelt der Wecker und ich bin noch mittendrin. Ich komme gar nicht so richtig aus der Geschichte raus und das finde ich auch total spannend, weil ich das Gefühl habe, dass Unterbewusstsein verarbeitet da auch total viel.
Anjana Gill
Erst mal: Jeder Mensch träumt jede Nacht. Der Unterschied ist nur, dass die einen sich daran erinnern und die anderen nicht. Und es ist toll, wenn wir uns daran erinnern, weil in unseren Träumen immer auch Botschaften stecken. Es gibt ja zwei Sorten von Träumen: die Verarbeitungsträume und die Botschaftsträume – und oft vermischen die sich. Und dann verarbeitet man, was man in Fernsehen gesehen hat oder erlebt hat, plus Botschaften. Deshalb ist es so wichtig, die Träume aufzuschreiben – oder die Fetzen, die uns noch einfallen. Und daraus kann man mit der Zeit schließen, ah, das war jetzt keine Verarbeitung. Da steckt eine Botschaft hinter. Und es waren ja nicht nur Einstein und diese ganzen Genies, die nachts in ihren Träumen Lösungen und Geistesblitze bekommen haben – wir Normalen können die Kraft der Träume genauso nutzen. Voll spannend. Und wenn du in einem Lebensbereich nicht genau weißt, was du als Nächstes tun sollst, frag das Universum einfach abends vorm Einschlafen. Du wirst in den nächsten Tagen in deinen Träumen die Antwort bekommen.
Helen
Ich höre gerade tatsächlich ein Hörbuch, in dem es auch um das Universum geht. Und ich merke, dass ich noch ein bisschen skeptisch bin. Ich versuche mir einfach das rauszuziehen, was für mich gut funktioniert. Aber du wirst wahrscheinlich auch vielen Skeptikern begegnen – oder du ignorierst sie. Was würdest du jemandem sagen, der ganz neu im Thema ist und für den sich das alles noch komisch anhört?
Anjana Gill
Hast du mein Buch Danke, liebes Universum gelesen – das erste Buch in dieser Richtung, das ich geschrieben habe? Nein. Dann würde ich sagen: Fang damit an. Das ist ein super Einstieg in dieses Thema. Und ich bin überzeugt: Das verändert etwas. Das sagen mir alle. Da sind so kleine Aufträge und Spiele ans Universum drin. Und wenn man die macht, beruhigt man damit seinen Verstand und seine Zweifel. Du glaubst gar nicht, wie viele Nachrichten ich jeden Tag bekomme von Leuten, die sagen: Das funktioniert ja tatsächlich. So können wir mit kleinen Aufträgen ans Universum anfangen: Ich sehe einen Flamingo. Ich sehe einen Luftballon. Ich treffe jemanden, den ich lange nicht gesehen habe. Über diese kleinen Aufträge lernen wir das Manifestieren – und am Ende können wir damit auch unsere eigenen Wünsche angehen. Das ist also so eine Schritt für Schritt-Geschichte. Und das geht zusammen mit der Kraft der Gedanken. Manche sagen ja – beziehungsweise der Zweifel sagt: Das habe ich in der Schule nicht gelernt, also kann es gar nicht sein. Dabei rückt die Forschung inzwischen die Body-Mind-Medizin stärker in den Fokus und schaut sich an, welche Auswirkungen unsere Gedanken und Gefühle auf unser körperliches Befinden haben. Überraschung – das wussten manche schon lange.
Helen
Hast du das schon seit 25 Jahren gesagt?
Anjana Gill
Ja, aber dann wurde man belächelt. Und so denke ich: Komm, lass mal, das werden die auch noch merken.
Helen
Ich finde das super spannend und bin auf jeden Fall gewillt, mich noch mehr dafür zu öffnen.
Anjana Gill
Wenn du damit einmal anfängst, kommst du davon nicht mehr los, weil du merkst: Das ist genau das, was vorher gefehlt hat.
Helen
Ich hatte letztens etwas gelesen, das ich spannend fand: Was hast du eigentlich davon, wenn du es nicht glaubst? Du kannst es ja einfach mal testen und dich darauf einlassen – weil es auch schlicht mehr Spaß macht.
Anjana Gill
Das macht so viel Spaß. Das Universum ist total lustig und hat einen wunderbaren Humor. Und wir machen diese Spiele ja, damit wir uns selbst besser kennenlernen. Das ist wirklich sehr lustig, weil die Dinge manchmal anders eintreten, als wir erwarten. So lernen wir, wo unsere Grenzen im eigenen Kopf sitzen – und dass Erwartungen uns auch begrenzen. Wir müssen lernen, viel weiter und offener zu sein, unser Blickfeld zu weiten und viel mehr Möglichkeiten zuzulassen. Und dann passt das auch.
Helen
Das finde ich einfach spannend – man denkt sich: Okay, schauen wir mal.
Anjana Gill
In Wirklichkeit ist es auch ein Sicherinnern. Das habe ich mir ja nicht ausgedacht – das ist altes Wissen, das im Lauf dieser sogenannten Zivilisation verloren gegangen ist. Diese Zivilisation führt ja dazu, dass wir immer mehr dem Technikwahn verfallen und immer weniger auf unser Inneres achten. Früher ist man spazieren gegangen und hat die Natur genossen. Heute guckt man, wie viele Schritte man schon hat.
Helen
Das mache ich genauso. Das macht ja eigentlich jeder.
Anjana Gill
Aber es ist so wichtig, dass wir uns gerade jetzt, wo die künstliche Intelligenz so rasant fortschreitet, nicht selbst verlieren – und dass wir uns bewusst werden, was für Fähigkeiten und Möglichkeiten wir in uns haben. Und die einfach mal nutzen. Sonst werden wir Opfer der künstlichen Intelligenz – das müssen wir aber nicht. Wir sind die Gestalter.
Helen
Was das Spazieren angeht: Ich neige auch immer noch dazu, mir dabei einen Podcast anzuhören. Ich glaube, wir bräuchten viel mehr einfach mal keine Beschäftigung.
Anjana Gill
Wir müssen leise sein. Das Universum schickt seine Botschaften leise, und deshalb hören wir sie so oft nicht – weil die Welt so laut ist und wir selbst dazu beitragen. Und dann hören wir auch das leise Flüstern unserer eigenen Seele nicht. Wenn wir uns aber jeden Tag eine Viertelstunde Auszeit nehmen, Handy aus, alles weg – nur du und dein Herz. Ich nenne das meine kleine Herz-Sprechstunde, weil ich dann ganz ruhig werde und mal hören kann. Und das ist auch eine lustige Übung: Erst kommt der Verstand, und den schicke ich dann aus dem Zimmer. Das kannst du auch mal machen: In Gedanken die Tür aufmachen, sehen, wie der Verstand rausläuft, die Tür zumachen – und dann bist du mit deinem Herzen allein und kannst hören, was es dir sagt. Glaub mir, das hat viel zu erzählen.
Helen
Richtig gut. Hast du für dich – abgesehen vom Verstand-Rausschicken, dem Aufs-Herz-Hören und dem Ängste-in-den-Müll-Werfen – irgendwelche Rituale, die du wirklich regelmäßig machst?
Anjana Gill
Ja, ich habe Rituale. Zum Beispiel die Glücksskala. Das ist quasi wie ein Lineal: Ich habe mir auf ein Blatt eine Skala von 1 bis 10 geschrieben. Und jeden Abend, wenn ich mir die Zähne putze, schaue ich auf diese Skala und checke kurz ab: Wie waren meine Gedanken heute – überwiegend positiv, negativ oder in der Mitte? Jeden Abend. Allein dieses Bewusstmachen wirkt Wunder. Die Antwort sollte zwischen 8 und 10 liegen, ist es aber meistens nicht. Wenn du mal nachschaust, wie deine Gedanken in der letzten Woche waren, antworten die meisten 5 oder 6. Und das reicht fürs persönliche Glück eben nicht. Das ist ein Ritual, das ich fest in meinem Leben integriert habe. Und dann ist da noch das Drei-schöne-Momente-Sammeln, jeden Abend beim Abendessen. Man sitzt ja zusammen als Familie oder allein oder mit dem Partner – und dann überlege ich: Welche drei Momente waren heute besonders schön? Und durch dieses Sammeln verläuft der ganze Tag anders, weil man schon währenddessen darauf achtet: Ist das einer von den Momenten? Das sind zum Beispiel zwei Dinge, die ich fest integriert habe – es sind noch einige mehr.
Helen
Das ist echt toll. Das mit den drei Momenten will ich übernehmen, weil wir im Team am Ende des Jahres auch drei Bilder zeigen, die die Highlights des Jahres sind – und uns dadurch schon das ganze Jahr darüber unterhalten: Oh, wird das wohl eines von den Top 3? Ich glaube das wirklich, weil man dann viel mehr darauf achtet. Und das auf eine Tagesebene zu heben, ist natürlich cool.
Anjana Gill
So kommt das Glück in den Montag, in den Dienstag, in den Mittwoch.
Helen
Das ist echt klasse. Du bist auch viel unterwegs und hast im November zum Beispiel eine Lesung in Bonn.
Anjana Gill
Ja, bei Thalia im Kuppelsaal, eine ganz tolle Location.
Helen
Und da werde ich auch dabei sein – deswegen streuen wir das hier einmal ein: gerne auch vorbeischauen. Wo findet man dich sonst? Wie kann man dich kontaktieren und mehr über dich erfahren?
Anjana Gill
Natürlich auf meiner Website anjanagill.de oder sehr gerne auch bei Instagram – da ist es umgekehrt, gill.anjana. Da schreiben mir auch sehr viele und ich antworte, so bald ich kann. Das macht mir auch sehr viel Freude, mit den Leser*innen in Kontakt zu sein. Und dann habe ich einen Podcast, der heißt Danke, liebes Universum. Und bei TikTok bin ich auch.
Helen
Okay, cool, breit gefächert. Man findet ja auch viele Bücher und Hörbücher, die man sich bis November noch anschauen kann.
Anjana Gill
Im November ist das eine Premierenlesung hier in Bonn. Da erscheint mein neues Buch, und darin geht es auch um die Kraft der Gedanken – das ist aber eine Erzählung. Ja, ich bin gespannt, ich glaube, es ist sehr schön geworden.
Helen
Ich war, glaube ich, noch nie bei einer Lesung im Thalia in Bonn. Ich habe letztes Jahr schon mal eine gemacht, zu dem Buch Der kleine Elefant, der den Menschen das Glück brachte. Ist das oben? Ja, das ist oben – in diesem Kinobereich, mit dieser Kuppel. Das macht Spaß da. Toll, freue ich mich schon drauf. Hast du noch etwas, worüber wir nicht gesprochen haben, oder etwas, das dich gerade beschäftigt?
Anjana Gill
Im Moment beschäftigt mich das Thema alte Glaubenssätze sehr. Ich hatte neulich bei Instagram gefragt, welche Glaubenssätze die anderen so haben – und wurde überrollt. Und das hat mich total berührt, weil so viele von uns so blöde alte Glaubenssätze mit sich tragen. Und einer der häufigsten ist – und das hat mich erschüttert: Die anderen sind besser. Das ist so ein tückischer Glaubenssatz. Wenn ich in Richtung Wunscherfüllung unterwegs bin, ist dieser Glaubenssatz die Vollbremsung. Deshalb ist mir wichtig, dass jeder, der diesen Glaubenssatz in sich findet, ihn sofort rauswirft – und jeder von uns hat mindestens zwei bis drei alte Glaubenssätze in sich. Bewusstmachen ist nämlich immer der erste Schritt. Dann behindern uns die Dinge nicht mehr. Aber wir sind oft zu unbewusst und zu passiv, und das sollten wir ändern. Dazu habe ich auch bei Instagram eine Übung gemacht. Stell dir vor, du bist mit diesem Glaubenssatz durch eine Schnur verbunden – auf der einen Seite der Satz Die anderen sind besser, auf der anderen Seite du. Dann nimmst du eine imaginäre Schere und schneidest diese Schnur durch. Du glaubst nicht, allein diese Visualisierungsübung ist schon eine Befreiung. Und von der Sorte gibt es so viele, die lasse ich in meine Bücher immer einfließen. Ach so, das ist aber jetzt wirklich zum Schluss – eine ganz tolle Visualisierungsübung: die offenen Türen. Das ist meine Übung. Stell dir vor, du bist in einem Schloss, und in diesem Schloss liegen Zimmer hintereinander und gehen ineinander über. Du betrittst den ersten Raum, gehst hindurch, und die gegenüberliegende Tür geht kurz bevor du dort bist wie von Zauberhand auf. Und du musst einfach nur hindurchgehen. Das Gleiche passiert im zweiten Raum. Und diese innerliche Vorstellung von den offenen Türen bewirkt, dass sich auch in unserem äußeren Leben Türen öffnen. Wie innen, so außen. Wenn wir wollen, dass sich im Außen etwas verändert, können wir das mit den richtigen Visualisierungen im Inneren vorbereiten.
Helen
Ich glaube, ich muss mich da noch ein bisschen einlesen und mehr zulassen.
Anjana Gill
Ich muss nichts – genau, ich darf. Ja, stimmt, total wichtig.
Helen
Und für alle, die bis hierhin zugehört haben: einfach schauen, was sich davon für einen selbst gut anhört, was man ausprobieren kann, worauf man Lust hat. Das muss ja nicht direkt alles passen; zu den anderen Sachen kann man nach und nach zurückkommen. Bei mir sind es auf jeden Fall die drei Momente am Ende des Tages, die finde ich voll schön. Ich glaube, das wird mein erster Schritt.
Anjana Gill
Und Danke, liebes Universum, die ersten Aufträge. Ich bin richtig gespannt und auf jeden Fall bereit.
Helen
Ich danke dir sehr für diesen ersten Einblick in das Thema. Wir hatten das in der Form noch nicht im Podcast, und ich finde es total spannend, sich damit mal auseinanderzusetzen. Einfach mal diese Türen zu öffnen für neue Themen und mal zu schauen, was es da noch so gibt. Ich bin super gespannt, was wir nächstes Jahr vielleicht noch von dir hören in Sachen Glück als Schulfach. Ich danke dir. Ich würde sagen, wir trinken unseren Hugo jetzt zu Ende und lassen alle einfach mal ausprobieren und Aufträge ans Universum verteilen. Und sich auf das persönliche Glück einlassen und sehen, was alles möglich ist im Leben.
Anjana Gill
Was ich auch noch sagen will: Alles, worüber ich schreibe und was ich erzähle, habe ich selbst ausprobiert – und nicht nur ich, sondern auch Tausende von Leser*innen. Lasst euch einfach mal darauf ein. Ich freue mich auf Feedback – erzählt unbedingt, was daraus geworden ist.
Helen
Ich habe alles in den Show Notes verlinkt – Website, Instagram und Co. Lasst uns wissen, was daraus geworden ist. Danke dir.




