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Von der Finanzbranche in den Schwarzwald – Sarah Tischers Black Forest Lodge

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Podcast · Folge 131

Von der Finanzbranche in den Schwarzwald – Sarah Tischers Black Forest Lodge

Sarah Tischer hatte die Beförderung in der Tasche, als sie merkte: Das ist es nicht. Sie kündigte, ging den Jakobsweg und kaufte ein altes Bauernhaus. Heute führt sie dort eine Lodge – und schreibt Bücher

30. Oktober 2025 · 45 Minuten · Ganze Folge hören ↓

Die Aufnahme entsteht auf einem Balkon im Schwarzwald, eiskalt, aber sonnig, mit Kräutertee aus dem eigenen Garten. Sarah Tischer hat Volkswirtschaft studiert, in Zürich in der Finanzbranche gearbeitet und alles hingeworfen, als sie merkte, dass sie nicht mehr daran glaubte. Ihre Geschichte ist eine, in der eine Menge nicht geplant war – und trotzdem gepasst hat.

Sarah Tischer

Sarah Tischer

Gastgeberin der Black Forest Lodge · Autorin

Studium der Volkswirtschaft in München und Barcelona, danach Wirtschaftsprüfung und Rückversicherung in Zürich. Nach dem Ausstieg kaufte sie ein altes Pensions- und Bauernhaus im Nordschwarzwald, renovierte es zwei Jahre lang und führt es seit über acht Jahren als Black Forest Lodge. Sie schreibt Krimis, hat ihre eigene Geschichte aufgeschrieben und ein Kochbuch veröffentlicht.

Der Moment, in dem die Karriere nicht mehr trug

Es war nicht das Geld und nicht der Lifestyle. »Ich wollte irgendwie vorankommen als Frau in der Wirtschaftswelt«, sagt sie über ihre Zwanziger. Nach dem Studium ging sie nach Zürich, zunächst in die Wirtschaftsprüfung – ein schrecklicher Job unter schrecklichen Bedingungen, wie sie es beschreibt –, dann in die Rückversicherung, wo alles angenehm war.

Und dann kam eine Situation, in der sie bei einer Intrige unter die Räder geriet. Das Kuriose daran: Ihr Chef wollte sie halten und befördern. Sie bekam am Ende genau die Stelle, die sie wollte – und merkte, dass die Luft raus war. Sie begann, die Branche selbst infrage zu stellen: »Da wird so viel Geld hin und her geschoben, aber man schafft eigentlich keinen Mehrwert für die Gesellschaft.« Die Kündigung kam schnell und radikal, ohne dass sie wusste, was danach kommt.

Was dann folgte, kennen viele: der Satz »Dir stehen alle Möglichkeiten offen«, den alle gut meinen und der lähmt. »Es ist so verdammt schwer, wenn man tausend Optionen hat.« Also ging sie erst einmal den Jakobsweg – drei Leute hatten es ihr empfohlen. Für sie wurde es eine spirituelle Erfahrung und die Zeit, in der klar wurde: aufs Land, naturverbunden und unabhängig.

Das Haus, das ausgerechnet niemand anders kaufte

Ein Haus im Schwarzwald hatte sie sich schon vor dem Jakobsweg angesehen – und sich nicht getraut. Während sie unterwegs war, stand es kurz vor dem Verkauf, der Notartermin war gemacht. Als sie zurückkam, war es immer noch zu haben. »Ich kaufe das jetzt einfach. Ich will nicht weiter überlegen.«

Es war ein großes altes Pensions- und Bauernhaus im Nordschwarzwald, sie war Ende zwanzig, das ist zehn Jahre her. Einziehen konnte sie sofort, renoviert hat sie zwei Jahre lang. Ihre Eltern waren anfangs nicht glücklich, unterstützten sie aber – genau wie Freund*innen und Leute aus dem Ort. »Die haben nicht nur gesagt, sie kommen. Die kamen.« Sie vermutet, das Projekt war ungewöhnlich genug: eine junge Frau allein mit so einem Haus.

Bereut hat sie es lange überhaupt nicht. Der erste Zweifel kam erst im ersten Lockdown – und sie findet selbst, dass das ziemlich spät war.

Was die Lodge ausmacht

Das Konzept ist bewusst schlicht: minimalistische Zimmer, warm und hell, wenig Ablenkung. »Man hat die Natur und sein Zimmer.« Jedes Zimmer hat ein eigenes Motto oder eine eigene Farbe – es gibt ein graues, ein rotes, ein blaues. Und ein Bücherzimmer mit Lesesessel, echten Büchern und Buchzitaten an den Wänden. Im Gewölbekeller hat schon eine Dracula-Lesung stattgefunden.

Lesungen macht sie gern, aber nicht ständig: Der Aufwand ist groß, finanziell trägt es sich nicht, und ihre Gäste kommen ohnehin nicht wegen der Lesungen, sondern zum Entspannen. Sie macht sie trotzdem – weil es schön ist, einen Ort und eine Plattform für Austausch zu haben.

Weil sie selbst im Haus wohnt, gibt es keine langen Schließzeiten. Und weil sie das Haus ständig um sich hat, geht sie zum Schreiben gern ins Café: »Daheim fällt einem doch immer irgendwas ein, was man noch machen könnte.« Helen kennt das – und nennt den Haushalt ihr Mittel der Wahl zum Prokrastinieren.

Erst mit sechzehn zum Lesen gekommen

Bis dahin hatte sie so gut wie gar nicht gelesen; die Jugendbücher der Zeit erreichten sie nicht. »Wenn es damals schon Young Adult gegeben hätte, hätte ich, glaube ich, früher angefangen.« Dass auf dieses Genre herabgeschaut wird, findet sie schrecklich – auf TikTok werde da gerade sehr viel Liebe zum Lesen sichtbar, und Klassiker gleich mit.

Angefangen hat es mit einem Krimi von Henning Mankell, den sie von ihrem Vater bekam. Den hat sie verschlungen, und seitdem liest sie. In dem Monat, in dem sie ihr Haus kaufte, war es genau ein Buch – sonst immer mehrere. »Ich fühle mich schon leer, wenn ich kein Buch bei mir habe.«

Gelesen wird in den Randzeiten: früh morgens, wenn alle schlafen. Im Wartezimmer – und dann ärgert sie sich, wenn sie sofort drankommt. Auch mal nur zwei, drei Seiten. Genau das ist ihr und Helen der Punkt: Wer wieder ins Lesen finden will, macht daraus oft ein zu großes Ereignis. »Nimm dir vor: eine Viertelstunde«, sagt Sarah. Helen ergänzt: Wenn es gar nicht geht, liegt es vielleicht am Buch, nicht an einem selbst.

Und beim Aussuchen? Früher orientierte sie sich an Listen mit den Büchern, die man gelesen haben muss – und hat sich davon vollständig frei gemacht. »Ich habe mich auf Französisch durch Victor Hugo und den Glöckner von Notre-Dame gequält. Das würde ich jetzt echt nicht noch mal machen.« Heute nimmt sie sich vier, fünf Bücher vom Stapel aufs Sofa und liest überall ein paar Seiten. Meistens ist dann klar, welches es wird.

Schreiben, nebenbei und ernsthaft

Mit dem Schreibhandwerk hat sie sich im Lockdown zum ersten Mal befasst – mit Schreibratgebern, in der Zeit, in der die Lodge geschlossen war. Ihre eigene Geschichte hatte sie ohnehin immer aufschreiben wollen. Ein Krimi kam dazu, als sie hochschwanger war und es in der Lodge ruhiger wurde: erst eine Kurzgeschichte für einen Freiburger Krimi-Wettbewerb, die es nicht auf den ersten Platz, aber in die Anthologie schaffte – und daraus wurde ein Roman.

Nur schreiben möchte sie nicht. »Ich glaube, das würde schnell auch langweilig werden.« Den Input braucht sie: das Leben drumherum, die Gäste, kleine Begebenheiten. Nicht, um sie abzugreifen – dass sich jemand in einem Buch wiedererkennt, hielte sie für zu plump.

Die Bücher von Sarah Tischer

Alle vier stehen auch in der Lodge aus – aufgedrängt wird dort aber nichts.

Buchcover »750 Meter Glück« von Sarah Tischer

750 Meter Glück

Sarah Tischer

Ihre eigene Geschichte, autobiografisch aufgeschrieben während des Lockdowns. Erschienen im Freiburger Verlag ACHTGRAD.

Bei Thalia ansehen *

Buchcover »Letzte Nacht in Baden-Baden« von Sarah Tischer

Letzte Nacht in Baden-Baden

Sarah Tischer

Ihr erster Krimi um die Ermittlerin Maxi – ausdrücklich nicht blutig, sondern von der Figur getragen. Gmeiner-Verlag.

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Buchcover »Letzte Chance Baden-Baden« von Sarah Tischer

Letzte Chance Baden-Baden

Sarah Tischer

Der zweite Fall für Maxi, diesmal rund ums Casino in Baden-Baden.

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Buchcover »Zucchini« von Sarah Tischer

Zucchini

Sarah Tischer

Das Kochbuch zum eigenen Gemüsegarten – in der Folge kündigt sie es noch als Plan für den Februar an.

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*Mit Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links: Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Was beide verbindet: Es war nie der Plan

Der Satz, der Helen am meisten hängen bleibt, ist dieser: »Eine Pension zu führen war eigentlich nie mein Traum.« Viele Gäste erzählen Sarah genau das Gegenteil – für sie sei es der Lebenstraum. Und Helen geht es mit Mädels, die lesen. genauso: »Ich habe noch nie davon geträumt, einen Buchclub zu gründen. Hätte ich auch weird gefunden. Aber jetzt habe ich das Gefühl, meinen Traum zu leben.«

Zum Schluss geht es noch um die Türen, die sich unbemerkt schließen. Helen erzählt, wie bitter es war, zu merken, dass Interrail für sie nicht mehr geht – obwohl sie es nie vorhatte. »Ein Zeitfenster, von dem ich vorher nicht mal wusste, dass es ein Ende hat.« Sarah kennt das mit dem Medizinstudium. Und beide kommen zum selben Ergebnis: Das meiste geht immer noch. Ein Buch schreiben zum Beispiel hielt Sarah lange für Magie. »Dabei ist es halt auch irgendwie Handwerk. Und wenn man sich damit befasst, geht es irgendwie auch.«

Die ganze Folge hören

Häufige Fragen

Was ist die Black Forest Lodge?

Ein ehemaliges Pensions- und Bauernhaus im Nordschwarzwald, das Sarah Tischer vor rund zehn Jahren gekauft, zwei Jahre lang renoviert und seit über acht Jahren als Unterkunft führt. Die Zimmer sind bewusst schlicht gehalten, jedes hat eine eigene Farbe oder ein eigenes Motto. Es gibt ein Bücherzimmer mit Lesesessel und einen Gewölbekeller.

Kann man dort zum Lesen oder Schreiben hin?

Ja – auch wenn das Haus kein reines Leseretreat ist. Sarah Tischer beschreibt es als Ort mit wenig Ablenkung: Natur, Zimmer, Ruhe. Alle Infos stehen auf black-forest-lodge.eu, und man kann sie auch einfach anschreiben.

Welche Bücher hat Sarah Tischer geschrieben?

Ihre eigene Geschichte unter dem Titel »750 Meter Glück«, zwei Krimis um die Ermittlerin Maxi (»Letzte Nacht in Baden-Baden« und »Letzte Chance Baden-Baden«) und ein Kochbuch zum Thema Zucchini. Die Krimis sind ausdrücklich nicht blutig – auch für Leser*innen geeignet, die sonst keine Krimis lesen.

Wie ist sie aus der Finanzbranche ausgestiegen?

Nach einer Sinnkrise in der Rückversicherung in Zürich hat sie gekündigt, ohne zu wissen, was danach kommt. Danach ging sie den Jakobsweg – und danach war klar, dass sie naturverbunden und unabhängig leben wollte.

Wie findet man wieder ins Lesen?

Beide raten zum kleinen Anfang: keine große Leseeinheit planen, sondern eine Viertelstunde – oder auch nur zwei, drei Seiten im Wartezimmer. Lesen sei ein bisschen wie ein Muskel: Man kommt schneller wieder rein, wenn man es regelmäßig tut. Und wenn es gar nicht klappt, liegt es vielleicht am Buch.

Die ganze Folge zum Nachlesen

Automatisch erstellt und nur grob korrigiert – es kann Fehler enthalten, auch bei der Zuordnung, wer gerade spricht. Maßgeblich ist die Aufnahme.

Helen
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Sarah Tischer
Es ist schon immer hart, sich auch was aufzubauen. Wie du auch sagst, es ist so unglaublich bereichernd, auch wenn man auch so viel für sich lernt und auch so viele tolle Momente und auch tolles Feedback irgendwie selber halt bekommt und dann auch irgendwie auf sich stolz sein kann.

Helen
Hi, ich bin Helen, Tagträumerin, Frohnatur und überzeugt davon, dass ein gutes Buch alles verändern kann. Kurz vor meinem 30. Geburtstag hatte ich ein Burnout und während meiner Gedanken rasten, wollte mein Körper nur noch Ruhe. Geholfen haben mir damals Bücher, denn mit den Geschichten, die ich gelesen habe, konnte ich in andere Welten abtauchen und mich gleichzeitig ausruhen. Ich würde also sagen, Lesen hat mir aus einem Burnout geholfen. Inzwischen sind Bücher aber auch einfach mein Mittel der Wahl, um zu entspannen, meinen Horizont zu erweitern und mich mit angenehm wie unangenehme Gefühlen auseinanderzusetzen. Hashtag reading is my therapy. Weil ich meine Gedanken aber nicht nur mit mir teilen, sondern auch mit anderen über die gelesenen Bücher sprechen wollte, habe ich die Community Mädels, die lesen gegründet, wo wir uns seit demtäglich über Gelesenes und unsere Gefühle dazu austauschen. Dieser Podcast geht quasi noch einen Schritt weiter. Auch über die Bücher, die wir gemeinsam lesen, hinaus möchte ich herausfinden, welche Rolle Bücher und Lesen im eigenen Leben spielen können. Dazu lade ich Mädels aus der Community und andere spannende Gäste ein oder teile meine eigenen Gedanken zu Themen wie Selfcare und Persönlichkeitsentwicklung. Also herzlich willkommen beim Podcast von Mädels, die lesen. Herzlich willkommen, Sarah. Ich freue mich sehr heute mit dir über, ja, ich weiß gar nicht so genau, wahrscheinlich irgendwie Sinnkrisen, Ausstieg aus der Finanzbranche, eine eigene Lodge aufbauen und Bücherschreiben, Bücher lesen, alles möglich, wahrscheinlich zu sprechen. Aber bevor wir damit starten, habe ich zwei Fragen an dich. Wo sind wir gerade und welches Getränk hast du uns mitgebracht?

Sarah Tischer
Hallo, Helen. Ja, ich freue mich auch sehr, dass ich hier sein darf. Und ich bin auch sehr gespannt, wo unser Gespräch uns hinführt. Wir sind gerade in meiner Black Forest Lodge. Wie der Name sagt, im Schwarzwald. Das ist in einem ganz kleinen Ort wirklich in der Natur gelegen. Und da sitzen wir auf einer der Balkone. Heute ist auch wirklich hier schon ein eiskalter Tag, aber total sonnig und schön. Und das eben schon ein bisschen frischer ist und nicht mehr ganz so sommerlich hier. Würde ich sagen, es gibt einen Kräuter-Tee, mit dem wir anstoßen können. Und zwar mit getrockneten Kräutern, die eben auch zum Teil hier aus der Gegend sind auch aus meinem eigenen Garten. So was. Cool. Salbei, ein paar Blüten.

Helen
Ja, das klingt richtig, richtig gut. Würde ich sagen, stoße mir auf jeden Fall sehr, sehr gerne. Für Kräuter-Tee bin ich auch wirklich eigentlich immer zu haben. Ich bin bei frischem Tee raus.

Sarah Tischer
Ja, ich auch. Ich trinke eigentlich auch fast immer Kräuter-Tee, außer es hat über 30 Grad draußen. Aber sonst finde ich das auch immer super, um sich zu wärmen, wenn man so am Schreibtisch sitzt. Und es hat dann keinen Kopf für ihn, dass man irgendwann denkt, es reicht jetzt. Deswegen, das ist ein Allround-Getränk für mich auch.

Helen
Ja, voll. Klingt sehr gut. Also von innen wärm, habe ich auch gedacht, weil du hast jetzt gerade, glaube ich, sogar eine Decke oben. Also es ist kalt bei euch.

Sarah Tischer
Es ist kalt, wobei es innen warm ist. Ich dachte, ich nehme diesen Schal einfach mal mit, den kann ich dann nachher abstreifen, was wahrscheinlich auch passieren wird. Wenn ich dann so sprech, wird mir doch warm. Aber ich dachte, ich habe jetzt so kalt, dass ich nicht aufstehen kann. Sicherheitshalber wirklich den machen.

Helen
Ich pässe dann dieses Mikro. Und das aber bei dir im Hintergrund, was jetzt die Hürer in Nichtsinn ist, aber ein virtueller Hintergrund.

Sarah Tischer
Genau, das ist ein virtueller Hintergrund. Ich habe es so gedacht, bei Sarah Kammern ist auch ein Bücherregal.

Helen
Ich sehe ihn unvorheblich, weil du von der klären Enquete gesprochen hast, dass der Blick aus dem Fenster ist. Aber das passt nicht so ganz mit dem blauen Himmel.

Sarah Tischer
Genau, in der Tat. Der blaue Himmel passt nicht, aber die Bücher und die Natur im Hintergrund und die Teekanne passt alles.

Helen
Ja, voll cool. Also ich finde, ehrlich gesagt, gerade so für BuchliebhalberInnen. Ich stelle mir direkt so, es gibt auch irgendwo in Österreich oder so auch so ein Leserhotel oder sowas vor. Und so stelle ich mir das jetzt direkt vor. Es ist wahrscheinlich nicht das Konzept von euch, aber man kann wahrscheinlich sehr gut kommen, wenn man lesen möchte.

Sarah Tischer
Ich habe sogar ein Bücherzimmer, muss ich gleich vorausschicken. Also meine Zimmer haben alle unterschiedliche Mottos oder auch unterschiedliche Farben. Es gibt auch das graue Zimmer, es gibt ein rotes und blaues Zimmer.

Helen
Graue Zimmer klingt wie so ein Momo Zimmer, so wo einem die Stunden irgendwie grau werden.

Sarah Tischer
Nein, keine Angst. Es gibt sogar ein Bücherzimmer mit Lesesessel und wirklich Büchern und Buchzitaten an den Wänden. Was dachte ich so vor, sowas fände ich so cool. Das muss ich irgendwie in meiner Lodge haben. Aber auch sonst ist wirklich so, dass es sich total eignet, um irgendwie auch zum Lesen und Schreiben zu kommen. Einfach, weiß nicht, so viel gibt es. Konzept ist wirklich einfach aber gut. Und ich stehe da auch nach wie vor total dazu, wenn ich das einfach so irgendwo sehe, dass man wirklich in die Zimmer kommt. Die sind relativ minimalistisch. Also total gemütlich ist es alles warm, hell. Aber einfach so, dass man so ein bisschen Raum hat. Man hat sonst nicht viel an Ablenkungen. Man hat die Natur und sein Zimmer. Und das ist überall schön und einfach so Raum, um runterzukommen, nachzudenken, wandern zu gehen oder auch einfach nur zu lesen. Also das ist so.

Helen
Richtig gut. Das waschkonzept, genau. Und das im Schwarzwald ist ja auch mega schön.

Sarah Tischer
Doch, der wasch.

Helen
Also klingt gut für alle, die jetzt vielleicht noch überlegen, wo der nächste Urlaub hingehen soll.

Sarah Tischer
Ja, schaut euch das mit dem Kamera an, genau. Auf das, was sein soll. Die sich Zeit nehmen wollen, zum Schreiben oder zum Lesen.

Helen
Aber also das machst du ja nicht schon immer. Du hast mir geschrieben, glaube ich, auf die Folge mit Lisa Menzel hin. Also als vom Fallagruach. Ich glaube, das entstand in deiner E-Mail. Du hättest die Folge gehört und jetzt gedacht, ich traue mich auch mal zu fragen. Und da hattest du geschrieben, dass du ursprünglich in der Finanzbranche gearbeitet hast und da war irgendwie ausgestiegen bist. Und auch den Jakobsweg gewandert. Da hatten wir auch schon mal eine Podcast-Folge zu. Genau, mittlerweile auch Bücher schreibst oder zumindest auch geschrieben hast, die Lodge führst. Also wie, erzähl mal, wie ist das gekommen? Wie bist du zu deinem Aussteiger-Leben gekommen?

Sarah Tischer
Ja, das erzähle ich sehr gerne. Also ich bin in der Tat studierte Volkswirtin. Ich habe in München und Barcelona studiert. Und mein Ziel war eigentlich immer, ich wollte Karriere machen als Frau. Also ich war da auch total motiviert. Und rückwirkend ist mir das auch so klar geworden, dass es wirklich auch die Karriere war bei mir. Dass ich jetzt nicht wegen dem Lifestyle oder wegen dem Geld oder so, sondern wirklich ich wollte irgendwie vorankommen als Frau in der Wirtschaftswelt. Ja, ich habe das Studium durchgezogen. Und dann bin ich nach Zürich, hab da gearbeitet. Zuerst in der Wirtschaftsprüfung. Das waren, fand ich, ein schrecklicher Job oder auch schreckliche Arbeitsbedingungen bei mir damals. Dann bin ich aber weiter in die Rückversicherung. Da war erst mal alles ganz angenehm so, auch von den Leuten her. Und das war auch nicht zu viel Arbeit oder so. Es hat auch zu meiner Qualifikation gepasst. Aber dann hatte ich wirklich eine totale Sinnkrise von heute auf morgen. Das war wirklich, als ich so bei einer Intriege unter die Räder gekommen bin. Von einem Chef. Aber auch der wollte mich eigentlich behalten. Also es war total strange. Da wollte mich auch niemand loswerden, sondern der wollte mich eigentlich behalten und befördern. Aber der hat es auf eine Art gemacht, so mich ausgespielt, dass ich danach dann zwar bekommen hatte, was ich eigentlich wollte. Ein Job in der Abteilung. Aber da war bei mir auf einmal so völlig die Luft raus. Da war so das. Also was war das jetzt? Und dann habe ich auch so begonnen, das weiter noch in Frage zu stellen, diese Finanzbranche und wieder Geld verdient wird und dachte so irgendwie, Boah, da wird so viel Geld hin und her geschoben. Aber man schafft eigentlich nicht wirklich einen Mehrwert für die Gesellschaft oder für irgendwas, man bereichert sich dann so selbst daran. Und dann dachte ich so, nee, da gehöre ich eigentlich nicht hin. Da sehe ich keinen Sinn dahinter. Dann kann ich das jetzt auch nicht machen. Das mache ich nicht weiter. Und dann habe ich mich relativ schnell entschieden zu kündigen. Auch sehr radikal. Ich habe es dann wirklich auch durchgezogen, ohne dass ich genau wusste, was ich machen will. Aber mir war so klar, ich will da nicht slime und ich will da auch nicht mehr Karriere machen. Und das hat mich ja angetrieben gehabt. Es war schon so von meinen Lebenszielen auf einmal so zack weg. Ja, aber dann dachte ich wirklich so, nee, ich lasse mich da jetzt auch nicht in meiner Freiheit einschränken für den Gehalt, auch wenn das total toll ist. Ich kündige. Ja, ich wusste nicht, was ich machen sollte in der Zeit. Mir hatten auch ganz viele Leute wieder total viele Chips. Und das war dieses so, sag ich, du hast alle Möglichkeiten, wie schon nach der Schule. Du stehst die Welt offen. Und da haben wir schon wieder alle gesagt und nicht nur so, oh Gott. Das bringen wir doch gar nicht. Ich muss mich für eine Sache entscheiden. Und es ist so verdammt schwer, wenn man 1000 Optionen hat. Und dann bin ich erst mal auf den Jakobsweg gegangen, weil mir das drei Leute gesagt hatten, es war auch mega cool. Also ich bin so froh, dass ich das gemacht habe, weil da hatte ich Zeit und war ungebunden. Und das war für mich persönlich auch so spirituell und für mich eine ganz tolle Erfahrung. Ja, und dann war irgendwie so klar, ich dachte, ich würde gern irgendwie aufs Land ziehen. Also mir war so klar, ich hatte die Natur für mich entdeckt zu dem Zeitpunkt und ich wollte auch irgendwie naturverbunden, aber auch unabhängig leben. Und dann war eben eingedanke, ich kaufe mir ein Haus mit den bisschen Ersparnissen, die ich habe und habe dann mal so geguckt, hatte mir auch schon vor, ich auf den Jakobsweg gegangen bin, ein Haus im Schwarzwald angeguckt, mich dann aber gar nicht getraut, das zu kaufen und lustigerweise, als ich da auf dem Weg war, wer das fast verkauft worden, wirklich schon Notartermin ausgemacht. Und ich dachte, es wäre verkauft. Und als ich dann wieder kam, war dieses Haus auf dem Land noch zu haben im Schwarzwald und dann so, ich kaufe das jetzt einfach. Ich mache das jetzt, ich will nicht weiter überlegen. Und dann habe ich mir wirklich dieses große, alte Pensions- und Bauernhaus im Nordschwarzwald gekauft.

Helen
Das, wo du jetzt drin sind?

Sarah Tischer
Ja, da bin ich jetzt drin wohnt, wohne, ja genau. Und das war vor zehn Jahren. Also ich bin auch wirklich schon seit gut zehn Jahren jetzt da. Ich war damals Ende 20. Und ja, dann habe ich, also ich konnte sofort einziehen. Das war noch ein bisschen Baustelle, aber es ging. Und ich habe das wirklich zwei Jahre lang renoviert. Meine Eltern haben mich sehr unterstützt. Die waren auch gar nicht glücklich am Anfang, dass ich das mache. Also vor allem meine Mutter. Und ja, aber ich hatte auch so viel Unterstützung von Freunden. Also die haben nicht nur gesagt, sie kommen, die kamen. Ich hatte so viel Helfer, auch Familie und die Leute aus dem Ort haben mich echt unterstützt und mit angepackt. Ich glaube, das Projekt war so ungewöhnlich. So eine junge Frau alleine auf so ein Haus. Die hat noch ein bisschen Mitleid, aber also halt voll lieb. Ja, und dann habe ich es wirklich zwei Jahre renoviert und dann eröffnet. Als Black Forest Lodge. Und ja, ich finde es auch total krass. Aber ich mache es echt schon seit acht Jahren seit über acht Jahren, dass ich diese Lodge da habe.

Helen
Ja, hast du das je bereut, das gemacht zu haben?

Sarah Tischer
Ja, das ist voll die spannende Frage. Ich habe es wirklich ganz lang nie bereut das erste Mal, wo ich so ein Gedanken hatte, war während des ersten Lockdowns. Und ich finde, das war aber relativ spät. Weil ich dachte immer, das kommt auch da vor der Punkt bei der Renovierung. Dass es mir einfach mal reicht oder mit den Gästen auch so. Und dass ich sage, nee, auf los nicht. Und ich finde eigentlich total cool, dass es so lange nicht war. Das ist so ein kurzes Tiefwahr logischerweise in dieser Zeit. Da wollen wir auch gar nicht länger drauf eingehen. Das war nicht alles so toll. Aber ja, ich finde, das war wirklich dann so ein kurzer Gedanke daran. Und jetzt würde ich auch nicht zurückwollen. Also ich bin sehr glücklich mit meinem Leben hier. Und das ist so cool.

Helen
Und ich meine, im Grunde schon ja auch eine spontane Entscheidung gewesen. Ich merke das auch oft mit Mädels, die lesen. Ich habe oft Zweifel. Aber wenn ich dann halt überlege, was so meine Alternativen wären, dann denke ich halt so, ja, aber ich will halt nichts Lieber machen als das. Und es gibt ja so viele Hochmomente auch, die das jedes Mal wieder ausgleichen. Und ich glaube, wenn man sowas auf eigene Faust macht, ist es auch total normal, irgendwie zwischendurch zu denken, wo habe ich mich da rein manövriert. Solange aber halt das andere überwiegt.

Sarah Tischer
Total. Und ich finde es eben auch so schön. Also dieser Unternehmertumgedanke, den hatte ich auch aus dem Studium von einem ehemaligen Chef. Das war auch immer so ein Ding, wo ich dachte, vielleicht irgendwann mache ich mal was Eigenes. Und du hast ja auch sowas Cooles aufgebaut mit Mädels, die lesen. Und ich denke, es ist schon immer hart, sich auch was aufzubauen. Aber wie du auch sagst, das ist so unglaublich bereichernd auch, wenn man auch so viel für sich lernt und auch so viel tolle Momente und auch tolles Feedback irgendwie selber bekommt und dann auch irgendwie auf sich stolz sein kann. Und so wirklich was Eigenes zu schaffen, wo vorher nichts war, das finde ich halt total toll.

Helen
Voll, oder? Als Unternehmerin.

Sarah Tischer
Ja, und ich stelle mir das halt auch so vor. Also weil ich denke an so oft, hast du irgendwie voll cool, so Mädels, die lesen wie so eine eigene kleine Welt. Und im Grunde kann ich mir was überlegen und das morgen oder heute auch schon umsetzen. So und auch bei dir. Du hast eben dieses Lese- oder Bücherzimmer beschrieben. Das war eine Idee in deinem Kopf und du du hattest dann diese Freiheit zu sagen, das mache ich so. Ich stelle mir das so und so vor. Und so kann ich das jetzt auch einrichten. Das finde ich irgendwie.

Helen
Also ich glaube früher hat für mich immer so dieser Risikogedanke überwogen, dass ich dachte, das ist alles viel zu gefährlich, irgendwie sich selbstständig zu machen und so. Aber mittlerweile überwiegt für mich eher dieses Gefühl von totaler Freiheit, die ich habe.

Sarah Tischer
Total und die habe ich eben auch immer gesucht. Und ich finde, das ist wirklich so schön, das ausleben zu können.

Helen
Voll, ja. Kass, also jetzt acht Jahre führst du die Black Forest Lodge und dann kommen Menschen zu dir und suchen wahrscheinlich auch Erholung irgendwie. Also manche vielleicht auch einfach nur irgendwie ein netter Urlaub im Schwarze, aber es gibt bestimmt auch immer wieder Menschen, die wirklich gezielt. Vielleicht, ich weiß gar nicht, ist das auch so, dass du manchmal im Menschen begegnest, wo du das Gefühl hast, die sind an einem ähnlichen Punkt wie du vor zehn Jahren?

Sarah Tischer
Auf jeden Fall lock ich solche Leute an und ich bekomme das sehr oft zu hören, dass es von vielen Leuten auch der Lebenstraum ist, irgendwie so eine Pension zu führen. Und ich denke immer so, meiner war es eigentlich gar nie. Aber jetzt bin ich trotzdem da. Ja, und ich finde es halt super spannend. Also man ist doch so nah an den Menschen dran, weil die übernachten ja so gewissermaßen im eigenen Haus bei mir, wenn auch nur auf das Eid. Und es ist halt auch super spannend, weil es gibt halt tausend gründende Pensionen aufzusuchen. Also ich dachte auch so in meinem Businessplan damals, die Sportler und die Ruhe suchen, der ist natürlich ein Paar. Aber es gibt halt auch also beruflich total viele Gründe, aber auch privat und so, warum Leute irgendwie kommen. Das ist halt schon irre spannend.

Helen
Und ist das dann wieder Inspiration, was irgendwie auch in deine Bücher einfließt, wo du so denkst, da ist ja total interessant diesen Gedanken, will ich weiterspinnen? Oder schreibst du über was komplett anderes, was nichts mit deinen Gästen zu tun hat?

Sarah Tischer
Also zu plump auf keinen Fall. Dass sich so das irgendein Gast sich da so total erkennen wird, glaube ich. Aber ich finde schon, dass das Leben irgendwie allgemeine Rieseninspiration ist und auch der Kontakt mit Menschen. Und deswegen bin ich auch froh, wenn ich schreibe, denke ich, wenn man so, dass ich noch was anderes habe. Also dass ich wirklich noch ganz viel Leben drumherum hab und auch Inspiration, seien es nur kleine Begebenheiten oder wirklich auch, wie sich jemand mal so ein bisschen verhält oder so. Das ist definitiv interessant. Also ich denke, ich gehe da jetzt nicht so ran, dass ich wirklich so guck, was kann ich abgreifen für die Bücher. Klar, nicht. Aber halt das Leben selber und was man doch so alles erlebt, ist auf jeden Fall total cool. Deswegen finde ich es auch total schön, nicht nur eine Sache zu machen. Das war auch immer schon so meins, dass ich halt irgendwie schon immer viele Projekte, Ideen und auch viel zu viel Interessen hatte und irgendwie versuch, das unter einen Hut zu bringen.

Helen
Kann ich euch nachvollziehen. Also hast du gar nicht so diese Vorstellungen? Das merke ich total oft, dass diese romantisierte Vorstellung vom Autor in da sein gibt. So und ich bin jetzt gerade über dir, denke ich, auch so wirklich so, vielleicht hast du so ein Schreibtzimmer mit Blick in den Schwarzwald und hast ruhige Stunden, um zu schreiben. Vielleicht ist es sogar bei dir so, aber du hast gar nicht so diesen Wunsch danach, nur das zu machen, nie wieder Gäste zu empfangen und nur Autorin zu sein.

Sarah Tischer
Nee, eigentlich gar nicht. Also für mich.

Helen
Interessant, ja.

Sarah Tischer
Also ich denke wirklich, dass du auch einfach irgendwo her den Info brauchst und klar so in meiner Wunschvorstellung. Ich habe ja auch noch ein dreijähriges Kind daheim. Der ist jetzt seit kurzem im Kindergarten. Das ist schon mal, hat man auf einmal wieder sehr viel mehr Freizeit jetzt. Aber es ist wirklich nicht so, dass ich, also ich glaube, das würde schnell auch langweilig werden, wenn man nur schreibt. Und ich merke wirklich, ich habe jetzt eher wenig Zeit gehabt in letzter Zeit, aber trotzdem war es mir wichtig. Und dann habe ich die Zeit halt auch voll genutzt, die ich hatte. Also auch als er noch ganz klein war, mein Sohn, dann habe ich halt wirklich, wenn er mal eingeschlagen ist, hatte ich zum Teil schon den Laptop nebenan und habe den einfach aufgeklappt und kurz geschrieben oder so. Und ich habe auch immer ein Buch neben mir. Also ja, ich nutze dann einfach die Zeit, die ich habe. Und das ist total schön und freue mich wirklich einfach, dass ich überhaupt Bücher schreiben darf und dass ich auch Verlage gefunden habe, dass ich das so auf dieser Ebene tun kann, dass ich jetzt sagen kann, das ist von mir auch eine Nebentätigkeit und ich bin auch Autorin. Also so.

Helen
Ja, voll cool. Du hast ja auch, ich glaube, in dem Fragebogen auch geschrieben, dass du selber schon immer viel gelesen hast. Ist dir das irgendwo auch so in diesen Karrierejahren Malapannen gekommen oder hat sich das durch dein ganzes Leben gezogen?

Sarah Tischer
Also wirklich, seit ich 16 bin, ich weiß noch.

Helen
Seit diesem einen Buch und du kannst das sogar noch beantworten, welches das war.

Sarah Tischer
Genau, ich habe deine Frage beantworten können. Und zwar war das wirklich so, ich hatte bis ich 16 war so gut wie gar nicht gelesen. Also da hätte ich auch schon lesen können, aber irgendwie waren diese Jugendbücher damals, auch wenn es da schon Young Adult gegeben hätte, ich sag sie, dann hätte ich schon, glaube ich, früher angefangen zu lesen.

Helen
Ich denke mal echt so, boah. Das ist ja ein guter Einstieg eigentlich, oder? In die Buchwelt. Ich verstehe mal gar nicht, warum da so drauf herabgeschaut wird. Ich find's auch ganz schrecklich, weil ich so denke, Mensch, ist das schön, wie jetzt junge Leute so das Lesen feiern. Und ich seh es ja auch so ein bisschen, ich bin auch ein bisschen auf TikTok, die lesen ja alle nicht nur Young Adult, sondern auch.

Sarah Tischer
Genau. Da kommt ja voll die Liebe fürs Lesen und Klassiker sind auch voll innen. Und ich denke auch wirklich, das ist so ein toller Grundstein. Und ja, ich lese auch selber manchmal Young Adult. Also nicht nur ich lese auch alles, aber so ein bisschen.

Helen
Ja, jetzt, ich war aber dabei, zu erzählen, genau.

Sarah Tischer
Als ich 16 war, wenn das nicht so war, ich hab mich auch abgelenkt. Dann hab ich von meinem Vater einen richtigen Krimi bekommen, von Henning Mankell. Und das war es irgendwie für mich da so. Da, es war da nicht mehr so Jugendbuch, sondern ich war da schon eher so bereit für so Erwachsenenbücher, glaube ich, auch. Und den hab ich verschlungen. Und da ging's dann bei mir echt so los, seit dem les ich. Und das war auch immer Teil meines Lebens. Also ich hab, glaube ich, in dem Monat, in dem ich mir mein Haus gekauft hab, da hab ich nur ein Buch gelesen. Aber sonst hab ich immer mehrere Bücher pro Monat gelesen. Und auch, also ja, das ist schon total Teil von mir irgendwie.

Helen
Also, ja, das finde ich echt cool. Weil also ich hab viel so als Kind und Jugendliche gelesen oder halt früher auch viel vorgelesen bekommen, das immer sehr eingefordert auch. Und dann halt irgendwo so zum Ende wahrscheinlich der Schulzeit, der Studium und so, bis halt wirklich vom, was ist das, das Jahr zu sechs Jahren eigentlich nicht dann gelesen. Also mal im Urlaub oder so. Das finde ich irgendwie echt cool, wenn sich das so hält. Also wenn man einmal wahrscheinlich gespürt hat, was einem das gibt, dass man dann dabei bleibt, find ich total cool. Weil es für dich wahrscheinlich auch so was wie ein Ausgleich dann ist, wenn du hilft dir das, wenn du gestresst bist oder also so warum oder wofür liest du?

Sarah Tischer
Ja, das ist echt eine gute Frage. Also ich glaube, es ist schon dieses einfach andere Welten und auch Gedankenwelten von Leuten kennenzulernen. Also das ist schön und ich kann mich auch sehr an Sprache erfreuen. Sollte ich mich mit dem Thema Schreiben befasst, hab sogar noch mehr. Das hat sich enorm auch mal lesen ausgewirkt, dass ich seitdem ganz anders lese und vielmehr auch einzelne Wörter oder Sätze so schätze und Aufsorge. Also es hat sicher auch was mit Sprache zu tun, mit Gedanken, aber auch wirklich mit so anderen Orten und Settings und so. Also da kann man auch einfach von total schönen Sachen lesen. Oder auch, ja, ich lese auch gerne Krimis oder so. Also oder sich mal so einfach so gespürt. Da ist es schon noch dieses Eintauchen und einfach so Wegsein in einer anderen Welt und sich da vielleicht so reinziehen lassen. Das finde ich auch total toll. Also das ist so alles dieses Lesen. Ja, wirklich verschiedene Gründe, ganz verschiedene Bücher. Aber es gehört auf jeden Fall dazu. Also es ist nicht so, dass ich irgendwie immer fünf Bücher pro Woche lesen muss. Es ist schon auch mal so ein bisschen weniger. Ich finde, es darf nicht so ein Stress werden, weil es so viele tolle Bücher gibt und es so schwerfällt da. Man kommt eh nicht hinterher irgendwie. Aber so immer ein Buch zu haben ist für mich total wichtig. Also ich fühle mich schon leer, wenn ich kein Buch habe oder auch wenn ich kein Buch bei mir habe. Das braucht mich schon.

Helen
Hast du Gilmore Girls kaputt?

Sarah Tischer
Ja.

Helen
Weil ich fühle mich manchmal so ein bisschen so, wenn ich das sage, nehme ich immer überall ein Buch. Man denke ich immer so an Rory Gilmore, die nicht nur eins dabei hat. Irgendwie so fünf, je nach Stimmung.

Sarah Tischer
Ja, ja.

Helen
Weil irgendwie ich finde es völlig schlaue Strategie. Wenn du es halt dabei hast, dann ist es natürlich auch leichter, mal im Wartezimmer nicht aufs Handy zu gucken, sondern eben das Buch auszuholen. Man muss sich auch selber so manchmal vielleicht, wenn man wieder reinkommen will, ein bisschen austricksen. Für dich ist das wahrscheinlich irgendwie schon so völlig normal, dann einfach zum Buch zu gucken. Oder in welchen Situationen liest du denn?

Sarah Tischer
Ja, also in der Tat so beim Arzt mit Wartezimmer. Ich habe mich dann zum Teil ärger ich mich auch, wenn ich gar nicht warten muss, das war gerade so der Sowjet- oder so meine Lesezeit. Dann sitze ich da beim Arzt und dann komme ich sofort dran. Ich sag dich, ich habe gerade mein Buch rausgesagt. Ja, also.

Helen
Es ist mir hier viel zu effizient.

Sarah Tischer
Genau.

Helen
Wer kann ich total nachvollziehen? Ich glaube, viele sagen mir dann auch, ja, abends bin ich dann zu müde oder so. Aber es gibt hier so viele Zeitfenster eigentlich, wenn man mal drauf achtet, wo man lesen könnte. Vor allem, wenn man sich die Bildschirmzeit anguckt, denke ich.

Sarah Tischer
Ja, schon. Also ich mag es auch früh morgens. Also ich bin auch zum Teil wirklich schon sehr früh aufgestanden, manchmal auch schon zwischen fünf und sechs oder so. Oder wenn ich dann gerade wach geworden bin und irgendwie meinen Sohn auch nicht angefordert hat, dass ich da irgendwie noch weiter liegen bleibe, dann bin ich auch aufgestanden. Und wirklich schon ganz früh morgens auch mal gelesen, weil es da einfach noch so schön ruhig ist. Also ich liebe auch diese Randzeiten schon morgens.

Helen
Oh ja. Wenn es so ruhig ist, einfach so gemütlich. Dann auch mit einem warmen Getränk, morgens Kaffee, abends Tee, so irgendwo gemütlich machen und einfach lesen.

Sarah Tischer
Und das kommt noch nicht so viele Nachrichten rein oder nicht mehr. Und alle schlafen schon und so. Also das liebe ich. Aber ich finde auch tagsüber kann man dann schon mal so sagen, eben wenn man auch auf irgendwas wartet. Also ich mache es wirklich auch für zwei, drei Seiten mal, wenn ich halt wirklich auf ihn warte, anstatt dass ich mich dann irgendwie ärger oder so, sage ich so jetzt, hol ich mein Buch oder dass man doch sagt so ein bisschen Mittagspause und das les ich einfach eine Viertelstunde.

Helen
Ja. Oh, aber ich glaube, das ist ein wichtiger Punkt, weil ich hab oft den Eindruck, dass also gerade halt diejenigen, die wieder reinkommen wollen, dass die das als so großes Event sehen. Und sagen so, wenn ich halt anfange, da muss ich irgendwie auch lohnen. Ich kann jetzt nicht für eine Seite oder so dieses Buch aufschlagen. Und ich glaube, das ist halt ein Unterschied. Also erstens weiß vielleicht, also gerade wenn du auf jemand wartest, du weißt ja nicht, ob es wirklich nur bei einer Seite bleibt oder ob die Person sich total verspätet und du am Ende zehn gelesen hast oder so. Ja. Aber auch einfach weiß ja ein bisschen, wie so ein Muskel ist, den man trainiert. Also man kommt dann vielleicht auch wieder schneller rein, man kann sich wieder schneller auf irgendwie Zeilen einlassen. Und was ich halt auch denke, das habe ich wahrscheinlich auch schon hundertmal gesagt, aber wenn man eben nicht leicht reinkommt, vielleicht liegt es auch am Buch. Vielleicht sollte man einfach ein neues Buch ausprobieren. Also wenn einem das wirklich so schwer fällt, sich darauf einzulassen, was man da liest, es ist vielleicht nicht das richtige Buch in diesem Augenblick.

Sarah Tischer
Das stimmt. Also da könnte man ein bisschen ausprobieren. Und wie du auch sagst, wie mit den Zielen, die soll man sich doch auch eher so in kleine Teile unterteilen. Und genau, das klingt nach diesem so, oh, hier ein Buch lesen und so. Und man fang ich damit an, sondern das ist wirklich auch dieses, nimm dir halt vor, liess meine Viertelstunde und guck, ob es dir gefällt, lasst dich drauf ein. Und wenn ja, dann kannst du es auch öfter mal rausholen und einfach weitermachen.

Helen
Ja, voll. Was ich gerade so dachte, machst du dann eigentlich auch so Lesungs-Events zu deinen Büchern bei dir im Hotel? Weil eigentlich wärt es so die perfekte Location dafür.

Sarah Tischer
Ja, also es haben auch schon Lesungen stattgefunden, auch nicht aus meinen eigenen Büchern. Also wirklich, dass ich manchmal gesagt habe, dass ich auch anderen Leuten den Raum gebe. Also das kann ich nicht ständig machen, weil das eigentlich eher kollidiert mit dem Tagesgeschäft. Also ich hab schon gemerkt, meine Gäste, die kommen eigentlich eher nicht wegen der Lesung, sondern die kommen schon, weil sie irgendwie sehr entspannt wollen. Und ja, also das war schon mal so das erste Take-Away. Ganz so ist es nicht, dass durch die Lesungen die Gäste kommen. Stimmt eigentlich gar nicht. Ich mach trotzdem ab und zu. Allerdings muss dann schon auch so alles passen. Ich kann es eben nicht ständig machen, weil es als Organisator schon irgendwie viel Aufwand ist. Und wenn man es gerne macht, ist es auch voll schön. Aber finanziell kommt da dann für mich ja auch nichts irgendwie. Bei rum, deswegen mach ich das gerne mal, wenn ich jemand unterstützen möchte und so denke, ja, das passt alles. Und es ist auch mega schön. Und ich find es auch total toll, so ein Ort, so eine Plattform zu haben für Austausch und Veranstaltung. Das war auch so ein Grundgedanke von mir. Das ist total schön. Und ich hatte auch schon mal eine eigene Lesung zu einem Buch. Auch das macht Spaß. Also ja, es ist auf jeden Fall so eine schöne Nebensache auch von dieser Lodge, dass ich wirklich so Raum und Möglichkeit für Veranstaltungen eben auch literarische habe. Also ja. Ja. Ich hab sogar ein Gewölbekeller. Da war auch schon mal eine Dracula-Läsung zum Beispiel.

Helen
Oh, nein! Wie cool!

Sarah Tischer
Also ein Lesungshighlight, ja.

Helen
Ich weiß nicht, ob du früher, wie ich die Serie Gilmore Girls geschaut hast, aber Rory, eine der Hauptfiguren darin, hat wirklich egal, wo sie hingegangen ist, Bücher zu verschiedenen Stimmungen mitgenommen. Das konnten Klassiker der Weltliteratur, Biografien, Theaterstücke oder Lyrik sein. Sie hatte immer mindestens eins, in der Regel aber mehrere Bücher dabei. Und dementsprechend schwer war ihr Rucksack. Ich krieg schon Rücken-Schmerzen bei der Vorstellung. Und ich glaube, wenn man die Serie heute neu verfilm' würde, hätte Rory 100 Pro ein E-Reader, auf dem sie all ihre Lieblingsbücher speichern könnte, der dann aber nur ein Buchteil wiegt. An sich ist ihre Strategie ja total schlau. Also jederzeit ein Buch griffbereit zu haben und kurz und lange Wartezeiten zu nutzen. Und ich find's auch total nachvollziehbar, dass sie nicht immer in derselben Stimmung ist und Lust auf verschiedene Bücher hat. Aber ich glaube, wir sind uns einig, dass man das Ganze mit einem Tolino deutlich rückenschonender lösen kann. Ich nutze jetzt seit einigen Wochen den Tolino Vision Color und bin echt super herp damit. Schau mal in die Show Notes, da hab ich ihn dir verlinkt.

Helen
Hast du so Bücher, wo du jetzt denkst, wie muss ich gelesen haben? Oder also wie entscheidest du auch, was du als nächstes liest?

Sarah Tischer
Also ich muss eher sagen, als ich angefangen hab zu lesen, da hab ich mich schon sehr an den Listen orientiert, was man gelesen haben sollte, was ein gebildeter Mensch gelesen haben muss. Und ich hab mich davon völlig frei gemacht.

Helen
Aber ich fand das war nicht leicht, ne? Früher hab ich das auch immer gedacht. Ich hab mir diese Listen gesucht und dann hab ich halt direkt gedacht bei 100 Büchern, wann soll ich die halt auch lesen? Und ich glaub dadurch, dass ich dachte, ich kann die eh nicht alle lesen, hab ich gar keine.

Sarah Tischer
Ich war schon so eine Zeit lang da voll ärger, jetzt hab ich auch gedacht, mein Gott, ich hab mich auf Französisch durch Victor Hugo gequält und den Glöckner von Notre-Dame, also das würde ich jetzt echt nicht nochmal machen.

Helen
Aber Hut ab. Ja, so. Auf eine Leistung.

Sarah Tischer
Ja, ja, aber eben, also ich brauch's jetzt nicht, ich will meine Zeit grad irgendwie anders verbringen. Also ich bin ein bisschen auf TikTok und das mich da inspirieren oder auch ein Insta so in der Buchbubble und guck irgendwie. Und bin auch super gerne in Buchläden. Also irgendwie kriegt man schon auch von vielen mit, was so neu erscheint. Aber ich will dann mich auch nicht immer nur auf die komplett neuen Sachen stürzen. Manchmal gibt's eben auch ältere Sachen. Die schönsten, eigentlich ist es schade, dann immer nur diese Druck aus. Es gibt eh viel zu viele Bücher und auch viel zu viele schöne Bücher. Also ich hab auch immer ein Stapel von ungelesenen Büchern daheim, der wirklich groß ist. Und dann entscheide ich dann schon spontan, ach was würde mich jetzt reizen und so, so quer bet. Aber ja, jetzt wenn wir so drüber sprechen, merke ich echt, dass so den Druck habe ich eigentlich nicht. Oder irgendwie ist es auch so ein bisschen dieses Eingeständnis. Ich kann eh nicht alle Bücher lesen, die ich toll finde. Ich kann halt nicht 24 Stunden am Tag lesen. Und manchmal ist es halt auch ein bisschen Zufall. Also.

Helen
Ja, oder? Aber ich denke manchmal auch vielleicht ein bisschen Schicksal. In welches Buch dann bei dir landet. Oder weil es ist ja wirklich im Grunde Zufall. Wenn es dann aber ein Buch ist, was total was mit dir macht, denke ich irgendwie, denke ich so ein bisschen, es ist vielleicht Schicksal, weil dir gelandet ist zu dem Augenblick.

Sarah Tischer
Ja, ich denke schon auch so, das war jetzt schon das, was ich genau gebraucht habe.

Helen
Ja, ja. Ja, cool. Ja, weil ich hab das Gefühl, ich entscheide mega so intuitiv mittlerweile. Manchmal, glaube ich, treibe ich meinen Freund auch so ein bisschen in den Wahnsinn, weil ich dann abends irgendwie nochmal so aufstehe und sage so, ich muss nochmal gucken wegen dem Buch. Und dann stehe ich halt hier vor diesem Regal. Wirklich auch gefühlte Stunden lang. Gucke teilweise einfach nur, also ich gucke mir die Buchrücken an, überlege, teilweise ziehe ich eins raus, leh es vielleicht, man merkt direkt so, nee, irgendwas daran, nee, will es jetzt grad nicht. Und dann entscheide ich so voll aus dem Bauch raus, was ich jetzt als nächstes lesen will. Und das kann ich wirklich nur empfehlen, weil ich glaube, man spürt so ein bisschen, worauf man jetzt Lust hat.

Sarah Tischer
Ja, das stimmt. Also ich schneide mir manchmal auch so vier, fünf Bücher aus meinem Sub, aber auch aus dem Regal zum Teil, was wo ich dachte, das will ich auch nochmal lesen. Und dann gehe ich damit aufs Sofa und lese überall so ein paar Seiten rein irgendwie. Und meistens ist dann eins dabei, wo mir dann schon klar ist, so das ist es jetzt auch. Ja, bleibe ich jetzt. Ja, das lese ich jetzt auch. Also das mache ich schon. Und gut, manchmal habe ich eher noch so dieses Lesen jetzt oder schreibe ich was, wenn ich halt ein Schreibprojekt drinstecke. Gerade wenn man so effizientale Sachen schreibt, dann macht das natürlich auch Spaß. Aber es ist noch mal ein Ticken anstrengender, das ist halt so der Punkt.

Helen
Okay, das kann ich mir auch vorstellen. Allein schon so, weißt du, die Sitzpositionen, irgendwie habe ich das Gefühl, du musst dich wahrscheinlich schon halt irgendwie so ein bisschen aufrecht dahinsetzen, um schreiben zu können. Also du schreibst wahrscheinlich am Laptop, ne?

Sarah Tischer
Ja, genau. Und irgendwie lesen, das kann man so ein bisschen mehr so sich hinflätzen.

Helen
Ja, schon. Ja. Aber ich frage mich auch, da ob es ein bisschen eine Ausrede ist, weil voll viele ja auch sagen, lesen wäre anstrengender, als irgendwie sich eine Serie oder so anzugucken. Und natürlich irgendwo stimmt das. Ja, ja. Aber ja, aber das finde ich total interessant, weil das ja auch so eine andere Art von, ich will irgendwie Verarbeitung sagen, aber ja, wahrscheinlich schon so ein bisschen, weil das, was du vielleicht erlebt hast oder so oder was dir durch den Kopf geht, in Worte zu packen und damit irgendwie so rauszulassen, ist wahrscheinlich auch entspannend in dem Moment.

Sarah Tischer
Schon, das kann eben auch schön sein. Also wenn es dann funktioniert, das ist so, das kann sich natürlich auch an Sachen verbeißen und dann denken wir so, oh, jetzt muss ich doch irgendwie das strukturieren und es anstrengend. Ja. Aber das kann schon auch schön sein und halt auch dieses Eintauchen dann in so eine andere Welt. Also das ist, denke ich, so der schönste Zustand beim Schreiben, wenn man dann wirklich auch so konzentriert ist und erst wenn man dann rausgerissen wird, merkt so, boah, ich war gerade voll drin.

Helen
Ja. War das sowieso oder so ein Flow, wenn ich das auch mal hier bei der Arbeit habe, dann denke ich so, das ist so ein cooles Gefühl, weil dann plötzlich alles einem so leicht fällt und man, also ich habe mal irgendwie so ein Hyperfokus und merke nach ein paar Stunden völlig dehydriert nichts gegessen, was passiert.

Sarah Tischer
Also ich finde das auch ein sehr erstrehmes Wertezustand, egal bei welcher Tätigkeit, also ich kenne es auch vom Laufen oder so, ja, es ist einfach schön, so richtig zu versinken in irgendwas.

Helen
Voll. Erzähl mal, was, also so wie heißen deine Bücher, wo findet man die, wo findet man dich, wann kann man bei dir eintrücken in der Black Forest Lodge? Wo kann man dich finden, wenn man jetzt mehr von dir erfahren will?

Sarah Tischer
Dann fangen wir jetzt mal mit der Lodge an. Ich habe eine Website www.black-forest-lodge.eu. Da sind eigentlich alle Infos drauf und da kann man auch so gucken, aber mich einfach auch jederzeit anschreiben. Und ich antworte auch immer sehr schnell. Und ich habe auch noch ein Instagram Account für die Lodge. Das ist auch Black. Und jetzt ist es ein Unterstrich, Forest-Lodge. Da kann man so gucken, was sich so auf der Lodge tut. Und meine Bücher, das ist einmal, damit fange ich jetzt mal an, das ist nämlich, ich habe meine Geschichte aufgeschrieben. Das war sogar während des Lockdowns, habe ich mich zum ersten Mal mit dem Thema Schreibhandwerk beschäftigt. Weil eben davor schon ein paar Leute so gesagt haben, oh Sarah, du kannst echt deine Geschichte aufschreiben und ich wollte es immer machen und wahrscheinlich hätte ich nie die Zeit gefunden, wenn ich mal irgendwie der Laden da so dicht gewesen wäre. Und da habe ich wirklich Schreibratgeber gelesen und auch in der Zeit meine Geschichte aufgeschrieben. Die ist jetzt neulich erst erschienen. Und zwar heißt die 750 Meter Glück. Von Sarah Tischer ist im Freiburger Verlag ACHTGRAD erschienen. Also das ist jetzt wirklich so das Buch zu meiner Geschichte, autobiografisch und sind total viele Themen aus dem Leben drin, also sehr persönlich. Und dann habe ich noch zwei Krimis geschrieben. Das kann wirklich so, ich hatte, das weiß ich auch noch, da war ich hochschwanger und habe gerade wieder so ein Monat vor der Geburt angefangen zu schreiben. Mir ist ein bisschen ruhiger geworden in der Lodge. Und dann habe ich so Schreibwettbewerbe entdeckt und bin da irgendwie noch auf den Richter gekommen und habe eine Krimikurzgeschichte geschrieben beim Freiburger Krimi-Wettbewerb und die hat dann zwar nicht gewonnen, aber die ist in die Anthologie reingekommen vom Gmeiner-Verlag in die Wettbewerbsanthologie. Und daraufhin dachte ich, boah, jetzt irgendwie mal so einen richtigen Krimi schreiben hätte ich auch Lust. Und das war dann wirklich so ein bisschen mein Projekt, als ich so mein Stillbaby hatte, wo ich einfach so schön fand, noch was anderes zu haben. Und dann habe ich in der Zeit also auch ganz drucklosen Krimi geschrieben. Und dieser Gmeiner-Verlag von der Anthologie, dem habe ich das angeboten und die haben gesagt, das würden sie machen. Und deswegen gibt es jetzt von mir einen Krimi, der heißt Letzte Nacht in Baden-Baden. Das ist nicht besonders brutal. Also ich würde sagen, ich würde sagen unbedingt Cozy Crime, aber es lebt auch schon sehr von der Protagonistin, von der Maxi, das ist eine junge Frau, Ende 20, die eigentlich eher so ein bisschen auch unsicher ist und noch sehr viel Potenzial hat. Da gerade, sie kommt dann so in das Ermitteln rein durch eine private Angelegenheit und wächst dann schon über sich hinaus, weil eigentlich strikt sie gerne und ist gern Pralinen und so. Also das lebt auch sehr von dem Charakter. Und ja, von den Krimis gibt es mittlerweile jetzt auch einen zweiten Teil, das heißt Letzte Chance Baden-Baden, auch mit der Maxi, die dann da so im Casino in Baden-Baden ein bisschen ermittelt. Ja, also auch für Leute, die sagen, sie lesen sonst eigentlich keine Krimis. Ja, es ist wie gesagt nicht besonders blutig. Das sind so meine Krimis. Und im Februar wird noch ein Zucchini Kochbuch von mir erscheinen. Das passt natürlich zu meinem Gemüsegarten. Ja, und in vielen Städten. Und das musst du aber dann, also kaufst du wahrscheinlich alle auch bei dir in der Lodge, oder? Ja, genau. Also es ist wirklich so, dass ich für alles auch Verlage hab und ich mach auch selber so ein bisschen Marketing, aber die stehen auch alle in der Lodge aus. Also mein eigenes Buch, die 750 Meter Glück, natürlich ganz prominent und also die Gäste sehen das schon. Ich bin nicht die, also ich drück den Gästen sicher nicht das Buch in die Hand und sag hier, nimm das Kauf, das ist…

Helen
Meine Empfehlung für Sie?

Sarah Tischer
Genau. Aber es steht da und man sieht es. Man kann mich drauf ansprechen, ob das kaufen. Genau. Also das sind so meine Schreibprojekte. Ich hab auch eine Autoren-Website, Sarah-Tischer.de. Ja, da kann man auch meine ganzen Bücher oder auch wenn man meinen Namen einfach googelt, findet man das auch.

Helen
Ja, verlinken wir auch alles nochmal in den Show-Notes. Also ich mich gefragt hab, weil das ist ja häufig mit so lokalen Büchern, kriegt man die auch in Baden-Warten, also liegen die auch im Casino zum Beispiel aus.

Sarah Tischer
Den hab ich nicht in der Tat grad dran, das find ich nämlich sehr schön. Das hab ich noch nicht geschafft. Und ich hab so Postkarten zum Buch, ich denke, wenn ich dann mal wieder da bin, könnte ich da mal so fragen, ob sie vielleicht ein paar auslegen würden. Aber in den Buchläden ist es schon mal wichtig.

Helen
Voll cool, ja. Das ist echt cool. Und man kann jederzeit quasi wenn was freies bei euch vorbeikommen.

Sarah Tischer
Schon. Also da ich eben selber in dem Haus wohne, ist es wirklich so, dass ich auch meistens eben offen hab und das auch mal okay finde, wenn weniger los ist. Also es ist einfach so, wenn dann Gruppen da sind, dann ist es halt auch mal voll. Oder ich bin auch mal ein paar Tage weg, dann geht es halt auch nicht. Aber es ist nicht so, dass ich so totale Schließzeiten hab und sage, ich mach im Winter ein halbes Jahr dicht oder so, das muss gar nicht sein. Ich hab wirklich so gemerkt, die Auszeiten für mich. Also ich geh auch gerne mal ins Café zu beschreiben in der Tat. Also da sitze ich super gerne, weil da hab ich einfach diesen Haushalt nicht. Da heim fällt einem doch immer irgendwas ein, was man noch machen könnte.

Helen
Was ist denn das? Es ist schrecklich und mein Haus ist ja wirklich nochmal größer, aber es ist ja schon im normalen Haushalt so, das weiß ich ja auch. Also ich hab nur eine Wohnung und manchmal denke ich so, hellen, das Ziel ist nicht, Haushaltsfähn zu werden, so du konzentrier dich. Aber irgendwie, ich glaube, wenn ich eine unangenehme Aufgabe oder so Formie hab oder halt einfach, warum auch immer Prokrastiniere, dann lenkt mich alles in der Wohnung ab. Dann denk ich so, oh, komm, grad die Waschmaschine anmachen, so, oder so. Also das ist ganz, ganz schlimm, deswegen eigentlich voll der gute Tipp. Ich hab das mal probiert im Café und da hab ich die Gespräche abgelenkt. Also ich brauch eher so einen ruhigen Raum, aber ich finde so sich von zu Hause weg zu bewegen für irgendwas, was man machen will, auf jeden Fall eine gute Sache.

Sarah Tischer
Ja voll, und also hier hab ich halt so ein, zwei Cafés, wo ich auch weiß, da hab ich in der Regel dann meine Ruhe so tagsüber. Oder das ist einfach nicht ganz so viel los, aber man weiß es natürlich nie genau. Und ich bin da erstmal auch ein bisschen resistent ein, zwei Stunden. Weil ich einfach so glücklich bin, dass ich jetzt mal weg bin und dass ich ins Café geschafft hab. Dann geht das für eine Weile.

Helen
Ja, also das finde ich auch sehr schön zum Lesen oder Schreiben, wo ich euch gemerkt hab, das ist so voll die super Auszeit. Ich muss nicht immer riesig in Urlaub fahren. Das ist aber eigentlich auch nochmal voll der gute Tipp für alle, die vielleicht auch so das Gefühl haben, zu Hause fühlen sich irgendwie eher gestresst, ne? Oder sie fühlen sich generell auch so Urlaubsreiche. Vielleicht hilft das schon, sich mal für nächste Woche oder so eine Auszeit im Café einzubuchen.

Sarah Tischer
Ja voll, genau. Also ich kann es wirklich empfehlen. Natürlich schön, wenn man gar keinen Zeitdruck hat und da wirklich ein bisschen sitzen bleiben kann. Und ja, egal ob für Lesen oder Schreiben oder aus dem Fenster gucken.

Helen
Ja voll. Aber es ist echt so verrückt, oder? Also ich ärger mich so oft über mich selbst, wenn ich hier irgendwas im Haushalt mache, dann bin ich so, nein Helen, nur weil du gerade zufällig hier bist, heißt es nicht, dass du dafür zuständig bist. Ja, ja. Das kann man sich auch teilen und am Wochenende oder sonst anmachen. Aber ja, ich glaube, es ist mein Mittel der Wahl, um zu procrastinieren.

Sarah Tischer
Ja, das ist manchmal, denke ich, dann auch, jetzt mache ich noch das im Haushalt, dann habe ich wenigstens das gemacht und so.

Helen
Ja, genau. Kann ich wegen des Darin Haken dran machen?

Sarah Tischer
Ja, gerne ich schon auch.

Helen
Ich bin voll gespannt, ob wir demnächst deinen Fotos bekommen von Mädels auch über dir in der Lodge oder die irgendwo auch so deinen Buch entdeckt haben. Das wäre natürlich auch cool, weil wir haben ja auch Mädels in der Gegend wohnen. Ich bin voll gespannt. Ich finde es auf jeden Fall voll cool auch so zu sehen. Also ich fand, glaube ich, den Satz am coolsten, dass du meinst, das war ja nie mein Traum, das zu machen. Also geht es mir halt auch. Also ich habe noch nie davon geträumt, irgendwie ein Buchclub zu gründen. Also hätte ich auch eigentlich weird gefunden, weil woher soll man irgendwie wissen, dass das überhaupt geht. Aber jetzt habe ich auch das Gefühl, mein Traum zu leben. Es ist irgendwie verrückt. Deswegen, ich liebe das, wenn, vielleicht, das ist zumindest mal meine Hoffnung, viele auch vielleicht aus den Folgen rausgehen und das Gefühl haben, egal was sie sich in den Kopf setzen, können sie das auch machen.

Sarah Tischer
Voll und auch gerade solche Projekte irgendwie. Das kann aus einem kleinen Projekt auch was größeres werden. Es muss ja gar nicht, aber es kann und ich finde auch dieses Gefühl ist total schön. Und ich finde es auch immer so inspirierend bei anderen, wenn man so von manchen hört, was die schon alles gemacht haben und was sich dann doch noch so ergeben hat. Und es kann wirklich so was passieren, finde ich auch. Ja, ich finde es auch, dass ich eben das mit der Lodge war nie mein Traum. So ein Buch schreiben wollte ich immer schon, aber das war für mich so was, wo ich auch dachte, wie macht man das und so. Das war für mich dann trotzdem immer so ein Buch mit 7 Segeln und nur Magie. Dabei ist es halt auch irgendwie Handwerk und wenn man sich damit befasst, geht es irgendwie auch. Und wo ich auch dachte, auch voll cool. Also manche Sachen kann man vielleicht nicht mehr machen, wenn man nicht mehr jetzt Anfang 20 ist, aber so viel kann man irgendwie doch noch machen. In seinem Leben ist es nicht total schön. Und eben auch deine Geschichte auch so cool, mit dem, dass es sich so ergeben hat.

Helen
Und ein Buchclub, also hey, es ist ja auch mal voll cool, so ein Buchclub führen. Aber ich muss noch mal ganz kurz abschreifen, weil du, das gibt manchmal Dinge, für die ist man dann doch zu alt. Das war nicht so eine harte Erkenntnis, aber als ich gecheckt habe, ich kann jetzt zum Beispiel nicht mehr Interrail machen. Obwohl ich eigentlich glaube, ich nie groß in Traum hatte, Interrail zu machen, fand ich es trotzdem bitter, als ich wusste, das geht jetzt nicht mehr. Ich glaube, ich könnte jetzt auch nicht mehr Work and Travel in Australien machen. Und irgendwie, das sind so kleine Momente, wo ich gewesen bin, wo ich dachte, ah, wie ärgerlich. Da hätte ich mir mal früher gedacht, dober machen.

Sarah Tischer
Ja, ich habe wirklich auch so kleine Momente. Ich denke, ich kann jetzt nicht mehr Mädels studieren. Das würde ich jetzt vielleicht machen, wenn ich nochmal 19 wäre. Aber so was geht halt jetzt irgendwie, oder es würde um sehr hochreisgen, es ging ja noch. Aber es ist jetzt nicht, ja, ich werde es mir tun. Ich glaube, ich muss nicht zu viel opfern. Und das, was ich habe, ist dann auch noch sehr schön.

Helen
Ja, ich glaube, genau. Es gibt natürlich immer irgendwie auch Sachen, die einen davon abhalten. Also ich meine mit den Interrail und Australien. Ich kann ja auch so nach Australien fahren. Und anders irgendwie arbeiten oder so. Und ich kann natürlich auch mir selber irgendwelche Zugtickets buchen. Ich weiß gar nicht, ob es Interrail noch gibt, ob alle wissen, wo ich spreche. Aber es ist gut, ja, gehabt. Und ich glaube, es war einfach nur, dass die günstiger waren oder was weiß ich, keine Ahnung. Aber ich verstehe es schon, dass man manchmal so denkt, ja, ja, da merkt man halt, dass man auch ein bisschen älter ist. Einfach ein Zeitfenster geschlossen, von dem ich vorher nicht mal wusste, dass das ein Ende hat.

Sarah Tischer
Das stimmt wohl.

Helen
Ja, aber grundsätzlich kann man natürlich alles jederzeit irgendwie noch machen. Also ich habe auch, dass das so ein bisschen rausgekommen ist.

Sarah Tischer
Ja, bestimmt. Ja, ja.

Helen
Also das war echt cool. Ich würde sagen, wir trinken unseren Kräutertee zu Ende. Habt ihr eigentlich einen Kamin? Können wir am Kamin zu Ende trinken?

Sarah Tischer
Ja, stimmt. Wir können uns auch einfach, ich hab nicht im Wohnzimmer, aber ich hab so einen schönen alten Küchenherd. Das kann man auch wirklich anmachen.

Helen
Ja, das auch. Kann ich mir jetzt so vorstellen, so wie bei Downton Abbey, dass wir in dieser großen Küche sitzen irgendwie, wie so eine Insel in der Mitte.

Sarah Tischer
Die Küche ist eher klein und schnucklich, ehrlich gesagt. Also okay, auch cool. Aber so eine typische Bauernküche mit so einem Tisch mit so einer Resopalplatte und alle älteren Leute sagen, oh, wie bei meiner Oma und so. Ja, so ist es da. Aber sehr gemütlich.

Helen
Ja, stimmt. Ja, dann trinken wir da unseren Tee jetzt zu Ende. Ja. Und verabschieden uns an der Stelle von der Mädels. Ich habe mich sehr gefreut, dass du einfach geschrieben hast und es uns probiert hast. Weil ich liebe ja einfach so ein bisschen auch unterschiedliche Gespräche. Und wie soll ich auf alles Mögliche auch immer kommen, wenn man nicht einfach mal probiert.

Sarah Tischer
Also ich habe mich sehr geerd gefühlt, dass ich kommen dürfte. Ich bin sehr dankig.

Helen
Super, super gerne. Danke dir auf jeden Fall auch für die Inspiration und Motivation und so ein bisschen die Einblicke in deinen Werdegang. Und ja, ich sage Tschüss an alle, die zugehört haben.

Sarah Tischer
Tschüss, Dankeschön.

Helen
Das war es für heute. Ich habe mich unglaublich gefreut, dass du eingeschaltet hast und vor allem, bis du am Ende dran geblieben bist. Falls dir die Folge gefallen hat, dann abonnier den Podcast am besten, damit du auch in Zukunft keine Folge verpasst. Bis zum nächsten Mal.

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