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Podcast · Folge 138
Dark Romance im Buchladen: Was fehlt, ist ein FSK
Carolin Reif und Sarah Lippasson sollten für eine Magazinausgabe hundert Romance-Titel danach sortieren, welche »bedenklich« sind – und merkten, dass niemand sagen kann, wo die Grenze liegt. Über ein Genre, das den Buchhandel trägt und ihn zugleich überfordert
Bei Filmen ist es geregelt: Ab wann Blut zu sehen sein darf, wie lange eine Sexszene sein kann, wo die Altersfreigabe springt – dafür gibt es einen Katalog. Bei Büchern gibt es nichts davon. Junge Leserinnen kaufen Dark Romance im Buchladen, und die Buchhändlerinnen dahinter haben weder ein Warnsystem noch die Möglichkeit, alles selbst gelesen zu haben. Wir haben mit zwei Frauen gesprochen, die genau an dieser Stelle gearbeitet haben – und die zugleich für das Genre streiten.
Sarah Lippasson
Buch- und Kulturjournalistin
Sie bloggt seit 2015 über Bücher, moderiert Veranstaltungen und hat 2024 gemeinsam mit Carolin Reif die Eventagentur Buchevents gegründet. Sie ist ausgebildete Schauspielerin und hat auch Musical gemacht – das Bühnenhandwerk bringt sie in die Agentur mit ein. Bei Instagram findet man sie als sarahlippasson.
Foto: Anja Jahnke
Carolin Reif
Gründerin der Agentur REIF fürs Buch
Sie arbeitet seit vielen Jahren im Verlags- und Autorenmarketing und hat Kampagnen für Bestsellerautor*innen wie Sebastian Fitzek, Arno Strobel und Cornelia Funke betreut. Heute begleitet sie vor allem Autorinnen bei Markenaufbau, Positionierung und Eventkonzepten – und ist Mitgründerin von Buchevents. Bei Instagram findet man sie als reif_fuers_buch.
Hundert Titel, eine unbeantwortbare Frage
Im Juni 2025 durften die beiden eine Ausgabe des KNICKER gestalten, des Magazins aus dem Katapult-Verlag: Grafiken kuratieren, Geschichten auswählen, den Leitartikel schreiben. Thema war das Romance-Genre – und damit das, was gern in großen Anführungszeichen »Frauenliteratur« genannt wird.
Ein Teil des Auftrags: Aus den hundert meistverkauften Titeln des Genres sollten sie diejenigen markieren, vor denen eine Inhaltswarnung stehen sollte – ein rotes Dreieck, »bedenklich«. Ihre erste Rückfrage war die naheliegende: Was heißt denn bedenklich? Ist eine härtere Sexszene schon schwierig, oder erst eine nicht einvernehmliche? Und was genau ist nicht einvernehmlich, wenn eine Geschichte auf mehreren Ebenen spielt?
Eine Antwort bekamen sie nicht – es gab keinen Katalog. Also entschieden sie nach Bauchgefühl und Inhaltsangaben, weil sich hundert Titel in zwei Tagen nicht lesen lassen. Im Nachhinein kamen über die Redaktion Zuschriften von Leserinnen, die an einzelnen Stellen etwas anders eingeordnet hätten.
Genau daran zeigt sich das Problem, das die beiden beschreiben: Bei Filmen gibt es klare Kriterien, an denen sich eine Altersfreigabe festmachen lässt. In der Buchbranche gibt es nichts Vergleichbares.
Triggerwarnungen als Marketing
Was es stattdessen gibt, sind Triggerwarnungen – und die funktionieren in der Praxis oft anders als gedacht. Auf BookTok werden sie zum Verkaufsargument: je mehr, je exzessiver, desto interessanter. Buzzwords aus der Community werden von Verlagen aufgegriffen, auch von Leser*innen, die damit nicht einverstanden sind.
Auf der anderen Seite steht der Buchhandel. Beim Zukunftsparlament des Börsenvereins im Juli 2025 leiteten Carolin Reif und Sarah Lippasson einen Workshop, in dem junge Buchhändler*innen und Auszubildende von ihrem Alltag erzählten: sehr junge Mädchen, die Titel wie »Hunting Adeline« kaufen, kein Warnsystem, und die Unmöglichkeit, alles gelesen zu haben. Eine Buchhändlerin berichtete, wie eine Kundin den Warnhinweis-Aufkleber schnell abzog, bevor die Eltern das Buch bezahlten.
Eine Idee aus dem Workshop: den Hinweis dorthin drucken, wo er nicht abgeknibbelt werden kann – auf die Buchrückseite neben den Barcode. Wer dafür zuständig wäre, ist für Carolin Reif klar: die Verlage, nicht die Buchhandlungen, auf deren Rücken das derzeit ausgetragen wird. Und eigentlich bräuchte es eine offizielle Stelle, die ein System entwickelt – vielleicht der Börsenverein.
Warum sie trotzdem für das Genre streiten
Bei aller Kritik: Beide halten Romance für missverstanden und unterschätzt. Carolin Reif liest das Genre seit Jahren und sagt, in vielen Titeln ständen Themen, die sie sich mit Mitte zwanzig gewünscht hätte – Mental Health, Traumata, Therapie. Vieles davon war damals tabu und ist es heute nicht mehr.
Sarah Lippasson war lange nicht zu überzeugen. Was sie umgestimmt hat, waren nicht die Geschichten, sondern das Argument: Nach der ersten New-Adult-Halle auf der Frankfurter Buchmesse kamen die Artikel, in denen vor allem Männer ein Genre für Frauen kleinredeten. Aus feministischem Reflex hat sie es dann doch gelesen – und empfiehlt heute selbst gelegentlich Titel daraus.
Ein weiteres Argument, das im Gespräch mehrfach fällt, ist die Selbstbestimmung: Beim Lesen entscheidet man selbst, wie weit man geht, wann man das Buch zuschlägt und ob man es wieder aufnimmt. Sarah Lippasson ergänzt einen Gedanken, der oft für Dark Romance angeführt wird: dass sich schwierige Erfahrungen im geschützten Rahmen einer Geschichte noch einmal anders erleben lassen. Sie sagt aber im selben Atemzug dazu, dass das kein Ersatz für Therapie ist.
Und es gibt auch die andere Seite. Um mitreden zu können, hat Carolin Reif »Very Bad Kings« gelesen; darin stehen Szenen, die aus Sarahs Sicht jenseits von jedem Konsens sind. Man kann über etwas nicht sprechen, ohne es gelesen zu haben – das ist die Haltung, aus der beide argumentieren.
Eine Beobachtung, die Hoffnung macht: Es gibt inzwischen Dark-Romance-Titel, die durchweg einvernehmlich sind. Das Dunkle steckt dann im Setting – mafiöse Geschäfte, düstere Welten – und nicht in der Beziehung. Genau das mache das Genre eigentlich aus, sagt Sarah Lippasson; es sei nie darum gegangen, möglichst krasse Szenen zu schreiben.
Was Verlage und Buchhandlungen anders machen könnten
Der zweite Teil des Gesprächs dreht sich um das, was die beiden beruflich tun: Veranstaltungen. Kennengelernt haben sie sich über eine Kampagne zu Arno Strobels Thriller »Offline«. Carolin Reif hatte für den Fischer Verlag eine Autorenmarke rund um das Thema Grenzerfahrung entwickelt; passend dazu wanderten zehn Teilnehmende – Bloggende und Leser*innen – gemeinsam mit dem Autor auf den Watzmann, untergebracht in einer Hütte wie im Buch, samt mysteriöser Zwischenfälle. Sarah Lippasson war eine der Teilnehmerinnen und hatte bei der Sportabfrage vorher nicht ganz die Wahrheit gesagt.
Gegründet haben sie die Agentur, nachdem sie auf einer Buchmesse-Veranstaltung saßen, die so misslungen war, dass sie zwischendurch überlegten zu gehen. Ihre These: Mit wenigen Kniffen ließen sich Buchveranstaltungen deutlich besser machen – und zwar nicht nur mit großen Budgets, sondern auch für Midlist-Autor*innen und Selfpublisherinnen.
Alles, was eben mehr ist als: Ich gehe da hin und höre zu und geh wieder – ist ja für die Buchbranche oft schon was Besonderes.Carolin Reif
Was ihnen dabei begegnet, ist selten fehlende Idee, sondern fehlender Mut: kein Budget, zu großes Risiko, lieber das, was man kennt. Dabei zeige die Nachfrage etwas anderes – auf der Buchmesse standen die Leute den ganzen Tag Schlange, um fünf Minuten in einen kleinen, aufwendig gestalteten Container zu dürfen.
Zwei konkrete Projekte nennen sie: ein Bühnencoaching, das sie für einen Verlag mit Romance-Autorinnen machen – viele sind jung, unerfahren und wünschen sich Sicherheit auf der Bühne. Und ein Eventkonzept für Buchhandlungen rund um die Releaseparty zu »On Wings of Blood«: ein Academy-Setting mit Unterrichtsfächern und Rätseln, bei dem man Tickets für die Party gewinnen kann.
Ihre Arbeitsweise beschreiben sie als eng am Buch: Sie lassen sich die Manuskripte vorab schicken und suchen darin, was sich in einen Raum übersetzen lässt. Inzwischen reicht oft schon ein Klappentext, um eine erste Idee zu haben.
Die ganze Folge hören
Bücher aus dem Gespräch
Zwei Titel, die im Gespräch eine Rolle spielen: der eine steht am Anfang ihrer Zusammenarbeit, der andere am aktuellen Projekt.
On Wings of Blood
Briar Boleyn
Auftakt der Bloodwing Academy. Zum Release entstand das Buchhandels-Eventkonzept der beiden.
Offline
Arno Strobel
Der Thriller, um dessen Kampagne herum sich Carolin Reif und Sarah Lippasson kennenlernten.
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Häufige Fragen
Gibt es bei Büchern eine Altersfreigabe wie das FSK bei Filmen?
Nein. Für Filme existiert ein klarer Kriterienkatalog; in der Buchbranche gibt es nichts Vergleichbares. Was es gibt, sind Triggerwarnungen – die aber freiwillig sind und in der Vermarktung oft eher als Reiz eingesetzt werden. Carolin Reif hält eine offizielle Stelle für nötig, die dafür ein System entwickelt.
Warum ist das für Buchhandlungen ein Problem?
Weil sehr junge Leserinnen Titel kaufen, die inhaltlich weit gehen, und die Buchhandlungen weder ein Warnsystem noch die Möglichkeit haben, jeden Titel gelesen zu haben. Aufkleber lassen sich abziehen. Aus dem Workshop beim Zukunftsparlament stammt die Idee, einen Hinweis fest auf die Buchrückseite zu drucken.
Was ist Dark Romance eigentlich?
Ein Subgenre der Romance, in dem das Düstere zur Geschichte gehört – im Idealfall im Setting: gefährliche Milieus, mafiöse Geschäfte, dunkle Welten. In der Praxis ist das Genre stark in Richtung immer drastischerer Szenen gegangen. Es gibt aber auch Titel, in denen alles zwischen den Figuren einvernehmlich passiert.
Was macht die Agentur Buchevents?
Sie entwickelt Lesungen, Buchpremieren und ganze Eventreihen – von szenischen Lesungen über immersive Formate bis zu Veranstaltungen in Buchhandlungen oder an Orten, die zum Buch passen. Gegründet haben Sarah Lippasson und Carolin Reif sie 2024. Aktuell kommt Coaching für Autorinnen dazu, die auf der Bühne sicherer werden wollen.
Was ist der KNICKER?
Ein Magazin aus dem Katapult-Verlag. Carolin Reif und Sarah Lippasson haben eine Ausgabe zum Romance-Genre gestaltet: Grafiken kuratiert, Beiträge ausgewählt und den Leitartikel geschrieben. Aus einer Kritik des Chefredakteurs an diesem Artikel – er sei ein bisschen zu sehr Anwalt der Romance – wurde der Name ihres gemeinsamen Podcasts.
Das ganze Gespräch zum Nachlesen
Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, maßgeblich ist die Aufnahme. Intro und Abspann sind herausgenommen.
Helen
Herzlich willkommen Caro und Sarah. Ich freue mich sehr, heute mit euch über Dark Romance und Co zu sprechen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an euch. Wo sind wir gerade und welches Getränk habt ihr uns mitgebracht?
Carolin Reif
Also ich Caro bin im Homeoffice. Ich wäre gerne auf dem Weihnachtsmarkt, bin aber im Homeoffice. Und zwar stoße ich an mit einer wie immer riesigen Tasse Tee. Die ist so größer als mein Kopf.
Sarah Lippasson
Ja, und ich. Sarah Ich bin auch gedanklich auf dem Weihnachtsmarkt. Ich habe nämlich vom Weihnachtsmarkt so eine coole, heiße Schokoladen Bombe mitgebracht, heißt es. Es sind so Marshmallows drin und das ist zuckersüß und eigentlich ganz schön eklig. Aber irgendwie dachte ich, es passt jetzt irgendwie auch so ein bisschen, wenn man zusammensitzt und quatscht, oder? Richtig gut. Ich dachte.
Helen
Wir hätten uns vorher absprechen müssen und jeder so einen Glühwein oder so was mitbringen. Aber das ist ja vielleicht erstmal die für die Aufnahme erstmal die Punschvariante.
Sarah Lippasson
Aber wenn ich besoffen schnell das wirklich.
Helen
Aber ich glaube, das sind auch diese Dämpfe, die man die.
Sarah Lippasson
Wärme der Füße.
Helen
Echt schlimm. Aber ja, es klingt gemütlich. Liebe das Setting. Dann würde ich sagen stoßen wir einmal an, Ich habe gerade richtig gemerkt, dass ich so nervös wurde, weil ich auch eure Gesichter in dem Moment nicht gesehen habe. Weil mein Einleitungssatz muss ich immer ablesen, damit ich nicht von meinem Skript abweiche. Und dann dachte ich So war es. Dark Romance. Wir haben jetzt so oft darüber gesprochen und ich dachte so Oh mein Gott, nicht, dass Sie mir jetzt ein Zeichen geben und ich habe es total falsch wiedergegeben. Aber es ist doch, oder?
Carolin Reif
Wir können auch Dark Romance. Ja.
Helen
Aber was macht ihr eigentlich?
Carolin Reif
Was machen wir eigentlich? Also Sarah und ich haben im letzten Jahr zusammen eine Agentur gegründet, Buch, Events. Und das ist eine Sache von vielen, die wir machen, ehrlich gesagt. Wir hatten da vorhin ja auch gerade darüber schon gesprochen. Als Selbstständige oder Selbstständiger steht man ja auf möglichst vielen Beinen und macht ganz, ganz viel. Bei uns beiden ist alles in der Buchbranche verhaftet und die Agentur haben wir gegründet, weil es aus unserer Sicht einfach viel mehr Potenzial gibt, mit wenigen kleinen Kniffen tolle und immersive Buchveranstaltungen umzusetzen. Und zwar gerade im Romance Genre. Also nicht nur Dark Romance. Da passiert Diesbezüglich eigentlich schon ziemlich viel. Aber genau generell im Romance Genre, das ja einfach immer weiter wächst und explodiert und wo die Community auch ja tolle Events erwartet. Genau.
Sarah Lippasson
Genau. Wir haben dann im letzten Jahr, in diesem Jahr haben wir unser Debüt auch irgendwie journalistisch zusammen gegeben und vielleicht kommen wir daher auch irgendwie auf dieses Dark Romance Thema, weil wir haben im Juni im Katapult Magazin eine exklusive Ausgabe den KNICKER gestalten dürfen und haben da unter anderem die Grafiken kuratiert und so ein paar Auswahlgeschichten gemacht. Aber eben auch den Hauptartikel, die Leitartikel schreiben dürfen und sind halt sehr, sehr in die Recherche eingestiegen, was das ganze Romance Genre, was Frauenliteratur in ganz großen Anführungszeichen betrifft. Genau. Und dadurch glaube ich, kommst du auch jetzt ein bisschen auf uns als Expertinnen.
Helen
Ja, aber ich glaube, als wir uns. Wann haben wir uns kennengelernt? Ende Juli, würde ich sagen. Bei diesem Zukunftsparlament. Da haben wir, glaube ich, viel darüber gesprochen. Da habt ihr natürlich auch diesen KNICKER verteilt. Was mich ja auch schon. Ihr habt mich einfach auf ganzer Länge auch beeindruckt. Ich fand das so cool, mit euch zu sprechen, weil ihr so coole Ideen habt. So groß denkt auch dieses ganze, zum Teil ja sehr strategische, also sich eben auch als Expertinnen auf diesem Gebiet irgendwie zu platzieren, fand ich so cool einfach und ich glaube, ich habe es abgespeichert in dem Moment, weil ihr auch erzählt hattet, Caro hat schon Dark Romance, glaube ich irgendwie gelesen. Sarah musste erst überzeugt werden und so, das hat sich wahrscheinlich bei mir so eingebrannt.
Carolin Reif
Genau. Also generell habe ich, habe ich Romance viel gelesen, schon in den letzten vier fünf Jahren und Sarah gar nicht. Und es war sehr, sehr lustig eigentlich. Ich habe dann immer wieder so versucht, also eigentlich relativ subtil, fand ich, Ich habe es stimmt überhaupt nicht. Ich war sehr subtil. Ich war super. Auch. Ja, ich habe schon immer wieder versucht, Sarah dazu zu bringen, mal aus dem Bereich was zu lesen. Und, ähm, ja, irgendwie. Irgendwann. Ich weiß gar nicht, was dann der Knackpunkt war. Was war denn eigentlich der? Also warum hast du denn dann was gelesen? Und was war das eigentlich?
Sarah Lippasson
Boah, ich glaube, du hast mich argumentativ irgendwann überzeugt. Ich glaube, es waren gar nicht die Geschichten in erster Linie, sondern du bist immer wieder angekommen mit. Es sind auch wichtige Frauenthemen und es ist voll voll antifeministisch, was du auch gerade irgendwie in der BookTok Bubble so passiert. Und wenn Männer dann ständig irgendwie. Und dann kamen diese ganzen Artikel nach der ersten Frankfurter Buchmesse mit dieser New Adult Halle und wo die ganzen Männer angefangen haben, das Genre für Frauen eigentlich runter zu machen. Und ich glaube tatsächlich, ich habe mich aufgrund meines feministischen Herzens davon überzeugen lassen, diesen Büchern dann doch mal eine Chance zu geben. Und sagen wir es mal so Also ich empfehle jetzt auch ganz gerne mal den einen oder anderen Romantitel. Das kommt schon vor. Ja.
Helen
Das finde ich mega witzig und das war auch das, wo ich dachte, da müssen wir mal im Podcast drüber sprechen, weil wir haben das bestimmt in der einen oder anderen Stelle alle schon mal gestreift, aber wir haben auf jeden Fall noch nicht wirklich darüber gesprochen und ich fand das so interessant, weil ich ja auf euren. Kann man den eigentlich noch irgendwo bestellen? Könnten wir den finden?
Sarah Lippasson
Kannst du im Shop kaufen. Ja, der ist weiterhin verfügbar.
Helen
Ja, dann verlinken wir das auf jeden Fall mal, weil ich fand diese Übersicht cool, weil mir zum Beispiel auch nicht bewusst war, wie viele Subgenres es gibt, wie groß dieses Feld auch einfach ist, weil ich selber auch nicht lese. Aber ich lass mich durchaus auch gerne von euch überzeugen.
Carolin Reif
Dass das kriegen wir bestimmt bis zum Ende der Folge hin, dass du einen Titel aus dem Bereich liest. Genau.
Sarah Lippasson
Siehst du dieses diabolische Grinsen von Caro? Ja, ich bin da echt nicht auch überzeugt.
Helen
Sie weiß ja jetzt, welchen Ansatz sie verfolgen muss.
Sarah Lippasson
Ja, ich.
Carolin Reif
Bin da echt auf so einer Mission auch immer unterwegs. Aber weil ich auch wirklich überzeugt bin, dass viele der Titel komplett missverstanden werden und zugleich unterschätzt, das ist einfach so, also weil da so wichtige Themen drinstecken. Also von Mental Health bis Traumata über über das Thema Therapie und ähm, ja, also alles, was eigentlich Heranwachsende beschäftigt. Und das habe ich schon öfter gesagt. Aber das sind wirklich Bücher, die ich mir gewünscht hätte, als ich so Mitte zwanzig war. Da gab es einfach nichts, was man lesen konnte. Da war jeder hat so selbst geguckt, einfach Wie komme ich da weiter und wie komme ich voran? Und ähm, ich glaube, dass ich auch deswegen gerne Romance-Titel lese jetzt, obwohl ich nicht die klassische Zielgruppe bin. Also die ist ja zwischen oder sagen wir mal bis fünf und dreißig ist so die klassische Zielgruppe. Und ja, das ist so was, was ich jetzt so im Nachhinein einfach für mich auch mache und da ziehe ich auch total viel draus. Und da geht es auch gar nicht so sehr immer nur um diese Liebesgeschichten. Also klar sind die irgendwie schön und das ist was was auch so, wenn es mal ein Cosy Setting ist oder so, das mag ich schon auch gerne. Aber gerade diese Entwicklung der Frauenfiguren, um die es da geht und da werden Tabuthemen eben behandelt, die als ich eben Mitte zwanzig Jahren noch war, noch Tabuthemen waren und jetzt einfach wird das Ganze aufgebrochen und das finde ich super. Und ich finde es auch so toll für alle, die jetzt in dem Alter sind, dass sie eben die große Auswahl haben und lesen können, was sie gerne auch möchten.
Helen
Ja, mir fallen da auch zwei Sachen zu ein. Also die eine Sache habe ich auch schon öfter hier oder weiß ich gar nicht, ob ich im Podcast gesagt habe, aber zumindest in Gesprächen schon oft gesagt, dass ich auch wirklich ehrlich gesagt erstaunlich finde, wie sehr die Buchbranche immer noch von oben herab das Ganze angeht. Weil in den Verkaufszahlen das ja sehr deutlich zeigt, dass ohne auch einfach nichts mehr möglich wäre. Oder nicht mehr viel. Also dass das ja auch gerade wirklich die Buchbranche rettet, dass da viele Leute, viele junge Frauen in Buchhandlungen rennen und diese Bücher kaufen. Ich finde auch das habe ich gerade auch noch mal so gedacht. Man kann halt auch einfach nichts beurteilen, was man selber nicht kennt. So, ja, was soll ich zu den? Ich habe viel gehört über Junge und so, aber wenn ich es nicht selber lese, kann ich nicht beurteilen. Und einen Aspekt, den ich im Sommer total spannend fand ich hatte. Ich war im Juni bei so einem Retreat im Grunde ein Business Retreat in Griechenland und da war eine dabei, die ich nicht mehr so ganz genau, was sie gelesen hat. Aber im englischsprachigen heißt es irgendwie so ich glaube SMAD oder so und da geht es vor allen Dingen um diesen so liebes und sexuellen Teil und ich fand es so spannend, wie sie das beschrieben hat, weil sie meinte, dass es für sie oft leichter ist, wenn sie etwas liest. Danach irgendwie so in sich selber hineinzuhorchen und zu gucken. Ist das etwas, was mir zum Beispiel gefällt oder würde ich mir das wünschen oder würde ich mir das auch? Überschreitet das für mich auch Grenzen oder so? Und ich fand das total interessant, weil so habe ich da auch noch nie drüber nachgedacht, obwohl ich das in einem anderen Kontext für mich selber ja kenne. Ich habe diese ganzen Bücher angefangen zu lesen und mich. Das hat mich total mit meinen Ängsten konfrontiert und ich habe ganz viel, was ich bis dahin irgendwie in meinem Leben vielleicht entschieden habe, in Frage gestellt wegen den Dingen, die die Protagonistin erlebt haben und so und deswegen. Ich kann es eigentlich total nachvollziehen. Ich habe glaube ich einfach nur dieses Genre nicht gelesen und die Bücher, die ich lese, da wird eher sehr. Da muss man schon viel sich auch dazudenken, selbst bei Sexszenen irgendwie, sondern es ist halt sehr der eigenen Fantasie überlassen und ich fand diesen Aspekt total interessant. Das passt wahrscheinlich auch, zumindest in das Romance Genre. Ne, also ich bin absoluter Laie, ich kenne gar nichts in der Hinsicht.
Sarah Lippasson
Ja, es passt sowohl ins Romance als auch ins Dark Romance Genre, würde ich sagen. Also das ist ja eigentlich so mit eins der größten Argumente auch für Dark Romance, wenn man auf der pro Seite ist, dass es eben diese Ermächtigung, diese Selbstbestimmung gibt. Und ich glaube, du hast das auch ziemlich oft jetzt in Diskussionen schon angebracht, so dieses Thema, dass man, wenn man vielleicht selber auch traumatische Erlebnisse hatte oder Trigger hat, dass man die aufgrund dieser Bücher auch noch mal ganz bewusst erleben kann und vielleicht auch sich selber da irgendwie umschreiben kann. Oder? Oder die Geschichte von sich selber. Irgendwie so ein bisschen mit umschreiben kann. Das ist natürlich kein Argument gegen Therapie oder gegen eine gute psychologische Aufklärung des Ganzen. Aber ich glaube schon auch, dass die Titel und das hat ja zum Beispiel. Shades of Grey war ja so einer der ersten. Ich will jetzt nicht sagen Dark-Romance-Titel, aber per Definition ist es schon Dark Romance. Eigentlich war ja auch gezeigt, dass plötzlich Frauen und generell Menschen angefangen haben, sich mit ihrer Sexualität auseinanderzusetzen und mit dem, was sie vielleicht auch im Bett wollen. Und also plötzlich wurden so viele Erotikartikel wie noch nie verkauft und im Kino gab es plötzlich irgendwie so Peitschen, die damit verkauft wurden und und das also kann man jetzt natürlich irgendwie von halten, was man will, ist auch auf eine Art ein bisschen plakativ, aber es zeigt ja schon auch, also was die Themen sind und mit welchen Themen man sich auseinandersetzt, wenn man diese Art von Büchern liest. Jetzt auch vielleicht ganz unabhängig von der eigenen Sexualität, aber auch gerade die. Also gerade bei jungen Frauen, die ja oft gar nicht wissen, was sie vielleicht auch wollen.
Helen
Voll. Und ich. Also ich habe das von Anfang an, Ich war zu der Zeit, wo ich das Burnout hatte und angefangen habe zu lesen war ich auch schon in Therapie und ich habe das schon öfter erzählt, dass ich halt am Anfang die Bücher, die ich so gelesen habe, auch mit quasi in die Therapie genommen habe und gesagt habe ich habe das und das gelesen und das hat das und das mit mir gemacht deswegen ich bin da voll von überzeugt, weil ganz viele Themen sind für mich auch wie in so Schubladen weggepackt. Da komme ich teilweise nicht richtig ran. Selbst da kann ich noch so viel drüber reden, das ist irgendwie verschlossen. Und Bücher haben für mich diese Schubladen so ein Stück weit geöffnet. Es war aber immer noch in einem so geschützten Rahmen. Natürlich auch. Ich hatte halt auch Therapie, aber ich glaube, selbst wenn nicht, ich konnte plötzlich halt überhaupt das mit was eigenem verknüpfen. Und deswegen hatte mich das im Sommer total angesprochen, als er das erzählt hat. Und ich dachte, es macht für mich total Sinn, was sie da beschreibt.
Carolin Reif
Ja, und ich glaube auch, was Sarah schon angedeutet hat, dass du eben es selbst in der Hand hast. Also du entscheidest selber. Auch an dem Tag. Und es muss ja jetzt nicht Dark Romance oder Romance sein, das kann jedes andere Buch sein. Wie sehr willst du dich darauf einlassen oder wie sehr kannst du es und wann schlägst du es vielleicht zu? Und es ist halt eine. Du bestimmst selbst, ob du da reingehst, wie weit du gehst, wie weit du an dem Tag gehst und wann Schluss ist und wann du es vielleicht wieder aufnimmst oder eben auch nicht. Und das ist, glaube ich, schon ja, so was. Also es hat schon sehr viel mit Selbstermächtigung zu tun aus meiner Sicht. Und ich glaube, dass das ein Grund ist, warum das das Dark Romance Genre, was ja so eines der erfolgreichsten Subgenres ist, eben so erfolgreich ist.
Sarah Lippasson
Und gleichzeitig darf man aber auch nicht vergessen. Also ich muss den Punkt jetzt einfach noch mal ganz kurz aufmachen, so der Vollständigkeit halber. Dann können wir auch gerne wieder auf der Seite bleiben. Aber natürlich gibt es auch viele gute Gründe, die dagegen sprechen. Also ob das jetzt beim Jugendschutz anfängt, der einfach in den Buchhandlungen noch nicht gegeben ist, wo halt viele junge Frauen sowas kaufen, sehr junge Mädchen sowas kaufen vor allem und da vielleicht noch nicht mit umgehen können. Es gibt auch Szenen. Also ich habe jetzt im letzten Jahr gelesen, Caro hat die Very Bad Kings gelesen, einfach weil wir mal wissen wollten. Man kann nicht über irgendwas sprechen, ohne es gelesen zu haben. Da sind schon Szenen drin, die jenseits von Gut und Böse und auch jenseits von jedem Konsens sind. Also das darf man, glaube ich, nicht vergessen zu erwähnen, dass dieses Thema durchaus auch seine Berechtigung hat. Also da gibt es durchaus noch viele Themen, die vielleicht auch ganz unabhängig von den Büchern innerhalb der Buchbranche matt sind, wenn man so möchte.
Helen
Ja, das ist, glaube ich das, was ja auch oft in dem Zusammenhang aufkommt. Somit irgendwie bräuchte es mehr Triggerwarnungen, bräuchte es mehr irgendwie. Wie heißt es denn bei Filmen? Diese FSK, so eine Angabe ab wann das ist? Habt ihr da eine Meinung zu? Was? Was? Was bräuchte es?
Carolin Reif
Also, wir haben da ganz viel auch beim Zukunftsparlament in unserem Workshop diskutiert. Das war auch sehr spannend, weil da ja viele junge Buchhändlerinnen und Auszubildende dabei waren, die dann selber auch erzählt haben, was sie für Herausforderungen haben. Gerade wenn eben junge Mädels in den Buchladen gehen und die kaufen sowas wie Hunting Adeline. Es gibt ja eben wie gesagt keinerlei, ähm, keinerlei Warnsystem, die Triggerwarnungen. Die werden ja eher dann so als Marketinginstrument auch oftmals gesehen. Also wenn man sich auf BookTok zum Beispiel umschaut, da hauen dir die Autorinnen dann oft einfach die Triggerwarnungen um die Ohren und das passiert und das und das. Und es geht immer schlimmer und immer mehr und immer exzessiver. Und ja, das ist natürlich schon. Also ich fand es spannend, von diesen Erfahrungen zu hören. Und wir haben dann sehr viel darüber diskutiert, was man eben tun kann und haben uns zum Beispiel. Also war eine Idee, dass man eine Warnung sozusagen auf den, also auf die Rückseite des Buches, da wo der Barcode ist, einfach druckt, weil Sticker ja zum Beispiel dann oft auch abgeknibbelt werden. Das hat auch eine Buchhändlerin erzählt, dass sie das gesehen hat, irgendwie die wollte, die Eltern sollten das Buch kaufen und hat sie sich schnell umgedreht, hat den Sticker abgemacht und das Buch dann rübergereicht. Genau. Also sowas könnte ich mir zum Beispiel vorstellen. Ich glaube, es ist halt extrem schwierig umzusetzen. Einfach weil es einmal, also einmal fühlen sich glaube ich, die Buchhandlungen auch total überfordert mit der Masse und auch diesen diesen Druck also die man merkt bei vielen Buchhandlungen ja einfach, die wollen auch nicht, die wollen das eigentlich nicht verkaufen oder nicht alle Titel und die und die sind aber also die können nicht alles lesen und die können nicht alles natürlich irgendwie beurteilen. Also wer ist jetzt sozusagen in der Verantwortung? Sind es die Verlage? Also aus meiner Sicht sind es eher die Verlage, aber die Auf dem Rücken der Buchhandlungen wird es oft dann ausgetragen. Es müsste eigentlich eine offizielle Stelle geben, die dann tatsächlich ja da auch die Verantwortung übernimmt und sagt Wir überlegen uns jetzt ein System und man muss ja auch kategorisieren, was fehlt da noch drunter und was nicht. Also vielleicht Sarah, magst du noch mal kurz erzählen, als wir für die für den KNICKER, da wurden wir ja auch gefragt, oder Da hatten wir eine Liste von diese hundert Bücher, die da in die Top Top ein hundert, die verkauft wurden in dem Genre. Und dann sollten wir da auch eben, äh ich glaube kuratieren, welche Titel jetzt, wie haben Sie es genannt?
Sarah Lippasson
Ja, wir sollten entscheiden, welche Titel toxisch sind, also welche Titel. Es ging darum, dass sie so eine Inhaltswarnung davor machen wollten, in Form von so einem roten Dreieck oder so was. Keine Ahnung.
Carolin Reif
Bedenklich irgendwie ja, glaube ich. Bedenklich.
Sarah Lippasson
Genau. Bedenkliche Titel, die halt in irgendeiner Form schwierig sind. Und dann haben wir natürlich zuerst gefragt Was ist denn schwierig für euch? Also das ist ja auch so ein bisschen so ein Spektrum. Also es ist schon schwierig, wenn die Sexszene ein bisschen härter ist. Oder wird es erst schwierig, wenn sie nicht konsensuell ist? Und was genau ist nicht konsensuell, weil gerade ja auch in der Dark Romance man über manchmal so Metaebenen und sowas spricht Und das konnte uns keiner so richtig beantworten. Also es gab jetzt dann nicht irgendwie einen Katalog mit Dingen, wo man sagen konnte, okay, an dem Punkt ist es jetzt nicht mehr konsensuell und deshalb bedenklich. Und das war natürlich für uns dementsprechend schwierig. Wir haben auch im Nachhinein dazu Nachrichten bekommen, oder? Beziehungsweise Katapult Magazin, die Sie uns weitergeleitet haben. Das ist natürlich eine sehr pauschale Angabe, war dadurch, weil wir natürlich irgendwie so ein bisschen von unserem Bauchgefühl ausgegangen sind und von dem, was man irgendwie so weiß. Wir haben natürlich auch jetzt nicht alle ein hundert Titel noch lesen können innerhalb der zwei Tage. Das heißt, man verlässt sich dann auch manchmal so ein bisschen auf die Inhaltsangaben und an dem Punkt wurde es dann halt richtig schwierig. Also jetzt gar nicht von den von den Leserinnen her. Die haben einfach nur geschrieben, dass es halt an manchen Stellen vielleicht noch besser gewesen wäre, wir hätten noch dies und jenes beachtet. Aber für uns war das halt echt eine Herausforderung, weil keine Ahnung, was jetzt genau toxisch ist. Und das ist ja, wenn man jetzt vom FSK ausgeht, da zum Beispiel total klar festgelegt. Also es ist klar, sobald Blut zu sehen ist und jemand erschossen wird und man das sehr offensichtlich sieht zum Beispiel ist ein Film FSK zwölf und das geht ja weiter. Also auch gerade in so einem sexuellen Kontext, wenn man längere Sexszenen sieht. In einem Film sind FSK sechzehn Filme in der Regel, wenn sehr, sehr brutale Gewalt dargestellt wird, auch bzw vielleicht sogar etwas gar achtzehn. Also die haben einen sehr, sehr klaren Katalog, an dem man sich orientieren kann, als wie auch immer das beurteilt. Aber das gibt es in der Buchbranche überhaupt nicht. Und die Verlage nutzen es dann eher noch als Marketing und schreiben halt drauf, möglichst nicht konsensuell oder so, CNC oder irgendwie so Buzzwords, die dann gerne genutzt werden, die ja zum Teil auch aus der Community kommen, die da gar nicht gar nicht so einverstanden sind, dass diese Wörter jetzt so geblendet werden.
Carolin Reif
Und ich finde auch, dass tatsächlich Bücher ja auch, also die können teilweise finde ich, sehr viel eindrücklichere Bilder vermitteln als Filme. Also Filme können das natürlich auch, aber auf eine ganz andere Artikel Und deswegen glaube ich schon, dass es wichtig wäre, sich da ein System auch zu überlegen. Und gerade junge Menschen, die einfach noch nicht einschätzen können, was da passiert und vielleicht auch nicht sehen, dass nicht alle Beziehungen, die dort verherrlicht werden, die aber eigentlich toxisch sind, eben so sein sollten. Also das führt ja in eine komplett falsche Richtung und es ist ein sehr komplexes Thema. Aber genau ich bin der Meinung, es müsste eine offizielle Stelle geben. Vielleicht wäre das auch der Börsenverein tatsächlich, der dann einmal das Thema aufmacht, auch wenn es kein einfaches ist. Aber es geht ja natürlich auch darum, finde ich gerade den Buchhandel zu unterstützen, weil die diejenigen sind, die am Schluss dann vielleicht so dastehen, wie sie eigentlich gar nicht dastehen wollen.
Helen
Ja, naja, und ich meine, die Situation ist da, Man kann sie ja jetzt auch nicht ignorieren.
Sarah Lippasson
Kann man schon, also auch nicht einfach sehen. Sind wir ehrlich? Ja.
Helen
Das stimmt also. Aber sie führen sie nicht zu ignorieren. Und was ich auch denke, was auch nicht funktionieren wird, ist irgendwie irgendwelche Dinge zu verbieten. Einfach pauschal. Da muss man, glaube ich, halt zusammenarbeiten, weil wir wissen alle, gerade in dem Alter sind die Dinge, die verboten sind, ja noch mal attraktiver. Also.
Carolin Reif
Genau. Und ich glaube auch, dass da der die Verlage und Buchhandel so ein bisschen klatschen, weil die Verlage halt natürlich auch wissen, das sind die Umsatztreiber und da versuchen sie so viel wie möglich jetzt auch rauszuhauen. Und der Buchhandel, da steht mit dieser Masse und versucht sich irgendwie zu positionieren. Ich glaube, viele irgendwie. Die stellen dann lieber gar nichts aus dem Genre hin, als dass sie dann Titel empfehlen, die dann in irgendeiner Form bedenklich sind für die Person, die es kauft. Und ja, also man muss aber auch sagen, es gibt auch tatsächlich und das wussten wir auch nicht oder wir waren uns ja auch nicht sicher, es gibt auch tatsächlich Dark Romance Titel, die konsensuell sind. Also Sarah und ich hatten auf der Frankfurter Buchmesse hatten wir einen. einen Talk moderiert mit dem Verlag. Die machen also einen Kleinverlag, die machen unterschiedliche Genres und haben jetzt aber auch Dark Romance. Drei Titel sind da, glaube ich, im Oktober erschienen, haben sie verlegt und die sind alle ausschließlich konsensuell. Und das, was ansonsten da ist, ist halt einfach die der Protagonist und das und sein Umfeld sage ich jetzt mal, also das sind dann zum Beispiel ist er dann in dunkle Machenschaften verwickelt, in mafiöse Geschäfte oder sowas. Aber genau in der Beziehung passiert nichts, was nicht also passiert nur was gewünscht ist von beiden Seiten. Und das fand ich total cool und finde ich super. Wie das so bricht mit dem was sonst was sonst bei der Romance so unterwegs ist. Und dann könnte es natürlich auch jüngere Menschen noch eher lesen, aus meiner Sicht, einfach weil ja, da ist dann auch genug düster und genug Spannung mit dabei. Aber es ist halt ja wie gesagt alles konsensuell und so, dass man mit gutem Gewissen es auch jüngeren Menschen empfehlen kann.
Sarah Lippasson
Das ist ja auch das, was per Definition Dark Romance eigentlich ausmacht. Also darum ging es ja nie darum, möglichst wilde Sexszenen zu beschreiben. Gefühlt ist es ja dazu jetzt irgendwie ein bisschen eskaliert. Also manchmal habe ich so das Gefühl, es geht einfach nur darum, irgendwie möglichst krasse und noch schneller und noch höher und noch weiter und noch brutaler und dramatischer irgendwie gerade diese Szenen zu beschreiben. Und ich fand das so erfrischend, dass er eben sagt wir konzentrieren uns auf das Setting, weil das ist das, was Dark Romance ausmacht. Und da geht es eben nicht um noch mehr Spaß und noch mehr irgendwie irgendwelche wilden Sexszenen. Also ich kann es auch nicht anders beschreiben als so.
Helen
Ja, interessant. Vielleicht einmal ganz kurz. Das habt ihr mir, glaube ich, bei dem Zukunftsparlament erzählt. Aber ich könnte es jetzt auch schon nicht mehr so zusammenbringen, wie ihr euch und wann ihr euch überhaupt kennengelernt habt. Also, wie kam es dazu, dass ihr euch zusammengetan habt?
Carolin Reif
Also wir haben uns kennengelernt, tatsächlich bei einer Kampagne, die ich vor meiner Selbstständigkeit mit umgesetzt habe. Da war ich in der Agentur, wo wir auch viel mit großen und bekannten Autorinnen wie Sebastian Fitzek zusammengearbeitet haben. Für Cornelia Funke haben wir mal eine Eine Influencer Kampagne gemacht und auch für Arno Strobel, der ja Thriller schreibt. Und zu dem Zeitpunkt hat er schon viel geschrieben, aber er war noch nicht so bekannt und erfolgreich wie jetzt. Und der Fischer Verlag hatte dann entschieden, dass sie ihn zum Topautor machen wollen. Und dann haben wir mit ihm zusammen eine Autorenmarke entwickelt, die dann aufgebaut über drei Jahre haben drei Kampagnen dazu gemacht und die erste Kampagne war die zu offline. Und das war dann sozusagen der erste Titel, der groß promotet wurde. Und in Offline geht es darum, dass Menschen offline gehen. Also die wandern auf den Watzmann, auf einen sehr hohen Berg und sind dann eben ohne Internet unterwegs. Und dann passieren da mysteriöse Dinge und wir haben dann versucht, sozusagen die, also das große, große Thema der Autorenmarke, das wir entwickelt haben, war das Thema Grenzerfahrung, also dass die Figuren, das Arno Strobel gerne seine Figuren so weit bringt, dass sie an ihre Grenzen gehen und das haben wir dann sozusagen bei der Kampagne ein Stück weit auch umgesetzt. Also die Idee war, dass auch die Teilnehmenden der Kampagne, das waren, glaube ich, zehn, damals zehn Leute Bloggende, aber auch, sage ich mal in Anführungszeichen normale Leser. Die sind dann mit ihm zusammen auf den Watzmann gewandert, genau wie die Figuren im Buch waren auch dort in so einer ähnlichen Hütte untergebracht. Und dann sind halt auch so mysteriöse Dinge passiert. Also das Buch möglichst erlebbar zu machen, war die Idee und eben möglichst nahe das Ganze an der Autorenmarke. Und Sarah war eine der Teilnehmenden. Also eine der Bloggerinnen, die mit dabei war.
Sarah Lippasson
Genau die hat mich dann angerufen und gefragt, ob ich mich in der Lage fühle, einen Berg hoch zu klettern. Weil sie musste vorher eine Sportabfrage machen und ich bin bis zu dem Zeitpunkt und auch seitdem nie wieder gewandert. Also das war mehr Fake it till you make it. Das kann ich jetzt ganz klar. In dem Moment habe ich natürlich am Telefon nicht gesagt, In dem Moment war ich natürlich total sportlich und wandererfahren und hatte natürlich auch Wanderschuhe. Ich bin da hochgelaufen. Ja, genau. Und so haben wir uns dann irgendwie kennengelernt. Und dann habe ich Caro oder wir haben Caro dann zu ihrer Selbstständigkeit zwei Jahre später oder so noch mal geschrieben und dann haben wir uns zum Frühstück getroffen und immer wieder getroffen und verschiedene Projekte zusammen umgesetzt und joa.
Carolin Reif
Und dann hat sich irgendwann herausgestellt, dass wir halt beide so diese Leidenschaft für Veranstaltungen haben und ich eher so aus dieser konzeptionellen Ecke komme dabei und Sarah eher aus der aus der Praxis, weil sie ja so lange schon auch auf der Bühne steht. Du bist ja Sarah Schauspielerin und Musical hast du auch gemacht und das ist einfach ein cooler Mix. Also da können wir halt. Ähm, ja, also es hat irgendwie so gepasst von Anfang an, also was die eine nicht kann, kann die andere und umgekehrt. Und dann haben wir halt beide so diese Leidenschaft für Veranstaltungen und Waren nicht nur, aber auch zusammen auch einigen Veranstaltungen, die wir wirklich enttäuschend fanden und auch schlecht umgesetzt. Auch traumatisch. Ja.
Sarah Lippasson
Ja, ich glaube, letztes Jahr war das. Letztes Jahr zur Leipziger Buchmesse. Ja, vorletztes Jahr muss es ja, letztes Jahr. Ich weiß es nicht. Jedenfalls waren wir auf einer Buchmesse Veranstaltung und wir haben zwischendurch wirklich überlegt, ob wir gehen sollen. Große Autorin auch. Ich sage jetzt auch bewusst nicht, wer es war, aber es war so schrecklich, dass wir spätestens danach gesagt haben okay, wir müssen jetzt echt mal Nägel mit Köpfen machen, wir müssen das jetzt einfach gründen. Es hilft nichts. Ich glaube, die Verlage sind einfach hilflos. Zumindest wirkt es in dem Moment so Sie sind nicht alle hilflos, aber in dem Moment haben wir es natürlich sehr dramatisch gemacht. Alles.
Carolin Reif
Ja, ich glaube, also wenn ich da noch mal zurückdenke an ein Gespräch, das wir eben gestern mit jemandem geführt hat haben, der auch Buchveranstaltungen macht. Da wurde mir das noch mal so klar. Also ich glaube, die Buchbranche ist halt immer so unter sich und es ist wahnsinnig schwer, von außen da reinzukommen. Ich habe auch das Gefühl, da werden die Leute dann echt ja einfach nicht reingelassen, wenn du nicht schon ewig dabei bist. Und es ist irgendwie so ein komischer, elitärer Kreis. Auch wenn es eine super nette Bubble ist, aber. Also ich glaube es braucht auch mal Leute von außen, die Veranstaltungen aus anderen Branchen kennen, die viel, viel innovativer sind als in der Buchbranche. Muss man einfach so sagen und die dann so ein bisschen was mitbringen. Weil wir auch merken, dass das die Verlage einfach häufig zögerlich sind. Also ich glaube, das hat auch damit zu tun, jetzt gerade bei diesem Romance Genre. Der Markt ist riesig, es gibt einen wahnsinnigen Konkurrenzdruck. Alle stehen unter Zugzwang und wollen natürlich, dass sich ihre Titel gut verkaufen. Gleichzeitig ist die Bereitschaft, mal was Neues und Innovatives auszuprobieren, oft nicht gegeben. Einfach weil, glaube ich, zu viel Angst da ist, dass das schief geht. Und ja, das finde ich dann irgendwie immer sehr, äh, ja eigentlich aussagekräftig, weil. Und schade auch, weil man wie gesagt, glaube ich, mit echt wenig Kniffen tolle Veranstaltungen machen kann. Und zwar auch im Kleinen. Also klar, irgendwie hat nicht jeder das Budget, dass Fischer für Arno Strobel hat. Aber wir machen auch für Midlist Autorinnen, für Selfpublisherinnen, Lesungskonzepte, die eben mehr sind als ich, setze mich da auf die Bühne und lese mit einem Glas Wasser neben mir aus meinem Buch vor. Und ich kann aber auch eigentlich gar nicht lesen. Aber ich mache jetzt mal, weil ich weiß nicht, was ich tue. So, also das kann man wirklich auch im Kleinen gut machen und ja, genau, also das ist auch so unser Anspruch und auch die Idee, dass man wirklich schöne Events und und nachhaltige Events im Kleinen wie im Großen und irgendwo dazwischen auch umsetzen kann.
Helen
Und ich glaube, es wird ja auch immer mehr gefragt, auch nicht nur in dem Genre, sondern generell. Wir haben alle Lust auf ein bisschen auf was Besonderes und eben gerade auf die Real Life Events.
Carolin Reif
Ja, und die, die dich halt eben dem Buch und dem Autor oder der Autorin auch näher bringen. Also das ist ja, glaube ich, das Besondere, dass man auch mal ja da mehr mitnehmen möchte als ich bin eine von fünfzig, die da auf ihrem Stuhl sitzt und die Autorin sitzt da oben auf der Bühne, so dass ich meine, das will ja keiner eigentlich aus meiner Sicht. Also du willst ja zumindest dann irgendwie mit ihr mal vielleicht diskutieren oder eine Frage loswerden, oder? Also Bücher machen ja was mit einem. Und wenn man die Möglichkeit hat, das zu teilen mit der Person, die das Buch geschrieben hat, das ist doch das glaube ich, was einem dann auch im Gedächtnis bleibt Und das kann man wirklich, wie gesagt aus meiner Sicht relativ einfach ermöglichen und würde mich da auch. Also ich freue mich immer, wenn dann Autorinnen zu uns kommen und und sagen wir möchten das machen. Und genauso wie es natürlich cool ist für Verlage jetzt Events umzusetzen, die dann ganz anders funktionieren. Aber alles was eben mehr ist als ich, gehe da hin und höre zu und geh wieder. Ist ja für die Buchbranche oft schon was Besonderes.
Sarah Lippasson
Ich würde sagen, der Mut, da wirklich was sich zu trauen, ist halt ganz oft einfach nicht gegeben. Und das ist so schade, weil es sind oft so Dinge, die so naheliegend sind. Und dann hörst du aber an jeder Ecke bloß nee, wir haben kein Budget und wir wollen nicht und wir trauen uns nicht. Und wir machen dann doch am Ende wieder das, was wir schon seit fünfzig Jahren machen. Ja, und das ist das ist so frustrierend auch zum Teil. Also, dass wir da schon an Gesprächen auch geführt haben, wo wir im Nachhinein gedacht haben, das ist echt einfach. Schade, dass da nicht mehr passiert als das, was ihr eh schon kennt. Und dann kommt noch jemand und sagt Mensch, wir könnten das und jenes so und so mal machen und lasst uns doch mal ausprobieren, ob es funktioniert. Und erfahrungsgemäß funktioniert es ja. Die Leute wollen das ja und kaufen das auch. Und naja, am Ende hört man dann wieder, dass es kein Budget. Wir machen es alleine und dann sieht man halt, was rauskommt. Das ist dann oftmals auch ein bisschen traurig.
Carolin Reif
Zumal es glaube ich jetzt gerade auch noch die Möglichkeit besteht, sich in diesem Romance Genre zu positionieren und eben dann, wenn man der erste Verlag ist, der was cooles macht oder einer der wenigen Und die anderen können ja sozusagen, sie können ja auch gerne so weitermachen. Aber es ist halt eigentlich jetzt noch eine gute. Ein guter Zeitpunkt. Irgendwann ist es dann aber halt auch zu spät. Also dann wird sich das.
Helen
Aber das ist doch so oft so, oder? Wenn du was Neues wagst. Also sobald andere sehen, dass es erfolgreich wird, werden es ja ganz viele umsetzen wollen, aber dann ist es halt Mainstream. Ich glaube tatsächlich, dieser Mut ist es so oft, weil ich merke das auch wenn ich auch zum Thema Community gefragt werde, sage ich halt auch Es ist halt extrem wichtig, dass ihr das Feedback mit einbindet und dass ihr nicht irgendwas entscheidet und das dann umsetzt, sondern dass das was Gemeinschaftliches ist. Und ich glaube, das macht aber einfach extrem vielen Leuten Angst, Weil was ist, wenn wir das nicht umsetzen können, was die wollen oder was, wenn das nicht irgendwie vielleicht zu dem passt, was wir uns als Ziel gesetzt haben oder so? Und ja, diese Frustmomente kenne ich auf jeden Fall.
Carolin Reif
Ja, das ist halt so ein Das finde ich immer schade, wenn das so ein mangelndes Vertrauen in die Community auch ist, weil ich meine, die wissen ja, was sie wollen.
Helen
Als ob man das selber besser wissen würde. Das ist doch eigentlich total. Ja.
Carolin Reif
Ja, es ist total falsch rum gedacht aus meiner Sicht und auch die Angst ist aus meiner Sicht unbegründet, weil was soll denn schreckliches passieren, wenn die sich was wünschen? Und wenn man sagt okay, wir haben das Budget nicht, dann weiß ich nicht. Dann gibt es Möglichkeiten, damit umzugehen. Dann sagt man transparent Wir haben vielleicht nicht so viel Budget, aber was wäre denn hiermit? Wir könnten es ein bisschen kleiner aufziehen oder wie auch immer. Aber ich glaube, die Menschen abzuholen. Gerade bei diesem Wust an Unübersichtlichkeit, an kleinen Imprints im Romance Genre wäre das halt total wichtig, das zu machen.
Sarah Lippasson
Ja, man sieht es ja auch auf der Buchmesse. Also da ist ein Verlag, der stellt einfach nur einen Container mit so einer kleinen invasiven Landschaft mitten auf die Agora. Und ich meine, natürlich war es, denn natürlich war es Elke Mays, aber mehr ist halt auch nicht passiert. Und die Leute standen da den ganzen Tag an und standen Schlange. Dafür, dass sie fünf Minuten in einen, weiß ich nicht, wie viele Quadratmeter vier Quadratmeter großen Container reinlaufen können. Höchstens. Und das? Also das zeigt ja eigentlich, wie groß die Nachfrage nach solchen, nach solchen Dingen ist und wie einfach das auch ist, diese Community noch irgendwie einzufangen. Ich meine auch die Bälle so groß und toll das immer alles klingt und Fantasy Ball zu machen, aber im Endeffekt passiert da auch nicht mehr, als dass sie halt eine coole Location mieten und ein DJ ein bisschen gute Musik spielt. So und also das ist. Das ist so schade, dass solche Dinge dann einfach mal wegignoriert werden und man stattdessen dann immer wieder die gleichen Lesungen macht und auch die gleichen Autorinnen auf Lesereise schickt, statt auch mal die jungen Menschen wieder wahrzunehmen und ernst zu nehmen in ihrer Community.
Helen
Toll. Ja, ich finde es irgendwie superspannend. Aber habt ihr irgendwie Beispiele für irgendwas, was ihr schon umgesetzt habt? Oder seid ihr noch in der Phase, wo ihr Ideen pitcht?
Carolin Reif
Immer beides eigentlich. Also es ist ja in der Selbstständigkeit ist es ja so, dass man immer Klinken putzt, immer.
Sarah Lippasson
Das Buch bringen wir erfolgreich ein neues Konzept raus mit neuen Dingen, die wir dann auf dieser Buchmesse exklusiv pitchen. Das ist immer sehr lustig.
Carolin Reif
Ja, genau. Also das, was wir jetzt gerade. Also was jetzt kein Event per se ist, aber was wir jetzt, also jetzt in Frankfurt gepitcht haben und jetzt auch umsetzen, ist, dass wir für einen Verlag ein Bühnencoaching machen. Also das heißt, wir coachen da auch Autorinnen aus dem Bereich Romance, vor allem, weil da eben ja viele noch recht jung und unerfahren sind und ja dann einfach so ein bisschen Sicherheit auf der Bühne sich wünschen. Und das ist auch was, was ich echt richtig cool finde. Und was glaube ich gerade, wenn man jetzt so in Richtung Community auch immer denkt, den Unterschied machen kann, weil wie gesagt, die Leute wollen ja connecten. Und wenn man da oben steht und unsicher ist, auch wenn man jetzt nichts sozusagen gegen die Community hat, sondern einfach weil man sich nicht wohl fühlt, weil man nicht weiß, was man tut, wie man liest, wie man vielleicht sich öffnet und mit den Menschen spricht, dann kommt es bei der Community halt auch entsprechend an und deswegen finde ich, das ist ein cooles, ja eine coole Sache, sowas zu machen. Und da freuen wir uns auch total drauf, dass wir das jetzt dann im nächsten Jahr umsetzen dürfen.
Sarah Lippasson
Ja, und ich glaube, das Event, was jetzt gerade so am aktuellsten ist noch dieses Jahr auch passiert, wo wir einen Teil mitgemischt haben. Das können wir doch erzählen, oder ist es doch jetzt?
Carolin Reif
Ich denke, wir können das erzählen.
Sarah Lippasson
Ja, ich habe jetzt auch gerade die Flyer rausgeschickt, also ich rede jetzt einfach drüber. Offiziell. Also ich glaube, arsEdition hat es schon angekündigt. Wir haben für den neuen Spitzentitel On Wings of Blood von vier von denen ein. Sie planen so eine Releaseparty im Januar und wir haben nicht die Releaseparty mitgestaltet. Aber Sie wollen vorab so eine Art Preevent im Buchhandel machen, wo die Leute eben Tickets dafür gewinnen können und wo so ein Academy Setting, in dem das Ganze spielt, so eine Vampirakademie und die Leute sollen so Rätsel lösen und vorab in diesem Academy Setting, in diesem Unterrichtsfächer bestehen und dürfen damit halt zu der Party kommen. Und wir haben dann für die Buchhandlungen, die rund um die Release Party Location liegen, ein Eventkonzept gemacht. Also wie das innerhalb der Buchhandlung aussehen kann, welche Schulfächer man da vielleicht unterrichten könnte, haben das auch grafisch jetzt alles umgesetzt. Also das war glaube ich auch mit so der der größte Teil, den wir da jetzt zu beigetragen haben. Das wird glaube ich ziemlich cool. Also das Event an sich wird cool, aber auch innerhalb des Buchhandels ist es schön, dass da mal ein bisschen was passiert. Und auch wenn der Buchhandel natürlich hier und da auch so ein bisschen zögerlich ist bei solchen Sachen und das natürlich auch immer wahnsinnig viel Aufwand und dann am Ende doch wahnsinnig viel einstampfen. Auch bedeutet von großen Ideen, die man dann im Endeffekt ganz klein umsetzen muss, weil halt nicht so viel Platz da ist, ist es total schön, dass es jetzt trotzdem funktioniert hat und wir da jetzt irgendwie auch so ein bisschen mitmischen durften und da einfach mal so ganz kurzfristig reingehüpft sind. Das ist auch auf der Buchmesse entstanden, so ganz nebenbei im Gespräch. War sehr interessant, wie das plötzlich irgendwie so kam und jetzt auch wirklich konkret wurde.
Helen
Das hört sich vor allem. Also ich liebe ja auch mehr, solche Sachen zu überlegen und das hört sich so an, dass man da halt auch mal ein bisschen rumspinnen kann, so ein bisschen frei denken kann. Und wirklich der Teil, der bei Kreativität ja auch einfach mega Spaß macht, sondern sich so ein bisschen mal. Auszutoben. Im Grunde.
Carolin Reif
Ja. Und auch, dass es dann wirklich. Also ich freue mich auch darauf, da Fotos von zu sehen. Also dann endlich mal weißt du, so eine Umsetzung zu sehen von was, was wir uns ausgedacht haben, also dass das auch dann uns so weit vertraut wird, dass die Leute sagen, das sind gute Ideen, ihr könnt diese umsetzen. Wir haben da eigentlich jetzt gar nichts zu meckern. So, das ist, das ist einfach rund und gut, wie es ist. Und das ist schon irgendwie auch richtig. Kohle hatte ich mit Sarah vorhin auch drüber geredet, weil wir noch ein anderes Projekt begleiten dürfen, über das wir noch nichts erzählen dürfen. Aber. Ja, und das wurde einfach so dann auch abgenommen. Einfach genau so, wie wir es halt vorgestellt hatten. Und genau so wird es auch umgesetzt und das ist schon cool einfach und das ist auch, glaube ich das, was uns dann wieder antreibt und dann klingt. Dann klicken wir weiter. Türen genau. Dann Türen wir türen wir durch die Gegend, touren durch die Gegend und putzen weiter Klinken. Genau, weil das halt schon natürlich cool ist und man dann Referenzen sammelt. Und ja, wir uns natürlich dann auch. Wie du schon sagst, wir können rumspinnen und Ideen, die wir vielleicht schon länger hatten, dann auch wirklich umsetzen. Und das ist halt schon echt dann irgendwie rewarding auch, also das dann so zu sehen, die eigenen Gedanken dann wirklich dann umgesetzt zu sehen. Das ist schon echt cool.
Sarah Lippasson
Ja, und vor allem auch so naheliegend. Wir arbeiten ja immer ganz eng am Buch. Also wir lassen uns immer die Skripte vorab schicken und schauen halt, was im Buch zu finden ist. Und ganz oft sind es wirklich einfach.
Helen
Auch.
Sarah Lippasson
Und das ist so naheliegend und ich verstehe gar nicht, warum man nicht darauf kommt und das. Also manchmal sind es so kleine Sachen, die dann irgendwie so besonders machen, weil man hat wirklich das Gefühl, man ist jetzt in dem Buch und man ist irgendwie Teil von dieser Community und man versteht das jetzt auch nur, wenn man das Buch gelesen hat. Und ich liebe sowas. Ich liebe es auch zu planen.
Helen
Ja, ich will bei euch mit einsteigen, weil im Grunde so ist es. Ich habe im Mai fünfzehn Sekunden von Christian hat gelesen. Ich hatte vorher schon mal zu ihr gesagt So grundsätzlich kann ich mir vorstellen, dass wir dazu vielleicht ein Retreat machen, aber da hatte ich noch nicht mal gelesen. Und dann habe ich es gelesen, auch selber gekauft und ihr auch nicht Bescheid gesagt, weil ich dachte, nachher fällt mir doch nichts Gutes ein. Aber ich hatte so ein tausend ganz konkrete Ideen im Kopf, ganz konkrete Bilder. Ich wusste, wir brauchen so ein Haus und es muss in der Jahreszeit spielen. Und dann habe ich mitgeschrieben, welche Lebensmittel oder welche Gerichte werden genannt und die müssen wir kochen und all sowas. Und manchmal denke ich auch so, wie kann es eigentlich sein, dass das nicht für andere so offensichtlich ist? Aber selbst Chris, also die Autorin meinte so das total krass wie du aus dem, was ich beim Schreiben gedacht und gefühlt habe eine konkrete Vision. Also ich würde schon sagen, dass es vielleicht einfach auch was ist, was nicht jedem so gelingt, aber was halt mega Spaß macht. Ich möchte bei euch mitmachen. Jederzeit gerne.
Sarah Lippasson
Lass uns da mal drüber sprechen. Ich glaube, wir finden den einen oder anderen Anknüpfungspunkt. Vielleicht. Ich glaube.
Helen
Ich kann etwas dazu beitragen.
Carolin Reif
Ich fand es übrigens auch ganz spannend. Ich habe im Sommer, glaube ich mal, hatte ich ein Gespräch geführt mit einem Jahr, mit jemandem, den ich kennengelernt hatte, über eine Freundin, ein Bekannter, und der hat mir erzählt, dass er nur Sachbücher liest, weil er sich einfach das, was ihn in Belletristik passiert. Er meinte, er kann sich das nicht vorstellen. Ihm fehlt diese Vorstellungskraft. Er kann sich nicht vorstellen, wie sieht denn das Haus vielleicht aus? Oder wie riecht es da? Oder wie? Ja, was höre ich für Geräusche? Und das habe ich noch nie gehört. Das fand ich total verrückt und auch total traurig irgendwie. Weil das ja das ist, was jetzt wir sag ich mal, die ganze Zeit machen und es kommt nur du musst nicht mal schnipsen. Es ist sofort eine Idee, einfach da und es ist ganz klar, wie man das umsetzen kann und dass die Person einfach ja einfach keine, keine Belletristik, keine Romane lesen kann, weil. Weil er sagt das ist ja, das ist dann so abstrakt für mich, dass ich da nicht drauf klarkomme.
Sarah Lippasson
Aber vielleicht musst du mal zu einem Event von uns einladen, dann kann er sich das dann ein bisschen besser vorstellen, wie das alles aussieht. Oh, wie schade.
Helen
Der soll erst das Buch lesen und dann zu einem Event gehen. Und dann ja, weil eigentlich ich habe eher das Gefühl, ich kann mich gar nicht davor sperren, wenn selbst wenn ich versuchen würde.
Carolin Reif
Das passiert automatisch. Ja, glaube ich auch.
Sarah Lippasson
Also nie in die Situation gekommen, dass wir irgendwie ein Buch gelesen haben und gar keine Idee dazu hatten. Also es ist eigentlich immer sofort, dass wir ein hundert Ideen haben und man halt gucken muss, was ist realistisch umsetzbar am Ende?
Carolin Reif
Das ist eher die Herausforderung. Ja, also mittlerweile sind wir da so drin, dass wir einen Klappentext lesen oder den Titel und schon sagen okay, vielleicht, man muss noch mal reinlesen und prüfen, aber wahrscheinlich würde das dazu passen. Also man wird da ja auch, man wird da besser, also man, man, das ist wie wie eine Übungssache, die aber von ganz alleine passiert. Und zwar nicht nur bei Büchern, die wir jetzt lesen, weil wir Konzepte dafür machen, sondern bei jedem anderen Buch, das wir lesen, auch.
Sarah Lippasson
Ja.
Helen
Das ist mega, Ich will mitmachen. Ich bewerbe mich bei euch.
Carolin Reif
Brauchst du nicht. Du. Wir finden bestimmt irgendwas.
Sarah Lippasson
Halte Praktika aktuell. Ich weiß nicht, ob das. Ob das.
Helen
Ob das von den Kapazitäten noch passt.
Sarah Lippasson
Also, wir hatten eine SchülerPraktikantin, die war auch, glaube ich, gar nicht so angetan von uns, aber. Ja. Also, wenn du dich da angesprochen fühlst, können wir da gerne drüber reden.
Helen
Gut. Pläne für zwanzig sechs und zwanzig? Aber ich liebe das irgendwie. Also mir hat das schon im Sommer intensiver kennengelernt. Haben total viel Spaß gemacht, wie ihr auch denkt und wie er an solche Sachen rangeht. Und ich finde es total cool, dass ihr das hier auch noch mal mit uns im Podcast geteilt habt. Wir könnten wahrscheinlich auch noch fünf Stunden füllen und so, also allein auch so dieses Thema, Was du eben auch noch mal angesprochen hast. Caro mit dieser Autorenmarke Ich. Dann habe ich fast den Wunsch, Autorin zu werden und mich von dir coachen zu lassen, weil ich einfach das Thema super faszinierend finde, wie man das macht. Ähm, aber ja, dann müssen wir noch mal.
Carolin Reif
Sprechen wir separat. Noch mal?
Helen
Genau.
Sarah Lippasson
Vielleicht machen wir noch eine Podcastfolge und wir quatschen dich mal zu deiner Marke. So live oder so, wenn du magst.
Helen
Voll gerne. Ja, ähm, aber ich finde es super, super interessant. Ich hoffe auch, dass wir zumindest jetzt einfach noch mal. Ich finde es cool, dass wir generell mal über das Thema oder das Genre gesprochen haben. Vielleicht haben wir auch noch mal eine andere Perspektiven damit geöffnet. Wahrscheinlich auch. Da könnten wir noch. Wir haben gar nicht die ganzen Subgenres angesprochen, da könnten wir wahrscheinlich auch noch super tief einsteigen. Aber so mal als Teaser Ich fand es mega cool. Wo findet man euch, wenn man jetzt sagt ich will ein bisschen mehr Sarah und Caro in meinem Leben.
Sarah Lippasson
Wir haben private Instagramkanäle. Reif fürs Buch ist Caro und ich bin Sarah Lippasson, so wie ich heiße. Ansonsten, wenn wir gemeinsam arbeiten, sind wir Buchevents, Buchevents bei Instagram und wir haben auch einen gemeinsamen Podcast. Also wir sind die Anwältinnen der Romance, Vielleicht auch die kleine Anekdote. Der Chefredakteur für das Magazin hat damals in unserem ersten Leitartikel Entwurf geschrieben, dass er das alles ein bisschen zu sehr Anwältin der Romands findet. Also ein bisschen zu sehr verteidigen und nicht zu kritisch. Und wir haben diesen Titel direkt mal adaptiert und daraus jetzt unseren Podcast gemacht. Und da gibt es auch inzwischen schon ein paar Folgen. Also wenn man noch ein bisschen mehr über Romance lernen möchte, kann man sich da auf jeden Fall von historischen Bezügen über aktuelle Ereignisse alles anhören. Ansonsten wir haben Webseiten, wir haben Instagram.
Carolin Reif
Ihr könnt uns auch. Ihr könnt uns jederzeit auch schreiben. Natürlich uns einfach anschreiben, wenn ihr mit uns in Kontakt treten möchtet. Genau, freuen wir uns immer.
Helen
Wir verlinken.
Sarah Lippasson
Immer.
Helen
Ach ja, stimmt ja, da sind wir auch connected. Wir verlinken alles auch noch mal in den ShowNotes, dann kann man mal vorbeischauen. Ich bin auf jeden Fall mega gespannt, was zwei tausend sechs und zwanzig von euch noch so zu sehen ist und was da alles noch so kommt. Ich freue mich total, dass wir uns dieses Jahr kennengelernt haben und uns auch.
Sarah Lippasson
Ja.
Helen
Ja, das war irgendwie voll schön. Es hat mir in dem Moment auch total gut getan.
Sarah Lippasson
Einfach nur.
Helen
Dir. Ich würde sagen, wir trinken unsere Weihnachtsmarktgetränke. Würde ich. Ich weiß nicht, ein hundert Prozent. Irgendwie habe ich so ein Gedächtnis, was sie am Anfang gesagt hat. Aber ich habe es als Weihnachtsmarktgetränke abgespeichert. Trinkt sie zu Ende und verabschieden uns an der Stelle von allen, die zuhören. Aber so ein ganz, ganz großes Dankeschön für den Einblick.
Sarah Lippasson
Danke dir für deine Zeit und die tolle Moderation.




