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Was Autor*innen selbst tun können, damit ihr Buch gefunden wird

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Podcast · Folge 98

Was Autor*innen selbst tun können, damit ihr Buch gefunden wird

Chris Warnat und Helen bauen im Gespräch einen Marketingplan für einen Debütthriller – von Vorbestellungen über Blogtouren bis zu den Zahlen, die dahinterstehen

13. März 2025 · 66 Minuten · Ganze Folge hören ↓

Diese Folge ist ein Experiment: Statt eines Interviews bauen die beiden gemeinsam einen Plan. Chris Warnats Debütthriller erscheint in zwei Monaten, und die Frage lautet: Was kann eine Autorin selbst tun, damit ihr Buch nicht untergeht? Der Einstieg ist wie immer eine gedankliche Reise – wir sitzen in Hamburg im Bauerngarten ihrer Protagonistin, mit Orangensaft und einem Ingwer-Kurkuma-Shot. Ausnahmsweise hatten wir vorher sogar einen groben Plan gemacht, weil das Vorgespräch zwei Stunden gedauert hatte. Aufgenommen haben wir digital.

Porträt von Chris Warnat

Chris Warnat

Autorin, Journalistin, Podcasterin

Chris Warnat wurde 1986 in Oldenburg geboren, hat BWL mit juristischem Schwerpunkt studiert und in Köln volontiert – dort arbeitete sie als Redakteurin und zuletzt als Gerichtsreporterin im Newsressort. Sie lebt zwischen Köln und Bonn. Seit 2021 macht sie den Podcast KREATIVDATE, in dem sie mit Büchermenschen über ihre Projekte, die Branche und den Schreibprozess spricht. Zum Zeitpunkt dieser Folge stand ihr Debütthriller »15 Sekunden« kurz vor dem Erscheinen; Band 2 hatte sie zwei Wochen vorher abgegeben.

Wie die beiden sich kennengelernt haben

Die Geschichte lohnt sich, weil sie erzählt, was in dieser Branche eigentlich passiert. Beide waren auf einer kleinen Premierenlesung in einer Buchhandlung in Köln-Nippes. Als der Lesepart vorbei war und alle Richtung Buffet schlenderten, suchte Chris Warnat ein bestimmtes Buch, fand es nicht, weil es mit dem Rücken im Regal stand, und ließ es sich von der Buchhändlerin herausziehen. Sie drehte sich um – und Helen stand vor ihr und sagte, das könne doch nicht sein, sie habe genau dieses Buch gerade gesucht.

Das Buch war »Issa« von Mirrianne Mahn. Helen erzählt ihre Seite: Sie war allein da, was für sie weit außerhalb der Komfortzone liegt, hatte sich jemanden herausgesucht, der ebenfalls allein wirkte, und diesem Menschen dann sehr euphorisch von einem Buch vorgeschwärmt. Im Nachhinein dachte sie, sie habe die andere völlig überfordert. Chris Warnats Antwort: Sie tickt genauso.

Warum es diese Folge gibt

Der Auslöser war ein Angebot, das Chris Warnat im Netz begegnet ist: ein selbst ernannter Coach ohne erkennbare Kompetenzen, mit Paketen fürs Buchmarketing im fünfstelligen Bereich. Was sie daran wirklich wütend macht, ist der Hintergrund: Es gibt viele Gatekeeper auf dem Weg in die Buchbranche – erst eine Agentur finden, dann muss die Agentur bei Verlagen pitchen, dann muss ein Verlag zusagen. Entsprechend viel Unsicherheit und Verzweiflung gibt es bei Schreibenden, die es noch nicht geschafft haben. Und daraus schlagen manche Profit.

Deshalb der Gegenvorschlag: einmal laut durchdenken, welche Hebel Autorinnen und Autoren tatsächlich selbst in der Hand haben. Helen hatte zur Vorbereitung ChatGPT nach einem Bestseller-Plan gefragt und liest die Vorschläge Punkt für Punkt vor – Chris Warnat ordnet aus der Praxis ein, was davon realistisch ist.

Die Zahlen, die dahinterstehen

Um zu verstehen, warum das überhaupt nötig ist, nennt Chris Warnat drei Zahlen: Jedes Jahr kommen rund 70.000 Neuerscheinungen auf den Markt. Ein Prozent aller angebotenen Bücher macht die Hälfte des Branchenumsatzes aus – Verlage kalkulieren mit zwei, drei Zugpferden, die das ganze Programm querfinanzieren. Und rund 90 Prozent aller erhältlichen Bücher schaffen es nicht einmal auf hundert verkaufte Exemplare.

Nachgeprüft: Für 2023 weist die Statistik des Börsenvereins 60.230 Erstauflagen aus – die Größenordnung stimmt also, die genaue Zahl liegt etwas darunter. Die beiden anderen Zahlen sind Branchenwissen, das wir nicht gegenprüfen konnten.

Genau das war der Grund für ihre eigene Ernüchterung. Ihr Podcast, sagt sie, sei ein absoluter Segen – und habe die Branche gleichzeitig entzaubert. Sie hatte echte Probleme, Vorfreude darauf zu entwickeln, dass in zwei Monaten ihr erstes Buch erscheint.

Mir geht es gar nicht so sehr darum, einen Bestseller zu schreiben, sondern ich möchte ein gutes Buch schreiben, mit dem ich happy bin – und das sich auch gut verkauft, denn nur dann darf ich weitermachen.Chris Warnat

Der wichtigste Hebel: die ersten zwei Wochen

Was Helen aus der KI-Recherche mitbringt, lässt sie fast vom Stuhl fallen: Für einen Thriller in diesem Erscheinungsmonat bräuchte es in den ersten zwei Wochen 5.000 bis 15.000 verkaufte Exemplare. Chris Warnat relativiert – je nach Liste ist das sehr unterschiedlich, und bei Unterkategorien-Listen großer Händler reicht schon eine Handvoll Käufe für einen Screenshot »Platz eins«. Für die großen Listen aber gilt: Die besten Chancen hat man in der allerersten Woche, weil dort alle Vormerkungen und Vorbestellungen der Wochen davor einfließen.

Daraus folgt der Satz, der für Leser*innen am nützlichsten ist: Wenn eine Autorin darum bittet, ihr Buch vorzubestellen, dann nicht aus Ungeduld. Vorbestellungen sind einer der wenigen Hebel, die man vor Erscheinen überhaupt hat. Beide finden es übrigens seltsam, dass fast nur die ersten zwei Wochen zählen – die meisten von uns lesen Bücher, die längst länger draußen sind.

Dazu gehört auch, was vor dem Erscheinen im Hintergrund läuft: Vertreterinnen und Vertreter fahren mit der Programmvorschau von Buchhandlung zu Buchhandlung, und dort wird bestellt, was interessant erscheint. Ihr Tipp an alle, die selbst Lesungen anfragen wollen: früh anfangen. Im Februar für Mai war sie spät dran, viele Häuser hatten ihre Programmplanung schon abgeschlossen.

Was auf der Liste steht

Der Rest der Folge ist eine Liste, die die beiden gemeinsam durchgehen. Das Brauchbare daran in Kurzform:

  • Social Media, aber nicht überall. Sie ist bei Instagram, LinkedIn und mit dem Podcast inzwischen auch bei YouTube. TikTok hat sie bewusst wieder von sich geschoben, weil sie dort von der Creatorin zur Konsumentin wurde. Ihre Begründung ist eine Ressourcenfrage: Man kann nicht alle Plattformen bespielen.
  • Ein Newsletter fehlte ihr noch. Helens Einwand gegen ihr Zögern: Eine E-Mail-Liste gehört einem selbst – alles andere kann verschwinden, wenn eine Plattform dichtmacht. Und die Frage »wer soll den abonnieren?« kann man sich beim Bücherschreiben genauso stellen.
  • Blogtouren und Collab-Posts. Mehrere Blogger*innen tun sich zusammen und posten nacheinander zum selben Buch, verlinkt als gemeinsamer Beitrag. Helens Erfahrung: Man sticht die Blase damit tatsächlich ein Stück weit auf, und der Beitrag selbst bekommt mehr Reichweite.
  • Buchhandlungen direkt ansprechen, per Mail oder über Instagram – für Lesungen und Signieraktionen.
  • Lokalpresse. Die kostenlose Sonntagszeitung im eigenen Umkreis erreicht viele Haushalte und ist niedrigschwellig. Als gelernte Journalistin könnte sie den Artikel gleich selbst schreiben.
  • Leserunden über Plattformen wie LovelyBooks oder vorablesen.de. Dort verpflichten sich die Teilnehmenden, Rezensionen auf den großen Verkaufsseiten zu hinterlassen – und genau die füttern deren Algorithmen.
  • Anzeigen bei Instagram oder großen Händlern. Beide finden das schwierig, weil man dabei in Vorleistung geht.

Das Vorbesteller-Goodie

Der konkreteste Teil der Folge. Aus dem Lektorat von Band 1 sind zwei Kapitel herausgeflogen, weil sie die Handlung nicht vorangetrieben haben. Ihre Idee: die noch einmal verwenden – mit Angabe, wo sie im Buch standen, sodass man sie beim Lesen digital dazwischenschieben kann. Weil sie Handlung verraten, würde sie sie erst am Erscheinungstag verschicken.

Dazu kommt eine digitale Lesung mit anschließendem Q&A, exklusiv für alle, die vorbestellt haben. Helens Argument dafür: Es ist etwas, das sie selbst in der Hand hat – keine Platzbegrenzung, kein Gatekeeper, der absagt. Chris Warnat gibt ehrlich Einblick in ihren ersten Reflex: gute Idee – und was, wenn niemand kommt und wir zu viert im Videocall sitzen?

Netzwerken fühlt sich nicht nach Klinkenputzen an

Ein Abschnitt, der über Buchmarketing hinausgeht. Sie beschreibt ihr früheres Bild vom Netzwerken: auf einer Messe stehen, sich am Sektglas festhalten, sich an Leute heranschmeißen, die genau merken, dass man etwas von ihnen will. Das habe mit der Realität wenig zu tun.

Es ist ein sehr menschlicher und sehr freundlicher Austausch. Es sind ja auch immer Menschen, die hinter solchen Accounts stehen. Das ist auch für eine introvertierte, eher schüchterne Person wie mich total machbar.Chris Warnat

Das sagt sie ausdrücklich als Mutmacher an alle, denen vor dem Anschreiben von Redaktionen, Blogger*innen oder Buchhandlungen graut.

Die 3,5-Sterne-Theorie

Eine Überraschung zum Schluss: Sehr gute Rezensionen sind für ein Buch gar nicht unbedingt gut. Ihr wurde erzählt – und ihre Lektorin hat es bestätigt –, dass ein Durchschnitt von etwa 3,5 Sternen ideal sei, weil zu gute Bewertungen Leser*innen eher abschrecken. Belegen lässt sich das nicht, aber die Schlussfolgerung, die sie daraus zieht, ist sympathisch: Freut euch also auch über die Zwei- und Dreisterne-Bewertungen, die euren Schnitt herunterziehen.

Erwartungsmanagement

Der persönlichste Teil. Chris Warnat stapelt Erwartungen bewusst tief, um die Fallhöhe zu senken. Helen hält davon nichts: Enttäuschungsprophylaxe funktioniere nicht, man sei hinterher trotzdem traurig. Chris Warnat benennt daraufhin den Glaubenssatz, den sie internalisiert hat: Hochmut kommt vor dem Fall – wenn du dich zu doll freust, provozierst du, dass das Schicksal zurückschlägt. Ihr Fazit: Gut, dass sie das jetzt bewusst hat, denn jetzt kann sie damit arbeiten.

Was daraus geworden ist: »15 Sekunden« ist am 14. Mai 2025 erschienen. Band 2, »Vier Minuten Stille – Und dann kam der Sturm«, kam am 13. Mai 2026 – damit gibt es die Reihe um Wase Rahimi inzwischen zweibändig.

Die Bücher aus dem Gespräch

Drei Titel – das Buch, um das es geht, sein inzwischen erschienener Nachfolger und der Roman, wegen dem sich die beiden überhaupt kennen.

Buchcover »15 Sekunden« von Chris Warnat

15 Sekunden

Chris Warnat

Das Buch, um das es in dieser Folge geht – damals noch zwei Monate vor Erscheinen. Der Auftakt einer Reihe um die Hamburger Mordermittlerin Wase Rahimi, erschienen am 14. Mai 2025 im Penguin Verlag.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Vier Minuten Stille« von Chris Warnat

Vier Minuten Stille

Chris Warnat

Band 2 der Reihe – im Gespräch ist er gerade erst abgegeben und für »Frühjahr 26« angekündigt. Inzwischen ist er da: erschienen am 13. Mai 2026.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Issa« von Mirrianne Mahn

Issa

Mirrianne Mahn

Das Buch, wegen dem sich die beiden überhaupt kennengelernt haben – beide griffen bei einer Lesung im selben Moment danach.

Bei Thalia ansehen *

*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Eine gute Stunde Buchmarketing zum Mitschreiben – ehrlich über das, was nicht funktioniert, und konkret bei dem, was eine einzelne Autorin wirklich selbst in der Hand hat.

Die ganze Folge hören

Häufige Fragen

Was können Autor*innen selbst fürs Buchmarketing tun?

Einiges: eigene Kanäle pflegen (aber nicht alle gleichzeitig), eine E-Mail-Liste aufbauen, Blogger*innen und Buchhandlungen frühzeitig ansprechen, Lokalpresse anbieten, Leserunden auf Plattformen anstoßen, Vorbestellungen mit einem Bonus verknüpfen und Lesungen selbst organisieren. Vieles kostet vor allem Zeit statt Geld.

Warum sind Vorbestellungen so wichtig?

Weil im Buchmarketing fast nur die ersten zwei Wochen nach Erscheinen zählen – und in der ersten Woche alle Vormerkungen und Vorbestellungen der Wochen davor mit einfließen. Außerdem bestellen Buchhandlungen schon vor Erscheinen über die Programmvorschau der Verlagsvertretung.

Was ist ein Vorbesteller-Goodie?

Ein Bonus, den nur bekommt, wer das Buch vorbestellt und das nachweist – etwa per Screenshot. In dieser Folge entstehen zwei Ideen: zwei im Lektorat gestrichene Kapitel, die es sonst nirgends gibt, und eine digitale Lesung mit anschließendem Q&A. Rabatte sind wegen der Buchpreisbindung nicht möglich.

Wie kommt man an Lesungen in Buchhandlungen?

Indem man früh anfragt – viele Buchhandlungen haben lange Planungsvorläufe und sind Monate im Voraus ausgebucht. Der Kontakt per Mail oder über Instagram funktioniert gut; man muss nicht ins Tagesgeschäft platzen. Und keine Anfrage ist umsonst: Auch wer absagt, hat vom Buch gehört.

Wie wichtig sind Rezensionen?

Sehr – aber weniger als Kaufberatung, sondern weil sie die Algorithmen der Verkaufsplattformen füttern. Kommen viele Rezensionen herein, wird das Buch dort stärker ausgespielt. Chris Warnat erzählt außerdem von der Faustregel, dass ein Durchschnitt um 3,5 Sterne günstiger sei als ein sehr hoher.

Woran erkennt man unseriöse Marketing-Coaches?

Ein Warnsignal sind Pakete im fünfstelligen Bereich, bei denen unklar bleibt, was man dafür bekommt. Chris Warnat betont, dass es auch sehr gute Coaches und Autorenberatungen gibt – aber eben auch Angebote, die von der Verzweiflung noch unveröffentlichter Schreibender leben.

Was ist eine Blogtour?

Mehrere Blogger*innen tun sich zusammen und veröffentlichen nacheinander Beiträge zum selben Buch, oft als gemeinsam verlinkter Beitrag. Das erhöht die Reichweite jedes einzelnen Beitrags und führt Leser*innen von einem Account zum anderen.

Die ganze Folge zum Nachlesen

Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.

Helen
Herzlich willkommen, Chris. Ich freue mich sehr heute mit dir über … Über den Prozess zu deinem Buch und wie wir daraus einen Bestseller machen zu sprechen. Ich hab gerade so überlegt, ob ich das vorwegnehme, aber wir werden das ja nachher noch mal sagen. Aber darum wird's heute gehen. Bevor wir damit starten, hab ich zwei Fragen an dich. Und welches Getränk hast du uns mitgebracht?

Chris Warnat
Allein dieser Einstiegsfrage überfordert mich schon ein bisschen. Ich trinke einen Orangensaft. Also wirklich, ich habe den hier stehen mit einem Ingwer-Kurkuma-Shot für die Gesundheit. Sehr gut. Ich habe nämlich im Januar irgendwie drei Wochen vor Abgabe meines zweiten Buches total flachgelegen. Und wir sind in Hamburg, würde ich jetzt mal sagen, denn mein Buch spielt da. Wir sitzen bei meiner Protagonistin im Bauerngarten und stoßen an.

Helen
Sehr gut, ist dann aber auch eher Sommer, oder nicht?

Chris Warnat
Ja, ich war grad draußen und das war so frühlingshaft und ich hab richtig Bock, dass es ein bisschen wärmer wird. Also ja, Frühling vielleicht. Richtig gut.

Helen
Ist das ein frischgepresster Orangensaft?

Chris Warnat
Nee.

Helen
Ich liebe das so sehr. Das kommt auf jeden Fall auf die Liste der Dinge, die mich glücklich machen. Frisch gepresster Orangensaft.

Chris Warnat
Ja, in der Fantasie vielleicht, ja, weil ich habe gerade eine O-Saft-Tüte aus dem Kühlschrank geholt.

Helen
Auch völlig legitim, dann würde ich sagen, stoßen wir einmal damit an.

Chris Warnat
Ja, cheers. Schön, dass ich hier sein darf.

Helen
Wir haben uns, wir haben ausnahmsweise, das habe ich glaube ich noch nie im Podcast gehabt, tatsächlich einen groben Plan eben gemacht, weil wir hatten vor zwei Stunden im Grunde haben wir schon mal diesen Termin begonnen. Dann habe ich gemerkt, das läuft jetzt schon aus dem Ruder, weil wir uns jetzt wieder eine Weile nicht gesprochen haben und einfach Redebedarf hatten. Und dann haben wir die verbliebene Zeit vor meinem Termin genutzt, um so einen groben Plan für jetzt zu haben. Und wir sind fast direkt auch reingestartet. Ich meine, es ist jetzt 17 nach. Fast direkt gestartet. Besser als eben auf jeden Fall. Also deswegen, wir haben überlegt, vielleicht fragen wir damit an, woher wir uns überhaupt kennen, weil so lange kennen wir uns noch gar nicht. Und eben musstest du auch richtig überlegen, wo das war.

Chris Warnat
Aber das, ich weiß gar nicht mehr, wann, im September würde ich vielleicht sagen.

Helen
Ja, hätte ich jetzt auch vermutet. Also noch gar nicht so lange, aber es ist richtig romantisch, wie wir uns kennengelernt haben. Und so der Geschichte.

Chris Warnat
Ein bisschen meant to be, so schicksalhaft. Also wir waren beide auf der Vorpremiere einer Kollegin, die für Family and Friends eine kleine Premiere in einer Buchhandlung in Köln-Nippes gemacht hat und nachdem der Lesepart vorbei war und alle so langsam Richtung Buffet geschlendert sind, war ich auf der Suche nach einem bestimmten Buch. Ich habe gerade den Namen der Autorin nicht mehr aber der Titel ist Issa.

Helen
Mirrianne Mahn.

Chris Warnat
Ja, vielleicht. Ich habe das Buch ja auch liegen, ich könnte nachschauen, aber dieses Buch habe ich gesucht. Und ich habe es nicht gefunden, weil es halt beim Buchrücken im Regal stand. Und ich bin irgendwann zu der Buchhandlerin gegangen und habe sie gefragt. Und sie hat es dann rausgezogen. Ich habe mich umgedreht mit dem Buch in der Hand. Und da stand es du vor mir und sagt, es kann ja nicht fallen. Über verratlich. Wie krass ist das? Und ich hab's auch gerade gesucht. Also, wenn das kein Schicksal ist. Ja, so haben wir uns kennengelernt und direkt verliebt quasi.

Helen
Ja, ich find es total witzig, dass jetzt auch aus deiner Sicht zu hören, weil für mich wäre das eine Runde so. Ich hab da jemanden kennengelernt, der auch, also weil die meisten waren irgendwie gefühlt. Die kannten sich schon eher untereinander oder waren zumindest nicht alleine da. Und ich hab mir jemanden so rausgegriffen, wo ich das Gefühl hatte, alleine hier so, lass uns mal quatschen, weil also für mich ist das schon sehr weit außerhalb der Komfortzone, einfach allein rumzustehen und ihm habe ich sehr euphorisch von diesem Buch erzählt, weil ich das glaube ich gerade beendet hatte und weil ich ja auch, ich weiß auch nicht, wie so ein Overdrive irgendwie und meinte so, er muss das lesen, weil das so gut ist und dachte so, dass ich ja total aktuell das muss doch hier irgendwo liegen und habe das die ganze Und dann sehe ich es bei dir. Ich dachte so, okay, Schicksal, dass du das jetzt gerade rausgreifst. Und ich hatte eigentlich im Nachhinein, kennst du das, wenn du im Nachhinein denkst, oh mein Gott, ich glaube, ich habe sie völlig überfordert. Sie denkt, ihr seid ein bisschen irre. Ich habe ja auch die ganze Zeit gesagt, das ist Schicksal. Wir sind seelenverwandt. Und du nicht so, ja.

Chris Warnat
Mich hat das gar nicht befremdet, weil ich genauso ticke. Und dabei hast du bei mir offene Türen eingerannt. Also so war der Anfang und ich glaube, weil wir dann ja auch festgestellt haben, dass wir nicht so weit auseinander wohnen, hatten wir glaube ich schon gesagt, wir verabreden uns irgendwie mal und das haben wir dann im Dezember glaube ich gemacht. Ja, ist das schon wieder zwei Monate her, krass, ja das kann sein.

Helen
Und das ist richtig ausgeufert. Das war außer-romantisch, Das war auch richtig romantisch. Aber das hat mir Christian, meinen Freund, auch ziemlich übergenommen. Ich hatte dem, glaub ich, genau, wir hatten ja, das war ja auch total seelenverwandtschaftsmäßig, wir hatten ursprünglich eigentlich ein anderes Café ausgemacht. Ich mein, irgendwie schwierig, alles zu erklären. Aber wir hatten einen Ort ausgemacht, der ist uns beiden irgendwie parallel eingefallen. Und ich hatte Christian gesagt, das hat nur bis dann und dann offen. Also werde ich dann wahrscheinlich nach Hause kommen. Haben und ich ja überhaupt nichts parallel machen kann, habe ich ihn natürlich auch nicht auf dem Laufenden gehalten, dass wir gar nicht da reinkamen, weil das ja geschlossen hatte. Oder war das vielleicht die erste Januarwoche, wo noch alles so zugehörte? Ich glaube schon, das war noch so weihnachtlich angehaucht. Ich hatte irgendwas Weihnachtliches auch gegessen, irgendwas mit Zimt und so. Das war es noch. Ja, es kann sein. Also wir sind erst mal schon gar nicht dahin gekommen, wo wir hin wollten, weil das irgendwie so betriebsbedingt keine Ahnung geschlossen hatte. Und dann haben wir uns total verquatscht. Ich glaube, die Bäckerei, wo wir waren, hatte dann wahrscheinlich auch zu. Wir hatten gesagt, wir gehen noch was spazieren, dann waren wir erst noch Ewigkeiten spazieren. Dann habe ich gesagt, ich fahr dich nach Hause. Und dann haben wir noch Ewigkeiten im Auto vor deinem Haus.

Chris Warnat
Ja, das war krass. Ich war danach auch. Also ich habe das oft bei so sozialen Interaktionen, oder wenn ich mich sehr intensiv mit jemandem austausche, dass mein Herz hinterher so total voll ist, so kurz vom Platzen, aber dass ich dann auch mein Akku dann richtig leer ist und ich dann erstmal mich quasi hinlegen kann und erstmal schlafen. Also ich war so voll erschöpft, aber sehr erfüllt und happy, also voll beseelt.

Helen
Auf jeden Fall in diesem Autos, die in den Entstanden… Ich weiß nicht, wir haben uns über die Welt, glaube ich, unterhalten, Auf jeden Fall über irgendwelche Umwege sind wir da gelandet. Ich glaube, dass du meintest so wie dein … Du hast ja auch ein Podcast, wie der vorher hieß. Und wir haben gedacht, boah, das müssen wir eigentlich aufgreifen. Ich glaube, weil wir eh schon so ein Brainstorming-Modus waren, irgendwie so. Und der Podcast hieß vorher »Komm, wir schreiben einen Bestseller«. Und du bist jetzt Very Soon to be Autorin. Also dein Debüt-Thriller. Ich hasse diese. Kommt jetzt bald raus und wie du ja auch gesagt hast, Band 2 hast du jetzt auch schon quasi abgegeben.

Chris Warnat
Ja vor zwei Wochen habe ich abgegeben. Genau. Ja, das ist schon krass. Und jetzt gerade bin ich nochmal in den Druckfahnen von Band 1. Und das ist auch irgendwie schön. Ich wusste nie, was sind eigentlich Druckfahnen. Wie sehen die aus? Warum heißen die Fahnen? Es kommt wahrscheinlich noch aus dieser Gutenberg schon Druckergeschichte. Ich habe keine Ahnung. Aber jetzt weiß ich, wie sie aussehen. Es ist nämlich wirklich, als würdest du schon einen Blick ins fertige Buch werfen. Also sind einfach die schon fertig gesetzten Seiten drin, auch schon so die Auflage, wo wurde das gedruckt, dass die Widmung ist drin und die Herstellung und das wusste ich nicht, dass die noch mal so kreativ werden. Die haben sich da sehr ausgetobt und haben das so schön gestaltet. Oh mein Gott, ich kann gar nicht erwarten, das endlich zeigen zu können. Und ja, jetzt habe ich gestern zum ersten Mal relativ intensiv in diesen Fahren gelesen, weil das die letzte Chance ist, noch mal was zu ändern, bevor es dann in den Druck geht. Und das ist natürlich… Es war schön, sich diese Geschichte noch mal anzuschauen. Ich war lange mit Band 2 beschäftigt. Das war cool, noch mal ein Zutauch mit dem Abstand. Ich konnte mich nicht mehr erinnern.

Helen
Witzig. Ich glaube, das würde mir auch so gehen. Ich bin Goldfisch. Und Siebgedächtnis, bei mir ist das irgendwie so schnell. Also, ich glaub, vor allem viele Einzelheiten sind einfach schnell weg. Aber irgendwie denk ich auch immer, da erlebt man öfter was Neues.

Chris Warnat
Ja, also, grad, ich hab auch einen ganz schlechten Orientierungssinn. Und wenn ich in den Wald geh, ist dieselbe Strecke wie immer. Aber ich muss mich nur einmal im Kreis drehen, und plötzlich weiß ich nie mal, wo ich bin. Für mich gibt's immer neue Abenteuer zu erleben. Voll gut. Fühlig sehr. Ja.

Helen
Also irgendwie waren wir auf jeden Fall so in dem… Also wir haben uns halt natürlich dann über deinen Buch unterhalten, weil, glaube ich, da stand gerade diese Deadline an. Ja. Und irgendwie dann, ich glaube, wenn ich mich richtig erinnere, ging es für dich gerade in dem Moment auch viel darum, dass du mit deinem Podcast, der ja jetzt KREATIVDATE heißt, also nicht komm, Wir schreiben einen Bestseller. Dass du darüber viele Buchmenschen kennengelernt hast, viele Buchbranche auch gelernt hast, weil du dich da vorher ähnlich wie ich ja auch nicht mit auskannt hast. Und dass du so ein bisschen entzaubert wurdest. Und … Ja, eigentlich glaub ich so ein bisschen … Pessimistisch … Hat dich den Eindruck in die Zukunft geschaut, dass alles so wird mit deinem Buch. Und ich bin ja immer eher so, komm, wir schaffen das. Wir machen das ganz groß. Wir schreiben einen Bestseller. Das hat mich direkt so angesprochen. Und ich fand die Idee total witzig, weil wir haben im Auto ja dann schon so ein bisschen überlegt, was könnte man machen? Ich liebe halt so diesen Gedanken, dass man das selber ein bisschen ja auch beeinflussen kann, wie etwas, wie ob man ein Ziel erreicht oder nicht. Natürlich hat man nicht immer alles in der Hand, Aber es fühlt sich natürlich ein bisschen cooler an, weil man selber Einfluss nimmt. Und diese Idee, wir greifen das auf mit dem »Komm, wir schreiben einen Bestseller«, fand ich einfach richtig gut. Und ich dachte so, wir können's ja einfach mal probieren zu Brainstorm. Vor allen Dingen weil du auch irgendwie, du hast, erzählte, du hast so einen Service gefunden, der das für ziemlich viel Geld im Internet angeteilt hat.

Chris Warnat
Hey, don't get me started. Das macht mich so wütend. Also es gibt halt, also vielleicht vorab, dieser Markt, diese Buchbranche ist eine sehr interessante Nenn ich es jetzt mal. Der Markt ist ja gesättigt, es gibt so viel mehr Bücher als es Lesende gibt. Ich meine, das kennen wir wahrscheinlich alle. Mein Stapel ungelesener Bücher, also sorry, aber die Bücher kann ich in meinem Leben nicht mehr lesen und das macht mich manchmal auch traurig. Aber es ist einfach so, dass jedes Jahr ungefähr 70.000 Neuerscheinungen auf den Markt kommen. Und das 1% aller angebotenen Bücher 50% des Branchenumsatzes ausmachen. Das heißt dieses 1% ist eine ganz krasse Mischkalkulation, wie die Verlage auch kalkulieren müssen. Die haben meistens so zwei, drei Zugpferde, also Autorinnen und Autoren im Programm, sehr safe einfach ihre Bücher verkaufen und die das ganze Programm quer finanzieren. Eben auch die Bücher, die so wie 90 Prozent aller erhältlichen Bücher nicht einmal 100 verkaufte Exemplare schaffen. Das muss man sich mal reinziehen. 90 Prozent von diesen 70 tausend schaffen nicht mal 100 Exemplare zu verkaufen. Also da war ich und ich glaube deswegen war ich auch ein bisschen deprimiert, weil ich dachte ja krass, also wie soll ich es dann schaffen zu diesem anderen Prozentteil zu gehören, der es am Ende doch schafft, Bücher zu verkaufen und sich eben auch am Markt zu halten. Ja, aber was ist jetzt noch mal die Frage? Jetzt habe ich, glaube ich, unbedingt einen Fan verloren.

Helen
Aber ich wollte mal kurz eingreifen, weil ich so dachte, es geht dir ja wahrscheinlich auch weniger so, also ich meine, es ist natürlich auch einfach cool, auch sagen zu können, man ist irgendwie Bestseller, aber es geht ja auch einfach damit anher, dass du weiterhin das machen kannst, was du gerne machen möchtest. Also was du davon auch leben kannst, was ja eh noch mal so ein ganz eigenes Thema ist. Ich weiß selber ehrlich gesagt nicht mehr, was die Frage war.

Chris Warnat
Ja, ich glaube, es war einfach nur eine Überleitung und ich war keine Frage. Ja, Ich wollte überleiten und habe es nicht richtig hingekriegt. Aber ja, ich glaube, daher kam so ein bisschen meine Deprimiertheit auf jeden Fall. Und also dieser Podcast, den ich jetzt seit vier Jahren mache, der ist ein absoluter Segen. Und ich hatte nie gedacht, dass der mir mal so viel bedeuten würde. Also am Anfang konnte ich ja gar nicht absehen, wo das mal hinführt. Wir haben den damals irgendwie im Mai 21, glaube ich, gestartet, damals noch mit dem Co-Host zusammen. Es war so ein reiner Laber-Podcast. Einmal die Woche haben wir über unsere Projekte gesprochen. Und das war dadurch aber auch ein krasser Katalysator, weil ich auch immer was zu erzählen haben wollte. Und plötzlich hat dieses Schreiben einfach eine andere Priorität bekommen und dann ist mein Co-Host irgendwann ausgestiegen und ich habe das Ganze zu einem Interviewformat umgebaut. Also jetzt treffe ich mich da einmal im Monat eben mit Buchmenschen, mit spannenden Buchleuten und erfahre auch sehr, sehr viel und das ist wahnsinnig schön. Auf der anderen Seite hat es natürlich auch viel entzaubert. Also ich hatte echt Probleme, so eine Vorfreude zu entwickeln, dass jetzt in zwei Monaten mein Buch erscheint, was großartig ist, was ich mir so nie hätte erträumen können vor den vor vier Jahren, als wir damit angefangen haben. Ja, und das ist schade. Ich versuch gerade wieder, so Hoffnung zu schöpfen, dann nicht mal, und zu schauen, was auch in meiner Hand liegt, marketingtechnisch, um das ganze Ding anzuschieben. Und ja, mir geht es gar nicht so sehr darum, Besteller zu schreiben, sondern ich möchte ein gutes Buch schreiben, mit dem ich happy bin, und dass viele Menschen erreicht und dass viele Menschen treu finden und dass ich natürlich auch gut verkauft, denn nur dann darf ich eben weitermachen, nur dann bekomme ich einen Folgevertrag in meinem Verlag.

Helen
Ja, ich glaube, da kann sich wahrscheinlich jede und jeder auch reinversetzen. Gerade denke ich auch hier im Podcast oder mit den Livestreams, die wir bei Instagram machen, haben wir glaube ich ein bisschen schon mitbekommen, dass es nicht ganz so läuft, wie man sich das vielleicht so in der romantisierten Vorstellung ausgemalt hat. Aber ich denke, vielleicht kriegen wir es gemeinsam hin. Ich bin voll gespannt, was wir heute rausfinden. Also wir haben gedacht, wir machen das zu einem gemeinsamen Brainstorming. Ah, jetzt weiß ich wieder. Jetzt weiß ich. Deine Frage. Ja, ich weiß nicht, ob es eine Frage war. Aber ich meinte, dass du mit diesem Angebot, dass man also Also im Grunde das was wir jetzt machen, für sehr viel Geld irgendwo auch als Dienstleistung einkaufen kann, irgendwie so.

Chris Warnat
Ja genau, weil es gibt viele, ich sag mal, es gibt viele Gatekeeper, die man als Autorin als Autor überwinden muss, um in diese Buchbranche reinzukommen. Du musst ja erstmal eine Agentur finden. Manche gehen auch ohne Agentur, aber es ist deutlich schwerer. Dann muss diese Agentur für dich losgehen zu den Verlagen und deine Projekte pitchen und dann musst du darum drücken, dass du es in eine Verlag schaffst und dass Buch mit ihr machen wollen. Also da musste viele Hürden nehmen und natürlich gibt es viele Menschen, die schreiben wollen und sehr wenige, die durch diese Nadelöhr am Ende durchhüpfen. Und ich glaube, und ich war ja auch mal auf der anderen Seite sozusagen, dass ich dachte, ich möchte es unbedingt, ich liebe dieses Schreiben, ich liebe diesen Beruf, es wäre so ein Traum das machen zu dürfen, 24 7. Und da gibt es viel Unsicherheit und es Es gibt auch viel Verzweiflung bei Schreibenden, die es eben noch nicht geschafft haben und die es schon sehr, sehr lange probieren und immer nur Absagen kassieren. Und es gibt einfach leider inzwischen auch Coaches oder andere Personen, die daraus Profit schlagen, eben aus dieser Verzweiflung von Schreibenden Menschen. Das finde ich so schade. Ich bin gerade zum Beispiel auch über einen selbst ernannten Coach gestolpert, der zwar ja offenkundig keine wirklichen Kompetenzen hat, aber sehr teure Preise. Da kann man so ganz tolle Pakete buchen, wirklich in einem fünfstelligen Bereich, einen Kostenpunkt und so richtig weiß man nicht, was man dafür bekommt, aber es soll wohl helfen beim Buchmarketing. Und da habe ich gedacht, ich weiß nicht, muss das sein? Kann man das nicht irgendwie anders machen oder? Ja, ich habe irgendwie Lust gehabt, dann mit dir darüber zu sprechen auch nochmal das als Aufhänger zu nehmen und zu sagen, fallt nicht darauf herein. Es gibt sicherlich auch tolle Coaches und tolle Autorenberatung, aber es gibt eben auch diese schwarzen Schafe und ja, vieles liegt in unserer Hand und wir wollen heute, glaube ich, auch mal so ein bisschen darüber reden, welche Hebel Autorinnen und Autoren haben, um ihr Buch zu pushen.

Helen
Voll. Und ich glaube, da sind auch gar nicht so wenige. Also ob es jetzt wirklich immer zu im Bestseller führt. Ich glaube, es ist ja auch krass unterschiedlich je nach Genre, was, ja, wann man Bestseller ist. Aber zumindest, dass man nicht total untergeht, weil du ihm sagst, der Markt ist relativ gut gefüllt. Und ich hatte vorher ChatGPT gefragt,

Chris Warnat
Ja, ich habe ChatGPT auch gefragt.

Helen
Bei deinem Buch ist ein Thriller. Das wissen wir und wir wissen ja, dass es Mai erscheint. Und du hattest gesagt, das macht auch nochmal einen Unterschied in welchem Monat. Wenn das in dem Zeitraum und in dem Genre erscheint, was braucht es, um ein Bestseller zu werden. Und ich bin fast vom Stuhl gefallen.

Chris Warnat
Bin ich gespannt.

Helen
Ja, weil der meinte irgendwie, da bräuchte man in den ersten zwei Wochen dann schon 5000 bis 15.000 Exemplare verkauft. Also ich will jetzt nicht direkt am Anfang die Erwartung dämpfen, weil ich bin ja eigentlich hier gesagt, komm wir schaffen das, aber ich hab schon kurz gedacht, whoa okay. Ich glaube es ist deutlich leichter, also zum Beispiel beim großen A gibt es ja auch immer so X Unterkategorien-Listen, wo man wenn man jetzt zum Beispiel Nachtsicht mal einloggt und 30 Bücher kauft, auch mal kurzfristig für eine Stunde auf Platz eins rutschen kann und das mal kurz abschalten kann und teilen kann. So, hey, ich bin bester Lauterin. Aber ja, beim Spiegel, bei der Spiegel besterler Liste ist das nochmal krasser.

Chris Warnat
Ich glaube, die allerhöchsten Bestseller Chancen hast du einfach wirklich in der allerersten Woche, weil da eben die ganzen Vormerker und Vorbesteller von den Wochen davor seit das Buch angekündigt worden ist und eben vorbestellbar ist, damit einfließen. Also diese eine Woche, das nutzen ja manche auch ganz strategisch, gerade im New-Adult-Bereich, dass sie versuchen, in dieser ersten Woche reinzurutschen.

Helen
Ja, und ich denke dafür, oder da können sich jetzt vielleicht auch viele dran erinnern. Also ich habe es gefühlt, also mir begegnet, dass sehr häufig, dass man darum gebeten wird, vorzubestellen. Ich weiß nicht, dass das jetzt nur mein Erleben ist, aber wenn euch das als zuhörende. Genau so geht bis dir jetzt vielleicht warum. Also das hilft tatsächlich AutoInnen. Das ist ein total wichtiger Hebel. Ich glaube in der Buchbranche ist ja auch so, dass eigentlich im Grunde für das ganze Buchmarketing fast nur die ersten zwei Wochen zählen und also ich finde das manchmal ein bisschen, also ich finde es eigentlich gesagt viel zu krass, weil also wir lesen beim Ende des Jahres selten Bücher, die gerade zwei Wochen raus sind, bei uns ist meistens eher so vielleicht ein Jahr oder so, vielleicht mal ein halbes Jahr da. Aber so ist die Buchbranche halt und deswegen ist es wahrscheinlich, habe ich das Gefühl, als Strategie vielleicht am sinnvollsten sich tatsächlich auf diese Vorbestellungen zu konzentrieren. Ich gehe nochmal hier zu ChatGPT, weil der meinte dann, im Grunde am besten fängt man sechs Monate vorher an und ich war schon direkt so bis Februar. Das erscheint im Mai. Aber total viele Sachen davon hast du schon gemacht. Ah, habe ich, okay. Genau, also Social Media Strategie, Präsenz auf TikTok, Instagram, Facebook, Twitter, YouTube und LinkedIn und TikTok, Instagram und LinkedIn hast du ja auf jeden Fall.

Chris Warnat
Ja, und ich bin jetzt auch seit Neuestem mit dem Podcast bei YouTube, auch wenn das ein bisschen strange ist, weil das halt ohne Bild ist und ich glaube das ist nicht so ganz affin für eine Videoplattform.

Helen
Ja, ich habe das auch immer überlegt, aber irgendwie, ich finde das jetzt schon relativ aufwendig. Das wäre vielleicht dann so der nächste Schritt. Aber ja, voll cool, guck mal, da hast du ja schon einige Plattformen. Dann sagt der eigene Website, hast du, und dann halt Newsletter und den habe ich zumindest bei dir nicht gefunden.

Chris Warnat
Nee, nee, aber ich hab da viel darüber nachgedacht. Also da gibt es auch so ein paar Anbieter. Es ist nicht ganz günstig, hab ich schon rausgefunden. Also wenn du so und so viele Newsletter pro Monat an so und so viele Adressen verschicken möchtest, dann musst du glaub ich schon, wie viel waren das? Schon so 50 Euro? War das im Monat? Boah, ich will jetzt keine falschen Zahlen raushauen. Aber also es war viel, viel teurer, als ich mir das vorgestellt hatte. Und dann kam auch wieder dieses Gefühl von, okay, aber es gibt ja schon so viele Newsletterer von anderen Schreiben. Und was kann ich dem noch hinzufügen? Also, würde es wirklich so viele Leute geben, die den abonnieren würden?

Helen
Aber das könnte man sich ja beim Bücherschreiben per se auffragen. Ich weiß nicht, ob das so eine Zielfrügend fühlende Frage ist, weil ich könnte ja auch sagen, es gibt schon so viele Bücher. Warum sollte ich jetzt noch eins schreiben? Und mir wurde gesagt, dass dieses E-Mail-Marketing doch noch eine viel höhererelevanz als man denken würde. Ja. Weil es auch einfach deine eigene Liste dann im Grunde ist, ne? Alles andere, also außer die Website, aber alles andere könnte dir halt auch im Grunde genommen werden, wenn TikTok schließt oder so was.

Chris Warnat
Ja, total. Aber was ich denke, also ich bin total Befürworterin von E-Mail-Listen und ich nutze MailerLite, zum Beispiel das kannst du am Anfang auch kostenlos nutzen, weil das ist natürlich schon eine berechtigte Frage, wenn du eine große Liste hast, aber du hast ja jetzt eh noch gar keine. Deswegen musst du dir ja eigentlich auch noch nicht so Sorgen drüber machen.

Helen
Und ich glaube, der Aufhänger wäre ja im Grunde, dass man irgendwas bekommt oder so, wenn man vorbestellt hat. Und dafür trägt man sich bei dir ein, weißt du? Also das sehe ich total oft im amerikanischen Raum, dass du einfach nur in irgendeiner Form nachweisen musst, dass du das Buch vorbestellt hast und dann bekommt man einen Gegenwert, aber man trägt sich halt dafür auch in so eine Liste ein. Oder ist es ohne das Vorbestellungsding, obwohl ich weiß nicht, ob ich das so sinnvoll finde, aber dass man zumindest irgendein Gegenwert bekommt. Vielleicht kann man schon mal reinschnuppern in das Buch, wenn man sich bei dir einträgt. Also ich glaube, das könnte schon was sein, was ich finde, was wir immer im Hintergrund verhalten müssen. Es ist halt auch natürlich alles egal, was wir jetzt besprechen, viel Arbeit ist und du hast ja schon ziemlich viele um die Ohren. Chris hat hinter sich auch eine ganze Schultafel mit To-dos, also habe ich ein bisschen Respekt davor auch mit dir jetzt noch weitere Sachen zu überlegen. Aber ich glaube, dass das echt effektiv sein könnte.

Chris Warnat
Ja, das mit den Goodies finde ich auch eine gute Idee. Ich glaube, deswegen sind so Signieraktionen zum Beispiel auch immer gerne genommen, wo man ein paar Wochen vorher sagt, ihr könnt jetzt signierte Bücher bestellen, zum Beispiel bei einer Buchhandlung, mit der man das zusammen macht und da kann man die Vorbestellungen noch mal ein bisschen pushen.

Helen
Also Bookstagram und Booktok irgendwie mit Thriller Influencer, ich habe überhaupt keine Ahnung, wer das wäre, aber die könnten dein Buch halten. Also interagieren mit den Schülern. Cover, Reveal und Trailer-Teaser, das habe ich bei dir schon gesehen.

Chris Warnat
Ja, das hast du schon. Es wird Spaß gemacht. Danke schön. Es ist ja, glaube ich, auch ein Angekindter. Genau, der ist relativ weit oben auf meiner Timeline. Und es hat ganz viel Spaß gemacht, den so zu produzieren.

Helen
Ich habe auch gerade gesehen, dass du das als Link in der Bio hinterlegt hast bei Instagram, dann das Buch vorbestellt. Das ist natürlich gut. Könnte man sogar auch überlegen, ob man das als einzigen Link jetzt erstmal nimmt. Die anderen rauszuschmeißen. Also das andere für den Podcast ist ja auch sinnvoll auf jeden Fall. Ja. Aber wir wollen jetzt ja ein Buch vorbestellen. Genau.

Chris Warnat
Ja. Bis jetzt spiele ich immer noch so ein bisschen über Bande. Also, dass ich eben die Hoffnung habt, dass der Podcast als Marketing-Tool funktioniert, die Leute den hören, weil sie zum Beispiel irgendein Gast cool finden und dann irgendwie auf mein Buch aufmerksam werden.

Helen
Ja, weil du da ja auch den Schreibprozess, also nimmst einen doch da auch mit.

Chris Warnat
Ja, total. Das ist wie so ein digitales Tagebuch und ich freue mich total darauf, wenn ich mal 80 bin, mir das dann nochmal alles reinzuziehen, weil ich ja eben so ein Goldfisch bin und dann kann ich das alles noch bei mir so eine Erinnerung rufen, wie das eigentlich alles abgelaufen ist, weil es sind sehr, sehr viele erste Male. Also wenn du zum ersten Mal in deinem Leben ein Buch raus bringst, dann machst du auch viele Dinge zum ersten Mal. Zum Beispiel jetzt auch gerade das mit den Druckfahnen oder auch gerade so eine Phase. Du hattest eben von Influencern und so gesprochen, wo ich mich verstärkt, gerade auch bei Instagram vernetze mit anderen Bookfluencern, mit denen in Kontakt trete und mich austausche und auch überlege proaktiv, okay, was könnte man denn zusammen machen. Es gibt da ja auch dann so Blogtouren zum Beispiel. Habe ich gerade gelernt vom Bloggerportal, also dass so verschiedene Blogger sich zusammentun und dann jede Woche glaube ich oder jeden Tag sogar so einen kleinen Beitrag zum Buch posten und das dann eben als Collab-Post verlinken, was natürlich super ist, weil deine Reichweite dann dadurch auch nochmal steigen kann. Ja.

Helen
Hast du denn da irgendeine Erfahrungswerte von anderen Autoren? Weil ich frag mich immer, wie effektiv das wirklich ist. Weil du bist da ja trotzdem noch in einer kleinen Bubble.

Chris Warnat
Ja, aber du stichst die Bubble so ein bisschen auf, habe ich den Eindruck. Also auch wenn ich jetzt zum Beispiel beim Podcast meine Gäste so verlinke und einen Collab-Post mache als Werbung für die Folge, dann kommen auch immer noch mal so ein paar Leute zu mir rüber oder umgekehrt eben zu der Gäste rüber. Und der Post an sich hat eine höhere Reichweite dadurch. Also ich glaube, dass die Sichtbarkeit wird besser.

Helen
Aber was, also hier wird auf jeden Fall auch noch mal eine Kooperation mit so Buchblogger und YouTubern. Ich mein, da denke ich so, du hast echt viele Leute auch schon im Podcast gehabt. Könnte man ja auch alle einmal einzeln anschreiben. Hi! Jetzt ist es endlich so bald. Und es macht mir auch gar nichts aus, wenn du es auch öffentlich teilst. Ja.

Chris Warnat
Ich habe da auch schon eine Liste überlegt, an wen macht das noch ein Buch zu schicken? Und da geht es auch gar nicht so sehr nur um Bookfluencer, sondern auch so im Real-Life Buchhändlerinnen. Ich meine, die können sich auch das E-Book ziehen. Es gibt auch ein digitales Buch, das sie sich beim Verlag jetzt schon ziehen können. Das ist total krass. Da kriege ich auch jetzt schon zum Teil Rückmeldung von Buchhändlerinnen. Die schreiben, sie haben es schon gelesen und fand es gut. Es freut mich dann natürlich riesig.

Helen
Ja, das wäre auch eine Möglichkeit, stimmt. Ja, ich bin da teilweise echt unsicher, aber gut, auf der anderen Seite, wenn da alle drauf setzen wird, wird was dran sein irgendwie. Ja, keine Ahnung, ich lass das mal unter unkommentiert. Podcast und Presse, das ist natürlich schon was. Und eben habe ich da gedacht, also ich meine, jetzt bist du hier im Podcast zu Gast. Das glaube ich auch so das erste Mal, dass du nicht in deinem eigenen Podcast bist. Mit deinem ersten Mal. Ja, total. Nee, voll gut. Das ist natürlich was, aber Presse habe ich so gedacht. Hat das nicht bei dir im Ort, was wäre, dass du sagst, hey, ich wohne hier und bin jetzt Autorin, ob das nicht für die auch spannend sein könnte, dass die das einfach… Total. Findet vielleicht noch einen Aspekt, der da, weil es spielt ja nicht in dem Ort, wo du wohnst, aber zumindest vielleicht kann man das nochmal aufgreifen und vielleicht in dem Ort, wo es spielt, vielleicht kann man da auch die Presse irgendwie dafür zumindest interessieren.

Chris Warnat
Ja, steht auch hier hinter mir in der großen Schultafel, weil es gibt hier so eine Zeitung, die kommt immer Sonntag hier im Umkreis und die hat glaube ich eine relativ groß Einzuggebiet. Also das erreicht total viele Haushalte. Es ist kostenlos, das wird ja einfach in den Briefkasten geworfen. Und das ist, glaube ich, relativ niedrig schwällig, da reinzukommen. Da habe ich auch schon mal gedacht, ich kann Ihnen ja so einen kleinen Artikel schreiben. Ich bin ja gelernte Journalistin und quasi mein Buch so ein bisschen selber promote mit so einer kleinen Heldenreisegeschichte, wie ich überhaupt zum Schreiben gekommen bin. Und ja, vielleicht ist lokale, dass ich eben hier wohne und so vielleicht Sie sieht das dann auch noch mal. Aber ja, die Gedanken hatte ich auch. Oder hier der Kölner Stadtanzeiger ist ja auch nicht so weit. Also solche Geschichten auf jeden Fall.

Helen
Also das wollte ich eben auch sagen, da habe ich den Fahnen schon wieder verloren.

Chris Warnat
Das war nämlich natürlich Redaktionen bekommen auch Exemplare von meinem Buch. Das macht der Verlag allerdings. Also die schicken dann so Mailings raus und schreiben dann nochmal so gezielt Redaktionen an. Das machen die auch nicht für alle Bücher, habe ich jetzt gelernt. Also da bin ich sehr, sehr happy, dass da was passiert, sonst hätte ich das nämlich auch noch selber machen müssen, weil dieses, was Autorinnen heute auch so nebenbei alles machen an Marketing, es ist nicht mehr nur dieses reine Schreiben, es hat sich sehr stark verändert. Also da gehört auch sehr viel. Es ist wie so drei Jobs in einem eigentlich, also Lesung organisieren, PR, Marketing und ja sehr, sehr viele Netzwerken auf jeden Fall auch. Und ich habe früher gedacht, ich bin gar keine Netzwerkerin. Aber diese Form von Netzwerken, die macht mir Spaß. Die finde ich schön. Ich hatte immer dieses Bild von du stehst auf einer Messe und hältst dich an deinem Sektglas fest und das ist ein bisschen cringe und du musst dich dann so an Leute ran schmeißen und die wissen auch genau, du willst was von denen und du brauchst irgendwas. Und das ist halt nicht so richtig auf Augenhöhe und ich finde dieses Netzwerken hat nicht so viel von Klinkenputzen wie man vielleicht meint. Also auch andere Bloggen da anzuschreiben. Könnte sich ja auch komisch anfühlen, weil ich ja eigentlich was von denen will und die so ein bisschen die Multiplikatoren sind, die ich eigentlich brauche, um eine Sichtbarkeits zu bekommen. Aber es ist ein sehr menschlicher und sehr freundlicher Austausch. Es sind ja auch immer Menschen, die hinter solchen Accounts stehen. Und wenn man sich gut versteht, ja, dann ergibt sich das ganz organisch und es fühlt sich nicht nach Klinkenputzen an. Das ist auch für eine introvertierte, eher schüchterne Person für mich, wie mich total machbar. Voll gut. Und so als Mutmacher nochmal. Ja, genau. Das wollte ich mal allen sagen, die vielleicht auch ein bisschen schüchtern sind und introvertiert und denken, oh Gott, davon graut mir so sehr. Oder auch so Redaktionen ansprechen proaktiv. Es ist halb so wild und ich bin immer wieder erstaunt, wie schön auch der Kontakt ist. Jetzt auch gerade verstärkt, um Kontakt mit Buchhandlungen, um eben Lesungen selber auch zu organisieren. Und der Kontakt ist so schön. Die meisten oder alle haben jetzt total nett geantwortet. Und das bestärkt mich darin, das auf weiterhin so zu machen.

Helen
Voll gut. Das wurde hier tatsächlich auch genannt, dass man mit Buchhändern, also der nennt es kooperiert, keine Ahnung, aber für Lesung oder exklusive Signieraktionen. Das ist ja was, was… Also ich erinnere mich, glaube ich, dass du das bei unserem Treffend noch so ein bisschen gruselig fandest, die Vorstellung da irgendwie um Fandung reinzugehen und den das vorzuschlagen, aber das machst du ja mittlerweile. Das ist wahrscheinlich dann doch auch weniger schlimm als gedacht.

Chris Warnat
Ja, aber nicht physisch. Also du wolltest mich ja in die eine Buchhandlung reinschleichen.

Helen
Wir standen schon drin. Wir standen schon drin und du warst kurz davor zu krass zu gehen die einfach mal anzuhauen. Wer ist hier zuständig? Und dann habe ich dich da wieder weggezogen. Ich war auch so richtig unangenehm. Kannst du echt? Nee, aber anscheinend. Ich wette, du hättest es super sympathisch gemacht, aber… Ich habe dann auch immer so Skrupell…

Chris Warnat
Ja, ich habe immer so Skrupell da so im Tagesgeschäft reinzugehen und den auf die Nerven zu fallen, weil ich mir denke, wahrscheinlich kommt da auch da mal jemand rein, rein, dein Buch geschrieben hat und der da mal was auslegen will oder der eine Anfrage hat und so. Und dann sind die in ihrem Tagesgeschäft und es ist viel los und dann müssen sie sich noch mit mir rumschlagen. Also ich wollte den einfach nicht zu Last fallen sozusagen und hab gedacht ich schreib die Liefer erstmal bei Instagram an. Es gibt so ein paar Buchhandlungen mit denen, weil ich eh schon vor verbandelt, die folgen mir und ich folge denen. Und auch schon länger, also ja Marketing fängt auch immer schon viel, viel länger als man vielleicht so meint. Und ja, und dann haben man ja auch wir Instagram geantwortet, dass das cool ist, dass sie dann relativ schnell auf meinem Profil sind und relativ schnell auch sehen, was ich schon so alles gemacht habe, was ich für eine Person bin. Oder ich habe den halt per Mail geschrieben und ja, und das funktioniert auch sehr gut.

Helen
Ja voll gut, das kann ich mir auch richtig gut vorstellen. Und du hast ja deine Lesung. Und ich finde halt Lesung auch immer noch besonders, weil man dich dann kennenlernt. Vielleicht hast du ein bisschen Hintergrund-Infos und so. Also ich gehe super gerne auf Lesung, sagt sie und war irgendwie schon ziemlich lange nicht mehr. Auf einmal habe ich gerade das Gefühl, aber eigentlich mag ich es gerne. Hey, wir können Ende März zu einer Lesung gehen. Zu deiner? Nee, in der Buchhandlung Nippes, da findet nämlich, da findet dann eine Lesung statt. Ich habe mir ein Ticket gesichert, also vielleicht gibt es noch welche, kannst du dir… Aber in der März bin ich glaube ich in Leipzig. Oh, stimmt, da sind alle weg. Ja, ich nicht wahrscheinlich. Ja, Frau Schade, weil die würde ich echt gerne noch treffen. Ja, aber ich finde so Lesung auch toll.

Chris Warnat
Also ich freue mich da richtig drauf, dann in echt die Leute zu treffen, die das Buch mögen, gelesen haben, lesen wollen und dann auch so die Live-Reaktion mitzubekommen, weil es ist ja immer so ein Unterschied, ob dir jemand schreibt, das hat mir gut gefallen. Oder ob du liest, das hatte ich auch letztes Jahr bei der Leipziger Buchmesse, da hab ich zum ersten Mal im Rahmen von Leipzig liest aus dem Unveröffentlichten unredigiert aus dem Skript gelesen. Es war super aufregend, aber es war so toll, so eine Resonanz zu spüren, also so eine unmittelbare Reaktion auf das, was ich gelesen habe, also wie es dann leise geworden sind und wie alle so gebannt zugehört haben. Das war voll schön und auch hinterher die Gespräche mit den Leuten. Das ist ein Teil und da hätte ich auch nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber da freue ich mich total drauf.

Helen
Das kann ich mir richtig gut vorstellen, weil das macht es irgendwie auch ein bisschen realer. Ja, ja. Ja, ja. Also der sagt hier noch Influencer, Kampagne, Autoren oder Promis. Ja. Ja gut. Irgendwie auch leichter gesagt als getan. Obwohl ich gerade so denke, wenn man so zufällig eh, also weil manchmal sehe ich das so, dass dann jemand fragt, also hat vielleicht gerade wieder angefangen zu lesen und fragt nach einer Empfehlung oder so und dann kannst du dich natürlich reinwerfen.

Chris Warnat
Mein eigenes Buch dann, oh Gott. Ich empfehle dir dieses Buch. Nee, da kriege ich total Gänsehaut allein schon bei der Vorstellung. Aber nee, dann empfehle ich, also ich bin ganz gut für andere Kolleginnen, dann zu trommeln und deren Bücher zu empfehlen. Aber dann in die Kommentarspeite zu sliden und mein eigenes Buch zu empfehlen, oh, weiß ich nicht, weiß ich nicht.

Helen
Aber wenn jetzt zum Beispiel jemand fragen würde, ich suche einen Buch, ich suche einen Füller, der in Hamburg spielt. Ja, okay. Dann kann man doch schon sagen, da habe ich was für dich. Könnte man ja so ein bisschen ironisch machen.

Chris Warnat
Ja, das kann ich mir schon eher vorstellen, wenn das ein bisschen engerer Rahm ist und ich habe das Gefühl, da passe ich doch super rein. Also Facebook Gruppen und Foren finde ich auch eher so ein bisschen, keine Ahnung.

Helen
Achso, hier der sagt auch Buchhandlungen dazu bringen, Vorbestellungen zu sammeln, machen die sowas überhaupt?

Chris Warnat
Ja, das ist auch ein ganz wichtiger Teil eben von diesen Vormerkern oder Vorbestellern. Ich weiß gar nicht, ob das dasselbe ist, ob das synonym ist. Ich glaube ja, aber die Frau, die… Die Buchhandlungen müssen auch, bevor das Buch erscheint, Bücher ordern. Da fahren die Vertreterinnen und Vertreter raus in ihren Einzugsgebieten. Sie fahren von Buchhandlung zu Buchhandlung und bringen ihre Programmvorschau mit. Dann blättern die da durch und am Ende bestellen die Buchhändlerinnen und Buchhändler die Bücher, die sie interessant finden. Das ist superwichtig für uns, dass das passiert. Ich hatte das jetzt aber auch zum Beispiel im Rahmen von ich wollte eigentlich Lesungen anfragen. Ein kleiner Tipp. Fangt damit frühzeitig an. Viele haben sehr lange Planungsvorläufe. Ich habe das Gefühl, ich bin jetzt schon relativ spät dran. Das ist jetzt Februar und Mai sollen die Lesungen losgehen und viele sind einfach schon dicht. Also haben ihre ganze Programmplanung schon abgeschlossen. Insofern fangt früh damit an. Aber viele haben, sind dadurch, also durch diese Mail, durch diesen Kontakt aufmerksam geworden, auf mein Buch oder noch mal, auf dieses Buch gestoßen. Und haben mir dann geschrieben, dass sie es super interessant finden, dass sie es lesen und dass sie es auch kaufen und empfehlen wollen. Und das ist so viel Wert. Und darüber freue ich mich jedes Mal total. Und denkt mir, keine Mail ist umsonst. Also jede Mail ist ja auch immer noch mal so ein kleiner Stupser. Hey, ich geb das auch noch in dieses Meer von Neuerscheinungen.

Helen
Voll.

Chris Warnat
Ja. Ja, irgendwie ist das schon krass.

Helen
Also auf jeden Fall jetzt geht es um die exklusiven Boni für Vorbesteller. Das war ja das, was ich auch schon da im Auto zu dir meinte, dass das irgendwie voll den coolen Ansatz auch finde. Und da hatten wir schon so ein bisschen angefangen zu überlegen. Aber ich bin auch immer noch total unsicher, was da, weil ich das Buch ja auch nicht kenne. So finde ich es irgendwie auch zu schnell zu sagen. Aber der schlägt hier zum Beispiel vor so exklusive Kapitel zum Beispiel, eine signierte Karte oder eine limitierte Ausgabe, keine Ahnung, weiß ich nicht, ob das uns so viel bringt. Genau, und wer einen Screenshot der Vorbestellung einsendet, nimmt an einem besonderen Gewinnspielteil oder man könnte natürlich auch sagen, die Person bekommt automatisch irgendwas. Ach ja, und hier schlägt er jetzt vor, Vorbesteller erhalten Zugang zu einem Live-Q&A oder einer exklusiven Lesung. Das finde ich ja eine tolle Idee. Das ist eine super Idee. Und da habe ich ja auch zu dir gesagt, ich finde das sinnvoll, weil wenn das digital ist, also wenn du einmal alle irgendwie versammeln könntest, also man könnte doch auch sagen, man macht eine digitale Lesung mit Q&A am Ende, weil das hast du irgendwie selber in der Hand. Also dann erstens ist es nicht begrenzt, wie viele dabei sein könnten und du bist, also auch da gibt es dann irgendeine Gatekeeper, also da kann die, man sagt nie, machen bei uns nicht oder ist schon ausgebucht. Also ich mag die Idee.

Chris Warnat
Ich gebe euch jetzt mein Live-Einblick in meinen Gehirn. Oh mein Gott. Denn sofort, genau, sofort, also ich habe mein erster Puls war voll die gute Idee und dann dachte ich oh mein Gott und was ist, wenn dann keiner kommt oder nur so drei und dann sitzen wir dazu viert in diesem Zoom-Call und das ist unangenehm. Also ich muss mir noch ein bisschen mehr dieses Mindset angewöhnen und was, wenn es gut wird.

Helen
Da haben wir auch sehr intensiv drüber gesprochen über die Erwartungsmanagement. Ich versuche immer die Erwartung sehr tief zu stapeln und nicht zu viel zu erwarten, um die Fallhöhe ein bisschen runterzuschrauben und da enttäuscht zu sein und du hältst nichts davon. Also Enttäuschungsprophylaxe ist ein Irrglaube, das funktioniert nicht und ich glaube, da hast Das ist auch recht. Weil ich wirklich denke … Bei mir ist es zumindest so, ich bin sowieso enttäuscht. Oder taurig oder so. Also, dann … Keine Ahnung, irgendwie … Das wurde mir mein Leben lang schon gesagt. Ich saur mich nicht zu sehr auf irgendwas freuen. Dann denke ich so, but why? Ich bin hinterher trotzdem traurig. Ähm … Und ich glaube, aber ich glaube vielleicht insofern, Erwartungsmanagement, dass es einfach … Dass du ein tolles Abend hast, Nur du zum Beispiel, da bist du das so oder so vielleicht einfach aus diesem Gefühl heraus. Ich hab hier alles probiert und ich hab mir da was Cooles einfallen lassen, ob es am Ende jemand nutzt. Ist dann irgendwie zweitrangig. Ich versteh das voll so, ne? Gerade wenn da ja auch Arbeitere entsteckt. Aber vielleicht kann man das so ein bisschen ummünzen, dass es trotzdem egal wie viele kommen, dass es so oder so für dich ein schöner Abend ist.

Chris Warnat
Ja, ja, das stimmt. Ich habe halt so ganz krass internalisiert diesen Glaubenssatz, Hochmut kommt vor dem Fall. Also wenn du dich zu doll freust, dann provozierst du quasi, dass das Schicksal zurück schlägt. Also richtig schlimm. Das ist richtig krass eigentlich. Also es ist gut, dass ich das jetzt so bewusst habe, also dass ich verstanden habe, dass das im Hintergrund immer läuft, weil jetzt kann ich damit arbeiten, jetzt kann ich da auch irgendwie was dagegen setzen. Aber ja, klar, also auch wenn da nur drei Leute kommen, bin ich super dankbar, wenn die dann kommen und dann machen wir uns auch einen schönen Abend.

Helen
Ja, ich finde das eine super Idee. Aber auch mit diesen exklusiven Kapiteln zum Beispiel.

Chris Warnat
Also im Lektorat vom ersten Band sind halt zwei Kapitel rausgeflogen, die die Handlung nicht so richtig vorangetrieben haben und die so ein bisschen showstoppermäßig waren, also die so Tempo rausgenommen haben aus dem Ganzen. Und Da hab ich gedacht, die könnte man auch voll gut noch mal recyceln. Dann hab ich die nicht umsonst geschrieben. Und alle, die Bock haben, können die dann noch mal nachlesen. Und ich sag dann auch genau, wo die waren. Und dann könntest du theoretisch beim Lesen des jetzt gedruckten Buches diese Kapitel nochmal einschieben digital.

Helen
Es wäre nur die Frage Spoilern, die die Story, weil es wäre ja. Also die Idee war ja, dass du als Gegenwert für die Vorbesteller, die ja noch nicht das Buch haben. Oder meinst du, das wäre stimmungsdämpfend? Weil ich find die Idee total cool. Gerade auch so, was ist, was du sonst ja wirklich nicht bekommst.

Chris Warnat
Ich könnte die Kapitel ja auch am Tag des Erscheins erst rausschicken, dass ich das einmal gebündelt mache. Weil so ein bisschen Spoiler an die Schaden, das stimmt. Also da finden Sachen statt, die Rückschlüsse zulassen könnten auf die Handlung.

Helen
Ja, und ich mein, das kannst du ja einfach so lang, dass klar ist. Ich mein, das kann man ja auch ein bisschen spielerisch machen. Öffne diese Datei nicht, bevor du das Buch gelesen hast oder sowas. Aber ich finde das freudig. Dann würde ich es ja umso mehr öffnen worden. Das ist… Naja, aber wenn du erklärst, das ist ein bisschen spoiler. Ja, ja. So kann das dir da selber anscheinend. Aber ich finde das… Das stimmt. Das finde ich halt cool, weil das bekommst du sonst nirgends. Weil manchmal bin ich mir ein bisschen unsicher mit so einem exklusiven Kapitel. Also wenn das einfach quasi ein Kapitel aus dem Buch ist, könnte ich mir vorstellen, dann kriegst du auch vielleicht ein rechter Thema. Aber ich denke mir halt so, naja, aber das habe ich dann ja bald. Das brauche ich ja jetzt gar nicht. Und es gibt ja auch immer noch die Leseprobe. Ja. Aber zwei Kapitel, die ich nirgends bekommen kann, das finde ich irgendwie cool. Ja, finde ich auch cool. Das finde ich auch cool. Und das ist da ja auch nicht so aufwendig für mich, dass du organisieren, weil Kapitel sind schon da, ich müsste nur irgendwie einen Weg finden. Wie die dann rausgehen, in welcher Form? Da könnt ihr helfen. Okay, cool. Aber ich mag irgendwie total gerne die Kombi jetzt schon. Also ne, man hat zwei Sachen, also zwei Kapitel, die man nicht woanders lesen kann. Und also ich finde die Idee mit dieser Online-Läsung, wo man auch die Fragen stellen kann im Anschluss oder zwischendurch keine Angst, kann man ja überlegen. Find ich total cool. Also ich denke gerade, das kenne ich so auch nicht. Also es wäre auch mal was anderes. Und dann könntest du halt wirklich sagen, das bekommt ihr, wenn ihr es vorbestellt.

Chris Warnat
Ja, vielleicht könnte ich auch jemanden noch mit ins Boot holen, der oder die das moderiert, also die vielleicht ein bisschen namhafter ist und die dann so ein bisschen das Zugpferd auch ist und nochmal so ein extra Anreiz da rein zu gehen. Und dass ich dann auch nicht so alleine dabei bin, weil ich finde, als Anfängerin noch mal schwierig, mich da so selbst durchzumoderieren. Also das wird, glaube ich, auch noch mal interessant, wenn es dann zu Lesungen kommt, also meine Premierenlesung, die wird moderiert, auch sehr toll moderiert von Romy Fölck, da freue ich mich schon sehr. Aber alle nachfragen in Lesungen werden vermutlich, also die allermeisten so sein, dass ich die selber moderiere. Und das Das finde ich auch schon ganz schön krass, durch so ein Arm selber zu führen und sich da so einen Plan zu machen, was man alles erzählen möchte. Aber ich glaube, wenn so ein Live-Q&A für Vorbestellerinnen dann auch noch cool moderiert wird, also ich hätte da Bock, mir das anzuschauen, wenn ich mich so in die Leserin-Perspektive versetze.

Helen
Ich hätte auch voll Bock drauf. Vielleicht macht man es auch nicht so am Veröffentlichungstag, sondern so ein bisschen filtert. Also ich weiß aber nicht, ob Leute immer lieber … Ich mag beides bei Lesungen, dass ich das Buch nicht kenne oder das ich kenne. Aber zum Fragen stellen könnte es ja eventuell cooler sein, wenn sie zumindest die Möglichkeit hatten, das schon zu lesen. Aber das könnten auch so Dinge sein, die du bei deinem Instagram-Account zum Beispiel auch abfragst oder so. Ja, stimmt.

Chris Warnat
Ich überlege grad so, ich persönlich, mein erster Impuls ist, ich mag eigentlich lieber wenn ich das Buch noch nicht kenne. Sonst können Lesepassagen sehr, sehr lang werden, wenn ich das alles schon gelesen habe. Ja, okay, das stimmt. Es gibt Autorinnen und Autoren, die sehr lange lesen. Ich glaube, da gehöre ich nicht zu. Ich wäre wahrscheinlich eher diejenige, die mal so 3 mal 10 Minuten lest oder so. Und den Rest Werkstattgespräche mache. Weil das ist das, was ich als Zuschauerin immer am tollsten finde. Vielleicht auch, weil ich Nerd bin und weil ich selber schreibe und da natürlich sehr große Ohren bekomme. Aber wenn die dann so erzählen … Wie Sie auf Ihre Ideen gekommen sind und wie Sie schreiben und welche Routinen Sie haben, das finde ich eigentlich das coolste an Lesungen.

Helen
Aber dann macht das doch auch so. Weil ich denke, was dir Spaß macht, macht auch deiner Zielgruppe viel Spaß. Ja. Also ich habe das Gefühl, wir haben es schon. Ist das unser Masterplan?

Chris Warnat
Ja, klingt gut. Also oder? Ich finde es, also ich weiß nicht, was könnte man sonst noch dazu packen? Nee, also da war schon viel dabei, so Bookfluencer, Presse, das Verletzen.

Helen
Nee, aber ich meine zu diesem Vorbesteller Goodie, also diese zwei Sachen finde ich total cool, oder? Also diese zwei exklusiven Kapitel und die Online-Lesung mit Q&A. Ich hab so gedacht, ob deine Lektoren da nicht sonst auch eine gute Moderatorin sein könnte. Total, das würde dir auch super machen. Ja, da kapiere ich euch gegenseitig auch noch sonst Fragen stellen.

Chris Warnat
Ja, oder meine Agentin könnte das auch gut machen. Und stelle dich mal gerade zuvor. Ja, weil die kennt den Text und die weiß, was sie fragen kann und was sie nicht fragen sollte. Das ist beim Thriller ja gar nicht so easy. Der erste Wendepunkt kommt sehr, sehr schnell und ich kann eigentlich nur bis da erzählen. Das ist immer so ein bisschen tricky, auch im Klappentext. Was verrät man da? Und verrät man hoffentlich nicht zu viel.

Helen
Ja, ich überlege gerade, Signieraktionen fällt halt auch da rein, weil du, wenn vor Absag, alle die Vorbestellen bekommen, signiert nach Hause geschickt. Das ist auch nochmal so ein Hebel. Und ich habe halt überlegt, für den Podcast zum Beispiel auch so ein bisschen Merch zu machen. Also Merch, den man auch gebrauchen kann, zum Beispiel so Sticker drucken, wo dann weiß ich nicht Bucky draufsteht oder irgendwelche Tropes und dann kann man sich die auf seine Bücher kleben. Und dann so ganz klein halt mein Podcast-Logo, solche Sachen. Das ist dann aber wieder über Bande gespielt. Also das ist dann ja nicht so direktes Buchmarketing, sondern eher den Podcast bewerben. Ich finde es für dich halt auch einfacher, wenn es was ist, was du digital durchführen kannst. Bei Russen ist halt ja eh schon ziemlich viel. Also und für einen Teil kannst du davon ja auch, also das exklusive Kapitel oder die zwei, die verschickst du halt einmal dann so an alle. Weil also einfach auf persönliche Erfahrungen. So wenn alles was du einzeln irgendwie an jemanden verschicken musst, ist das echt auch viel Arbeit und in der Zeit wirst du ja wahrscheinlich eh recht viel um die Ordnung. Aber es könnte ja sein, dass du vor allen Dingen bewirbst an dieser einen Stelle das Buch vorzubestehen, weil man es da signiert bekommt. Und als zweiten Schritt aber irgendwie dir halt diesen Nachweis zu schicken, dass man es vorbestellt hat, damit man die Goudis bekommt.

Chris Warnat
Ja, und genau, ein Hebel kann auch auf jeden Fall sein, Ads zu schalten, also Anzeigen zu schalten, sei es beim großen A oder eben bei Insta. Ich bin jetzt kein Fan davon, Meta Kohle in den Rachen zu schmeißen, aber ja, wenn du halt deine Reichweite ein bisschen erhöhen willst und Buchmarketing machen willst, ich glaube, dann ist das ziemlich unerlässlich, das mal zu machen. Steht auch auf meiner Liste hinter mir. Ich kann das ja nicht so einschätzen, weil da geht relativ viel natürlich auch an Geld weg irgendwie.

Helen
Aber das sagt übrigens auch ChatGPT, Facebook und Instagram ads, TikTok-Kampagne. Ein virales Video über den Twist des Thrillers kann wunder bewirken. Kein Problem. Nichts leichter als das. Also und dann sagt er noch, die finale Verkaufswelle ist zwei Wochen, zwei bis vier Wochen vor dem Release. Und dann sagt er einen täglichen Account on Social Media mit spannenden Facts oder Zitaten. Kommt mir auch ein bisschen vorbereitungsintensiv vor und dann letzter Vorbestellungsboost. Das ist glaube ich unrealistisch ein Rabatt für die letzten Tage oder eher eine zusätzliche Belohnung wahrscheinlich. Weil wir haben ja die Buchpreisbindung, wir können keinen Rabatt anbieten. Er meint da, wie ein Newsletter noch so in so vier Tagen sichere dir dein exklusives Extra. Also ChatGPT sagt auf jeden Fall, weil ich hatte nach 5.000 Vorbestellungen gefragt, was ja die unterste Grenze war, sind realistisch, wenn du Social Media, Influencer, Presse und Buchhandel clever kombinierst. Und er sagt, Thriller sind ideal für virales Marketing, nutze TikTok und spannende Cliffhanger um Neugier zu wecken. Da weiß ich gar nicht, wie du das gerade bei TikTok eigentlich machst.

Chris Warnat
Ich hab TikTok schon wieder so ein bisschen vernachlässigt, weil ich da ziemlich in so ein Rabbit Hole gefallen bin. Das kann ich wieder so gut vorstellen. Ich muss es auch vorher. Aus dem Grund hab ich auch ganz lange diese App nicht auf meinem Handy gehabt. Ich hab's jetzt auch wieder runtergeschmissen, weil ich von einer Creatorin zu einer Konsumentin geworden bin. Also der Algorithmus hat mich sehr schnell kennengelernt und wusste genau, was was mich interessiert und ich habe da viel zu viel Zeit verplempert. Und irgendwie, ich glaube, das geht aber allen so, dass wie TikTok eigentlich funktioniert und wann welches Video funktioniert, das ist ja irgendwie auch noch nicht so ganz klar. Deswegen habe ich da jetzt erst mal Abstand genommen und dachte, ich glaube, meine Zielgruppe ist auch eher auf Instagram und vielleicht auch Facebook unterwegs und dass ich mich da so drauf fokussiere, weil es ist ja auch immer eine Frage von Ressourcen. Wo gibst du deine Energie rein? Ich kann nicht alle Plattformen spielen. Ab und zu poste ich auch was auf LinkedIn, weil das einfach mein Jobnetzwerk ist, weil da viele ehemalige Kolleginnen und Kollegen sind aus dem Journalismusbereich. Und ich bin da natürlich auch erhoffe, dass die auf mich aufmerksam werden und mich anfragen für Interviews oder so. Eine Sache, die wir jetzt noch nicht besprochen haben, ist LovelyBooks. Das ist mir eben eingefallen, als ich auf meine Schultafel hier geschaut habe. Oder eben andere Lesegruppen, die es auch gibt. Ich glaube Goodreads ist das nicht auch so eine Plattform, wo man irgendwie oder vorablesen.de. Ja, mit denen kenne ich mich alle gar nicht aus, ehrlich gesagt.

Helen
Ja, ich mich auch noch nicht so richtig. Aber da geht es eben darum. Wobei du da einkommst, ehrlich gesagt.

Chris Warnat
Ja, also entweder kauft der Verlag die Leserunde, dann moderiert der Verlag sie oder du moderierst sie selber und am Anfang musst du, glaube ich, müssen die sich darauf bewerben. Dann kuratierst du, dann suchst du aus, wie viele sollen es am Ende sein, dann 20 Stück, dann werden die angeschrieben, bekommen die Bücher, lesen und verpflichten sich aber auch, dann Rezensionen eben auf den großen Plattformen zu hinterlassen. Das ist halt super wichtig, um die Algorithmen auf den jeweiligen Verkaufsseiten zu pushen, also bei Thalia und eben Amazon und so weiter. Wenn die sehen, da kommen viele Rezensionen rein, dann wird dein Buch auch noch mal verstärkt ausgespielt.

Helen
Ach so, bei dem Grund hatten wir auch noch gar nicht, dass ja nach den Vorbestellungen im Grunde das wichtigste, die Rezensionen sind. Und da kann man sich ja im Grunde dann nochmal so eine eigene Aktion überlegen. Aber irgendwie denke ich, da könnte natürlich deine E-Mail-Liste von Vorteil sein, weil du dann nochmal quasi die Fühle ausstrecken kannst und dann kannst du es inzwischen gelesen. Hört mich wahnsinnig über oder du schreibst das halt schon in dieser erste E-Mail. Aber ich glaube, das ist auch vielen gar nicht so bewusst, wie wichtig auch Rezensionen… Ich wusste das auch überhaupt nicht. Also auch, dass natürlich diese Verkaufsplattformen auch wiederum eigene Algorithmen haben, die man füttern muss und die man auch bespielen kann und ein bisschen beeinflussen kann. Das war mir auch nicht so richtig klar.

Chris Warnat
Weißt du, was ich noch gehört habe, was ich total interessant fand, dass sehr, sehr gute Rezension gar nicht mal so gut sind für ein Buch. Also am besten, das Ideale ist, frag mich nicht, wer mir das erzählt hat, aber es hat sich bei mir sehr festgesetzt, die ideale Rezension, also im Durchschnitt ist 3,5, weil zu gute Rezensionen, Leute abschrecken, das Buch zu lesen, weil sie dann denken, das ist irgendwie zu komplex, zu hoch für sie, keine Ahnung. Und bei 3,5 denken sie ja cool, das ist doch irgendwie, da hab ich einen guten Zugang zu. Ich fand das sehr verblüffend. Meine Lektorin hat das bestätigt, als ich sie danach gefragt hab. Ja, total. Deswegen freut euch auch über drei, zwei Einsterne, die euren Schnitt ein bisschen runterziehen. Vielleicht führt das dazu, dass irgendjemand das sieht und euer Buch liest.

Helen
Ist ja voll verrückt.

Chris Warnat
Ja, crazy, ne? So ein bisschen, ja.

Helen
Also ich muss sagen, bei Büchern gucke ich nie auf Rezensionen. Ich auch nicht. Interessiert mich eigentlich nur, ja, ich überleg grad, was mich da interessiert, aber ich grad vor allem Empfehlung oder wenn mich der Klappentext anspricht. Aber natürlich muss es dafür überhaupt irgendwo erscheinen, dass ich sehen kann. Und dafür sind dann halt Rezensionen wichtig. Ja, stimmt.

Chris Warnat
Ich hab auch gestern noch darüber nachgedacht, dass ich nie auf irgendwelche Seiten gehe und gucke, wie das Buch rezensiert ist. Einerseits, weil oft kann ich da nicht so viel drauf ziehen. Ist so subjektiv, also selbst wenn man allerliebstes Lieblingsbuch hat, schlechte Rezensionen. Und die kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und hätte ich mich darauf jetzt verlassen, hätte ich dieses Buch vielleicht nie gelesen. Also, sie aufmerksam zu fragen. Ja. Und bei mir ist es inzwischen echt so, dass ich Empfehlungen bekomme und dann direkt in die Buchhandlung gehe und mir die Sachen eben kaufe, also ohne Umwege.

Helen
Also auf jeden Fall sagt ChatGPT auch ein exklusives Vorbestellerangebot. Kann den entscheidenden Kaufanreiz bieten. Und ich kann mir das echt gut vorstellen, weil ich ehrlich gesagt jetzt… Also da muss ich schon krass heibt sein, dass ich das so ohne weiteres einfach immer… Also das habe ich früher glaube ich gar nicht gemacht, ehrlich gesagt. Mittlerweile, jetzt wo ich ja auch weiß, wie relevant das ist, ist das nochmal was anderes. Aber ich glaube, für die meisten ist irgendein Anreiz schon relevant, weil man sich sonst ja denkt, kann ich ja immer noch kaufen, wenn es raus ist. Deswegen, das finde ich eigentlich recht schlüssig. Und im Grunde kostet es sich nur Zeit und nicht direkt Geld. Weil das finde ich bei diesen ganzen Ad-Sachen auch krass. Oder auch wenn du irgendwelche Bücher verschickst, du hieß da auch krass in Vorleistung und irgendwie was nicht.

Chris Warnat
Ja. Ich dafür kenne ich mich zu wenig aus, da kann ich mir keine Urteil drüber erlauben, aber ich finde das ein bisschen krass.

Helen
Ja, es ist super krass.

Chris Warnat
Es gibt auch Genres, wo das noch mal krasser ist. Im New-Adult-Bereich, ich habe ein paar befreundete Autorinnen, die da schreiben. Und ich glaube, das ist gar nicht so transparent für Leserinnen und Leser, was die alles in Eigenleistung machen. Also diese Bloggerboxen, die es dann zum Teil gibt, haben die selber gepackt, von ihrem privaten Geld eingekauft, zum Teil selber hergestellt, die Goudis und so, selber verschickt. Und das ist so zeitintensiv und wie viel Liebe und Mühe die da reinstecken, das ist schon wirklich krass.

Helen
Ja, also das finde ich auch total krass. Vielleicht hilft das so ein bisschen dabei, dass man es auch noch ein bisschen mehr wertschätzt, alles. Aber hast du das Gefühl, wir haben so ein bisschen, dass das so ein bisschen rund ist. Ich meine, wir haben jetzt auch nur eine Stunde, glaube ich. Ja, ja.

Chris Warnat
Doch es fühlt sich eigentlich gut an. Ich glaube, wir haben alle relevanten Aspekte angesprochen, oder? Wahrscheinlich schon.

Helen
Also ich meine, das Zyklus-Thema habe ich jetzt nicht mehr aufgemacht, weil wir sonst überziehen. Aber das kann ich dir gleich noch mal schicken, weil wir vorher die Theorie aufgestellt haben, dass das schon… Also ich finde es auch nicht nur eine Theorie. Ich habe mich jetzt ein bisschen damit beschäftigt. Und es gibt einfach gewisse Aufgaben, die besser in gewisse Zyklus-Phasen passen. Aber das kann man ja selbst noch mal bei ChatGPT eingeben.

Chris Warnat
Ja, ich finde dieses Zyklus-Thema zwar auch mega spannend, auf fürs Schreiben, weil ich auch immer merke, so vor meinen Tagen darf ich keine Liebesszenen schreiben, weil die werden ultrapathetisch. Also, da muss ich hinterher auf jeden Fall sehr viele Adjektive löschen. Da trage ich immer ein bisschen zu dick auf. Also, ich find das schon irgendwie lustig, wenn man das einmal auf dem Schirm hat, in welchen Phasen man was am besten macht, das auf dem Schirm zu haben. Ja, schicke ich dir gleich auf jeden Fall.

Helen
Aber wenn ihr jetzt quasi diesen fünfstelligen Service von uns kaufen wollt, dann findet ihr alle Infos in den Show Notes. Ist natürlich Quatsch. Wir freuen uns am meisten über Vorbestellung für Chris' neues Buch. Stimmt, das heißt 15. Ich denke es gibt vielleicht jetzt auch Buddies dafür.

Chris Warnat
Ja vielleicht, ich muss mal schauen. Also ich glaube, ich habe auch noch gar nicht gesagt, wie es heißt. Also das ist bei Marketing auch ganz wichtig, Leute, dass ihr immer den Titel eures Buches nennt. Am besten ganz am Ende der Podcast-Aufnahme, damit es auch alle mitbekommen. Also das Buch heißt 15 Sekunden. Es ist der Auftakt einer neuen Spannungsreihe um den Hamburger Mordermittlerin Wase Rahimi. Band 2 erscheint stand jetzt, im Frühjahr 26. Genau, und es erscheint, also Band 1 erscheint am 14. Mai im Penguin Verlag.

Helen
Gar nicht mehr so lange hin.

Chris Warnat
Gar nicht mehr lange.

Helen
Und da können wir ja auf jeden Fall verlinken, wo man das vorbestellen kann. Also ich meine, das kippt wahrscheinlich über, kann man überall vorbestellen, aber wir haben es auf jeden Fall noch mal verlinkt. Ich fand es irgendwie spannend, ich bin ein bisschen gespannt, wie so die Reaktionen sind, weil das haben wir ja so auch noch nie gemacht. Lass uns da gerne mal wissen, wie ihr das so fandet. Und ich bin total gespannt, ob unsere total ausgefeilte Strategie aufgeht.

Chris Warnat
Ich habe das Gefühl, ich kann nichts mehr schiefgehen. Nee, genau. Wenn ich das alles mache und beherzige, dann kann das nur gut werden. Also, ja.

Helen
Es wird auf jeden Fall gut. Es wird auf jeden Fall richtig, richtig gut.

Chris Warnat
Ja. Ich mag deinen Optimismus. Ich muss mir da eine Scheibe von abschneiden. Das haben wir schon gemerkt, dass ich immer so … Mit einem pessimistischen Blick da rangehe.

Helen
Du nimmst dir nur die Vorfreude, Chris. Ich freu dich drauf, es ist so cool.

Chris Warnat
Ich denke, hat was, ja, recht. Lass es zu. Okay, ich versuche es. Ganz vielen Dank.

Helen
Vielleicht können wir ja auch noch mal Vorfreude an Chris schicken. Ich glaube, es käme gut an, wenn einfach immer, so jeden Tag eine Nachricht kommt. So, hey, das wird super. Das wäre wirklich schön. Das wäre der Auftrag an alle Mädels, die lesen.

Chris Warnat
Wow, okay, wenn jetzt alle schreiben, Postfach! Weißt du, wofür das gut ist? Für den Algorithmus. Ja, ist das gut? Ich weiß es nicht. So viele unbeantwortete Nachrichten. Also es wäre natürlich von Vorteil, wenn du irgendwie darauf reagierst. Ja, nach und nach. Aber das wird ja dauern, wenn alle schreiben. Das wäre voll krass.

Helen
Also mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, mal so ein bisschen zu brainstormen. Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt, ob euch das auch Spaß gemacht hat. Schaut auf jeden Fall mal in den Link in den Show Notes vorbei. Ich würde sagen, wir trinken unseren nicht frisch gepressten Orangensaft zu Ende.

Chris Warnat
Sehr gerne. In Hamburg.

Helen
Und verabschieden uns an der Stelle von den Mädels, die lesen.

Chris Warnat
Ganz vielen Dank, dass ich da sein durfte. Danke dir auch. Tschüss, ja alle. Ciao. Tschüss.

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