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Podcast · Folge 58
Buchclub an der VHS: Wie Helen Dozentin wurde
Eine E-Mail an fünf Volkshochschulen, vier Kurse in drei Jahren, 44 Euro pro Samstag – eine Solofolge, die alle Fragen aus der Community beantwortet
Stand heute
Diese Folge ist im Februar 2024 erschienen, zwei Monate nach Helens letztem VHS-Termin. Alle Zahlen darin – die Honorarsätze, die 2.100 Instagram-Mitglieder in der Anfrage-Mail von 2021, die Kursgrößen – sind der Stand von damals. Eine Zahl hat sich seither geändert: Der Übungsleiterfreibetrag, den Helen am Ende erwähnt, lag 2021 bis 2025 bei 3.000 Euro im Jahr und ist seit Januar 2026 auf 3.300 Euro gestiegen.
Kurz nach Weihnachten 2023 kam eine Nachricht aus der Community: Gibt es eigentlich eine Folge darüber, wie du deine Buchclubs bei der VHS gemacht hast? Gab es nicht. Helen hat in der Story nachgefragt, ob das jemanden interessiert – 94 Prozent sagten ja – und die Fragen gesammelt. Diese Solofolge beantwortet sie alle: wie sie 2021 ohne jede Qualifikation Kursleiterin wurde, wie ein Termin abläuft, was sie dafür bekommen hat und was sie rückblickend anders machen würde. Wer selbst mit dem Gedanken spielt, bekommt hier die komplette Vorlage.
Eine E-Mail an fünf Volkshochschulen
Die Idee kam Anfang 2021 aus heiterem Himmel: Ein Buchclub, wie er bei Mädels, die lesen seit einem Jahr online lief, müsste sich doch auch für eine Volkshochschule eignen. Eine kurze Suche zeigte, dass es so etwas an manchen Volkshochschulen schon gab – für Helen reichte das als Beleg, dass das Konzept funktioniert. Sie suchte die Volkshochschulen im Umkreis von Bonn heraus – Rhein-Sieg, Bonn, Köln, Bornheim-Alfter, Troisdorf und Niederkassel – und schrieb am 5. Februar 2021 alle fünf an. An die allgemeine Info-Adresse, mit einer Mail, die sie einfach kopiert hat.
Die Mail liest sie in der Folge komplett vor. Sie ist kurz: wer sie ist, dass der Instagram-Buchclub seit Ende Januar 2020 stetig wächst und über 2.100 Mitglieder hat, dass so ein Buchclub in abgewandelter Form eine Kursidee für die VHS wäre und sie sich als Kursleiterin anbieten würde. Dazu der Hinweis, dass der Kurs online, einmalig oder ein Semester lang, auf Deutsch oder Englisch laufen könnte. Kein Anhang, nur der Link zur Website – die damals, wie sie sagt, noch längst nicht so hübsch war wie heute.
So richtig habe ich aber auch nicht dran geglaubt, weil: Wer bin ich denn, einen Kurs zu leiten?Helen
Die VHS Bonn antwortete noch am selben Tag. Eine Volkshochschule wollte sich melden und tat es nicht, eine antwortete gar nicht, mit allen anderen gab es bald Telefonate oder Videocalls. Und die VHS Bonn nahm den Kurs kurzfristig ins laufende Frühjahrssemester auf: Ab dem 16. Februar war er online buchbar, keine zwei Wochen nach der Anfrage, am 27. März ging es los. Fünf Personen hatten sich angemeldet – genau die Mindestteilnehmerzahl. Für einen Kurs, der nicht im gedruckten Programmheft stand und erst anderthalb Monate vorher überhaupt bekannt wurde, fand Helen das ziemlich gut.
Vier Kurse an drei Volkshochschulen
Der Bonner Kurs war der erste und der letzte: von März 2021 bis Dezember 2023 fast durchgängig einmal im Monat, samstags von 11 bis 12.30 Uhr, online und auf Englisch – englische Bücher, englische Gespräche, entspannt nach dem Frühstück. Am Anfang bot Helen ihn zusätzlich als Sommerferienprogramm an, sodass es faktisch keine Pause gab. Die Gruppe blieb über die Semester weitgehend dieselbe; die meisten meldeten sich jedes Mal neu an. Zwischendurch wurde die Höchstzahl auf 14 erhöht, und trotzdem gab es eine Warteliste.
Ab dem Herbstsemester 2021 kamen drei weitere Kurse dazu: bei der VHS Rhein-Sieg ein deutschsprachiger Buchclub mit Büchern von Frauen und ein englischer, in dem meist dieselben Bücher gelesen wurden wie in Bonn – beide mit zwei Stunden pro Termin, was ihr ehrlich gesagt zu lang war. Und bei der VHS Siebengebirge ein Präsenzkurs zu Feminismus, Diversity und Rassismus, in dem sich, weil man wirklich zusammensaß, eine ganz andere Vertrautheit aufbauen ließ. Nur mit der VHS Köln kam kein Kurs zustande: Die Ansprechpartnerin dort und Helen hatten unterschiedliche Vorstellungen davon, wie so ein Kurs aussehen sollte – und Helen wusste, dass ihr nur ein lockerer Austausch Spaß machen würde, kein Literaturzirkel.
Wie ein Termin abläuft
Das Rezept ist in allen Kursen dasselbe wie bei Mädels, die lesen: Wir lesen Bücher und sprechen darüber, ohne Zwang und ohne Vorwissen. Helen bringt zu jedem Termin zwei Vorschläge mit, die Gruppe stimmt am Ende ab, das Buch mit den meisten Stimmen wird bis zum nächsten Mal gelesen. Vorschläge aus der Runde flossen ein, aber viele fanden es angenehm, sich überraschen zu lassen. Die Titel waren meistens Bücherschrankfunde oder Bücher, die bei unseren Leserunden aus der Auswahl geflogen waren.
Den Ton setzt schon die Kursbeschreibung – Helen liest die aus dem Programm der VHS Rhein-Sieg vor: Sie lesen gerne und möchten sich mit anderen austauschen, dann sind Sie hier richtig. Die Sie-Form war Vorgabe der VHS; zu Beginn jedes Kurses fragte sie, ob alle mit dem Du einverstanden sind. Vorbereitete Fragen gab es nie. Ihr Ansatz war ein Gespräch: Jede erzählt, was sie beim Lesen gefühlt hat – und selbst wenn das Langeweile war, lässt sich darüber reden. Die Bücher, die nicht gut ankamen, waren oft die, über die am besten diskutiert wurde. Am Anfang schaute sie, dass alle einmal zu Wort kommen, danach ließ sie es laufen. Nach anderthalb Stunden, sagt sie, ist bei ihr die Luft raus – deshalb sind auch unsere digitalen Buchclub-Treffen nie länger.
Was es kostet und was es bringt
Der Verwaltungsaufwand ist klein: vor jedem Semester ein Vertrag, während der Termine eine Anwesenheitsliste, am Ende die Honorarabrechnung. Das Geld kommt nicht nach jedem Termin, sondern zum Semesterschluss. Helen hat den Teilnehmer*innen nach jedem Termin selbst eine Mail mit dem nächsten Buch geschickt – rückblickend rät sie davon ab: Der Kontakt läuft eigentlich über die VHS, und wer direkt schreibt, bekommt auch die Absagen, die sonst dort landen.
Über das Geld hatte sie vorher nicht nachgedacht, und niemand hat danach gefragt – deshalb rechnet sie es in der Folge vor. Das Honorar lag je nach VHS bei 20 bis 21 Euro pro Unterrichtseinheit, ein Samstagvormittag brachte also etwa 44 Euro. Für anderthalb Stunden vielleicht in Ordnung. Aber ein Buch hat rund 300 Seiten, und bei ein bis anderthalb Minuten pro Seite sind das fünf bis siebeneinhalb Stunden Lesezeit im Monat. Rechnet man alles zusammen, bleibt ein Stundenlohn von knapp fünf Euro. Sie findet es grundsätzlich richtig, dass Volkshochschulen weniger zahlen können, weil das Konzept ist, dass Kurse für kleines Geld zugänglich sind. Nur hätte sie sich darüber vorher mehr Gedanken machen können: Ein fester Kurs, der jedes Semester gleich abläuft, verlangt die Vorbereitung nur einmal – ein Buchclub verlangt sie jeden Monat neu.
Ganz am Ende fällt noch ein Stichwort: die Übungsleiterpauschale, über die solche Honorare bis zu einer Jahresgrenze steuerfrei bleiben können. Helen sagt selbst dazu, sie sei sich nicht sicher und man solle das lieber abklären, statt auf sie zu hören.
Zur Einordnung: Der Übungsleiterfreibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG gilt für nebenberufliche Lehr- und Betreuungstätigkeiten im Auftrag öffentlicher Einrichtungen. Er lag 2021 bis 2025 bei 3.000 Euro im Jahr und liegt seit 2026 bei 3.300 Euro. Ob er im eigenen Fall greift, klärt man mit dem Finanzamt oder einer Steuerberatung.
Braucht man eine Qualifikation?
Nein. Helen musste sich nach der Anfrage-Mail nicht weiter ausweisen; vielleicht hat sie einmal einen Lebenslauf geschickt, aber darin hätte nichts gestanden, was sie mehr qualifiziert als der Buchclub selbst. Geholfen hat, dass sie ein Konzept vorweisen konnte, das nachweislich funktioniert. Sie kennt aber auch Frauen aus dem Buchclub, die sich haben inspirieren lassen und einfach bei ihrer örtlichen VHS angefragt haben – ohne vorher einen Buchclub gegründet zu haben. Ihr Eindruck: Volkshochschulen freuen sich über neue Ideen, und für ein Gesprächsformat ist man qualifiziert, wenn man gern liest. Dass sie zwei englische Kurse gegeben hat, obwohl Englisch nicht ihre Muttersprache ist, sondern aus einem Au-pair-Jahr in Schottland und dem Studium stammt, war auch kein Hindernis.
Einfach mal wagen
Die Rückmeldungen waren durchweg gut, die Kurse immer voll genug, in Bonn mit Warteliste. Helens Rat ist deshalb einfach: Wer die örtliche VHS anschreibt, riskiert höchstens ein Nein. Und wenn der Kurs ins Programm kommt, ist das Schlimmste, dass sich niemand anmeldet. Beides ist verkraftbar. Das Größte für sie selbst war etwas anderes: dass im Programmheft das Wort Dozentin stand – etwas, das sie sich bis zu diesem spontanen Einfall Anfang 2021 nie zugetraut hätte.
Wenn du deiner Volkshochschule selbst einen Buchclub vorschlagen willst, hörst du in dieser Folge die komplette E-Mail, mit der Helen 2021 angefragt hat – und die Rechnung, die sie erst hinterher gemacht hat.
Die ganze Folge hören
Häufige Fragen
Wie bewerbe ich mich als Kursleiterin bei der VHS?
Helen hat am 5. Februar 2021 eine kurze E-Mail an die allgemeine Info-Adresse von fünf Volkshochschulen im Umkreis von Bonn geschickt – ohne Anhang, nur mit dem Link zur Website. Darin: wer sie ist, dass sie den Buchclub seit Januar 2020 leitet, wie viele Mitglieder er hat, und die Idee, das Format als VHS-Kurs anzubieten. Die VHS Bonn hat noch am selben Tag geantwortet. Den kompletten Wortlaut der Mail liest sie in der Folge vor.
Brauche ich eine Qualifikation, um einen VHS-Kurs zu leiten?
Helen musste keine vorweisen. Nach der Anfrage gab es Telefonate oder Videocalls, mehr nicht. Von Vorteil war, dass sie ein funktionierendes Konzept zeigen konnte. Sie kennt aber auch Frauen aus dem Buchclub, die ohne eigenen Buchclub bei ihrer VHS angefragt haben. Für ein Gesprächsformat wie ihres reicht es, gern Bücher zu lesen – und das ist von VHS zu VHS verschieden.
Was verdient man mit einem Buchclub-Kurs an der VHS?
Bei Helen lag das Honorar je nach VHS bei 20 bis 21 Euro pro Unterrichtseinheit, also rund 44 Euro für einen Samstagvormittag mit zwei Einheiten. Rechnet man die Lesezeit für ein 300-Seiten-Buch dazu, kommt sie auf knapp fünf Euro pro Stunde. Bezahlt wird nicht nach jedem Termin, sondern am Ende des Semesters.
Wie läuft so ein Buchclub-Termin ab?
Einmal im Monat, anderthalb Stunden, bei Helen samstags von 11 bis 12.30 Uhr online. Sie bringt zwei Buchvorschläge mit, die Gruppe stimmt am Ende des Termins ab, und das Buch mit den meisten Stimmen wird bis zum nächsten Mal gelesen. Vorbereitete Fragen gibt es nicht: Alle erzählen, was sie beim Lesen gefühlt haben – und die Bücher, die nicht gut ankamen, geben oft die besten Gespräche her.
Ist das Honorar steuerfrei?
Helen erwähnt in der Folge die Übungsleiterpauschale und sagt selbst, dass sie das nicht sicher weiß und man es abklären sollte. Der Übungsleiterfreibetrag nach Paragraf 3 Nummer 26 des Einkommensteuergesetzes gilt für nebenberufliche Lehr- und Betreuungstätigkeiten im Auftrag öffentlicher Einrichtungen und liegt seit 2026 bei 3.300 Euro im Jahr (2021 bis 2025: 3.000 Euro). Ob er im eigenen Fall greift, klärt man am besten mit dem Finanzamt oder einer Steuerberatung.
Die ganze Folge zum Nachlesen
Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist die Aufnahme. In dieser Solofolge spricht durchgehend Helen. Intro, Outro und der eingesprochene Hinweis auf die Schmökerrunde sind nicht Teil der Folge selbst und stehen deshalb nicht hier; ein Name aus der Community ist durch die Rolle ersetzt.
Helen
Hello, hello! Ich habe heute mal eine etwas andere Folge für dich vorbereitet. Und zwar hat mir jemand aus der Community am 26.12. folgende Nachricht geschrieben. Ich habe mich mit einem Freund über analoge Buchklubs unterhalten und mich daran erinnert, dass du lange Zeit bei der VHS Kurse gegeben hast. Daher wollte ich da gerne mehr darüber mit ihm teilen. Habe aber in den Highlights nichts dazu gefunden und auch in den Beschreibungen der Podcast-Folgen nicht auf Anhieb. Gibt es zufällig eine Folge, wo du ausführlich darüber erzählst?“ So, und tatsächlich gab es die bisher nicht.
Helen
Und weil ich unsicher war, wie viele sich für so eine Folge jetzt interessieren würden, habe ich das in der Story abgefragt. Und da haben dann ganze 94% angegeben, dass sie das Thema spannend fänden, womit ich jetzt ehrlich gesagt gar nicht so gerechnet hätte. Aber freut mich natürlich. Ich habe dann auch gleich abgefragt, was ihr denn wissen möchtet und diese Fragen beantworte ich heute. Wenn du also jemanden kennst, für den oder die das Thema auch interessant sein könnte, dann teilt diese Folge gerne. Wo fange ich an? Also vielleicht einmal zum Hintergrund.
Helen
Ich habe zwischen Anfang 2021 und Ende 2023 zeitweise parallel an drei verschiedenen Volkshochschulen hier in der Umgebung vier Kurse angeboten. Alle vier VHS-Kurse waren Buchklubs, zwei auf Deutsch, zwei auf Englisch und drei davon online, einer in Präsenz. Wie ist es dazu gekommen? Anfang 2021 kam mir die Idee, also ich glaube wirklich so irgendwie aus heiterem Himmel, dass so ein Buchclub-Format, wie ich das mit Mädels, die lesen zu dem Zeitpunkt dann ja auch schon ein Jahr erfolgreich online durchgeführt habe, sich ja eigentlich auch für eine VHS eignen könnte.
Helen
Ich hatte das dann so stichprobenartig gegoogelt und zumindest gesehen, dass es sowas an manchen Volkshochschulen in der Vergangenheit mal gab oder vielleicht auch aktuell angeboten wurde. Also zu dem Zeitpunkt. Und ich dachte mir, das reicht als Proof of Concept. Das sollte doch interessant sein für Volkshochschulen in der Umgebung. Dann habe ich gegoogelt, welche Volkshochschulen es hier in der Umgebung gibt. Also ich wohne in Bonn. Was es da im Umkreis von Bonn so gibt. Da bin ich auf die VHS Rhein-Sieg, die VHS Bonn, die VHS Köln, die VHS Bornheim-Alfter und die VHS Troisdorf und Niederkassel gestoßen.
Helen
Und alle fünf habe ich am 5. Februar 2021 auch angeschrieben. Also vermutlich waren es sogar eher sechs, weil ich zumindest später auch einen Kurs bei der VHS Siebengebirge angegeben habe. Aber die habe ich jetzt nicht mehr gefunden. Vielleicht war die auch Bestandteil einer dieser anderen Volkshochschulen, da bin ich jetzt nicht mehr ganz sicher. Ich habe also wirklich einfach eine E-Mail an diese allgemeine Info-E-Mail-Adresse geschrieben und meine E-Mail auch sehr simpel gehalten und die auch einfach gecopypastet.
Helen
Sehr geehrte Damen und Herren, ich leite den Instagram-Buchclub Mädels, die lesen, in Klammern auch noch mal @maedelsdielesen, den Sie auch über die Webseite www.maedelsdielesen.de finden. Ich habe den Buchclub Ende Januar 2020 gegründet und er wächst seitdem stetig. Mittlerweile sind es über 2100 Mitglieder, bei einer Interaktionsrate von 10,38%. Ich hatte nun die Idee, dass so ein Buchclub natürlich in abgewandelter Form doch eine tolle Kursidee für die VHS XY, also die, die ich dann jeweils angeschrieben habe, wäre und würde mich gerne dafür als Kursleiterin anbieten.
Helen
Durch eine kurze Google-Suche habe ich auch gesehen, dass andere Volkshochschulen in Deutschland dies bereits anbieten bzw. angeboten haben. Der Vorteil ist, dass man solch einen Kurs auch bei Bedarf gut online stattfinden lassen kann. Man kann ihn einmalig stattfinden lassen oder ein Semester lang, jeweils einmal im Monat, auf Deutsch oder auf Englisch. Auch für die Ausgestaltung gäbe es viele Möglichkeiten und bei grundsätzlichem Interesse ihrerseits stelle ich Ihnen gerne ein genaueres Konzept vor. Ich freue mich von Ihnen zu hören. Herzliche Grüße, Helen Daughtrey. So, Betreff: Anfrage für ein Kursangebot.
Helen
Also wirklich sehr, sehr simpel, auch kein Anhang, nur der Link zur Webseite und Dazu muss man auch sagen, die war zu dem Zeitpunkt echt noch nicht so hübsch wie jetzt. Es war meine, quasi meine Vorgängerversion, bevor meine Kollegin dazugekommen ist und ich habe halt gedacht, ich schreibe mehrere an, vielleicht bekomme ich dann irgendwo eine Antwort. So richtig habe ich aber auch nicht dran geglaubt, weil, wer bin ich denn, einen Kurs zu leiten?
Helen
Tatsächlich war es aber sogar so, dass die VHS Bonn mir noch am selben Tag geantwortet hat und ich glaube, ich hatte von einer VHS die Antwort bekommen, sie würden sich melden, haben es dann aber irgendwie nicht getan und ich glaube, einer hatte gar nicht geantwortet. Alle anderen haben sich mehr oder weniger zeitnah gemeldet und gesagt, dass sie Interesse hätten und mit allen hatte ich dann auch relativ bald Telefonate bzw. Video-Calls. Bei der VHS Bonn war es dann auch so, dass sie mich einfach kurzfristig noch ins Frühjahrssemesterprogramm aufgenommen haben. Also ich meine, das ist das Frühjahr-Sommer-Semester.
Helen
Also wirklich kurzfristig der Kurs war ab dem 16. Februar online buchbar. Also nicht mehr zwei Wochen nach meiner Anfrage. Und gestartet sind wir dann am 27. März. Zu diesem allerersten Kurs haben sich fünf Personen angemeldet, was die Mindestteilnehmerzahl war. Aber wenn man jetzt bedenkt, dass der Kurs nicht im gedruckten Programmheft war, weil ich glaube, das war auf jeden Fall schon gedruckt und lag auch schon aus. Obwohl ich gerade nicht so ganz sicher bin, ob es da Ausnahmen gab, irgendwie während Corona. Aber ich glaube, es gab ein Programmheft. Nur ich war halt dafür schon zu spät dran, vielleicht auch ein kurzer Zwischeneinschub.
Helen
Ich habe meistens schon kurz nachdem das eine Semester begonnen hat, den Vorschlag für das nächste Semester einreichen müssen. Also die planen da eigentlich schon immer relativ weit im Voraus, deswegen war das finde ich schon was Besonderes, dass die VHS Bonn mich da so kurzfristig noch mit reingenommen hat und so spät vor allen Dingen. Aber gerade eben dafür, dass wir nicht im Programmheft waren und auch nur anderthalb Monate vorher überhaupt das Ganze bekannt gegeben worden war, war das echt cool.
Helen
Und insgesamt fand ich halt auch die Zusammenarbeit mit der VHS Bonn immer super unkompliziert und angenehm, was eben auch dazu beigetragen hat, dass ich den Kurs so lange weitergeführt habe. Das war nämlich jetzt nicht nur der erste Kurs, den ich angefangen habe, also angeboten habe, sondern auch der letzte, den ich aufgehört habe. Der letzte Termin war jetzt im Dezember 2023 und zwischen März 2021 und Dezember 2023 habe ich den Kurs eigentlich fast durchgängig einmal im Monat Samstags online angeboten.
Helen
Also am Anfang habe ich immer auch noch die Möglichkeit wahrgenommen, den Kurs als Sommerferienprogramm anzubieten, wodurch es dann de facto keine Pause gab. Man musste sich als Teilnehmerin nur separat dafür anmelden. Dieser Kurs bei der VHS Bonn war auf Englisch, das heißt, wir haben englische Bücher gelesen und auch auf Englisch darüber gesprochen. Er hat immer samstags von 11 bis 12.30 Uhr stattgefunden, also zwei Unterrichtsstunden auf 45 Minuten. Das fand ich super angenehm, weil wir dann ganz entspannt nach dem Frühstück online zusammensaßen und über Bücher gequatscht haben.
Helen
Und es war halt auch generell eine sehr entspannte Runde, weil die Gruppe sich über die Semester hinweg eigentlich nur wenig verändert hat. Also, jedes Semester kam dann mal natürlich ein paar neue Gesichter dazu. Die meisten haben sich aber wirklich Semester für Semester wieder neu angemeldet. Wir haben zwischendurch sogar auf die maximale Teilnehmerzahl von ich glaube 14, ich glaube es sind 14, erhöht und trotzdem gab es dann immer auch noch eine Warteliste. Es war ein wirklich beliebter Kurs. Ab dem Herbstsemester 2021, also ich glaube Start im September, haben dann auch die anderen Kurse begonnen.
Helen
Bei der VHS Rhein-Sieg habe ich einen deutschen und einen englischen Buchclub angeboten. Bei dem deutschen Buchclub war der Fokus auf Bücher von Frauen. Bei dem englischen habe ich, ich meine meistens, dieselben Bücher gelesen wie bei dem, den ich bei der VHS Bonn hatte. Und zusätzlich hatte ich da noch einen Präsenzbuchclub bei der VHS Siebengebirge, bei dem wir Bücher zu den Themen Feminismus, Diversity und Rassismus gelesen und besprochen haben. Und auch das war natürlich total besonders, weil wir halt wirklich zusammensaßen und so auch nochmal eine ganz andere Vertrautheit irgendwie aufgebaut werden konnte.
Helen
Also das war echt richtig schön. Alle Kurse haben einmal im Monat stattgefunden und ich meine, der in Präsenz auch anderthalb Stunden, also wie bei der VHS Bonn und ich meine bei den anderen beiden Kursen, die bei der VHS Rhein-Sieg, die waren immer zwei Stunden, wo ich gerade nicht ganz sicher bin, ob das dann so drei Unterrichtseinheiten waren, irgendwie so. Also schon relativ lang und mir auch ehrlich gesagt ein bisschen zu lang. ich merke das auch immer bei unseren digitalen Buchklubtreffen.
Helen
Bei mir ist halt nach anderthalb Stunden die Luft raus, da bin ich K.o. und deswegen haben wir glaube ich fast von Anfang an das auch immer so angesetzt, dass die nur anderthalb Stunden sind. Also finde ich halt zumindest für digitale Formate ist dann einfach irgendwann gut. So ich hoffe das gibt einen groben Überblick. Dann jetzt zu den Fragen. Wie wurde das angenommen? Themen, regelmäßige Treffen. Also alle Kurse wurden sehr gut angenommen. Überall war immer zumindest halt die Mindestteilnehmerzahl erreicht worden, meistens eher mehr. Aber es waren natürlich dann nie alle bei jedem Termin da.
Helen
Dadurch sind es dann eigentlich auch immer angenehm, kleine Gruppen. Genau die Themen habe ich ja schon angeschnitten. Also grundsätzlich war es, glaube ich, in allen Kursen so, dass ich immer zwei Vorschläge mitgebracht habe und die Teilnehmer*innen dann zum Ende des Termins zwischen diesen beiden Büchern abstimmen konnten. Und das Buch mit den meisten Stimmen haben wir dann bis zum jeweils nächsten Termin gelesen. Ich habe da auch oft Vorschläge von den Teilnehmer*innen mit einfließen lassen, aber häufig meinten sie auch, dass sie es eigentlich ganz angenehm fänden, sich einfach überraschen zu lassen.
Helen
Es war ja im Grunde dann schon vorgegeben, dass in zwei Kursen zumindest Englische Bücher gelesen wurden. In dem einen waren es Bücher von Frauen und bei dem anderen hatte es immer irgendwie mit Feminismus, Diversity und Rassismus zu tun. Aber darüber hinaus gab es dann eigentlich keine Einschränkungen, also es konnte dann wirklich alles möglich sein. Und meistens waren es entweder Bücherschrankfunde oder Bücher, die bei Mädels, die lesen aus den Runden rausgeflogen waren. Und ja, genau, es waren regelmäßig stattfindende Treffen.
Helen
Die Termine standen dann auch immer schon zu Beginn des Kurses fest und standen halt online und im Programmheft so. Die nächste Frage war, wie man es gut umsetzen kann. Also ich denke, wichtig ist, eine lockere und angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle wohlfühlen, über Bücher zu sprechen. Und das dann sowohl online als auch offline. Aber ich glaube, da kann man den Ton auch schon in der Kursbeschreibung setzen. Also das hier war zum Beispiel die Kursbeschreibung von dem deutschsprachigen Buchclub bei der VHS Rhein-Sieg.
Helen
Sie lesen gerne und möchten sich zu den Büchern mit anderen austauschen, dann sind sie in unserem Buchclub genau richtig. Wir lesen jeden Monat ein Buch, über das wir uns am Ende des Monats in entspannter Atmosphäre austauschen. Sie werden sehen, dass jeder mit einer anderen Sicht auf die angesprochenen Themen in den Büchern blicken wird und sich so spannende Gespräche ergeben. Dass das in der Sie-Form geschrieben ist, war jetzt die Vorgabe der VHS, aber ich habe in allen Kursen immer zu Beginn abgefragt, ob alle auch mit dem Du einverstanden sind, was ja auch schon mal auflockert.
Helen
Ja, und wie bei Mädels, die lesen war es mir immer wichtig, dass es total entspannt zu geht und niemand das Gefühl hat, er oder sie müsse Literatur studiert haben, um mitmachen zu können. Weil das halt auch einfach Buchgespräche sind, bei denen ich mich sonst selbst ausklinke. Also, es gibt wenig, was ich mehr hasse als so hochtrabendes Blabla. Und ich dachte mir halt auch, dass die Personen, denen das dann halt lieber ist, ja, eigentlich ja auch noch genug Auswahl an anderen Buchclubs haben oder in dem Fall wahrscheinlich eher Literaturzirkel.
Helen
Es war jetzt zum Beispiel dann eben auch der Grund, warum der Kurs bei der VHS Köln nicht zustande kam, weil die Ansprechpartnerin dort und ich einfach unterschiedliche Vorstellungen davon hatten, wie so ein Kurs aussehen sollte und ich für mich aber ganz klar wusste, dass ich nur an einem lockeren Austausch Spaß haben würde. Ansonsten ist, glaube ich, wichtig zu schauen, dass alle, die was sagen möchten, auch die Gelegenheit dazu bekommen, also dass jetzt nicht eine Person so völlig den Termin übernimmt.
Helen
Gleichzeitig weiß ich aber halt auch, dass manche es einfach lieber mögen, wenn sie mehr einfach zuhören können und das finde ich auch wichtig. Ich habe meistens geschaut, dass am Anfang alle mal zu Wort kamen und es dann relativ frei fließen lassen. Ich habe jetzt auch nie bestimmte Fragen oder so vorbereitet, das mache ich ja auch bei Mädels, die lesen nicht. Oft ergibt sich das vielleicht aus dem Gespräch, oft hat mich halt wirklich interessiert, ob jemand anderes aus der Gruppe ähnlich gefühlt hat wie ich. Und alle kommen ja irgendwie auch mit eigenen Erfahrungen, Meinungen, Fragen in so eine Runde und da bleibt es eigentlich nie still.
Helen
Also vielleicht am Anfang ein wenig, weil da so die erste Scheu überwunden werden muss, aber wenn einmal so der Knoten geplatzt ist, verfliegt die Zeit meistens einfach. Nächste Frage. Wie oft habt ihr euch getroffen? Hast du Fragen, Diskussionsrunde vorbereitet? Wie lief das konkret? Das habe ich eigentlich beide schon beantwortet. Also getroffen haben wir uns einmal im Monat und ich habe eigentlich nie Fragen vorbereitet. Mein Ansatz war eher, oder ist es halt auch nach wie vor, dass wir ein Gespräch führen. Und also ja, keine Ahnung. Wir führen ein Gespräch. Jeder erzählt einfach, was er oder sie gefühlt hat beim Lesen.
Helen
Und Fühlen tun ja die meisten was. Also selbst wenn es Langeweile ist bei so einem Buch. Und darüber kann man sich dann auch immer austauschen. Also gerade auch die Bücher, die nicht so gut ankamen, sind oft die, über die man am besten so diskutieren konnte, weil dann die eine vielleicht gesagt hat, boah, ey, was war das denn für ein Kack, ich hab mich so gelangweilt oder so. Also so vielleicht dann nicht ausgesprochen, aber so in der Art kann man darüber diskutieren, ob man das genauso sieht. Okay, dann wie viel Zeit muss man für Vor- und Nachbereitung investieren?
Helen
Also die meiste Zeit nimmt halt natürlich das Lesen in Anspruch und das ist etwas, das ich nach und nach immer mehr gespürt habe. Wirklich viel Vor- und Nachbereitet habe ich eigentlich nicht. Immer vor Semesterbeginn unterschreibt man einen Vertrag. Das ist dann so ein bisschen administrativer Aufwand. Während der Termine führt man eine Liste, wer anwesend ist und wenn nicht. Die Liste wird dann am Ende zusammen mit der Honorar-Abrechnung an die VHS geschickt. Und vielleicht auch der Hinweis, dass auch dann der Zeitpunkt, wo man erst das Geld bekommt, das bekommt man jetzt nicht nach jedem Termin, sondern immer zum Abschluss des Semesters.
Helen
Und ich habe dann immer noch jeweils nach dem Termin an alle Teilnehmerinnen eine E-Mail geschickt, wo ich dann das nächste Buch reingepackt habe. Das ist eigentlich nicht vorgesehen und ich würde das jetzt auch rückblickend nicht unbedingt empfehlen. Normalerweise läuft der Kontakt eigentlich immer direkt über die VHS, aber ich dachte halt, wenn ich eh eine E-Mail Wenn ich eine E-Mail an die VHS schicken muss, um denen das neue Buch mitzuteilen, kann ich das auch direkt an die Teilnehmerinnen schicken.
Helen
Nur erstens haben dann halt alle deine E-Mailadresse und zweitens bekommst du so auch die E-Mails, die sonst eigentlich an die VHS gingen, also zum Beispiel halt Absagen und so. Genau, aber darüber hinaus habe ich eigentlich nichts vorbereitet. Ja gut, außer halt die nächsten Buchvorschläge auch rauszusuchen. Nächste Frage. Aufgabenvorbereitung der jeweiligen Stunde als Leiterin. Das deckt sich, glaube ich, mit der vorigen Frage. Vielleicht nur als Hinweis dazu. So habe ich jetzt halt meine Kurse angeboten. Aber wenn du dir ein anderes Konzept überlegst, kann natürlich auch die Vor- und Nachbereitung anders aussehen.
Helen
Und vielleicht noch ein Hinweis, nachdem mich zwar niemand gefragt hat, der aber ja eigentlich interessant sein dürfte, ist dass mein Honorar pro Unterrichtseinheit je nach VHS zwischen 20 und 21 Euro lag. Ich glaube, das war die Range. Das heißt, dass ich an so einem Samstag dann irgendwie für 44 Euro verdient habe, was für die anderthalb Stunden selbst vielleicht ganz okay ist. Aber wenn man eben die Lesezeit mit drauf rechnet, dann ist das schon halt was anderes. Ich habe da gerade mal gegoogelt, wie viel Zeit man ca. für eine Seite zum Lesen braucht, weil ich so Zahlen ja liebe.
Helen
Je nachdem, auf welcher Website man landet, wird da von 1 bis 1,5 Minuten pro Seite an Lesezeit ausgegangen. Die Bücher waren, glaube ich, auch immer so 300 Seiten lang, also so um den Dreh. Und dann wären das 300 bis 450 Minuten, also 5 bis 7,5 Stunden und die dann, also entweder halt jeden Monat unbezahlt sind oder wenn wir einfach, also wenn wir davon ausgehen, dass deine gesamte Arbeitszeit pro Monat 9 Stunden sind mit Lesen und Termin, dann hast du halt einfach einen Stundenlohn von 4,88 Euro. Darüber hatte ich halt einfach vorher nicht so nachgedacht.
Helen
Ich muss dazu sagen, ich finde es grundsätzlich voll okay, dass Volkshochschulen weniger zahlen können, weil das Konzept ist ja eben auch, dass man als Bürger*in für kleines Geld Kurse besuchen kann. Ich finde das total klasse. Ich würde nur halt rückblickend auch da sagen, dass ich mir darüber vielleicht mehr Gedanken hätte machen können. Wenn man jetzt zum Beispiel einen fixen Kurs anbietet, der jedes Semester ungefähr gleich stattfindet, dann hat man den Vorbereitungsaufwand nur einmal und führt dann ja eigentlich nur noch die Stunde durch.
Helen
Das würde bei einem Buchclub eigentlich nur funktionieren, wenn man jedes Semester dieselben Bücher liest. Und ja, ich will jetzt nicht sagen, dass das nicht geht, aber ist dann einfach was anderes. Okay, aber genug abgeschweift. Zurück zu den Fragen. Konzept allgemein ist die nächste Frage. Also im Grunde wie bei Mädels, die lesen. Wir lesen Bücher und sprechen darüber. Alles ohne Zwang und ohne dass man besonderes Vorwissen braucht. Die nächste Frage war Qualifikation, um den Kurs zu geben.
Helen
Ich habe ja am Anfang vorgelesen, was in meiner E-Mail stand und auch später muss ich mich jetzt, soweit ich mich erinnern kann, nicht nochmal anders irgendwie ausweisen, keine weiteren Qualifikationen vorweisen. Kann sein, dass ich mal so einen Lebenslauf oder so vorgelegt habe, aber da würde jetzt halt auch nichts drinstehen, dass mich mehr qualifiziert als Mädels, die lesen. Ich denke, das war halt schon von Vorteil, dass ich vorweisen konnte. Ich habe da ein Konzept und kann auch zeigen, dass das funktioniert.
Helen
Ich weiß aber auch von Mädels aus dem Buchclub, die sich von mir haben inspirieren lassen und auch einfach mal bei der örtlichen VHS angefragt haben, die hatten ja auch nicht alle vorher einen Buchklub gegründet. Also ich glaube generell, dass Volkshochschulen sich über neue Ideen freuen und man das ruhig einfach mal probieren kann. Und ich finde, bei so einem Format, wie ich das jetzt bei meinen Kursen hatte oder wie ich das auch hier bei Mädels, die lesen habe, bist du halt auch einfach schon qualifiziert, wenn du gerne Bücher liest.
Helen
Und ja, ich weiß nicht, in so einem persönlichen, weil ich hatte ja mit allen dann noch Gespräche, wahrscheinlich machen die sich da schon noch einen Eindruck, ob du irgendwie mit Menschen umgehen kannst. Aber ja, ich bin jetzt halt auch keine VHS-Mitarbeiterin und das ist bestimmt auch von VHS zu VHS unterschiedlich. Deswegen kann ich dir ja jetzt nicht mit Sicherheit sagen, nur dass ich halt neben Mädels, die lesen keine besonderen Qualifikationen hatte. Aber weil bestimmt sonst die Frage kommt, ich hatte ja auch zwei englische Buchklubs.
Helen
Vielleicht auch noch der Hinweis, dass ich zwar die britische Staatsbürgerschaft habe, Englisch aber leider nicht meine Muttersprache ist. Also ich habe eine Zeit lang als Au-pair in Schottland gearbeitet und später auch Englisch studiert, wodurch ich schon natürlich sehr gut Englisch kann, aber eben auch nicht perfekt und ich glaube auch, dass man das direkt hört. Also auch das muss kein Hinderungsgrund sein und gerade nicht, wenn du deine Kurse auf Deutsch anbieten willst. Dann war die letzte Frage noch. Zulauf, Rückmeldung der Teilnehmer*innen. Das war tatsächlich immer super.
Helen
Also gerade bei dem Kurs bei der VHS Bonn hatte ich ja schon gesagt, dass wir eine Warteliste hatten und die meisten sich noch immer wieder aufs Neue angemeldet haben. Also ja, einfach mal wagen, würde ich sagen. Ich denke eigentlich, das geht für beides. Also wenn du deine örtliche VHS anschreibst, ist das schlimmste, was passieren kann, dass sie nein sagen. Und wenn der Kurs ins Programm aufgenommen wird, ist das schlimmste, dass sich niemand anmeldet. Ich glaube, beides ist verkraftbar und denke ich, also probier es doch einfach mal, wenn dich das reizt.
Helen
Für mich war das Krasseste einfach, dass im Programmheft Dozentin stand, weil Klein-Helen sich das einfach niemals hätte vorstellen können, dass ich mal Dozentin sein könnte. Ich hatte jetzt nicht unbedingt die beste Schulzeit und struggle bis heute damit, dass ich mich oft nicht für klug genug halte. Deswegen hat sich das Dozentin-Dasein bis zu meinem spontanen Einfall Anfang 2021 nicht mehr auf dem Schirm für mich.
Helen
Eine generelle Sache, die ich noch kurz einwerfen will: Mich hat überraschenderweise niemand irgendwas Finanzielles gefragt, aber ich finde das ja schon etwas, was man zumindest vielleicht bedenken sollte, aber was es auf jeden Fall attraktiv macht, ist, dass das, ich überlege, also ich bin jetzt natürlich steuerrechtlich, alles ohne Gewähr, müsste ich natürlich selber abklären, aber das läuft über diese sogenannte Übungsleiterpauschale. Also wenn man da im Jahr nicht über eine gewisse Grenze kommt, ist das irgendwie steuerfrei, was man einnimmt über so einen Kurs.
Helen
Genau, und das finde ich ist bei dem Fall ja dann doch auch nochmal ganz interessant. Und ich weiß jetzt gar nicht, aber ich vermute fast… Nee, ich habe überhaupt keine Ahnung. Ich hatte halt ein kleines Gewerbe, also ich weiß nicht, ob man das braucht. Bei all solchen Sachen lieber nochmal abklären, nicht auf mich hören. Ja, ich hoffe auf jeden Fall, dass sich jetzt ganz viele Fragezeichen aufgelöst haben und alle, die Lust haben, einen Buchclub bei einer VHS anzubieten, das jetzt einfach mal probieren.
Helen
Wenn dich noch irgendwas interessiert, das ich nicht angesprochen habe, dann schreib mir einfach bei Instagram und sonst würde ich einfach sagen, lass 2024 doch das Jahr sein, in dem du es einfach mal wagst.




