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Kein Businessplan, nur eine Plätzchendose

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Podcast · Folge 151

Kein Businessplan, nur eine Plätzchendose

Lisa Strauß hat aus der Elternzeit heraus die Bücherbüchse gegründet – heute gehören zwei Verlage dazu. Über Bauchgefühl, Verantwortung und das, was hinter einer Erfolgsgeschichte steckt

25. März 2026 · 56 Minuten · Ganze Folge hören ↓

Es gab keinen Businessplan, keine Finanzierung und kein Produkt – nur eine Plätzchendose vom Weihnachtsbaum, halb geöffnet fotografiert, mit dem Versprechen: Hier ist eine Box, und darin ist eine Überraschung für dich. Vier Monate später war Lisa Strauß hauptberuflich selbstständig. Wir haben mit ihr im Lager gesprochen, auf einer Palette sitzend, kurz vor der Leipziger Buchmesse.

Lisa Strauß

Lisa Strauß

Gründerin und Geschäftsführerin der Bücherbüchse

Sie hat Wirtschaftsinformatik studiert und die Bücherbüchse während der Elternzeit mit ihrer Tochter aufgebaut – parallel zur Masterarbeit. Aus dem Onlineshop für Buchboxen und Sonderausgaben sind inzwischen zwei eigene Verlage entstanden: LEAF für Romance und Fantasy und CINNA für Dark Romance. Ihr Mann ist seit 2022 als Geschäftsführer mit an Bord. Bei Instagram findet man sie als lisastrausz, geschäftlich ist sie vor allem auf LinkedIn unterwegs.

Foto: privat

Ein Problem sehen und es lösen

Die Bücherbüchse ist aus einem eigenen Bedürfnis entstanden. Lisa Strauß hatte in den USA Buchboxen gesehen und wollte selbst eine – in Deutschland gab es sie nicht. Sie sei »so ein Typ Lösungsfinder«, sagt sie: Sie sehe ein Problem und müsse eine Lösung dafür finden. »Und wenn es die Box nicht gibt und niemand macht sie, na gut, dann mache ich es halt selber.«

Lange nachgedacht hat sie nicht. Die Hürden waren niedrig: Durch das Wirtschaftsinformatikstudium hatte sie alles zur Hand, was man für einen kleinen E-Commerce braucht. Webshop und Social-Media-Kanäle standen schnell. Einen Businessplan gab es nicht, keine Finanzierung, keine Fünfjahresvorstellung.

Physisch gab es zu dem Zeitpunkt auch noch nichts. Also fotografierte sie eine Plätzchendose vom Weihnachtsbaum, halb geöffnet, und schrieb dazu, man könne hier so eine Box bestellen. Die allerersten Posts stehen bis heute im Account – gelöscht wurde nie etwas.

Sie schrieb damals gerade ihre Masterarbeit und war in Elternzeit mit ihrer Tochter, die ein halbes Jahr alt war. In ihren alten Job ist sie nie zurückgekehrt: Mit Abschluss der Masterarbeit und Exmatrikulation war sie vollzeitselbstständig. Vier Monate hat das gedauert.

Es sei wichtig, ohne Druck an so etwas heranzugehen, sagt sie. Man gehe ja nicht mit der Erwartung hinein, damit groß Geld zu verdienen und sich einen Vollzeitjob aufzubauen – sondern probiere es aus. Wenn es funktioniert, umso besser.

Warum viele Frauen aus der Elternzeit heraus gründen

Dass sie damit nicht allein ist, hat einen naheliegenden Grund, findet sie: In der Elternzeit entsteht das Bedürfnis nach einem Job, der sich flexibel an das Leben anpasst. Ein Neun-bis-fünf-Job geht mit Kind oft nicht mehr, zu Hause bleiben können die wenigsten, und Arbeitgeber sind selten so kulant, wie es nötig wäre. »Ich glaube, deswegen wird man einfach kreativ.«

Wie ein Farbschnitt entsteht

Heute beschreibt sie die Bücherbüchse als Onlineshop für schöne Bücher und Buchboxen: Bücher in Sonderausstattung, in Zusammenarbeit mit Verlagen und Autor*innen – Farbschnitte, neue Cover, Signaturen, Illustrationen. Dazu Abo-Boxen nach Genre-Vorliebe, monatlich ein Buch oder ein Buch mit Goodies. Die Bücher mit Farbschnitt kamen erst zwei Jahre nach der ersten Box dazu.

Technisch gibt es dafür drei Wege. Erstens: fertige Bücher kaufen und den Farbschnitt nachträglich aufbringen – das geht nur bei Softcover, also Klappenbroschur und Taschenbuch. Bei Hardcover ist der Kantenüberstand zu hoch, der Druckkopf kommt nicht nah genug an den Buchblock. Zweitens: gemeinsam mit dem Verlag in den Druck gehen, dann wird der Buchblock einmal mit und einmal ohne Farbdruck produziert. Drittens: die Lizenz vom Verlag erwerben und komplett selbst drucken lassen. Alle drei Varianten kommen vor, je nach Projekt und Verlag.

Zwei eigene Verlage

In den letzten beiden Jahren sind zwei Verlage dazugekommen: LEAF für Romance und Fantasy, CINNA für Dark Romance – zum Zeitpunkt der Aufnahme erst ein halbes Jahr alt. Der Unterschied zum bisherigen Geschäft ist grundlegend: Als Händlerin ist die Bücherbüchse darauf angewiesen, dass die Verlage Titel ins Programm nehmen, die zur Zielgruppe passen. Als Verlag entscheidet man selbst – und kümmert sich um alles: Lektorat, Übersetzungen, Korrektorat, Marketing, Vertrieb. Nur gedruckt wird extern, bis auf eine eigene Farbschnittmaschine.

Pro Verlag erscheinen sieben bis zehn Titel im Halbjahr, zusammen rund vierzig im Jahr. Für einen Verlag ist das wenig; für ein noch überschaubares Team ist es eine Herausforderung. Vor allem, weil das Lesen dazugehört: »Wir lesen mehr, die wir nicht annehmen, als die, die wir nehmen.«

Die Verlagsbücher stecken bewusst nicht in den Bücherbüchse-Boxen. Man hat es anfangs ausprobiert und nach Rückmeldungen wieder beendet – weil viele Kundinnen beide Abos haben und Bücher doppelt bekamen. Jetzt gibt es das Bücherbüchse-Abo mit fremden Büchern und das LEAF-und-CINNA-Abo mit den eigenen. Im Handel sind die Verlagstitel ganz normal erhältlich.

Nicht risikofreudig – und trotzdem

Der Teil des Gesprächs, der am meisten hängen bleibt, ist der über Verantwortung. »Ja, braucht sehr, sehr viel Mut und Risikofreude, und das, was mir ganz schwerfällt, weil das bin ich nämlich nicht. Ich bin nicht risikofreudig.«

Früher hat sie Entscheidungen nur für sich getroffen: Lag ihr Bauchgefühl daneben, litt sie allein darunter. Heute trägt sie Verantwortung für viele Mitarbeitende, und eine falsche Entscheidung kann Geld kosten, Reputation – im schlimmsten Fall die Firma. Dazu kommt etwas, das sie offen benennt: Außer einer Person gibt es im Unternehmen niemanden, der ihr sagen würde, dass er eine Idee für schlecht hält. Alle vertrauen darauf, dass die Geschäftsführerin schon weiß, wie es sein muss. Schön – und herausfordernd, weil sie den Druck allein trägt. Die Ausnahme ist ihr Mann, der sich aufgrund der Beziehung anders traut zu widersprechen.

Entsprechend schwer fällt ihr das Abgeben. Wenn ihr Projektmanagement-Team ein Produkt vorstellt, das sie nicht überzeugt, gibt es zwei Wege: Sie setzt sich durch – oder sie nimmt sich zurück und lässt machen. Der zweite Weg ist ihr unangenehmer, hat sie aber schon positiv überrascht. Für die Führungskultur hält sie ihn für richtig: Mitarbeitende sollen Entscheidungsgewalt haben, sonst ist es demotivierend. »Je länger ich Mitarbeitende kenne und je öfter ich gesehen habe, dass ihre Einschätzungen gut sind, desto leichter fällt es mir, da die Verantwortung abzugeben.«

Viele im Team waren übrigens vorher Kundinnen und haben sich so in das Geschäftsmodell verliebt, dass sie Teil davon sein wollten. Erst nach ein paar Jahren kam gezielte Fachrekrutierung dazu – IT, Buchhaltung, Logistik.

Alles auf eine Karte

Ihr Mann arbeitete vorher als Unternehmensberater und war meist vier Tage pro Woche unterwegs. 2022, drei Jahre nach der Gründung, stieg er voll ein – eine Entscheidung für die Familie, mit klar verteilten Aufgaben, damit sie sich als Ehepaar nicht ständig in die Quere kommen. Aus den Familien kam viel Gegenwind, aus Angst: Was ist, wenn es nicht funktioniert?

Ihre Antwort darauf ist bemerkenswert nüchtern: Dann arbeite sie eben wieder als Angestellte – beide haben Wirtschaftsinformatik studiert, einen Job zu finden wäre kein Problem. Die Frage, die sie sich stattdessen stellt, ist die andere.

Und lieber mache ich es und scheitere, als zu sagen: Ich habe mich nie getraut, es zu versuchen.Lisa Strauß

Ängstlich sei sie nicht, sagt sie – sie weiß, was sie kann, einen Job würde sie wieder finden. Ihre größte Angst ist eine andere: das Team zu enttäuschen, das jeden Tag mit ihr an diesem Unternehmen baut.

Was hinter der Erfolgsgeschichte steckt

Auf die Frage, was sie eigentlich mal gefragt werden möchte, kommt die Antwort schnell: nach der Angst. Von außen wirke ein Unternehmen wie eine riesige Erfolgsstory, alles easy – und das wollen auch alle hören. Was dahintersteckt, verlieren die meisten aus den Augen: wie oft man alles hinschmeißen möchte, wie oft man einfach nur weinen möchte, weil so vieles nicht funktioniert.

Sie hält es für wichtig, darüber zu sprechen – damit realistisch ist, was auf einen zukommt, wenn man sich für Selbstständigkeit entscheidet. Und weil es hilft, den Blick auf andere zu erden.

Auch das Lesen hat sich verändert. Die Genres sind geblieben – New Adult, Fantasy, vor allem Romantasy –, die Menge nicht: Für die Arbeit werden Manuskripte gelesen, oft auf Englisch, oft mit zwei, drei Tagen Frist, weil Designbriefings fertig werden müssen. »Auch Lesen zum Job ist schön, aber er hat eben auch ein Stresspotenzial mit dran.« Privat kann sie zum Glück gut abschalten.

Was noch kommt

Einen großen beruflichen Masterplan gibt es nicht. Ideen schon: ein weiteres Verlags-Imprint, ein eigener Buchladen, Community-Projekte – nichts davon weit genug, um daran zu arbeiten. »Das sind alles nur Hirngespinste.«

Ihr persönlicher Wunsch ist konkreter: dass die Firma unabhängiger von ihr wird. Zwei Wochen Urlaub, ohne dass jemand anruft. Daran arbeitet sie über die Personalaufstellung – erschwert dadurch, dass dasselbe für ihren Mann gelten muss, wenn sie gemeinsam wegfahren wollen. Denn genau diese Freiheit sei einer der größten Vorteile der Selbstständigkeit, und die fehle ihr gerade.

Und noch eine Beobachtung: Wenn sie doch mal Urlaub macht, kommen die Ideen erst recht. »Wir kommen aus dem Urlaub zurück und präsentieren im Team erst mal eine neue Idee, wo alle sagen: Oh nein.«

Die ganze Folge hören

Bücher aus ihren Verlagen

In der Folge selbst kamen keine Buchtitel vor – hier je ein Titel aus den beiden Verlagen, über die wir gesprochen haben.

Buchcover »Say My Name« von Francis Eden

Say My Name

Francis Eden

Erschienen bei LEAF – dem Verlag für Romance und Fantasy.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Lost Villains« von Sally Dark

Lost Villains

Sally Dark

Erschienen bei CINNA – dem Verlag für Dark Romance.

Bei Thalia ansehen *

*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Häufige Fragen

Was ist die Bücherbüchse?

Ein Onlineshop für Bücher in Sonderausstattung und für Buchboxen. Die Bücher entstehen in Zusammenarbeit mit Verlagen und Autor*innen und bekommen Farbschnitte, eigene Cover, Signaturen oder Illustrationen. Dazu gibt es Abo-Boxen nach Genre-Vorliebe: monatlich ein Buch, teils mit Goodies.

Wie kommt der Farbschnitt aufs Buch?

Es gibt drei Wege: Bei Softcover-Ausgaben lässt sich der Farbschnitt nachträglich aufdrucken – bei Hardcover nicht, weil der Kantenüberstand zu hoch ist und der Druckkopf nicht an den Buchblock kommt. Alternativ produziert der Verlag den Buchblock und lässt eine Auflage mit Farbdruck binden. Oder die Lizenz wird vom Verlag erworben und der Druck komplett selbst beauftragt.

Was sind LEAF und CINNA?

Die beiden Verlage der Bücherbüchse. LEAF verlegt Romance und Fantasy, CINNA Dark Romance. Zusammen erscheinen dort rund vierzig Titel im Jahr, sieben bis zehn pro Verlag und Halbjahr.

Sind die Verlagsbücher auch in den Buchboxen?

Nein, bewusst nicht. Man hat es anfangs ausprobiert und nach Rückmeldungen beendet, weil viele Kundinnen beide Abos haben und Bücher doppelt bekamen. Es gibt deshalb das Bücherbüchse-Abo mit fremden Büchern und ein eigenes Abo für die Verlagstitel. Im Buchhandel sind die Verlagsbücher ganz normal erhältlich.

Wie ist die Bücherbüchse entstanden?

Lisa Strauß hatte in den USA Buchboxen gesehen und wollte selbst eine – in Deutschland gab es keine. Sie baute während ihrer Elternzeit und parallel zur Masterarbeit einen Webshop auf, warb mit dem Foto einer halb geöffneten Plätzchendose für ein Produkt, das es noch gar nicht gab, und war vier Monate später vollzeitselbstständig.

Das ganze Gespräch zum Nachlesen

Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, maßgeblich ist die Aufnahme. Intro und Abspann sind herausgenommen.

Helen
Herzlich willkommen Lisa. Ich freue mich sehr, heute mit Dir über die die Bücherbüchse, LEAF, CINNA und alles Mögliche zu sprechen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?

Lisa
Wir sitzen gerade auf einer Palette Bücher. Ist nicht so richtig bequem, ehrlich gesagt. Aber es gibt keinen anderen Sitzmöglichkeiten bei uns im Lager. Wir haben nämlich viel zu tun. Wir packen ganz fleißig Paletten für die Buchmesse in Leipzig und ihr könnt euch vorstellen, wir haben so fünf und zwanzig Paletten fertig gepackt. Die sehen wir und die sehen schon ziemlich gut aus. Aber es kommen dann noch mal fünf und zwanzig und die Zeit rennt. Das heißt, wir müssen ein bisschen Gas geben, Deswegen stehen wir auf und machen wir direkt weiter, würde ich sagen, dass wir pünktlich alle Ware nach Leipzig bringen können. Und zu trinken gibt es natürlich Bier. Überstunden in der Logistik werden mit Bier belohnt.

Helen
Sehr gut. Das klingt richtig gut. Und ich liebe es, wie. Wie du uns direkt in deine Welt mit einführst. Dann würde ich sagen, stoßen wir einmal damit an! Ich dachte jetzt auch gerade so, vielleicht können wir sogar, bevor wir irgendwie auf deine Gründungsgeschichte und Co und die Bücherbüchse und alles eingehen, vielleicht auch einmal zurückblicken. Weil wenn die Folge online geht, ist ja die Buchmesse gelaufen. Was denkst du, wie geht es dir am sechs und zwanzigste März, wenn die Folge online geht.

Lisa
Typischerweise nach der Messe, falle ich in ein Loch, weil die Messevorbereitung und die Monate davor sind immer sehr, sehr intensiv. Sowohl bei der Bücherbüchse, weil man natürlich einen ganzen Messestand mit sehr viel Personal und sehr viel Ware vorbereiten, aber auch verlagsseitig, weil immer im März das neue Verlagsprogramm gewählt wird. Das heißt die ganzen Cover, Marketing, alles wird genau darauf vorbereitet. Es läuft immer genau auf den Messezeitraum. Deswegen sind die Wochen davor wirklich, wirklich anspruchsvoll. Das nimmt dann sein hoch. Während der Messe, wo einfach Adrenalin und viele Leute und alles super cool und sobald das vorbei ist, da ist dann auch total die Luft raus. Also der der Motor nach der Messe ist für mich so ein schwarzer Tag, wo ich eigentlich nur rumhängen. Ich bin nicht ansprechbar, ich kann nichts machen und muss mich erstmal so nach und nach da wieder rauskämpfen. Das ist völlig normal. Das ist der Zyklus, der zweimal im Jahr abläuft. Ich bin ganz gerne nach der Messe ein paar Tage im Urlaub. Das wird wahrscheinlich nicht klappen diesmal. Das ist mit Kindern und Ferien, mit Schule und so alles nicht so einfach. Aber wahrscheinlich bin ich erst mal sehr ausgelaugt, bis ich dann nach und nach wieder Kraft tanke.

Helen
Oh wow. Sind die Kinder eingeweiht und wissen an dem Montag Bitte nicht ansprechen.

Lisa
Ja, sie wissen Bescheid.

Helen
Also was uns verbindet ist Ja. Also, was ich so gelesen habe, dass du auch nicht jetzt irgendwie die vor vielen Jahren überlegt hast was wäre irgendwie. Was sollte ich auf jeden Fall gründen? Was wäre vielleicht irgendwie super lukrativ oder so, sondern auch eher aus einem eigenen Bedürfnis heraus. Ich hatte irgendwie gelesen, dass das das Jahr zwei tausend achtzehn. Die Idee kam zu der Bücherbüchse. Ich hoffe, das stimmt so ja. Und dass du damals diese Bücherbüchsen eben in den USA gesehen hast und sowas vermisst hast in Deutschland. Aber wie kam es dann, dass du dachtest, das sollte ich unbedingt machen? Also wie? Wie kam irgendwie diese ganze Sache eigentlich zustande? Nehmen wir uns mal so ein bisschen mit.

Lisa
Du hast total recht, dass es aus einem eigenen Bedürfnis entstanden ist, weil ich einfach schon immer total gerne gelesen habe und ich unbedingt so eine Buchbox haben wollte. Und es gab sie eben in Deutschland nicht. Und ich bin glaube ich so ein Typ Lösungsfinder. Ich sehe ein Problem und müssen eine Lösung finden. Und wenn es die Box nicht gibt und niemand macht sie, na gut, dann mache ich es halt selber. Das heißt, ich habe gar nicht lange darüber nachgedacht. Tatsächlich? Sonst war für mich so gibt es nicht. Gut, dann machen wir das. Und es gab auch wenig Hürde. Ehrlich gesagt, weil durch mein Wirtschaftsinformatikstudium hatte ich quasi alles an der Hand, was es braucht, um eCommerce aufzubauen. Zumindest im kleinen Rahmen. Der Webshop war schnell da, Social Media Kanäle waren schnell da und habe einfach ausprobiert. Und gab. Es gab keinen Businessplan, es gibt keinen, Es gab keinen. So und so will ich in den nächsten Jahren dastehen. Das ist die Finanzierung und das gab es einfach nicht. Und ich habe diesen Shop aufgebaut und ein Bild gebastelt mit Hey, ihr könnt hier so eine Box bestellen, mach doch einfach gerne mal! Es gab da ja noch gar nichts. Also physisch gab es ja nichts was in der Planung, aber ich hatte noch nichts vorzuweisen. Und trotzdem hat es funktioniert. Also ich bin da glaube ich, sehr blauäugig reingegangen. Aber ich glaube auch, das ist genau richtig am Anfang, wenn man so was ausprobiert.

Helen
Ja, das glaube ich auch. Also wenn man immer alles schon wüsste, was auf einen zukommt. Ich weiß gar nicht, ob einem das nicht eher abschrecken würde. Und ich meine, du hattest ja auch irgendwie so ein bisschen den Proof of Concept mit den USA und so war es bei mir auch. Also ich meine, ich wusste zumindest, ich finde es immer ein bisschen peinlich, wenn ich es laut sage, aber ich wusste, dass Oprah und Reese Witherspoon und so ein Instagram Buchclub haben. Also dachte ich, so könnte auch in Deutschland funktionieren und irgendwie. Also man hat, man macht es ja nicht komplett im luftleeren Raum. Es gibt irgendwie die weiß ich nicht bei dir vielleicht ja auch Intuition, einfach, dass es funktionieren könnte und dass du vor allem Spaß dran hättest.

Lisa
Genau richtig. Und dass wir alles, womit man am Anfang reingeht. Man geht ja nicht rein. Zumindest habe ich von mir aus nicht mit. Ich würde damit jetzt groß Geld verdienen und mich ein Vollzeitjob aufbauen, sondern es ist mehr so, ich probiere das mal und wenn es cool ist, ist cool, dann macht es mir Spaß. Und wenn nicht, dann nicht. Aber man hat ja nichts zu verlieren und das ist total wichtig, dass man da ohne Druck rangeht. Oder ich probiere einfach mal was aus und im Best Case funktioniert es und man hat seine Bestimmung gefunden.

Helen
Hattest du denn damals einen Social Media Account, über den du das verbreitet hast oder hast du den dafür neu eröffnet?

Lisa
Den habe ich neu eröffnet. Das war der Account, so wie er heute ist. Wenn du ganz, ganz weit zurück scrollst, kannst du die allerersten Posts sehen. Haben wir nie gelöscht. Ist alles noch da. Und damit hat es angefangen. Und die ersten Posts Lustig, so rückblickend, dass irgendwelche Fotos, die ich gemacht habe. Ich habe bei einem Bild so eine Plätzchendose vom Weihnachtsbaum gehalten und diese halb geöffnet und davon ein Foto gemacht. Im Sinne von Hey, hier ist eine Box und das eine Überraschung für dich drin. Weil ich hatte noch keine Kartonage, nix. Also ich musste ein bisschen kreativ werden und das ist ganz lustig, diese alten Bilder noch zu sehen.

Helen
Das ist ja echt cool. Und zu der Zeit hast du dann irgendwie vielleicht auch noch was ganz anderes gemacht. Also weil du hast wahrscheinlich ja nicht gedacht, ich setze jetzt alles auf diese eine Idee. Und damit hast du ja auch gerade gesagt, Du bist nicht davon ausgegangen, dass das dein Vollzeitjob wird. Also, in welcher Situation warst du damals?

Lisa
Ich habe gerade meine Masterarbeit geschrieben. War quasi mittendrin. Eigentlich hat das so sechs Monate für die Masterarbeit geplant und so nach der Hälfte ungefähr habe ich angefangen und habe tatsächlich parallel in dem Moment nicht gearbeitet, weil ich in Elternzeit war mit meiner Tochter. Die war dann ein halbes Jahr alt. Das heißt, es war ganz praktisch, sage ich mal, weil ich noch in Elternzeit war, das heißt in meinem Job noch nicht wieder zurück war und aber meine Masterarbeit gemacht habe. Und da ging das parallel ganz gut und bin dann tatsächlich auch gar nicht wieder in den Job zurückgegangen, sondern mit Abschluss, Masterarbeit und Exmatrikulation war ich dann vollzeit selbstständig.

Helen
Krass. Also wie schnell ging das, dass du das, also dass du wusstest, du kannst jetzt dich darauf konzentrieren?

Lisa
Vier Monate.

Helen
Krass. Wow. Also das hat bei mir dann doch deutlich länger gedauert. Aber ich habe auch immer das Gefühl, ich ich hatte halt so gar nicht vor, was zu gründen und ich musste irgendwie so viele innere Dämonen glaube ich erstmal überwinden. Aber das finde ich so inspirierend und cool. Und ich glaube es tatsächlich auch häufig so, dass Frauen aus dem aus der Elternzeit heraus gründen, weil man dann vielleicht auch noch mal anders über irgendwie alles Mögliche nachdenkt und weil man ein bisschen man hat. Irgendwie vielleicht mehr so die Zeit finde ich manchmal schwierig, weil auch nicht immer so, aber man hat vielleicht irgendwie anders Raum, sich dem zu widmen und das ist irgendwie eine richtig coole Gelegenheit auch. Also und wie cool, dass das auch geklappt hat. Ich finde es. Ich hoffe, dass ich immer ganz viele hier im Podcast auch denken, wenn sie solche Geschichten hören. Das könnte ich vielleicht auch mal probieren. Vielleicht habe ich auch eine Idee und ich mache das einfach mal.

Lisa
Ja, ich glaube, was in der Elternzeit auch oft mit reinspielt, ist so dieses Bedürfnis nach einem Job, der sich flexibel an das Leben anpasst, eben weil man mit Kind abhängig ist. Und ein normaler Nine to five Job geht halt einfach nicht mehr und man hat glaube ich oft nach kreativen Lösungen und Möglichkeiten sucht, gerade als Frau. Wie kann man es vereinbaren? Weil wir alle wissen, die wenigsten können zu Hause bleiben, einfach weil das finanziell bei kaum jemandem geht. Manche wollen es natürlich auch gar nicht. Und dann aber einen Job zu finden, wo man da so viel Flexibilität und Möglichkeiten hat, das mit dem Kind hinzubekommen, das sind einfach viele Arbeitgeber, nicht so kulant. Das ist leider einfach immer noch so. Ich glaube, deswegen wird man einfach kreativ. Und dass es so schnell ging, war tatsächlich einfach Glück. Ich glaube es einfach. Genau der richtige Zeitpunkt, das richtige Marketing mit den richtigen Leuten. Und deswegen ging das so schnell.

Helen
Wirklich cool für jemanden, der jetzt sich fragt Ich habe noch gar nicht von der Bücherbüchse gehört. Was ist das eigentlich? Was würdest du der Person sagen? Also vor allem was ist es jetzt Vielleicht auch im Gegensatz zu vorher?

Lisa
Genau, hat sich über die Jahre auf jeden Fall verändert. Jetzt sage ich immer gerne Wir sind ein Onlineshop für schöne Bücher und Buchboxen. Das heißt, wir verkaufen Bücher in Sonderausstattung, arbeiten dann mit Verlagen und Autoren zusammen und geben den Büchern einfach noch mal ein besonderes Aussehen durch Farbschnitte, neue Cover, Signaturen, Illustrationen usw, um das Buch einfach noch mehr aufzuwerten, das nicht nur inhaltlich schön ist, sondern auch optisch und einfach richtig schöne Sammlereditionen werden. Und parallel dazu haben wir verschiedene Abo Boxen, das heißt man kann je nach Genre Vorliebe ein Abo abschließen, bekommt jeden Monat entweder ein Buch oder ein Buch und Goodies nach Hause geliefert, was wir aussuchen und auch da als Sonderausgabe sehr, sehr schön aufbereiten und haben da einfach über die Jahre eine ganz, ganz tolle Community aufgebaut, mit der wir zusammenarbeiten, wo wir Ideen teilen, wo wir aber auch Ideen bekommen, wo mitbestimmt werden kann, was machen wir und einfach die Liebe zu Büchern teilen. Und das macht uns unheimlich viel Spaß.

Helen
Voll cool war, dass diese Ursprungsidee waren, dass schon Bücher mit Farbschnitt oder war das einfach erst mal eine Buchbox?

Lisa
Erstmal war es nur eine Buchbox, die Bücher mit Farbe kam erst zwei Jahre später.

Helen
Und das war am Anfang doch glaube ich so, dass ich. Ich habe da. Letztes Jahr war ich bei dieser Future Publishing und da wurde irgendwie erzählt, wie das genau funktioniert. Ich frag mich gerade, ob das so eine Lizensierung oder so hieß. Das glaube ich also, dass du irgendwie den Titel über den Verlag nutzen kannst oder so? Also ich weiß nicht ganz genau, wie das funktioniert, aber du kaufst im Grunde das Buch ein und kannst daran Farbschnitt machen, oder wie genau funktioniert das genau?

Lisa
Also es gibt verschiedene Varianten. Zum einen können wir fertige Bücher kaufen und nachträglichen Farbschnitt aufbringen, solange es Softcover sind, also Klappenbroschur und Taschenbücher. Weil du musst dir vorstellen, die unter dem Drucker durch der Druck quasi von oben da ist so ein Druckkopf, die fahren durch und dann ist der Farbschnitt drauf und bei den Hardcover ist so ein hoher Kantenüberstand. Da kommt der Druckkopf nicht nah genug an den Buchblock ran. Wenn das nicht geht, das geht nicht. Aber alles andere können wir nachträglich machen. Dann gibt es die Möglichkeit, dass wir in Druck gehen mit dem Verlag. Das machen wir vor allem bei Hardcover. Dass der Verlag einmal den Buchblock produzieren lässt. Dann gehen quasi zwei Schienen, trennen sich. Einmal wird der ohne farbgebunden und einmal mit Farbdruck gemacht und dann wird er gebunden. Ist einfach ein zusätzlicher Produktionsschritt. Oder Option Nummer drei ist Wir erwerben die Lizenz vom Verlag. Heißt wir zahlen Lizenzgebühr und dann machen wir den Druck komplett, selbst bei unserer Druckerei. Also diese drei Möglichkeiten gibt es und wird auch alles gemacht, je nach Projekt und Verlag. Und Möglichkeit ist immer unterschiedlich.

Helen
Richtig krass Und mittlerweile verlegt ihr eben auch selber. Also da wird es wahrscheinlich so wie bei einem Verlag sonst auch laufen, dass ihr entscheidet, welche Manuskripte ihr annehmt und die wirklich von vorne bis hinten selber, also vielleicht nicht im Haus selber produzieren, aber ihr habt die komplette Entscheidungsmacht. Darüber sag ich mal genau richtig.

Lisa
Wir haben in den letzten zwei Jahren zwei Verlage gegründet. Einmal LEAF für Romance und Fantasy und einmal CINNA für Dark Romance. Und da es wie du sagst, wir können theoretisch machen, was wir möchten, wir kaufen die Bücher ein, die uns begeistern, die wir toll finden, die Autoren, die wir gut finden. Und dann kümmern wir uns um alles, was dazugehört Lektorat, Übersetzungen, Korrektorat, Druck, Marketing, Vertrieb. Liegt alles bei uns. Wir haben gerade für den Druck haben wir eine Druckerei, mit dem wir zusammenarbeiten. Das machen wir tatsächlich nicht selbst, außer eine Farbschnittmaschine. Die haben wir. Das machen wir ab und zu mal, je nachdem, wie die Auslastung ist. Aber sonst ist der Druck extern. Alles andere machen wir bei uns. Und das ist auch noch mal ein ganz anderes Geschäftsmodell als vorher. Quasi Bücherbüchse als Retailer und auch ein ganz, ganz spannendes für uns. Vor allem, weil einfach noch viel mehr Möglichkeiten hat, zu entscheiden und mitzugestalten und kreativ zu werden. Ansonsten kaufen wir ja fertige Bücher von den Verlagen ein. Das heißt, die Verlage geben auch vor, was das Programm. Wir können die Bücher rauspicken, die wir gut finden, aber am Ende sind wir darauf angewiesen, dass die Verlage Titel auswählen, die wir gut finden für unsere Zielgruppe. Und da haben wir im Verlag natürlich viel mehr Freiheit, und das macht schon sehr viel Spaß. Auch die direkte Zusammenarbeit mit den Autorinnen ist einfach total schön.

Helen
Ich finde das irgendwie so cool. Also was mir gerade auch so durch den Kopf ging, ist so, dass das ja ultra kreativ ist auch. Also dass du wahrscheinlich auch einfach ultra kreativ bist, weil du immer neue Ideen hast. Und dann habe ich mich so gefragt, weil ich da selber mit so gestriegelt habe. Ich habe als Kind immer gedacht, ich bin nicht kreativ, weil ich nicht malen kann, so, weil meine Schwestern und mein Vater konnten super malen und ich konnte es nicht. Ich habe das irgendwie gleichgesetzt mit Kreativität und dachte Bin ich nicht und habe das erste eigentlich auch so durch mehr Lesen gemerkt, dass ich super kreativ bin und viele Ideen habe. Und ich habe mich gefragt, ob dir das vielleicht ähnlich ging, weil ein Wirtschaftsinformatikstudium oder Wirtschaftsingenieurwesen hieß, dass.

Lisa
Informatik.

Helen
Und Wirtschaftsinformatik. Dass das vielleicht ja auch nicht direkt so nach Kreativität schreit. Also kommt dir das bekannt vor oder wusstest du von dir, dass du ein kreativer Mensch bist, der viele Ideen hat?

Lisa
Nee, kommt mir bekannt vor. Geht mir ganz genauso. Auch, weil ich gar nicht malen kann. Ich kann Strichmännchen malen. Darüber lachen auch immer alle bei uns. Wenn wir eine Vorstellung haben für ein Cover oder sowas, dann skizzieren wir das halt so grob. So hey, so könnte der Aufbau sein und möchtest mal lachen mich alle nur aus, weil es halt einfach schlimm aussieht und das ist auch völlig okay. Ist aber keine Stärke von mir. Aber deswegen kann ich total gut nachvollziehen, weil es oft gleichgesetzt wird und ich mich da eigentlich auch nicht als kreativ angesehen habe und erst über die Jahre gemerkt habe ich bin kreativ, aber halt anders im Sinne von Geschäftsideen und Dinge finden, die die Zielgruppe gut findet. Und das ist auch nichts, was man lernen kann, glaube ich. Also diese Art der Kreativität, was sie malen. Hat man ein gewisses Talent und dann muss man das aber natürlich schon lernen. Das Handwerk und alles, was mit Unternehmertum zu tun hat, finde ich, ist ganz viel. Das hat man oder hat man einfach nicht. Man kann es nur bedingt lernen, glaube ich. Und das habe ich schon gemerkt. Das liegt mir einfach. Und ich habe letztens erst mit jemandem gesprochen. So was würde ich machen, wenn ich nicht selbstständig wäre. Und auch das weiß ich mittlerweile. Ich würde nämlich in so einem Business Development Strategy Ideenbereich arbeiten, weil das einfach das, was mir Spaß macht Ideen entwickeln, neue Sachen voranbringen, Prozesse verbessern, einfach immer dieses voran, immer weiter voran und nicht stehen bleiben. Das ist das, was ich so spannend finde.

Helen
Ich finde das richtig cool, dass du dem Ganzen gerade so einen Namen auch für mich gibst, Weil ich habe ganz lange schon immer gesagt, ich wäre gerne einfach so Ideengeberin, aber ich dachte so, das ist halt kein Job. Aber jetzt denke ich so okay, das klingt irgendwie nach etwas, was ich mal googeln könnte, wo ich irgendwie nachschauen könnte. Aber ich fühle mich sehr.

Lisa
Und tatsächlich ist es ein Job. Es gibt Plattformen, da verkaufen Leute ihre Ideen richtig gut.

Helen
Ich habe am laufenden Band gute Ideen und dann werde ich irgendwie keiner. Also weißt du, das Problem ist ja oft, mir erzählt jemand was und ich sage dann so dreißig tausend Dinge, die die Person doch jetzt machen könnte. Aber ich habe oft das Gefühl, das ist die andere Person. Nicht so empfänglich für.

Lisa
Ja, möglich.

Helen
Also ein bisschen Frustpotenzial. Du hast das jetzt auch gerade schon angesprochen, dass du dieses Gespür für die Zielgruppe hast und ich hatte dir das ja im Vorfeld schon gesagt, dass jetzt gefühlt seit über einem Jahr mir immer wieder gesagt wird Du musst unbedingt mal mit Lisa von der Bücherbüchse sprechen, weil wir beide glaube ich auch immer für dieses Community Thema angefragt werden. Du wirst mittlerweile ja auch viel eben als Unternehmerin und als Community Managerin und sowas für alle möglichen Sachen angefragt und in dem Zusammenhang fiel das irgendwie immer wieder. Und das ist ja wirklich auch noch mal eine ganz andere Dimension an Community, die er aufgebaut hat. Also ich hatte irgendwie was gelesen von auch so sieben tausend Abonnenten für die Boxen und sowas. Also das ist ja oder auch nur du hast viel viel mehr Mitarbeiter. So riesig groß fand fandest du das manchmal auch schwer? Also ich stelle mir schon vor, dass das Mut braucht. Auch da auf deine Intuition zu hören, obwohl ich das selber von mir auch kenne, dass mir oft gesagt wird, ich wäre mutig. Und ich fühle das nicht immer so, weil ich irgendwie jeden Tag so Minischritte mache, sondern tatsächlich rückwirkend merke ich dann auch okay, das irgendwie, da ist echt viel passiert, aber es fühlt sich ja so ein Day to Day nicht unbedingt so an, aber würdest du sagen, dass du oft Mut brauchtest, um Entscheidungen zu treffen? oder auch diese. Bei dir waren es ja teilweise wirklich sehr große Entscheidungen, diese Verlage noch zusätzlich zu gründen, oder? Also einfach diese gesamte Expansion bei euch.

Lisa
Ja, braucht sehr, sehr viel Mut und Risikofreude und das, was mir ganz schwerfällt, weil das bin ich nämlich nicht. Ich bin nicht risikofreudig und das brauchst du in verschiedenen Situationen ganz ganz extrem. Und ich habe das Gefühl, je größer man wird, desto schwieriger wird es. Weil früher war ich alleine. Ich habe Entscheidungen nur für mich getroffen, wenn ich eine falsche Entscheidung treffe, weil mein Bauchgefühl halt mal nicht gestimmt hat. So what? Am Ende bin ich die Einzige, die darunter leidet. Ja, das ist aber nicht so, Jetzt trage ich Verantwortung für sehr, sehr viele Mitarbeitende und weiß wenn ich eine falsche Entscheidung treffe, kann das zum einen viel Geld kosten, kann uns unser Reputation kosten oder im worst Case geht die Firma insolvent. Das heißt der der Druck, der hinter diesen Entscheidungen ist, ist sehr, sehr viel größer. Und da braucht es dann zum einen Mut, trotzdem dazu zu stehen, sagen wir machen das aber jetzt, weil ich glaube daran. Auch im Hinblick auf. Es gibt in der Firma außer einer Person niemanden, der mir sagen würde, das halte ich für keine gute Idee, weil immer alle der Meinung sind, ich bin die Geschäftsführerin. Ich weiß schon, wie das sein muss. Als wenn ich eine Idee präsentiere, sagen alle Ja, okay, machen wir so Es gibt keine Reflexion, weil alle darauf vertrauen, dass ich die richtige Entscheidung treffe. Das ist natürlich unheimlich schön für mich, so ein Team zu haben, was total hinter mir steht, aber herausfordernd, weil ich den Druck alleine trage und weiß, wenn es schief läuft, dann ist es allein meine Schuld. Und dann ist es echt blöd gelaufen. Die einzige Person, die da immer wieder auf der Gegenseite ist mein Ehemann, der einfach aufgrund unserer Beziehung dann andere sich anders traut Dinge auszusprechen, die er vielleicht einfach nicht so sieht, aber. Je mehr Verantwortung auf einem lastet, desto schwieriger ist es, auf die Intuition zu vertrauen. Und es gibt auch immer wieder Situationen, wo mein Projektmanagement Team, das neue Produkte entwickelt und mir dann präsentiert. Ich sage Ich finde das nicht gut. Ich finde das Produkt nicht gut. Ich würde es so nicht machen. Und dann gibt es zwei Situationen Entweder ich setze mich durch und sage wir machen es nicht, wir machen es so und so und so ist schon vorgekommen. Oder aber ich nehme mich und meine Meinung zurück und sage Ich sehe es zwar nicht, ich glaube nicht, dass es funktioniert, aber ich lasse euch machen. Lasst es uns ausprobieren. Beide Situationen gibt es. In der zweiten fühle ich mich nicht so wohl, weil mir das ganz, ganz schwer fällt, die Kontrolle abzugeben. Aber auch da wurde ich schon positiv überrascht. Also da gab es schon Dinge, die liefen dann sehr gut, obwohl ich es anders eingeschätzt hatte. Also das kann natürlich sein, weil wir da auch ein tolles Team aufgebaut haben, die einen guten Blick auf alles haben. Aber es fällt mir sehr, sehr schwer, die Kontrolle abzugeben.

Helen
Ich finde das so spannend, was du sagst. Da kommen mir so viele Gedanken, weil ich habe zum Beispiel letztens ein Gespräch geführt mit einer Geschäftsführerin, die von der Situation erzählte, auch wegen Buchmesse, dass sie da was geplant haben, was sie nicht so gut findet. Und wir haben so ein bisschen so spaßeshalber darüber gesprochen, was sie vielleicht für Argumente vorbringen könnte. Und ich habe dann irgendwann gefragt Aber ist es nicht so, dass du am Ende einfach sagen kannst Nein, machen wir nicht, weil ich es nicht gut finde? Und dann meinte sie Tatsächlich wird es also so? Da war dann die Marketingmanagerin für Veranstaltung für diese Sache. Und weil das eben in ihrer Hand liegt und sie ja auch eine Ziele hat, an denen sie gemessen wird, ist das ihre Entscheidung. So, also ich glaube, es gäbe grundsätzlich die Möglichkeit, dass sie eingreift, aber so wird da nicht gearbeitet und ich fand das irgendwie total spannend und dachte so Oh, ich glaube, bei uns ist schon irgendwie so, dass ich dann immer am Ende halt sage, so machen wir es oder so machen wir es nicht. Und ich habe dann aber auch für mich so ein bisschen gemerkt, Zumindest momentan brauche ich auch dieses Gefühl. Ich glaube, weil ich eben so lange mich von allem habe leiten lassen, was alle um mich herum gesagt haben. Ich glaube, dass das zum Teil ja auch von Vorteil ist, wenn man eine Community aufbaut. Ich habe immer das gemacht, was die Community wollte, und ich musste mich davon auch so ein bisschen emanzipieren, dass ich auch irgendwie das Recht habe, aber da was zu sagen deswegen, das kann ich irgendwie total nachvollziehen. Auf der anderen Seite muss ich echt sagen, dass ich auch sehr, sehr liebe, so diese Verantwortung in einzelnen Bereichen abzugeben. Und bei uns ist es schon fast so, dass wir das so spaßeshalber sagen, dass wir einfach andauernd Fehler machen. Ich habe mich gerade gefragt, ob wir das einfach schon so etabliert haben, dass das auch die Zielgruppe irgendwie weiß, dass bei uns immer alles gefühlt irgendwie schief läuft. Und ich bin auch irgendwie vom Typ, so dass ich sage Komm, wir machen erstmal und dann kriegen wir bestimmt Feedback, weil wir kriegen immer zu allem irgendeine Rückmeldung und dann können wir es immer noch anpassen. Aber ich habe mich halt gefragt. Es ist halt ja auch viel kleiner. Wie würde es mir in deiner Situation gehen? Würde mir das dann vielleicht auch, also wahrscheinlich sehr viel schwerer fallen? Und das finde ich gerade total spannenden Gedanken, weil du eben einfach schon sehr viel weiter bist mit deiner Community. Also das war vielleicht. Vielleicht bin ich in der Situation, in der du vor ein paar Jahren warst, aber ich habe mich gerade gefragt, wie du dann wie du da in dich rein fühlst. Also was machst du in so einer Situation, wenn dein Bauchgefühl dir vielleicht eine Sache sagt, aber du nicht ganz sicher bist? Wegen der Verantwortung, wegen dem Risiko oder dem Wegen dem, was andere zu dir sagen? Also wie schaffst du es dann, in dich reinzufühlen?

Lisa
Spannende Frage.

Helen
Schaffst du das? Vielleicht die erste Frage.

Lisa
Also ich glaube, das passiert einfach automatisch. Also dieses. Dieses Gefühl, das kommt einfach. Und entweder sagt es mir so ja, das ist die Richtung und das ist die Richtung. Das ist also einfach einfach da und es geht nicht mal mehr darum, wie gehe ich damit um? Folge ich dem oder folge ich dem nicht? Falls mir jemand gute Gründe darlegt, warum er oder sie etwas anders machen möchte und ich das für valide halte, dann gehe ich schon auch mit dem Weg. Auch weil ich es rein von der Führungskultur her wichtig finde, dass die Mitarbeitenden bei uns Entscheidungsgewalt haben. Und wenn sie hinter etwas stehen, das dann auch machen dürfen und nicht immer die Geschäftsführerin kommt und sagt Das machen wir jetzt aber nicht, weil das auch total demotivierend ist am Ende und ich nicht jede Entscheidung und jede Aufgabe kontrollieren kann und will. Ja, das ist mir schon wichtig, dass alle Teams eigenständig arbeiten können, eigenständige Entscheidungen treffen können, sondern das Ergebnis passt. Das ist mir echt wichtig. Wenn ich das Gefühl habe, da passt was nicht und geht nicht in die richtige Richtung, dann springe ich öfter noch mal rein und gucke noch mal und kontrolliere noch mal häufiger, das in die richtige Richtung geht. Und das ist auch meine Verantwortung, die ich trage. Und was ich merke ist Je länger ich Mitarbeitende kenne und je öfter ich gesehen habe, dass ihre Einschätzungen gut sind, dass ihr Bauchgefühl auch gut funktioniert, desto leichter fällt es mir, da die Verantwortung abzugeben. Ja.

Helen
Das kann ich mir gut vorstellen. Sind das auch Menschen, die vielleicht sogar über die Bücherbüchse, also weil sie Nutzerinnen waren oder sind, über zu euch gekommen sind? Oder eher weniger?

Lisa
Ganz viele. Also ganz viele Mitarbeitende waren vorher Kunden und haben sich so in das Geschäftsmodell und in die Produkte verliebt und wollten dann Teil des Ganzen sein.

Helen
Ja, das ist nämlich bei uns genauso. Und ich finde das so viel wert. Also ich finde es auch ehrlich gesagt Mehrwert einerseits, dass sie irgendwie die Community kennen und wissen, wie das funktioniert und vor allem, dass das menschlich passt, als dass das immer irgendwie klar sein muss. Im Vorfeld schon. Ob die alle Qualifikationen erfüllen, weil die, das weiß ich teilweise ja selber auch gar nicht so genau. Du merkst, es ist ein bisschen weniger professionell vielleicht, aber irgendwie. Ich fahre damit seit ein paar Jahren ganz gut, dass ich halt. Also ich finde, es muss irgendwie menschlich passen und es muss zum. Ja, du nennst das Produkt also es muss zum. Muss zur Zielgruppe und allem passen.

Lisa
Ja, so haben wir das früher auch gemacht. Da haben wir rein nach Begeisterung und Teamfit rekrutiert und sind damit auch sehr, sehr gut gefahren und haben dann erst nach ein paar Jahren angefangen, gezielt für manche Bereiche Leute auszusuchen, die mit Buch gar nichts zu tun haben, die sich aber fachlich auskennen. Also zum Beispiel in der IT, in der Buchhaltung, in der Logistik. Da haben wir Leute, die kennen sich mit ihrem Fach aus. Da ist es egal, ob die Bücher gut finden, weil sie mit dem Buch als Produkt nicht arbeiten. Während wir im Produktmanagement im Marketing ganz gezielt nach Leuten suchen, die einfach für das Produkt Buch brennen, weil da brauchen wir es. Aber es hat sich auch erst nach ein paar Jahren so entwickelt, auch als wenn eben diese Bereiche aufgebaut haben und das dann auch so unterschieden haben, sage ich mal zwischen wir sagen ganz gerne kreativen und administrativen Bereichen, weil die Anforderungen ganz andere sind.

Helen
Ja, wie hat sich für dich also weil du bist ja als Leserin gestartet, weil du selber eben auch Lust auf das Ganze hattest. Wie hat sich dein Leseverhalten auch verändert? Also liest du noch in der gleichen Menge? Liest du dieselben Sachen? Also wie Wie hat sich das verändert über die acht Jahre, die du das schon machst?

Lisa
Also genremäßig hat sich eigentlich kaum was verändert. Ehrlich gesagt, ich lese genau in den Genres, die wir verkaufen, also New Adult und Fantasy. Und da vor allem RomAntasy sind einfach meine Steckenpferde das. Das liebe ich. Da kenne ich mich aus. Und ich glaube auch nicht, dass es jemals verlassen werde. Aber die. Die Menge an Büchern, die ich lese, hat sich immer verändert. Und das aber auch nur aus Zeitgründen eigentlich. Also ich lese sehr viel weniger als früher, weil einfach die Zeit fehlt mit der Firma und den Kindern. Ist aber nicht so viel Zeit übrig, um noch groß zu lesen. Außerdem müssen wir natürlich auch fast alle bei uns in den kreativen Bereichen für die Arbeit lesen. Das heißt, wir lesen Manuskripte, wir lesen Bücher, um Illustrationen gestalten zu können etc. Und das Arbeitsleben ist nochmal ein ganz anderes das private Lesen. Man schreibt sich viel mit, man macht sich viele Gedanken, man macht, wenn man das Buch liest, schon Marketingplan. Was kann man wie machen? Also sehr viel Arbeit und nicht reiner Genuss. Und ja, am Ende einfach auch Anzahl der Bücher, die man da zeitlich unterbringen kann. Und ich finde es immer wieder schön, wenn man dann einfach zum zum Spaß liest und eben nicht mit dem Hintergedanken ich muss da aber noch irgendwas nebenbei herausfiltern oder beachten?

Helen
Kannst du es komplett abschalten dann? Oder denkst du trotzdem dann manchmal Oh, da könnte man ja eigentlich voll gut sowas machen.

Lisa
Das kann ich gut abschalten. Tatsächlich. Zum Glück.

Helen
Spannend irgendwie. Wann hast du dir eigentlich das letzte Mal ganz bewusst Zeit nur für dich und ein gutes Buch genommen? Nicht nur zwei Minuten vor dem Einschlafen und vor allem ohne schlechtes Gewissen, sondern wirklich mit Ruhe und ohne To Do Liste im Kopf. Genau dafür gibt es einen Ort, den wir dir heute vorstellen möchten Das Alpine Hideaway und Spa Hotel Klosterhof in Bayerisch Gmain. Ein vier Sterne Superior Hotel mitten in der Bergwelt mit ganz viel Raum für Rückzug, Wellness und Genuss. Stell es dir so vor Morgens liest du ein paar Seiten deines Lieblingsbuches mit einem herrlichen Ausblick auf die umliegende Bergkulisse des Berchtesgadener Landes. Nachmittags gehst du ins Kursbar und zwischendurch isst du lecker und gesund. Währenddessen darf dein Handy einfach mal Pause machen. Was wir besonders schön finden Der Klosterhof verbindet dieses luxuriöse Wellnessgefühl mit einer familiären Atmosphäre. Wenn deine Leseliste also schneller wächst als deine freie Zeit, dann ist das vielleicht ein Zeichen für eine kleine Auszeit. Alle Infos findest du in den Show Notes. Ich habe das schon ein paar Mal hier geteilt, aber ich habe wirklich oft in den letzten Jahren damit gestriegelt. Also ich meine, bei mir ist vielleicht ein bisschen anders. Ich habe nur durch das Burn out angefangen wirklich zu lesen und daraus dann also weil ich darüber reden wollte, einen Buchclub gegründet. Also ich war nicht ursprünglich, sag ich mal Leserin, so als Kind Jugendliche, aber halt nicht, als ich das angefangen habe. Und vielleicht auch wegen dieser Burn out Erfahrung. Ich weiß es nicht, aber ich, ich habe glaube ich, mittlerweile so eine starke Resistenz gegenüber Druck oder wenn ich mich irgendwie unter Druck gesetzt fühle und dieses lesen müssen. Das klingt irgendwie so blöd, aber für mich fühlt es sich manchmal an wie lesen müssen. Er setzt mich ultra schnell unter Druck und dann habe ich so ganz schnell auch eine Leseflaute. Und das ist etwas, womit ich seit Jahren struggle. Was, wofür ich mich irgendwie auch schäme. Was natürlich irgendwie gar nichts bringt, also super unproduktiv ist. Aber ich glaube, weil ich dann immer denke, was das für ein dummes Problem irgendwie überhaupt das zu haben. Aber auch, weil ich oft das Gefühl habe, selbst Menschen in der Buchbranche, die sehr viel lesen müssen für ihren Beruf, können das nicht nachvollziehen. Deswegen, das finde ich irgendwie immer total spannend. Und ich, ich habe deswegen auch das Gefühl, würde ich zum Beispiel vielleicht nie Lektorin werden oder keinen eigenen Verlag gründen, weil ich das stressig finde. Ich weiß nicht, ob du damit, also ob dir das irgendwie bekannt vorkommt. Oder kannst du das einfach? Ich weiß nicht. Kannst du das einfach trennen? Ist das eine Job und das andere privat?

Lisa
Also ich finde schon auch, dass das berufliche Lesen oft stressig ist, weil es ja auch mit dem Zeitdruck verbunden ist. Wir haben oft eine Frist, bis wohin ein Manuskript prüfen müssen, zum Beispiel, und das sind teilweise nur zwei, drei Tage. Und dann liest man ein Buch in dem kurzen Zeitraum durch. Wir lesen ja häufig auf Englisch, weil wir auch Übersetzungen einkaufen. Ich bin zwar sehr gut in Englisch, aber auch ein englisches Buch brauche ich sehr viel länger, um es zu lesen als ein deutsches zum Beispiel. Also den Stress kann ich sehr gut nachvollziehen. Haben glaube ich auch alle bei uns, auch weil eben der Durchsatz sehr, sehr hoch ist. Wenn du eine ganze Liste hast an Büchern, die musst du diesen Monat noch alle lesen, weil die ganzen Designbriefings fertig gemacht werden müssen. Das ist schon Druck, obwohl es eigentlich für ganz viele ein Traumjob ist. Aber ich finde es.

Helen
Auch.

Lisa
Richtig. Ist es auch. Aber da merkt man wieder, wie romantisiert man sich viele Jobs vorstellt. Die sind toll, aber die haben schon auch negative Seiten. Auch Lesen zum Job ist schön, aber er hat eben auch ein Stresspotenzial mit dran. Das lässt sich aber nicht ganz vermeiden. Aber wenn ich dann privat lese, dann ist das wirklich ganz entspannend und einfach nur zum Genuss. Und das ist mal ganz was anderes und tut mir auch total gut.

Helen
Ja, vielleicht müsste ich es einfach für mich irgendwie klarer trennen. Das eine ist irgendwie das mache ich irgendwie viel mehr das sie lesen oder so und das andere mache ich einfach nur für mich. Das ist auch irgendwie immer unterschiedlich, aber ich glaube, bei mir ist es mittlerweile, weil ich so oft über meine Grenzen in jeglicher Hinsicht gegangen bin, also eben auch ich habe. Ich bin auch so ein chronischer People People Pleaser, habe das versucht auch mir abzugewöhnen, aber ich glaube, dadurch bin ich so oft auch über mein Bauchgefühl zum Beispiel hinausgegangen. Und dadurch glaube ich, weiß ich nicht, ob ich da so eine Resistenz in mir. Du hattest ja eben erwähnt, dass dein Mann eben auch mit im Unternehmen arbeitet. Ihr seid beide Gesellschafter. Auch das klingt irgendwie super krass und erwachsen und riesig, so eine eigene GmbH zu haben. Wann war klar, das Ganze hier wird größer und ihr macht das beide zusammen. Ich meine, auch das ist ein gewisses Risiko, dass ihr beide da mit drin hängt. Sage ich mal.

Lisa
Ja, total. Also die ersten Jahre hat er immer wieder ein bisschen unterstützt. Also gerade was IT und Finanzthemen angeht, hat er immer ein bisschen mitgeholfen, soweit es halt seinen Hauptjob quasi erlaubt hat. Und er hat zwei tausend zwei und zwanzig sich entschieden, voll einzusteigen, also drei Jahre nach Gründung und ist auch fast vier Jahre quasi Vollzeit mit dabei. Ist auch schon wieder so lange wie die Zeit vergeht, einfach so wahnsinnig schnell. Es war damals für uns eine Entscheidung für unsere Familie. Tatsächlich. Wir haben zwei kleine Kinder und er hat als Unternehmensberater gearbeitet vorher. Das heißt, er war immer unterwegs und war meistens vier Tage pro Woche auf Reisen, auf Geschäftsreisen und kam nur am Wochenende. Und das war natürlich unheimlich anspruchsvoll für uns und das mit den Kindern und einer Selbstständigkeit und so zu vereinbaren. Und dann haben wir uns entschlossen. Wir machen das gemeinsam. Wir verteilen auch die Aufgaben ganz konkret, dass wir uns nicht immer in die Quere kommen, was für uns ganz wichtig war, weil wir eben auch ein Ehepaar sind. Und wenn man vier, sieben aufeinander sitzt, dann wird es auch echt schnell anstrengend. Deswegen haben wir das ganz klar getrennt. Und ja, war definitiv auch ein Risiko für uns, einfach alles auf eine Karte zu setzen, Sage ich mal, Wir haben auch ganz, ganz viel Gegenwind bekommen, vor allem von unseren Familien, die total dagegen waren, dass er das macht. Einfach auch aus Angst. Was ist, wenn es nicht funktioniert? Und das ist so ein Thema, Da wurde ich immer wieder konfrontiert. So Was ist denn, wenn es nicht funktioniert, sage ich Ja, was ist dann? Dann arbeite ich als Angestellte irgendwo. Wir haben beide Wirtschaftsinformatik studiert. Das heißt, es ist gar kein Problem, dass wir einen Job finden. Und ich stelle mir immer die Frage Was ist aber, wenn es funktioniert? Also warum nicht das Risiko eingehen und diese Chance nutzen, vielleicht was ganz, ganz, ganz Tolles aufzubauen? Und lieber mache ich es und scheitere, als zu sagen Ich habe mich nie getraut, es zu versuchen.

Helen
Aber da denke ich gerade so, Du bist kein ängstlicher Mensch, weil du eben meintest, du hast irgendwie schon Respekt vor Risiko. Aber ängstlich bist du eigentlich nicht, oder?

Lisa
Nein, das nicht gerade. In dem Sinne auch, weil ich weiß, was, was wir an Fähigkeiten haben, also was wir gelernt haben, was wir können. Habe ich keine Angst, einen anderen Job zu finden? Die größte Angst, die ich habe, ist, mich zu enttäuschen und das Team zu enttäuschen, die quasi alle auch alles auf diese Karte setzen, die alle jeden Tag für uns zur Arbeit kommen und mit uns dieses Unternehmen und diesen Traum aufzubauen. Das heißt, meine größte Angst ist, alle zu enttäuschen, weil das nicht funktioniert und ich aus Angst das für mich negative Konsequenzen entstehen, weil das kriegen wir schon alles hin. Dann bin ich immer positiv. Aber so dieser Angst Leute zu enttäuschen, das ist glaube ich immer relativ groß bei mir.

Helen
Ja, das kann ich total nachvollziehen. Ich habe das auch ehrlich gesagt Zyklus bedingt, dass ich dann immer zu bestimmten Zeiten denke. Ich glaube, wir hatten die beste Zeit und das war’s jetzt.

Lisa
Ja.

Helen
Jetzt haben wir den Zenit überschritten und es waren schöne sechs Jahre und es kommt so einmal im Monat wieder und ich müsste ja eigentlich mittlerweile wissen. So nach einer Woche ist das auch wieder gut. Und dann bin ich so so ein tausend Ideen und denke so alles ist super und alles wird super. Aber so einmal im Monat denke ich ja, vielleicht packen wir es jetzt auch einfach. Ja.

Lisa
Kenne ich sehr gut. Ist immer ein Auf und Ab.

Helen
Ja, die Freundin.

Lisa
Total.

Helen
Ich habe jetzt gerade irgendwie so überlegt vielleicht kannst du auch noch mal ein bisschen uns mitnehmen, was es bei LEAF und CINNA so gibt. Also erstmal eben war mir eine Frage durch den Kopf gegangen Sind diese Bücher auch Teil der Boxen oder ist das wirklich komplett losgelöst?

Lisa
Das ist komplett losgelöst.

Helen
Und die Bücher bekommt man aber eben auch überall und kann den Dark Romance und Fantasybedarf irgendwie komplett damit decken.

Lisa
Genau. Die sind ganz normal lieferbar bei Thalia, Hugendubel. Amazon liegt in den Buchhandlungen. Also ganz normal überall. Weil das quasi keine Sonderausgaben sind, sondern einfach unsere Bücher, die wir verlegen. Und deswegen kann man die überall kaufen.

Helen
Und wie? Warum habt ihr das so entschieden, dass sie auch nicht Teil der Boxen sind? Frage ich mich. Also ist jetzt gerade wirklich einfach Neugier, weil ich so denke. Das hätte doch bestimmt richtig gut funktioniert.

Lisa
Haben wir am Anfang mal ausprobiert und haben wir aufgrund des Feedbacks wieder beendet, weil ganz viele Kunden sowohl Bücherbüchse-Kundinnen als auch LEAF- und CINNA-Kundinnen sind. Die Überschneidungsmenge ist sehr, sehr groß und wir bieten bei LEAF und CINNA auch ein Abo an, wo man quasi jedes neue Buch automatisch bekommt. Und dann haben die Leute, die haben beide Abos abgeschlossen. Und dann haben sie das Buch doppelt bekommen und das fanden sie natürlich nicht cool. Verständlicherweise. Deswegen haben wir gesagt Liefern wir das aus. Wir haben Bücherbüchse Abo quasi mit mit fremden Büchern. Und wir haben das LEAF-und-CINNA-Abo mit den Verlagsbüchern. So kann jeder das Abo und Buch haben, das er möchte, ohne Überschneidung und doppelte Bücher zu riskieren.

Helen
Okay, ja, das macht Sinn und das finde ich halt auch krass, weil das so voll für eure Community auch spricht. Also dass die so treu sind, dass die im Grunde dann diese drei Abos irgendwie haben. Ja, wie viele Bücher habt ihr da im Programm? Pro Halbjahr ist das ja immer.

Lisa
Also pro Verlag – einmal LEAF, einmal CINNA – haben wir pro Halbjahr so sieben bis zehn Titel.

Helen
Ja, das ist echt auch nicht wenig.

Lisa
Ja, das macht. In Summe sind es ungefähr vierzig pro Jahr, die wir machen, über die beiden Verlage hinweg. Und das ist verhältnismäßig für Verlage sehr, sehr wenig. Also die großen Verlage machen sehr viel mehr, aber gerade für uns am Anfang und mit einem noch relativ überschaulichen Team ist es schon eine Herausforderung.

Helen
Ja, und vor allem, wenn man dann darüber nachdenkt, dass das diese Sachen sind, die gelesen werden und plus die, die ihr vielleicht nicht annehmt oder so Genau.

Lisa
Wir lesen mehr, die wir nicht annehmen als die, die wir nehmen.

Helen
Ja, krass also. Und ich glaube, das trägt vielleicht auch mal so ein bisschen dazu bei, dass vielleicht so minimal zu entromantisieren. Wir haben auch hier schon mit Buchhändlerinnen gesprochen, wo auch rauskam. Die lesen nicht den ganzen Tag in der Buchhandlung. Aber ich finde es trotzdem. Irgendwie ist es halt so schön, in der Buchbranche zu arbeiten und so schön mit diesem Produkt zu arbeiten. Und irgendwie hat man ja bei jedem Job auch Vor und Nachteile und wir würden es ja, also wir haben ja die freie Wahl, Wir würden es ja auch nicht machen, wenn es keinen Spaß machen würde. Was ich im Vorfeld mich so gefragt habe weil du machst super viele Interviews. Du machst vielleicht nicht super viel, aber du wirst ja schon viel. Du stehst auf Bühnen, du wirst angefragt für verschiedene Formate. Du wirst wahrscheinlich diese Fragen, die ich dir jetzt heute gestellt habe, sehr oft beantworten. Gibt es irgendwas, wo du so denkst? Ich wünschte, mich würde mal eher jemand dazu fragen, aber das geht irgendwie immer so unter.

Lisa
Nicht so direkt eine einzelne Frage, aber was ich immer total spannend finde die Frage kommt manchmal. Nicht immer ist so dieses, was du vorhin ein bisschen mit reingebracht hast. Hast du Angst? Wovor hast du Angst? Weil ich finde, nach außen hin wirkt im Unternehmen und auch gerade der Erfolg immer wahnsinnig toll. Läuft ja alles super, ist ja mega toll, alles easy. Sieht aus wie so eine riesige Erfolgsstory und das möchten auch immer alle hören. Und wie hast du das geschafft und wie ist es dazu gekommen? Weil es natürlich total spannend ist. Aber darüber hinaus Verlieren total viele immer aus den Augen, was eigentlich dahinter steckt. Und wie oft man alles hinschmeißen möchte, Wie oft man einfach nur weinen möchte, weil alles so furchtbar ist. So viele Dinge, die einfach überhaupt nicht funktionieren. Und das, darüber sprechen die wenigsten auch wahrscheinlich einfach nicht gerne. Aber ich finde es so wichtig, weil das so dazugehört und auch, weil das ja auch bei Influencern so nach außen geht immer alles mega toll aus und alle sind neidisch. Und wenn man dann ein bisschen Einblick bekommen, was eigentlich dahinter steckt, dann hilft es, das noch ein bisschen realistischer zu betrachten und eben auch zu verstehen. Es ist nicht immer alles nur heile Welt. Und gerade wenn man ein Unternehmen führt, das ein Ups und Downs und das sind Herausforderungen, wo man nicht weiß, wie man weitermachen soll. Mal darüber sprechen, wie, wie kann man das Problem lösen? Und das finde ich total wichtig, damit das einfach realistisch ist. Wenn man sich entscheidet, man ist selbstständig, man ist Autor und Unternehmer, was auch immer, dass man weiß, was auf einen zukommt und nicht dann völlig überrascht wird mit Oh, das muss ich auch alles machen, das habe ich ja gar nicht bedacht. Und wie soll ich das alles schaffen? Und das finde ich immer ganz schlimm, wenn man sich da Austausch mit anderen Unternehmern, die das ja alle auch so kennen, das ist ja alles, Das ist einfach so, es wird nur so wenig drüber gesprochen. Das finde ich immer ganz schön, wenn das, wenn das Thema ist, das eben einfach auch viele Herausforderungen gibt, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht.

Helen
Du sprichst mir da total aus der Seele. Ich hatte irgendwann nach so weiß ich nicht. Zwei, drei Jahren würde ich jetzt mal vielleicht sagen von Mädels, die lesen.. So den Punkt. Ich hatte halt in meinem Umfeld niemanden, der selbstständig war oder irgendwie eine Art von Projekt so vorangetrieben hat. Und ich habe so gemerkt, ich glaube, ich würde halt gerne mit anderen Gründerinnen sprechen, weil ich vermute, dass diese ständigen Auf und ABS bei mir normal sind. Aber ich fühle mich ein bisschen crazy, wenn ich so im Minutentakt einerseits denke Wow, läuft bei mir und dann im nächsten Moment gar nichts läuft bei mir so und mir hat das extrem geholfen, dieser Austausch. Ich habe mir dann aktiv, habe mich bei GründerinnenNetzwerken und so angemeldet und dann Leute gefunden, mit denen ich auch bis heute noch wöchentlich täglich spreche. Deswegen, das kann ich total nachempfinden und auch, was ich gerade so dachte. Es gibt irgendwie glaube ich eher so im englischsprachigen Raum. So einen Spruch kriegt ihr nicht so richtig zusammen, aber im Grunde, dass die Leute oft diesen Erfolg wollen. Also die wollen das, was sie von außen sehen können, aber die wollen eben in den seltensten Fällen das, was du dafür hast, tun müssen und den ganzen Weg dahin. Ich glaube, dass man sich den eben oft nicht vor Augen führt. Aber dazu sind auch viele nicht bereit. Also Sie. Sie sehen dann irgendwie einen erfolgreichen Menschen und denken sich so Boah, wie cool, ich hätte das auch alles gar nicht. Ich hätte auch gerne irgendwie gerne auf einer Bühne oder ich hätte gern einen eigenen Stand auf der Messe oder so, aber was alles. neu, also notwendig war, um dahin zu kommen. Das waren dann die meisten doch eben lieber nicht. Ja, kann ich sehr gut nachempfinden. Hast du dir dafür halt auch irgendwie die andere Gründerin oder sowas gesucht, um darüber sprechen zu können?

Lisa
Aktiv gesucht, Nicht so zu mir gekommen. Tatsächlich? Also ich habe eine sehr gute Freundin, die hat selber auch Unternehmen gegründet und da tauscht man sich immer wieder aus und wir sind einfach aufeinander gestoßen, weil wir quasi mal zusammen gearbeitet haben. Ich habe damals bei ihr bestellt für eine Box und dann haben wir uns ausgetauscht. Tatsächlich, das wusste die Geschichte hatte, war sie total böse, weil irgendwas mit dem Design war ich mir sicher war auch ein Design, da gab es ein Problem. Ich weiß nicht mehr genau, was es war und sie hat mir eine saubere Nachricht geschrieben, wie das denn sein kann, dass wir das jetzt so machen und es geht ja so nicht Usw und so wollen wir uns kennengelernt und jetzt sind mittlerweile gut befreundet. Also auch so entsteht sowas Und wir tauschen uns aus. Aber so ein Gründernetzwerk oder so, da war ich jetzt bisher nicht Teil von ehrlicherweise wüsste ich gar nicht weiß ich noch unterbringen sollte.

Helen
Das kann ich mir gut vorstellen. Und ich glaube, dadurch, dass du ja mittlerweile auch viel durch Interviews und Co ins Gespräch kommst. Ich weiß nicht, dann ich glaube, dadurch entstehen solche oder auf Netzwerkveranstaltungen oder so entstehen solche Gespräche auch automatisch. Ich hatte irgendwie zu der Zeit so ein bisschen das Gefühl, so ganz isoliert zu sein, weil ich das ja auch von zu Hause aus mache. Und es war ja irgendwie auch immer noch Corona und so und ich hatte das Gefühl, niemand kann wirklich nachvollziehen, wie sich das anfühlt. Weil die Menschen, die eben in einem Angestelltenverhältnis sind, haben sich glaube ich teilweise halt auch gedacht, es kann ja nicht gut laufen, wenn sie ständig sich solche Sorgen macht und so und als ich dann angefangen habe, mit anderen darüber zu sprechen, habe ich gemerkt, dass es schon normal, weil da einfach so viel persönlicher drin hängt und so viel von abhängt.

Lisa
Irgendwie hat man ja auch emotional ganz anders daran gebunden ist, finde ich, wenn wenn was tolles passiert bei uns, wenn wir tolles Feedback bekommen zu Boxen, Büchern, dann beflügelt das. Und ich erinnere mich aber auch am Anfang, wenn jemand die Box nicht gut fand, dann habe ich geweint. Es hat mich emotional so mitgenommen. Ich denke, die finden meine Arbeit schlecht. Ich habe mir so eine Mühe gegeben, monatelang alles vorbereitet und jetzt mögen sie nicht, was ich gemacht habe. Das hat mich schon total emotional getroffen. Wenn man im Angestelltenverhältnis da sagst du na ja, und was kümmert mich das jetzt also. Ist vielleicht blöd gelaufen, aber man ist anders investiert, sage ich mal in das Ganze und nimmt dann die Ups und Downs einfach emotional auch viel stärker mit.

Helen
Finde ich auch. Ich habe teilweise immer noch also vielleicht jetzt nicht konkrete Namen, aber irgendwie so Accounts im Kopf, wo ich irgendwann mal vor Jahren, wo die mir irgendwas geschrieben haben, was ich nicht gut aufgenommen habe das. Ja, also es verfolgt mich jetzt vielleicht nicht immer noch, aber es ist so ich kann das immer noch schlecht ruhen lassen und weiß ich nicht. Es ist irgendwie ist es anders einfach. Ich kannte das so auch nicht aus der aus dem angestellten Dasein. Vielleicht gibst du uns noch, wenn du magst. Irgendwie so ein Ausblick. Was steht noch so auf deiner Bucketlist? Was denkst du, wo willst du? Also ich meine persönlich oder beruflich auch Was? Wo willst du hin? Ich habe das Gefühl, du hast schon so viel Krasses gemacht. Gibt es da noch viel größere Träume in deinem Kopf?

Lisa
Auch eine Frage, die ich häufig gestellt werde, auf die ich nie eine gute Antwort habe. Tatsächlich?

Helen
Weil so kann ich auch immer gar nicht. Ich kann die nur für mich privat beantworten.

Lisa
Ja, also es gibt. Es gibt beruflich so einen richtigen Plan. Klar haben wir immer so ein paar Projekte, an denen wir arbeiten. Aber jetzt nicht so der große nächste Schritt, sondern ich lasse immer so auf mich zukommen. Ich hätte eine Idee für ein weiteres Verlags imPrint, wenn wir uns dazu entschließen. Aber so weit sind wir einfach noch nicht. Dafür ist CINNA jetzt noch zu neu, ist erst mal ein halbes Jahr alt, das man noch gut beschäftigt. Aber Ideen gibt es theoretisch. Ich habe auch ein paar Community Ideen. Ich fände auch einen eigenen Buchladen total schön, aber nichts davon ist weit genug, dass ich sage daran arbeiten wir jetzt. Das sind alles nur Hirngespinste. Und wenn Zeit ist, nehmen wir uns dem nächsten an! Das heißt, da bin ich mehr. So lasse ich auf uns zukommen und wir gucken, was passiert. Da müssen wir die letzten Jahre ganz gut gefahren eigentlich. Ja, während ich privat habe ich schon eine Bucketlist und da ist für mich tatsächlich so ein ganz großer Part, dass ich mir wünsche, dass die Firma unabhängiger von mir ist, dass ich in Urlaub fahren kann für zwei Wochen und niemand ruft mich an, niemand braucht irgendwas, weil es einfach ohne mich läuft. Damit ich dieses Ich schalte mal ab von der Arbeit und denk mal an mich, dass ich das hinbekomme. Das fehlt mir so ein bisschen. Und ich merke gerade jetzt, nach so vielen Jahren, die ich das mache, das wird irgendwann belastend, wenn man nicht mal abschalten kann. Das wünsche ich mir. Da arbeiten wir ein bisschen darauf hin mit Personalaufstellung. Wer übernimmt was, dass das möglich ist. Die Schwierigkeit ist, dass das Gleiche für meinen Mann gelten muss. Und wenn wir gemeinsam in Urlaub fahren, bringt es nur was, wenn wir beide haben. Und es macht natürlich schwer, weil wir beide Geschäftsführung sind. Und wenn wir beide weg sind, dann sind entsprechend viele Mitarbeiter auf sich alleine gestellt. Eine Herausforderung. Aber das möchte ich ganz gerne hinbekommen. Einfach um da ein bisschen mehr Freiheit zu bekommen, weil das eigentlich für mich mit einer der größten Vorteile von der Selbstständigkeit ist, dass man die Freiheit hat, das bisschen flexibler zu gestalten. Und die fehlt mir aktuell. Das heißt, da will ich noch hinkommen.

Helen
Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Ich habe gerade eben so gedacht, weil ich kann das auch, dass ich werde immer gefragt. Von Anfang an wurde ich irgendwie immer gefragt, was ich für eine Vision hätte für meine Ziele. Und ich dachte immer so keine Ahnung. So, ich habe irgendwie eher so gefühlt, in den Tag hinein gelebt und irgendwann meinte jemand zu mir und ich könnte mir vorstellen, dass das bei dir ähnlich ist. Dass ich vielleicht auch gar nicht immer so super weit im Voraus irgendwas weiß, weil ich meistens, wenn ich eine Idee habe, das eigentlich auch sofort oder so bald es halt möglich ist, auch umsetze oder irgendwie zumindest schon die ersten Schritte einleite. Also ich habe nicht. Mittlerweile habe ich so ein paar Sachen, weil die irgendwie so groß sind, dass ich dann denke keine Ahnung, wie ich das machen soll, aber ich hatte das lange Zeit gar nicht. Ich habe immer einfach alles sofort gemacht und du hast ja auch viel einfach immer direkt in die Wege geleitet. Deswegen ist das vielleicht bei dir ähnlich.

Lisa
Ja, total gut möglich. Und was mal ganz spannend ist, weil ich mit dem Urlaub vorhin angesprochen habe, Wenn man mal nicht in Urlaub fahren und mir natürlich nicht ganz so viel arbeiten wie Normalerweise. Dann kommen immer noch mehr neue Ideen. Das heißt, tendenziell ist es so Wir kommen aus dem Urlaub zurück und präsentieren im Team erstmal eine neue Idee, wo alle sagen Oh nein.

Helen
Dass sie nicht in den Urlaub fahren.

Lisa
Eigentlich was Negatives fürs Team, aber mit neuen Dingen zurückkommen, wo? Ich merke es aber auch so wichtig, um mal was anderes zu sehen, auf andere Gedanken zu kommen. Damit dann eben so visionäre Gedanken überhaupt Platz haben.

Helen
Voll. Ich könnte wahrscheinlich noch stundenlang nicht dazu, aber ich finde es super spannend. Wenn jetzt jemand denkt, also allein schon, weil ich dich cool finde, will ich Bücherbüchse, CINNA und LEAF unterstützen. Aber vielleicht auch nur, weil ich die Genres lese und dazu mehr erfahren will. Wo findet man dich online? Wo findet man eure Accounts? Was sollten wir alles verlinken?

Lisa
Also bei der Bücherbüchse ist ganz klar unsere Website einfach buecherbuechse.de. Der wichtigste Punkt haben da auch ein paar Instagram und Facebook Account. Je nachdem, wo man gerne konsumiert. Wir haben einen eigenen Newsletter, wo ganz viele Sales und so vorab angekündigt werden. Wir haben einen WhatsApp Kanal und da kann man quasi auf jedem Kanal, den man gut findet, alle folgen. Da haben wir ein tolles Marketingteam, das alle Kanäle bespielt, damit man nichts verpasst, wenn man nichts verpassen möchte. Bei LEAF und CINNA ist es genauso: Auch da haben wir jeweils einen eigenen Webshop, eigene Social Media Kanäle, also alles äquivalent dazu. Bei mir persönlich, alles Geschäftliche läuft viel über LinkedIn. Tatsächlich habe ich meinen eigenen Account und ich habe auch einen Instagram Account der heißt lisastrausz, wo ich versuche, ein bisschen hinter den Kulissen zu zeigen Wie sieht der Alltag aus von mir? Was? Was mache ich so? Was sind so meine To dos in der Arbeit? Mit welchen Herausforderungen bin ich konfrontiert? Aber doch auch ein bisschen mit meinem Privatleben gemischt. Also alles rund um Kinder und natürlich Lesen war das für mich so zentral ist und ich gerade diese Vereinbarkeit für Frauen so spannend finde. Das frage ich auch selber ganz, ganz vielen Kanälen, weil es mal so die große Herausforderung ist, finde ich. Und das gut zu managen finde ich immer sehr, sehr spannend.

Helen
Voll cool. Ich danke dir sehr, sehr, sehr, dass du so kurz vor der Buchmesse dir Zeit für uns genommen hast. Ich fand es ein extrem spannendes Gespräch. Ich habe sie eben schon gesagt im Vorfeld Je mehr ich mich zu dir eingelesen habe, desto aufgeregter wurde ich. Ich dachte Wow, krass, was, was du alles gemacht hast Und jetzt halt wirklich. Ich liebe das sage ich irgendwie gefühlt jedes Mal. Aber ich liebe diesen Blick hinter die Kulissen und dass du uns mitgenommen hast. Ein tausend Dank dafür.

Lisa
Sehr, sehr gerne. Vielen Dank für die Einladung.

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