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Christianes lange Reise zum Buch

StartseitePodcast › Ein Buch selbst veröffentlichen mit Christiane Paßers

Podcast · Folge 113

Neun Jahre bis zum eigenen Buch

Christiane Paßers über einen geplatzten Verlagsvertrag, Absagen von Agenturen – und warum sie ihr Buch am Ende selbst herausgebracht hat

26. Juni 2025 · 64 Minuten · Ganze Folge hören ↓

Der Einstieg ist bei uns immer eine gedankliche Reise: Wo sitzen wir gerade zusammen, und welches Getränk hast du uns mitgebracht? Christiane Paßers nimmt uns mit nach Rom – nach Trastevere, südwestlich des Tibers, auf eine Dachterrasse im Schatten unter Bäumen. Ein Ort mit Bedeutung: Genau dorthin führt das Buch, um das es in dieser Folge geht. Aufgenommen haben wir digital.

Porträt von Christiane Paßers

Christiane Paßers

Autorin und Unternehmensberaterin

Geboren bei Düsseldorf, BWL-Studium in Köln, danach Vertriebsleiterin – unter anderem für das Textilunternehmen FALKE und für DIE ZEIT, wo sie von 2019 an arbeitete. Mit 42 erfüllte sie sich einen Kindheitstraum und studierte Modedesign in Mailand. Anfang 2025 hat sie sich als Unternehmensberaterin selbstständig gemacht; ihre Firma heißt The New Sales Studio und berät zu neuen Vertriebs- und Geschäftsideen im Handel. Heute lebt sie in Hamburg, schreibt und entwickelt nebenbei ihr eigenes Nachtwäsche-Label Lilae Studio. 2016 ging sie auf eine Pilgerreise nach Rom – daraus wurde neun Jahre später ihr erstes Buch.

Kennengelernt haben wir uns in einer Schlange

Im Januar 2025, auf der Future Publish in Berlin – keine Buchmesse, aber eine große Branchenveranstaltung. Christiane Paßers war im Auftrag des Zeitverlags dort und stellte die Buchhandelsoffensive der ZEIT vor, mit der die Wochenzeitung in möglichst vielen, auch unabhängigen Buchhandlungen präsent sein will. Helen hielt dort die Keynote – ein Teil des Gewinns beim Young Excellence Award.

Danach ein Zoom-Gespräch, in dem sie ziemlich viele Themen angerissen haben. Damals stand Christiane Paßers an einem Punkt, an dem sie nicht wusste, wie es mit ihrem Manuskript weitergeht. Drei Monate später, zur Aufnahme dieser Folge, war das Buch erhältlich.

Die Reise, um die es geht

2016, Mitte dreißig, ging sie die Via Francigena – den italienischen Pilgerweg nach Rom, so etwas wie der Jakobsweg durch Italien. Ungewöhnlich daran: Sie hatte sich vorher weder für Spiritualität noch fürs Pilgern interessiert, keine religiöse Motivation und war auch kein besonders naturverbundener Mensch. Den Anstoß gab ein Buch, das sie zufällig in einer Buchhandlung mitgenommen hatte.

Losgegangen ist sie mit einem schweren Rucksack und ohne besondere sportliche Vorbereitung. Was daraus wurde, ist der Kern des Buches – und die Erfahrung, die sie bis heute mitnimmt:

Als ich losgegangen bin, dachte ich: Wie soll ich denn hier jemals ankommen? Und wenn man dann aber ankommt, dann ist das so hilfreich.Christiane Paßers

Der Pilgerweg ist dabei nur die Kulisse. Erzählt wird vor allem die innere Reise – und die Fragen, die sich stellen, wenn das Leben anders aussieht als geplant: Ist das der richtige Weg? Bin ich irgendwo falsch abgebogen? Wann kommt eigentlich das, was früher im Tagebuch stand?

Neun Jahre, ein geplatzter Vertrag, viele Absagen

Zwei Jahre nach der Reise entstand die erste Fassung. Danach hat sie das Manuskript immer wieder überarbeitet, weil ihr mit jedem Jahr klarer wurde, wie wichtig diese Reise für sie war.

2022 hatte sie tatsächlich einen Buchvertrag. Im selben Jahr ging sie ins Sabbatical nach Mailand – und zum Jahresende rief der Geschäftsführer an: Der Verlag muss schließen, das Buch kann nicht erscheinen. Ein Teil von ihr war erleichtert, sagt sie heute. Der Teil, der Angst davor hat, sich zu zeigen.

Es klopfte trotzdem weiter an. Also schrieb sie Literaturagenturen an – und bekam fast keine Antworten, weil dort schlicht zu viele Anfragen eingehen. Von einer Agentur kam eine wertschätzende Absage mit zwei Gründen: Ein Reisethema sei in einem Verlag wahnsinnig schwer unterzubringen. Und sie habe, in Klammern, keine Reichweite – damals ein Instagram-Account mit rund 600 Follower*innen.

Warum sie es dann selbst gemacht hat

Der Ausschlag kam aus mehreren Richtungen: 2025 ist Heiliges Jahr, Rom also ohnehin im Blick. Durch die frische Selbstständigkeit hatte sie zum ersten Mal die Zeit dazu. Und es waren genau neun Jahre seit der Reise.

Ehrlich benennt sie auch, was dabei kurz wehtut: Ein Verlag ist so etwas wie ein Qualitätssiegel – jemand hat entschieden, dass dieses Buch gut genug ist. Wenn Leute fragten, in welchem Verlag es erscheint, gab es einen kurzen Schmerzmoment. Auf Helens Nachfrage, ob dieses Gefühl vom Gegenüber kommt oder von ihr selbst, ist die Antwort eindeutig: von ihr selbst.

Man muss nicht darauf warten, entdeckt zu werden. Man kann es selber in die Hand nehmen.Helen

Was bleibt, ist das Gegenteil des Schmerzmoments: die Selbstermächtigung. Sie wollte, dass dieses Buch in die Welt kommt – und sie hatte die Möglichkeit dazu, ohne auf ein Ja von außen zu warten.

Was Self-Publishing praktisch heißt

Sie hat es über Books on Demand gemacht und beschreibt den Weg Schritt für Schritt:

  • Lektorat. Obwohl in neun Jahren viele kluge Menschen mitgelesen hatten – darunter Autor*innen, die ihr über die ZEIT so etwas wie eine kleine Schreibschule gegeben haben –, wollte sie ein professionelles Lektorat. Gefunden hat sie ihre Lektorin über lektoren.de.
  • Die Grundgebühr. Rund 40 Euro für das Basispaket; alles Weitere ist zubuchbar.
  • Der Buchsatz. Den hat sie selbst gemacht – und dabei gelernt, wie viel Detailarbeit darin steckt. Ihr Beispiel: Kapitelseiten bekommen keine Seitenzahl, und die Nummerierung darf trotzdem nicht durcheinandergeraten.
  • Katalogangaben. Klappentext, Verkaufsargument, Zielgruppe, Genre, Stichworte – damit der Handel das Buch einordnen kann.
  • Distribution. Books on Demand trägt den Titel ins Verzeichnis Lieferbarer Bücher ein. Danach ist er in jedem Online-Shop und in jeder Buchhandlung bestellbar.

Ihr Fazit dazu ist deutlich: Mehrere Menschen aus dem Verlagswesen haben ihr bestätigt, wie professionell sich Self-Publishing entwickelt hat – und sie ist mit dem Ergebnis zufrieden.

Das Cover

Ein schönes Cover war ihr wichtig; sie bezeichnet sich selbst als Ästhetikmensch und Coverkäuferin. Zwei Agenturen hatte sie schon angefragt, als ihre beste Freundin fragte, ob sie es nicht selbst könne. Am Abend darauf saß sie an ihrem Tisch, sah auf ihr Pinboard – und auf ein Bild, das sie einfach gern mag. Daraus wurde ein Scribble, das eine professionelle Grafikerin gesetzt hat, mit so vielen schönen Entwürfen, dass die Wahl schwerfiel.

Weiße, serifenlose Schrift – bewusst, weil der Weg ein sehr moderner Pilgerweg ist und das Cover das ausstrahlen sollte. Aus ihrer Vertriebserfahrung bei der ZEIT, wo sie wöchentlich in der Titelauswahl mit am Tisch saß, würde sie sich selbst wohl davon abgeraten haben: sehr ästhetisch, aber die Typo ist nicht optimal lesbar. Genau das ist der Punkt – sie durfte es allein entscheiden.

Über Zahlen und darüber, was Erfolg heißt

Die ernüchternde Statistik aus einer früheren Folge unseres Podcasts hat sie im Kopf: rund 70.000 Bücher pro Jahr, und der weit überwiegende Teil verkauft sich nicht über hundert Exemplare hinaus. Ihr Umgang damit: zur Seite schieben.

Helens Variante davon ist ähnlich pragmatisch – beim Podcast schaut sie sich am liebsten die Gesamtzahl an, weil die nur steigen kann. Und ihr Einwand zu den hundert Exemplaren sitzt: In neun Jahren, in denen das Buch in der Schublade lag, waren es null.

Christiane Paßers definiert Erfolg für sich anders. Dass dieses Gespräch stattfindet, sei bereits einer – ohne das Buch hätten sie sich nie kennengelernt.

Was als Nächstes kommt

Zuerst der Fokus darauf, das Buch bekannt zu machen: über ihr Netzwerk, über Instagram, wo sie in den Tagen rund um den Jahrestag ihrer Ankunft in Rom täglich ein Zitat postete. Mindestens eine Lesung möchte sie machen – am liebsten an einem ungewöhnlichen Ort, und besonders gern in der Kölner Buchhandlung, in der sie damals das Buch gekauft hat, das sie zu der Wanderung gebracht hat.

Danach: eine englische und eine italienische Ausgabe. Und dann das Nachtwäsche-Label. Die Idee dahinter ist ein Gedanke von Friedensreich Hundertwasser, den sie im Gespräch zitiert – dass wir drei Häute haben: die eigene, die Kleidung und den Raum, in dem wir wohnen. Alle drei wirken darauf, wie wir uns fühlen. Ihr Ziel sind hochwertige Produkte zwischen sehr konservativ und supersexy, in denen sich Frauen wohl und selbstbestimmt fühlen – und mehr Bewusstsein dafür, dass die Nacht die Zeit der Regeneration ist.

Und noch etwas fällt im Gespräch auf: 2016 die Wanderung, 2019 der Umzug von Köln nach Hamburg, 2022 das Sabbatical, 2025 die Selbstständigkeit. Alle paar Jahre etwas Neues – passend zum Titel des Buches, das sie damals in Köln gekauft hat.

Die Bücher aus der Folge

Buchcover »Diesem Weg wohnt ein Zauber inne« von Christiane Maria Passers

Diesem Weg wohnt ein Zauber inne

Christiane Maria Passers

Ihr Buch: ein poetischer Reisebericht über die Via Francigena nach Rom – und über das Ankommen in sich selbst. Neun Jahre Arbeit, im Self-Publishing veröffentlicht. Bei Thalia gibt es aktuell die E-Book-Ausgabe; die gedruckte Fassung ist über jede Buchhandlung bestellbar.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Alles neu in 7 Jahren« von Penny McLean

Alles neu in 7 Jahren

Penny McLean

Das Buch, das sie zufällig in einer Kölner Buchhandlung mitgenommen hat – und das sie auf den Weg nach Rom gebracht hat.

Bei Thalia ansehen *

*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Wenn bei dir ein Manuskript in der Schublade liegt oder eine Idee, auf deren Erlaubnis du wartest: In dieser Folge hörst du, wie jemand nach neun Jahren aufgehört hat zu warten – und was das praktisch bedeutet hat.

Die ganze Folge hören

Häufige Fragen

Wie veröffentlicht man ein Buch im Self-Publishing?

Christiane Paßers hat es über Books on Demand gemacht. Die Schritte: ein professionelles Lektorat beauftragen, die Grundgebühr für die Veröffentlichung buchen (rund 40 Euro), den Buchsatz erstellen oder erstellen lassen, ein Cover gestalten und die Katalogangaben ausfüllen – Klappentext, Zielgruppe, Genre, Verkaufsargument.

Ist ein selbst veröffentlichtes Buch im Buchhandel bestellbar?

Ja. Der Titel wird ins Verzeichnis Lieferbarer Bücher eingetragen, und damit können Buchhandlungen darauf zugreifen. Man kann das Buch in jedem Online-Shop und in jeder Buchhandlung vor Ort bestellen.

Warum lehnen Literaturagenturen ab?

Häufig kommt gar keine Antwort, weil dort sehr viele Anfragen eingehen. In ihrem Fall waren die genannten Gründe: ein Reisethema ist schwer in einem Verlag unterzubringen, und die eigene Reichweite war gering – damals rund 600 Follower*innen bei Instagram.

Was kostet Self-Publishing?

Das Basispaket bei ihrem Anbieter lag bei rund 40 Euro. Alles Weitere ist zubuchbar – etwa der Buchsatz, den sie selbst übernommen hat. Dazu kommen die Leistungen, die man selbst beauftragt: in ihrem Fall Lektorat und Grafik.

Fehlt einem Self-Publishing-Buch das Qualitätssiegel eines Verlags?

Sie beschreibt das als kurzen Schmerzmoment – und sagt zugleich klar, dass dieses Gefühl von ihr selbst kam, nicht vom Gegenüber. Ihr Gegengewicht war ein professionelles Lektorat, das ihr dieselbe Sicherheit gegeben hat.

Worum geht es in »Diesem Weg wohnt ein Zauber inne«?

Um eine Pilgerreise auf der Via Francigena von Italien nach Rom im Jahr 2016 – und vor allem um die innere Reise dabei. Erzählt aus weiblicher Perspektive und mit den Fragen, die sich stellen, wenn das Leben anders verläuft als vorgestellt.

Die ganze Folge zum Nachlesen

Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.

Helen
Herzlich willkommen Christiane. Ich freue mich sehr heute mit dir über dein Buch und deine damit verbundene Reise zu sprechen oder deine Wandlung. Aber bevor wir starten, zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?

Christiane Paßers
Hallo, Helen. Vielen Dank für die Einladung. Wir sitzen gerade im etwas wärmeren Rom in Trastevere. Das ist ein Stadtteil südwestlich des Tibers. Auf einer Dachterrasse im Schatten unter Bäumen und trinken.

Helen
Das klingt richtig gut. Ich war jetzt noch nie in Rom. Irgendwie hatte es das Gefühl, es ist wie ein Faux-pas.

Christiane Paßers
Das ist dann das Ziel, mein Ziel dieser Folge, dass du am Ende sagst, ich muss nach Rom reisen. Es ist kein Faux-pas.

Helen
Ich habe das auch schon oft gedacht, aber irgendwie ist es auch nicht. Ich bin auch immer so romantisch veranlagt. Ich bin so durch die Garten von Rom, so.

Christiane Paßers
Weißt du was, es geht ganz vielen so. Ich bin ja auch mit 35 das erste Mal dorthin gefahren. Also du hast noch Zeit sozusagen. Es geht ganz vielen so, dass sie später im Leben nach Rom kommen.

Helen
Ich bin gespannt. Also freue ich mich auf jeden Fall da heute hin entführt zu werden. Ich würde sagen, wir stoßen einmal an. Also, vielleicht ein bisschen als Backstory, wo wir uns kennengelernt haben und so wer du bist. Also ich meine, wo haben wir uns kennengelernt? Das ist gar nicht mal auch so lange her. Das war im Januar, jetzt haben wir Endermal. Bei der Future Publish, von der Messe hatte ich auch vorher noch nie gehört, aber der Buchbranche, glaube ich, schon größer. Ja, jetzt als Umstände. Ja, genau. Also es ist jetzt halt nicht die Buchmesse, aber es ist so in der Buchbranche eine Veranstaltung. Und in dem Rahmen, du bist mir tatsächlich, das hatte ich dir glaube ich auch erzählt, du bist mir schon in der Schlange zum Reihen, den aufgefallen, weil du so einen coolen Anzug in den Gliederfarbenkord anhattest, und ich dachte, so wie cool. Aber wir haben uns dann irgendwie nachher, du hattest mich glaube ich angesprochen, nach der Keynote und dann haben wir uns darüber kennengelernt. Und hatten dann auch schon mal ein Zoom-Gespräch, wo wir so viele Themen angerissen haben. Wir haben über ein Zyklus gesprochen. Wir haben alles angeschnitten und haben alles, was wichtig ist. Alles, was die wichtigen Themen ist. Und hatten dann gesagt, wir machen eine Podcastaufnahme. Und ich finde es sehr witzig, weil das ist jetzt, glaube ich, so drei Monate her, meinst du eben. Und da meintest du, du bist so irgendwie überlegen, du willst ein Buch veröffentlichen und stehst da gerade irgendein so einen Punkt wo du dich fragst, wie du jetzt weitermachen sollst und als ich jetzt geguckt hab, für die Folge, so vorbereitet, dass ich so dieses Buch erscheint in ein paar Tagen. Wie krass schnell ist sie eigentlich. Also genau, das Thema für die Folge hat sich damit so ein bisschen geändert, aber ich bin super gespannt mehr darüber zu erfahren. Vielleicht erzählst du einmal so, wer bist du, was machst du und was hat es auch mit diesem Buch auf sich?

Christiane Paßers
Sehr gerne. Also ich bin Christiane Maria Paßers. Wir haben uns auf der Future Publish kennengelernt, weil ich dort im Auftrag der Zeit des Zeitverlags unterwegs war. Ich habe die letzten sechs Jahre von 2019 an, habe ich als Vertriebsleiterin für die Zeit gearbeitet. Ich habe mich Anfang des Jahres selbstständig gemacht, als Unternehmensberaterin und in dieser Rolle betreue ich die Zeit eben weiter. Und ich habe für die Zeit ein ganz wunderbares Projekt, das ist unsere Buchhandelsoffensive, weil wir eben das Ziel haben mit der Wochenzeit und in möglichst vielen, auch unabhängigen Buchhandlungen, präsent zu sein, weil die Zeit ist einfach das Pressebuch der Woche, kann man sagen. Und dafür war die Future Publish eine gute Bühne um das Klima zu präsentieren. Deswegen war ich da. Und als ich dann zu Beginn deine Keynote hörte und ehrlich gesagt, ich kannte die Komödie vorher gar nicht, dann habe ich dich gehört und fand es super spannend und hatte dann spontan den Impuls, dich anzusprechen. Denn ich war zu dem Zeitpunkt, war mein Buch fertig geschrieben und ich war in der Phase, in der ich im Grunde wieder einen Anlauf gestartet hatte, das Buch Literaturagenturen vorzustellen. Und zwar ist es so, ich habe ehrlich gesagt die, was sagen wir, 2014, ich habe neun Jahre an dem Buch geschrieben. Ich schreibe hier über eine Reise, über die wichtigste Reise meines Lebens, eine Pilgerreise nach Rom. Sie hat 2016 stattgefunden. Und innerhalb der letzten 9 Jahre, zwei Jahre später habe ich die erste Version davon geschrieben, und dann habe ich es aber zum Grunde immer wieder überarbeitet, weil mir immer wieder, immer klarer wurde, wie wichtig diese Reise für mich war. Und ich konnte es immer besser zuordnen in meinem Kopf. Und dann hatte ich 2022, hatte ich tatsächlich ganz durch Zuford, hatte ich einen Buchvertrag und es sollte bei einem Verlag erscheinen. Und ich fand es natürlich ganz aufregend. Und bin gleichzeitig aber in dem Jahr mich für ein Sabbatical entschieden und bin nach Mailand gegangen. Und das war zum Ende diesen Jahres, dass der Buchverlag leider schließen musste und der Geschäftsführer mich anrief und sagte Christiane, Bad News, der Verlag schließt, wir können das Buch nicht veröffentlichen. Und es gab so einen Teil in mir, der dachte, ah, ist auch gar nicht schlimm. Also, es ist, also so dieser Teil der Dichte auch Angst hat sich damit zu zeigen. Der hat es ein bisschen aufgetrat mit und dachte auch, okay, ich bin jetzt hier in Mailand, ich habe hier keine Zeit. Das ist schon in Ordnung. So. Und dann, ja, ging die Zeit aber weiter, aber irgendwie klopfte es immer wieder an und ich hatte immer wieder das Gefühl von, ich möchte es doch, ich möchte es doch veröffentlichen. Man fragt sich doch immer, also es war super wichtig und heilsinn für mich, das aufzuschreiben, weil ich es dadurch sortieren konnte. Und ich fragte mich dann schon, naja, für wie ist es denn jetzt wichtig, also soll ich das jetzt pötig veröffentlichen, muss ich mich denn jetzt so verletzbar für die Welt zeigen und quasi mein Inneres nach außen kehren, denn es geht in diesen sehr, sehr viel. Also der Pilgerweg ist die Kulisse und dann passiert aber ganz viel innere Reise, die ich teile. Die für mich auch wichtig war, das aufzuschreiben, weil durch das Schreiben habe ich es halt verarbeitet. Und da gab einfach ganz viele Schutzmechanismen, wie gesagt haben, vielleicht doch einfach nicht.

Helen
Kann ich so gut nachvollziehen.

Christiane Paßers
Und dann kam aber doch dieser Moment, der kam halt immer wieder, ich dachte, hast du aber doch eine schöne Geschichte, uns wird doch schönes zu teilen und ehrlich gesagt ist es auch einfach eine Form von, so ich sage, Selbstentwicklung, von Mutausbruch.

Helen
Ja, total. Und dann fing ich also wieder an, Literaturagenturen erstmalig dann anzuschreiben, weil vor drei Jahren es ging direkt über Kontakt beim Verlag und ich bekam nur ein Feedback. Es ist ja so, dass Literatur, Agenturen einfach wahnsinnig viele Anfragen bekommen und es gar nicht schaffen, die alle zu beantworten. Ich bekam also kein Feedback. Nur von einer Agentur bekam ich ein Feedback, die ich aber in dem Workshop auch kennengelernt hatte. Und die war sehr wertschätzend und sagte aber, du, das ist wirklich nicht geschrieben, aber also im Prinzip ein Reisethema in dem Verlag unterzubekommen, das ist wahnsinnig schwierig. Ich würde damit nicht, also ich würde meinen… Ich habe noch einen Hut nicht in den Ring dürfen. Das habe ich noch von der zweiten gehört, die er und zwei haben er erinnert. Das war dieses Feedback, was ich bekam. Eine Woche, bevor ich dich gehört habe, und dann habe ich gedacht, dass wäre so spannend, quasi eure Community mal zu fragen, was sie denn meinen. Also sie sind ja quasi die Zielgruppe. Es richtet sich hauptsächlich an Frauen, also aus einer weiblichen Perspektive. Geschrieben ist. Ich bin hier weggegangen, da war ich Mitte 30. Und es geht halt schon um die Fragen, die man sich als Frau dann stellt. Also gerade dann, wenn das Leben vielleicht nicht so ist, wie man sich das vorgestellt hat und man nicht mit der Familie im Reihenhaus und Garten und Hund sitzt, sondern einen anderen Weg geht. Und der fragt, ist das der richtige oder bin ich irgendwo vielleicht mal falsch abgebogen oder wann leben kommt eigentlich das, was ich mal früher in meinen Tagebuch wurde. Das heißt, in meiner Wahrnehmung sind das schon, also ist es ein sehr breites Thema, die Kulisse, wie gesagt, dieser Pilgerweg, der ist mag speziell wirken, aber ist es dann eben auch nicht, es ist dann auch eine Metapher für ganz viele andere Dinge und gerade der italienische Pilgerweg, die Via Francigena. Es ist quasi wieder Jakobsweg nur durch Italien. Der ist schon auch besonders, besonders schön. Und deswegen hat mich das so interessiert, was die Community sagen würde. Und dann haben wir uns hier ausgetauscht und du hast gesagt, ja klar, lass uns die Community fragen. Und das war unser Konzept vor drei Monaten, als wir gesprochen haben. Und dann hat es mich aber so, bitte ich mal sagen, ja, so gut.

Christiane Paßers
Genau, es hat etwas ergangen gesetzt, dass ich dachte, okay, es ist dieses Jahr, es ist ja auch das Jubiläumsjahr der Kirche, das ist alle 25 Jahre, das führt dazu, dass Rom ohnehin eine andere, noch einmal, eine andere Öffentlichkeit vertreten ist. Und ich hatte jetzt auch gerade den Moment, dass ich Zeit hatte. Durch die Selbstständigkeit kann man eine Zeit selber einteilen. Das ist ein gutes Geschenk. Und ich dachte, okay, now or never. Weil ich auch dieses Gefühl hatte, ich schreibe jetzt seit neun Jahren daran, neun ist auch, finde ich, eine sehr kraftvolle spirituelle Zahl. Ich dachte, okay, irgendwie soll es mir jetzt vielleicht sein. Und hatte auch Lust darauf, das zu machen, was dann eben notwendig ist. Also das Cover zu gestalten und in diesen Prozessen.

Helen
Das Cover gefällt mir übrigens richtig gut.

Christiane Paßers
Das freut mich sehr, dass das so ist.

Helen
Ja, das finde ich richtig schön. Also wie bist du da vorgegangen? Hast du das selber gestaltet?

Christiane Paßers
Das ist, im Grunde ist es so eine Kooperation, würde ich immer sagen. Ich hatte mir schon überlegt, dass ich ein möglichst schönes Cover haben möchte. Weil ich Ästhetik einfach auch sehr wichtig bin. Ich bin offensichtlich so ein Ästhetikmensch.

Helen
Genau, genau. Ich bin auch eine so eine Coverkäuferin.

Christiane Paßers
Ich auch, das ist bei mir bei Wein auch so. Ich kaufe auch Wein nach dem Etikett.

Helen
Oh Gott, ich auch.

Christiane Paßers
Und dann habe ich so ein Weinkenner hier zu Hause, der sagt, das ist doch nicht dein Ernst, dass du es jetzt danach ausgewählt hast. Aber ich hab ehrlich gesagt, dort ist nichts, wo da richtig entscheidend kam.

Helen
Ja, ich finde es aber ganz wichtig, ich suche auch Putzmittel nach… Nach der Optik. Alles einfach. Alles, genau.

Christiane Paßers
Also ich wollte ein schönes Cover und ich wusste, dass… Ich hab zwar auch im Studium schon mal Grafikdesign gehabt, aber ich wusste, dass ich mich das Game professionell herm und hab dann zwei Agenturen angefragt. Und dann sagt er meine beste Freundin aber so, oh, Christian, kannst du es nicht selber? Und ich so, oh. Ich glaube, ich brauche zu lange dafür. Dann saß ich aber tatsächlich abends hier, wie ich jetzt mit ihr sitze am Tisch und habe so hier vor mir gegenüber ist mein Pinboard. Und da hängt ein Bild von Julie Weine, das ist das Bild, das ist quasi da drauf, das ist die Blumen. Das ist eine angrekanische Künstlerin, die ich einfach so gerne mag. Und das ist ein Ausdruck, der hier hängt. Und ich habe noch ein anderes Bild von ihr, das habe ich im Schlafzimmer. Und da habe ich dieses Bild gesehen und dachte, aber vielleicht ist es einfach dieses Bild. Und dann habe ich quasi so ein Scribble gemacht und habe die Ziele mit Ken drauf gesetzt und habe das dann aber an eine professionelle Grafikerin geschickt, dass sie gesetzt. Und das war wirklich ganz, ganz toll. Es war Josie Schnitt und sie hat einfach so viele schöne Entwürfe daraus gemacht, … Dass ich mich auch gar nicht entscheiden konnte. Und das Spannende ist den Freuden, dass du sagst, … … Dass es dir gefällt ist. Ich habe quasi bei der … Also ich vertriebszeitere mal der Zeit war, … … Weil ich immer einmal wöchentlich in der Abstimmungsrunde … … Für die Titelauswahl durfte ich mit dabei sein … … Und durfte also einfach nur Feedback geben. Und da haben wir mal ganz viel über Titel gesprochen. Und ich habe selber so darüber nachgedacht, … … Dass aus Vertrieb sich … … Ich mir vielleicht nicht zu diesem Titel … … Hätte raten können. Denn ist sehr ästhetisch, aber die Typo ist überhaupt nicht gut lesbar.

Helen
Ich gehe jetzt noch mal da rein. Vielleicht sagst du für die Zuhörer, wenn man auch einmal wie das Buch heißt.

Christiane Paßers
Natürlich. Das Buch heißt diesem Weg und ein Zauber.

Helen
Und das ist so weiß auf. Also die Schrift ist in weiß, das meint es wahrscheinlich.

Christiane Paßers
Ja, genau. So ist es in weiß. Auf dem und ich mir gefällt es halt wahnsinnig gut. Und ich finde es passt auf so diesen Zauber und Leiter, die war mir wichtig, dass die Typo Wir haben das mit einer, also mit einer serifenlosen Typo, wir haben es auch mit Serifen probiert, aber mir war wichtig, dass es irgendwie auch noch eine Modernität ausstrahlt, weil es gibt wirklich einen sehr, sehr modernen Pilgerweg, Pilgerreisen und so, und das sollte es einfach ausstrahlen. Ja, also lange Rede, zusammengesetzter Sinn. Ich bin total happy mit dem Cover und ich habe es in Procreate erstellt Und das ist halt der Vorteil, wenn man selber macht, dass eben das am Ende nicht alleine entscheiden durfte.

Helen
Ja und da sind wir im Grunde bei dem Thema, was du mir vor der Aufnahme gemeint hast und was ich bei mir sehr, also das spüre ich bei mir auch selber gerade so, dass du meinst, das hat für dich auch was Empowering, das jetzt selber veröffentlicht haben. Und das kann ich wirklich gut nachvollziehen, weil natürlich in den Verlagen arbeiten ja auch Leute, die haben Ahnung davon. So, also ich will das gar nicht irgendwie kleinreden. Vielleicht hätten sie dir zu einem anderen Cover und alles geraten und vielleicht wäre das auch besser, was weiß man ja alles nicht. Aber ich finde schon ein cooles Gefühl, dasselbe entfangen zu können. So wie du dein Buch präsentieren möchtest und wie du es zeigen möchtest.

Christiane Paßers
Absolut. Und das Gefühl der Selbstermächtigung kommt bei mir auch sehr stark daraus, dass die Personen in den Verlagen haben, also ich finde die Branche ist ja wahnsinnig wertschätzend und kluge und hat sehr, sehr viel Ahnung. Und es war schon aus dem Prozess für mich zu sagen, ich mache es im Self-Publishing nicht über einen Verlag, weil der Verlag ist ja schon so eine Art Gütestempel oder wie so eine Art Auszeichnung von Liebewerten, das Buch so gut, dass wir es in unser Sortiment aufnehmen.

Helen
Das ist wie so ein Qualitätssiegel.

Christiane Paßers
Ja, total. Und ich habe schon gemerkt, wenn mich jetzt Person gefragt hat, Christian, in welchem Verlag erscheint das? Und ich sage dann, ich habe mich für Self-Publishing und Buchs und die Mahlentschiebung, dass es auch so ein kurzer Schmerzmoment war. Das ist ein kurzes von, ich habe nicht dieses Qualitätssiegel jetzt erst mal.

Helen
Aber hast du das Gefühl, dass das nur bei dir oder auch bei deinem Gegenüber?

Christiane Paßers
Das ist nur bei mir. Das ist bei mir.

Helen
Spannend, ne?

Christiane Paßers
Ja, total. Total. Und der Vorteil ist Arbeit, dass, wie soll ich sagen, dass man sich aus dieser Abhängigkeit ja befreien kann und sagen kann, ich möchte jetzt, dass dieses Buch in die Welt kommt und ich habe die Möglichkeit, dass das tut. Ich will nicht, da habe ich…

Helen
Wir haben vor ein Monaten darüber gesprochen, dass du das überlegst und es ist jetzt erhältlich. Also das könntest du ja mit einem Verlag auch gar nicht.

Christiane Paßers
Genau, genau.

Helen
Das ist so cool.

Christiane Paßers
Absolut.

Helen
Also ich finde irgendwie auch vielleicht einfach als Anregung für die, die zuhören, dass man, also ich teile zum Beispiel häufig, ich habe mich früher zum Beispiel gefragt, wie kommt man auf irgendeine Bühne oder kommt man in die Zeit? Oder all solche Sachen. Und bei mir war das auch mal eine Podcastfolge, die so ein bisschen einen Schalter umgelegt hat, die ich gehört habe, wo ich gemerkt habe, ah, okay, also man kann sich selber für sowas vorschlagen. Also es musste mir irgendwie dann abgeführt erstmal jemand sagen. Und vielleicht ist das hier ähnlich, wenn man vielleicht im Buch in der Schublade liegen hat und vielleicht, also vielleicht hat man sie auch noch nicht getraut, bei einem Verlag nachzufragen, aber vielleicht wurde es auch nicht angenommen oder irgendwas. Irgendwas, aber dass man das auch selber in der Hand hat. Also man kann sowas auch selber gestalten. Und ich finde das schon toll. Ich hatte da vor ein paar Tagen auch einen LinkedIn-Post zu geschrieben, vielleicht was letzte Woche. Und da kam so viele Reaktionen, weil ich glaube, es geht nicht nur mir so, dass viele wirklich denken, ach so, so kann man das machen. Also ich meine die Keynote in Berlin, kann ich ja auch mal hier ganz offen teilen. Ich war zu der Future Publish eingeladen, das war quasi Teil des Gewinns vom Young Excellence Award. Ich habe gesagt, ich kann auch was zum Thema Community beitragen. Und dann meinten die, hey, voll super, wir suchen eh noch eine Keynote. Und ich dachte, oh, hey. Ich finde es einfach total wichtig, auch im Hinterkopf zu behalten. Man muss nicht darauf warten, entdeckt zu werden. Man kann es selber in die Hand nehmen. Finde ich, dass mit deinem Buch ein mega cooles Beispiel ist.

Christiane Paßers
Ich würde es nur sagen. Genau. Und das ist auch okay zu scheitern für mich.

Helen
Ich glaube, das ist voll. Muss man sich auch irgendwie… Ja. Aber inwiefern hast du das Gefühl, es geschallt hat zu weit?

Christiane Paßers
Nein, das wollte ich nur… Es muss ich mir selber immer sagen, weil ich… Damit man auch losgeht. Weil ich ganz langsam losgegangen bin. Weil ich… Vor der Wachstum… Genau. Weil ich sehr Angst davor hatte, Ablehnungen zu bekommen. Und deswegen ist das eher so eine Befreiung von… Ich kann nur gewinnen. Also, die Wahne ist noch… Und ich kann sagen, du hast recht, man kann das jetzt natürlich auch per se positive Frame. Aber ich finde es immer wichtig, dass man… Ich glaube, es war Oliver Wurm, der gesagt wird, auf die Schnauze fallen. Ist auch eine Vorwärtsbewegung. Also, ja.

Helen
Ja, ich denke auch, dass im Englischen sagt man oft dieses Progress over Perfection. Also ich war früher, also ich glaube in vielen Teilen bin ich auch noch eine Perfektionistin, aber mir hat das mal in der Ausbildung jemand gesagt und es hat mir glaube ich für mein Leben so viel gebracht. Ich weiß gar nicht, ob die das wirklich so zu mir meinte, aber das war irgendwie generell so eine Aussage. Das Problem mit Perfektionisten wäre, dass die, wenn die das Gefühl haben, es nicht perfekt eben machen zu können, gar nicht erst anfangen. Erst anfangen und bis dahin habe ich gedacht, es wäre was Gutes perfekt, um es durch zu sein. Und weil man es ja perfekt macht. Und dann habe ich so das erste Mal gedacht, ah okay, es ist vielleicht auch Nachteile und ich habe das ja in meinem eigenen Leben gemerkt. Also ich habe immer noch solche Tendenzen, ich merke das ganz oft bei Dingen, wenn ich zu groß in meinem Kopf mache, so, das mache ich nichts. Und ich glaube da ist das total wichtig. Hauptsache, man macht immer so ein bisschen was. Man ist man in einem Jahr so viel weiter als alle, die irgendwie 100 Jahre geplant haben, vielleicht so rauszubringen. Also vielleicht, ich hoffe so ein bisschen, dass das auch vielleicht andere ermutigt, sich einfach mal was dran zu trauen. Aber genau, was ich mittlerweile glaube, ich einfach so ein bisschen auskrammer für mich, aber was natürlich ein wichtiger Punkt ist, ist die Sorge vor dem Scheitern. Ich glaube, die habe ich nicht mehr so sehr, weil ich habe halt oft nein gehört oder gar nicht. Das ist viel gering, dass man einfach nichts hört. Ich finde das nicht mehr so schlimm, aber es stimmt natürlich. Also damit darf man auch rechnen, aber ich finde es verliert auch so seinen Schrecken, wenn man das ein paar Mal gemacht hat.

Christiane Paßers
Du hast völlig recht, du hast völlig recht. Und es ist natürlich auch dieses Scheitern, das kommt aus einer Leistungsdenke auch raus. Du hast völlig recht, das Buch ist jetzt da und alles, was jetzt passiert, ist ein…

Helen
Plus du bist veröffentlicht der Autorin. Hast du eigentlich schon drauf angestoßen?

Christiane Paßers
Ich habe schon drauf angestoßen, aber wenn du so sagst, veröffentlichte Autorin, das klingt fantastisch, muss ich dir stehen.

Helen
Klingt wirklich gut, oder?

Christiane Paßers
Klingt wirklich gut. Ich habe nur, als ich deine Podcast-Folge hörte, mit Chris Gennar, How to Make a Bestseller, da habe ich doch diese etwas ernüchternden Zahlen geteilt, dass durch 90 Prozent, es gibt 70.000 Bücher pro Jahr, kommst du nach 90 Prozent, verkaufen nicht mehr als 100 Exemplare. Das heißt, das muss man so ein bisschen, finde ich, wichtig, das einfach weg zur Seite zu schieben und sich zu denken.

Helen
Ich glaube, also Chris war ja vorher auch nicht in der Buchbranche verortet. Hat dann den Podcast angefangen und ich glaube am Anfang war es auch noch, also ich glaube jetzt auch wieder, aber am Anfang war es so eine große Euphorie, so weil man findet gleichgesinnte und dann glaube ich zwischendurch aber auch mal eine Phase wo sie dachte okay eigentlich keine Chance durchzuschinden und ich glaube manchmal ist es also dann fällt auch nicht so farblich so viel zu wissen, also ich ignoriere solche Sachen immer gerne einfach. Also zum Beispiel ich hatte das bei der Leipziger Buchmesse, da habe ich so ein Tischrunde zum Thema Podcast moderiert. Und ich meine, ich kam mir so ein bisschen naiv vor und wahrscheinlich haben das die meisten in dem Ding auch gedacht, aber ich meinte halt so, ich gucke mir zum Beispiel vom Podcast nur die Gesamtzahl an, weil die ja jedes Mal steigen, die kann nicht sinken. Ich brauche halt so sondern positive Stärkung. Das Gefühl habe ich, läuft bei mir so. Natürlich ist das vielleicht nicht immer das Förderlichste, aber so Hauptsache ich mache weiter und hab das Gefühl, das bringt auch was. Und ich finde, selbst wenn, selbst wenn du irgendwie was weiß ich, was war die Zahl? 200, 100. Guck mal, die hättest du ja auch schon seit neun Jahren nicht verkaufen. Also ich glaube, du bist jetzt einfach immer noch weiter. Also wenn du jetzt nochmal neun Jahre wartest, also ich glaube das vergisst man oft so. Man schätze sich dann vor, das muss immer so ein Spiegel-Bestseller sein. Keine Ahnung, also ich glaube das hilft uns gar nicht.

Christiane Paßers
Ich finde es so sehr schön, dass du so sagst, weil es hat natürlich immer damit was zu tun, wie freilich Erfolg. Und ich bin Erfolg und es ist halt üblich in der Buchbranche, dass wir Erfolg anhand von Verkaufszahlen messen. Und jetzt hat ja aber auch, und es ist ja fast wieder sein, das ist ja auch ein berechenbares Kalkül, das, und das ist ja das, was Sie verlagen machen, dass wenn du eine gewisse Reichweite hast, das war auch das Feedback, was von den Literaturagenten oder Agentinnen kamen, dass ich halt noch in Klammern keine Reichweite habe. Ich habe meinen Instagram-Account mit gerade 600 Followern. Und dass dann die Wahrscheinlichkeit, oder der Prozentsatz, der sich für das Buch interessiert. Da ist die Chance natürlich überschaubar. Aber wenn ich erfolge natürlich so freue ich, dass es für mich jetzt schon einfach eine große Freude ist, mit dir zu sprechen. Ich hätte mich jetzt sonst auch gar nicht kennengelernt. Ich hätte vielleicht auch gar nicht den Angriffspunkt gehabt, mich mit dir zu verhalten. Dann ist das schon ein großer Gewinn. Und das gibt es vielleicht noch in anderer Art und Weise. Und das glaube ich auch. Es hat mein Kollege von mir gesagt, oder auch ein Auto, dass man Bücher immer für sich selber schreibt. Also auch nicht auch Romano oder so. Es ist ja immer was in einem Bewegung, was man irgendeiner Form umsetzt oder halt zu Papier bringt und dadurch ein Prozess stattfindet. Und das heißt, das jetzt einmal abgeschlossen zu haben und zu sagen, okay, das ist für mich jetzt für den Moment, es ist gut genug. Ich habe diesen Perfektionismus-Thema, habe ich genauso. Und ich gebe es jetzt ab und sage, hallo Welt, ich zeige mich. Das ist, also ich glaube, wie Sie sich erlauben, dass zeigen ist ein richtig großer Gewinn.

Helen
Das können wir echt gut vorstellen. Und ich glaube, dass da, also du hast natürlich recht, dass wir in wahrscheinlich jedem Kontext irgendwie immer in Zahlen gemessen werden. Werden. Aber irgendwie kann man ja auch überhaupt keine Zahlen erreichen in jeglicher Form, wenn man halt auch nicht anfängt. Ich glaube, das ist das auch mit diesem Angst vor Scheitern. Du schützt dich in Anführungsstrichen davor zu scheitern, wenn du das gar nicht erst angehst. Aber du hast im gleichen Zufall natürlich auch nie die Chance, Begegntheit zu beweisen. Aber ja, ich kann noch total nachverziehen. Also es gibt ja so viele Sachen, die gruselig sind. Hab ich mich wie eine Keynote-Speakerin gefühlt? Nein. Aber ich hab halt eine gehalten und es hat auch danach niemand gesagt, wer hat die dahingestellt. Nee, so super. Ja, ich weiß. Also ich glaube, manchmal muss man vielleicht auch so ein bisschen Dinge machen, denen man sich noch nicht so 100% gewachsen hat.

Christiane Paßers
Definitiv. Ja, das glaube ich auch. Das glaube ich auch. Das ist halt extra.

Helen
Ich würde einfach schon mal sagen, so, Hut ab. Ich finde es immer immer noch wichtig, weil wir einfach vor drei Minuten, ich bin froh, man sieht euch jetzt weitergehen. Und jetzt ist es einfach veröffentlicht. Man kann es jetzt bestellen. Das ist so spannend und auch so hilfreich, das hier auch in der Fremdenwarnierung zu hören. Denn in meinem Kopf, und das hatten wir eben ja auch, also im Vorgespräch, in meinem Kopf geht das ja immer nicht schnell genug. Weil wenn dann in dem Kopf die Idee geformt ist, okay, ich bringe das jetzt über Self-Publishing raus, dann das aber dann… Das ist heute draußen. So, dass dann aber so ein Buchsatz doch relativ aufwendig ist, das will dann ein Teil von mir auch nicht wissen.

Christiane Paßers
Ja, ich will nicht mit diesem Detail zu wissen.

Helen
Ja, genau. Aber dann erzähl doch vielleicht mal, weil das finde ich irgendwie auch spannend, was waren die Schritte jetzt seit vor drei Monaten, die nötig waren um, tatsächlich heute ein Buch online bestellt. Ich bin, glaube ich, gerade bei Thalia. Also Sven ist auch nicht einfach nur über keine eigene Website bestellt, aber das ist ja wirklich ganz normal im Buch zu bekommen.

Christiane Paßers
Genau, und das muss man wirklich sagen, dass ich schon mit mehreren Menschen, die auch im Verlagswesen unterwegs sind, darüber unterhalten und die haben alle gesagt, dass Self-Publishing wirklich weiterentwickelt hat. Also es ist gerade Books on Demand professionell ist. Damit bin ich wirklich zufrieden, denn die Distribution ist so, dass du wirklich in jedem Onlineshop es bestellen kannst. Du kannst es in jeder Buchhandel bestellen, also kannst du quasi in die Ecke gehen und sagen, ich möchte dir jetzt dieses Buch bestellen. Und nun tun das, was ich jetzt mache, ist, dass ich über, das ist die Strategie, wie du sie gemacht hast, dass ich jetzt möglichst vielen Kontakten davon erzähle und sage hey, ich habe heute eine persönliche Announcement, ich habe dieses Buch geschrieben und vielleicht das ist interessant für euch, das auch stationär aufzunehmen, weil das ist schon auch ein Wunsch oder ein Traum von mir, dass dieses Buch das dies einmal buchern sehen kann. Das ist schon so wirklich real da, so. Und die Schritte waren eben wie folgt vor drei Monaten. Genau. Als ich mir überlegt habe, dass ich es über Self-Publishing veröffentlichen möchte, war mir aber wichtig, dass der Text qualitativ nochmal geprüft wird. Also das haben in den letzten neun Jahren sehr viele Menschen gelesen und auch sehr viele kluge Menschen. Ich hatte durch die Zeit wirklich glückt, dass ich da Mentoren hatte, Autoren, die mir auch eine kleine Schreibschule gegeben haben. Tatsächlich. Aber ich wollte trotzdem mit einem professionellen Lektor arbeiten. Das heißt, ich habe mir bei Lektoren.de, habe ich mir eine Lektorin rausgesucht und ich das Gefühl hatte, das passt auch thematisch, und dann haben wir gesprochen. Und sie hat den Text einfach nochmal professionell lektoriert. Und das hat mir ein gutes Gefühl gegeben und auch ein Gefühl von okay, jetzt fühlt es sich, also weißt du jetzt auch wie so ein Qualitätssiegel, was mir wichtig war. Dann habe ich parallel mich bei Books on Demand angemeldet, was wirklich sehr intuitiv und einfach ist. Man kann für 40 Euro diese Grundgebühr für die Veröffentlichung buchen. Und im Grunde ist das das Package. Und dann kann man natürlich da hinaus, kann man noch wahnsinnig viel dazu buchen, also man kann eine Buchsatz machen lassen. Man kann noch mehr Geld ausgeben. Genau, das kann man machen, aber man kann mit 40 Euro Korbband dadurch. Ich habe mich dann entschieden, Buchsatz selber zu machen aus irgendeiner wilden Überschätzung. Das ist das, was das in Form bringen, also auf einer Seite. Genau, genau. Und dann lernt man eben so Dinge, die auch, wo ich vorhin noch nicht über nachgedacht habe, aber das Buch hat im Grunde halt zwei Teile. Es ist einmal die Diplomatiginale, das ist der Weg, den ich nach Rom gegangen bin, fünf Jahren nach Rom. Und dann der zweite Teil, den ich nach Rom selber stattfand, weil ich da auch noch eine Woche verbracht habe. Das ist wirklich sehr wesentlich auch von meiner Erfahrung. Wenn du dir vorstellst, quasi diese Kapitels Seiten, die haben keine Seitenzahlen. Das ist wirklich was ganz Profanes. Aber das dann so zu formatieren, dass die Seitenzahlen dann auch nicht fortlaufen sind auf diesen Seiten, das braucht einfach ein bisschen Hingabe.

Helen
Ja, na ja. Es ist irgendwie witzig, weil das sind so Feinheiten, die wahrscheinlich wenig Beachtung finden bei den Leser-Innen. Und das finde ich immer wieder spannend, was alles auch zu beachten ist bei einem Buch, damit das am Ende so bei uns liegen kann, wie es dann da liegt.

Christiane Paßers
Ja, total. Das habe ich auch gedacht. Genau, dann habe ich einen Buchsatz gemacht, der hat schon mehr Zeit in Anspruch genommen, als ich dachte. Dann habe ich parallel die Grafikerin angefragt. Wir haben auch das Cover abgestimmt in zwei Schritten, das ging auch relativ gut. Dann gibt es bei Books on Demand eben, gibt es so Katalogangaben, die man ausfüllen kann und muss. Also es macht doch Sinn, dass man solche Stichworte angeht, dass man natürlich einen Klappentext, dass man ein Verkaufsargument an geht, die Zielgruppe, das Genre. Also so, dass sie es gut zuordnen können. Und dann macht Books on Demand wirklich den kompletten Prozess. Verzeichnens der Lieferbaren Bücher eingetragen, so dass die Buchhandlung eben darauf zugreifen können. Damit ist es dann eben automatisch in dem Sortiment für auch die Online-Shops der Buchhandlungen. Und das finde ich toll. Und was ich jetzt eben, also, jetzt grad dran bin, ich habe dann vor, denn es ist genau vor neun Jahren, dass ich in Rom war. Also ich bin am 21. Vor neun Jahren bin ich in Rom angekommen. Ein Kumpel bei? Und jetzt sind quasi noch vor neun Jahren waren die Tage, die ich noch einen Ruhm verbracht habe und dann habe ich, das quasi auf Instagram habe ich dann immer jeden Tag einen Zitat aus dem Buch, das war esentlich, und beschäftige mich jetzt mit dem Thema Vermarktung, weil das ist eben, das macht total Spaß und es ist, ja wie Sie sagen, es ist, was aber auch gemacht werden muss, denn man muss auch darüber reden, dass es das Buch gibt. Wenn es sonst ist, ist es nur ein einzelner Artikel auf einer Plattform.

Helen
Ich glaube, es war Books on Demand. Auf der Buchmesse ist mir das aufgefallen. Also ich glaube, dass die auch einfach jetzt so ein bisschen ihre AutorInnen stärken wollen. Die hatten da eine eigene Fläche und ich glaube, die hatten eine richtige Veranstaltung mit eine Buch und Books-on-Demand-Autorin die wahrscheinlich irgendwie gute Verkaufsdahlen oder so hatten und ich dachte so total cool und ich meine ähnlich finde ich, wie so auch Social Media hat ja so vieles ermöglicht für Menschen, wo sonst früher Türen verschlossen waren. Ich finde das eine richtig coole Sache.

Christiane Paßers
Es ist spannend, dass du sagst, genau das habe ich vor einer Woche zu jemandem gesagt, dass ich auch gesagt habe, eigentlich ist es die Verlängerung von Social Media. Es ist als Storytelling, aber auch über ein anderes Video. Aber es gibt einfach mehr Menschen die Möglichkeit, wenn sie mögen, eine Geschichte zu erzählen und in die Welt zu bringen. Ich meine es gibt dann halt wenige Türen, die sich da dir verschließen, du kannst es halt selber machen. Also ich bin ziemlich Fan davon.

Helen
Also im Moment spreche ich mit einer lektoren in einem verlag, bei dem ich gefragt hatte und ich hatte dann auch zwischen euch eigentlich eine konkrete Idee was ich gerne erzählen würde aber eher halt so auch wie bei dir so Ich weiß nicht wie man es genau nennt so ein erzählendes persönliche sachung Und er meint sie ja Ist eigentlich nicht so gut vermarktbar Entweder bei dir so er wird zu die Themen die gut sind und die total passen würden, willst du die nicht in einem Roman erzählen? Und ich weiß es echt nicht. Ich lese sehr gerne Romana und die haben für mich ja auch eine wichtige Rolle in der ganzen Persönlichkeitsentwicklung gespielt, aber weiß ich nicht, ob ich das schreiben kann. Jetzt so, Ende Mai ist ein bisschen die Fristen, ich habe gesagt, bis dahin probiere ich es mal aus, sie hatte mir so ein Tipp gegeben, was ich jetzt als nächstes mache, irgendwie so ein Draft, ich weiß nicht mehr genau wie das. Dass ich das mal für mich ausprobiere und dann entscheide, ob ich das machen will. Aber ich spüre doch sehr stark in mir, dass ich eigentlich diesen Weg, den du gegangen bist, für mich sogar sehr viel passender finde. Und vielleicht das auch nochmal für dich. Also auch eine Form von, weiß ich nicht, Bestätigung. Weil ich würde gerade sogar vielleicht dazu tendieren, das lieber zu machen, weil ich das so empowernd finde. Weil also, ich will das irgendwie, ich finde es manchmal schwierig, weil ich will … Dass ja nicht schmälern die Expertise … … Diese Personen. Und auch das Netzwerk, ne? Das Netzwerk und alles. Also auch das Marketing. Also alles, was die ja auch bieten kann, ne? Aber ich spüre so ein bisschen, dass ich das … … Oft mal in der Art glaube ich mache. Also ich bin noch … … Ich bin noch … … Unentschlossen, aber … … Gerade jetzt, wo ich auch mit jeder darüber spreche … … Denkst du, oh, das freut mich, der ja.

Christiane Paßers
Das ist total spannend. Also ich habe mir eben gedacht, … … Als ich hier zugehört habe, … … Ich habe gesagt, du weißt nicht, … … Ob du das schreiben kannst, den Roman. Und die Frage ist ja, ob du es möchtest. Weißt du?

Helen
Ja, ja, das stimmt wahrscheinlich. Ich glaube, es liegt nicht so sehr daran, dass ich mir das nicht zutraue. Es gibt mittlerweile wenig, wo ich denke, das kann ich nicht.

Christiane Paßers
Super.

Helen
Ja, aber ich bin unsicher, ob das so meine Erzählform wirklich ist.

Christiane Paßers
Okay.

Helen
Also ein Teil von mir denkt sich auch eigentlich irgendwie cool, weil für mich Also als ich angefangen habe quasi zu lesen und dann den Bookclub zu gründen, habe ich halt ja vor allen Dingen viel Romane gelesen und für mich war das so ein bisschen so ein Weg an Gefühle ran zu kommen und vor allem mich mit Dingen zu beschäftigen, zu denen ich ziemlich sicher kein Sachbuch gelesen hätte. Also ich, ein Teil von mir denkt so, vielleicht könnte ich damit natürlich irgendwie das auch anderen so ermöglichen, irgendwie vielleicht die Themen irgendwie, dass sie sich damit beschäftigen. Ich weiß nicht, was ich sage.

Christiane Paßers
Und was wird dann, denke ich, auch, dass die Genre auch so ein bisschen ineinander übergehen? Also es ist ja eine zählende Sachbuch, hat ja aber auch, finde ich, auch was Romanhaftes, es ist nicht fiktiv, aber das Leben kann ja genauso die Emotionen verwoben.

Helen
Und ich bin ja auch so, ich liebe es, wenn was auf Wahnengeben halt ein Brut, Gut, wenn es eine wahre Geschichte ist. Auch Doku ist, liebe ich, teilweise wirklich mehr als Spielfilme. Also gut, wenn Spielfilme auf einer Warenbegebenheit beruht, auch gerne. Aber ich finde eigentlich die wahre Geschichte oft so viel interessanter. Vielleicht ist das der Teil, wo ich denke, weiß ich so.

Christiane Paßers
Spannend, kann sein. Bei einem Roman stellt man Dinge ja vielleicht auch nochmal anders dar. Weil man sich denkt, oh, das ist wirklich aber sehr unrealistisch. Und jetzt kannst du aber deine Geschichte genauso essen. Für dich vor allem, hat ja für dich viel bedeutet.

Helen
Ja genau. Ja, also…

Christiane Paßers
Das wirst du fühlen. Du wirst fühlen, was du…

Helen
Ja. Oder du fängt, und das finde ich, kann man auch machen, mit einer Sache anfangen und dann gucken, wie sich das entwickelt. Also wenn man einfach mal, wenn mich zwei

Christiane Paßers
Ich habe schon auf dem Weg ganz viele Notizen gemacht, weil ich es irgendwie mal hinterkopp schon hatte. Und dann bin ich, glaube ich, in eine Freundin von mir, hat immer gesagt, Christian, du schreibst eh irgendwann du. Ich habe gesagt, ja, klar. Und dann war das ehrlich gesagt, es ist oft als Geschenk empfunden, weil dadurch, was ich dann drüber geschrieben habe, war es ja immer wieder so, dass ich die Wanderung wieder erlede. Erlebt. Und die Wanderung war für mich dann auch eine Metapher von, das Spannende ist ja, das hätte ich vielleicht noch kurz zum Verständnis. Ich habe diese Pilgerreise gemacht, obwohl ich wirklich, ich habe mich bis dato überhaupt nicht für Spannern interessiert, überhaupt nicht fürs Pilger und hatte auch wirklich überhaupt keine religiöse Motivation und war auch eher jetzt kein naturbezogener Mensch, sondern ja, so. Und dann habe ich aber halt in einem Buch, was ich durch Zufall in einer Buchhandlung hatte, und ich habe das um so angeschrieben, habe ich das mitgenommen, ich wusste euch genau, warum. Aber da wurde dann von dem Königsweg so wie ich seit Königsweg nach Hülen beschrieben. Und ich habe einfach nur so am Inneren den Puls gedacht, so, ja, das mache ich, da laufe ich ja nach oben. Ich wollte ihn nach oben unbedingt, dachte ich, ich versinke. Ja, sieh. Dann laufe ich halt, ja. Und dann war das hier aber wirklich ein einfach so ein großes Geschenk, dass alles passiert ist. So völlig unerwartet sind halt so kleine Wunder als das Ding. Also auch schmerzhafte Dinge und auch, ich hatte vergessen, dass man wirklich sehr viel Wein muss, auch wenn man so an der Heise geht und sich auf einmal geschläusert ist. Aber es war einfach ein Barsingsgeschenk. Und als ich aber halt eben losgegangen bin mit diesem physisch schweren Rucksack, ohne besonders sportlich zu dem Zeitpunkt gewesen zu sein, dachte ich, so wie soll ich denn jemals hier ankommen? Und Wenn man dann aber ankommt, dann ist das so hilfreich, weil auf einmal in deinem Kopf diese Spur quasi, die sich aufgebaut hat, ah, nicht los, wir kommen ja doch an. Weißt du? Also da ist ein Ziel, wenn ich das gehen möchte, dann komme ich da halt hin.

Helen
Mit kleinen Schritten. Mit kleinen Schritten.

Christiane Paßers
Genau, da sind wir wieder. Das ist immer wieder. Kleinst Schritten und einen gewissen Rhythmus. Ja. So. Und dadurch, dass ich das hier immer wieder mit beschäftigt habe, und das war jetzt Und das war jetzt aber… Also zum Beispiel, ich habe nach zwei Jahren die erste Fassung geschrieben. Dann habe ich wieder zwei Jahre später noch einen Überarbeit gibt. Und dann war das immer so wochenweise, dass ich hier dran gearbeitet habe. Und deswegen hat es sich… Es ist für mich immer gut, also wirklich self-empowernd angefühlt. Und gleichzeitig aber auch das, was jetzt erfahrene Autorinnen wahrscheinlich auch immer wieder bestätigen würden. Dass man hat so einen Moment und der will dann so die Hände zur Luft reißen und sagen, Boah, ist das eine gute Formulierung? Und dann sitzt man da einen Tag vor und denkt, nee, das ist alles wirklich mocks. Was denke ich eigentlich, wer ich bin? Das, ja, das, der gesagt kann man auch. Das Impostor-Girl, das dann zum Vorschein kommt.

Helen
Aber ich finde das irgendwie, also ich weiß nicht, für mich macht das total viel sind und irgendwie denke ich gerade so vielleicht ist es mein Weg auch. Ich mag das mir selber Möglichkeit zu verschaffen.

Christiane Paßers
Total, das kann ich ab und nach erzählen.

Helen
Wie sind denn jetzt so, also was sind jetzt so deine kleine Weis? Das ist ja jetzt schon veröffentlicht. Ich meine, was wir noch gänzlich erwähnt haben, du bist jetzt selbstständig, aber du hast ja auch noch weitere kleiner. Ich finde das so spannend, weil es auch so weit auseinander geht im Grunde. Aber du steckst auch in den Vorbereitung für ein Nachtwäsche-Label. Also du bist halt wirklich auch so eine Macherin, wenn du die Idee hast, dann machst du das auch einfach. Aber generell, wo stehst du jetzt gerade und was können wir noch? Aber ich komme dann auch.

Christiane Paßers
Sehr gute Frage. Also, der Plan … Ist immer noch den möchte ich wirklich gerne machen. Und das ist auch das tolle Self-Publishing. Ich würde es so gerne jetzt auch sehr bald auf Englisch und auf Italienisch heraubrennen.

Helen
Ja, siehst du, guck mal, jetzt sind ich wieder neue Kapazitäten, weil du jetzt irgendwie … … Du hast jetzt den Raum frei gemacht für neue Ideen.

Christiane Paßers
Genau.

Helen
Jetzt bringen wir nicht nur einen Buch raus, sondern direkt noch in zwei weiteren Sprachen.

Christiane Paßers
Ja, so. Genau. Jetzt ist es nur… Da habe ich mich jetzt aber nochmal drauf besonnen und da hat mich ein Freund gut beraten, der sagt, okay, aber wenn jetzt das Buch jetzt rauskommt, dann vielleicht jetzt gerade mal Fokus darauf, um eben auch spread the message to the world. Also mal für bis vielen Menschen darüber zu sprechen. Und ich habe jetzt, wie gesagt, ich nutze jetzt mein Netzwerk, um auf das Buch aufmerksam zu machen. Ich würde wahnsinnig gerne eine Lesung, also mindestens eine Lesung machen. Machen und ehrlich gesagt auch als innere Wachstum-Moment und die aber nicht so einfach wirklich gerne machen möchte. Und da habe ich halt, da macht es ja aber auch so Spaß, wenn man dann, das muss man vielleicht noch sagen, es ist ja mein Metier. Also ich bin ja Unternehmensberaterin und meine Firma heißt The New Sales Studio. Also es geht, ich berate Unternehmen im Bereich neue Vertriebsideen und Geschäftsideen im Handel, weil ich wirklich ein großes Herz für den Handel habe. Und insgesamt macht es mir einfach wahnsinnig viel Spaß, Ideen zu entwickeln, die es so noch nicht gab, also die vielleicht etwas out of the box sind. Deswegen macht es mir auch Spaß, Gedanken über eine Veranstaltung, über eine Lesung zu machen und kann mir zum Beispiel vorstellen, so etwas in einer Kirche zu machen. Und habe jetzt heute tatsächlich eine Anfrage herausgeschickt an Tobi Schlegel, Der nämlich dieses Jahr auch ein Buch zum Thema, also über eine Pilgerreise für sich. Und ich dachte, es wäre so spannend, wenn wir einfach gemeinsam auf zwei Perspektiven über dieses Thema sprechen.

Helen
Weißt du, dass es in Köln einen Veranstaltungsort gibt? Das ist eine Kirche und die heißt Kulturkirche.

Christiane Paßers
Nee, die ist nicht. Wo ist die? Ich erleg grad das nicht. Guck mal, da hab ich mal gelebt.

Helen
Wirklich? Kulturkirchen oder Kühlschrank? Nee, vielleicht nicht. Ich kann mir ja kurz mal googeln. Aber auf jeden Fall dachte ich gerade so, das wäre ja eigentlich die perfekte Kombi für dich.

Christiane Paßers
Doch, ist nirgends. Ah, okay. Lass uns eine Straße. Lieber Straße.

Helen
Aber du findest das wirklich? Wenn du Kulturkirche, Köln eingibst, dann findest du das.

Christiane Paßers
Okay.

Helen
Da machen die auch Lesungen. Ich war mal bei einem Konzert da. Es war ganz toll.

Christiane Paßers
Ja, ist gut zu wissen. Genau, also das möchte ich gern machen oder ich würde auch, ehrlich gesagt, in der Thalia-Buchhandlung auf der Neusser Straße gerne Lesung geben, denn dort habe ich dieses Buch gekauft, Alles neu in sieben Jahren, das mich zu dieser Wanderung inspiriert hat. In Köln. Genau, weil ich, bevor ich in Hamburg war, habe ich für mehrere Jahre in Köln gelebt. Genau, mache ich auf jeden Fall.

Helen
Das heißt, es ist jetzt nochmal der Fokus darauf, das Buch in die Welt zu bringen, dann Übersetzungen Englisch und Italienisch und dann, genau, du hast es gesagt,

Christiane Paßers
Würde ich gerne ein Nachtwäsche-Label gründen, denn ich habe immer im Sabbatical vor drei Jahren zwei Jahren mich mir gedacht, genau, ich studiere Mutigesein, das war einfach mein Kindheitstraum und dann habe ich dann in Mailand für ein Jahr erfüllt und hatte dann Anfang dieses Jahr und das passiert eben, wenn man Raum dafür hat. Wir haben eben drüber gesprochen, der Vorteil der Selbstständigkeit ist, man kann sich selbst organisieren, wenn man das mag. Das mag auch nicht jeder, aber wenn man es mag, ist es ein Vorteil, denn man kann sich Räume schaffen, in denen dann durch diese Lehre kommen, auf einmal Ideen. Und es kommen auf einmal Visionen, was man machen möchte. Das ist, ich glaube, der einzige, nicht der einzige Magic, aber Magic happens, wenn man still wird oder wenn still kommt. Und ich habe halt eine große Begeisterung für Kigeln, ich habe eine große Begeisterung für Spiritualität und es ist so, dass der Künstler Friedrich Hundertwasser einmal gesagt hat, es gibt, wir haben im Grunde im Grunde drei Häute. Wir haben unsere physische Haut, die zweite Haut ist die Kleidung, die wir tragen und die dritte der Wohnraum, in dem wir wohnen. Und alle drei haben einen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen. Und ich glaube, oder ich fühle total dieses Konzept von Energie, dass wir alle Energie sind und dass die Energie eines Raumes oder eines Menschen oder von Kleidung, dass die was mit uns macht, wie uns fühlen. Und daraus ist die Idee entstanden, wirklich ein hochwertiges Nachtwäsche-Label zu gründen mit Schlafbekleidung, die sich bewegt zwischen so sehr konservativ oder supersexy, sondern Produkten, die sich Frauen einfach durchaus weiblich und gut führen können und auch empowernd. Und ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir mehr Bewusstsein darauf richten, was wir nachts tragen. Gerade für uns Frauen ist einfach die Nacht, das ist unsere Regenerationsenergie. Das ist wichtig. Das würde ich gerne einbinden. Also diese Nachtwäsche-Linie würde ich gerne über eine Plattform verkaufen, die gleichzeitig aber auch Austauschmöglichkeit oder Informationsmöglichkeit ist für eine gute Schlafqualität.

Helen
Ich stets die eben noch vor der Aufnahme jetzt mit dem Buch verkaufen. Ich brauche offensichtlich Hilfe. Ich hatte das ja auch vor zwei Jahren, da habe ich ja wirklich so vor allem so schlecht geschlafen.

Christiane Paßers
Und das hat gerade für uns Frauen Hormon haben, so ein Immensen-Einfluss. Und ich glaube alles was hilft, um da mehr in Balance zu kommen. Und das hat eben auch mit Textilien zu tun. Zu tun. Also die Qualität der Textilien, damit meine ich jetzt die Stoffqualität, die Verarbeitungskwalität hat und auch die, zum Beispiel, die Art und Weise, wie Produkte gefärbt sind. Es gibt zum Beispiel färberprozesse, chemische Prozesse, die können quasi Hormone aktivieren im Körper. Das führt zu mehr des Balance. Ja, alles, was zu Harmonie und Balance führt, hilft und das würde ich gerne Darum würde ich gerne kommen.

Helen
Aber jetzt hast du gerade ein bisschen wie so eine Roadmap, ne? Bei mir hilft das auch. Ich verliere ultra schnell den Fokus. Das ist ein sehr schnell Ablenk. Von mir selbst und von anderen Leuten. Das ist wahrscheinlich echt nicht schlecht, sozusagen ich mache das, damit das. Weil jetzt kommt ja sowieso immer noch viel auf das Dschungel. Sind ja auch keine Kleinigkeiten, die du vor hast.

Christiane Paßers
Nee, das stimmt. Und das kennst du wahrscheinlich. Also ich finde, die Selbstständigkeit ist halt auch ein einziges Wachstumsprojekt.

Helen
Ist eigentlich Persönlichkeitsentwicklung? Ich finde es mindestens so krass wie Therapie.

Christiane Paßers
Also so eine weitere Entwicklung stellt jeden Tag im Grunde. Genau. Man therapiert sich selber, ne?

Helen
Du musst halt… Ja, das ist cool. Also, ich finde es voll schön auch, dass dir auch Spaß macht. Dass die richtige Entscheidung war, neuer Wachstumsprozess. Scheint ja dann auch so alle drei Jahre bei dir anzustehen. Oder von neun Jahren die Wanderung.

Christiane Paßers
Stimmt.

Helen
Ah, ne, okay, aber vor drei Jahren dann ist doch unterschiedlicher Abstand. Aber alle paar Jahre scheint es bei dir…

Christiane Paßers
Doch, das passt eigentlich ganz gut vor 2016, weil die Wanderung 2019 bin ich nach Hamburg gegangen, die Zeit verlangt, mich aus Köln nach Hamburg umgezogen. Das war 2022, bin ich in Sabbatical gegangen und jetzt bin ich in die Selbstständigkeit. Du hast recht, alles neu in sieben Jahren. Ich bin zick irgendwie, ne? Zürich jetzt.

Helen
Kennst du das von dir auch, was du auch sagen, wo wir groß sind? Außer ich, weiß ich gar nicht. Aber zumindest bevor ich mit Mädels, die lesen, angefangen habe, war ich immer so zwei Jahre in einem Job. Aber ich hatte das Gefühl, das lag jetzt auch nicht so sehr daran, dass ich das so wollte. Aber ich habe einfach, glaube ich, ein dauerndes Gefühl, was Neues ausprobieren zu wollen. Das ist so gefühltäglich.

Christiane Paßers
Weißt du, was ich auch glaube, dass ich weiß nicht, ob wir das Astrologie-Thema jetzt noch aufmachen wollen, aber ich habe mich damit tatsächlich auch schon mal intensiv bestast, auch einfach so spannend finde. Und bei mir weiß ich in meinem Geburtschart im ersten Haus, das quasi erklärt deine Persönlichkeitsstruktur, gibt es den Planeten Uranus und Uranus steht einfach total für diese Freude an oder für diesen Drang immerhin zum neuen und den anders machen. Wahrscheinlich ist das bei dir auch so.

Helen
Weiß ich nicht. Da hab ich noch klar geforscht. Aber ja, ich finde es irgendwie, ist auf jeden Fall eine spannende Beobachtung, weil wer weiß wo du in den nächsten drei Jahren stehst oder was dann wieder bei dir, also ich finde es auf jeden Fall irgendwie schwer vorherzusehen, wenn man sich so überlegt, wo war ich vor zehn Jahren, der denkt so, oh mein Gott, was ist alles passiert in zehn Jahren? Man kann sich ja gar nicht vorstellen, wo man in zehn Jahren dann ist.

Christiane Paßers
Nee, absolut. Ja. Ich lebe lieber im Moment.

Helen
Du hast völlig recht. Aber wir können ja kurz, wenn wir nur so eine Vision einmal machen wollen, also in 10 Jahren hast du ja auf jeden Fall dann auch schon mindestens eins, wenn ich mehrere Bücher geschrieben.

Christiane Paßers
Und ich würde auch gerne noch mehrere Bücher schreiben. Ich kann wirklich, 10 Jahre ist mir zu weit weg, das kann ich nicht greifen, da weiß ich überhaupt nicht.

Helen
Nein, gut. Okay. 5 Jahre, vielleicht eher. Ich denke, ich habe in fünf Jahren meine Reisepläne umgesetzt.

Christiane Paßers
Ach, war das mit dem umgebauten Camper?

Helen
Ja, ich freue mich jetzt schon irgendwie immer auf den Tag, wo ich das mal offiziell bekannt gebe und alle werden sich so denken, feine Lisi redet ja jetzt mit Jan darüber. Es ist aber immer noch eigentlich weit weg, als wir haben uns ja endlich mal angefangen. Er ist jetzt gedämmt. Immerhin. Also so uns hält quasi nichts mehr. Aber ich denke, so das wird dann bestimmt. Aber ich finde es richtig schwer. Ich habe das Gefühl, ich kann das irgendwie nicht. Ich bin, glaube ich, ein Moment-Mensch. Ich meine, das ist ja auch das gesündeste. Also ich muss gestehen, ihr macht ja schon viel Spaß, auch so Zukunftspläne zu schmieden. Aber ich komme nie über diese Reise hinaus. Ich denke immer so hauptsache, ich habe das gemacht, der Rest ist mir egal.

Christiane Paßers
Aber guck mal, dann ist das aber eigentlich deine Hauptprinzip.

Helen
Ist es auch im Prinzip? Also im Prinzip gibt es ja ganz viel Klarheit. Mir ist das sehr klar. Nur ist es so auch irgendwie, kommt mir das sehr utopisch vor, das ist tatsächlich mal passiert, aber ja eigentlich ja doch…

Christiane Paßers
Aber weißt du was du machen könntest? Du könntest… Gab es noch mal einen speziellen Ort, den du bereisen wolltest mit dem… Mit dem Wohnmobil? Weil das Australien? Oder wo wolltest du…

Helen
Ja, genauso auf dem Landweg nach Australien und dann unterwegs ganz viel sehen.

Christiane Paßers
Weil du könntest dieses Jahr vielleicht so eine Mini-Reise machen, einfach mit einem geliehenen Camper. Nur für dieses Nur für dieses Gefühl schon mal.

Helen
Ja, das stimmt mir. Das habe ich auch. Wir sind auch mit dem oft so unterwegs. Nicht so sehr, dass wir da drinnen übernachten. Aber wir können auch nur hier in Bonn rumfahren. Ich gucke nach hinten und denke, oh mein Gott, das wird irgendwann mein Leben. Also ich kann mich super in solche Dinge rein denken. Ich kann nur nicht darüber hinaus nachdenken. Ich glaube, diese Reise blockiert mich zum Teil. Auf eine positive Art und Weise, aber ich will nichts anderes.

Christiane Paßers
Wahnsinn. Okay.

Helen
Also wenn ich darüber nachdenke, das macht ja vielen Leuten Angst, aber ich bin da ein großer Fan von. Es gibt so eine, ich weiß noch nicht, was ich erst gesagt habe, die heißt, aber es gibt einen in Amerika, die spricht irgendwie von so einem Konzept. Cancer for a day, also dass du im Grunde dir vorstattest, du hast einen Tag lang so eine Diagnose bekommen. Was wäre dir dann wichtig? Das macht ja vielen, sehr viel Angst. Aber ich finde das ehrlich gesagt gar nicht so schlecht, sich darüber mal Gedanken zu machen. Und wenn ich mir darüber Gedanken mache, dann ist das das Einzige. Also dann bräuchte ich auch sonst nicht. Und mancher fragt mich dann, warum fahre ich da nicht? Aber gut, gibt irgendein inneren Widerstand noch.

Christiane Paßers
Spannend. Okay. Ich finde. Auf, wenn du darüber nachdenkst, dann macht dir das blockiert, dass er weil du denkt, oh Gott. Don't go there. Also quasi mir meine Ziele vorzustellen, sie visualisieren, das macht mir schon wahnsinnig viel Spaß. Wenn mich was blockiert, dann ist es eher meine eigene kritische Stimme und dieses, ich sage eher so wie dieser Gedanke, darf ich das überhaupt, darf ich mir das erlauben?

Helen
Du darfst dir alles erlauben. Genau.

Christiane Paßers
Hier jetzt einfach der Freifahrtschein. Vielen Dank. Ja genau, das wird auch immer besser, da ist das Buch auch natürlich ganz wichtig.

Helen
Ich denke jetzt noch kurz, ich finde halt, was mich immer mehr frustriert ist, ist, wenn ein Ziel so weit weg ist und ich das Gefühl habe, es ist jetzt einfach nochmal wegen des so großes Ziels, 10 Jahre, 5 Jahre, 3 Jahre entfernt. Und was ich so schön finde ist, wenn ich merke, dass ich Spaß auf dem Weg dorthin habe, dass es eigentlich wenig um das Ziel geht, also es ist der älteste oder eine der ältesten Weisheiten, aber es geht nicht um das Ziel, es geht um den Weg, und es ist ja wirklich so.

Christiane Paßers
Ja. Aber du brauchst trotzdem das Ziel, um dich überhaupt auf den Weg zu machen.

Helen
Ja, ja, das stimmt. Ja. So.

Christiane Paßers
Ich glaube am Ende ist das Wichtigste eigentlich egal was wir tun, egal was das Ziel ist. Das Wichtigste ist, dass wir eine gute Zeit dabei haben. Und dass wir uns während wir das machen, dass wir uns gut fühlen. Weil das größte Ziel, wenn ich mich aber jeden Tag dafür jetzt nur… Also natürlich früher. Früher wollte ich mal tennis-profi werden. Talentmäßig wäre das aber nichts geworden. Aber ich stelle dir jetzt… Wie mit dieser Ambition.

Helen
Ja. Das ist super.

Christiane Paßers
Wie gesagt, keine Schuhe. Aber wenn ich mir den vor, also das was ich hier gesehen habe, war beim Grand Slam die Personen, die dann gewonnen haben, die gefeiert wurden, die super aussahen und ich dachte, was für ein Leben. Aber was dahinter steckt, wie viel Arbeit dahinter steckt, wie viel Monotonie dahinter steckt, boah, ich glaube der wäre einfach, offensichtlich bin ich da gar nicht so gemacht.

Helen
Ja, das glaube ich, wird aber auch bei allem wahrscheinlich schnell vergessen. Also so… Ich mein auch, dass du neun Jahre in ein Buch gesteckt hast. Du konntest ja nicht einfach jetzt irgendwas veröffentlichen. Du hast vorher viel da reingesteckt. Ich glaube, das steht immer so ein bisschen vergessen, aber wenn man einmal… Also, aber ich mag es, wenn man es umdreht und sich denkt, okay, ich will Tennis da werden, sich dann überlegt, was braucht dafür und dann die ersten… Also, und für sich entscheidet, dass es mir wert und dann die ersten… Dass man eben alles erreichen kann, finde ich schon cool. Gut, ich weiß nicht, aber einen gewissen Alter, der ist da vielleicht schon raus, aber im Grunde Go for it, du kannst alles schaffen.

Christiane Paßers
Ja, genau. Das stimmt schon.

Helen
Also, ich weiß nicht, ich find mega inspirierend und wirklich auch, ich glaube, das Thema heute ist Empowerment. Also, es war sehr empowernd, die Impulse, den du uns mitgegeben hast. Also, mir mindestens mal, aber ich denke nicht nur mir. Ich würde sagen, dass wir unseren Prosecco hier zu Ende trinken und uns von den Mädels verabschieden. Aber ich fand es mega. Also, danke für diese Einblicke und für diese auch für diese ehrlich nahen Blicke. Ob damit machst du dich verletzt war und zeigt dich so. Also, deswegen ist voll schön. Danke dir.

Christiane Paßers
Danke, danke für das Gespräch, für die Fragen.

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